Molkenmarkt, Klosterviertel - Neuplanung und kleinere BV

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    Also befürwortest du eine Steigerung des Radverkehrs durch z.B. solche Veränderungen wie am Molkenmarkt - sehe ich das richtig? :)

    Der Verkehr wird sich durch die angedachte Maßnahme sogar verstärken! Ich werde nämlich als Radfahrer in Zukunft dort wesentlich häufiger langfahren, weil die Gegend viel gemütlicher und ansprechender wird. Wenn der Verkehr in Berlin so vielfältig werden soll, wie es die Stadt selbst ist, dann sollte man den Radverkehr und E-Mobilität erhöhen.

    Aber mal im Ernst, diese Piste ist doch grausam. Und das Auto wird als Verkehrsmittel an Bedeutung verlieren. Ist mir schleierhaft, wie man diese Piste verteidigen kann.


    Wie ich bereits geschrieben habe, bin ich doch auch für eine Neubau bzw. für eine bauliche Verbesserung der Grunerstraße, damit sie ihre Hässlichkeit verliert und für alle Verkehrsteilnehmer, besonders Fußgänger und Radfahrer attraktiver wird. Wovor ich aber warnen möchte ist die Reduzierung der Spuren für Autos und die Verschwenkung der Straße, da dadurch der eh schon sehr dichte Verkehrsfluss nicht besser wird. Habe ich hier irgendwo geschrieben dass ich was gegen eine Radfahrerfreundliche Infrastruktur oder Stadtreparatur habe? Nein, im Gegenteil. Genug Raum für drei bis vier Spuren pro Richtung, schöne Grünflächen, Fahrrad- und Fußgängerwege UND Stadtreparatur ist doch da!
    Darf man hier noch warnen oder wird man dann gleich niedergemacht?

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    Es handelt sich um das Berliner Zentrum. Mit riesigen Ministerien, verschwenderisch großen Plätzen und übergroß dimensionierten Prachtbauten. Dazu gehört auch eine entsprechend dimensionierte Straße!

    Das hört sich aber nach verdammt wilhelminischem Hauptstadt-auf-die-Pauke-Gehaue an.
    Immerhin erkennst Du an, dass ja auch Infrastruktur für den Radverkehr ihre Berechtigung hat.
    Wie die Stadt der Zukunft aussieht, kannst Du ja mal hier schauen.

  • "Immerhin erkennst du an, dass auch Infrastruktur für Radverkehr ihre Berechtigung hat." - Was soll dieser Quatsch? :mad: Nur weil ich für eine Auto-gerechte Straße an diesem Punkt der Stadt bin heißt das doch nicht dass ich rückwärtsgewandt, wilhelminisch, konservativ, Radverkehr-feindlich oder sonswie bin oder denke. Ich sage nur, und das jetzt zum x-ten Mal, dass an dieser Stelle eine mehrspurige und Auto-gerechte Straße sinnvoll ist, den umgebenen Bauten angemessen ist und einer Stadtreparatur, Rad- und Fußwegen und Grünflächen NICHT im Wege steht.

    P.S.: Und das sage ich als passionierter Radfahrer!

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    Das hört sich aber nach verdammt wilhelminischem Hauptstadt-auf-die-Pauke-Gehaue an.
    Immerhin erkennst Du an, dass ja auch Infrastruktur für den Radverkehr ihre Berechtigung hat.
    Wie die Stadt der Zukunft aussieht, kannst Du ja mal hier schauen.

    Lächerlich.

  • ^ Was ist hier lächerlich? Ich werde nämlich aus Restrigos Äusserungen auch nicht ganz schlau. Und ja, in Teilen kann ich Urbanist Gedankengang nachvollziehen.

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    "...eine mehrspurige und Auto-gerechte Straße sinnvoll ist, den umgebenen Bauten angemessen ist und einer Stadtreparatur, Rad- und Fußwegen und Grünflächen...

    Es liegt mir fern dich anzugreifen, aber vielleicht solltest du mal überdenken das es manchmal nur das eine oder andere geben kann. Also entweder Autogerechte Stadt oder Stadtreparatur.
    Was du dir wünscht, kenne ich allgemein als die Eierlegende Wollmilchsau:lach:

    Gatriel: "Lächerlich" ist echt ne blöde Argumentation, ich kann Urbanist voll und ganz recht geben wie wichtig Infrastruktur für den Radverkehr ist.

