Pegida, Legida - Stupida?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist für mich schon ziviler Ungehorsam und damit eine Art Rechtsbruch. Schlimmer wäre es aber angesichts solch menschenfeindlicher Bewegungen zu schweigen.

    Ziviler Ungehorsam und Rechtsbruch wären nur dann gerechtfertigt, wenn der Staat in Gefahr wäre:

    Dekoratives Anführungszeichen

    § 20 Abs. 4 Grundgesetz:

    Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.


    Davon kann im Zusammenhang mit den Legida-Demos nicht die Rede sein. Schweigen muß deshalb niemand.

  • ^^ Apropos Linksradikale: Heute Nacht zündeten Chaoten vier Autos, darunter zwei Pkws und zwei Kleintransporter, die zur GRK Holding AG gehören und vor deren Hauptsitz im Musikviertel parkten. Die GRK Holding AG war bisher kein Ziel der Linksradikale gewesen.

    War sie schon mal, vor knapp 3 Jahren. Gruß, Cowboy

  • Ziviler Ungehorsam - auch wenn er völlig friedlich geäußert wird - hat für die Betroffenen ggf. ernsthafte rechtliche Folgen, gerade weil er laut Gesetzbuch nicht angewendet werden soll. Da nimmt man sich ja sozusagen bewusst heraus, nach einem "höheren" moralischen Recht zu handeln. Natürlich sollte ziviler Ungehorsam deshalb schon im eigenen Interesse nur in absoluten Ausnahmefällen angewandt werden! Wenn es sinnvolle Alternativen gibt, ist so etwas immer zu verwerfen. Aber dass dies im Leben und auch in (vermeintlichen/ selbst erklärten oder sogar tatsächlich als solche einzustufenden) Rechtsstaaten nicht immer der Fall ist, haben Bewegungen wie die von Gandhi oder King aber eben auch das Aufbegehren der DDR-Bürgerrechtler, der arabische Blogger oder der chinesische Künstler WeiWei - oder wie der genau heißt - gezeigt. Auch in Staaten wie dem heutigen Deutschland mit prinzipiell sehr gutem Rechtssystems gibt es aber sicher gewisse Lücken und Ermessensspielräume wo man evtl. in moralische Konflikte geraten könnte. In dieser speziellen Frage kann ich das nicht beurteilen. Ich habe das Thema überhaupt nur erwähnt, weil jemand schrieb, dass man theoretisch viele Gegendemonstranten rechtlich verfolgen müsste - einfach weil sie am "falschen Ort" waren und damit bewusst die PEGIDA- oder LEGIDA-Leute störten. Da kann er sogar durchaus recht haben (wie gesagt habe ich das nicht genau mit verfolgt und weiß daher nicht ob das zutrifft). Ob die Betreffenden deswegen dann gleich Staatsverräter sind, ist mE dennoch eine andere Frage. Vielleicht setzen sie sich sogar für die Gesellschaft ein, auch wenn es ihnen der Staat formal nicht erlauben darf, und nehmen bewusst die Folgen auf sich. Das muss aber jeder selber bewerten und ich sage auch nicht explizit, dass es hier erforderlich oder wünschenswert wäre.

    Und bitte nicht falsch verstehen: Bei den Schmierern und Steineschmeißern ist das freilich etwas ganz Anderes. So was ist immer daneben. Der Zweck heiligt nie alle Mittel (zumal solche Spinner und Chaoten vielleicht ohnehin mehr aus prinzipieller Freude am Aufmüpfen handeln).

  • Ich hatte eigentlich gehofft, dass aus Dresden und Umgebung heute doch nicht so viele angereist kämen. Aber die vielen Ortsschilder und die gewohnten LED hinterleuchteten Deutschlandkreuze (*fremdschäm) bei Legida sprechen eine andere Sprache. 14.000 Legida-Teilnhemer, so eine erste vorsichtige Schätzung für heute Abend. Meines Erachtens ist diese Zahl allerdings deutlich zu hoch gegriffen. Der Augustusplatz war alles andere als brechend voll. Die Rede war von 4.000 bis maximal 6.000 Teilnehmern auf dem Platz. Aber egal: Wichtig war es erneut zu zeigen, dass Leipzig kein gutes Pflaster für rassistische Peginesen ist. Und wenn in Dresden am Montag wieder in Ruhe gegen die Islamisierung des Abendlandes marschiert werden kann (so dann nicht just wieder eine Twitter-Terrormeldung herein flattert), erspart man sich hoffentlich die Anreise zwei Tage später in die Hauptstadt der Gegenbewegung.

