Sanierung/Erweiterung Staatsoper

  • Sanierung/Erweiterung Staatsoper

    Es ist im Gespräch das Suttgarter Opernhaus zu sanieren und ggf. zu Erweitern.


    Folgende Infos konnte ich bisher aus dem Netz ziehen:


    - Lt. Kunkel Investment soll die Sanierung 354 Mio. € kosten


    - Baubeginn könnte 2018 sein


    - Von Gutachtern festgestellte Flächenbedarf (brutto 12 000 Quadratmeter, in der Baukommission rechnet man mit 9000 Quadratmetern netto).


    - Die bauliche Erweiterung hin zur Konrad-Adenauer-Straße kann noch stattfinden.


    http://www.tagblatt.de/Nachric…uttgarter-Oper-30241.html
    (02.05.2015)


    http://www.stuttgarter-nachric…d5-ab3d-852079ad13a0.html
    (27. November 2015)


    Bin gespannt auf mehr Infos...

  • Ohje.. erinnert mich etwas an das Theater um den neuen Konzertsaal in München... hat sich ewig gezogen (nun ist es ja endlich festgelegt)... dann wird das wohl auch noch ne Zeit dauern.

  • Nun, da scheint ein wenig mehr Schick in der Oper viel viel wichtiger zu sein als eine Lösung der verkehrsprobleme via S-Bahnauf der Panoramastrecke + Nordkreuz. Würde man dafür 354 Mio € auf den Tisch legen, könnte man das problemlos bauen, und hätte sicher mehr für die Stadt erreicht.

  • 354 Millionen hätte mal als erstes der Straßenbau in der Region nötig. In die Bahn wird mit Stuttgart 21 ja schon wahrlich genug Geld investiert, weitere Luxusergänzungen, die für den normalen Betrieb überhaupt nicht notwendig sind, braucht die breite Masse, die täglich im Dauerstau steht ganz bestimmt nicht.


    Am allerdämlichsten wäre es aber, wenn man das Geld sinnlos in die Opern-Rennovierung versenkt. Oper erinnert mich immer an das Zwangsgebührenfernsehen: Beides verschlingt Unmengen an Geld, ist was von vorgestern für die Ü80-Generation und beides braucht im 21. Jahrhundert kein Mensch.

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    Kulturbanause! Gehst du nie in die Oper?


    Für mich persönlich ist ja das Große Haus von Littmann eines der schönsten Gebäude der Stadt, geradezu ein Heiligtum! So reizvoll der Gedanke einer neuen Philharmonie in ferner Zukunft (das müsste dann aber auch ein architektonischer Kracher sein!) am Hauptbahnhof wäre, so sehr lehne ich aber auch eine Degradierung vom Großen Haus zum Konzerthaus ab! Abriss und Neubau vom Kulissengebäude begrüße ich sehr! Wahrhaft ein scheußlicher Betonklotz! Ich hoffe der Neubau wird wenigstens etwas besser... Ich hatte vor wenigen Jahren die Ehre im eher kleineren Kreis bei einer Führung den Komplex ausgiebig besichtigen zu dürfen, inklusive natürlich der Bühne, Katakomben, Technik, Masken, Schneiderei, Kulissengebäude, wirklich alles angeschaut, mit Mitarbeitern unterhalten - und mein Eindruck ist das wirklich nicht übertrieben wird, was den unzeitgemäßen Zustand angeht der Arbeitsplätze auf und hinter der Bühne.
    Und doch lässt die Summe von mehr als 350 Millionen € Sanierungskosten viele Fragen offen. Diese Summe steht ja mittlerweile auch seit einigen Jahren im Raum, so das man davon ausgehen kann das am Ende auch 500 Millionen € oder mehr anfallen werden! Oder gelten astronomische Kostensteigerungen etwa nur bei Verkehrsprojekten? Keineswegs! Ich sehe eine große Gefahr das wer auch immer die Sanierung übernimmt, den Rachen natürlich nicht voll genug bekommen wird. Zumal ja hier Stadt/Land/Bund baut und da wird schließlich richtig gemolken!! Und dann noch strikte Auflagen bedingt durch den Denkmalschutz, welch besserer Umstand kann einer Baufirma in die Karten spielen?! Schwierig also, denn ob nun für 350 Millionen € oder deutlich mehr, man kann dafür natürlich einen schönen Neubau hinstellen (wenn man Platz hat). Wie viel hat gleich nochmal die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz gekostet? ;)


