Beiträge von rec

    "Südspitze" Mehlem

    Auf dem Grundstück Mainzer Strasse/ Remagener Strasse (B9), gegenüber dem Mehlemer Bahnhof (Google Maps), errichtet die HAFA Unternehmensgruppe zwei Neubauten mit Büros, Handelsflächen und Wohnungen. Darüber berichtete der General-Anzeiger am vergangenen Freitag in seiner Printausgabe. In einem ersten Bauabschnitt entsteht ab September unmittelbar an der Kreuzung ein keilförmiges Bürogebäude mit vier Voll- und zwei Staffelgeschossen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2022 vorgesehen. Als Hauptmieter wird die dormakaba Deutschland GmbH den Neubau beziehen, die derzeit in einem Bestandsgebäude im südlichen Grundstücksteil ansässig ist, das nach Fertigstellung des I. BA abgerissen wird. Dort entsteht im Anschluss ein U-förmiges Gebäude mit 80 bis 90 Miet- und Eigentumswohnungen. In die Erdgeschosse wird ca. 500 qm Handelsfläche integriert. Im Untergrund entsteht eine Tiefgarage mit 180 Stellplätzen für Autos und weiteren für Fahrräder.


    Link zur HAFA mit Exposé.



    Ansicht Remagener Straße

    200630_pxl_hafa_auc397gkqw.jpg


    Ansicht Mainzer Straße

    200630_pxl_hafa_auc390jjlc.jpg

    Bildquelle: HAFA Unternehmensgruppe

    Um nochmal auf das Thema Begrünung beim Projekt "Urban Soul" zurück zu kommen: der BBB hat hierzu ganz aktuell im Planungsausschuss eine große Anfrage gestellt (hier im Ratsinformationssystem). Es wird auf einen alten Ratsbeschluss zur Dachbegrünung (DS-Nr. 0912064EB10) verwiesen. Interessant ist die Stellungnahme der Verwaltung dazu.


    Weder für das Hotelgebäude noch für das Lifestyle-House seien in den zur Genehmigung eingereichten Bauplänen eine Dach- bzw. eine Fassadenbegrünung vorgesehen gewesen. Eine solche sei durch die Baugenehmigung auch nicht gefordert gewesen und habe auch nicht gefordert werden können.


    Im Übrigen sei die Fassade das Ergebnis eines Wettbewerbs (na ja!), so dass eine Begrünung der Fassade diesem entgegenstehen würde. Das Parkhaus habe eine lärmoptimierte Fassade erhalten, deren Wirksamkeit durch eine Fassadenbegrünung beeinträchtigt würde.


    Der Kaufvertrag enthalte ebenfalls keine Verpflichtung des Investors zu einer Dach- oder Fassadenbegrünung.


    Der angesprochene Ratsbeschluss zur Dachbegrünung sei nicht einschlägig, da er sich auf Bebauungspläne beziehe. Die Bebauung des sogenannten Nordfeldes liege jedoch nicht innerhalb des Geltungsbereichs eines qualifizierten Bebauungsplanes.


    Frage: warum hat die Politik nicht vor den Verhandlungen mit dem Investor eine Dach- bzw. Fassadenbegrünung explizit gefordert?

    Neubau Viktoriabrücke

    Seit vergangenem Montag ist die neue Osthälfte der Viktoriabrücke für den Verkehr freigegeben. Nun stehen die Arbeiten für Abriss und Neubau der Westhälfte an. Das Gesamtprojekt einschließlich Bau der Rampe zur Thomastraße sowie der neuen Unterführung für Fußgänger und Radfahrer soll Stand heute bis Ende 2021/ Anfang 2022 abgeschlossen sein (ich glaube dran, wenn's soweit ist).


