Ja na klar sind die Linden wichtiger und größer, aber gerade deswegen haben ja sowohl ADAC als auch BUND für eine Straßenbahn entlang der Französischen plädiert (günstiger, weniger Aufwand, keine störenden Bauarbeiten, etc. - siehe Link zu Artikel). Ich dachte eigentlich es gäbe vielleicht technische Gründe, oder irgendwas mit dem Baugrund oder was auch immer. Die zwei Minuten zu Fuß zu den Linden würde ich nicht gelten lassen, zumal ihr Charakter ja eher repräsentativ ist...die Touristen laufen ja wahrscheinlich eher.
Will aber auch keine große Diskussion anstoßen, dachte nur, das hätte ja eine interessante Alternative sein können.
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Neue U-Bahnhöfe
Ich finde die drei neuen U-Bahnhöfe der U55 durchaus gelungen, wobei die Station Bundestag noch die schwächste ist - poliert hin, poliert her: der Sichtbeton gibt dem ganzen einen Rohbau-Charakter. Obwohl ich die umlaufenden Galerien und die unregelmäßig verteilten Säulen widerum sehr schön finde. Allerdings wirkt die Station sehr steril, zumal es keinen Kiosk o. ä. und nichts farbiges gibt. Und auf die Rolltreppen hat man (erstmal?) verzichtet, man muss sich mit einem einzigen Aufzug begnügen. Okay, an dieser Station kann man damit sicher leben.
Nicht jedoch am Hbf: Hier ist mir aufgefallen, dass es ebenfalls nur einen Aufzug und auch nur eine Rolltreppe (aufwärts) gibt, der Aufzug liegt zudem etwas versteckt. Für eine Station an einem Fernverkehrs-Knotenpunkt, an dem zahlreiche Reisende mit z. T. schwerem Gepäck ankommen (bzw. abfahren wollen), ist das doch etwas dürftig. Zumal die Station sonst ja sehr groß und weitläufig, ja geradezu luxuriös ist. Kommt man von den Fernbahnsteigen, ist der einzige Durchgang zum Aufzug (die Rolltreppe nützt einem hier ja nix) nicht leicht zu finden. Vermutlich werden viele Reisende an den festen Treppenabgängen landen und ihr Gepäck dann etwas gequält runterwuchten müssen.
Den von Ben kritisierten oberen, grau "geschwammelten" Teil der Wände finde ich von Nahem betrachtet auch nicht so dolle, vom Bahnsteig aus fällt das allerdings kaum auf.Der sehr schöne Bf. Brandenburger Tor ist durch seine Lage und durch die Ausstellung zum Thema Mauer und Torgeschichte sicher mehr als ein Bahnhof - sondern auch ein "Museum". das merkt man auch gleich an den vielen Menschen, die sicher nicht alle Fahrgäste sind.
Die von der BVG propagierten "kurzen und bequemen" Umsteigewege zur Nordsüd-Bahn halte ich allerdings für geprahlt. Die Wege sind m. E. doch recht lang (speziell, wenn gleich mal wieder eine Rolltreppe defekt ist wie am Montag). Das ist bei nebeneinander und zudem in unterschiedlicher Tiefenlage liegenden Bahnsteigen natürlich auch kein Wunder. Nur sollte man dann keine Märchen erzählen.
Wer am Ostende des S- oder U-Bahnsteigs aussteigt und umsteigen will, hat sogar sehr lange Wege. Oder er muss die feste (und lange) Treppe am Ostende hoch und dann die Fahrbahn überqueren, wenn er umsteigen will.Die Umsteigewege am Bahnhof Friedrichstr. von der Nordsüdbahn zur Stadtbahn empfinde ich da eher bequemer, hier kann man von der Mitte des unteren Bahnsteigs über zwei Rolltreppen direkt zum Stadtbahnsteig gelangen. Von Süden kommend würde ich daher weiterhin lieber an der Friedrichstr. umsteigen, wenn ich zum Hbf. will - zumal ich an der Stadtbahn (normalerweise) nicht bis zu 10 min warten muss.
Aber schick sind sie schon, die drei Bahnhöfe.
Jetzt müssen wir nur noch (mind.) schlappe 8 Jährchen warten, bis die Linie einen verkehrstechnischen Sinn bekommt. -
Immerhin hat die sehr kurze Line das potenzial eher ungewollt eine Touristenattraktion zu werden, denn wo gibt es sonst auf der Welt eine so kurze Bahnstrecke.
Also ich für meinen Teil werde mir auf jeden Fall die Bilder am Bf. Brandenburger Tor ansehen, wenn ich mal wieder nach Berlin komme.
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Bundestag und Hauptbahnhof sind für Berliner U-Bahn-Verhältnisse angenehm großzügig, während Brandenburger Tor ja eher das BVG-typische leicht klaustrophobische Format aufweist...
Allerdings wirkt die Verarbeitung des Themas "Bahnhof" vor allem im internationalen Vergleich von Metroarchitektur mit seinen auf Metallpaneelen aufgebrachten Schwarzweißbildchen verflossener Berliner Bahnhöfe doch ziemlich platt und provinziell...
