Beiträge von Jai-C

    Nette Idee... Hr. Scheuer kommt momentan mit vielen solcher Vorschläge (wie z.B. die Paket U-Bahn). Vielleicht will er damit von seinem Maut-Debakel ablenken.


    Mal im Ernst. Unser Land ist derart fortschrittsfeindlich und das insbesondere hinsichtlich Infrastruktur. So eine Strecke zu bauen würde mindestens eine Generation dauern. Ich würde da lieber auf eine klassische Rad-Schiene-Lösung setzen, da wissen alle (Behörden, Gerichte, Planungsbüros...) was auf sie zukommt und auch wenn Bauer Huber klagt, wird es vielleicht in 20 Jahren eine Strecke geben.

    Eher wirkt das Gebäude nun noch plumper und breiter und verliert seine Proportionen.

    Das Gebäude hätte aufgestockt werden müssen. Es war schon vor dem Umbau zu niedrig. Mit vier zusätzlichen Stockwerken würde es deutlich ansprechender wirken. Ich verstehe nicht weshalb man das nicht versucht hat. Stattdessen hat man die abgeschrägten Ecken verbreitert und damit die Proportionen weiter verschlechtert.

    Was ich vor allem nicht verstehe ist, warum man für die rautenförmigen Kanten ein Glas mit Tönung verwendet hat, das nicht zum Rest passt.

    ...dann wäre meine Frage warum wir nicht auch über die Höhe der Steuersätze, Mietpreise, oder Arbeitszeiten und Feiertage Bürgerentscheide machen. Manche Themen verlangen klug ausgearbeitete Konzepte von Fachleuten und nicht den Senf von Max Mustermann.

    Ich finde diesen Vergleich nicht fair. Denn höhere Steuern findet grundsätzlich niemand gut, es ist ein notwendiges Übel. Das gleiche gilt für Mietpreise oder Arbeitszeiten. Im Falle von Hochhäusern geht es um die Frage des Stadtbildes, das ist etwas völlig anderes und eine Frage von Ästhetik und persönlichen Präferenzen. Denn wie wir schon x-fach hier geschrieben haben: eine reine Verdichtung ist auch ohne Hochhäuser möglich.


    Welches Thema könnte also besser für eine solche Abstimmung geeignet sein?

    Man kann nur hoffen dass Carsharing überlebt. Nachdem der (in München stark vertretene) Anbieter Share Now die Einstellung seines Betriebs in Nordamerika und diversen europäischen Städten bekanntgegeben hat. Scheinbar rechnet sich das Geschäft nicht...

    Die Diskussionen hören auch dann nicht auf:



    Alles Projekte 100m oder niedriger

    Es geht nicht allein um die 100m. Viele regen sich einfach auf, weil sie keine Hochhäuser in ihrer Nachbarschaft wollen, das klassische Nimby-Phänomen. Man ist ja nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, solange sie nur woanders stehen. Genau deshalb ist diese Hochhausstudie und ihre Umsetzung in verbindliche Bebauungspläne auch so wichtig. Dann ist klar und transparent geregelt, wo Hochhäuser hin dürfen und wo nicht.


    Für mich sprechen mehrere Gründe dafür, dies mit einem neuen Bürgerentscheid festzusetzen:

    1. Die Hochhausfrage hat wenig mit den klassischen, politischen Themen von Parteien zu tun. Es ist eine spezielle Frage und sollte darum nicht von Volksvertretern bestimmt werden, die in der Regel wegen ihrer Ansichten zu gänzlich anderen Themen gewählt werden.

    2. Die einzige adäquate Antwort um ein Bürgerbegehren zu entkräften (auch wenn es rechtlich schon lange nicht mehr verbindlich ist), ist ein neues Bürgerbegehren.

    3. Den Bürgerinitiativen/Wutbürgern/Querulanten wird nachhaltig der Wind aus den Segeln genommen, wenn ein Hochhausrahmenplan von den Bürgern bestätigt worden ist.

    Also ich finde die Entscheidung für oder gegen Hochhäuser kann und sollte in einer Befragung der Bürger gefällt werden. Es geht um das Stadtbild, das hat etwas mit persönlichem Empfinden und wohlfühlen zu tun. Für diese Entscheidung braucht es keine große Fachexpertise oder Berufspolitiker, es ist Sache der Bürger!

