Beiträge von rec

    ^Wenn die Inzidenz durch die Decke geht ist doch klar, dass auch mehr Menschen mit (nicht wegen!) Omikron im Krankenhaus landen. Jeder neuaufgenommene Patient wird getestet und wenn einer nach Leitersturz mit Beinbruch ins Krankenhaus kommt und positiv getestet wird, gilt dieser Patient als Corona-Patient. Das ist ja genau eines der Statistikprobleme (#Datastrophe), die wir in Deutschland haben... Eine Überlastung des Gesundheitswesens droht deswegen aber natürlich nicht.


    Und die Impfung hat auf die Transmission (Ansteckung und Weitergabe des Virus) keine Auswirkung. Interessanterweise haben gerade die doppelt Geimpften und Bundesländer mit der höchsten Impfquote (Bremen) auch die höchste Inzidenz... Omikron wird durchlaufen, vollkommen unabhängig von Impfquoten oder Maßnahmen, die getroffen werden oder auch nicht. Irgendwann wird die Welle von selbst brechen, so wie es in GB schon zu beobachten ist. Und sehr wahrscheinlich sind wir dann bereits in der endemischen Phase. Die Frage, ob die Pandemie dann vorbei ist, ist dann eine rein politische, keine medizinische Frage mehr.

    West.side Office

    Im Teilbereich "West.side Office" ist mit dem Bau der beiden Bürogebäude auf den Baufeldern 1 & 2 begonnen worden, die später zu einem Großteil von der Generalzolldirektion (GZD) bezogen werden. Lediglich auf Baufeld 1 sind noch 530 m² Fläche für Gastronomie oder Einzelhandel im EG und ca. 2.600 m² Bürofläche im 3. OG verfügbar. Die Fertigstellung der beiden Gebäude ist für das 4. Quartal 2023 vorgesehen.


    Am weitesten fortgeschritten sind die Arbeiten auf Baufeld 1. Dort wurde bereits ein Kran aufgebaut. Wer möchte, kann den Baufortschritt per Webcam verfolgen.


    Inzwischen gibt es auch neue Visualisierungen für den Büroneubau auf Baufeld 3. Der Entwurf stammt offensichtlich vom Kölner Architekturbüro JSWD. Der Baukörper in Form eines geschlossenen Rings wird gut 9.000 m² Bürofläche bieten. Eine gastronomische oder Einzelhandelsnutzung im EG ist wohl bei Nachfrage möglich. Das Gebäude befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Der Baubeginn ist für das 3. Quartal 2023, die Fertigstellung für das 2. Quartal 2025 geplant.


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    Lage Baufeld 3


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    Baufeld 3 (Architektur: JSWD?)/ © West.side Office


    Mehr zum Projekt "West.side Office" hier: https://www.office-westside.de/de-de

    Wettbewerbsverfahren "Arminiusstraße"

    Der Wettbewerb ist wie geplant am 21.12. mit folgender Preisfolge entschieden worden: 1. Preis: hartlockstädtebau, Essen mit wbp Landschaftsarchitekten, Bochum. 2. Preis: Molestina Architekten + Stadtplaner, Köln mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, München. 3. Preis: Machleidt Städtebau+Stadtplanung, Berlin mit ARGE FIEGL+JAHNKE, Berlin. Insgesamt haben acht Teams an dem Wettbewerbsverfahren teilgenommen.


    Das Planungsbüro ISR hat eine umfangreiche Präsentation aller eingereichten Wettbewerbsentwürfe unter folgendem Link online gestellt: https://isr-planung.de/wp-cont…_Arminiusstrasse_Bonn.pdf


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    1. Preis © ISR/ BImA

    ^^Zeitgemäße Büroflächen werden auch in Zukunft ihre Abnehmer finden. Die vergangenen zwei Jahre haben den Druck auf Unternehmen, sich entsprechende Flächen zu sichern, noch verstärkt. Hochtief ist da mit seinem Konzept für die neue Unternehmenszentrale hinsichtlich Architektur und Ausstattung sicher auf dem richtigen Weg.* Umgekehrt bleibt Immobilieneigentümern gar keine andere Wahl als veraltete und nicht sanierungsfähige Flächen vom Markt zu nehmen.