Das hätte man künstlerisch schon ein wenig subtiler behandeln können... -
Irgendetwas zu meckern findet sich ja immer, aber sei's drum.
Ich finde alle drei Bahnhöfe sehr gelungen und ich hoffe, dass der Baubeginn des Lückenschlüsses pünktlich beginnt. Die Gestaltung der Bahnhöfe hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei der sonstigen U-Bahnhöfe ab und wird später mit den anderen neuen Bahnhöfen der U5 einen guten Kontrast zu den schlichteren Bahnhöfen der jetzigen U5 bieten. Ich finde auch an dem U-Bahnhof "Hauptbahnhof" nichts provinziell, weiß nicht wie man auf so was kommt. -
Ich fände es auch ziemlich vermessen, wenn die BVG, auf Kosten der Fahrgäste, überteuerte Prestigebauten einrichten würde. Ich möchte einen sauberen, übersichtlichen Bahnhof. Schließlich halte ich mich ja nicht den ganzen Tag dort unten auf. Man sollte bei der dimension des Bahnhofs Brandenburger Tor auch mal die Frage stellen, warum er so niedrig ist. Das wird einen Grund haben. Solange man den nicht kennt, sollte man sich dazu nicht äußern.
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Ich weiß nicht, ob diese Information schonmal fiel, aber der Baubeginn der weiterführenden U55 gen Alexanderplatz muss spätestens am 1. April 2010 erfolgen. Wir brauchen also scheinbar keine Bedenken haben, dass wir bis Dezember '10 oder so warten müssen.
Guckst du hier.
Bato -
So von mir gibts mal wieder paar Bilder, U-Bahnhof Brandenburger Tor...
vui Spaß






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Schöne Bilder Brandname, bitte beachte aber dennoch unsere Richtlinien für das Einbinden von Bildern (Vermerk des Rechteinhabers)! Vielen Dank.
Bato -
wie sieht es eigentlich oben aus? Ist die Baustelle verschwunden und sind wieder Linden gepflanzt worden? Es wäre für das Stadtbild an dieser Stelle sicher schön, wenn die Baustelle verschwunden ist.
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In Berlin wurde auch die U-Bahnhofs Museumsinsel vorgestellt.
...http://www.suche-architekt.de/tipps-und-news…sel-berlin.html
Hallo patrick.spd, herzlich willkommen im DAF!
Ein Hinweis direkt an dieser Stelle: Die Einbindung des Zitats wurde editiert. Grund: Unerlaubtes Pressezitat.
Über die allgemeinen Richtlinien im DAF kannst du dich hier informieren. Vielen Dank.
Bato -
Das wäre ja schade...wegen des neuen Kreuzungsbahnhofs UdL/Friedrichstraße soll der Bahnhof Französische Straße nicht nur außer Betrieb genommen sondern gar ganz abgerissen werden. Dies sei offenbar schon beschlossene Sache. Protest kommt seitens der Anlieger; die BVG möchte dagegen keinen weiteren Geisterbahnhof.
Ist es nicht einfacher den Bahnhof zu sichern, bzw. ihn für den U-Bahn-Normalbetrieb aus dem Verkehr zu nehmen aber zumindest als eine Art Museum weiter besteh zu lassen? Der Bahnhof sollte mMn wegen seiner Historie erhalten bleiben!

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Leider ist es so, dass gerade beim Verkehrsbau die Betreiber schalten und walten können, wie sie wollen. Da interessieren scheinbar weder Denkmalschutz noch Stadtgeschichte, Bahn und BVG reißen einfach ab. Und das obwohl ja gerade die historisch gewachsenen Verkehrsbauten ganz entscheidend zum Berliner Stadtbild beitragen.
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Die Berliner Morgenpost schreibt, dass der U-Bahnhof Französische Straße zwar aufgegeben, aber keinesfalls abgerissen werden soll. Gestern hatten dies die Berliner Verkehrsbetriebe noch verkündet, der Bahnhof stehe aber unter Denkmalschutz.
Außerdem wird der Verkehr auf U6 zwischen Stadtmitte und Friedrichstraße im kompletten Jahr 2012 unterbrochen, damit die Trasse der U5 unter größerer Sicherheit gebaut werden kann. Unter der Kreuzung Friedrichstraße und Unter den Linden wird sich der Tunnel der neuen Linie mit der Nord-Süd-Ader U 6 kreuzen. Man arbeitet dort unter der bereits bestehenden Trasse voll im Grundwasser. Die Erfahrungen von Köln haben gezeigt, dass besondere Baumaßnahmen nötig sind.
Ideen für die Weiternutzung sollen mit Anwohnern und Geschäftsbetreibern gesammelt werden, also können wir uns hier auch ein paar Gedanken machen. Die Friedrichstraße werde in diesem Bereich für den Straßenverkehr voraussichtlich zwischen April 2011 und Herbst 2012 gesperrt.
