Umgestaltung Odeonsplatz - Ludwigstraße [in Planung]

  • Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb mit Ideenteil zur Neugestaltung der Ludwigstraße und des Odeonsplatz ist entschieden. 12 Büros nahmen am Wettbewerb teil, nach Vorauswahl am 13.02. und nach Überarbeitung durch die drei verbliebenen Kandidaten, entschied sich das Preisgericht am 28.04. wie folgt:

    1. Preis: MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris mit PCA-STREAM, Paris
    2. Preis: TOPOTEK 1, Berlin
    3. Preis: IMI Levin Monsigny, Landschaftsarchitekten, PartGmbB, Berlin

    Übergeordnetes Ziel war die städtebauliche Anpassung an die Erfordernisse des Klimawandels (Begrünung, Entsiegelung) und die Stärkung des denkmalgeschützten Ensembles, um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität für Bürger und Touristen zu erhöhen.

    Grundlage für die Wettbewerbsentwürfe war damit die vom Stadtrat beschlossene und mit dem Denkmalschutz abgestimmte Musterlösung zur Neuaufteilung der Verkehrsflächen. Berücksichtigt wurden neben den diversen städtischen Referaten und dem Landesamt für Denkmalpflege, der Freistaat Bayern (Ministerien, Bauämter, Schlösser- und Seenverwaltung etc.), Anwohner, Gewerbetreibende, der VDA zwecks IAA und der Festring München e. V. (Oktoberfest Trachten- und Schützenzug).

    Realisierungsteil: Odeonsplatz bis Von-der-Tann-Straße

    Wesentliche Merkmale der Umgestaltung:

    • Reduzierung der Fahrspuren von sechs auf zwei (möglich da es seit dem Umbau des Altstadtringtunnels eine neue Verbindung zw. Ludwigstraße und Altstadtring gibt)
    • Erstmals Bäume (abgestimmt mit dem Denkmalschutz)
    • Einheitliche Pflasterung der Straßen
    • Radschnellweg

    Zeitraum: Ab 2032 nach Erneuerung des U-Bahnhofs Odeonsplatz.

    Ideenteil: Von-der-Tann-Straße bis LMU (Geschwister-Scholl-Platz) + Platz vor der Feldherrnhalle

    Wesentliche Merkmale der Umgestaltung:

    • Reduzierung der Fahrspuren von sechs auf vier
    • Erstmals Bäume (Sichtachsen auf St. Ludwig und die Staatsbibliothek bleiben frei)
    • Radschnellweg

    Zeitraum: Offen (je nach Haushaltslage)

    Ausführungen zum ersten Preis:

    Jury-Urteil:„Die Verfasserinnen des Entwurfes setzen sich das Ziel, die Ludwigstrasse als großzügigen Raum und städtischen „Saalplatz“ zu gestalten, der durch einen weitgehend durchgängigen Belag und kulissenartig gesetzte Baumhaine akzentuiert werden soll. Die Jury schätzt die Idee der trittsteinartig angeordneten, artenreichen Baumhaine, die dem Raum eine gestalterische Ruhe verleihen und zugleich inselartige, schattige und überwiegend unversiegelte Aufenthaltsbereiche schaffen. Den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern und Gästen in der Stadt wird dadurch die Gelegenheit zu geboten, den eindrucksvollen, historisch bedeutsamen Raum intensiv zu erleben. […]“

    Jury-Vorsitzende, Landschaftsarchitektin und Vorsitzende der Bundesarchitektenkammer, Andrea Gebhard: „Ich möchte der Landeshauptstadt München gratulieren, den mutigen Schritt gegangen zu sein, ein Ensemble von Weltrang so umzugestalten. Wir stehen vor der Frage der Klimaanpassung unserer Städte. Dieser Wettbewerb zeigt exemplarisch, wie es gelingen kann. Vor vielen Jahrzehnten entstand eine bis heute den Status quo abbildende Raumaufteilung der Ludwigstraße, die ganz auf den Straßenverkehr und das Auto fokussierte. Die vom international renommierten Pariser Büro MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL mit PCA-STREAM eingereichte Umgestaltungsidee überzeugt, weil sie den Raum von einem Transitraum in einen Aufenthaltsraum von höchster stadtgestalterischer Qualität umgestaltet. Im Schutz neuen Grüns verspricht dieser Ansatz eine entspannte Nutzung der hinzugewonnenen Aufenthaltsbereiche. Daraus erwächst nicht zuletzt auch eine Chance für das umliegende historische Ensemble. Es erfährt auf neue Art und Weise Wahrnehmung und die ihm gebührende Geltung.“

