Elbtower Baustopp - Diskussionsthread

  • Vielleicht dies vielleicht das. Wieso wird denn so viel in eine ohnehin so komplexe Situation reingedichtet, wenn du die Umstände die uns an den Punkt gebracht haben nicht ausreichend Beachtung finden? Der Turm hat jetzt über 2 Jahre ohne jegliche Bautätigkeit da gestanden. Wie kommt man denn auf die Idee, nachdem man völlig klar und unmissverständlich kommuniziert hat dass das Teil auf 199m gekürzt wird, wider die Ursprungshöhe zu fordern. Man kann das Projekt und die Beteiligten daran nicht mehr ernst nehmen wenn erneut eine son gravierende Änderung beschlossen wird.

    Ich halte es für absolut unrealistisch, wenn man sich die Tür offen gehalten hätten haben wollen, hätte man das hinter verschlossenen Türen geregelt. So ist die öffentliche Kommunikation klar und es wird vermutlich auch nicht davon abgewichen werden.

    Träumen ist ok, aber ich mache meinen Standpunkt eben an den Aussagen der Beteiligten fest

  • Hanse82 die Politik ist das eine. Die neuen Bauherren jedoch sind Geschäftsleute. Und ich glaube kein Geschäftsmann, der nur ein bisschen Geschäftssinn hat, wird zusehen, wie die Nachfrage durch Mieter für das Gebäude immer weiter steigt (und es scheint ja momentan sehr gut zu laufen) während er Pläne in der Schublade hat, die überdies noch in Form einer Baugenehmigung vorliegen, die es ihm erlaubt fast 50m höher zu bauen, was deutlich mehr Mieteinnahmen bedeutet.

    Ich sage nicht dass das auf jeden Fall so kommt, dass der Turm wieder höher wird. Ich persönlich halte es aber durchaus für wahrscheinlich. Und das redet mir auch keiner aus, außer vielleicht ein Herr Becken.

  • Gibt es denn jetzt eigtl. noch diese ursprünglich vereinbarte Begrenzung bzgl. benachbarter Gebäudehöhen und Abstand zum Elbtower? Greift das nach dem ganzen Signauntergang noch?

    Unter der Annahme, dass die 199m bleiben vielleicht ein interessanter Aspekt für kleine Grasbrook und Umgebung.

    Vielleicht weis hier jemand mehr. Danke! :)

  • Niemand, aber wirklich niemand, will jetzt weil der Elbtower ggf 'nur' 199 m hoch wird einen zweiten Elbtower auf dem Grasbrook.

    Ok, niemand ist möglicherweise nicht korrekt, du scheinst damit zu liebäugeln.

    Die Frage ist was überhaupt auf dem Grasbook passiert. Hier tat / tut sich gefühlt seit der Geländeaufhöhung wenig bis gar nichts und die Hafencity GmbH schweigt sich aus.

    Welchen Einfluß hat übrigens die Abhängigkeit der Freihafen Elbbrücken auf den Bau der U4-Brücke? Ich wittere weitere, bisher nicht kommuniziert Verzögerungen.

    Letzteres nur am Rande, wird hier sonst off Topic...

  • Ich möchte noch etwas zum Thema Setzungen/Statik/Baustopp/Höhe beisteuern, da mir scheint, dass hier einiges durcheinander geraten ist (oder der Laie es vielleicht nicht besser weiß). Hier ist nämlich wie folgt zu differenzieren:

    a) Setzung des Gebäudes/Statik: Setzungen gibt es bei jedem Gebäude, sie sind nur unterschiedlich stark. Dies ist wiederum abhängig vom Baugrund, der deshalb im Vorfeld gründlich untersucht wird (durch Bohrungen, Bodenaufschlüsse, Versuche im Labor etc.). Das daraus resultierende Boden- oder Baugrundgutachten bildet dann die Grundlage für die Wahl der Gründung und die weitere statische Berechnung. Man kann im Millimeterbereich berechnen, wie stark sich ein Gebäude setzen wird. Der Elbtower und seine Gründung sind für die ursprünglich geplante Höhe ausgelegt, Überraschungen sind praktisch ausgeschlossen. Das heißt, der Baustopp hat nichts mit dem Baugrund oder der Statik zu tun!

    b) Auswirkungen der Baumaßnahme auf benachbarte Gebäude oder bauliche Anlagen: Gerade weil es immer zu Setzungen kommt, kann es immer passieren, dass dadurch die Nachbarbebauung Schaden nimmt. Diese Schäden kann man nicht genau voraussagen - auch, weil man den genauen Zustand der benachbarten Bausubstanz nicht kennt. Um Schäden zu vermeiden bzw. sie hinterher eindeutig auf das Setzungsverhalten des Neubaus zurückführen zu können (der dann die Sanierungskosten trägt), wird in der Nachbarschaft immer ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt, d.h. vorhandene Schäden werden vorher dokumentiert, an Rissen Marker angebracht etc. Nach Beendigung der Baumaßnahme schaut man sich dann an, was sich verändert hat und lässt diese Schäden beheben oder zahlt eine Entschädigung.