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Wird der angesprochene neue Kreuzungsbahnhof dann endlich mal etwas luftiger und großzügiger? Gibt es dazu schon veröffentlichte Planungen, gar Visualisierungen? Im Vergleich mit der münchner U-Bahn krieg' ich in Berlin immer Platzangst und Atemnot.

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Kleine Info am Rande:
Die Beschriftung an dem U-Bahneingang "Brandenburger Tor" ist im selben 1936 entworfenen Schrifttypus gestaltet wie das vormalige S-Bahn-Schild "Unter den Linden". Dieser Stil wird gerne "Schaftstiefelstil" (in Assoziation mit den Nazis genannt). Das ist insofern nicht korrekt, als dass dahinter eher eine Purifizierung der Frakturschrift im Geiste der Zwanziger Jahre steht, also durchaus als "modern" zu bezeichnen ist. Übrigens sind alle unterirdischen Bahnhöfe der Nord-Süd-Linie (S-Bahn) mit dieser Schrift ausgeführt worden. -
Auch interessante, dass zwei Artikel zum selben Thema in derselben Zeitung am selben Tag was anderes sagen...Ich versteh das nicht...Es ist doch im Grunde dasselbe, wie beim Bhf. Stadtmitte. 160m Fußgängertunnel ist ja auch einiges und es gibt bestimmt noch andere vergleichbare Beispiele...Man könnte doch den nördlichsten Eingang (vier sind wirklich ne ganze Menge) schließen und hinter der Passage, die an der vorderen Treppe vorbeiführt, eine Treppe nach unten einbauen und schon hat den Anfang für einen Tunnel zum neuen Bhf. UdL. Wär bestimmt billiger, als der Abriss (oder auch nicht) des bestehenden und ein Neubau. An den Wänden können sich dann wieder Künstler austoben.
Ist ein "Eintrag in der Landesdenkmalliste" dasselbe, wie Denkmalschutz? Wenn dem so ist, dann zeigt sich ja mal wieder, wie viel das wert ist
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^^
Eintrag in die Landesdenkmalliste ist dasselbe wie Denkmalschutz, ja.
Nicht vergessen darf man, dass das Landesdenkmalamt zwar feststellt, was denkmalwürdig ist und auch die Denkmalliste füht, ausführendes Organ ist jedoch die Untere Denkmalschutzbehörde, die Herrn Wowi untersteht. Soll also nach dem Willen der Stadt ein Denkmal abgerissen werden heißt es "Unter sticht Ober" und das Landesdenkmalamt kann nix dagegen tun. Problem an der Sache ist, dass sich ein Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde vielleicht ein-, zweimal gegen den von seinem Dienstherrn genehmigten Abriss eines Denkmals sträubt. Da das viel Stress mit sich bringt, verzichtet er spätestens beim dritten mal darauf. Ein weiteres Problem ist, dass die Untere Denkmalschutzbehörde vielfach aus Fachfremden besteht, Verwaltungsfachwirte und so, die den Denkmalwert eines Bauwerkes meist nicht so genau einschätzen können, wie die Kunsthistoriker, Historiker und Architekten des Landesdenkmalamtes. -
Übrigens sind alle unterirdischen Bahnhöfe der Nord-Süd-Linie (S-Bahn) mit dieser Schrift ausgeführt worden.
Weißt Du zufällig, ob diese Schriftart exklusiv für die S-Bahn entworfen wurde oder eine Standardschrift ist? -
Zu der Schriftart der Beschilderung sollte man vielleicht noch bemerken dass es ein weit verbreiteter Irrtum ist dass die Nazis ein besonders inniges Verhältnis zur Fraktur - und deren Unterformen/"Modernisierungen" - hatten. Im Gegenteil, es waren sogar die Nazis die die Fraktur per Erlass '41 abgeschafft haben. Insofern wundert mich der Begriff "Schaftstiefel-Stil" sehr, habe den auch noch nie gehört.

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Diese Schrift wurde nicht exklusiv für die S-Bahn entworfen, sondern war eine Standardschrift. Das Luftschiff Hindenburg etwa war auch in dieser Schrift beschriftet. Viele Zeitungsköpfe und Urkunden benutzen die Schrift noch heute. "Schaftstiefel" war und ist natürlich ein Schmähbegriff. Vor dem Erlass von 1941 galt die lateinische Schrift als "welsch", also romanisch und damit "undeutsch". Das kehrte sich ab ´41 ins Gegenteil um aus zwei Gründen (die seltsam klingen, aber was war nicht seltsam im Dritten Reich?):
1. Hitler soll die gotische Frakturschrift auf einmal als jüdisch abgestempelt haben, Stichwort "Schwabacher Judenlettern".
2. Die Welt sollte es nach dem deutschen Endsieg leichter haben, deutsch zu lesen. Die Fraktur hätte ein weiteres Hindernis neben der sowieso schon als schwer verschrieenen deutschen Sprache dargestellt.
Sütterlin als Schreibschrift, die an Schulen gelehrt wurde, wurde übrigens gleich mit abgeschafft. -