    Baureferentin und Sachpreisrichterin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Das Ergebnis des Wettbewerbes kann uns sehr zufrieden stimmen. Jede der ausgewählten Arbeiten hat es geschafft, der hochkomplexen Aufgabenstellung gerecht zu werden, die Entwicklungspotenziale für die Ludwigsstraße und den Odeonsplatz aufzuzeigen und dabei dennoch unterschiedliche Ansätze zu verfolgen. Mein Dank gilt allen Teilnehmerteams für ihre wertvollen Beiträge und den Mitgliedern des Preisgerichts für die engagierte und konstruktive Diskussion. Im Ergebnis können wir nun den Stadtrat mit einem Vorschlag zum weiteren Vorgehen befassen und die neue Oberflächengestaltung mit dem geplanten Umbau des U-Bahnhofs rechtzeitig bestmöglich verzahnen.“

    Visualisierungen der Plätze 1-3:

    Platz 1 (Michel Desvigne Paysagiste)

    Realisierungsteil
    Bild: https://i.ibb.co/nsB0svKz/p1-r4.jpg Bild: https://i.ibb.co/PsST4mCs/p1-r3.jpg Bild: https://i.ibb.co/KzV4R5s1/p1-r1.jpg

    Ideenteil
    Bild: https://i.ibb.co/fzShQbfK/p1-i2.jpg Bild: https://i.ibb.co/9ktfX4bj/p1-i1.jpg Bild: https://i.ibb.co/rRMY6tzH/p1-r2.jpg

    Platz 2 (Topotek 1)

    Realisierungsteil
    Bild: https://i.ibb.co/xSxSH4BF/p2-r2.jpg Bild: https://i.ibb.co/WWBCfD78/p2-r1.jpg

    Ideenteil
    Bild: https://i.ibb.co/kVvGBgR3/p2-i2.jpg

    Platz 3 (IMI Levin Monsigny)

    Realisierungsteil
    Bild: https://i.ibb.co/qLRdf8q8/p3-r1.jpg Bild: https://i.ibb.co/TxMphrpw/p3-r3.jpg Bild: https://i.ibb.co/HDwvfjtM/p3-r4.jpg

    Ideenteil
    Bild: https://i.ibb.co/vCvzQ71J/p3-i2.jpg Bild: https://i.ibb.co/KHD84SV/r3-i1.jpg Bild: https://i.ibb.co/20dxnBRp/p3-r2.jpg

    Bild: https://i.ibb.co/F4TJW4xs/p3-i3.jpg

    Das Baureferat zeigt alle eingereichten Entwürfe vom 26. Mai bis 7. Juni im Oskar von Miller-Forum (Oskar-von-Miller-Ring 25). Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 9 bis 20 Uhr, am Wochenende von 9 bis 17 Uhr. Eintritt ist frei.
    Anschließend sind die Entwürfe vom 9. bis 19. Juni in der Halle des Technischen Rathauses, Friedenstraße 40, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8 bis 19.30 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr. Eintritt ist frei.

    https://stadt.muenchen.de/infos/neugesta…wigstrasse.html


    Mein Senf: Längst überfällig. Und schön, dass man sich traut, hier etwas weiter vom technisch-bürokratischen Ansatz abzuweichen und nicht nur Autospuren reduziert, sondern auch etwas Gestaltung plant. Gleichwohl sind die auf den Visualisierungen gezeigten Bäume natürlich ferne Zukunftsmusik. Bis die so groß und schattenspendend sind, vergehen 50 Jahre. Vorausgesetzt sie erhalten ausreichend Erdreich. Wie auch immer: Seitdem der Bereich vor ein paar Jahren rund um das Siegestor (m.E. sehr gelungen) umgestaltet wurde, sehne ich mir eine Fortführung bis zur Feldherrnhalle nur noch mehr herbei. Die Ludwigstraße ist im Sommer schon mit dem Radl kaum auszuhalten: Saunabetrieb auf 1 m breiten Fahrradwegen, daneben Blechlawinen, Lärm und Stress pur. Der untere Abschnitt südlich der Von-der-Tann-Straße ist etwas angenehmer.