    Auch wenn hier Straßenbau & S-Bahn eingeworfen werden, so glaube ich nicht das es Proteste geben wird (egal welche Summen aufgerufen werden), ist schließlich Kultur und schön bunt und Räfjudschiis Welkamm und so - da verbittet sich jeglicher Protest! Der Zeitpunkt vor der Wahl ist natürlich auch klar wie Kloßbrühe.


    Staatstheater Großes Haus



    Kulissengebäude



    Bilder: Silesia

  • <Ironie an>ich hab kein Auto, also können die ganzen Straßen weg!!!111<Ironie aus>


    Ironie beiseite - auch wenn vielleicht nicht jeder Zugang zu dieser Art von Musik hat ist es möglicherweise ein nicht vernachlässigbarer Beitrag für den Tourismus. Und wenn ich mich recht entsinne war die Staatsoper Stuttgart mehrfach Opernhaus des Jahres und im meinen Bekanntenkreis (bzw. dem elitären Teil davon ;-)) schon mehrfach Grund für einen Ausflug in den Kessel.
    Und oftmals haben die Besucher dieses elitären Etablissements auch ordentlich Geld in der Tasche welches auch gerne in der Stadt verteilt wird.


    Die Sanierung und ihre Kosten darf aber gerne konstruktiv begleitet werden, so ein Desaster wie die Sanierung des Staatstheaters darf sich einfach nicht wiederholen.


    Bzgl. der Bewertung der Bestandsbauten bin ich ganz bei Silesia, sowohl was den Littmann-Bau als auch das Kulissenhaus angeht.


    P.S.: man kommt auch in Jeans in den Laden, hab es selber mehrfach ausprobiert ;-)

  • Ironie beiseite - auch wenn vielleicht nicht jeder Zugang zu dieser Art von Musik hat ist es möglicherweise ein nicht vernachlässigbarer Beitrag für den Tourismus. Und wenn ich mich recht entsinne war die Staatsoper Stuttgart mehrfach Opernhaus des Jahres ...


    Nicht nur das, ein gewisser "Grundstock" an Kultur hat weitreichendere Auswirkungen in die Gesellschaft und auch die Attraktivität einer Stadt, als das für "Außenstehende" aussehen mag. Ein Opernhaus gehört da für eine Großstadt unbedingt dazu!


    Sicherlich hat das was von "Zwangsgebührenfernsehen", aber auch da möchte ich mir die gesellschaftlichen Auswirkungen nicht vorstellen, wenn es NUR NOCH RTL/Sat1-Verblödungsfernsehen gäbe, Dschungelcamp statt Quarks, Deutschland sucht den Superdepp statt Polit-Talk und Bauer sucht Frau, statt Panorama und Report.


    Über die Art und Weise wie auch Übertreibungen kann man freilich in beiden Fällen diskutieren, wie bei allem das unter der Regie des Staates Steuergelder verschlingt. Dem Mini-BER Namens Stuttgarter-Staatstheater muss nicht unbedingt noch eine schwäbische Elbphilharmonie in Form der Oper hinterher geworfen werden.

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    wir haben das Glück nicht nur eine schöne Oper zu haben, sondern gleichzeitige eine, die genau am richtigen Platz steht. Man braucht kein Schild, um zu erkennen, dass dies eine Oper ist. Gehe ich nach Mailand, kann es passieren, dass ich an der berühmten Mailänder Scala vorbeigehe ohne sie zu erkennen.


    Wir haben also Glück mit unserer Oper und jeder Euro der dort angelegt wird, wird sich Volkswirtschaftlich auszahlen.


