Beiträge von Jai-C

    Rekonstruieren würde ich den Altbestand auch nicht unbedingt, ein historisierend eleganter Neubau täte es auch.

    Grundsätzlich und vor allem auch architektonisch wäre ein gut gemachter, historisch angehauchter Neubau die eleganteste Lösung. Wären wir in Berlin würde ich dem sofort zustimmen.


    In München enden Projekte dieser Art aber oft in einem gestalterischen Desaster (FC Bayern, Alter Hof, diverse Neubauten beim Hbf, Pschorr-Haus...). Die hiesigen Architekten und erst recht die Entscheidungsträger bekommen das einfach nicht auf die Reihe.


    Auch wenn der Altbau nicht spektakulär war, eine Rekonstruktion wäre die sicherste Lösung um mal eine Aufhübschung des „historischen“ Innenstadtkerns zu erreichen. Wie man solche historischen Fassaden einfach mit nahezu beliebiger Nutzung im Inneren kombinieren kann, das zeigen diverse Projekte (z.B. Schloss in Braunschweig).


    Alles andere wird mit 99,95 %-iger Sicherheit nur zu einer weiteren Verschlimmbesserung des Stadtbildes führen.

    Meinetwegen kann der Kaufhof dort bleiben. Man sollte einfach die alte Fassade rekonstruieren und davor setzen. Die Gestaltung des Kaufhofs in seiner aktuellen Form ist total aus der Zeit gefallen und passt nicht mehr in die sehr gefragte Innenstadt wie München in der Spitzenmieten erzielt werden.


    Also entweder rekonstruiert man hier den alten Bestand (meine Präferenz) oder es wird abgerissen und man baut neu mit zeitgemäßer Fassade.

    Berlin ist international ziemlich angesagt und gilt als äußerst hip... wie hat die Stadt das nur geschafft ohne nennenswerte Hochhausskyline? Auch London hatte bis vor ein paar Jahren kaum Hochhäuser, war und ist aber immer eine der wichtigsten Metropolen.


    Vielleicht wird aus Sicht Frankfurt deshalb gerne auf Hochhäuser als Zeichen des "Weltstadt-Status" verwiesen, weil man sonst nicht so übermäßig viel zu bieten hat. Davon abgesehen wurde in Frankfurt seit den 2000er Jahren nichts besonderes mehr gebaut, die Wahrzeichen stammen alle noch aus dem letzten Jahrhundert.

    Ich habe es mir gestern angesehen und kann den Eindruck der Theaterkulisse nur bestätigen. Durch die orange (?!?) bemalten Fensterlaibungen und die Fensterverglasung ohne Sprossen sieht die creme-/hautfarbene Fassade wie ein aufgesetzter Fremdkörper aus. Mir ist auch schleierhaft warum die aufgemalten Zierelemente teilweise nur schemenhaft umgesetzt wurden.


    Ich kann nur hoffen, dass der FCB ein einsehen hat und seinen Fanshop nicht in einem Haus mit so einer furchtbaren Fassade haben möchte. Vielleicht wird ja noch nachgebessert.

    Artikel zur FCB-Erlebniswelt in der Altstadt, mit Bildern. Eröffnung ist im Dezember geplant.


    https://www.merkur.de/lokales/…le-fotos-zr-13840227.html

    Wenigstens wurden meine Erwartungen erfüllt... es sieht genauso furchtbar aus wie ich es mir vorgestellt habe, einfach armselig. Als Trost bleibt die Erkenntnis, dass man sich guten Geschmack und Stilsicherheit auch mit viel Geld (FC Bayern) nicht kaufen kann.


    Am Ende wäre der richtige Weg sich einfach zur Tradition (=Rekonstruktion mit Stuck) zu bekennen und von missglückten Experimenten wie der Sgraffiti-Technik die Finger zu lassen.