    Anthuan Der Bahnhof erstreckt sich inkl. aller Auf- und Abgänge bis zur Von-der-Tann-Straße. Eine vorzeitige Umgestaltung der Oberfläche ist damit nicht möglich, denn diese wird ja durch die Sanierung und Erweiterung des Bahnhofsbauwerks überhaupt erst "zerstört". Aus diesem Grund gibt es den Realisierungsteil, andernfalls wäre wohl das gesamte Vorhaben nur eine erste Idee geblieben. Oberirdisch erfordert der U-Bahnumbau große Baustelleneinrichtungsflächen, Auf- und Abgänge werden erneuert, ggf. sind Spartenverlegungen und Bauwerksabdichtungen von Außen (siehe Stachus) etc. notwendig. https://muenchenunterwegs.de/news/u-bahn-mo…latz-in-planung

    makx Orte funktionieren gut ohne Kommerz, wenn der Ort selbst die Attraktion ist oder Aufenthaltsqualität bietet. Beides kann die Ludwigstraße nach dem Umbau zweifellos bieten, wenn die vielen Autos, fehlende Sitzgelegenheiten und nahezu vollständige Versiegelung nicht mehr stören. Auf dem zusätzlichen Platz für Fußgänger können natürlich trotzdem unkompliziert mobile Streefood-Angebote mit Freischankflächen ermöglicht werden.

    (eigener Thread lohnt sich hier sicherlich)

    Einmal editiert, zuletzt von MiaSanMia (5. Mai 2026 um 15:43)

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    Anthuan Der Bahnhof erstreckt sich inkl. aller Auf- und Abgänge bis zur Von-der-Tann-Straße. Eine vorzeitige Umgestaltung der Oberfläche ist damit nicht möglich, denn diese wird ja durch die Sanierung und Erweiterung des Bahnhofsbauwerks überhaupt erst "zerstört". Aus diesem Grund gibt es den Realisierungsteil, andernfalls wäre wohl das gesamte Vorhaben nur eine erste Idee geblieben. Oberirdisch erfordert der U-Bahnumbau große Baustelleneinrichtungsflächen, Auf- und Abgänge werden erneuert, ggf. sind Spartenverlegungen und Bauwerksabdichtungen von Außen (siehe Stachus) etc. notwendig. https://muenchenunterwegs.de/news/u-bahn-mo…latz-in-planung

    Danke für die Ausführungen. Ich habe den U-Bahnhof nur bis zur Galeriestraße und nicht zur Von-der Thann-Straße verortet. Zudem hätte ich gedacht, dass der Platz vor den Ministerien (Finanz-/-des Inneren) mit Abzweigung Franz-Xaver-Schweyer-Str. nicht betroffen ist. Aber Du hast recht insofern, dass Baustelleneinrichtungsflächen oder auch Wegeführungen für Umleitungsstrecken während der Bauzeit mitgerechnet werden müssen. Da bleibt wohl dann doch zu wenig Fläche übrig, für die sich eine frühere Umgestaltung lohnt, wenn es überhaupt möglich wäre.
    Die Frage eröffnet sich nur, warum man nicht den nördlichen Teil bis zur Uni zeitlich vorziehen kann. Baubeginn allerfrühestens 2032, und für den nördlichen Teil noch später, finde ich halte einfach richtig frustrierend. Das hat aber auch mit mir ganz persönlich zu tun, sorry, wenn ich so privat werde. Wie viele Jahre/Jahrzehnte habe ich mich durch die Architektonisch zwar grandiose, aber ansonsten von Autoverkehr und Hitze nur stressige Straße durchgequält. Ich würde es halt einfach noch gerne genießen können in der jetzt geplanten Form.

    Danke für die sehr ausführlichen Dokumente und auch die Vorstellung der Plätze 2 und 3. Sehr interessant.

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    Die Frage eröffnet sich nur, warum man nicht den nördlichen Teil bis zur Uni zeitlich vorziehen kann.

    Technisch wäre das möglich, allerdings erlaubt laut SZ die Haushaltslage aktuell keine Umsetzung des nördlichen Abschnitts. Nüchtern betrachtet, handelt es sich hier zu einem guten Teil um ein Prestigeprojekt, das zumindest nicht primär auf sozialpolitische Effekte aus ist. Solche Projekte werden von der Stadt priorisiert, d.h. Straßenumbauten vor Schulen und Kindergärten, Orte mit erhöhter Unfallquote oder Straßen und Plätze, die unmittelbar für eine große Zahl von Anwohnern spürbare Besserung bringen, wie bspw. in den Stadtsanierungsgebieten Moosach und Neuperlach. Dazu kommt der per Bürgerentscheid geforderte Umbau des Altstadtrings, der bislang nur zu einem kleinen Teil vollendet ist, wobei bereits der erste Abschnitt einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag gekostet hat.

