Hamburger Hof, Umbau, Neubau [im Bau]

  • Der „Hamburger Hof“ zählt zu den markantesten Gebäuden der Hansestadt.

    Schon 2025 Meag die Neuentwicklung umsetzen. Auf mehr als 20.000 Quadratmetern soll ein Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Büroflächen und Wohnungen realisiert werden. Dabei sind im Erdgeschoss Handelsflächen mit Flagshipstores vorgesehen.

    Quelle

    Franz-Josef Höing sagt: „Der Entwurf von Diener & Diener geht sensibel mit der denkmalgeschützten Bausubstanz und dem Stadtgrundriss um und wird in zentralster Lage für architektonische Exzellenz sorgen.“

    Quelle

  • Die Einkaufpassage im Hamburger Hof wurde durch eine missglückte Modernisierung (- ich meine so um das Jahr 2000 herum, genau kann ich mich aber nicht mehr erinnern) ruiniert. Sie war auch vorher nicht optimal frequentiert, aber nach der Modernisierung blieben vorherige Ankermieter und die Altkunden weg, neue wurden kaum gewonnen. Ein Neuanfang ist somit längst überfällig!

    Leider wurde damals binnen weniger Jahre das bis dahin insgesamt erfolgreiche Passagenviertel durch eine Kette erfolgloser Modernisierungen nachhaltig geschädigt:

    - Hanseviertel: "Auffüllung" des Untergeschosses unter der Rotunde, die Passage verliert damit ihr Herzstück und zahlreiche Kunden bleiben weg

    - Hamburger Hof: Komplettumbau von 80er-Pief in Richtung "cool und stylisch" -> die Kunden bleiben weg

    - Gänsemarktpassage: Langfristige Sperrung wg. Umbau, vorherige beliebte Ankermieter springen ab, letztlich Aufgabe der Passage

    - Gerhofpassage: Langfristige Sperrungen wg. 2er Umbauten, vorherige beliebte Ankermieter springen ab, letztlich Aufgabe der Passage

  • Hamburger Hof

    Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 31.12.2024 (paywall), dass ab März 2025 die Neuentwicklung des Quartiers Hamburger Hof beginnt. Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2029! stehen im Hamburger Hof dann 20.000 m² Mietfläche zur Verfügung. Die Passage wird aufgegeben- im Erdgeschoss sollen Einzelhandelsflächen entstehen. In den oberen Etagen sind Büroflächen und auch Wohnungen geplant. Realisiert wird das Projekt durch die Meag nach den Entwürfen der Architekten Diener & Diener.

    © Diener & Diener Architekten, Urheber Visualisierung: PONNIE Images | Diener & Diener Architekten, Urheber Visualisierung: PONNIE Images

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    Eine Rekonstruktion des Daches des Hamburger Hofes wäre traumhaft. Natürlich wäre dies rein optischer Natur und somit wahrscheinlich undenkbar. Jedoch muss ich sagen, dass mein Herz etwas blutet wenn ich mir den Orginalbau ansehe.

  • Man möchte es kaum glauben, aber in der Poststraße und in der Straße Große Bleichen werden zwei ansprechende Altbauten abgerissen, die aus mir unerklärlichen Gründen offensichtlich keinen Denkmalstatus besitzen:

    https://maps.app.goo.gl/E1CEakc621pmdR8f9

    https://maps.app.goo.gl/AWJqwxUFxsNEvnjN7

    So gehen wir also mit dem Erbe unserer Baukultur um?


    Die deutlich banaleren Neubauten:


    https://www.abendblatt.de/hamburg/hambur…erstrahlen.html


    Den bestandswahrenden Ansatz hat man offensichtlich abgelehnt: https://www.dreisterneplus.de/projekt/hamburger-hof/

  • In Hamburg hat man schon oft gezeigt, wozu man in dieser Hinsicht fähig ist, siehe Sternbrücke u.A. Daher nicht überraschend, leider. Die völlig unkritische Berichterstattung untermauert den Eindruck von weiterhin fehlendem Problembewusstsein / Wertschätzung selbst herausragender historischer Bausubstanz.

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    In Hamburg hat man schon oft gezeigt, wozu man in dieser Hinsicht fähig ist, siehe Sternbrücke u.A. Daher nicht überraschend, leider. Die völlig unkritische Berichterstattung zeigt das fehlende Problembewusstsein.

    Ja, der Artikel liest sich sie wie ein Werbetext. Stück für Stück gehen unsere Städte verloren, und die vermeintliche Intelligenzija klatscht Beifall.

  • Das waren nur noch Fassaden, da die Gebäude für die Shopping Mall in den 70er abgerissen wurden. Deshalb gab es auch keinen Denkmalschutz. Allerdings sollte es halt auch einfach gewesen sein, die Fassaden zu retten, da sie sowieso nicht statisch wichtig waren. Kostet aber natürlich Geld.