    Gleichzeitig gibt es vielfach eine gewisse Unsicherheit bzgl. des künftigen Flächenbedarfs. Sollte Hochtief seine Neubaupläne abspecken und sich dazu entschließen, das traditionsreiche Hochtiefhaus einzubeziehen, wäre das nicht das Schlechteste (und dennoch leider unrealistisch).



    * Ein recht interessanter Artikel bzgl. der Büroarchitektur der Zukunft ("New Work") war kürzlich in der SZ zu lesen. Der Campus-Gedanke ist demnach die neue Büroarchitektur: Austausch, Begegnung und Vernetzung stehen dabei im Mittelpunkt.

    Mit dem Beginn des Abbruchs von nicht denkmalgeschützten Teilen der ehemaligen Mühlen startet in dieser Woche die Umgestaltung des Deutzer Hafens zu einem gemischt genutzten urbanen Stadtviertel. Die Abbrucharbeiten sollen ein Jahr dauern (Q).

    ^Das ist der Neubau für das "Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels" des Museum Koenig. Dort sollen u.a. ein Rechenzentrum, Nasslabore, eine Biobank, ein Kryolager und Sammlungsflächen für die molekulare Biodiversitätsforschung entstehen.


    Im GA-Archiv habe ich dazu diesen Artikel aus 2016 finden können.


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    © agn Niederberghaus & Partner GmbH


    Ich vermute, dass das Rotationsgebäude neben dem Hörsaalzentrum gebaut wird (Google Maps). Jedenfalls fanden dort vor einiger Zeit Bodenarbeiten statt.

    ^ Das Zentralschwimmbad ist bekanntlich am Bürgerentscheid gescheitert.


    Mit dem "Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft" hat der Rat im letzten Sommer beschlossen, stattdessen das Franken- und Kurfürstenbad zu erhalten und zu sanieren. In Beuel soll das Ennertbad zu einem Kombibad ausgebaut werden, das Hallenbad "Beueler Bütt" soll geschlossen werden und Wohnungsbau Platz machen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie (PDF, 9 MB) liegt inzwischen vor und soll Grundlage für das notwendige Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans werden.


    Geplant ist nach jetzigem Stand ein wenig spektakuläres Hallenbad auf der westlichen Grundstücksfläche mit Schwimmer-, Lehrschwimm- und Kinderbecken. Auch eine Sprunganlage soll es geben. Kostenpunkt: 17,1 Mio. Euro.


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    © Stadtplanungsamt Bonn


    Quelle: Ratsinformationssystem (Mitteilungsvorlage)

    ^ Die Verwaltung hat eine neue Beschlussvorlage in die politischen Gremien eingebracht, wonach der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Apeiron-Grundstück als Satzung beschlossen werden soll. Der Bebauungsplan ist der Vorlage als Anlage beigefügt. Die Zustimmung dürfte Formsache sein.


    Die ursprüngliche Planung, die im Erdgeschoss Schulungsraum und Laborküche für die eigenen Franchisenehmer (Apeiron ist Franchisegeber für die Marken The ASH, GREENKARMA und Starnberger Alm) vorsah, wird nicht weiter verfolgt. Stattdessen entsteht ein "normales" Bürogebäude, das überwiegend fremdvermietet werden soll. Die Vermarktung über die eigene Webseite läuft bereits. Apeiron wird nur einen Teil der Flächen - offenbar in den oberen Etagen - selbst belegen.


    Der Neubau umfasst ca. 3.900 qm BGF, neben Büroflächen ist im Erdgeschoss an der Ecke zur Emil-Nolde-Straße immer noch Gastronomie vorgesehen (vermutlich eine GREENKARMA-Filiale). Unter dem Gebäude entsteht eine Tiefgarage mit knapp 30 Pkw- und weiteren Fahrradabstellplätzen.

    "Bonner Flagge" - Bonner Fahnenfabrik (Bofa)

    Das Vorhaben zur Umnutzung der ehemaligen Bonner Fahnenfabrik (#628) heißt nun "Bonner Flagge". Details wurden bei einem Vor-Ort-Termin mit Presse und Anwohnern am vorvergangenen Freitag mitgeteilt.