    Mir gefällt das auch nicht, wenn ich gleichzeitig sehe, dass die Stadt 130 Millionen Euro für die überwiegend brandschutztechnische Ertüchtigung des Altstadtringtunnels ausgeben musste, obwohl dort seit Eröffnung vor 50 Jahren absolut nichts passiert ist, was eine solche Investition, insb. die Trennwand, rechtfertigen würde. Für das Geld hätte man die Ludwigstraße fünfmal umbauen können. Aber gut, das ist nur meine persönliche Meinung. Feuerwehrler werden mir hier wahrscheinlich widersprechen.

    Wie auch immer: Eine Umsetzung des nördlichen Abschnitts hängt am Geld, daher ist die auch nicht an 2032 + geknüpft, sondern kann im besten Fall schon vorher starten (auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte).

  • Ich bin geschockt. Das ist mutwillige Zerstörung eines der schönsten Bauensembles Europas und das alles Aufgrund von Klimaideologie die der Realität nicht standhält. Kein Mensch braucht diese Veränderung aus Klimagründen, die Daten geben das bei unaufgeregter, kritischer Auswertung schlicht nicht her. Dass es im Sommer heiss ist - geschenkt, und für mich immer noch teil dessen warum Sommer schön ist. Links und rechts der Ludwigstrasse findet sich in Steinwurfreichweite Grün en masse, auf der einen Seite Hofgarten bis hoch zum Englischen Garten, und auf der anderen der begrünte Oscar von Miller Ring, dahinter die Wiesen der Pinakotheken und der Botanische Garten. Wenn heutzutage noch schöne Ensembles entstünden, wäre ich solchen Experimenten gegenüber aufgeschlossener. Aber lediglich die bestehenden zustellen - für eine von Ideologen definierte "Anforderung des Klimawandels" ist schlicht mal wieder rein grünes Dominanzgehabe.

  • ^ … na da hat die amerikanische Hälfte Deiner Aufenthaltswahrscheinlichkeit voll durchgeschlagen. Maga-ideologie pur würde ich sagen.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (9. Mai 2026 um 13:47)

  • Humphey Cordonnier

    So dominant wie dargestellt, werden die Bäume nicht aussehen - zumindest nicht in den ersten fünf Jahrzehnten. Bsp. Plätze vor der LMU: Auf dem Rendering sind dichte Baumkronen und darunter üppiges Gras zum Sitzen und Liegen zu sehen. Das wird in der Realität nicht funktionieren, da Gras unter dichten Baumkronen mangels Licht und Wasser nicht mehr sonderlich gut wächst und der Boden schnell zu harter Erde verkommt. Aber der ein oder andere zusätzliche Baum kann sicherlich auf den beiden Vorplätzen gepflanzt werden, sodass auch in Zukunft noch ausreichend Liegewiese für Sonnenliebhaber bleibt, die Gebäude nicht vollständig verstellt werden, aber zugleich auch schattige Plätzchen bei großer Hitze geschaffen werden.

    Was die Bäume entlang der eigentlichen Ludwigstraße angeht, bin ich noch zweigeteilter Meinung. Hier und dort kann ich mir den oder anderen Baum schon gut vorstellen (vor dem Tambosi, auf dem Odeonsplatz). Auf der anderen Seite würde ich es Schade finden, sollte die Architektur irgendwann durch zu viel Blätterwerk in ihrer Gesamtheit nicht mehr erlebbar sein. Denn die Besonderheit dieser Straße sind ja nicht die einzelnen Gebäude an sich, sondern ist die Wirkung, die sie zusammen entfalten.

    Inzwischen gibt es auch von unerwarteter Seite Kritik. Offenbar berücksichtigten die prämierten Entwürfe die vorab ausgearbeiteten Kriterien des Denkmalschutzes nicht hinreichend, auch wenn vom Baureferat als Wettbewerbsauslober nach der Jury-Entscheidung anderes verlautbart wurde. So wurde betont, dass wichtige Sichtachsen auf bestimmte Gebäude frei blieben, was nun laut Generalkonservator Mathias Pfeil gar nicht der Fall sei. Der monumentale Charakter der Straße ginge dadurch verloren. Der ausdrückliche Wunsch König Ludwig I. sei es jedoch gewesen, die Ludwigstraße durch die angrenzende Bebauung als Monumentalachse dominant in Erscheinung treten zu lassen.