    Die Idee eines Atelierturms finde ich großartig... lichtdurchflutete Räume und vielleicht auch eine öffentlich zugängliche Dachterrasse. Ich frage mich nur wie man das finanzieren möchte... Künstler sind auch nicht gerade dafür bekannt sich in Premium-Immobilien mit Spitzenmieten einzuquartieren. Ohne öffentliche Zuschüsse oder Spender wird das kaum gehen.

    Ja, die Aufteilung von Hilmer und Sattler finde ich auch besser. Ideal fände ich einen einzelnen Wohnturm in der Gestaltung wie von Ingenhoven vorgeschlagen an der Ecke direkt nördlich des OPES-Turms - gerne auch ein paar Stockwerke höher. Die Türmchen, wie sie von Ingenhoven derzeit geplant sind, würden weitgehend hinter dem Blockrand an der Moosacher Straße verschwinden.

    Die Bindungsfrist ist nur die rechtliche Verbindlichkeit des Bürgerbegehrens. Die politische Wirkung dauert erheblich länger. Denn Politiker wollen in erster Linie Politik machen, die vermeintlich den Willen der Wähler repräsentiert und für die sie wiedergewählt werden. Das Ergebnis eines Bürgerbegehrens zu ignorieren, kurz nachdem seine Verbindlichkeit abgelaufen ist, das ist aus politischer Sicht riskant. Erst recht wenn es zum zweiten Mal gegen die Hochhäuser ausgehen sollte...

    Es dürfte insgesamt schwerer für dieses Projekt werden nachdem die Stadt jetzt eine grün-rote Koalition hat. Die Grünen haben zuletzt einen Bürgerentscheid befürwortet:

    https://www.sueddeutsche.de/mu…aeuser-stadtrat-1.4786360


    Ohne einen weiteren Bürgerentscheid wird es also wahrscheinlich keine Genehmigung des Projekts geben. Einen Bürgerentscheid finde ich grundsätzlich gut und habe ihn auch schon mehrfach gefordert. Die Chance, dass dabei dieses Projekt gekippt wird und wir weiter die 99m-Grenze haben, ist jedoch hoch.

    Hier kurz ein paar Punkte, die in den Medien über den neuen Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, Volt und Rosa Liste berichtet werden:

    • Umsetzung der SEM-Nordost in der Variante mit höchstmöglicher Dichte
    • Ausbau Tramnetz (Westtangente, Nordtangente, Verlängerung der Linien 23, 24, 17)
    • Ausbau U-Bahn-Netz (zunächst U4/5, U9)
    • Ausbau Radwegenetz (inkl. Giesinger Steg, Braunauer Brücke)
    • keine weiteren Planungen für Straßentunnels (Prüfung anderer Lösungen zum Anwohnerschutz)

    Den Koalitionsvertrag finde ich insgesamt positiv. Insbesondere die autofreie Innenstadt und der deutliche Ausbau von Radwegen sind überfällig und der richtige Schritt. Die geplanten Straßentunnel können gerne wegfallen, da gibt's sicher bessere Lösungen für die Anwohner. Gut dass die SEM kommt und zwar richtig! Ich hoffe die ÖPNV-Projekte werden auch tatsächlich umgesetzt und wir haben für wichtige Projekte demnächst mal einen Baubeginn.

    Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise wird die Nachfrage nach Immobilien stark beeinträchtigen und könnte insbesondere für spekulative Anleger zu einem großen Problem werden. Ich denke das oft angekündigte Platzen der Immobilienblase steht unmittelbar bevor. Der Nachfrageeinbruch im Immobiliensektor bezieht sich nicht nur auf den Verkauf von neuen Objekten, sondern auch auf die Einnahmen mit Bestandsimmobilien - neben Privathaushalten, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können/müssen, haben auch diverse große Unternehmen (z.B. Adidas) angekündigt ihre Mieten nicht mehr bezahlen zu wollen. Ich erwarte einen drastischen Einbruch des Immobilienmarkts...