    Was ich komisch finde sind die Vorgaben wie viel zusätzliche m² die Oper braucht und die man irgendwie an die Oper anbeppen will.


    Dürfte ich entscheiden, würde ich die Oper Grundsanieren mit vollem Denkmalschutz auf Kosten des Brandtschutzes wie er in der Landesbauverordnung steht (intelligienter Brandtschutz vs LBO), das würde die Kosten erheblich reduzieren.
    Ich würde das Kullisssengebäude abreissen, dafür alle zusätzlichen Raumbedarfe in Neubau an diesem Platz unterbringen, falls nötig 3-4 Tiefgeschosse vorsehen und die Zwei Gebäude mit einem unterirdischen Gang verbinden.

  • Sehr schöner Fund, Ohlsen! Was für ein Jammer, was durch den Krieg und danach alles verloren ging. Ich würde des Eckensee gerne "entschärfen"...überhaupt, den ganzen Schlossgarten wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Man könnte die Sanierung des Opernhauses doch gleich mit einer Sanierung der unmittelbaren Umgebung verbinden...träum...

  • Danke hans.maulwurf . Ich hatte in meinem Bericht vergessen das Beispiel mit der fürchterlich gefloppten Sanierung vom "Kleinen Haus" zu erwähnen, dabei sollte es nicht unerwähnt bleiben, war quasi gestern. Du hast es nun nachgeholt. Jedem sollte nun klar werden was "uns" bei der Sanierung des Littmannbaus blüht.


    Filderkraut
    Bin dabei. Tolles Ensemble. Wenigstens den Eckensee könnte man etwas abrunden, das sollte/könnte drin sein und wäre auch schon eine Bereicherung! Ich stelle mir ja einen prachtvollen, historisch gestalteten, dimensional an die heutigen Bedürfnisse angepassten, Neubau des Kulissengebäudes vor. Quasi als Tor zur (untertunnelten oder zumindest stark verkehrsberuhigten) Kulturmeile und im Zusammenspiel mit der Alten Staatsgalerie gegenüber! Auch hier: ...träum...


    ippolit
    Die zusätzlich geforderten Quadratmeter sollten sich bei einem Neubau des Kulissengebäudes ohne Probleme realisieren lassen, ohne dem Littmannbau unnötig auf die Pelle zu rücken. Interessant dein Vergleich mit Mailand, den Eindruck hatte ich tatsächlich vor Ort auch und auch mir kam ein Vergleich mit Stuttgart. Unsere Oper steht tatsächlich perfekt. Am Mailänder Piazza della Scala ist die Oper geradezu unscheinbar.




    Bild: Silesia

  • Weiß man schon, ob im Rahmen der Opernsanierung das "Kleine Haus" rekonstruiert wird? Hier bietet sich nämlich die einmalige Gelegenheit, mit relativ geringem Aufwand ein weltweit wohl einzigartiges Gebäudeensemble wiederherzustellen! Schön wäre es auch, wenn man dem See seine ursprünglich runde Form zurückgäbe.

  • Das Ensemble zu rekonstruieren wäre nicht die schlechteste, aber auch nur die zweitbeste Lösung.


    Architektonisch gäbe es sicher Möglichkeiten, das bestehende Juwel baulich zeitgenössisch zu fassen. Und hätte man nicht jahrzehntelang das Mäzenatentum diskreditiert, dann wäre die Finanzierung gesichert. Es gäbe eine Berthold-Leibinger-Ballettschule, einen Andreas-Stihl-Pavillion usw.


    Finanzierungen aus öffentlichen Mitteln provozieren immer Vergleiche. Mit 10 Mio. € können immer andere, vermeintlich bessere, Dinge finanziert werden.

  • Weiß man schon, ob im Rahmen der Opernsanierung das "Kleine Haus" rekonstruiert wird?


    Wird es definitiv nicht, da erst um 2012 generalsaniert. Vermutlich wäre es aber billiger gewesen man hätte es abgerissen und neu gebaut, denn direkt nach der Sanierung musste abermals saniert werden.