    Auch aus der Politik kommt aus diesem Grund Kritik. CSU und FDP lehnen die Bäume in dieser Form ab, sprechen sich aber in den übrigen Punkten, d.h. auch bzgl. der Fahrspurreduzierung von 6 auf 2, für die Pläne aus (was für die CSU erstaunlich ist). In den sozialen Medien scheiden sich laut SZ die Geister.

    Das letzte Wort ist hier also noch nicht gesprochen, und bis zum Baustart vergehen ja noch ein paar Jahre. Bis dahin bleibt noch viel Zeit, sich über Anzahl und Standorte der Bäume Gedanken zu machen.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…itik-li.3478747

    Persönlich würde ich mir als Baumart Pappeln wünschen (so wie bei der Neugestaltung vor dem Siegestor), da diese schlank bleiben, dadurch auch im urbanen Raum eine gewisse Symmetrie beibehalten und schnell in die Höhe wachsen.

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    Ich bin geschockt. Das ist mutwillige Zerstörung eines der schönsten Bauensembles Europas und das alles Aufgrund von Klimaideologie die der Realität nicht standhält. Kein Mensch braucht diese Veränderung aus Klimagründen, die Daten geben das bei unaufgeregter, kritischer Auswertung schlicht nicht her. Dass es im Sommer heiss ist - geschenkt, und für mich immer noch teil dessen warum Sommer schön ist. Links und rechts der Ludwigstrasse findet sich in Steinwurfreichweite Grün en masse, auf der einen Seite Hofgarten bis hoch zum Englischen Garten, und auf der anderen der begrünte Oscar von Miller Ring, dahinter die Wiesen der Pinakotheken und der Botanische Garten. Wenn heutzutage noch schöne Ensembles entstünden, wäre ich solchen Experimenten gegenüber aufgeschlossener. Aber lediglich die bestehenden zustellen - für eine von Ideologen definierte "Anforderung des Klimawandels" ist schlicht mal wieder rein grünes Dominanzgehabe.

    Man kann and der Begründung der "Anforderung des Klimawandels" durchaus zweifeln. Ich kritisiere selbst durchaus auch zuweilen "linksgrüne Ideologien" - in diesem Fall aber halte ich diese Kritik für überzogen.

    Eine Begrünung ist allerdings auch aus optischen Gründen eine Verbesserung.

    Zudem ist die Aufenthaltsqualität ebenfalls gesteigert, wenn man an heißen Sommertagen unter Bäumen wandeln kann.

    Die ganze Ludwigstraße wirkt kahl - nicht wegen des Fehlens von Grün, sondern auch wegen des Fehlens von kleinteiligem Einzelhandel und Gasttronomie.

  • derzberb: Die Ludwigstrasse wirkt nicht kahl, sondern monumental. So war sie geplant, so ist sie gedacht, so ist sie einzigartig. Die "optische Verbesserung" ist Geschmakssache - für mich ist die mutwillige Brechung eines der einzigartigsten Bauensembles Zentraleuropas eine optische Verschlechterung. Die Anlage Ludwigstrasse - Prachtensemble, und ab dem Sigestor dann grüber lebenswerter pulsierender Boulevard Leopoldstrasse verstärkt die Wirkung beider Seiten meiner Meinung nach darüber hinaus vorteilhaft.
    Diese Anzahl der Bäume wird das Klima an der Ludwigstrasse nicht messbar verändern. Alles andere ist gelogen und ideologisch. Es geht hier nicht um einen Wald. Im übrigen baut Südeuropa wo 40° Standard sind nicht seit zweitausend jahren dichte Bäume in Ihre Stadtzentren, sondern, überraschung, baut hoch und möglichst Dicht, für Schatten.

    Miasanmia: Die Störung des Ensembles stellt sich schon früh ein, und später sind die Bäume dann nicht mehr wegzubekommen - auch wenn sich rausstellt, dass das Klima an der Ludwigstrasse immer noch unverändert ist. Was es wird. Danke für die Details - das beruhigt mich erstmal ein wenig.

    Camondo: Stark. Den Zusammenhang mit Maga musst du mir bitte herleiten, Quatsch quatsch zu nennen ist jedenfalls keine neue Amerikanische Erfindung. Den Post selbst habe ich übrigens in München verfasst.