    Mit dem Abriss der Bestandsbauten will der Entwickler Cube Real Estate im ersten Quartal 2022 beginnen, der Hochbau soll im vierten Quartal starten. Das Hauptgebäude (ehemalige Kaserne) bleibt stehen, das schadstoffbelastete Dach wird entfernt und durch zwei teilweise auskragende Etagen ersetzt. Im Hauptgebäude sind 13.500 qm BGF für Büros und Gewerbe (Gastronomie) geplant.


    Das Verwaltungsgebäude der Bofa und die "neue" Produktionshalle daneben werden durch zwei neue Wohngebäude ersetzt, die wie die heutigen Gebäude einen langen Riegel parallel zum Hauptgebäude bilden. In dem größeren der beiden Neubauten entstehen 170 Apartments und Gemeinschaftsflächen, in dem anderen (zur Graurheindorfer Straße gelegen) sind 13 Wohneinheiten und eine Ladeneinheit geplant. Die Dachflächen des Hauptgebäudes sowie des Apartmenthauses sollen offenbar teilweise begehbar sein und durch Brücken miteinander verbunden werden. Ein drittes Wohnhaus ist an der Römerstraße geplant, mit 14 weiteren Wohneinheiten und ebenfalls einer Ladeneinheit. Insgesamt entstehen ca. 10.350 qm BGF neue Wohnfläche oder rund 200 neue Wohnungen. Unter dem Grundstück wird eine Tiefgarage mit 180 Pkw- und 500 Fahrradstellplätzen gebaut.


    Die Energieversorgung soll vollständig aus regenerativen Energien erfolgen. Die Heizenergie soll zu großen Teilen durch einen Wärmetauscher im Abwasserkanal erzeugt werden, auf den Dachflächen sind Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung geplant. Der gewonnene Strom soll nicht nur herkömmlich verbraucht, sondern auch zur Bereitung von grünem Wasserstoff verwendet werden. Vorgesehen sind außerdem nachhaltige Bau- und Ausstattungsmaterialien sowie Holzbau.


    Der alte Bofa-Schornstein wird ebenfalls erhalten und sogar - wahrscheinlich auf seine ursprüngliche Höhe - aufgestockt (auf den Visualisierungen der Teil oberhalb des blauen "Mittelstücks"). Er wird in Zukunft das Wahrzeichen des Quartiers bilden.


    Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2024 oder Anfang 2025 vorgesehen. Insgesamt wird Cube Real Estate rund 100 Mio. Euro investieren (Q GA+).


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    alle Bilder © Cube Real Estate GmbH


    weitere Links:

    Cube Real Estate

    Gaus Architekten

    Die Planung zur Vergrößerung des Phantasialands ist einen kleinen Schritt voran gekommen. Der Landtag hat am vergangenen Mittwoch den Beschluss gefasst, eine rund 14 ha große Fläche im Eigentum des Landes im Tausch gegen rund 38,8 ha Waldfläche im Stadtgebiet Erftstadt, die der Betreiber-GmbH gehören, abzugeben. Bei der landeseigenen Fläche handelt es sich um das Areal rund um den Ententeich, zwischen Phantasialandstraße (L 194), A 553 und Berggeiststraße (auf dem Plan unten die grüne Fläche links).


    Zweck der Erweiterung war es nach früheren Plänen, das Phantasialand zu einem ganzjährig geöffneten Kurzurlaubsziel zu entwickeln. Die Planungen sahen u.a. einen Aquapark mit Hotelresort, eine Veranstaltungshalle und ein Edutainment-Center vor. Gebaut werden kann selbst nach Vollzug des Grundstückdeals allerdings noch nicht, zuerst muss die Stadt Brühl einen neuen Bebauungsplan für das Areal aufstellen. Seit der Kommunalwahl in diesem Jahr hat im Rat der Stadt eine rot-grüne Koalition die Mehrheit, die eine Erweiterung des Phantasialands für die laufende Legislaturperiode zurückgestellt hat, so dass bis zur nächsten Wahl 2025 nicht mit Bewegung in der Sache zu rechnen ist (Q).