    Die Gesamtkosten betragen mittlerweile mindestens 45 Mio. Euro, 2012 hatte ein externes Büro noch 25 Mio. Euro veranschlagt. Als Grund für die entstandenen Kostensteigerungen nennt die Stadt "u.a. geänderte, gestalterische Vorgaben und zusätzliche vorab nicht absehbare Leistungen (z.B. Neubau der Rampenwände, Verlegung eines Stauraumkanals und nachträglich angemeldete Leistungen für die Deutsche Bahn) sowie die rasante Entwicklung der Baupreise in den vergangenen Jahren".


    Mehr zum Projekt "Viktoriabrücke" hier auf den Seiten der Stadt Bonn.


    Pressebericht im General-Anzeiger, 29.06.2020: Erste Hälfte der Viktoriabrücke ist fertig



    Westbahn (ehemals Hardtbergbahn)

    Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montag letzter Woche mehrheitlich einem gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen und FDP (hier im Ratsinformationssystem) zugestimmt, wonach die Verwaltung die geplante Straßenbahnlinie zum Hardtberg (jetzt Westbahn genannt) auf Grundlage der Variante C1 der bereits durchgeführten Machbarkeitsstudie weiterplanen soll.


    Die Variante C1 sieht vor, die neue Straßenbahnlinie an der Haltestelle Thomas-Mann-Straße aus der Bestandsstrecke auszufädeln und über die Rabinstraße und durch eine neue Unterführung unter der DB-Strecke zur Endenicher Straße zu führen. Von dort soll es immer weiter geradeaus entlang der B56 (Hermann-Wandersleb-Ring) bis zur Provinzialstraße gehen. Vorgesehen ist, auf voller Streckenlänge einen besonderen Bahnkörper anzulegen, d.h. die Schienentrasse durch bauliche Maßnahmen vom übrigen Verkehr zu trennen. Die geplante Streckenlänge des I. BA beträgt ca. 3,7 km.


    Die weitere Planung soll in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Bonn erfolgen. Die Verwaltung soll Möglichkeiten zur Anbindung des Uni-Campus Poppelsdorf per Stichstrecke an die Westbahn samt Förderfähigkeit prüfen. Außerdem soll mit der Planung für den II. BA bis zur Südwache des BMVg auf dem Brüser Berg begonnen werden.

    ---------------------------------------------------------------


    Ich bin skeptisch. In einem Netz, das auf einen zentralen Knoten (Hbf.) ausgerichtet ist, eine neue Straßenbahnlinie an diesem Knoten quasi vorbei zu planen, ist bestenfalls als mutig zu bezeichnen. Die Stadtbahn wird über die nördliche Verteilerebene der U-Haltestelle "Hauptbahnhof" zwar gut angebunden. Aber der ZOB bleibt links liegen und die Wege zu den Bahnsteigen im Hbf. werden sehr lang. Keine gute Lösung!


    Was eine mögliche Anbindung des Uni-Campus in Poppelsdorf per Stichstrecke angeht, die wohl über den Wesselbahnweg erfolgen würde, sehe ich längere Fahrzeiten (Umweg, Umsteigezwang) und die Schwierigkeit, diese in ein vernünftiges Betriebskonzept einzubinden. Wo soll diese "Uni-Bahn" denn hinfahren, nur bis zum Hbf.?


    Ich sehe hier dasselbe Problem wie bei den Neubauten vor dem Hbf.: die Politik will ein Vorhaben, dass seit Jahrzehnten nicht weiter kommt, endlich entscheidend voranbringen (hier v.a. vor dem Hintergrund der postulierten Verkehrswende und des Klimaschutzes) und trifft überstürzte Entscheidungen, die nicht gut sind. Natürlich fürchtet man den Widerstand wohlhabender Bürger in der Weststadt, aber hey, in erster Linie haben die Ratsfraktionen in der Vergangenheit gegeneinander gearbeitet, weil sie von ihren ideologisch motivierten Positionen (z.B. ober- <> unterirdische Lösung) nicht lassen konnten. Jetzt wird eine Variante präferiert, bevor überhaupt das Ergebnis der NKU zu den einzelnen Varianten vorliegt.


