Harmelin-Areal -Sanierung und Neubau zweier Hotels (Bauphase)

  • ^ ist mir tatsächlich neulich aufgefallen. Unabhängig vom entstehenden Gebäude, hat die Blockrandfüllung stark positive Effekte auf den dortigen Stadtraum im Areal des Hauptbahnhofs. Welches ja durch Kriegszerstörung im Bereich Tröndlinring und Gerberstraße sehr an Fassung verloren hat. Schade nur, dass der Blick dann unweigerlich in Richtung "Höfe am Brühl" schweift.

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    Während der Rohbau fertig ist und die Installation der Fassadenelemente bevorsteht lohnt sich ein Blick von oben auf die beiden im Bau befindlichen Hotels mit ihren dicht umbauten Innenhöfen.

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    ©euroluftbild.de l robert grahn

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Während der Rohbau fertig ist und die Installation der Fassadenelemente bevorsteht lohnt sich ein Blick von oben auf die beiden im Bau befindlichen Hotels mit ihren dicht umbauten Innenhöfen.

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    ©euroluftbild.de l robert grahn

    zum einen schön zu sehen, wie grün der Leipziger Süden ist. Zum anderen lässt der Baukörper vorsichtig optimistisch sein. Grad im Vergleich mit den völlig lustlosen Objekten der letzten Jahre, wie dem Hyperion, dem Motel One an der Grimmaischen Straße und vermutlich auch dem Global Hub am Leuschner Platz.

  • Beim Amano Hotel wurde mit dem Einbau der ersten Sandstein-Fassadenelemente begonnen, welche beim ersten Blick hinter die Gerüste sehr hochwertig aussehen. Sicherlich wird es interessant werden, wie die geplante wabenförmige Struktur zur Geltung kommt. Ich bin jedenfalls positiv gestimmt, dass das Amano eine würdige Ergänzung für die heterogene Häuserlandschaft gegenüber vom Hbf sein wird.

  • Auch beim NYX Hotel am Brühl (165 Zimmer) wurde mit der Installation der Fassadenelemente begonnen - sieht im Vorbeiflug erst mal sehr nach Tetris und in der Ausführung vielversprechend aus:

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    ©555Farang

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die 90er in ihrer schlimmsten baugestalterischen Ausprägung

    Wieso eigentlich? Ich finde das Bauwerk ziemlich interessant. Das Attribut "schön" würde ich dafür zwar nicht verwenden, aber als wirklich sehr zeittypischer Vertreter der 1990er hat es seinen Charme. Es hat mich schon häufiger dazu verleitet, stehenzubleiben und es ausgiebig zu betrachten. Die Postmoderne mag vielen Menschen zu extrovertiert sein, macht meines Erachtens aber vieles richtig. In diesem Fall werden gründerzeitliche Attribute, wie sie typisch für Leipzig sind, aufgegriffen. Die Strukturierung der Fassade ist detail- und abwechslungsreich. Besonders die Brühl-Arkade im Inneren mag ich sehr und laufe dort häufig und gern durch.

    Wenn man bedenkt, wie sehr etliche Passagen mit Leerständen zu kämpfen haben, ist es schon beachtlich, dass sich die Brühl-Arkade in den letzten Jahren erfolgreich neu erfinden konnte.

    Am gestalterisch problematischsten scheint mir das durchlaufende Glasband zwischen Mittelteil und Dachgeschoss. Dieses ist weder dem unteren, noch dem oberen Teil des Hauses klar zugeordnet. Dadurch zerfällt die Ansicht, die Vertikalität wird gebrochen und das Dach erscheint als massiger Deckel.

    Eine stärkere Symmetrie beim Fassadenaufbau hätte dem Haus die Unruhe genommen. Die Vorliebe der damaligen Zeit für dekonstruktive Asymmetrien wird hier nicht durchgezogen, sondern klingt nur an, dadurch wirkt es unschlüssig.

    Die reichliche Verwendung von Stahl für Austritte oder die kuriosen Abtrennungen bei den Dacheinschnitten erscheinen in dieser Form heute unmodern, aber Architektur sollte man nicht unter modischen Gesichtspunkten beurteilen.

    In Summe finde ich das Gebäude sehr in Ordnung, sogar herausragend. Über einen Denkmalschutzstatus sollte mal ganz ernsthaft nachgedacht werden. Das neue Amano-Hotel nebenan, zumindest die Schauseite gen Norden, wird wesentlich gefälliger, aber auch charakterloser.

  • Auf jeden Fall ein sehr technoides Stück Postmoderne. Meine erste Assoziation war das ehemalige Pressehaus von Gruner und Jahr am Baumwall in Hamburg, welches mittlerweile wirklich unter Denkmalschutz steht.

    Tatsächlich scheint es mit der Wertschätzung solcher Gebäude aber bisher generell noch nicht so weit her zu sein. An der Mainzer Landstraße / Westendstraße in Frankfurt soll jetzt ein ganz ähnliches Gebäude eine komplett neue Fassade erhalten, was ich sehr bedauerlich finde.

    Viele Gebäude dieser Art fallen mir spontan nicht ein. Insgesamt ist der Bau hier in Leipzig vielleicht etwas arg dekonstruktiv, dennoch ein ungewöhnliches und feines Stück Architektur.

    Edit.: In dem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben sollte das alte taz-Gebäude in der Rudi-Dutschke-Straße 23, weil das (meiner Meinung nach) eines der gelungensten Bauten in Berlin seit der Wende überhaupt ist. Wie konnte ich das hier jetzt nur außer Acht lassen?!

    Einmal editiert, zuletzt von Orakel (13. April 2026 um 14:35)

  • Klar gab es in den 90ern auch viel Wegwerfarchitektur. Aber ich möchte auch eine Lanze für die 90er Jahre brechen. Es gab häufig zumindest die Bemühung interessanter zu bauen, als was dann meistens in den 00er Jahren kam. Kahle Fassaden mit bodentiefen Fenstern ... mehr nicht.

  • Die Staffelgeschosse statt Schrägdach lassen das Bauwerk für mein Empfinden implantiert aussehen. Zumal eine geneigte Dachform den Mittelteil umso mehr betont hätte und dieser eine aufstrebendere Wirkung bekommen hätte.