Berliner Stadtverkehr kontrovers diskutiert

  • Mit Vehemenz, Selbstüberzeugung und Kapitalisierung am Thema vorbei. Ich fasse für Dich gerne ein einziges weiteres mal zusammen:

    • Der Stadtraum funktioniert so wie er ist - ich bin überzeugt breitere Gehwege oder weniger Autos tragen zu keinerlei Verbesserung bei weil beides hier kein Problem darstellt. Beleuchtung (hust, Weihnachten?), LINDEN, und Pflege, würden das. Ebenso Attraktive Architektur und Nutzung - nichts was teil dieses Projekts ist oder Top-Down verordnet werden kann
    • Hier wird Geld ausgegeben dass meiner Meinung nach - für einen ähnlichen Ansatz, weniger Strasse, Bepflanzung - an anderer, näherer Stelle deutlich effektiver und effizienter investiert wäre.
    • Je nach Baustellengestaltung besteht hier ein deutliches Infrastrukturrisiko für Berlin und hunderttausende von Bürgern durch die parallelbaustelle Gertraudenbrücke.
    • Zu allem weiteren - tob Dich aus, aber nicht mit mir und nicht mit dieser Art. Dein Statement ist politisch, nicht rein wissenschaftlich. Kritischen Stimmen (von ADAC über HDE bis Wissenschaftler) zeigen: Der "Konsens" ist brüchig – nuanciert durch reale Quellen wie Abrieb, ländliche Bedürfnisse und Wirtschaftsfolgen. Es geht um Abwägung, nicht um "Punkt aus". Meine Abwägungen habe ich dargelegt.
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    Der Stadtraum funktioniert so wie er ist - ich bin überzeugt breitere Gehwege oder weniger Autos tragen zu keinerlei Verbesserung bei weil beides hier kein Problem darstellt...

    Es würde das Mitlesen hier ungemein erleichtern, wenn man nicht seine Meinung ständig wiederholen würde.

    Wie immer werden Argumente dadurch nicht überzeugender. Ebensowenig i.Ü. durch in den Raum geworfene Behauptungen oder Übertreibungen ("deutliches Infrastrukturrisiko für hunderttausende von Bürgern").

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    Das kann man nicht bestreiten. Das ist NICHT politisch. Das ist wissenschaftlicher Konsens.

    Interessante "Wissenschaft". Der mit Abstand größte Produzent von Feinstaub ist die Natur, dann erst kommen menschgemachte Ursachen. Der Feinstaub vom MIV ist dabei der geringste Faktor hinter Industrie und Transport. Deine Amazonbestellungen verursachen mehr Feinstaub als ich mit meinem Verbrenner. FAKT - kein Zweifel!

  • ^

    Nach langem stillen mitlesen dieses Forums habe ich mich angemeldet, nur um diesem Kommentar zu antworten, denn es ist ein Paradebeispiel dafür, wie man ohne zu Lügen manipulieren kann.

    Ja, der größte Produzent von Feinstaub ist die Natur, aber das ist komplett irrelevant, da dieser Feinstaub eh nicht reduziert werden kann. Darüber zu diskutieren wäre sinnlos. Der Menge des Feinstaubs, den der MIV produziert, ist tatsächlich geringer als die Feinstaubemissionen der Industrie (zu Transport kann ich keine Angaben machen - aber wenn man bedenkt, dass eine Senkung des Feinstaubes durch den MIV zwangsläufig auch eine Senkung des Feinstaubes in der motorisierten Logistik nach sich zieht, ist eine Unterscheidung dieser in zwei Kategorien sowieso ebenfalls irrelevant), aber Feinstaub ist nur dann gefährlich, wenn er auch eingeatmet wird. Und ich weiß nicht, wo sie ihre Atemluft herbekommen, aber meist bewege ich mich jedenfalls in unmittelbarer Nähe von Straßen. Tatsächlich ist die gemessene PM2.5-Konzentration an Straßen am höchsten (nicht überraschend) - aus diesem Grund ist auch natürlicher Feinstaub in der Diskussion irrelevant. Und, nur mal am Rande, steigt die PM-Konzentration, je näher am Boden man misst. Raten sie mal, welche Altersgruppe von Personen recht nah am Boden atmet.