    Sei's drum, mehr zum Projekt "Westbahn" und den einzelnen Varianten gibt's hier (Stadt Bonn).


    e99bcbd1ce4e8ae8078fe62kri.jpg

    Variantenübersicht - Bildquelle: Stadt Bonn

    Als erster Baustein der Projektentwicklung "Hybrid Park" in Ehrenfeld wurde Anfang Juni ein 158-Zimmer-Hotel der Marke B&B eröffnet. Baustart für das Hotelprojekt war Anfang Juli 2019. Es ist das sechste Haus der Budget-Hotelgruppe in Köln. Investor, Bauherr und Projektentwickler ist die LIG Lammerting Immobilien Gruppe.


    Quelle: Deal-Magazin, 05.06.2020

    Ergänzend zu dem Beitrag oben (#254), so soll Brücke über die Nordunterführung aussehen (zur Abwechslung sieht das mal ganz schick aus, wie ich finde):


    49e53c2b732e132b9c26e2kkvz.jpg

    Bildquelle: Bundesstadt Bonn


    Vorgesehen ist eine Bogenbrücke, die auf den bestehenden Stützwänden der Nordunterführung aus den 1930er Jahren aufbauen wird. Diese können konstruktiv als statische Widerlager genutzt werden. Der parabelförmige Stabbogen, der die Stegkonstruktion einseitig den DB-Gleisen abgewandt tragen soll, wird um 20 Grad gegen die Herwarthstraße geneigt. Auf diese Weise können die Sicherheitsabstände zur Fahrleitung der DB eingehalten werden. Die neue Brücke soll rund 350.000 Euro kosten.


    Quelle: Pressemeldung Stadt Bonn

    Der Bürokomplex THE SHIP ist fertiggestellt und voll vermietet. Neben FOND OF gehören der Start-up Accelerator xdeck, GATEWAY (Exzellenz Start-up Center der Universität Köln), die B+D Agenturgruppe und die DÄLKEN Ingenieurgesellschaft zu den Mietern. Zur Besonderheit des Gebäudes zählen Angebote wie Restaurant, Gym, KiTa und eine Kaffeebar mit Dachgarten, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen.


    Quelle: Deal-Magazin, 23.06.2020



    the_ship_fertig5sjzu.jpg

    © FOND OF

    Neue VEBOWAG-Unternehmenszentrale


    An der südlichen Godesberger Allee, unweit der Tunneleinfahrt, baut die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG, kurz VEBOWAG, ihre neue Unternehmenszentrale (Google Maps). Der Neubau ist notwendig, weil am jetzigen Standort an der Baunscheidstraße die Deutsche Post ihre neue DHL-Zentrale errichten will. Der Entwurf des Büros BauWerkStadt Architekten sieht einen laut Selbstbeschreibung "kompakten, klar strukturierten Baukörper" (trifft es ganz gut) mit einer Fassade aus zweischaligem Mauerwerk vor, die im Bereich der Fensteröffnungen zurückspringt und damit eine gewisse Plastizität erzeugt. Das Gebäude soll flexibel nutzbar sein und erhält eine Tiefgarage. Darüber sind zur B9 hin vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss vorgesehen, zur rückwärtigen Wohnbebauung ein Vollgeschoss weniger. Die Bauarbeiten haben begonnen, die Fertigstellung ist für das kommende Jahr geplant.


    Mehr Infos: BauWerkStatt Architekten Bonn



    Nebenan in der Hausnummer 18 befand sich übrigens bis 1990 die Ständige Vertretung der DDR, später dann noch die Landesvertretungen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Das Gebäude steht noch.


    b19-005_godesbergeralu3k15.jpg


    b19-005_godesbergeralkeja6.jpg

    © 2020 BauWerkStadt Architekten Bonn

    In der vergangenen Woche wurde zwischen der Stadt Köln und dem Stadtentwickler moderne stadt GmbH eine sogenannte „Abwendungs- und Entwicklungsvereinbarung“ nach Städtebaurecht abgeschlossen. moderne stadt (gehört jeweils zur Hälfte der Stadt Köln und der Stadtwerke Köln GmbH) verpflichtet sich darin zur zügigen Entwicklung des Areals des Deutzer Hafens entsprechend den Zielen der Stadt Köln. Ab kommendem Jahr soll das Projekt dann sichtbar Fahrt aufnehmen. Dann werden die letzten gewerblichen Nutzer aus dem Hafen ausziehen, so dass mit der Baureifmachung der Baufelder begonnen werden kann.


    Quelle: Deal-Magazin, 19.06.2020


    Eine schöne Übersicht zur Projektentwicklung Deutzer Hafen gibt's hier auf der Webseite der Stadt Köln oder hier bei moderne Stadt.

    "The Loop" taucht jetzt auf der offiziellen MAG-Webseite auf (http://asbeck.com/de/immobilien/theloop/). Wie bei "GreenGate" gibt es einen Projektflyer, den man dort herunterladen kann.


    @rob,

    was du schreibst zu der Achse vom Trajektknoten hin zum Post Tower unterstreiche ich sofort. Während der Post Tower von Norden aus gesehen, z.B. von der Kennedybrücke, durch den Langen Eugen, Marriott Hotel etc. "geerdet" wird, fällt seine relative Massigkeit und Breite negativ auf, wenn man die B9 von Süden kommend in Richtung Innenstadt fährt. Hier würden die "Twisters" z.B. optisch schön als Korrektiv wirken und die Baumasse des Post Towers wie ein "Wellenbrecher" in den Stadtraum ableiten. Der Wirkung des Post Towers als Landmarke würde das nun auch wirklich keinen Abbruch tun.


    Und ja, der Bedarf dafür wäre vorhanden. Der Bonner Büromarkt war in den vergangenen beiden Jahren sehr vital, der Gesamtflächenumsatz lag bei jeweils deutlich über 100.00 qm. Die Coronapandemie hat hier zwar erstmal für einen Dämpfer gesorgt, aber das Angebot an hochwertigen Büroflächen ist knapp. Von daher finden solche Flächen am Markt ihre Abnehmer.


    Ich bin auch enttäuscht, dass hier - im wahrsten Sinne des Wortes - wieder große Chancen liegen gelassen werden. Letztlich macht der Entwurf für "The Loop" aber m.E. das beste aus der Situation. Die Architektursprache sorgt für die notwendige Adressbildung, das ist bei den "Mansteinkisten" von vor zehn oder zwölf Jahren, die alle gleich aussehen, noch ganz anders. Die Anzahl von drei Untergeschossen ermöglicht es, den Innenhof in die -1-Ebene zu verlegen und das 1. UG zur Hälfte für Büroflächen zu nutzen. Das ist nicht ungeschickt. Nicht zu vergessen die Dachterrasse, von der die künftigen Mieter den Blick aufs Siebengebirge und die Skyline genießen können. Das wirkt alles gut durchdacht.


    Was man generell sagen muss, Asbeck schafft es, für seine Objekte Top-Mieter aus der freien Wirtschaft zu gewinnen (z.B. Deutsche Post DHL, Huawei, LeanIX) und entsprechend hohe Mieten zu erzielen. Das finde ich einen durchaus wichtigen Aspekt, entspricht es doch auch den Zielen der neuen Rahmenplanung, im Bundesviertel einen "krisensicheren und innovationsförderlichen Branchenmix" zu etablieren (Punkt 4 b. Nutzungskonzept). U.a. sollen "hochwertige Bürostandorte mit Lagequalitäten" gesichert und neu erschlossen werden. Dieses Potenzial zu heben wäre mit Projekten wie "The Curve" oder "Twisters" optimal möglich gewesen. Es ist schade, dass man sich nicht aufeinander zu bewegen konnte. Das Tischtuch scheint komplett zerschnitten zu sein. Auch das Schweigen und Handeln der Politik ist befremdend, irritierend. Immerhin geht es hier um Investitionen im wohl dreistelligen Millionenbereich und nicht zuletzt auch um die Zukunft der Stadt.