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    Bildquelle: team ewen GbR/ © Stadt Brühl

    Der IT-Dienstleister CONET mit Stammsitz in Hennef ist der nächste Mieter im neuen Hochhaus. CONET wird im kommenden Herbst mit rund 700 Mitarbeitern zehn Etagen (7.500 m²) beziehen. Die bestehenden Standorte des Unternehmens in der Region (zwei in Hennef und einer in Niederkassel) werden aufgegeben. Für die Umzugsentscheidung ausschlaggebend waren offenbar die räumliche Nähe zu den öffentlichen Auftraggebern in Bonn, die "Strahlkraft" des Standortes für Kunden und neue Mitarbeiter und die moderne Ausstattung der Büroflächen, die flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzkonzepte ermöglicht. Mit der Anmietung durch CONET ist die Vollvermietung des Objekts "Neuer Kanzlerplatz" fast erreicht, es sind nur noch zwei Etagen im Hochhaus zur Anmietung verfügbar.


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    Pressebilder © Art-Invest Real Estate


    Quellen:

    PM Art-Invest

    General-Anzeiger


    Für die betroffenen Nachbarkommunen ist die Nachricht eine bittere Pille, umgekehrt bedeutet sie aber natürlich auch eine tolle Stärkung des IT-Standortes Bonn. Und es zeigt sich, dass attraktive (Landmark-)Büroimmobilien attraktive Mieter aus der freien Wirtschaft anziehen. Also bitte mehr davon!

    ^Ich antworte zuerst auf deinen Beitrag aus dem Kölner Bereich.


    Es geht mir nicht darum, ob man vor der Tür parken kann oder nicht, sondern darum, dass der Eigelstein als ein typisches „Veedelszentrum“ nicht mit der Bonner (meinetwegen auch Kölner) Innenstadt als Oberzentrum vergleichbar ist. Das Angebot des Handels richtet sich sicher in erster Linie an die Bewohner des Viertels bzw. der angrenzenden Viertel, umfasst also überwiegend Waren des täglichen Bedarfs: es gibt Lebensmittelmärkte, Drogerie, Kiosk, Apotheke, Bäckerei, Optiker, solche Läden wie KODi, TEDi, Angebote für Migranten. Alles andere bringt der Paketbote. Wer dort einkaufen oder die Gastronomie aufsuchen will, braucht kein Auto, weil man zu Fuß oder mit dem Fahrrad schnell vor Ort ist. Wohl kaum jemand, der keinen Bezug dorthin hat oder etwas sehr Spezielles will, wird aus Rodenkirchen, Pulheim oder Düren zum Eigelstein fahren, um zu shoppen oder essen zu gehen. In Bonn sind vielleicht Endenich, Poppelsdorf oder die Nordstadt/ Kölnstraße vergleichbare Subzentren, wobei Poppelsdorf mit der Gastromeile ein wenig hervorsticht.


    Demgegenüber sind Oberzentren wie die Bonner und die Kölner Innenstadt, aber auch kleinere Zentren wie Siegburg z.B., viel stärker auf den Handel und höherwertige, langlebige Konsumgüter ausgerichtet (Kleidung und Schuhe, Sportartikel, Haushaltswaren, Bücher, Elektronik, Spielzeug). Das funktioniert nur, wenn Kunden erstens zahlreich kommen, also auch aus dem Umland, einschließlich Eifel, Bergisches Land etc. und zweitens auch Geld da lassen, also kaufkräftig sind. Wohnungen gibt es in der Bonner Innenstadt kaum (noch), weil alles auf den Handel ausgerichtet ist. Deswegen ist die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto immens wichtig. Der ÖPNV in Bonn ist bei Weitem nicht so gut wie der Kölner, aber genauso teuer und oft keine Alternative. Der Bonner Innenstadt geht es noch gut, aber der Leerstand, auch länger anhaltend, hat zugenommen, genauso Betteleien, Dreck, eine teilweise schwierige Klientel und obendrauf kommen die unseligen 2G-Regeln. Die Konkurrenz durch den Online-Handel ist massiv spürbar (Bonn liegt bei Paketbestellungen laut Statistik weit vorne). Irgendwann setzt dann eine Abwärtsspirale ein, die dann kaum mehr aufzuhalten ist.