    Die Deutsche Bahn ist bei Baumaßnahmen in der Nähe ihrer Gleise besonders pingelig, da jede Setzung im Gleisbereich Auswirkungen auf die Sicherheit des Bahnbetriebs haben kann. Da geht es um Millimeter (während Setzungen bei großen Gebäuden sich im Zentimeter- bis Dezimeter-Bereich bewegen) Daher wird die Gleislage bei solchen großen Nachbarbaustellen permanent überwacht. In Abstimmung mit dem Bauherrn wird vereinbart, was bei übermäßigen Setzungen der Gleise geschieht (Baustopp, Einstellung des Betriebs, Nachstopfen der Gleise etc.). Dies ist hier wohl passiert. Das eine hat also mit dem andern nichts zu tun.

    c) Auswirkungen der Umnutzung des Gebäudes auf die Statik: Bei der Berechnung der Statik eines Gebäudes bilden die Lasten die Eingangsparameter. Neben den Eigenlasten der verwendeten Baustoffe sind das auch die übrigen Einwirkungen, insbesondere die anzusetzenden Nutzlasten, aber auch Windlasten, Erdbebenlasten, Einwirkungen aus dynamischen Beanspruchungen (z.B. bei Brücken) etc.

    Die Nutzlasten sind - wie der Name schon sagt - wiederum abhängig von der geplanten Nutzung des Gebäudes. Nach Eurocode 1 wird bei Bürogebäuden normalerweise eine Nutzlast von 3 kN/m², bei Museumsbauten eine von 5 kN/m² angesetzt (das entspricht einem Gewicht von 500 kg pro m²; zum Vergleich: bei Parkhäusern, die von Pkws mit max. 3 t genutzt werden, werden nur 2 kN/m² angesetzt). Somit könnte es hier theoretisch passieren, dass die Umnutzung zu Problemen führt, praktisch glaube ich das aber nicht. Einerseits könnte es sein, dass die Büros ohnehin schon mit 5 kN/m² gerechnet wurden (um bei der späteren Nutzung flexibler zu sein). Andererseits sind die Sicherheiten i.d.R. so groß, dass es bei einer Umnutzung nur weniger Etagen dieses so großen Gebäudes keine Probleme geben sollte, jedenfalls nicht auf die Gründung. Man wird das nachrechnen und gut ist. Und falls es hier und da vielleicht mal eng werden sollte, dann schränkt man eben die Nutzung ein - dann muss man eben die 17 Aquarien auf mehrere Räume aufteilen. Oder im äußersten Notfall stellt man irgendwo eine Stütze darunter. Wenn Umbauten vorgesehen sind, muss ohnehin nachgerechnet werden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Niemand, aber wirklich niemand, will jetzt weil der Elbtower ggf 'nur' 199 m hoch wird einen zweiten Elbtower auf dem Grasbrook.

    Beantworte einfach die Frage oder wenn du es nicht weist, halt die Finger still, denn was ich denke oder will, weißt du nicht.

    Fakt ist, dass diese Regelung existiert(e). Ich möchte nur wissen, wie das ganze wohl nun aussehen wird nach der Signa-Pleite.

  • Querido

    Du hast zwar recht, dass Setzungen theoretisch präzise berechenbar sind, aber beim Elbtower gab es im Jahr 2025 echte Probleme. An der benachbarten S-Bahnstation Elbbrücken wurden Grenz- und Alarmwerte für Setzungen und Verkantungen tatsächlich überschritten. Das hat dazu geführt, dass Bahnsteige, Übergänge und Dächer leicht abgesackt sind. Die Deutsche Bahn musste sogar schon Teile der Infrastruktur austauschen, weil die Auswirkungen größer waren als ursprünglich erwartet. Das Amt für Bauordnung hat daraufhin eine Unterbrechung der Bauausführung verhängt – selbst wenn das Geld da wäre, dürfte wegen dieser Sicherheitsbedenken aktuell gar nicht weitergebaut werden, bis die Bahn grünes Licht gibt.
    Was die Statik angeht, ist die Lage durch den langen Stillstand komplizierter geworden. Der Turm steht momentan als rund 100m hoher "Stumpf" in der Landschaft. Experten warnen, dass diese unvollendete Lastverteilung über lange Zeit ganz andere Auswirkungen auf den Boden und benachbarte Bauwerke wie Kaimauern haben kann als das fertig geplante Gebäude. die Diskussion um die Höhe, den Turm nur auf etwa 199m fertigzubauen, was die gesamte statische Kalkulation für den Endzustand verändern würde.
    Bei der Umnutzung hast du einen guten Punkt mit den Lastreserven, aber die Stadt plant jetzt halt, das Museum in den unteren Etagen unterzubringen. Museen haben oft extrem schwere Exponate, dadurch könnte die Büro-Statik hier doch an ihre Grenzen kommen und teure Verstärkungen nötig machen. Und „einfach so“ ist bei solch einem Projekt auch nichts umsetzbar.

    Ich finde es wirklich nicht förderlich für solche Diskussionen, wenn die Hochhausfetischisten hier zusammenhalten, Hauptsache das Ding wird auf Biegen und Brechen auf 245 m gezogen. Vielleicht sollte man sich auch mal mit der Gegenwart auseinandersetzen und den massiven Problemen, die dieses Gebäude mit sich gebracht hat.

    Es ist wirklich traurig wie Wenige hier ernsthafte Argumente dafür bringen können, während die zuständigen Stellen es schlichtweg völlig anders beurteilen.

    Meine Meinung ist nicht populär, was weiß ich. Aber hier sind eben auch viele Träumer unterwegs die man auch mal auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finde es wirklich nicht förderlich für solche Diskussionen, wenn die Hochhausfetischisten hier zusammenhalten, Hauptsache das Ding wird auf Biegen und Brechen auf 245 m gezogen.

    Ist schon interessant hier als Hochhausfetischist bezeichnet zu werden, nur weil man sich für die Hintergründe und Möglichkeiten interessiert und darüber diskutiert was jenseits der "clickbait alles ist schlimm und wir werden alle sterben" Nachrichten jetzt tatsächlich stimmt. Das ist in dem Wust aus schlecht recherchierten und kompletten fake news in den Medien nicht immer einfach. Ich würde mir lediglich wünschen, dass eine tragbare Lösung für den Elbtower gefunden wird, was ja im Moment greifbarer wird. Alles andere wäre doch eine ziemliche Katastrophe für Hamburg.

  • Das ist nichts Persönliches. Warum fühlst du dich angegriffen? Diese Haltung verfolge ich quer durch das ganz DAF. Da geht es nicht nur um die Elbtower Diskussion

    Bei Letzterem stimme ich dir ohne jeglichen Einwand zu

  • Trotz der Befürchtung, dass der Turm bei nur 200 Meter, wie ein Klotz wirken könnte (allen voran unter Berücksichtigung des sodann überproportionalen Sockels), kann ich nicht umhin dem auch etwas abzugewinnen. Ein knapp 250 m hoher Turm, würde sicherlich die Wirkung und Gewaltigkeit der Elbbrücken erheblich schmälern und die historischen Proportionen des Gebiets unterminieren.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Beantworte einfach die Frage oder wenn du es nicht weist, halt die Finger still...

    Unabhängig davon was ich dazu 'weis' oder 'weiß', habe ich heute ausnahmsweise grad keine Lust Deinen 'Befehlen' zu folgen.

    Die Frage (und somit auch deren Antwort) ist eh rein akademisch, denn für den Grasbrook gibt es bereits einen Masterplan an dem (aller Wahrscheinlichkeit nach) keine grundlegenden Veränderungen zu erwarten sind.

    Zum Museum gäbe es noch allerhand technische Fragen zu klären und ich bin mir ziemlich sicher, dass man (entgegen der ursprünglichen Planungen für ein Museum anderswo als im Elbtower) einen Kompromiss schaffen werden muss. Am Standort im Elbtower wird einiges einfach nicht möglich sein. Man muss also ggf Ausstellung, Forschung und Archiv räumlich trennen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finde es wirklich nicht förderlich für solche Diskussionen, wenn die Hochhausfetischisten hier zusammenhalten, Hauptsache das Ding wird auf Biegen und Brechen auf 245 m gezogen.

