• Dekadenz? Vielmehr noch absolute Kleingeisterei und Provinzdenken. Der Region London geht es auch ohne Ende gut - trotzdem wird investiert und gebaut, dass einem die Augen rausfallen. Und das obwohl London 5 bis 6 mal größer als München ist! Gleiches passiert doch auch in Wien oder Mailand, Lyon oder Amsterdam. Würde es Indexgrößen wie "Einwohnerzahl / Vision" oder "Wirtschaftsleistung / Städtebauliche Projekte" geben, so würde München weltweit an erster Stelle rangieren. Die Stadt ist mittlerweile so ziemlich allein in Ihrer begrenzten Sichtweise.

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    Zitat Isek:
    Der Region London geht es auch ohne Ende gut - trotzdem wird investiert und gebaut, dass einem die Augen rausfallen. Und das obwohl London 5 bis 6 mal größer als München ist!

    Nicht obwohl, genau deswegen.

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    Zitat Isek:
    Würde es Indexgrößen wie "Einwohnerzahl / Vision" oder "Wirtschaftsleistung / Städtebauliche Projekte" geben"

    Der Index stellt nur quantitative Verhältnisse dar, die in München gar nicht mal das Problem darstellen, sondern häufig eher die qualitativen und vor allem zeitlichen Aspekte.
    Die meisten der großen Projekte werden erst in ein bis drei Jahren gestartet, die Vorlaufzeit dauerte viel zu lange. Klar, vor 10 Jahren hat niemand einen derartigen Bevölkerungsschub erwartet, trotzdem werden dringende Reformen und Überplanungen zu oft verschlafen.

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    Die Stadt ist mittlerweile so ziemlich allein in Ihrer begrenzten Sichtweise.

    Nein, das ist ein gesamtdeutsches Problem (FFM mal ausgenommen, wobei das eben davon abhängt, inwiefern man auf Hochhäuser steht). Zumal es eher die Bürger sind, die die Richtung vorgeben. Die Politiker äffen ja nur alles nach, in der Hoffnung keine Stimme zu verlieren. Bei der FDP hat man gesehen, wohin das führt, wenn man gegen den Strom schwimmt. Man sieht jetzt, dass sich einiges schon in die richtige Richtung bewegt und Tabuthemen wieder angesprochen werden. Was fehlt ist aber eine starke Führung mit klaren Vorgaben und Zielen. Es erweckt den Eindruck, als werde zu viel Zeit darin investiert, sich gegeneinander auszubremsen, anstatt an einem Strang zu ziehen (Stadt <-> Umland).

    Vielleicht wird aber auch gerade in einem anderen Forum darüber frohlockt, wie toll München doch alles macht und sich gegen den Wachstumsdrang stellt (stellen will). Unsere Sichtweise ist nur eine von vielen, in Deutschland sogar nicht unbedingt die Gesellschaftsfähigste.

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    Nein, das ist ein gesamtdeutsches Problem (FFM mal ausgenommen, wobei das eben davon abhängt, inwiefern man auf Hochhäuser steht).

    Neben FFM würden auch Hamburg, Düsseldorf und Berlin mit den Möglichkeiten Münchens anders umgehen. Wien macht es ja praktisch vor.

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    Berlin? Lediglich 8500 Wohnungen pro Jahr werden dort gebaut. Bei 3.5 Millionen Einwohnern und 850km^2 Fläche. Ich sehe den Vorteil nicht, den München hier haben sollte, eher einen Nachteil.

    Hamburg? Ist wirtschaftlich ähnlich gut aufgestellt, besitzt viel freie Flächen, ist finanzstark und attraktiv. Was hat München so viel mehr?

    Wien? Ist nicht Deutschland ;)
    Als Vergleich mit München zum Thema Hochhäuser und Neubaudichte aber gut zu vergleichen, da Wien sogar deutlich mehr an historischer, schützenswerter Bausubstanz und Panoramen besitzt, um welche in München die Bürger und Politik fürchten, sobald sich ein Gebäude höher als die Frauenkirche oder die Dorfkirche X macht. Dass dies eben meist nicht apokalyptisch zu bewerten ist, sieht man gut in Wien (auch wenn mit dem viel zu hohen und plumpen DC-Tower deutlich über das Ziel hinaus geschossen wurde).

  • Hamburg ist ein mindestens eine Klasse schlechterer Investitionsstandort. Die lächerlichen Wachstumszahlen zeigen das sehr gut. Berlin wächst mit fast ähnlichen Raten wie München oder Wien. Berlin hat dazu eine ganz andere Belegungsstruktur der Wohnungen. Allein wenn Berlin einen ähnlichen Anteil und eine ähnliche Belegungszahl im Bereich der 1 Zimmer Wohnungen und WGs hätte läge vermutlich die Bevölkerungszahl bei über 5 Millionen. Ergo, Berlin kann noch viele Menschen stapeln, bevor es wirklich viele viele neuen Wohnungen braucht.

