Bauhaus Manifest 2026 - Diskussion

  • BAUHAUS MANIFEST 2026

    Des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

    Eine Intiative zur Unterstützung des in Dessau/Sachsen-Anhalt ansässigen Bauhauses von Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur sowie Kirchen, zur Unterzeichnung des Bauhaus-Manifests um ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität zu setzen:

    https://kulturstaatsminister.de/bauhaus-manifest-2026

    Es besteht die Möglichkeit sich in die lange Reihe der Unterzeichner einzureihen und das Bauhaus-Manifest persönlich zu unterstützen.

    https://adk.de/projekt/bauhaus-manifest-2026


    … ich denke das ist eine Ehrensache für jeden und jede Architekturinteressierte in Deutschland und speziel hier im DAF.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (21. August 2026 um 23:02)

  • Ich habe mich als Kunsthistoriker selbstredend eingetragen. Es ist beschämend, dass in Deutschland nach 90 Jahren Kunst und Kultur erneut befürchten müssen, als unerwünscht deklariert zu werden. Man muss die Architektur des Bauhauses nicht als schön und ästhetisch empfinden, um ihren Beitrag zu unserer Architekturgeschichte zu würdigen. Es gibt leider Architekturforen, in denen das leider ganz anders gesehen wird, was mich immer wieder entsetzt.

    2 Mal editiert, zuletzt von tegula (21. August 2026 um 19:53)

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    Es gibt leider Architekturforen, in denen das leider ganz anders gesehen wird, was mich immer wieder entsetzt.

    Dich da zu distanzieren ist dir sicher schwer gefallen. Wenn eine besonders geliebte Architektursprache allerdings in einem völlig intoleranten Geist heraufbeschworen werden soll, verliert diese, doch eigentlich wunderbare Architektur, jede Form von Schönheit.

    Wobei es mir auch deutlich leichter fällt als dir, Ästhetik in modernen Bauten zu entdecken. Ganz klar mein Vorteil. So ist auch Bauhaus nicht gleich Bauhaus, siehe z. B. das großartige Fagus-Werk.

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    Ich zitiere gerne aus einem Artikel, den ich 2024 verfasste: https://www.zeilenabstand.net/das-bauhaus-al…-kulturpolitik/

    Am 15.10.24 stellte die AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Irrweg der Moderne“ den Antrag (Drucksache 8/4681) zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Bauhaus. Zur Begründung des Antrags heißt es wörtlich:

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    • Historische Bausünden: Viele Gebäude im Bauhaus-Stil gelten heute als „Bausünden“, da ihre puristische Ästhetik und funktionale Reduktion oft nicht mit der Lebensqualität der Bewohner in Einklang gebracht wurden. Die Betonung auf Nüchternheit und Minimalismus führte häufig zu unpersönlicher Architektur, die als kalt, abweisend und unattraktiv wahrgenommen wird. Diese Kritikpunkte spiegeln sich bis heute in der Debatte über den Bauhaus-Stil wider, insbesondere in Bezug auf den sozialen Wohnungsbau und öffentliche Gebäude, die als „menschenfeindlich“ bezeichnet werden.
    • Fragwürdige Werte: Das Bauhaus propagierte eine universelle Ästhetik, die auf eine Vereinheitlichung von Kunst und Design abzielte. Dabei gingen individuelle und regionale Besonderheiten verloren. Die zugrunde liegenden Werte des Bauhauses, wie die radikale Vereinfachung und Funktionalisierung des Lebensumfeldes, widersprachen oft traditionellen und kulturell verankerten Vorstellungen von Wohn- und Lebensräumen. Diese pauschale Reduktion auf das Funktionale kann als Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt gewertet werden.
    • Ideologische Hintergründe: Hinter der Bauhaus-Bewegung standen politische und gesellschaftliche Ideologien, die insbesondere während der Leitung von Hannes Meyer eine klare Nähe zum Kommunismus aufwiesen. Meyers Ausrichtung führte zu einer Politisierung der Architektur und der Bauhaus-Lehre, was sowohl damals als auch heute zu Kontroversen führt. Es stellt sich die Frage, inwieweit eine solche Ideologisierung von Kunst und Architektur langfristig negative gesellschaftliche Auswirkungen hatte und weiterhin haben könnte.
    • Globale Verwertung als Einheitsbrei: Die internationale Verbreitung des Bauhaus-Stils führte zu einer Art globalem „Einheitsbrei“, in dem lokale Identitäten und architektonische Traditionen zunehmend verdrängt wurden. Der Bauhaus-Stil entwickelte sich zu einem globalen Trend, der oft als uniform und austauschbar kritisiert wird. Dies führte zu einer Verwässerung regionaler Eigenheiten und einer Standardisierung von Architektur und Design, die der kulturellen Vielfalt abträglich ist.