    Nette Idee... Hr. Scheuer kommt momentan mit vielen solcher Vorschläge (wie z.B. die Paket U-Bahn). Vielleicht will er damit von seinem Maut-Debakel ablenken.


    Mal im Ernst. Unser Land ist derart fortschrittsfeindlich und das insbesondere hinsichtlich Infrastruktur. So eine Strecke zu bauen würde mindestens eine Generation dauern. Ich würde da lieber auf eine klassische Rad-Schiene-Lösung setzen, da wissen alle (Behörden, Gerichte, Planungsbüros...) was auf sie zukommt und auch wenn Bauer Huber klagt, wird es vielleicht in 20 Jahren eine Strecke geben.

    Eher wirkt das Gebäude nun noch plumper und breiter und verliert seine Proportionen.

    Das Gebäude hätte aufgestockt werden müssen. Es war schon vor dem Umbau zu niedrig. Mit vier zusätzlichen Stockwerken würde es deutlich ansprechender wirken. Ich verstehe nicht weshalb man das nicht versucht hat. Stattdessen hat man die abgeschrägten Ecken verbreitert und damit die Proportionen weiter verschlechtert.

    Was ich vor allem nicht verstehe ist, warum man für die rautenförmigen Kanten ein Glas mit Tönung verwendet hat, das nicht zum Rest passt.

    ...dann wäre meine Frage warum wir nicht auch über die Höhe der Steuersätze, Mietpreise, oder Arbeitszeiten und Feiertage Bürgerentscheide machen. Manche Themen verlangen klug ausgearbeitete Konzepte von Fachleuten und nicht den Senf von Max Mustermann.

    Ich finde diesen Vergleich nicht fair. Denn höhere Steuern findet grundsätzlich niemand gut, es ist ein notwendiges Übel. Das gleiche gilt für Mietpreise oder Arbeitszeiten. Im Falle von Hochhäusern geht es um die Frage des Stadtbildes, das ist etwas völlig anderes und eine Frage von Ästhetik und persönlichen Präferenzen. Denn wie wir schon x-fach hier geschrieben haben: eine reine Verdichtung ist auch ohne Hochhäuser möglich.


    Welches Thema könnte also besser für eine solche Abstimmung geeignet sein?

    Man kann nur hoffen dass Carsharing überlebt. Nachdem der (in München stark vertretene) Anbieter Share Now die Einstellung seines Betriebs in Nordamerika und diversen europäischen Städten bekanntgegeben hat. Scheinbar rechnet sich das Geschäft nicht...

    Die Diskussionen hören auch dann nicht auf:



    Alles Projekte 100m oder niedriger

    Es geht nicht allein um die 100m. Viele regen sich einfach auf, weil sie keine Hochhäuser in ihrer Nachbarschaft wollen, das klassische Nimby-Phänomen. Man ist ja nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser, solange sie nur woanders stehen. Genau deshalb ist diese Hochhausstudie und ihre Umsetzung in verbindliche Bebauungspläne auch so wichtig. Dann ist klar und transparent geregelt, wo Hochhäuser hin dürfen und wo nicht.


    Für mich sprechen mehrere Gründe dafür, dies mit einem neuen Bürgerentscheid festzusetzen:

    1. Die Hochhausfrage hat wenig mit den klassischen, politischen Themen von Parteien zu tun. Es ist eine spezielle Frage und sollte darum nicht von Volksvertretern bestimmt werden, die in der Regel wegen ihrer Ansichten zu gänzlich anderen Themen gewählt werden.

    2. Die einzige adäquate Antwort um ein Bürgerbegehren zu entkräften (auch wenn es rechtlich schon lange nicht mehr verbindlich ist), ist ein neues Bürgerbegehren.

    3. Den Bürgerinitiativen/Wutbürgern/Querulanten wird nachhaltig der Wind aus den Segeln genommen, wenn ein Hochhausrahmenplan von den Bürgern bestätigt worden ist.