    Anders herum habe ich das Gefühl, dass du gerne den Elbtower auf nur 199 m sehen würdest, und auf biegen und brechen die "Haare in der Suppe" sucher beim Elbtower. Wie die Medien.

    Aber um auf deinen vorigen Post zurück zu kommen: ja, jeder soll seine Meinung haben und das ist auch gut so. Zu dieser Haltung passt aber nicht ein Vortag wie oben zitiert.

    Und wenn, wie du sagst, ein unvollendetes Gebäude durch andere Lastverteilung die umliegenden Gebäude gefährdet müsste das ja bei einem 199 m Elbtower auch der Fall sein, denn dieser ist ja auch quasi unvollendet, und zwar auf ewig.

  • Das nennt sich Realismus. Ich halte nichts von „Was-Wäre-Wenn“- Szenarien. Ich arbeite mit der Datenlage die vorliegt.

    Wo ich das Ding sehen will ist absolut zweitrangig

  • Erstmal, mir ist es egal ob er nur 199m hoch wird oder doch 245m, Hauptsache er wird zügig fertig gebaut. Ob er nun 1/5 oder 1/4 des zukünftig höchsten Wolkenkratzes der Welt misst macht den Kohl nicht fett.

    Das es einen großen Unterschied bezüglich der Setzung ausmacht, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, das macht doch vom Gewicht nicht viel aus.

    Hamburg ist bekanntlich auf Sand gebaut, was natürlich beim Hochhausbau Auswirkungen haben dürfte.

    Trotzdem hoffe ich, dass man auch an anderen Ecken der Stadt noch den einen oder anderen >100m Turm baut, etwa auf dem Grasbrook oder im Harburger Binnenhafen.

  • Der Boden ist oben mit Hafenschlick verfüllt, darauf folgt lockeres Gestein und erst ab 40-80 Metern Tiefe wird der Boden tragfähig. Insofern macht das definitiv was aus. Das erklärt im Übrigen die komplexe Gründung.

    Ich versteh nicht ganz woher die Annahme kommt, dass ein 245m Turm keinen Unterschied in der Bodenbelastung darstellen würde.

    Wir reden von 100m aktuell und wir haben bereits Werte über dem Alarmbereich. Da käme nochmal mehr als das Doppelte obendrauf. Das würde den Boden signifikant belasten.

    Weigert man sich hier so konsequent die Fakten anzuerkennen? Ich mein das malt sich ja keiner aus, das sind Daten die öffentlich zur Verfügung stehen und weswegen ein Baustopp verhängt wurde.

    Wir sind hier nicht in Frankfurt. Hamburg hat einfach einen anderen Boden

  • Nochmal, die Experten im Auftrag der DB haben Entwarnung gegeben, die Setzungen sind demnach unkritisch. Diese Meldung der Experten ist die Bedingung für die Aufhebung des Baustopps, damit sollte sich das doch erledigt haben. Davon scheinen Investoren und Stadt auch auszugehen. Aber vielleicht hast du ja weitere Informationen dazu, die was anderes sagen?

  • Mich würde viel mehr mal interessieren was du hier für Falschinformationen verbreitest. Die Deutsche Bahn hat bis zum heutigen Tag überhaupt keine „Entwarnung“ gegeben.

    Sonst wäre der Baustopp logischerweise längst aufgehoben worden, da er unmittelbar an die Aussagen der Bahn dazu geknüpft ist. Und bevor die Bahn tatsächlich Entwarnung gibt, muss Becken und sein Konsortium der Bahn entstandene Schäden ersetzen, die misslungene Gründung nachbessern und nachweisen dass es künftig nicht zu weiteren Schäden oder Absenkungen der Bahnanlagen führt.

    Wenn du eine Diskussion führen willst, dann bitte mit faktenorientierten Argumenten und nicht mit kruden und überemotionalen Falschaussagen oder Behauptungen.

    Wir haben verstanden dass du dir einen Bau auf 245m wünschst, aber so eine Art zu diskutieren verschwendet meine Zeit und streut für alle anderen nur falsche Informationen

    Ich führe wirklich gerne Diskussionen, aber mit so einem Schwachsinn hab auch ich keine Lust mehr mich zu beschäftigen. Wenn du es nicht gebacken bekommst sowas zu verstehen, nur weil die Fakten den meisten hier zu unpopulär sind, braucht man nicht falsche Infos zu verbreiten

    An der Stelle ziehe ich mich aus der Diskussion mit dir, das wird mir ehrlich gesagt zu blöd

    2 Mal editiert, zuletzt von Hanse82 (23. Januar 2026 um 12:33)