    Die Rhetorik der Münchner Hochhausgegner verwendet gerne Worte wie "Vierkantbolzen" oder "Stangerlparade". Jemand der sich so äußert, der zeigt für mich keine Bereitschaft sich ernsthaft mit Gestaltung und Qualität auseinanderzusetzen. Im Grunde genommen wird so nur Angst geschürt: "Hochhäuser gefährden die Münchner Idylle und wer nicht dagegen ist, der befürwortet indirekt die Zerstörung des Stadtbildes". Eine Auseinandersetzung mit gestalterischen Details (z.B. indem man Nachbesserung an der Fassade oder gar die Auslobung eines Wettbewerbs fordert) hat praktisch nie stattgefunden.

    Zur Gestaltung: Ehrlich gesagt würde mir bei Beispielen wie hier dem BVK-Ensemble, dem Hyperion in Steinhausen oder dem KapWest auch die Lust auf weitere HH vergehen, wäre ich nicht immer noch optimistisch, dass es mit der Studie bzw. einem Rahmenplan und einem Gestaltungsleitfaden nur besser werden kann.

    Hast du einen einzigen Hochhausgegner sich negativ über diese Projekte äußern hören? Die Kritik kommt nur von denjenigen, die hier verpasste Potentiale sehen. Für Hochhausgegner sind hässliche Stumpen (genau wie die furchtbaren Flachbauten, die überall in der Stadt hochgezogen werden) ein Übel, das man notgedrungen erträgt.


    Für mich ist die Diskussion mittlerweile am absoluten Tiefpunkt angekommen. Bereits 2004 haben wir vorhergesagt: Eine Reduzierung der Maximalhöhe wird zu einer Explosion mittelhoher, gedrungener Stumpen führen. Genau das ist eingetreten, nur leider geht niemand gegen Kap West und Co. auf die Barrikaden. Es scheint wichtiger zu sein, die paar höheren Gebäude zu torpedieren.

    Genauso finde ich den zweiten Satz von Jai-C zu pauschal.

    Mit der Gestaltung von Hochhäusern setzen sich in differenzierter Form doch nur diejenigen auseinander, die Hochhäuser grundsätzlich befürworten. Bei den Gegnern ist die Höhe und Sichtbarkeit im Stadtbild das Thema weshalb sie gegen die Gebäude sind - die Gestaltung spielt da eine absolute Nebenrolle.


    Auch wenn von Gegnern immer wieder auf die ach so tolle Gestaltung alter Wahrzeichen (Hypo-Hochhaus, BMW-Vierzylinder) hingewiesen wird: Diese Gebäude werden vor allem auch deshalb akzeptiert, weil sie eh schon da sind und man sich daran gewöhnt hat.

    Die vorgeschlagene Zone rund um den Frankfurter Ring erstreckt sich über etwa 4km (Ost-West) und dann nochmal etwa 4km nach Norden entlang der A9. Das sind in Summe also etwa 8 km. Wenn auf diesem Gebiet kreuz und quer verstreut Hochhäuser gebaut werden, so wird sich dadurch allenfalls aus entfernten Perspektiven ein zusammenhängendes Bild ergeben, aber aus der Nähe werden es einfach nur lose verstreute Türme sein.


    Bitte übrigens nicht falsch verstehen: Ich freue mich, wenn man sich zu höherer Bebauung bekennt. Mir geht es nur darum, dass man nicht gleich das ganze Gebiet auf einmal für Hochhäuser freigibt, sondern sich zu Beginn auf kleinere "Keimzellen" konzentriert" und dann sukzessive weitere Grundstücke für höhere Bebauung dazukommen.


    Anders gesagt: Der Plan sollte nicht nur eine räumliche Komponente haben (die Zonen), sondern auch eine zeitliche Planung beinhalten, also wo losgelegt werden darf und wo es anschließend weitergeht.

    Insgesamt ist das eine solide Grundlage mit sinnvollen Standorten. Interessant wird die Umsetzung. Ich hoffe, man gibt in München erstmal nur Teile der für Hochhausverdichtung vorgesehenen Gebiete frei und hat den Rest für spätere Erweiterungen in der Hinterhand. Andernfalls würden sich die paar Türme womöglich über ein sehr großes Gebiet streuen und keine Cluster bilden.

    Selbst der verschlafene Münchner Lokalpolitiker hat schonmal Urlaub im Ausland gemacht und dichter bebaute Städte erleben dürfen. In beispielsweise Hongkong wurde städtebaulich fortgeführt was in München auch in 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts versucht wurde. Die Bevölkerung in Deutschland lehnt das aber (in dieser Form) größtenteils ab.


    Wir dürfen nicht vergessen: Einzelne Wohnhochhäuser mögen schön sein, wenn aber 50 gleichartige 200m Türme nebeneinander stehen, wirkt es schnell monoton und ghettomäßig. Von daher sehe ich Hochhäuser nicht als passende Lösung des Wohnungsproblems.