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    2014 wurden in der Hauptstadt 8744 Wohnungen fertiggestellt, sowohl im Neubau als auch durch Um- und Ausbau.
    Das war ein glattes Drittel mehr als im Jahr davor. Und es ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000.
    2006 war der absolute Tiefpunkt erreicht. Damals kamen nur 3126 Wohnungen auf den Markt.
    Von dem großen Bauboom in den 90er-Jahren sind die aktuellen Zahlen zu den neuen Wohnungen allerdings weit entfernt. Damals wurde unter anderem wegen der außerordentlich günstigen Abschreibungsmöglichkeiten gebaut, was Kalk, Sand und Beton hergaben. Auf dem Höhepunkt der Bautätigkeit wurden 1997 im Vergleich zu heute sagenhafte 33.000 Wohnungen in Berlin fertiggestellt.
    Vergleich: Im Vergleich der 16 Bundesländer liegt Berlin im Mittelfeld, was die absolute Zahl der neuen Wohnungen im Jahr 2014 angeht. Ganz vorn liegt das Flächenland Bayern mit mehr als 51 500 Wohnungen. Kein Wunder, kann man da sagen, bei einem so wohlhabenden Bundesland mit vielen vermögenden Einwohnern. In keinem anderen Land wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen je 1000 Einwohner gebaut. In Bayern liegt dieser Wert bei 4,1, Berlin kommt auf 2,6.

    Quelle des Zitats: http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/ber…0,31818538.html

  • Meiner Meinung nach ist London ein perfektes Beispiel wie man es NICHT macht. Wie die ihre Innenstadt verschandelt haben ist einfach unfassbar. Da bin ich froh, dass Paris verschont wurde und somit in Sachen Architektur nun Europas bei weitem bedeutendste und beeindruckendste Stadt darstellt.

    Ich bitte Euch, das Thema "Flughafen München" nicht aus den Augen zu verlieren ;) Danke. iconic.

  • Zurück zum Flughafen:
    Ich denke wir sind uns alle einig, dass ein Flughafen mit drei Startbahnen mehr Wachstumspotential hat, als einer mit nur zwei. Die daraus resultierende Frage, nach dem zukünftigen Wachstum ist m.E. nicht rein objektiv zu beantworten. Vielmehr geht es doch darum, wieviel Wachstum man zulassen will und an welches Zukunftsszenario man demnach glauben will.

  • Die Slot-Diskussion geht weiter. Offenbar erklärte Kerkloh nun, dass die KLM/AF-Tochter Transavia die vorerst letzte Neuansiedlung auf dem Airport sei, da es ohne dritte Startbahn einen massiven Mangel an Slots gibt. Dem widersprechen die Flughafengegner, die unter anderem darauf hinweisen, dass zahlreiche Spitzenzeiten-Slots nach wie vor an Kleinstflugzeuge und Privatjets mit weniger als 20 Passagieren vergeben würden.

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/flugh…aften-1.2724098

  • Mich wundert es, dass die Presse diesem Kerkloh überhaupt noch eine Plattform für sein substanzloses Rumgeheule bietet, obwohl es schon sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass Seehofer diesem Unsinn für die nächsten Jahre endgültig einen Riegel vorschiebt.
    Dann kann sich die Politik wieder wichtigeren Themen (auch bei der Mobilität) widmen, was leider momentan nicht passiert.

  • Was sehr interessant ist, ist ein Vergleich der Anflüge auf London bzw München via Flightradar24.com. Dort sieht man sehr schön anhand vieler Flüge wie sie oft 2 3 4 Warteschleifen im Nordosten oder Südosten der Stadt fliegen. Damit kann man offenabar die hohe Kapazität erreichen. In München fliegt nichts und niemand eine Warteschleifen. Alles kommt direkt rein.

    Ist alles live auf Flightradar24.com sehr nett zu beobachten.

  • Achso, Warteschleifen gelten ja jetzt als erstrebenswert, ich vergaß. Je öfter, desto besser für die Umwelt. Schon merkwürdig warum sich Herr Kerkloh derart dagegen wehrt. Noch dazu, weil es die Airlines sicher freut, wenn ihre Flieger länger in der Luft bleiben dürfen, so kann man als kleines Gutti noch den Durchschnittsverbrauch senken. Vergleiche mit London sind auch immer wieder aufschlussreich und bilden den Flughafen München 1:1 ab. Und weil es so schön ist, mit den Warteschleifen in London (z.B. eine vorab Stadtbesichtigung!), wird dort auch nicht schon seit Jahrzehnten eine Erweiterung gefordert. Wir in München müssen dringend aufpassen, die absolut genialen Zustände in London nicht aus den Augen zu verlieren.

  • Gute Nachricht. Zeigt es doch, Herr Kerkloh hatte recht, als er in der letzten PM vorhersagte, dass die Flugbewegungen in 2016 wieder signifikant steigen werden.
    Wurde ja von den Gegner der Schwindelei und Übertreibung bezichtigt.
    Ob ein Magerl jetzt noch ruhig schlafen kann ?

    Einmal editiert, zuletzt von munichpeter (18. November 2015 um 10:55)