    Dass Amazonbestellungen mehr Feinstaub verursachen als ein privater Verbrenner, ist von einer faktenbasierten Diskussion meilenweit entfernt und kann im Bereich "gefühlte Wahrheit" verortet werden. Welche Amazonbestellung und welche Strecke, die sie zurücklegen? Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Aber trotzdem, wie bereits erläutert, folgt aus einer Senkung der Feinstaubemissionen des MIV zwangsläufig auch eine Senkung der Feinstaubemissionen in der Logistik. Dass das Argument, dass eine Teilnahme an der Konsumwirtschaft (Logistikemissionen + Industrieemissionen) ja auch Feinstaub produziere, woraus die Leserin implizit folgern soll, dass die Autorin ja mit zweierlei Maß messe und der private Verbrenner ja gar nicht so schlimm sei, ist klassischer Whataboutism und ebenfalls nicht weiter als Polemik. Aus einer Senkung der Feinstaubemissionen des MIV folgt eine Senkung der gemessenen PM-Konzentration dort, wo man atmet, und darum geht es. Wenn sie die Industrieemissionen für überhöht erachten (welche sie eventuell sind und eventuell nicht sind, keine Ahnung), können sie ja parallel zu den Anstrengungen zur Senkung der PM-Emissionen im MIV eigene politische Arbeit betreiben, um diese zu senken. Aber so ist der Verweis auf diese nichts weiter als eine versuchte Ablenkung und eine Streuung von FUD.

    Quellen:

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luf…ionsentwicklung

    https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/fei…liche-wirkungen

  • Der CDU-regierte hat sich nun doch eindeutig zu einer Innenstadt mit mehr Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer bekannt, auch mit konkreten Projektvorhaben:

    https://www.entwicklungsstadt.de/masterplan-ber…die-innenstadt/

    Für Friedrichstraße, Torstraße, Spreeufer, Checkpoint Charlie, Spittelmarkt gibt es konkrete Visualisierungen für eine verkehrsberuhigte Umgestaltung. Teil eines Masterplans zur Umgestaltung in weiterem Sinne sind

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    Das Gebiet [...] von der Torstraße im Norden bis zum Mehringplatz im Süden. Im Westen wird es von der Ebertstraße und der Stresemannstraße begrenzt, im Osten von der Lindenstraße, dem Spittelmarkt, der Jannowitzbrücke und der Otto-Braun-Straße.

    Für mich als Fußgänger alles sehr erfreuliche Nachrichten, allerdings frage ich mich, warum zuvor der Rückzieher bei der autofreien Friedrichstraße.

  • ^Es gab schlichtweg das Problem, dass kurz zuvor durch Aktionismus ein durchaus potentiell sinnvoller Ansatz mit Ansage an die Wand gefahren, i.e. Anlieger (speziell Händler und deren Kunden) vor den Kopf gestoßen und auch die Verkehrsteilnehmer mehr verwirrt und zwangsbeglückt statt mitgenommen wurden. Alles mehrfach diskutiert und wohl auch am Wahltag entsprechend quittiert - wodurch sich die neugewählte Regierung natürlich auch berufen fühlte, schnell zu korrigieren. Hinzu kamen auch juristische Zweifel an der Legitimation der Maßnahmen.

    Allerdings bin ich irgendwie noch nicht ganz überzeugt von der Glaubwürdigkeit des Ganzen. Was wurde nicht schon alles angekündigt? Aber etwa beim Thema Radwegeausbau krebst man noch immer auf niedrigem Niveau herum und beim wichtigen ÖPNV-Projekt i2030 bestehen (nicht ausschließlich aber auch) im Berliner Verantwortungsbereich zunehmend Zweifel am Finanzierungswillen des Senats (beides zuletzt in den Medien gewesen).

    Gleichwohl hat man der BVG zuletzt deutlich mehr Geld zugewilligt, bekräftigt zudem immer wieder zumindest den Willen zum Radwegeausbau und hat nicht zuletzt auch beim Thema Stadtbäume große Ziele angekündigt. Gleichzeitig hofiert man parallel noch immer auch die Autofahrer.