    ^Dem Investor will ich gar nicht mal einen Vorwurf machen. Wie du sagst, wäre es Aufgabe der Politik gewesen, der Verwaltung entsprechende Vorgaben für die inhaltliche Vertragsgestaltung mit dem Investor zu geben. Man hatte ja alle Optionen, die Grundstücke waren in städtischer Hand. Die Politik scheint aber in erster Linie "geil" darauf gewesen zu sein, nach jahre- und jahrzehntelanger Planungsgeschichte dieses Bauvorhaben endlich anzuschieben.


    Anders ist es nicht zu erklären, dass für die Gestaltung dieses Areals lediglich ein Bieterverfahren durchgeführt wurde und kein zusätzlicher städtebaulicher bzw. Architekturwettbewerb, wie bei solchen Projekten üblich. Nun dürfte es zu spät sein, um etwas zu retten. Der Investor macht Residualkosten in Millionenhöhe für die Baureifmachung der Grundstücke geltend, weil die Verträge von der Verwaltung anscheinend auch fachlich mangelhaft ausgestaltet wurden. Die Stadt verliert also bereits viel Geld und den Investor wird man vor diesem Hintergrund nicht dazu bringen können, auf eigene Kosten seine Fassaden schöner zu gestalten.

    Aus "The Curve" wird "The Loop"

    Das Bürohaus "The Curve", hier in dem von CPK_Bonn entdeckten Animationsfilm dargestellt, wird nicht gebaut. Das Immobilienunternehmen Larbig & Mortag vermarktet derzeit ein Bürogebäude mit dem Namen "The Loop", das auf dem für "The Curve" vorgesehenen Bauplatz in der Fritz-Schäffer-Straße, offenbar auf den Grundstücken Nr. 11 und 13 (Google Maps), gebaut werden soll. Die Visualisierungen zeigen ein gefälliges fünfgeschossiges Bürohaus mit dunkler Klinkerfassade und runder Formensprache, welche ihm wohl den gewünschten Wiedererkennungswert geben soll. Dem Anzeigentext nach sind eine zweigeschossige Tiefgarage mit 80 Stellplätzen und knapp 4.200 qm Bürofläche geplant. Der Baubeginn ist für Anfang 2021 vorgesehen - zuvor muss der Bestand niedergelegt werden - , die Fertigstellung für das dritte Quartal 2022.

    --------------------------------------------------


    Die Umplanung ist Konsequenz der kürzlich beschlossenen Rahmenplanung für das Bundesviertel, mit der die von Marc Asbeck (MAG - Grundbesitz Bonn) geplanten Bauvorhaben politisch schlichtweg vom Tisch gewischt werden. Das Projekt "Twisters" an der Franz-Josef-Strauß-Allee wird leider das gleiche Schicksal ereilen wie "The Curve". Wie zu hören ist, soll auch dort demnächst eine neue, mit der Rahmenplanung kompatible, Beschlussvorlage in die politischen Gremien eingebracht werden. Ich verlinkte dazu hier nochmal das sehr interessante und informative Interview mit Herrn Asbeck im General-Anzeiger aus dem vergangenen Jahr. Man kann ja zu Herrn Asbeck stehen wie man will - er ist nicht einer der erfolgreichsten Immobilienunternehmer der Stadt, weil er sein Handwerk nicht versteht. Es ist doch nicht mehr nachvollziehbar, dass Verwaltung und Politik am Bahnhof - mit Verlaub - vollkommenen Bockmist in Beton gießen lassen und Herrn Asbeck, aber auch anderen Investoren, ohne erkennbaren Grund Steine in den Weg gelegt werden. "The Loop" ist sicherlich ein gefälliger Architekturentwurf, der keinem weh tut, aber auch nichts, was das Bundesviertel oder gar die ganze Stadt endlich mal einen Schritt weiter bringt.



    Ansicht Fritz-Schäffer-Straße:

    32492-lang5_bueroneubspkp3.jpg


    Nachtansicht:

    32492-lang6_neubaupro90j43.jpg


    Innenhof:

    32492-lang4_bueroprojkgk7u.jpg

    © MAG - Grundbesitz Bonn/ Bildquelle: Larbig & Mortag Immobilien GmbH

    Bundesregierung bewirbt sich mit Bonn um Europäische Wetterbehörde

    Bonn könnte Standort einer weiteren internationalen Organisation werden. Konkret geht es um eine zusätzliche Niederlassung des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW). Das EZMW hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und benötigt aufgrund des Brexits eine zusätzliche Niederlassung im Gebiet der EU. Wie jetzt bekannt wurde, wird sich die Bundesregierung mit Bonn als Standort für die neue Niederlassung bewerben. Als weitere Bewerberländer werden Österreich und Frankreich genannt.


    Die Entscheidung über den künftigen Sitz der Organisation wird der EZMW-Rat voraussichtlich im kommenden Dezember treffen. Fiele die Entscheidung für Bonn aus, ist vorgesehen, dass die ersten Beschäftigten im ersten Halbjahr 2021 nach Bonn kommen und zunächst an einem Interimsstandort ihre Arbeit aufnehmen. Später soll auf einem bundeseigenen Grundstück an der Ludwig-Erhard-Allee nahe dem Umweltministerium (Google Maps) ein Neubau für bis zu 320 Mitarbeiter entstehen. Manche werden sich erinnern, das Grundstück war vor Jahren als Standort für einen Neubau des "Green Climate Fund" vorgesehen (mehr dazu hier). Diese Standortentscheidung ging seinerzeit leider zugunsten von Südkorea aus.


    Sollte Bonn mit seiner Bewerbung beim EZMW erfolgreich sein, soll der Umzug in der zweiten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen sein. Ob der geplante Neubau dann schon fertig wäre, bleibt in der offiziellen Pressemeldung der Stadt etwas unklar. Für Bonn wäre eine erfolgreiche Bewerbung natürlich eine feine Sache und eine gute Ergänzung u.a. zum UN-Klimasekretariat. Vom neuen Standort aus sollen zunächst die Aufgaben ausgeführt werden, die das EZMW im Rahmen des EU-Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" übernimmt, einem Programm zur Beobachtung und Anpassung an den Klimawandel: der Copernicus Climate Change Service und der Copernicus Atmosphere Monitoring Service.


    Siehe dazu: Pressemeldung Stadt Bonn, 15.06.2020


    Informationen zum EZMW:

    www.ecmwf.int



    Presseberichte:

    GA: Europäische Wetterbehörde könnte nach Bonn kommen

    Express: Profitiert Bonn vom Brexit? Europas Wetterbehörde könnte nach Bad Godesberg ziehen



    ---------------------------------------------------------------------


    Weil's so schön war: so sollte damals der Neubau des "Green Climate Fund" aussehen. Es ist kein(!) aktueller Entwurf! Vielleicht kann man aber den Entwurf von LAVA reaktivieren? Eher unwahrscheinlich ist es, aber zumindest bezogen auf das notwendige Bauvolumen würde es passen.


    croppedimage755510-latljmw.jpg


    croppedimage755510-fiupj7r.jpg

    © LAVA

    ^Schließe mich euren Kommentaren an. Die öde Parkhausfassade hätte z.B. mit einer Begrünung für das Auge viel angenehmer und abwechslungsreicher gestaltet werden können - vom ökologischen Mehrwert abgesehen (hier einige Beispiele dafür, wie so etwas ausschauen kann). Und die Straßenbäume würden mit klassischen Baumbeeten auch mehr hermachen.

    Heute, Montag 18.05., wird das neue Parkhaus an der Rabinstraße, Teil des Projekts "Urban Soul", eröffnet. Das Parkhaus hat gut 250 Stellplätze, wird 24 Stunden am Tag geöffnet sein und wird von der Bonner City Parkraum betrieben. In einigen Wochen kommt noch das integrierte Fahrrad-Parkhaus mit Platz für 200 Räder hinzu. Um den Zugang vom Parkhaus zum Bahnhof zu erleichtern, baut die Stadt außerdem eine Brücke über die Nordunterführung zu Gleis 1.


    General-Anzeiger: Montag eröffnet das neue Parkhaus am Hauptbahnhof

    Express: Autofahrer können aufatmen: Neues Parkhaus in der City



    Technisch gesehen sind das Parkhaus und das benachbarte sogenannte "City Office" mit Büros und Gewerbeflächen bereits seit Ende April fertiggestellt und an die späteren Nutzer übergeben. Bezogen werden die Flächen im "City Office" erst im Laufe des Juni. Hauptmieter dort mit ca. 3.000 m2 Büro-, Tagungs- und Eventfläche ist Design Offices (Co-Working-Anbieter) mit dem zweiten Standort in Bonn neben dem Neuen Kanzlerplatz. Ins Erdgeschoss ziehen designfunktion (derzeit an der Sandkaule) mit einem Showroom für Büro- und Wohnwelten sowie ein Küchenstudio der Marke bulthaup. Mehr zu den Mietern hier.


    Ein paar Bilder will ich nicht vorenthalten. Begeisterung ob der Architektur will sich bei mir zumindest nicht so recht einstellen. Gut, die Rabinstraße ist ohnehin ziemlich vermurkst.


    95540329_16033114264836jmj.jpg


    95140086_160331139648qwjw8.jpg


    95149455_160331140981jqkqi.jpg

    Bildquelle: die developer Projektentwicklung, via Facebook

    ^Das Bundesbüdchen ist seit heute Morgen wie geplant zurück am Platz der Vereinten Nationen, Ecke Heussallee. Nun kann die Sanierung beginnen, die etwa drei Monate dauern wird. Eigentümer ist übrigens der Förderverein "Historischer Verkaufspavillon", nicht die Stadt, der das Büdchen saniert und an die Bäckerei Mauel verpachtet.


    GA: Das Bundesbüdchen ist zurück im Regierungsviertel (Registrierung notwendig!)

    Express: Bonner Kult-Kiosk "schwebt" im Bundesviertel ein

    ^Gut, dass Radfahrer und Fußgänger zukünftig mehr Platz bekommen. Der Steg auf der Brückensüdseite ist leider wirklich viel zu eng für den heutigen Verkehr.


    Was ein bisschen bitter ist: nach dem Krieg standen nicht nur noch die wunderbaren Brückentürme, sondern auch die linksrheinische Straßenrampe war noch vorhanden, wie auf dieser alten Aufnahme aus den 1950er Jahren zu sehen. Die Rampe wäre heute perfekt und ausreichend dimensioniert für Rad- und Fußgängerverkehr. Aber es ist wie es ist. Ich hoffe, dass man sich zumindest für eine filigrane Lösung für die Fahrradrampe, möglichst in Spindelform, entscheidet.