    Zum Verkehr in Bonn:


    Ich kenne Bonn mit dem Auto, zu Fuß und mit dem ÖPNV (das Fahrrad ist für mich ein Sportgerät). Ich habe das Wehklagen über den Verkehr in Bonn nie verstanden. Klar, im Berufsverkehr staut es sich an bestimmten Stellen, z.B. auf der Reuterstraße, es gibt Baustellen und jahreszeitlich bedingte Staus. Aber allgemein kommt man doch gut durch und kann, wo erlaubt, auch 50 fahren. Selbst die Stadtwerke sagen, dass Tempo 30 ihre Busse ausbremst (z.B. in der vergangenen Diskussion um Tempo 30 auf der Kaiserstraße).


    Und klar ist auch, wenn Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit kommt, wird es innerhalb des bebauten Bereichs kaum Ausnahmen geben. Der Ton in der Debatte und die Rigorosität im Handeln sind eindeutig. Auf der Reuterstraße gilt heute bereits Tempo 30 zwischen Autobahn und Bonner Talweg. Die Ratskoalition will das bis einschließlich der Reuterbrücke ausweiten. Und zwar ganztags, nicht nur nachts aus Lärmschutzgründen, wie in Berlin. Tempo 30 auf der Adenauerallee würde genauso kommen wie auf der B 56. Ausnahme im innerörtlichen Bereich bliebe vielleicht die B 9.


    Thema Autobahn:


    Die Ratskoalition samt OB will den Ausbau der A 565 im Zuge des Neubaus des „Tausendfüßlers“ verhindern. Eigentlich war vor Jahren der überparteiliche Konsens erreicht, dass der Venusbergtunnel nicht kommt, die A 565 stattdessen aber sechsspurig ausgebaut wird. Jetzt wollte die Koalition einen Neubau der Autobahn wie bisher, als vierspurige Stadtautobahn mit verengten Fahrstreifen und ohne Standstreifen, dafür mit Radwegen, durchsetzen. Als „Kompromiss“ will man nun noch immerhin Standstreifen erlauben, die im Bedarfsfall freigegeben werden können.


    Die Autobahn als Alternative ist also auch nicht erwünscht, von einem neuen Vollanschluss an der Brühler Straße als Ersatz für den Halbanschluss „Tannenbusch“ und zur Entlastung des Bonner Nordens hört man nichts mehr. Ein geplanter Halbanschluss an der Schlesienstraße (A 555) wurde vom Bund abgelehnt mit Hinweis auf den damals ebenfalls geplanten Anschluss in Bornheim und mit dem Argument, Autobahnen seien nicht zur Entlastung von Stadtstraßen da.


    Zusammenfassend:


    Mich störte nicht die Kappung des Cityrings vor dem Bahnhof, wenn es Alternativen gäbe. Als solche war mal der „Citybogen“ im Gespräch, also die Stärkung der Verbindung über Belderberg und Oxfordstraße. Jetzt sollen Umweltspuren auf dem Belderberg kommen. Gleichzeitig ist eine Verdoppelung des Takts der Linie 66/ 67 geplant, was gut ist, aber die Durchlässigkeit am Bertha-von-Suttner-Platz weiter verringert. Und ich bin sicher, dass im kommenden Jahr auch auf der Oxfordstraße eine Umweltspur beschlossen wird (Richtung Brücke) und eine Protected Bike Lane (Richtung Stadthaus).


    Mich stört die Rigorosität in der politischen Debatte, nicht nur lokal, nicht nur in der Verkehrs-, sondern generell z.B. in der Energie- oder Coronapolitik. Absprachen und Versprechen werden ignoriert und gebrochen, es zählt nur noch das was man glaubt politisch durchsetzten zu können, ohne Rücksicht auf die Belange von Minderheiten. Die eigene Position wird als „Wahrheit“ wahrgenommen und das eigene Handeln mit einer vermeintlich moralischen Überlegenheit selbst legitimiert. Andere Positionen werden überhört, verächtlich gemacht und bekämpft, ein Ausgleich findet nicht mehr statt.

    Hier die Pressemeldung der Stadt dazu. Der Cityring soll vor dem Bahnhof gekappt werden.