    Bereits der Titel des Antrags Irrweg der Moderne – für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bauhaus gibt die Schlagrichtung des Diskurses vor. Es geht um selektierende Kulturpolitik. Da überzeugt es wenig, wenn es einschränkend heißt, dass das Doppeljubiläum des Bauhauses in den kommenden Jahren als kunstgeschichtliches und historisches Phänomen zu würdigen sei, aber man eine „einseitige Glorifizierung“ ablehne.

    Die kritische Auseinandersetzung mit dem Bauhaus und einem Protagonisten findet in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße statt und nimmt dabei auch unbequeme Aspekte in den Fokus. Eine dreiteilige Ausstellung Bauhaus und Nationalsozialismus widmete sich 2024 der komplexen Beziehung zwischen der Kunstgewerbeschule und dem NS-Staat und bricht damit mit gängigen einseitigen Klischees. Sie enthüllte zum Beispiel, dass von 1200 Studierenden immerhin 188 der NSDAP beitraten, einige sogar in SA und SS mitwirkten. So war der Bauhausschüler Fritz Ertl beteiligt am Bau des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Und die Bauhaus-Galionsfigur Ludwig Mies van der Rohe entwarf ebenfalls für das NS-Regime, wie ein druckfrisches Buchprojekt belegt. Wenn die Antragsteller nun ein „seriöses und kulturgeschichtliches Gesamtbild“ in Hinblick auf das Bauhaus einfordern, stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, was genau sie damit meinen.

    Es ist anachronistisch, die Architektur der frühen Moderne aus der Sicht des 21. Jahrhunderts zu verurteilen, wie es die AfD-Fraktion tut. Vielmehr sind die Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit mit ihren vielschichtigen Krisen als Maßstab heranzuziehen. Das Bauhaus muss in seinem zeitgeschichtlichen Kontext betrachtet werden. Für die Zeit der Weimarer Republik war es im positiven Sinne revolutionär und zeigte Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen am Beginn der Moderne auf. Dies galt nicht nur für die Architektur, sondern umso mehr für das Design, speziell an Alltagsgegenständen von Möbeln über Wohnaccessoires bis zu Küchengeschirr, die bis heute nachwirken. Überhaupt war das Bauhaus keine Inselerscheinung, sondern ein herausragender Teil einer größeren Bewegung des Neuen Bauens und der Neuen Sachlichkeit.


    Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora urteilte zudem:

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    Der Rassenideologe Paul Schultze-Naumburg, seit 1930 Hochschuldirektor in Weimar, verteufelte das Bauhaus als „undeutsch“. Die Stuttgarter Weißenhofsiedlung diffamierte er als „Araberdorf“. Seine völkische Sicht auf das Bauen will die AfD am Freitag im Landesparlament von Sachsen-Anhalt wieder aufleben lassen.

    Wie es zu dieser Einschätzung gekommen ist, bedarf einer längeren Einordnung, die ich hier nicht in Gänze zitieren möchte. Ich verweise diesbezüglich ebenfalls auf meinen obigen Artikel.

  • Ich stimme zu, dass Kunst- und Lehrfreiheit verteidigt werden müssen, ebenso, dass Weltoffenheit und Toleranz wichtige Werte sind. Die Kulturpolitik der AfD lehne ich größtenteils ab und auch ihre Angriffe auf das Bauhaus sind nicht hilfreich.