    Ich glaube, dass die Herausforderungen einfach enorm komplex sind und weder zuvor die deutlich positionierten und polarisierenden Grünen noch aktuell die es-allen-Recht-machen-wollenden CDUler dem wirklich gewachsen sind. Das ist in Berlin eigentlich ja auch nichts Neues: Zu große Klappe, zu wenig dahinter. Da ist Frust und Enttäuschung vorprogrammiert und macht das Leben oft etwas anstrengend. Wie viele sicher wissen, besitze ich durchaus ein gewisses Maß an Patriotismus. Aber oft ist es dann doch auch eine gewisse Hassliebe.

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    Krass: „Fosdiltaliban von der CDU“ so ein übler Quatsch. Was soll man dazu sagen.

    Richtig. Meine Aussage ist überspitzt und unsachlich, aber im Kern richtig. Die CDU ist in der Verkehrspolitik rückswärtsgewandt und ziemlich rückständig. Sie ist in der Denke der letzten Jahrhunderts gefangen. Das ist nicht zukunftsträchtig.

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    Es ist in der sachlichen Diskussion einfach komplett verlogen und widerlich angesichts der politischen Situation in unserem Land.

    Sie bezichtigen mich der Lüge. Ich kann nichts dafür, dass Sie die Artikel nicht bis zum Ende gelesen haben. Ich erwarte eine Entschuldigung ihrerseits!

  • DerBeDas ist mE nicht mehr nur unsachlich, sondern eher schon paar Stufen drüber (zumindest wenn man sich etwas mit den Taliban und deren Weltbild beschäftigt hat, ohne damit jetzt "den Westen" implizit als lupenrein und vorbildlich zu bezeichnen). Das hat auch mit dem Sachkern nicht viel zu tun. Dafür gibt es genügend Begriffe wie eben rückwärtsgewandt, ewiggestrig etc. Von daher finde ich den Hinweis auf das aktuelle politisch-gesellschaftliche Klima angemessen und wir sollten alle unseren Beitrag leisten, uns trotz verständlicher Frustration nicht davon anstecken zu lassen. Auch das ist nur menschlich aber dann sollten mE anschließend auch beide Seiten entsprechend einlenken.

    Zur Sache: Ich habe mich kürzlich erst sehr kritisch zur Verkehrspolitik des Senats geäußert. In diesem konkreten Fall finde ich es aber etwas komplexer als nur schwarz-weiß einer Seite Rückständigkeit zu unterstellen. Zwar hätte auch ich in Summe vermutlich zum früheren Konzept tendiert. Es ist mE aber auch nicht so klar, dass das gerade zu Stoßzeiten funktioniert hätte mit Lieferverkehr (der sich nicht unbedingt immer an Zeiten hält/ halten kann), Bussen und MIV.

    Ich bin z.B. dafür, Parkstreifen deutlich zu reduzieren und zunehmend auf tatsächlich legitimen Bedarf zu beschränken (Anwohner/Anlieger mit Mobilitätsbeschränkungen, Schichtarbeit etc). Für alles andere kann man mE zunehmend auf Parkhäuser, Tiefgaragen setzen, die sich selbst finanzieren müssen. Auch kann man sich überlegen, bestimmte Straßen von MIV zu beruhigen oder ganz zu befreien. Irgendwo muss es aber auch fließen können und nirgendwo sollte man fahrlässig den Infarkt provozieren.

    Es wird ja gerne der Vergleich zu Dänemark oder auch mal Paris gebracht. In Dänemark kann man hervorragend Fahrrad fahren, zu Fuß gehen oder den ÖPNV nutzen. Aber auch der Autoverkehr fließt und man findet gut Parkplätze. Es ist halt einfach sehr viel weniger voll und entsprechend großzügiger für alle Verkehrsteilnehmer. Paris hat ehrgeizige Ziele aber ist aktuell auch immer noch voll mit Autos. Aber es ist auch wiederum eine ganz andere Struktur mit kleinerem, stark verdichtetem Zentrum.

    Nicht zuletzt wurde die CDU gewählt, weil sie anders als die Grünen auch den MIV respektvoll und maßvoll betrachten wollte. Sie ist nun mE zu deutlich ins andere Extrem gekippt und hat nicht wie versprochen etwa auch Fahrradfahrer und ÖPNV ausreichend gestärkt.