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    Das hört sich aber nach verdammt wilhelminischem Hauptstadt-auf-die-Pauke-Gehaue an.
    Immerhin erkennst Du an, dass ja auch Infrastruktur für den Radverkehr ihre Berechtigung hat.
    Wie die Stadt der Zukunft aussieht, kannst Du ja mal hier schauen.

    Da kommt die Hauptstadt des kleinen Österreich, Wien, wesentlich repräsentativer daher. Auch nach dem Umzug von Bonn bleibt der Gestus deutscher Bundesbauten vergleichsweise nüchtern.

    Wie gesagt, man kann nicht jede Ausfallstraße zur repräsentativen Achse hochjazzen. Viele in Berlin stört einfach schon wenn man nicht wie auf dem Dorf mit dem Auto vor jedem Gebäude mitten im Zentrum parken kann um seine Besorgungen zu erledigen o. ä.

    Fakt ist - nachdem für viel, viel Geld die neue U5 gebaut wird und es damit sogar direkt am Roten Rathaus eine eigene U-Bahn Station gibt kann nicht nur der Individualverkehr dort weggeschoben werden, das ist sogar geboten, will man diese große Investition nicht ad absurdum führen. Nur für Touris hätte es das nicht gebraucht, die laufen eh lieber oberirdisch und schauen sich die Stadt an. Und wer dann zu bequem ist das Auto stehen zu lassen und mit der U5 oder dem Fahrrad ins Zentrum zu fahren - Pech gehabt.

    Moderne Stadtplanung heißt im 21. Jh. doch v. a. die Autos raus aus den Zentren zu drängen. Wir schaffen es in Berlin nicht einmal unser Prachtrathaus vom Autoverkehr zu befreien. In jeder anderen Großstadt mit Prachtrathaus, die ich bereist habe, ist solch ein Rathaus im Zentrum einer belebten Fußgängerzone oder eines belebten Rathausplatzes, wo KFZ höchstens im morgendlichen Lieferverkehr mit Schrittgeschwindigkeit Zugang haben.

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    Es liegt mir fern dich anzugreifen, aber vielleicht solltest du mal überdenken das es manchmal nur das eine oder andere geben kann. Also entweder Autogerechte Stadt oder Stadtreparatur.
    Was du dir wünscht, kenne ich allgemein als die Eierlegende Wollmilchsau:lach:

    Gatriel: "Lächerlich" ist echt ne blöde Argumentation, ich kann Urbanist voll und ganz recht geben wie wichtig Infrastruktur für den Radverkehr ist.


    Genau da ist der Punkt! Wenn man sich das verlinkte Baumassemodell genau ansieht kann man mit etwas Phantasie die geplante Verschwenkung mit T-Kreuzung in eine gerade Straßenführung verwandeln, wodurch ein bis zwei dieser kleinen drei stöckigen Blöcke wegfallen würden. Der Rest der geplanten Stadtreparatur neben dem alten Stadthaus, am Molkenmarkt etc. würde nicht berührt werden. Ich bezweifle dass sich manche in diesem Forum mit dem Areal auskennen, denn sonst würde hier stärker differenziert werden.
    Meiner Ansicht nach ist an diesem Punkt der Stadt diese eierlegende Wollmilchsau definitiv möglich, wenn sie politisch gewollt ist. Der Platz ist da und es würden nur wenige, kleine Gebäude wegfallen, vor allem der Eckbau der soweit ich weiß mal als Studentenwohnheim geplant war.

    P.S.: Lächerlich trifft es doch ganz gut.:)

  • @Pumpi
    Was hat denn die Verlängerung der U5 mit dem dortigen Verkehrsaufkommen zu tun? So isoliert vom ÖPNV war die Kreuzung bisher nun auch nicht. Und die Zahl derer, die im Rat- oder Stadthaus arbeiten ist auf die Gesamtzahl der Berliner bzw. der Autofahrer, die diese Kreuzung ständig oder gelegentlich mit dem Auto passieren. Höchstens die Nutzer der S1/2/21 von Süden her kommend haben in diesem Zusammenhang etwas von der U5.