    Pegida zeigt ja bereits erste Auflösungserscheinungen. Die Frage ist, ob neue Führer das Zepter an sich reißen und die tumben Provinzsachsen sich erneut vor deren Karren spannen lassen. Und falls sich alles in Wohlgefallen auflösen sollte, darf man gespannt sein, ob die sächsische Regierung ihren Kurs von Friede, Freude, Sachsenland wieder aufnimmt als sei alles in Butter.

    Legida vs. NoLegida: Dafür, dagegen, dazwischen - Leipzig demonstriert + Video

  • ... das Thema wäre m.E. besser in der Lounge aufgehoben, da es kein spezielles Leipzig Thema ist.

    Pegida richtet sich im Grunde dagegen, dass man alle Einwanderer sowie Flüchtlinge aller Art prinzipiell zu begrüßen hat. Die Bewegung richtet sich aber genauso gegen die immer stärker ausgeprägte Political correctness, gegen den ganzen Gender Wahnsinn, etc.
    Es wird von den Biodeutschen immer mehr political correctness im Umgang mit Minderheiten eingefordert, gleichzeitig werden Intoleranzerscheinungen bei diesen Minderheiten gern übersehen oder als kulturelle Bereicherung verkauft.

    Pegida löst diese Probleme nicht, aber diese Bewegung zeigt unwiederlegbar auf, dass Teile der Bevölkerung nicht mehr gewillt sind, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die veröffentlichte Meinung bei Themen wie Flüchtlinge, Islam, Integration, Israel, Adoptivrecht von Schwulen, usw. wird zunehmend von Bürgern in Frage gestellt.

    Daher auch Begriffe wie Lügenpresse. Wer etwas gegen die veröffentlichte Meinung sagt, wird schnell als Rechter bzw. Nazi verunglimpft.

    Der Haß und die Vehemenz, mit der die Medien über Pegida herfallen zeigt, dass diese Protestbewegung einen Nerv getroffen hat.
    Natürlich sind bei Pegida / Legida / Kögida usw. viele Dumpfbacken und Ausländerhasser dabei, trotzdem gebührt dieser Bewegung m.E. Respekt.
    Pegida öffnet das Tor zu einer Diskussion über tabuisierte Themen. Es ist die erste bürgerliche Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland, die Meinungsfreiheit auch ausserhalb der Politischen Korrektheit einfordert und tabuisierte Themen anspricht.

    Pegida wird abebben, aber die Büchse der Pandorra ist geöffnet, das Spielfeld ist nicht mehr allein den vorgeblich antifaschistischen Gesinnungswächtern überlassen.

    IMHO besonders mies. Die Linkspartei : Gibt sonst immer vor, für das Volk und die sog. kleinen Leute dazusein, wenn diese dann auf die Straße gehen und nicht die erwünschten Meinungen vertreten, werden sie von der Linkspartei
    mit Nazivorwürfen bekämpft.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Pegida richtet sich im Grunde dagegen, dass man alle Einwanderer sowie Flüchtlinge aller Art prinzipiell zu begrüßen hat [...] aber genauso gegen die immer stärker ausgeprägte Political correctness, gegen den ganzen Gender Wahnsinn, etc.
    Es wird von den Biodeutschen immer mehr political correctness im Umgang mit Minderheiten eingefordert, gleichzeitig werden Intoleranzerscheinungen bei diesen Minderheiten gern übersehen oder als kulturelle Bereicherung verkauft. [...] [D]iese Bewegung zeigt unwiederlegbar auf, dass Teile der Bevölkerung nicht mehr gewillt sind, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die veröffentlichte Meinung bei Themen wie Flüchtlinge, Islam, Integration, Israel, Adoptivrecht von Schwulen, usw. wird zunehmend von Bürgern in Frage gestellt. [...] Pegida öffnet das Tor zu einer Diskussion über tabuisierte Themen. Es ist die erste bürgerliche Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland, die Meinungsfreiheit auch ausserhalb der Politischen Korrektheit einfordert und tabuisierte Themen anspricht.

