Markgrafenkarree [realisiert]

  • Die hofseitigen Fassaden passen "perfekt" zu den Hochhaus-Plattenbauten dahinter. Hier ist kein qualitativer Unterschied zu erkennen.


    Oh doch, die Hochhäuser an der Leipziger Straße (meines Wissens übrigens keine Plattenbauten) sind mit das Beste, was die DDR in ihrer Hauptstadt gebaut hat - sehr großstädtisch, vor allem wenn man sie in ihrer Staffelung sieht. Die Hofseiten des Markgrafenkarrees könnten dagegen in jedem 60er-Jahre-Vorort jeder x-beliebigen Provinzstadt in Ost oder West stehen. Das ist wirklich scheußlich.


    Die gerade freigelegte Straßenfassade finde ich aber durchaus akzeptabel - trotz ihrer Breite. Erinnert mich an den lobenswerten Wohnungsbau der 20er-Jahre, der viel besser war als das, was die Nachkriegszeit zu bieten hatte. In seiner Betonung der Horizontale erinnert mich das Haus ein wenig an das Ellington-Hotel, auch wenn es an dessen Qualität natürlich bei weitem nicht heranreicht.

  • Die gesamte "Breitseite" an der Krausenstraße ist jetzt fertig. In der Länge erscheint es mir dann doch etwas monoton:



    Das NO-Eckgebäude an der Krausenstraße/Jerusalemer Str. bekommt als Abwechslung eine horizontale "Streifung" aus gelben Ziegeln:



  • Das ist echt enttäuschend. Muss man ehrlich sagen. :Nieder:


    Da hatten selbst so einige DDR Plattenbauten mehr Qualität. Warum das gleiche Design auf sooo einer langen Strecke. Ich verstehe manchmal die Kreativlosigkeit nicht.


    Und selbst wenn man nur ein Drittel von dem Riegel gebaut hätte, in 10 Jahren wird das Ding mal richtig mies gealtert sein. Diese Styroporoptik ist furchtbar.


    Positiv lässt sich nur festhalten dass der Blockrand geschlossen wurde. Alles andere ist leider ein Griff ins Klo. Sorry.

  • ^ Finde ich überhaupt nicht. Bin gestern vorbeigefahren und war positiv überrascht. Es wirkt in natura bei weitem nicht so lang wie auf dem Bild (ich nehme an, Backstein hatte sein Objektiv bis zum Anschlag auf Weitwinkel gedreht). Mit dem schlechten Altern könntest Du recht haben, sonst gefällt mir die große Linie der Gestaltung aber ganz gut: Die horizontalen Bänder, rhythmisch gegliedert durch Balkone und Vorsprünge, erinnern mich, wie oben gesagt, an den Wohnungsbau der Zwanzigerjahre. Das unterschiedliche Schmuckmaterial schafft etwas Abwechslung; ebenso die mal in Metall, mal in Holz ausgeführten Fensterrahmen.


    Die Verarbeitung mit Styropor und Riemchen ist natürlich Schrott – aber das fällt hier m.E. wesentlich weniger ins Gewicht als bei vielen neo-historistischen Fassaden, die genauso mies verarbeitet sind, aber noch viel billiger wirken, weil bei ihnen das Styropor zusätzlich noch als Stuck-Fake herhalten muss. Außerdem muss man bedenken, dass sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite die riesigen Hochhaus-Blöcke der Leipziger Straße befinden. Hier hätte eine zu kleinteilige Parzellierung leicht unfreiwillig niedlich wirken können.


    Mein Fazit: Weit davon entfernt, gute Architektur zu sein, aber (zumindest auf dieser Seite) ein gefälliger Berliner Straßenblock auf einem Grundstück, das vorher nichts als Hinterhof war.

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  • ^/^^ Ich habe natürlich das Weitwinkelobjektiv bemüht, das ändert aber nichts daran, dass sich die Fassade (dunkelroter Klinker / hellgrau) über satte 130 m erstreckt. Ich fand es auch vor Ort zu monoton und massig.


    Klar ist es durchaus "ok", aber man hätte sich m. E. auch keinen Zacken aus der Krone gebrochen, mehr Abwechslung bei der Gestaltung zu realisieren. Dann wäre es "noch mehr ok" gewesen. :) Den nordöstlichen Eckbau z. B. finde ich viel freundlicher und gelungener.

  • Also ich finde die Bewertungsmaßstäbe hier dann doch aber manchmal etwas seltsam. Da werden z.b. Bauten von Nöfer etc. Völlig in Grund und Boden geredet und die Bauten oben sind dann plötzlich völlig okay. Ganz ehrlich. Es könnten auch sanierte DDR Plattenbauten sein.


    Was an diesem Bau auf der Länge in Plastikoptik jetzt so okay sein soll erschließt sich mir nicht. Aber Geschmack ist ja auch verschieden. Nur länger als 30 Jahre stehen die Dinger auch nicht.

  • ^ Die Kritik ist Unsinn, da es hier im Forum verschiedene Teilnehmer gibt. Ich habe Bauten von Nöfer keineswegs disqualifiziert. Es gibt halt eine Meinungsvielfalt.


    Auch die Aussagen mit 10 Jahren und 30 Jahren sind merkwürdig. Die sind viel zu kurz gegriffen. Machen wir 20 und 50 Jahre draus kommt es vielleicht hin.