  • Wenn die Straße also für den Anliegerverkehr gar nicht wichtig ist, wieso "zum Teufel" sollte man dann dort Durchgangsverkehr, ausgerechnet am Roten Rathaus, vorbeiführen? Dann muss halt eine Alternative gefunden werden. Mein Gott, jedes Provinznest hat im Bundesverkehrswegeplan große Tangenten angemeldet um die jeweilige Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Ich sag ja nicht, es muss morgen passieren. Aber in die Richtung zu planen, eine Perspektive zu haben, dass sich die Dinge dort verbessern, das wäre schonmal ein Anfang (natürlich nicht nur um des Roten Rathaus Willen, sondern um das Zentrum insgesamt zu entlasten).

    Aber es scheint niemand die Notwendigkeit zu sehen und die Fantasie dafür zu haben, was das für eine gute Stube der Stadt sein könnte, wenn sich unser Rathaus statt inmitten eines Straßenblocks inmitten einer großzügigen Piazza, mit Wasserspielen, schattigen Bäumen und Sitzgelegenheiten befände, die das Rathaus im Halbrund umgeben und Treffpunkt für Menschen jeden Schlages sind. Wenn öffentliche Flächen nicht nur graue, häßliche Steinwüsten sind, wie der Alex, dann gehen Leute auch anders damit um - selbst in Berlin. Häßlichkeit macht häßlich. Und umgekehrt schätzt auch der größte Assi eine angenehme Umgebung. Ich bin überzeugt, es würde funktionieren und von den Berlinern angenommen werden.

  • Ich habe absolut nichts dagegen, dass diese Schneise wegkommt. Für je einen schönen Platz vor Rat- und Stadthaus wäre ich ja auch. Der Zusammenhang mit den paar Metern mehr U5 erschließt sich mir nur nicht.

  • Die diskutierte Neuplanung sieht ja vor, die Grunerstraße auf die Größe der Leipziger Straße am Bundestrat zu schrumpfen. Das bedeutet, dass derselbe Durchgangsverkehr, der sich durch die Leipziger Straße quält, dann auch die Engstelle Grunerstraße passieren muss. Möglich ist es, man kann es schon heute am Leipziger Platz bewundern.
    Was haltet ihr davon, wenn man die Planungen so realisiert, aber anstatt der Verschwenkung hinter dem Roten Rathaus einen neuen hübschen Platz (selbstverständlich ohne Parkmöglichkeiten) baut?

  • Nichts. ich kann mich nur wiederholen, die Straße bleibt 6spurig und dann ist der einzige Unterschied für die Autofahrer gegenüber eine weiterhin "geraden" Trassenführung, dass sie zwei Mal mehr abbiegen müssen und dadurch evt. 2 Min. mehr Zeit benötigen.

    Auf jedem Stadtplan sieht man überdeutlich, wie brutal und rücksichtslos diese Trasse in ihrer derzeitigen Führung die Innenstadt zerschneidet, selbst entgegen der heutigen Stadtstruktur. Die Verschwenkung kann hier nur eine Verbesserung bringen.

    Ich fände es allerdings wie Ben sinvoll, den Stadtraum vor dem Stadthaus freizuhalten und dort einen kleinen Platz anzulegen. Dann bliebe die Sicht auf das repräsentative Gebäude erhalten. Und wenn da 100 Mal vor dem Krieg Häuser standen, ich fände es trotzdem besser.

  • Die Sache ist ja weniger, dass man 2x abbiegen muss, das bekämen glaube ich alle hin. Aber Kurven bringen Ampeln und diese könnten/werden den Verkehrsfluss ins stocken bringen, sodass es zu Staus kommt. Das sind dann mehr als 2 Minuten. Und wenn dann noch die Straba kommen soll...Aber zu bestimmten Zeiten ist dort auch jetzt alles dicht. Insofern...

  • Naja, dann dauert es halt noch länger, na und? Dieses Selbstverständnis der Autofreunde, dem Autoverkehr immer Vorrang einzuräumen, halte ich für antiquiert und zudem ungerecht. Ampeln ermöglichen u. a. auch Fußgängern und Radlern, Straßen (sicher) überqueren zu können. Warum sollen Autofahrer weniger warten müssen als alle anderen? Warum sollen alle anderen zugunsten einiger Minuten Zeitgewinn der Autofahrer auf eine sinnvolle Stadtreparatur verzichten?

  • Warum immer entweder oder!? Sollte es nicht Ziel einer guten Stadtplanung sein, alle Interessengruppen unter einen Hut zu bringen? In engen Städten ist das nicht immer möglich, aber hinter dem Roten Rathaus kann man sich nun wirklich nicht über Platzmangel beklagen!