  • Das Dogma “nur Fassaden original, deshalb kein Denkmalschutz” ist ein echtes Problem.

    Dies trifft auf einen erheblichen Anteil der Altbauten in der Hamburger Innenstadt zu. Die Bedeutung der Fassaden für das Stadbild wird ignoriert.

  • ^^Das Problem ist tieferliegend. Auch der Denkmalschutz hilft in Hamburg wenig, wenn der Entwurf stimmt. Das Deutschlandhaus war unter Schutz, wurde aber trotzdem abgerissen. Auch Organisationen wie der Denkmalverein macht dort sehr merkwürdge Sachen. Das Parkhaus am Rödingsmarkt würde ich zum Beispiel als Schandfleck bezeichnen und nicht wie der Verein als "Kathedrale des Verkehrs". Danke der Lobbyarbeit des Vereins ist das Teil mittlerweile auch unter Denkmalschutz. Es fehlt also praktisch komplett eine Lobby für Altbauten in Hamburg.

  • Der Entwurf für den kleineren Neubau in der Straße Große Bleichen stimmt aber keineswegs. Hier wird eine qualitätsvolle neobarocke Fassade abgerissen und durch einen beliebigen und einfallslosen Neubau ersetzt. Dabei gab es ja sogar einen bestandswahrenden Entwurf (siehe oben). Das darf einfach nicht sein. Die Politik muss hier dringend etwas ändern.


    [mod]Bitte nicht jeweils den kompletten Vorbeitrag "zitieren". Es versteht sich von selbst, dass darauf geantwortet wird.[/mod]

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    Auch Organisationen wie der Denkmalverein macht dort sehr merkwürdge Sachen.

    Dieser komische Verein und seine leicht durchgeknallte Vorsitzende haben eh nur noch wenig mit klassischem Denkmalschutz zu tun.

    Im Wesentlichen ist das ein politischer Club, der Grundsatzkritik an bösen Investoren übt, dem nur noch der Nachkriegs-Brutalismus heilig ist, und der stets Hand in Hand mit irgendwelchen linken Initiativen herumläuft.

    Aus architektonischer und stadtplanerischer Sicht kann ich die schon lange nicht mehr erst nehmen.

  • Tragisch ist sicherlich auch, dass es nunmal häufig Architektur- und Kunsthistoriker sind, die in solchen Amtsstuben sitzen. Die Verachtung für jede Form von Historismus und die Zuneigung zum Bauhaus sind da quasi vorprogrammiert.

  • Es sieht auf den Visualisierungen so aus, als würde das erst 2005 von André Poitiers entworfene Gebäude "Große Bleichen 10" auch abgerissen werden? Optisch m.E. nur bedingt passend zum prächtigen Hamburger Hof, aber dank Vollverglasung und Abrundung des Vorsprungs durchaus mondän. Das Gebäude hatte ich bei meinem letzten Hamburg-Besuch noch aufgenommen. Der Nachfolgeentwurf sieht dagegen mit seiner grauen Sichtbetonfassade (?) aus wie ein Abrisskandidat aus den 70er Jahren, ganz fürchterlich.

    Den Entwurf für das mittlere Gebäude "Große Bleichen 14" halte ich für vertretbar; schade um die Ornamentik ist es trotzdem, die hätte ggf. mit Sprossenfenstern und neuem Anstrich aufgehübscht werden können. Wobei fairerweise: Der Ist-Zustand wirkt wie ein Nachkriegsgebäude mit vereinfachter, stuckierter Fassade (und natürlich "modernen" Fenstern). Mich würde es wundern, wenn das der originale Fassadenzustand aus dem 19 Jh. sein soll, finde aber leider keine Bilder im Netz, nur eines aus größerer Entfernung, sodass nicht mehr wirklich etwas erkennbar ist (den Fenstervorsprung scheint es um 1905 zumindest nicht gegeben zu haben). https://www.hamburg-bildarchiv.de/XAA3152.jpg

    Dass man die Fassade des Eckgebäudes zur Poststraße nicht unter Denkmalschutz gestellt hat, ist das eine, dass der Bauherr sie nun auch noch für einen m.E. missglückten Neubau abreißen lässt, das andere. Im Vergleich zum Originalzustand fehlt zwar bereits eine Menge... Sockel, Fenster, Balkone, Ornamentik, all das scheint irgendwann nach dem Krieg vereinfacht wiederhergestellt. Trotzdem wäre hier m.E. noch genug "Material" für einen Beibehalt der Fassade und eine Nachbesserung in Details vorhanden gewesen (bspw. Einbau von T-Fenstern wie vor dem Krieg). Eine Teilrekonstruktion der oberen Etagen braucht man nicht erwarten, aber auch mit einem Walmdachaufbau ab Etage 6 hätte der Bestand m.E. gut ausgesehen.