    Ich hoffe sehr, dass rot-grün-rot es diesmal besser macht als letztes Mal aber auch besser als der aktuelle Senat. Es ist sicherlich oft komplex und nicht allen recht zu machen, gerade mit dem Budget. Aber ich würde mir zumindest wünschen, dass man ehrlich und maßvoll unter einen Hut bringt und weniger auf Krawall und Klientelpolitik setzt.

    Für die Torstraße wird es nun aber voraussichtlich so kommen wie zuletzt geplant. Das wird sich nicht mehr aufhalten lassen.

  • ^ Tut mir Leid, wenn du das so siehst. Für mich ist es eine angemessene Überspitzung, denn diese reaktionäre, ideologiegetriebene Verkehrspolitik ist gegen den Großteil der Bürger die dort wohnen und den Gewerbetreibenden die dort Handel treiben, gerichtet.

    Es betrifft doch nicht nur die Torstraße, es betrifft doch die Linden ebenso. Dort will man unbedingt die 4 Spurigkeit beibehalten, obwohl die Linden weder eine wichtige Ost-West Durchgangsstraße ist, noch den staufreien Abfluss garantieren kann. Die Spuren verengen sich zu einer vor dem Brandenburger Tor bzw. Wilhelmstr. Das ist Verkehrspolitik zum weglaufen. Und schadet überdies der Attraktivität Berlins.

    Wer will kann sich diese Versagen der Verkehrsverwaltung in der Kurzübersicht zu Gemüte führen. Ob bei der Parkraumbewirtschaftung, 30 km Zonen vor Kitas oder bei Neuanlagen von Radwegen. Es ist ein Desaster. Und das darf man auch mal kräftig und überspitzt so bezeichnen.

    2 Mal editiert, zuletzt von DerBe (16. August 2026 um 13:57)

  • Mir tut eher leid, dass Du es nicht einsehen willst. Man hat immer eine Menge Optionen, wie man etwas ausdrücken und selbst zuspitzen kann, ohne inhaltlich viel zu gewinnen oder verlieren. Der gesellschaftliche Trend geht mE ohnehin schon stark in Richtung Tabubruch/ stetige Grenzverschiebung des Sagbaren - und das in allererster Linie auch durch eine bestimmte Strömung, mit der Du Dich sicher nicht gemein machen willst.

    Der Vergleich ist mE aber auch sonst schief. Eine problematische Nähe zu Hamas, Taliban und Co besteht viel eher bei der politischen Linken, während die konservative Seite zur aktuell ebenfalls völkerrechtlich höchst problematischen Allianz tendiert und sich mit dieser gemein macht. Das ist auch so ein Thema, wo ich hoffe, dass es bei sowie nach den Wahlen keine immer größere und spaltendere Rolle in Berlin spielt. Mir wäre es sehr lieb, wenn sich Lokalpolitik und gesellschaftlicher Diskurs auf die eigenen Baustellen konzentriert.

    Aber gerade bei der Verkehrspolitik sollte es mE wieder mehr um die Sache und die Suche nach gesellschaftlich breit getragenem Konsens gehen, statt um Kulturpolitik oder gar weltpolitische Schlangengruben und Stellvertreterdebatten. Das bindet nur Kräfte und betont wieder das Lagerdenken sowie das Denken von Gewinnern und Verlierern.

    Und insgesamt fehlt mir auch ein gesamtheitliches Konzept, was Torstraße, Friedrichstraße, Linden usw integriert denkt. Da könnte man mE viel besser begründen, weshalb man hier zwei volle Spuren bewahrt, dort auf einspurig und ggf auf Einbahnstraßen umstellt und wieder woanders ganz den MIV ausschließt. Wichtig wäre, dafür möglichst breit anerkannte Verkehrsexperten mit ins Boot zu holen. Gefühlt kann Berlin bei so was aber nur klein-klein und dann wird beim nächsten Regierungswechsel doch wieder alles umgeworfen und man startet bei Null aber nun in Gegenrichtung. Enorm anstrengend und ineffizient.