    Ach, Kleist! Das meinst Du doch hoffentlich nicht ernst? Diese Argumentation wird so oft vorgebracht, aber ich halte sie für vorgeschoben. Hast Du bspw. die Debatte um die Pariser Attentate genauer verfolgt? Die muslimischen Verbände mussten sich in den Medien einiges an Vorwürfen gefallen lassen (die übrigens auch aus den Reihen der Muslime selbst kamen), obwohl man sich von Beginn an klar distanziert hat. Aber sie wurden trotzdem nicht aus der Verantwortung genommen. Auch in der Arbeit der öffentlichen Institutionen mit den Einwandererfamilien geht man bei Weitem nicht so zimperlich um wie immer getan wird: Verbindliche Deutschtests je nach Ergebnis ggf. verbunden mit Kita-Pflicht (der Einwanderer und Moslem Saleh wollte für Berlin zur besseren Integration sogar eine generelle Kita-Pflicht unabhängig von der Sprachkompetenz), verbindliche Ethik-Kurse statt des frei wählbaren Religionsunterricht, verbindlicher Schwimmunterricht für alle Kinder. Das sind ein paar von den Mitteln, mit denen die Integration auch ungefragt vorangetrieben wird. Reformen die es ohne die mit der Einwanderung verbundene Probleme auch ziemlich sicher nie gegeben hätte. Ist nicht so als wenn man das nicht erkennen würde und bewusst die Augen verschließt. Kürzlich wurde in Berlin ein Zentrum gegen Beschneidung von Mädchen eröffnet, wie es sie in wenigen Städten auf der Welt gibt obwohl das Problem andere Länder - auch in Europa - viel stärker betrifft. Und in öffentlichen Einrichtungen hängen Plakate mit muslimischen Familien wo das Mädel fragt: "Wer sucht aus, wen ich heirate? Mein Vater? Mein Bruder? usw. ICH!" Da wird auch ganz offen ein vermeintliches Tabu-Thema angesprochen (Das Problem ist mE nur, dass es bspw. für wirkliche Härtefälle kaum genug Kapazitäten in Jugendämtern und anderen Institutionen gibt. In solche Probleme sollte man vielleicht mal lieber die Empörung und die Energie investieren).

    Und ich kenne die Lehrpläne von den Schulen. Da wurde bisher auch keine große Rücksicht auch solche Be- oder Empfindlichkeiten genommen. Anders als in den USA (nach der Religionszugehörigkeit christliches Abendland) wird hier bspw. flächendeckend Evolution statt Kreationismus gelehrt. Auch politische und gesellschaftliche Themen werden offen und kontrovers diskutiert. Ich sehe also bisher nicht, dass da alle mit Samthandschuhen angefasst würden. Und ich bin bestimmt kein Schönredner. Ich bin in der Gropiusstadt aufgewachsen, in Neukölln zur Schule gegangen und arbeite jetzt mit Jugendlichen im Wedding. Alles stigmatisierte Gebiete mit höchsten Migrantenquoten und es gibt natürlich schon mal gewisse Schwierigkeiten, aber ebenso unter den entsprechenden Schichten der Bio-Deutschen. Und es gibt gleichzeitig in der überwiegenden Masse so viele tolle Menschen: Eltern die ihre Kinder nach besten Mitteln unterstützen. So viele großartige Jugendliche die völlig in Ordnung sind - mit denen man völlig normal über alle möglichen Themen reden kann. Die ganz vernünftig denken und auch einfach nur vernünftig leben wollen. Und die jetzt mit unter dem ganzen Mist, der ganzen versauten Stimmung, den misstrauischen Blicken, dem Hass, leiden müssen.