    Und nochmal zum Thema: Vor die schönsten Fassaden der Stadt zwanghaft Bäume stellen zu wollen hat für mich - nach der Berliner posse um das wiederaufgebaute Schloss - etwas zwanghaftes und kommt komischerweise immer aus der Ecke die schöne Fassaden für etwas ideologisch bedenkliches halten und deren Antwort auf alles immer ziemlich gleich klingt. Aber gut, geschenkt. Dennoch: Wer eine schönere, grünere Strasse möchte, könnte sich einfach vor Ort schon heute orientieren, wie das beet um das Reiterdenkmal für Ludwig I aussieht. Hier gibt es wunderschöne Blumenbeete - zieht so etwas, gerne mit hohen Büschen und bänken ergänzt, zwischen Fahrbahn und einem verbreiterten Gewehg die ganze Strasse entlang, und ihr habt wirklich einen Mehrwert geschaffen. Nicht das ensemble zerstören.

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    derzberb: Die Ludwigstrasse wirkt nicht kahl, sondern monumental. So war sie geplant, so ist sie gedacht, so ist sie einzigartig. Die "optische Verbesserung" ist Geschmakssache - für mich ist die mutwillige Brechung eines der einzigartigsten Bauensembles Zentraleuropas eine optische Verschlechterung. Die Anlage Ludwigstrasse - Prachtensemble, und ab dem Sigestor dann grüber lebenswerter pulsierender Boulevard Leopoldstrasse verstärkt die Wirkung beider Seiten meiner Meinung nach darüber hinaus vorteilhaft.

    Ich werde mein erstes Urteil nach Deinen Argumenten durchaus noch einmal überdenken. Monumentalität ist in diesem Fall tatsächlich ein Faktor.

    Das bedeutet für mich jetzt allerdings noch nicht, daß jede Veränderung abzulehnen ist.

    Und trotz aller Monumentalität wirkt die Ludwigstraße dennoch kahl auf mich. Es fehlt einfach etwas. Schön anzugucken ist sie durchaus, wenn man durchfährt - aber zum Verweilen lädt sie nicht wirklich ein. Letzteres ist für mich ein wichtiges Kriterium.

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    Diese Anzahl der Bäume wird das Klima an der Ludwigstrasse nicht messbar verändern. Alles andere ist gelogen und ideologisch. Es geht hier nicht um einen Wald.

    Es wird nicht das Klima der Straße insgesamt ändern - aber durchaus das Mikroklima an den schattigen Stellen. Das ist etwas.

    Du hast übrigens recht, wenn du von Ideologie sprichst: Heutzutage wird sehr viel pauschal mit dem Argument "Klimawandel" begründet. Das darf man durchaus hinterfragen.

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    Im übrigen baut Südeuropa wo 40° Standard sind nicht seit zweitausend jahren dichte Bäume in Ihre Stadtzentren, sondern, überraschung, baut hoch und möglichst Dicht, für Schatten.

    Das kommt nun wiederum für die Ludwigstraße nicht in Betracht. Wir wollen hier ja monumental sein - und das bedeutet nun mal auch Weite.

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    Und nochmal zum Thema: Vor die schönsten Fassaden der Stadt zwanghaft Bäume stellen zu wollen hat für mich - nach der Berliner posse um das wiederaufgebaute Schloss - etwas zwanghaftes und kommt komischerweise immer aus der Ecke die schöne Fassaden für etwas ideologisch bedenkliches halten und deren Antwort auf alles immer ziemlich gleich klingt.

    Nun … ja!

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    Aber gut, geschenkt. Dennoch: Wer eine schönere, grünere Strasse möchte, könnte sich einfach vor Ort schon heute orientieren, wie das beet um das Reiterdenkmal für Ludwig I aussieht. Hier gibt es wunderschöne Blumenbeete - zieht so etwas, gerne mit hohen Büschen und bänken ergänzt, zwischen Fahrbahn und einem verbreiterten Gewehg die ganze Strasse entlang, und ihr habt wirklich einen Mehrwert geschaffen. Nicht das ensemble zerstören.


    Das halte ich nun für einen diskutablen Vorschlag. Beete bringen Farbe und hohe Büsche auch etwas Schatten. Vielleicht erreicht man damit einen guten Kompromiss: Sichtachsen bleiben erhalten und man steigert dennoch Aufenthaltsqualität und erzeugt Orte mit angenehmem Mikroklima an heißen Tagen.




    Ein (nicht wörtliches, sondern sinngemäß zusammengefasstes) Zitat aus der SZ

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    Es hätte "noch nie" Bäume gegeben.
    Es gäbe eine historische Wirkung, die nicht durch "zeitgeistgeschuldete Maßnahmen" beeinträchtig werden dürfe.

    Ich war immer gegen eine allzu unterwürfige Haltung der Vergangenheit gegenüber. Die Monumentalität ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt, dessen Erhalt gewünscht und dessen Verlust nicht leichtfertig hingenommen werden darf. Andererseits störe ich mich an der pejorative Verwendung des Wortes "Zeitgeist". Der Geit unserer Zeit ist nicht immer nur Mode und Ideologie. Er fußt auch auf empirischen Erkenntnissen, Erfahrungen und berechtigten Bedürfnissen. Auch der Geist unserer Zeit hat einen Wert und eine Existenzberechtigung und berechtigt zuweilen insbesondere zu Eingriffen in historisch Gewachsenes, selbst wenn es monumental oder einzigartig ist.




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    Persönlich würde ich mir als Baumart Pappeln wünschen (so wie bei der Neugestaltung vor dem Siegestor), da diese schlank bleiben, dadurch auch im urbanen Raum eine gewisse Symmetrie beibehalten und schnell in die Höhe wachsen.

    Ich wünsche mir nicht noch mehr von diesen Stech-Pappeln. Sie passen gut in die enge Leopoldstraße, wo sie Spalier stehen. Sie passen gut in die noch eneger Lindwurmstraße und geben so auch dieser unansehnlichen Verkehrsschneise etwas Schönheit und Würde. Sie sind durchaus eine heimliches Art Wahrzeichen von München.
    Aber an dieser Stelle hielte ich sie für fehl am Platz. Durch ihre Kerzenform spenden sie kaum Schatten. Wenn sich dicht gepflanzt sind, dann schießen sie schnell in die Höhe und verdecken damit auch schnell die Fassaden/Sichtachsen. Wenn sie nicht dicht aufgereiht sind verfehlen sie die "Spalierwirkung".
    Da finde ich den Vorschlag von @HC angbrachter auf eher große Büsche oder klein wachsende Bäume (evtl 5 bis 10 Meter Höhe) zu setzen.

  • Was helfen mir die Architektur und Monumentalität wenn ich von Ende Mai bis Anfang September an schönen Tagen dort einen Hitzschlag bekomme?

    Flanieren und schlendern ist an Tagen mit 30+ Grad dort nicht.


    Ich frage mich, wer hier ideologisch argumentiert… jemand, der den Ort für Menschen erträglich machen will, oder jemand der auf Teufel komm raus Fassaden sichtbar halten will, nur weil das 1830 so gedacht war…

  • Liebe Forumsmitglieder,

    gegenüber von früher erleb ich die Stadt immer weniger, weil sie in einem Laubwald verschwindet.

    Zwischen Oktober und April seh ich hauptsächlich grau-braunes Gestrüpp.

    Wenn i mir alte Fotos anschau, gabs seinerzeit fast keine Bäume, wie kam es zu diesem intensiven Gründrang, hauptsächlich von Laubgehölzen ?

  • Es ist leider alles grüne Ideologie. Es mag nicht alles scheisse sein auf dem Vorschlag. Sicher wäre dort mehr aufgenthaltsqualität möglich und schön. Den Platz Für Fahrspuren könnte man vermutlich rediuzieren ohne den Autoverkehr zu beeinträchtigen und trozdem die Anzahl der fahrspuren beibehalten. Auch die Fahrabhnen aus Steinen statt beton sind schön. Aber man verdeckt solche Gebäude nicht mit Bäumen. Die passen da genauso wenig hin wie die Stauden in Plastikblumetöpfen (was einfach super hässliche ist) vor dem Max Josef Platz. Und genau so wenig wie ein Baum Mitten auf die Augustenstraße gehört.

    Einmal editiert, zuletzt von Alexanderrr (11. Mai 2026 um 22:16)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    gegenüber von früher erleb ich die Stadt immer weniger, weil sie in einem Laubwald verschwindet.

    War es nicht eher so, dass die Stadt weit weniger Bäume pflanzt, wie abgeholzt werden?


    Scheint mir eher eine subjektive Einschätzung zu sein.


    An welche Orte denkst du, bei denen die Stadt in einem Laubwald verschwindet?