    Dem geplanten Neubau fehlt es an einem umlaufenden Gesims über dem 4. Obergeschoss, wie es der Altbau in der Poststraße besitzt und die Regeletagen vom Staffelgeschoss für den Betrachter optisch ansprechend abgrenzt. Zugleich würde damit verhindert, dass Dreck und Siff von der Brüstung in kurzer Zeit über die weiße Putzfassade herunterläuft. Generell wirkt der Mittelteil wie eine WDVS-Kiste, zumindest auf dem Rendering. Für das prominente EG hätte ich mir eine vertikalere Betonung gewünscht, das liegende Format passt nicht recht zur Umgebung.

    Der Entwurf des Ersatzneubaus von 3*-Plus hätte mir daher besser gefallen (wenn schon Abriss).

    Vorkriegszustand: https://www.hamburg-bildarchiv.de/XAA3146.jpg

    Nutzungsmix:

    hh-1.webp

    ©MEAG/Munich RE / Quelle: https://hamburg.t-online.de/region/hamburg…eg-geplant.html

  • Mittlerweile kommt Bewegung in die Neugestaltung des Quartiers Hamburger Hof.

    Die zum Projekt gehörenden Gebäude sind mit einem Bauzaun abgesperrt.

    Ein Gerüst für einen Schacht wurde bereits gestellt. Das Holz zum Verkleiden ist ebenfalls schon vor Ort.

    Auf einem Baustellenschild weisen Ehlert und Söhne auf beginnende Abbrucharbeiten hin.

    Ecke Poststraße- Große Bleichen - hier lässt sich bereits ein holzverkleideter Schacht erkennen, in dem Schutt in einen Container fallen wird.

    alle Bilder © Prinz Ali

  • ^^ Das liegt an dem Ort an dem gebaut wird. Die Ubahn in München ist ein gutes Beispiel dafür. Da Anwohner nicht zu stark belastet werden sollen, werden immer nur einzelne Abschnitte gebaut. Mit jedem Abschnitt erhöht sich natürlich die Bauzeit. Dazu kommt noch, dass ein Ubahnbahnhof in offener Bauweise gebaut wird. Sprich erst wird eine Grube ausgehoben, dann der Bahnhof gebaut und anschließend zugeschüttet. Gerade in einer Großstadt muss die ganze Erde aber auch irgendwo hin.

    Bei dem Hamburger Hof dürfte es ähnlich sein. Man kann halt nicht alles drum herum absperren. Die Logistik der Baustelle ist durch Fussgängerzone und die engen Straßen teilweise kompliziert. Man kann nicht einfach Straßen sperren, da andere Läden dadurch Umsatz verlieren und Klagen. Wenn dan etwas nicht so klappt wie es soll und das tut es bei solchen Projekten praktisch immer, muss man umplanen oder man hatte vorher genug Puffer eingeplant. Allerdings braucht man mit Puffer auch mehr Zeit für ein solches Projekt.

  • Quartier Hamburger Hof

    Aktuell werden diverse Gebäude entkernt.

    So soll es mal werden-- Rendering vom Baustellenzaun.

    Umgestaltung der Kreuzung Jungfernstieg / Neuer Jungfernstieg

    Die Fahrspuren wurden zu Gunsten einer gepflasterten Freifläche zurück gebaut.

    Blick Richtung Colonnaden

  • Bezüglich des Quartiers Hamburger Hof bin ich schier fassungslos. Jede Intervention stellt für mich eine Verschlechterung des Vorzustandes dar. Drei historische Kontorhäuser werden grundlos abgerissen und von einer banalisierten Kopie ersetzt. Mir fallen keine Argumente ein, warum die Fassaden nicht nach gängiger Praxis erhalten bleiben konnten während der dahinterliegende Baukörper neu augebaut wird. (Außer die Kosten natürlich, aber das müsste die Erhaltung von Baukultur doch wert sein - erst recht die Stadt hat hier versagt, eine Erhaltung im Gegenzug zur Baugenehmigung einzufordern)

    Den modernen Glasbau in der Straße "Große Bleichen" werde ich auch vermissen - ich frage mich, warum hier eine Modernisierung der noch nagelneu erscheinenden Bausubstanz überhaupt nötig sein soll? Für mich eine ziemliche Ressourcenverschwendung, zumal der Nachfolger potthässlich wird. Der schräggestellte Betonbau erinnert eher an die temporäre Aussteifung einer Baulücke, die die nackten Brandwände der Nachbarbauten vor einem Kollaps retten soll.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    d. Der schräggestellte Betonbau erinnert eher an die temporäre Aussteifung einer Baulücke, die die nackten Brandwände der Nachbarbauten vor einem Kollaps retten soll.

    ^^ Ueber das eine oder andere kann man reden, aber dieser Bau ist vollkommen indiskutabel. Wie koennte das je genehmigt werden?