    Ich kann da über die betreffenden Leute in Sachsen (zum Glück auch dort nur eine Minderheit) wirklich nur den Kopf schütteln. Ich glaube die wissen kaum wovon sie überhaupt reden und weshalb genau sie überhaupt so wütend sind. Was ist in Sachsen überhaupt an Migrationsproblemen - zumal mit Muslimen - zu bewältigen? Die Schulen haben doch die besten Voraussetzungen und Ergebnisse der Republik, auch die Wirtschaft läuft so schlecht nicht. Und an der Arbeitslosigkeit sind sicher nicht die paar Prozent Ausländer schuld. An "Gender-Wahn", dem Adoptionsrecht von Schwulen oder der political correctness sicher auch nicht. Was hätte das denn bitte mit PEGIDA, I = Islamisierung und nicht Medien oder Politik, zu tun? Die Moslems hindern Dich und mich doch nicht daran, öffentlich über Tabuthemen zu diskutieren. Die denken unter Umständen viel ähnlicher darüber wie Du als der durchschnittliche Deutsche.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Daher auch Begriffe wie Lügenpresse. Wer etwas gegen die veröffentlichte Meinung sagt, wird schnell als Rechter bzw. Nazi verunglimpft. Der Haß und die Vehemenz, mit der die Medien über Pegida herfallen zeigt, dass diese Protestbewegung einen Nerv getroffen hat.

    Hass (und daneben teils abgrundtiefe, wirklich erschreckende und schockierende Dummheit bzw. zumindest Ignoranz) entnehme ich vor allem den umjubelten Reden von PEGIDA. Wenn dieses primitive, Ressentiment-durchtriefte und selbstgerechte Gesabbel und Gejohle Patriotismus sein soll, kann ich "gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte", wenn ich das Zitat in dem Zusammenhang bringen darf ohne dass ich jetzt auch zu sehr die Nazikeule schwinge. Und wie gesagt: Welchen Nerv sollen die denn getroffen haben? Machen wirklich die bösen Ausländer und Politiker die Probleme oder viel eher die eigene Beschränktheit und Frustration mit dem Leben? Wer von denen hatte je unter einem Moslem oder gar Islamisten zu leiden? Auf die Nerven gehen die mir die PEGIDA-Leute aber schon, weil dumme/ ignorante, wütende Menschen - besonders in solchen Massen und solcher Lautstärke - das Leben in einer komplexen Gesellschaft unnötig anstrengend machen können.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (22. Januar 2015 um 01:54)

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    Die veröffentlichte Meinung bei Themen wie Flüchtlinge, Islam, Integration, Israel, Adoptivrecht von Schwulen, usw. wird zunehmend von Bürgern in Frage gestellt. ... Pegida öffnet das Tor zu einer Diskussion über tabuisierte Themen. Es ist die erste bürgerliche Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland, die Meinungsfreiheit auch ausserhalb der Politischen Korrektheit einfordert und tabuisierte Themen anspricht.

    Blablabla .... Tabu hier, Tabu da. Deniz Yücel schrieb schon Anfang des Jahres in der taz ( http://www.taz.de/!152234/ :( "Nun kann heutzutage jeder aufgeweckte Gymnasiast erkennen, dass, wenn einer lauthals irgendein „Tabu“ anprangert, dieses Tabu keins ist." Und er brachte Beispiele: "So zeigte sich denn auch das ... beklagte Tabu, [über die angeblichen oder tatsächlichen Probleme mit muslimischen Minderheiten in Deutschland nicht reden zu dürfen,] das zusammen mit dem Tabu, Israel zu kritisieren, zur deutschen Top-Tabu-Liga gehört, im Jahr 2014 beispielsweise bei Günther Jauch, Anne Will, Frank Plasberg und Maybritt Illner in insgesamt 17 Sendungen mit Titeln wie „Gewalt im Namen Allahs – wie denken unsere Muslime?“ oder „Deutschland und der Islam – wie passt das zusammen? Okay, es mag sein, dass die Ausbeute etwas geringer ausfiel als in den Vorjahren, weil andere Tabuthemen (Putin, Hoeneß) dazwischen kamen.“

    Diese Zusammenstellung verbotener und allesamt nicht in den Handel gelangter Ausgaben von SPIEGEL, Focus, Stern etc. zeigt, wie schlimm das Problem von Zensur und Selbstzensur in deutschen Leitmedien beim Thema Islam mittlerweile bereits ist:
    http://1.bp.blogspot.com/-8oAJpoSEulQ/V…us%2Bppq.so.jpg