    Die Verklärung des Bauhauses, die ich in dem Manifest durchaus erkenne, teile ich jedoch auch nicht. Diese ist weder in der historischen Bewertung, noch in der Gegenwart haltbar. Es waren ja sogar Museen und Institutionen wie die Klassik-Stiftung Weimar, die personelle Kontinuitäten zwischen Bauhaus und Nationalsozialismus aufgearbeitet haben, die sich nun von einer möglichen neuen Landesregierung bedroht fühlen.

    Abgesehen von der aktuellen Tagespolitik hat das Bauhaus - das ja in dieser Form auch nur ein Label ist für verschiedenste Strömungen - enormen Schaden angerichtet, der trotz vieler Bemühungen um Aufarbeitung und Korrektur immer noch unsere Stadtbilder und das Leben darin negativ beeinflusst.

    Es ist außerordentlich bedauerlich, dass es wieder einmal nur die AfD mit ihrem Gespür für populäre Themen ist, die das Unbehagen aufgreift.

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    Abgesehen von der aktuellen Tagespolitik hat das Bauhaus - das ja in dieser Form auch nur ein Label ist für verschiedenste Strömungen - enormen Schaden angerichtet, der trotz vieler Bemühungen um Aufarbeitung und Korrektur immer noch unsere Stadtbilder und das Leben darin negativ beeinflusst.

    Ich bin überzeugt, dass es ein Missverständnis ist, wenn man das Bauhaus für das Scheitern der Nachkriegsarchitektur in Deutschland verantwortlich macht. Das Bauhaus und die anderen Strömungen der Moderne in der Weimarer Republik sind im Kontext ihrer Zeit zu sehen, in der eine Verbesserung der Wohnverhältnisse eine wichtige soziale Aufgabe war. Dass dies allein aus Kosten- und Effizienzgründen nicht in überbordendem Historismus geschehen konnte, liegt auf der Hand. Auch die Jahre nach Kriegsende waren von der Notwendigkeit eines raschen Wohnraumausbaus gekennzeichnet. Was dann seit den 60ern folgte, ist die eigentliche Misere, hat aber mit Bauhaus nur bedingt etwas zu tun. Es ist nicht den führenden Köpfen der Schule anzulasten, dass es späteren Generationen von Architekten nicht gelungen ist, die Architektur so weiterzuentwickeln, dass sie passende und nachhaltige Antworten auf die Bedürfnisse unserer heutigen Gesellschaft geben konnte.

  • "Demokratiefeindliche Angriffe" ist also ein einzelner "Antrag zu einer kritischen Auseinandersetzung". Es geht demnach wieder einmal rein um Meinungen und Interpretationen. Da finde ich es bedenklicher, dass ein Staatsminister zum politischen Aktivisten wird.


    @Mods: Ich verweise hiermit auf Punkt 7 der RIchtlinien:

    Das Forum ist weder eine kostenlose Plattform für Werbung noch soll es der Bekanntmachung und Förderung von politischen Kampagnen, Bürger- und Anwohnerinitiativen oder Ähnlichem dienen.

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    Was dann seit den 60ern folgte, ist die eigentliche Misere, hat aber mit Bauhaus nur bedingt etwas zu tun. Es ist nicht den führenden Köpfen der Schule anzulasten, dass es späteren Generationen von Architekten nicht gelungen ist, die Architektur so weiterzuentwickeln, dass sie passende und nachhaltige Antworten auf die Bedürfnisse unserer heutigen Gesellschaft geben konnte.

    Das wird der Nachkriegsmoderne aber nicht ganz gerecht. Sie hat durchaus auch qualitätsvolle Bauten hervorgebracht, welche in unserer Gesellschaft allerdings meist mit der ganzen üblichen gebauten Soße der Nachkriegszeit in einen Topf geworfen werden. Aufgrund ihrer geringen Zahl verdienen diese Bauten eigentlich einen ganz besonderen Schutz. Prominentestes Beispiel ist hier vermutlich das wunderbare Blau-Gold-Haus in Köln.

    Hier in Hannover steht übrigens ein Gebäude optisch dem Blau-Gold-Haus nicht unähnlich, auch wenn es nicht ganz dessen Eleganz erreicht. Vor wenigen Jahren sollte es eine komplett neue Fassade erhalten und wurde dann quasi in letzter Minute unter Denkmalschutz gestellt. Überhaupt fallen mir in Hannover einige durchaus gelungene Nachkriegsbauten ein.

