Koelnmesse

  • Weiteres Bildmaterial zum neuen Firmensitz der Koelnmesse findet sich nun auch bei competitionline! Neben dem Siegerentwurf von COBE aus Dänemark sind auch der zweitplatzierte Entwurf von kadawittfeld und der drittplatzierte Entwurf von KSP Engel zu sehen. Alle drei Entwürfe sehen für den Ideenteil (Baufeld B) ein Hochhaus vor. Weitere Teilnehmer am Wettbewerb waren Bolles + Wilson, Münster, caspar.schmitzmorkramer, Köln und Supergeld Architekten, Köln.


    Zuerst nochmal der Siegerentwurf im Modell mit dem Hochhaus als ggfs. später umzusetzende Ergänzung. Im ersten Bild vorne der neue Firmensitz "Koelnmesse Terrassen", etwas abseits das Parkhaus.


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    © COBE A/S



    2. Platz

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    © kadawittfeldarchitektur



    3. Platz

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    © KSP Engel

  • Gut, rec - auch die nächst plazierten Wettbewerbsentwürfe zu sehen und beurteilen zu können, da man bei diesen Veröffentlichungen auch den Standort besser einordnen kann!

    Das lässt mich jetzt am ansonsten gelungenen, kubischen Siegerentwurf etwas zweifeln.


    Sehr gut gefällt mir jedenfalls der Kaddawittfeld Entwurf der sich städtebaulich und gestalterisch harmonisch in die ihn umfassende Verkehrsbänder (die Abfahrt Zoobrücke - lässt sich nun mal auch mit Verkehrswende nicht so schnell wegdiskutieren!) einfügt. Auch den Vorschlag eines Hochhauses als Abschluss und spätere Ergänzung (vermute ich mal, da nur als Raumkörper dargestellt?), fände ich an dieser Stelle als Hinweis auf den Messe-Endpunkt bzw. Eingang Nord durchaus akzeptabel.

    Dies hat ebenfalls KSP in ähnlicher Form entwickelt.

    Mit den Fassaden in beiden Entwürfen habe ich jedoch etwas Probleme. Besonders die KSP Fassade fände ich schrecklich - kalt und abstoßend. So muss sich die Messegesellschaft nicht nach Außen darstellen.

  • ^^Kurze Anmerkung noch: Supergeld Architekten heißen tatsächlich Supergelb Architekten, ehemals Gatermann + Schossig.


    Über den Wettbewerb berichtet auch koelnarchitektur.de/. Nach Einschätzung der Jury "setzt [der Entwurf] am bedeutenden Stadteingang ‚Zoobrücke‘ das richtige Zeichen in seiner geschickten Kombination aus Präsenz und Zurückhaltung". Die Struktur der bestehenden Messelandschaft werde fortgesetzt, ohne aufzutrumpfen, und zitiere Gestaltungselemente der zukünftigen Messearchitektur wie des Eingangs Ost, des Terminals, des Confex und der neuen Halle 1 im Westen des Geländes. Die Erkennbarkeit der Zugehörigkeit zur Messe wird betont.


    Die Jury teilt deine Bedenken bezüglich der Fassaden der nächstplatzierten Entwürfe, rob. Beim Kadawittfeld-Entwurf wird die Anordnung der vertikalen Elemente als "zu unruhig und wenig harmonisch" empfunden. Bei KSP Engel stelle sich die gewünschte Offenheit nicht ein.


    Insgesamt halte ich die Begründungen der Jury für nachvollziehbar. Der Siegerentwurf wirkt gut proportioniert und rhythmisiert. Insbesondere den drittplatzierten Entwurf empfinde ich dagegen als zu massig. Hier wurde die Baumasse zugunsten einer großen Platzfläche zusammengeschoben.


    Ein Hochhaus war bereits in den 1990er Jahren zur Markierung der Stadteinfahrt geplant ("Euroforum Süd"). Irgendwo in den Tiefen dieses Forums müsste man noch etwas dazu finden. Gut, dass man diesen Gedanken nicht fallengelassen hat.


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    © COBE A/S

  • Ganz unabhängig von dem gewählten Siegerentwurf, finde ich es grandios dass die Deutz-Mülheimer-Straße hier endlich mal eine Kontinuität und Kontur bekommt! Ein riesien Schritt, etwas von der Verkehrswüste für die Stadt zurückzuerobern.


    Cobe machen es auch ganz geschickt, wie sie mit den Proportionen der Umgebungsgebäude spielen und so eine Art Dialog über die Straße hinweg aufbauen. :thumbup:

  • Cobe machen es auch ganz geschickt, wie sie mit den Proportionen der Umgebungsgebäude spielen und so eine Art Dialog über die Straße hinweg aufbauen.

    Dem stimme voll und ganz zu. Auf den ersten Blick mag das Ensemble langweilig erscheinen, bezieht man aber die Umgebung mit ein, harmoniert der Cobe Entwurf am besten mit den streng kubischen Formen der Messehallen. Die vorstehenden Decken und Arkaden erinnern an die (wenigen) grazilen Gebäude der 50er Jahre. Insgesamt ein gelungenes und selbstbewusstes Statement.


    Platz 2 und 3 können mich nicht begeistern. Bei diesen fehlt mir der klare Leitgedanke, Kadawittfeld wirkt wie Sauerbruch Hutton, KSP ist irgendwie diffus, weder mutig, noch konservativ und damit für mich nicht gelungen.