    In einer Kolumne im aktuellen Spiegel (Nr. 4, 17.1.2015) hat Juan Moreno unter der Überschrift "Migranten-Mediensau. Warum ich die Montagskeifer von Pegida gern ignorieren würde" eine kleine Zusammenstellung erarbeitet: "Irgendwann, in unregelmäßigen, nie sehr langen Abständen, stößt dem deutschen Zeitgeist irgendetwas auf, und ausländerfeindlicher Plunder tritt zutage. Friedrich Merz und die Leitkultur, Jürgen Rüttgers und "Kinder statt Inder", Roland Koch und die "Unterschriftenaktion". ... Otto Schily hatte Sicherungshaft für Ausländer gefordert, bevor sie etwas verbrochen hatten. Jörg Schönbohm wollte für Migranten Zugangssperren errichten, um Ghettos zu verhindern, Annette Schavan forderte, dass nur noch auf deutsch gepredigt werden dürfe, und Edmund Stoiber, dass man Ausländern, die den Deutschtest nicht bestehen, die Sozialleistungen kürze. ... Sarrazin, Buschkowsky, Pirinçci, Ulfkotte, Pro Köln, der NSU, die AfD. ..."

    Es gibt kein Tabu bei diesen Themen. Es gibt nur keine einfachen Lösungen und vor allem keine einfachen Lösungen, die im Sinne dieser "besorgten Bürger_innen" wären.

    Es gibt auch keine "Lügenpresse" und keine "gleichgeschalteten Medien". Es ist nur so, dass die in den Online-Diskussionen auf den Facebook-Profilen von Pegida und ihren Ablegern immer wieder weitergegebenen und hochgelobten Artikel aus Sezession, Compact, eigentümlich frei, Junge Freiheit, PI-News etc - oder wo auch immer solche Wahrheiten wie etwa diese ein unter https://twitter.com/LarsWinter_/st…7509888/photo/1 von tausenden anderen Beispielen im Druck oder online verkündet werden - nicht im SPIEGEL, Focus, Stern oder den Zeitungen und Zeitschriften im Laden ganz vorne an der Verkaufstheke erscheinen. Und dass die "politisch unkorrekten" Publikumslieblinge wie Udo Ulfkotte, Thilo Sarrazin, Eva Herrman, Ken Jebsen und wie sie alle heißen nicht jeden Tag aus ARD, ZDF und den dritten Programmen entgegenwinken, sondern eine Nischenexistenz bei "Kopp aktuell", "COMPACT-TV Magazin" oder "Russia Today Deutsch“ im "Weltnetz" führen müssen. Das versteht man dann unter Einschränkung der Meinungsfreiheit.

    8 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (22. Januar 2015 um 11:24)

  • @ Kleist

    Der Umstand an sich, dass „die Bewegung“ Ansichten, die eine Provokation für die etablierten Meinungen sind, mit Macht in die öffentliche Diskussion „drücken“, wird von niemanden verurteilt. Während des bisherigen Diskurses wurde den „-GIDA“-Bewegungen von niemanden ernsthaft das Recht auf freie Meinungsäußerung abgesprochen. Was kritisiert wird, ist vor allem das Agieren der Bewegung. Es ist ja Strategie, sich den Prinzipien der Etablierten zu verweigern und als mutige, gegen die Ungerechtigkeit kämpfende Outlaws zu stilisieren. Die dabei eingesetzten Mittel (vorgebliche Zivilisiertheit, aggressive Abschottung, Tatsachenverdrehungen, Diffamierung, Streuung von Mutmaßungen und absurden Behauptungen usw.) sind unlauter. Entsprechend erschrocken haben die Etablierten reagiert.
    Man kann nicht leugnen, dass es ein gewisses Verdienst der Bewegung ist, dass das Bewusstsein dafür gewachsen ist, dass es nicht gut ist, wenn bestimmte Themen oder Ansichten aus Gründen der PC unter den Teppich gekehrt werden anstatt sie in den gesellschaftlichen Diskurs mit einzubinden. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Unmöglichkeit, wie die „GIDA´s“ agieren. Bei aller Gelassenheit und Sachlichkeit aber das ist ganz und gar nicht respektabel. Dies anzuprangern, sich mit den geäußerten Ansichten auseinanderzusetzen, dafür ist „Lüge“ oder „Hetze“ usw. einfach das falsche Vokabular lieber Kleist (bei dir war es „mit Hass über PEGIDA herfallen“). Außerdem ist es legitim, wenn man rechtsextreme, rechtspopulistische oder rassistische Ansichten auch als solche bezeichnet, das ist keine Diffamierung und es steckt auch nicht immer die oft behauptete Absicht dahinter, diese Ansichten durch absichtliche Diskreditierung aus den Diskurs zu kicken. Wenn das passiert (was ich nicht leugne), dann muss sich was an der Diskurskultur ändern - ja, aber wo Fleisch drin ist, muss auch Fleisch draufstehen dürfen und nicht einfach nichts.