    The Cubes

    Auf den Grundstücken Mackestraße 26 bis 28 unweit des AB-Kreuzes Bonn-Nord (Google Maps) entstehen mehrere dreigeschossige Wohnhäuser mit dem passenden Namen "The Cubes". Anstelle eines offenbar bereits abgebrochenen Gewerbe-/ Bürogebäudes werden 38 Wohnungen und 42 Microapartments samt Tiefgarage errichtet. Der Baubeginn ist bereits erfolgt, bis Mitte 2021 soll alles fertig sein. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von gut 20 Millionen Euro (Pressemeldung Vetter & Partner).


    l51358758_gdjkwn.jpg


    l62440723_gj9kf8.jpg

    © Vetter & Partner


    Jetzt ist es endlich soweit. Am kommenden Sonntag wird das sogenannte "Bundesbüdchen", der berühmte denkmalgeschützte Kiosk, der ehemals vor dem Bundestag stand, unweit seines ursprünglichen Standortes wiederaufgestellt. Im Anschluss wird der Kiosk zunächst denkmalgerecht saniert. Um die Sanierung und um Konzepte, die politische Dimension des Kiosks zu präsentieren, kümmert sich der Verein "Historischer Verkaufspavillon". Die Kosten für die Sanierung, den Wiederaufbau, Lagerung und Transport betragen rund 400 000 Euro, die über Zuschüsse der Stiftung NRW, der Deutschen Denkmalschutz-Stiftung, des Bundes und der Stadt Bonn sowie durch Spenden gedeckt werden. Pächterin des Büdchens, mittlerweile im Eigentum der Stadt, wird die Bäckerei Mauel. Der Kiosk musste vor 14 Jahren dem Erweiterungsbau des Kongresszentrums weichen und war seitdem eingelagert. Was lange währt...


    GA: Denkmalgeschützter Kiosk kehrt zurück (Registrierung notwendig!)


    Und hier ein kleiner Film.

    Abriss jugoslawische Botschaft - Neubau "Schlosshöfe Mehlem"

    Jetzt geht es auch der ehemaligen Botschaft Jugoslawiens in der Schloßallee in Mehlem (Google Maps) an den Kragen. An ihrer Stelle plant die 3L Projekt GmbH das Wohnquartier "Schlosshöfe Mehlem". Den diesbezüglich durchgeführten Planungswettbewerb hat kürzlich das Büro "RaumPlan" aus Aachen gewonnen.

    Deren Planungsentwurf sieht zwei korrespondierende "Höfe" beiderseits der Utestraße vor. Geplant sind die "Höfe" als Ensembles mit jeweils vier drei- bis viergeschossigen Baukörpern, die hofartig um einen begrünten, halböffentlichen Innenhof gruppiert werden. Der zur Mainzer Straße gelegene "Hof" wird auf einen eingeschossigen Sockel gesetzt, in dem ein Supermarkt mit angegliedertem Bäckerei-Café untergebracht wird. Rund 80 Wohnungen sollen so entstehen, davon zu 40% geförderte Wohnungen.


    Das mag ein Grund für die Schlichtheit der Architektur sein, die durchaus ein wenig aufregender hätte sein dürfen. Das städtebauliche Konzept kann aber überzeugen. Mehr Infos zum Siegerentwurf hier.


    Der zweitplatzierte Entwurf von URBANOPHIL.KOELN ist übrigens ganz ähnlich strukturiert.


    lageplanetkxp.jpg


    ansichtuij13.jpg

    Bildquelle: RaumPlan Aachen

    Der Projektentwickler SiebersPartner hat die noch verbliebene Fläche im nordwestlichen Clouth-Quartier, an der Ecke Niehler Str. und Xantener Str., erworben. Auf dem 12.500 qm großen Grundstück steht ein denkmalgeschütztes Ensemble mit Fabrik- und Verwaltungsgebäuden aus den 1920er bzw. 1950er Jahren. Dieses soll mit einer Mischung aus Wohnungen und Büro-, Kultur- sowie Veranstaltungsflächen revitalisiert werden. Dazu wird derzeit ein Architektenwettbewerb ausgelobt, der voraussichtlich im September entschieden wird.


    Zur Pressemeldung geht's hier entlang.

    Und so sieht's derzeit aus:


    2020-04-27_siebersparuikz6.jpg

    Bildquelle: SiebersPartner