  • Das stimmt so nicht. Bäume werden hauptsächlich für Bauprojekte auf privaten Grundstücken gefällt. Im öffentlichen Raum fällt mir nicht ein einziger Baum ein der gefällt wurde (mit Ausnahme von kranken Bäumen ect natürlich).

    Die Bilder des Plans sehen an sich per se nicht schlecht aus. Allerdings finde ich auch, dass das eine historische Meile ist. Die baut man nicht einfach mit Bäumen zu. Leider knickt das Denkmalamt dort anscheinend ein. Ähnlich wie auf dem Max Josef Platz. Jetzt stehen dort Stauden in Plastikübeln. Man fragt sich wer das schön findet. Leider muss man wieder vermuten, dass es um grüne Ideologie geht, ähnlich wie in der Augustenstraße.

  • Weil du anderen ja scheinbar gerne Ideologie vorwirfst, was sind denn deine Argumente gegen die übergangsweise aufgestellten „Plastikkübel“ oder die Begrünung der Augusten?


    Und nein, persönlicher Geschmack zählt nicht ^^

  • Ich finde das ursprüngliche Argument des Denkmalamts eigentlich passend. Es ist ein Platz der im Stile einer Italienischen Plaza/Platz wie auch immer gebaut wurde und das war da einfach nicht vorgesehen. Der Rasen wäre ein Kompromiss gewesen wenn man unbedingt begrünen will. Der geht nicht in die Höhe. Allein das die Bäume in Kübeln sind, "übergangsweise" sagt eigentlich schon genug aus und zeigt dass sie da eigentlich nichts zu suchen haben.

  • Die Kübel sind ja übergangsweise, weil der große Umbau erst noch kommt, da wäre es Verschwendung (wenn es überhaupt möglich ist) jetzt richtige Bäume zu pflanzen.


    Ich muss da auch keine großen, langweiligen Linden etc haben, aber 4-5m hohe Zieräpfel bspw. wären optimal. Spenden Schatten, sind nicht zu groß, dass sie die Residenz oder Oper verdecken, bieten Insekten Nahrung und sind im Frühjahr optisch eine wahre Freude.


    Den Rasen empfinde ich persönlich übrigens als den kleinsten gemeinsamen Nenner. War er damals schon überlegt, ist er in der heutigen Zeit aber auch schon wieder grenzwertig/unpraktikabel, wenn auch besser wie das fürchterliche „Pflaster“ zuvor.


    Für die Augusten:


    Die Autos fahren dann um den Baum herum.


    Die Augusten ist keine Ausfallstraße eine Beruhigung würde anderen Verkehrsteilnehmern zu Gute kommen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Weil dort Autos fahren sollen

    Warum sollen?

    Das ist kein Argument.

    Autos können auch nach dem Umbau weiterhin durch die Augustenstraße fahren.

    DIe Augustenstraße ist ein Ort mit vielen Läden und Gastronomie. Fußgänger und Radfahrer kommen sich dort auf den viel zu engen Fuß- und Radwegen dauernd in die Quere, was zu gefährlichen Situationen führt. Für Freischankflächen ist kaum Platz. Da ist es sinnvoll, mehr Platz zu schaffen.

    Für die Autofahrer ist es zumutbar, wenige hundert Meter mit Tempo 20km/H fahren zu müssen - das dauert nur wenige Sekunden. Radfahrer müssen sich natürlich auch an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten.

    Als Nord-Süd-Achse für den Autoverkehr dienen in dieser Gegend Arcis-, Luisen-, Barer- und Schleißheimerstraße. Jeder Autofahrer findet hier bequem seinen Weg.

    Deine Ausdruckweise klingt - pardon - ideologisch.

    Man kann linksgrüner Argumentation in Verkehrsfragen durchaus manchmal einen ideologischen Einschlag vorwerfen - in diesen Fällen (Ludwigstraße und Augustenstraße) liegen aber doch klare sachliche Argumente vor, die zwar auch nicht unangreifbar sind, aber durch ein simpel gestricktes das-soll-einfach-nicht-sein-Ätsch-! auch nicht einfach weggewischt werden können.

    @Mod: Da die Diskussion langsam in Richtung persönlicher Vorlieben und politisch-ideologischer Grabenkämpfe und zudem auch noch in Richtung Augustenstraße abdrfitet kann man mMn darüber nachsinnen, diesen Gedankenaustausch in den Biergartentratsch zu verschieben.

    Einmal editiert, zuletzt von derzberb (12. Mai 2026 um 10:10)