    Man muss immer berücksichtigen, dass es sich bei der Gründerzeit häufig um mehr oder weniger serielles Bauen gehandelt hat. Prunk für das Bürgertum halt. Das erforderte natürlich handwerkliches Können, aber weniger schöpferisches Talent.

    Anders bei der Nachkriegsmoderne. Hier fanden sich einfach zu wenig Architekten, die diese reduzierte Formensprache qualitätsvoll umsetzen konnten. Wenn man auf keinen erprobten Baukasten zurückgreifen kann, dann bleibt nur das persönliche schöpferische Talent. Dafür waren die meisten Architekten dann wohl doch zu sehr Techniker und zu wenig Künstler.

  • Das möchte ich auch nicht in Abrede stellen. Natürlich gibt es Nachkriegsbauten von Qualität. Aber wie du selbst anmerkst, gehen diese in der Masse belangloser und teilweise zerstörerischer Nutzarchitektur fast unter. Unsere Stadtbilder sind doch eher von gesichtslosen Beton- und Glasbauten geprägt, als von den Höhepunkten, die du hier ansprichst. Am problematischsten sehe ich zahlreiche Versuche, die Moderne und klassische Architektur in Kontrast zueinander zu setzen. Ich denke da zum Beispiel an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, das Libeskind in meinen Augen mit seinem Dekonstruktivismus die klassizistische Fassade des Bauwerks ad absurdum geführt hat.

  • … aber ich würde Dekonstruktivismus garnicht zur Nachkriegsmoderne als Stilrichtung genommen, rechnen. Wie Du schon richtig bemerkt hast, ist das in Dresden Dekonstruktivismus. Eine ganz eigene und spezielle Architekturrichtung, die zwar ihre Wurzel in den Wirren der Oktoberrevolution und danach speziell in der Sowjetunion der 20er Jahre hatte. Überhaupt fallen mir nur zwei wirklich prominente Vertreter dieser neueren Richtung ein, CoOp Himmelblau und Liebeskind.

  • Mir ist schon bewusst, dass es in der Nachkriegsarchitektur bis heute unterschiedliche Strömungen gibt. Ich bin aber vom Ansatzpunkt der Diskussion ausgegangen, der polarisierend klassische Architektur und "alles, was nach dem Krieg kam" gegenüberstellt. Für Letzteres verteufelt man in bestimmten Kreisen das Bauhaus und möchte die Zeit am liebsten zurückdrehen. Gegen diese vereinfachte Interpretation der Nachkriegsarchitektur richtet sich ja auch das obige Manifest, ohne es direkt anzusprechen.

    Kurzum: Ich habe das reduzierte Bild beibehalten, um in den Kategorien zu bleiben, die hier grundlegend waren für die Kritik am Bauhaus. Ob es ein dekonstruktivistischer oder ein brutalistischer Bau ist, der eine klassizistische Fassade verunstaltet, ist in dieser Diskussion zweitrangig. Ich habe alles unter Moderne subsummiert, auch wenn dies natürlich nicht sehr differenziert ist.

    Einmal editiert, zuletzt von tegula (1. September 2026 um 16:17)

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    Aber wie du selbst anmerkst, gehen diese in der Masse belangloser und teilweise zerstörerischer Nutzarchitektur fast unter.

    Definitiv richtig. Ihre Seltenheit macht sie meiner Meinung nach aber ganz besonders wertvoll. In Hannover fällt mir da kaum ein Dutzend Gebäude ein. Im Vergleich dazu ist die Stadt immer noch randvoll mit Gründerzeitlern. Daher finde ich es immer bedauerlich, wie wenig Wertschätzung diesen Gebäuden häufig entgegengebracht wird.

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    Am problematischsten sehe ich zahlreiche Versuche, die Moderne und klassische Architektur in Kontrast zueinander zu setzen.

    Generell finde ich das auch problematisch, erst recht wenn Architekten ihr Können maßlos überschätzen. Spontan fällt mir da der Anbau an Schloss Gottorf in Schleswig ein, der jetzt - zum Glück - doch nicht realisiert wird. Ist halt nicht jeder ein I. M. Pei.

    Über Liebeskind kann man sich streiten. Da viele seiner Bauten dann doch von hoher Qualität sind, kann ich mit dem Umbau des Militärhistorischen Museums in Dresden gut leben. Ich kann aber auch verstehen, wenn viele das ablehnen. Man gewinnt halt schnell den Eindruck der Architekt hätte keinen Respekt vor der Leistung seines Vorgängers.

    Das hat jetzt aber nun gar nichts mehr mit dem Bauhaus zu tun.

  • Ich war in Dessau und kenne die Meisterhäuser. Ich war in Weimar und kenne das Bauhaus Museum. Beide Besuche sind empfehlenswert für alle die sich mit Architketur, Design und deutscher Kulturhistorie beschäftigen wollen.

    Ein Politisierung, der Kunst- und Architekturrichtung wie jetzt geschehen durch den Manifest-Aufruf lehne ich ab. Eine Gleichsetzung der Bauhaus Bewegung mit Zitat: "Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen, die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation..." lehne ich ab.

    Allein die Bezeichnung "Moderne", die für das Bauhaus häufig in Anspruch genommen wird lehne ich ab. Die damalige Kunst-Richtung versuchte, die bereits seit Jahrzenten vorhandene nüchterne Architektur der Industriellen Fertigung in heimische Wohnkultur und Alltagsgegenstände zu übersetzen. Das kann man schätzen oder nicht.

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    Ein Politisierung, der Kunst- und Architekturrichtung wie jetzt geschehen durch den Manifest-Aufruf lehne ich ab.

    Durchaus legitim. Es handelt sich schon um ein sehr sehr ungewöhnliches Unterfangen.

    In diesem Zusammenhang auch sehr ungewöhnlich die regelmäßigen Äußerungen von Hans-Thomas Tillschneider. Hier muss dann wirklich jeder selber wissen wo er steht. Wovor er die Augen verschließen, oder was er verharmlosen möchte und generell was für eine Art Mensch er sein will.

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    Ein Politisierung, der Kunst- und Architekturrichtung wie jetzt geschehen durch den Manifest-Aufruf lehne ich ab. Eine Gleichsetzung der Bauhaus Bewegung mit Zitat: "Freiheit des künstlerischen Denkens, Offenheit gegenüber neuen Ideen, die Verbindung unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation..." lehne ich ab.

    Ich lehne diese Gleichsetzung ebenfalls ab.

    Die Erzählung vom Bauhaus als einer rein oppositionellen und verfolgten Design-Schule, ist ein Konstrukt der Nachkriegszeit. Sie unterschlägt die tiefe Verstrickung vieler Bauhaus-Vertreter im NS-System.

    Entgegen dem Mythos, das NS-Regime habe die Moderne konsequent abgelehnt, nutzten die Nationalsozialisten das funktionale Design und die moderne Typografie gezielt für ihre Zwecke – etwa in der Rüstungsindustrie, bei der Gestaltung von Alltagsgegenständen oder in der Kriegspropaganda.


    Siehe hierzu:

    https://www.baunetz.de/meldungen/Meld…ar_8577442.html

    https://www.klassik-stiftung.de/en/service/pre…onal-socialism/

    https://www.monopol-magazin.de/bauhaus-nation…-mystifizierung


    Siehe auch:

    Prof. Dr. Andreas Putz

    Die Entzauberung der Mythen hat begonnen: Noch einmal zum Bauhaus im Nationalsozialismus

    https://doi.org/10.11588/kc.2025.6.110862

  • … ich denke es wäre gut und der Diskussion hier förderlich wenn sich einige hier vielleicht mal die Mühe machten sich das BAUHAUS Manifest einmal durchzulesen.

    Das Austauschen geschmacklicher Allgemeinplätze, vorgebliche Naziverstrickungen etc. Sollen nur von der eigentlichen Diskussion ablenken und haben mit der heutigen Situation des Bauhauses als Studien- und Lehreinrichtung und deren weiterer Zukunft in einem möglicherweise von der AfD regierten Sachsen-Anhalt, nichts zu tun.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (1. September 2026 um 17:06)