    PS: „antifaschistischer Gesinnungswächter“ ist kein objektiver, neutraler Begriff und hat m. E. stark diffamierendes, aggressives und propagandistisches Potenzial, dass seine Eignung für eine sachliche Auseinandersetzung stark einschränkt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gast14Jan (22. Januar 2015 um 11:15) aus folgendem Grund: kleine Ergänzung

  • ^ es ist immer gut wenn man diskutieren kann, aber nicht nur um der Diskussion willen. Vielleicht kannst du ja mal wieder Posts schreiben welche einen wirklichen Inhalt bzw. eine gewisse Substanz haben! Dann flacht das hier nicht so ab.

  • Ich maße mir mal die Rolle der Admins an und weise freundlich daraufhin, dass man das hier auch über das großartige Bewertungssystem klären kann. Ich habe da gerade mal wieder reingeschaut und bin begeistert über meine jüngste Bewertung:

    Rotes Lämpchen: 22.01.15 10:30 blablabla kontra wichtiger Aussagen von Kleist? Wenn einem die Argumente ausgehen ...

    Das ist genau der Tunnelblick bzw. der Wahrnehmungsfilter, der für die aktuelle Debatte mit und über Pegida so typisch ist. Es wurde offensichtlich verlernt miteinander zu diskutieren. Dabei geht es nicht mal mehr um ausgefeilte Dialektik. Nur pars pro toto:

    Nutzer Kleist stellt die Behauptung auf, es gäbe Tabus bei den Themen wie Flüchtlinge, Islam, Integration, Israel ... . Ich versuche mit dem Verweis auf zahlreiche Frontseiten der größten deutschen Magazine, auf die Themen der Talkshows im deutschen Fernsehen und eine kleine Zusammenstellung der politischen Debatten aus den letzten 10 bis 20 Jahren über Einwanderung und Asylbewerber_innen zu zeigen, dass diese Behauptung falsch ist. Eigentlich müßten nun die Behauptung von Kleist untermauert oder wiederum meine Gegenargumente geprüft werden. Stattdessen geht es aber um eine Formulierung am Beginn des Beitrages, die man vielleicht hätte auch eleganter schreiben können, die aber letztlich nicht viel anderes meint als die nachfolgende längere Argumentation. Also lediglich eine Frage des Stils. Und es folgt eine reine Floskel. Was bitte sind das anderes in dem Text als Argumente?

    Ein Tabu bei den genannten Themen wäre es, wenn, beruhen auf einem stillschweigend praktizierten gesellschaftlichen Regelwerk bzw. einer kulturell überformten Übereinkunft, überhaupt nicht über diese Themen gesprochen werden würde. Nun sind es aber Dauerthemen, bei denen in der Diskussion von der Gegenseite auch schon mal laut gefragt wird, ob bestimmte Äußerungen oder Forderungen nicht rassistisch, fremdenfeindlich, antisemitisch motiviert etc. sind. Das ist Teil einer Debatte und in nicht wenigen Fällen kann man die Frage auch mit ja beantworten. Letztlich wird hier mehr oder weniger gefordert, dass es in einer Diskussion gar nicht mehr gefragt werden darf, welche Grundhaltung hinter bestimmten Formulierungen steht. Die in den letzten Tagen oft gehörte, vorausgeschobene Behauptung (oder eher Absicherung) "Ich bin ja kein Rassist, aber ..." ... ist kein Ende der Diskussion, sondern sollte auf ihren Wahrheitsgehalt erst noch überprüft werden. Siehe die Ergüsse etwa eines Herrn Bachmann auf seinen vielen Facebook-Seiten.

    Oder http://ichbinkeinrassistaber.tumblr.com/ .

    2 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (22. Januar 2015 um 12:51)

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    Zitat von Altbaufan

    Tabus gibt es insofern schon, dass selbst sachliche Kritik oftmals sofort mit "Nazi, rassistisch etc.

    Mein lieber Altbaufan, du kannst diesen Satz hier noch hundertmal schreiben, er wird nicht wahrer. Wer sachliche Kritik am Islam, an der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik übt, wird nicht als Nazi oder Rassist diffamiert. Ist es nicht vielmehr so, dass der Begriff "Nazi" so sehr negativ besetzt ist, dass selbst Nazis sich heute nicht mehr als solche titulieren lassen möchten? Wenn ein Lutz Bachmann, bei dem sich alle Medienvertreter redlich Mühe gaben, zu differenzieren, um ihn bloß nicht in die Naziecke zu stellen, über Migranten schreibt, dass sie "Gelumpe, Viehzeug und Dreckspack" seien und sich in als Satire verklärte Hitlerposse schwingt, dann ist er sehr wohl ein Nazi und Rassist. Und ich habe keine Zweifel, dass die Mehrheit der Pegiden und Legiden der gleichen Ansicht sind wie er. Der Satz "Ich bin kein Nazi, aber..." hat sich bei Pegida inzwischen ziemlich verbraucht, denn was danach kommt, ist meist dümmliches und rassistisches Gebrabbel ohne Realitätsbezug.

    Es gibt zudem zum Thema Integration und Islam wie LE. Mon. hist schon ausführte keine Tabus. Im Gegenteil: Integration und Islam sind seit Jahren die Dauerbrenner. Andere, ebenfalls wichtige Themen, fallen deutlich ab.


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    Zitat von Kleist

    ... das Thema wäre m.E. besser in der Lounge aufgehoben, da es kein spezielles Leipzig Thema ist.

    Pegida ist nur in Sachsen überdurchschnittlich präsent, so jetzt auch in Leipzig. Das hat Ursachen und diese sollten auch hier diskutiert werden können. Ich weiß, dass einige von euch die Nase rümpfen, weil ich als Moderator das architekturfremde Thema hier platziert habe, aber mir ist das wichtig. Ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, damit die Sachsen verunglimpfen zu wollen, aber ich finde schon, dass in diesem eigentlich sehr schönen Bundesland einiges im Argen liegt. Das Interesse, hier zu diskutieren, ist offensichtlich groß und ich freue mich und bedanke mich bei euch, dass die Diskussion sehr sachlich verläuft.

    Noch kurz mein Eindruck von der gestrigen Demo: Es war deutlich mehr los als vorletzten Montag und es ging deutlich weniger bürgerlich zu, aber - zumindest wo ich mich aufgehalten habe - sehr friedlich. Dass nur 25.000 Gegendemonstranten da waren, kann ich nicht glauben. Legida wurde von der Polizei am Augustusplatz hermetisch abgeriegelt. Das ganze Zentrum war voll von Gegendemonstranten. Allein auf dem Grimmaischen Steinweg war die Hölle los. Interessant waren die vielen Legiden, die durch die Leipzig-Courage-Veranstaltung zum Augustusplatz wollten und von der Polizei nicht hindurchgelassen wurden, wieder umkehren mussten, um über den Hbf zur Veranstaltung zu gelangen (Rassismus ist eben ne Sackgasse). Die Legiden wurden von den geschätzt 10.000 Gegendemonstranten weder angepöbelt noch am Weitergehen gehindert. Manchmal wurden sie zum Dialog aufgefordert, den sie erwartungsgemäß schnell ablehnten. Diskussion nicht erwünscht, das kennt man ja aus Dresden, aber sie wollten sicher einfach nur schnell zu Elsässer auf den Augustusplatz.

    Bei den Gegendemonstranten waren wie vorige Woche vor allem junge Leute auf den Beinen, weniger Familien mit Kindern, weil es von No-Legida keine Empfehlung gab, mit Kindern die Veranstaltungen zu besuchen. Daneben auch viele Muslime, Frauen mit Kopftüchern und Schildchen in der Hand "Leipzig ist bunt". Die Legiden, die ich beim Rückmarsch zum Hbf. gesehen habe, bestanden vorwiegend aus älteren, verbittert und zynisch dreinschauenden Pärchen und Familienverbänden sowie - wie auf dem YouTube-Video oben zu sehen - aus jüngeren Muskelpaketen aus der rechten Kameradschafts- und Hooliganszene. Die Bewahrer des Abendlandes, ein wahrlich trauriger Anblick war das.