    Ich sehe hier eine Bebauung im Blockrand :daumen:. Kubatur und Größe sind dementsprechend o.k.
    Die Fassade nimmt ganz eindeutig die Gestaltung der klassischen Moderne aus den 20er Jahren in Berlin auf. :daumen:
    Die Qualität des Fassadenbaus ist nicht erstklassig. Vollklinker wäre besser und auch ein alternatives mineralisches Dämmmaterial. Nunja, Standart halt. Aber die Beschimpfungen dieser Technik im Forum erscheinen mir weit überzogen.
    Die langgezogene Fassade kann man kritisieren, aber so etwas finder man in den 20er Jahre Siedlungen auch häufig, dennoch wirkt es nicht tot wie ein Plattenbau und so wird es, hoffe ich, auch in diesem Fall sein.


    Ich gehöre zu denen, die auch sonst die Luisenstadt mit ihrer Traufhöhe, Blockrand und Parzellen recht gelungen finden, Stimmann sei dank.


    Wer einen Plattenbau so hinbekommt, verdient einen ordentlichen Preis.

  • Ich sehe das wie Rotes Rathaus.
    Durchaus gelungen dieser Bau. Man darf halt nicht vergessen, dass hier keine gehobenen Eigentumswohnungen entstehen.
    Nöfer in diesen Zusammenhang zu erwähnen halte ich für wenig sinnvoll, dessen Zielgruppe ist eine ganz andere und er hat auch sicher ein anderes Budget, von daher nicht vergleichbar.
    Abgesehen davon ist es legitim Nöfer zu kritisieren, da seine Architektur meist recht banal und langweilig ohne jegliche Kreativität ist, meist eine Art Nachahmung von früherer Architektur und meines Erachtens nur zielgerichtet für eine entsprechende Klientel gebaut wird ohne Anspruch durch seine Architektur Eigenes zu schaffen und auszudrücken.
    Ebenso unsinnig, das mit einem Plattenbau zu vergleichen, für mich liegen in der Gestaltung und Ausführung Lichtjahre dazwischen, aber das sieht jeder nach seinem ideologischen oder ästhetischen Standpunkt aus anders.

  • Weiter geht es mit der Südostseite (Jerusalemer Straße, Schützenstraße) - auch hier fallen jetzt die ersten Gerüste. Hier werden anscheinend überall die gelben Kinkerbänder geklebt:




  • leider

    Ich bedauere mich wiederholen zu müssen, aber bei jedem Blick bedaure ich zutiefst die geringe Dichte dieser Bebauung. Nicht nur dass es in dieser Lage mindestens 2-3 Etagen mehr sein müssten, selbst die umliegende Bebauung ist es teilweise ja deutlich - nicht nur die Hochhäuser in der Leipziger, sondern auch das Mosse Palais oder die Krausenhöfe oder demnächst das neue ASV Gebäude.


    Der größte Teil ist dann auch noch zusätzlich mit den grünen "Mosaik" Steinchen geschmückt. Wirklich schade.

  • ^ Das ist stark übertrieben. Die grünen "Mosaik"-Steinchen gibt es nur am nordwestlichen Gebäude. Am besonders langweiligen Südwest-Gebäude sind es vorwiegend dunkelgraublaue Mosaiken. Der überwiegende Teil der Fassaden hat keine Mosaiken.


    Die Mosaiken finde ich sogar noch ganz okay, eben weil sie eher sparsam eingesetzt wurden. Und bei der Geschosshöhe bin ich sehr froh, dass sie nicht höher ausgefallen ist, sonst würde der Block noch viel massiger aussehen, als er es eh schon tut.

  • Es passt in jedem Fall in das kleinkarierte Bauen an dieser Stelle. Hauptkritik is der Baukörper an sich und die Gesamtgestaltung. Dieser Bau steht so oder so ähnlich in Bochum, Gütersloh oder Kassel. Da habe ich an dieser Stelle und an meine Stadt eine andere Anspruchshaltung.

  • In einem aktuellen Artikel der Berliner Zeitung zum Thema Mietpreise wird dieses Foto aus erhöhter Position gezeigt, das einen guten Überblick über die südlichen Hoffassaden des Markgrafenkarrees verschafft:


    http:// http://mobil.berliner-zeitung.de/image/24222082/2x1/580/290/beb3b68d9a6b2f4288987f92b7c230f0/NF/markgrafenkarree.jpg


    Der Vollständigkeit halber hier der dazugehörige Artikel:


    http:// http://mobil.berliner-zeitung.de/berlin/immobilien-jeder-dritte-geplante-neubau-ist-eine-eigentumswohnung-24220346

  • Der Eckbau mit dem gelben Klinker gefällt mir eigentlich ziemlich gut, deutlich besser als der Nachbarbau. Er könnte allerdings deutlich mehr Höhe vertragen, etwa wie das Gebäude im Hintergrund. Der Block wirkt einfach zu suburban, wie die Wohnsiedlungen der 20er Jahre, die man halt allerdings an Orten wie Tempelhof oder Tegel findet und nicht im Zentrum.

  • Jerusalemer Straße

    Nachdem die Gebäude des Markgrafenkarrees fertig sind, wird an der Jerusalemer Straße gearbeitet. Ich bin gespannt, ob diese auf die ursprüngliche Lage und Breite umgebaut wird oder ob vor der östlichen Gebäudefront eine Art Vorgarten/eine Vorfläche entsteht: