Beiträge von Jai-C

    Ja, die Aufteilung von Hilmer und Sattler finde ich auch besser. Ideal fände ich einen einzelnen Wohnturm in der Gestaltung wie von Ingenhoven vorgeschlagen an der Ecke direkt nördlich des OPES-Turms - gerne auch ein paar Stockwerke höher. Die Türmchen, wie sie von Ingenhoven derzeit geplant sind, würden weitgehend hinter dem Blockrand an der Moosacher Straße verschwinden.

    Die Bindungsfrist ist nur die rechtliche Verbindlichkeit des Bürgerbegehrens. Die politische Wirkung dauert erheblich länger. Denn Politiker wollen in erster Linie Politik machen, die vermeintlich den Willen der Wähler repräsentiert und für die sie wiedergewählt werden. Das Ergebnis eines Bürgerbegehrens zu ignorieren, kurz nachdem seine Verbindlichkeit abgelaufen ist, das ist aus politischer Sicht riskant. Erst recht wenn es zum zweiten Mal gegen die Hochhäuser ausgehen sollte...

    Es dürfte insgesamt schwerer für dieses Projekt werden nachdem die Stadt jetzt eine grün-rote Koalition hat. Die Grünen haben zuletzt einen Bürgerentscheid befürwortet:

    https://www.sueddeutsche.de/mu…aeuser-stadtrat-1.4786360


    Ohne einen weiteren Bürgerentscheid wird es also wahrscheinlich keine Genehmigung des Projekts geben. Einen Bürgerentscheid finde ich grundsätzlich gut und habe ihn auch schon mehrfach gefordert. Die Chance, dass dabei dieses Projekt gekippt wird und wir weiter die 99m-Grenze haben, ist jedoch hoch.

    Hier kurz ein paar Punkte, die in den Medien über den neuen Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, Volt und Rosa Liste berichtet werden:

    • Umsetzung der SEM-Nordost in der Variante mit höchstmöglicher Dichte
    • Ausbau Tramnetz (Westtangente, Nordtangente, Verlängerung der Linien 23, 24, 17)
    • Ausbau U-Bahn-Netz (zunächst U4/5, U9)
    • Ausbau Radwegenetz (inkl. Giesinger Steg, Braunauer Brücke)
    • keine weiteren Planungen für Straßentunnels (Prüfung anderer Lösungen zum Anwohnerschutz)

    Den Koalitionsvertrag finde ich insgesamt positiv. Insbesondere die autofreie Innenstadt und der deutliche Ausbau von Radwegen sind überfällig und der richtige Schritt. Die geplanten Straßentunnel können gerne wegfallen, da gibt's sicher bessere Lösungen für die Anwohner. Gut dass die SEM kommt und zwar richtig! Ich hoffe die ÖPNV-Projekte werden auch tatsächlich umgesetzt und wir haben für wichtige Projekte demnächst mal einen Baubeginn.

    Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise wird die Nachfrage nach Immobilien stark beeinträchtigen und könnte insbesondere für spekulative Anleger zu einem großen Problem werden. Ich denke das oft angekündigte Platzen der Immobilienblase steht unmittelbar bevor. Der Nachfrageeinbruch im Immobiliensektor bezieht sich nicht nur auf den Verkauf von neuen Objekten, sondern auch auf die Einnahmen mit Bestandsimmobilien - neben Privathaushalten, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können/müssen, haben auch diverse große Unternehmen (z.B. Adidas) angekündigt ihre Mieten nicht mehr bezahlen zu wollen. Ich erwarte einen drastischen Einbruch des Immobilienmarkts...

    Nette Idee... Hr. Scheuer kommt momentan mit vielen solcher Vorschläge (wie z.B. die Paket U-Bahn). Vielleicht will er damit von seinem Maut-Debakel ablenken.


    Mal im Ernst. Unser Land ist derart fortschrittsfeindlich und das insbesondere hinsichtlich Infrastruktur. So eine Strecke zu bauen würde mindestens eine Generation dauern. Ich würde da lieber auf eine klassische Rad-Schiene-Lösung setzen, da wissen alle (Behörden, Gerichte, Planungsbüros...) was auf sie zukommt und auch wenn Bauer Huber klagt, wird es vielleicht in 20 Jahren eine Strecke geben.