    Legida ist wie vorige Woche auf ganzer Linie gescheitert. Die Überschrift gestern Abend bei Spon lautete: "Legida mobilisiert vor allem Gegendemonstranten". Ich bezweifle allerdings, dass die Organisatoren zur Einsicht gekommen sind. Sie werden mit "Jetzt-erst-recht"-Plattitüden zur nächsten Demo aufrufen. Nächste Woche also wieder...

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    Es gibt kein Tabu bei diesen Themen. Es gibt nur keine einfachen Lösungen und vor allem keine einfachen Lösungen, die im Sinne dieser "besorgten Bürger_innen" wären.

    So sieht es aus. Ich habe vor einiger Zeit mal eine mE recht witzige Twitter-Kampagne unter dem Hashtag "#Wird man wohl noch sagen dürfen" verfolgt. Neben einigen platten Beiträgen war auch astreine Satire dabei, die mE die wahren Motive für das Wettern gegen vermeintlichen Tabus entlarvt.

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    Anonyme Bewertung: man hat das Gefühl, hier schreibt jemand seinen gesamten Frust und Hass auf und muss mit allen Mitteln seine n Standpunkt verteidigen

    Seltsam, eigentlich habe ich mich überhaupt nicht von Frust oder Hass motiviert gefühlt. Woran machst Du das denn fest? Und wenn mein Standpunkt doch offenbar so unhaltbar und verloren ist, dass ich ihn schon "mit allen Mitteln verteidigen" muss, dann tritt dem doch offen entgegen und widerlege ihn. ;)

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    Interessant waren die vielen Legiden, die durch die Leipzig-Courage-Veranstaltung zum Augustusplatz wollten und von der Polizei nicht hindurchgelassen wurden, wieder umkehren mussten, um über den Hbf zur Veranstaltung zu gelangen (Rassismus ist eben ne Sackgasse).

    Woher kommt die Bezeichnung "Rassist" für Ausländerfeinde? Denn Letztere sind ja nicht nur gegen z. B. asiatische oder schwarze Ausländer.

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    Während im englischen und französischen Sprachgebrauch „race“ oft einfach eine Gruppe von Menschen oder die gesamte Menschheit („human race“) bezeichnet, ohne damit die Absicht einer Klassifizierung oder tiefgreifender Unterschiede zu verbinden, steht „Rasse“ im Deutschen für Menschengruppen, die durch genetische Verschiedenheit definiert werden sollen. - Quelle

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    Woher kommt die Bezeichnung "Rassist" für Ausländerfeinde? Denn Letztere sind ja nicht nur gegen z. B. asiatische oder schwarze Ausländer.

    Rassismus funktioniert auch ohne "Rassen", in die bei Menschen nun mal nicht (mehr) unterschieden wird. Auf die Schnelle empfehle ich den Blick in den langen Wikipedia-Artikel

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus bzw. hier gleich das Kapitel
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus…_und_Definition

    Ich halte es dabei mit der Definition nach Christoph Butterwegge. Demnach ist Rassismus ein „Denken, das nach körperlichen bzw. nach kulturellen Merkmalen gebildeten Großgruppen unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten, und/oder Charaktereigenschaften zuschreibt, wodurch selbst dann, wenn keine gesellschaftliche Rangordnung (Hierarchie) zwischen ihnen entsteht, die Ungleichverteilung sozialer Ressourcen und politischer Rechte erklärt, also die Existenz von Privilegien bzw. der Anspruch darauf legitimiert, die Gültigkeit universeller Menschenrechte hingegen negiert wird.“

    "Ausländerfeinde" trifft die Problematik übrigens noch weniger, denn viele der angeblichen Ausländer sind tatsächlich Inländer. Nur werden sie in den Augen der sich selbst als "Blutsdeutsche" Verstehenden nie zu ihresgleichen und bleiben auch in der dritten, vierten Generation noch Ausländer.