  • Wichtig ist bei diesem Thema, die Verlängerung der A100 bis Frankfurter/Storkower Str. mitzudenken.

    Ich bin als jemand, der übers Jahr gesehen in etwa gleichen Teilen Autofahrer, Radfahrer und BVG-Nutzer ist, sehr dafür, daß Molkenmarkt/Klosterviertel wieder städtisch wird. Insofern begrüße ich den jetzigen Plan städtebaulich sehr - übrigens auch die Bebauung vor dem Stadthaus, das wird städtebaulich ein schöner Platz, ob auch architektonisch wird sich zeigen. Die Zentralperspektive wird vollkommen überschätzt (und bleibt ja teilweise auch erhalten).

    Natürlich wird der Verkehr etwas zäher. Es kommt aber effektiv nur eine Ampel hinzu, an der man Abbiegen muß. Aber warum ist der ganze Bereich so furchtbar befahren? Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß diese wüste Schneise für alle Autofahrer aus dem (Süd-)Westen der Stadt (also südlich der Siegessäule), die in den Osten jenseits des Straußberger Platzes wollen, aber nicht an den östlichen Stadtrand, die rationale Wahl ist. Deswegen ist die Umfahrung über eine Stadtautobahn bis Frankfurter/Storkower Str. sehr wichtig und müsste mMn parallel geplant und auch nicht erst Jahrzehnte später eröffnet werden. Im Gegenzug sollte man über weiteren Rückbau innerstädtischer Schneisen, von denen es ja noch genügend gibt, nachdenken. Man verliert entlang der geplanten A100 Trasse sehr viel weniger als man in innerstädtischen Bereichen hinzugewinnt.

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    Sollte es nicht Ziel einer guten Stadtplanung sein, alle Interessengruppen unter einen Hut zu bringen?


    Wird nicht genau das dort angestrebt? Aktuell besteht ja eine Schieflage in der sich eine viel zu breite Autobahn durch die Innenstadt frisst auf Kosten von nicht vorhandener Urbanität und Raum für gewinnbringendere Nutzung w.z.B. Wohnen etc.

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    Genau da ist der Punkt! Wenn man sich das verlinkte Baumassemodell genau ansieht kann man mit etwas Phantasie die geplante Verschwenkung mit T-Kreuzung in eine gerade Straßenführung verwandeln, wodurch ein bis zwei dieser kleinen drei stöckigen Blöcke wegfallen würden. Der Rest der geplanten Stadtreparatur neben dem alten Stadthaus, am Molkenmarkt etc. würde nicht berührt werden. Ich bezweifle dass sich manche in diesem Forum mit dem Areal auskennen, denn sonst würde hier stärker differenziert werden.
    Meiner Ansicht nach ist an diesem Punkt der Stadt diese eierlegende Wollmilchsau definitiv möglich, wenn sie politisch gewollt ist. Der Platz ist da und es würden nur wenige, kleine Gebäude wegfallen, vor allem der Eckbau der soweit ich weiß mal als Studentenwohnheim geplant war.

    P.S.: Lächerlich trifft es doch ganz gut.:)

    Ich kann den Sinn deiner Aussage beim besten Willen nicht verstehen. Ein Verzicht auf die Verschwenkung würde, wie du selbst erwähnt hast, die Anzahl der Blöcke im Klosterviertel reduzieren (btw haben die niedrigsten Blöcke 5 Geschosse, nicht 3), während gleichzeitig die sinnlos große Schneise zum Roten Rathaus bestehen bliebe. Die freie Fläche hier könnte bestenfalls für Stellplätze genutzt werden. Gewinn für den Straßenverkehr: Null, da sich dadurch die Anzahl der Spuren nicht erhöhen würde, was, selbst wenn es so wäre, nichts brächte, da die Leipziger Straße der limitierende Faktor ist. Um mit dem früher mal guten Grönemeyer zu sprechen: Was soll das?

    An Alle: Ich hatte um 2010 rum mal mit dem Senat hinsichtlich dieser Planung zu tun. Damals war eine sehr aufwändige Neuinterpretation des Jüdenhofs geplant. Weiß jemand, was davon übrig blieb?

    P.S. Wünschenswert wäre für meinen Geschmack eine örtliche Bauvorschrift im B-Plan, welche geneigte Dächer vorschreibt. Im Schrägluftbild kann man gut erkennen, daß Flachdächer hier noch wesentlich mehr stören würden, als sie es ohnehin schon tun.