    Eher wirkt das Gebäude nun noch plumper und breiter und verliert seine Proportionen.

    Das Gebäude hätte aufgestockt werden müssen. Es war schon vor dem Umbau zu niedrig. Mit vier zusätzlichen Stockwerken würde es deutlich ansprechender wirken. Ich verstehe nicht weshalb man das nicht versucht hat. Stattdessen hat man die abgeschrägten Ecken verbreitert und damit die Proportionen weiter verschlechtert.

    Was ich vor allem nicht verstehe ist, warum man für die rautenförmigen Kanten ein Glas mit Tönung verwendet hat, das nicht zum Rest passt.

    ...dann wäre meine Frage warum wir nicht auch über die Höhe der Steuersätze, Mietpreise, oder Arbeitszeiten und Feiertage Bürgerentscheide machen. Manche Themen verlangen klug ausgearbeitete Konzepte von Fachleuten und nicht den Senf von Max Mustermann.

    Ich finde diesen Vergleich nicht fair. Denn höhere Steuern findet grundsätzlich niemand gut, es ist ein notwendiges Übel. Das gleiche gilt für Mietpreise oder Arbeitszeiten. Im Falle von Hochhäusern geht es um die Frage des Stadtbildes, das ist etwas völlig anderes und eine Frage von Ästhetik und persönlichen Präferenzen. Denn wie wir schon x-fach hier geschrieben haben: eine reine Verdichtung ist auch ohne Hochhäuser möglich.


    Welches Thema könnte also besser für eine solche Abstimmung geeignet sein?

    Man kann nur hoffen dass Carsharing überlebt. Nachdem der (in München stark vertretene) Anbieter Share Now die Einstellung seines Betriebs in Nordamerika und diversen europäischen Städten bekanntgegeben hat. Scheinbar rechnet sich das Geschäft nicht...

    Die Diskussionen hören auch dann nicht auf:



    Alles Projekte 100m oder niedriger

    Es geht nicht allein um die 100m. Viele regen sich einfach auf, weil sie keine Hochhäuser in ihrer Nachbarschaft wollen, das klassische Nimby-Phänomen. Man ist ja nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, solange sie nur woanders stehen. Genau deshalb ist diese Hochhausstudie und ihre Umsetzung in verbindliche Bebauungspläne auch so wichtig. Dann ist klar und transparent geregelt, wo Hochhäuser hin dürfen und wo nicht.


    Für mich sprechen mehrere Gründe dafür, dies mit einem neuen Bürgerentscheid festzusetzen:

    1. Die Hochhausfrage hat wenig mit den klassischen, politischen Themen von Parteien zu tun. Es ist eine spezielle Frage und sollte darum nicht von Volksvertretern bestimmt werden, die in der Regel wegen ihrer Ansichten zu gänzlich anderen Themen gewählt werden.

    2. Die einzige adäquate Antwort um ein Bürgerbegehren zu entkräften (auch wenn es rechtlich schon lange nicht mehr verbindlich ist), ist ein neues Bürgerbegehren.

    3. Den Bürgerinitiativen/Wutbürgern/Querulanten wird nachhaltig der Wind aus den Segeln genommen, wenn ein Hochhausrahmenplan von den Bürgern bestätigt worden ist.

    Also ich finde die Entscheidung für oder gegen Hochhäuser kann und sollte in einer Befragung der Bürger gefällt werden. Es geht um das Stadtbild, das hat etwas mit persönlichem Empfinden und wohlfühlen zu tun. Für diese Entscheidung braucht es keine große Fachexpertise oder Berufspolitiker, es ist Sache der Bürger!

    Die Rhetorik der Münchner Hochhausgegner verwendet gerne Worte wie "Vierkantbolzen" oder "Stangerlparade". Jemand der sich so äußert, der zeigt für mich keine Bereitschaft sich ernsthaft mit Gestaltung und Qualität auseinanderzusetzen. Im Grunde genommen wird so nur Angst geschürt: "Hochhäuser gefährden die Münchner Idylle und wer nicht dagegen ist, der befürwortet indirekt die Zerstörung des Stadtbildes". Eine Auseinandersetzung mit gestalterischen Details (z.B. indem man Nachbesserung an der Fassade oder gar die Auslobung eines Wettbewerbs fordert) hat praktisch nie stattgefunden.

    Zur Gestaltung: Ehrlich gesagt würde mir bei Beispielen wie hier dem BVK-Ensemble, dem Hyperion in Steinhausen oder dem KapWest auch die Lust auf weitere HH vergehen, wäre ich nicht immer noch optimistisch, dass es mit der Studie bzw. einem Rahmenplan und einem Gestaltungsleitfaden nur besser werden kann.

    Hast du einen einzigen Hochhausgegner sich negativ über diese Projekte äußern hören? Die Kritik kommt nur von denjenigen, die hier verpasste Potentiale sehen. Für Hochhausgegner sind hässliche Stumpen (genau wie die furchtbaren Flachbauten, die überall in der Stadt hochgezogen werden) ein Übel, das man notgedrungen erträgt.


    Für mich ist die Diskussion mittlerweile am absoluten Tiefpunkt angekommen. Bereits 2004 haben wir vorhergesagt: Eine Reduzierung der Maximalhöhe wird zu einer Explosion mittelhoher, gedrungener Stumpen führen. Genau das ist eingetreten, nur leider geht niemand gegen Kap West und Co. auf die Barrikaden. Es scheint wichtiger zu sein, die paar höheren Gebäude zu torpedieren.

    Genauso finde ich den zweiten Satz von Jai-C zu pauschal.

    Mit der Gestaltung von Hochhäusern setzen sich in differenzierter Form doch nur diejenigen auseinander, die Hochhäuser grundsätzlich befürworten. Bei den Gegnern ist die Höhe und Sichtbarkeit im Stadtbild das Thema weshalb sie gegen die Gebäude sind - die Gestaltung spielt da eine absolute Nebenrolle.


    Auch wenn von Gegnern immer wieder auf die ach so tolle Gestaltung alter Wahrzeichen (Hypo-Hochhaus, BMW-Vierzylinder) hingewiesen wird: Diese Gebäude werden vor allem auch deshalb akzeptiert, weil sie eh schon da sind und man sich daran gewöhnt hat.

    Die vorgeschlagene Zone rund um den Frankfurter Ring erstreckt sich über etwa 4km (Ost-West) und dann nochmal etwa 4km nach Norden entlang der A9. Das sind in Summe also etwa 8 km. Wenn auf diesem Gebiet kreuz und quer verstreut Hochhäuser gebaut werden, so wird sich dadurch allenfalls aus entfernten Perspektiven ein zusammenhängendes Bild ergeben, aber aus der Nähe werden es einfach nur lose verstreute Türme sein.


    Bitte übrigens nicht falsch verstehen: Ich freue mich, wenn man sich zu höherer Bebauung bekennt. Mir geht es nur darum, dass man nicht gleich das ganze Gebiet auf einmal für Hochhäuser freigibt, sondern sich zu Beginn auf kleinere "Keimzellen" konzentriert" und dann sukzessive weitere Grundstücke für höhere Bebauung dazukommen.


    Anders gesagt: Der Plan sollte nicht nur eine räumliche Komponente haben (die Zonen), sondern auch eine zeitliche Planung beinhalten, also wo losgelegt werden darf und wo es anschließend weitergeht.

    Insgesamt ist das eine solide Grundlage mit sinnvollen Standorten. Interessant wird die Umsetzung. Ich hoffe, man gibt in München erstmal nur Teile der für Hochhausverdichtung vorgesehenen Gebiete frei und hat den Rest für spätere Erweiterungen in der Hinterhand. Andernfalls würden sich die paar Türme womöglich über ein sehr großes Gebiet streuen und keine Cluster bilden.