    Das Problem sehe ich weniger in der Kappung des Cityrings vor dem Bahnhof und der Herausnahme des Durchgangsverkehrs - das ist m.E. durchaus sinnvoll - , sondern im Mangel an Alternativen. Die Erreichbarkeit der Parkhäuser wird dadurch erschwert (z.B. die des Parkhauses Rabinstraße aus Richtung Süden), genauso der Abfluss des Verkehrs z.B. aus der Uni- und Marktgarage in Richtung Norden und Westen. Zumal auch die Durchlässigkeit der Hauptverkehrsrouten begrenzt werden soll, u.a. durch den Beschluss zur Schaffung von Umweltspuren auf dem Hermann-Wandersleb-Ring, durch die geplante Verringerung der Fahrspuren auf der Viktoriabrücke nach "Beratung" durch den ADFC oder die Reduzierung auf eine Fahrspur pro Richtung im Zuge des Umbaus der B 56 in Beuel. Auch für Oxfordstraße und Adenaueralle werden Umweltspuren und/ oder Protected Bike Lanes geprüft. Dazu kommt, dass die neue Ratskoalition flächendeckend Tempo 30 will. Das wird zu Staus und längeren Fahrzeiten führen und wer mit dem Auto aus dem Umland kommt, wird sich dann vielleicht die Fahrt nach Bonn gut überlegen. Der ÖPNV wird ja nicht auf einen Schlag zur Alternative.

    Xalinai

    Nichts für ungut, aber m.E. ist das ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Der Umsatz der Händler und Gastronomen am Eigelstein dürfte sich überwiegend aus dem dicht bewohnten Eigelsteinviertel selbst und den angrenzenden Veedeln speisen (Stichwort 15-Minuten-Stadt). Da braucht kaum jemand ein Auto. Wenn also Parkplätze wegfallen und dafür Raum z.B. für Außengastronomie entsteht, bedeutet das unmittelbar mehr Umsatz. Genauso trägt eine höhere Aufenthaltsqualität etwa durch Begrünung und weniger Autoverkehr dazu bei, dass mehr Kunden und Gäste kommen und länger verweilen.


    Die Bonner Innenstadt ist dagegen auf Menschen aus dem Umland, auch aus dem weiteren Umland, und deren Kaufkraft angewiesen. Und die schaffen es nicht in 15 Minuten nach Bonn, schon gar nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Deshalb ist es wichtig, dass die Parkhäuser gut erreichbar sind und die Idee hinter dem Cityring war und ist es, genau das zu ermöglichen. Die eigentliche Innenstadt ist ja schon lange nahezu autofrei.

    Der GA widmet sich heute in einem neuen Artikel (GA+) dem Baufortschritt des Rheinpalais am Bonner Bogen. Bauherr Ewald Hohr wehrt sich darin gegen Gerüchte, auf der Baustelle des II. BA herrsche Stillstand. Allerdings soll nach seiner Aussage mit dem Hochbau erst begonnen werden, wenn die Verträge mit Mietinteressenten unterschrieben sind. Die Bodenplatte ist inzwischen fertiggestellt, so dass sich derzeit auf der Baustelle de facto wenig tut.


    Viele Erfahrungen, die er mit dem I. BA gesammelt habe, sollen laut Hohr in den II. und III. BA einfließen. Besonders die technische Ausstattung habe man verbessert, z.B. die Be- und Entlüftungstechnik der Tiefgarage, das Frischluftsystem in den Büroräumen und den Hochwasserschutz. Das habe Zeit benötigt. Durch den weiter schwelenden Rechtsstreit mit der Stadt um Schadenersatz für die Beseitigung von Altlasten soll das Bauvorhaben nicht verzögert werden.


    Der I. BA. ist mittlerweile fertiggestellt. Laut Hohr sind aktuell 30% der Mietfläche belegt und die ersten Mieter (Fraunhofer-Institut, Niedax) bereits eingezogen. Für die dunklen Tagesstunden wurde ein (wie ich finde) ansprechendes Beleuchtungskonzept entwickelt.


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    Beleuchtungskonzept (Villa Rosa)/ © Hohr AG

    In diesem GA-Artikel (GA+) von vergangenem Dezember habe ich zuletzt darüber gelesen. Dort wird eine Postsprecherin zitiert, dass man bezüglich des Neubaus an der Baunscheidtstraße noch "mitten im Prozess vielfältiger Abstimmungen" sei und daher keine weiteren Details zur Verfügung stellen könne. Aber: eine Büroflächenreduzierung sei derzeit „kein Gegenstand der Planungen" bei der Post/DHL.


    Zum Entwurf ist weiterhin offiziell nichts bekannt.