    Ich denke historisch gewachsene europäische Städte müssen hier einen eigenen Weg gehen. Der sollte m.E. darin bestehen dass man die Innenstadt mit Flachbauten nachverdichtet (Anhebung Traufhöhe, statt 4-5 Stockwerken eher 8-10) und drumherum einzelne Hochhauscluster zulässt. In diese Richtung geht der Plan und das finde ich gut.

    Schön, jetzt gibt es mehr Detailinformationen zum Konzept. Ich finde es als Kompromiss durchaus brauchbar, manches ist gut anderes finde ich eher nicht so toll.


    Positiv:

    - Der Bereich zwischen Donnersbergerbrücke, Friedenheimer Brücke und Heimeranplatz kann sich zweiterentwickeln. Auch die Planungen der Paketposthalle sollten damit abgedeckt sein. Das ist für mich der positivste Aspekt. Auch wenn das Gebiet insgesamt für die Herausbildung eines Clusters zu groß ist.

    - Am Georg Brauchle Ring könnte mit einem Hochhaus gegenüber des Uptown eine Torsituation entstehen. Hier ist aber allenfalls eine kleine Clusterbildung möglich, sofern man den Bestand abreißt

    - Der Arabellapark kann weiterentwickelt werden. Hier passt meines Erachtens alles, die Größe des Areals würde eine weitere Verdichtung des bestehenden Clusters zulassen.


    Negativ:

    - Die bestehende Hochhausbebauung in der Parkstadt Schwabing wird nicht erweitert. Schade, aber in Anbetracht der Sichtachsendiskussion zumindest nachvollziehbar.

    - Das ausgewiesene Gebiet im Münchner Norden ist viel zu groß um jemals eine Ensemblewirkung zu ermöglichen. Hier würde eine Bebauung auf eine lose Aneinanderreihung von Hochpunkten mit mehreren hundert Metern bis Kilometern Abstand hinauslaufen.

    - Keine weitere Verdichtung hinter dem Ostbahnhof, obwohl hier gerade eine sehr positive Entwicklung begonnen hat. Stattdessen ähnlich wie im Münchner Norden eine großflächige Verteilung über ein viel zu großes Areal hinter dem Vogelweideplatz.

    - Münchner Messe als Hochhausgebiet ist viel zu weit draußen. Ich finde Hochhäuser sollten nicht am Stadtrand entstehen.

    Für diese "revolutionäre" Idee war jetzt also eine Studie notwendig, an der man so lange gearbeitet hat? Naja egal, Hauptsache es gibt einen Plan. Ich hätte mir gewünscht, dass auch Standorte im Norden aufgenommen werden. Aber Hochhäuser entlang der westlichen Bahnstrecke und im Osten bis zur Messe sind einfach deutlich unkritischer in Bezug auf Sichtbeziehungen. Für mich ist das ein akzeptabler Kompromiss, aber leider kein großer Wurf.


    Interessant finde ich eine Bebauung zwischen Hauptbahnhof und Pasing. Wenn das wörtlich so gemeint ist, dann würde die Studie auch Hochhäuser innerhalb des Rings vorsehen. Mal sehen ob sich das bewahrheitet, die Details werden interessant.


    Nicht sicher bin ich mir hinsichtlich der Sinnhaftigkeit gestalterischer Vorgaben... nach dem Debakel mit dem BVK-Turm, dem Gasteig-Theater und der Kulturscheune am Ostbahnhof habe ich das Vertrauen in das Urteilsvermögen der Münchner "Experten" vollends verloren.

    Das wäre theoretisch der richtige Ansatz. An dieser Stelle ließen sich problemlos noch ein paar Bürotürme bauen.


    Das würde aber wohl eine Änderung des Bebauungsplans erfordern, was in München wahrscheinlich rund 10 Jahre politischer Diskussion und Entscheidungsfindung bedeutet. Dazu kämen womöglich nochmal 10 Jahre für juristische Auseinandersetzungen mit Anwohnern und den Besitzern der umliegenden, bereits bebauten Grundstücke, weil die sich benachteiligt fühlen. Fertigstellung wäre dann also wohl erst im Jahr 2040 oder so...


    Ich finde der Investor agiert sehr clever. Erst wartet er ab während seine Grundstücke weiter an Wert zulegen, dann passt er die Bebauung einfach an sich ändernde Marktbedingungen an... so wird Rendite maximiert.

    Man ist in München schön blöd, dass man sich das bieten lässt. Wieso wird in die Kaufverträge nicht einfach eine Klausel aufgenommen, die der Stadt ein Rückkaufsrecht einräumt, wenn die Bebauung bis zu einem gewissen Zeitpunkt nicht erfolgt ist?