Potsdam: Wiederaufbau der Garnisonkirche (Bauthread)

  • Queen Elizabeth, sowohl kriegserfahren und damals von Nazideutschland bedroht wie auch Staatsoberhaupt Großbritanniens, hat einen Ziegel gestiftet und dem Wiederaufbau viel Glück gewünscht.

    Nun hat israelische Jugend ihre Unterstützung für den Wiederaufbau bekundet und gleich zwei Ziegel gespendet.

    Was muss noch kommen, damit die Reko-Gegner endlich aufhören ihre Gegnerschaft als antimilitaristisches/gar antifaschistisches Engagement zu verbrämen?

  • "Braune Kirche" und "braune Queen"...

    Die "braune Weltverschwörung" lauert aber auch an jeder Ecke und alle, aber wirklich alle von denen wollen in Potsdam eine Kirche bauen.

    ...tzzz, einfach unglaublich.


    Gruß, Jockel

  • da hier munter Beiträge verschoben werden zumindest der Teil nochmal hier:

    Mathias Platzeck weist heute in der MAZ darauf hin, dass bereits über 15000 Menschen den Aufruf zum Wiederaufbau der Garnisonkirche unterzeichnet haben, viele aus Berlin und Brandenburg, darunter auch zahlreiche Prominente und Wissenschaftler.

    http://www.maz-online.de/Lokales/Potsda…ehlt-in-Potsdam


    Wer den Aufruf unterstützen will, kann das hier tun: http://www.unterstuetzen.garnisonkirche.de

    Ein klares Bekenntnis auch der Befürworter kann ich nur unterstützen, weil es zeigt, dass es in Potsdam nicht nur die Neinsager gibt, sondern auch eine beträchtliche Anzahl von Unterstützern, nur vielleicht nicht so laut agierend und mit weniger Anklang in den ortlichen Medien!

    Rechenzentrum hier, Garnisonskirchen-News in diesem Thread.
    Bato

  • Das Grusswort des OB Jakobs zum Spolienfest der BI Mitteschön und der Stiftung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche:

    "Grußwort des Oberbürgermeisters
    Spolienfest der Stiftung Garnisonkirche am 7. August 2015

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Geschichte lebt durch die Zeugnisse der Vergangenheit. Diese Zeugnisse machen uns neugierig auf geheimnisvolle Orte, ihre Vergangenheit aber auch ihre Zukunft. Durch Zeugnisse der Vergangenheit wird Geschichte eben nicht dem Vergessen überlassen, sondern wird in der Gegenwart und für die Zukunft wach gehalten. Erst die Überreste der Vergangenheit zwingen uns, sich mit Geschichte überhaupt auseinander zu setzen.

    Mit den Spolien der Garnisonkirche Potsdam, die wir hier heute ausstellen, bleibt das an diesem Ort verloren gegangene Gotteshaus der Gegenwart gewahr. Die Spolien legen Zeugnis ab von der Geschichte dieses Ortes, von den Menschen, die diesen Ort prägten – ob im Guten oder im Zweifelhaften.

    Das Projekt der Wiedergewinnung des Bauwerks der ehemaligen Garnisonkirche Potsdam verstehe ich als Projekt der Auseinandersetzung mit der Geschichte – der Geschichte dieses Ortes, der Geschichte Potsdams, der Geschichte unseres Landes.

    Im vergangenen Jahrhundert haben ideologische und weltanschauliche Gegensätze unermessliches Leid über uns gebracht. Die Garnisonkirche Potsdam wurde als Kulisse dieser Auseinandersetzungen ge-braucht und miss-braucht. Der Gedanke der Versöhnung ist daher zu einem wichtigen Element der Auseinandersetzung mit diesem Ort geworden.

    Die Stiftung Garnisonkirche leistet einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um diese Fragen in Potsdam. Wenn die Spolien einst verbaut sein werden, erst im Turm später im Kirchenschiff, werden die Zeugnisse der Vergangenheit Eingang gefunden haben in ein Bauwerk der Gegenwart. Um dieses Bauwerk finden in Potsdam heftige Debatten statt. Man muss aufpassen, dass sie nicht wiederum in ideologischen Grabenkämpfen enden.

    Potsdams Stadtbild ist in Bewegung. Die Entwicklung des Alten Marktes schreitet voran. Gleichzeitig entwickelt sich am anderen Ufer der Havel rund um den Hauptbahnhof und das Leipziger Dreieck ein modernes zweites Zentrum. Der Begriff der „Barockisierung“, den manche im Munde führen, liegt da meiner Meinung nach schon sehr tief drin in einem ideologischen Graben.

    Genauso ist aber richtig, dass sich seit den Beschlüssen zur Potsdamer Mitte die Bedingungen stark verändert haben. Neue Bedarfe und vor allem viele neue Menschen wurden seitdem geboren oder sind in unsere Stadt gekommen. Die Diskussion um die Gestalt der Stadt ist daher nicht beendet, sondern muss immer wieder aufs Neue geführt werden.

    So ist der Bedarf an preisgünstigen Büro- und Atelierflächen für Künstler und Vertreter der Kreativwirtschaft vor 10 und erst recht vor 25 Jahren noch nicht gesehen worden. In der wachsenden Stadt werden die Nutzungsmöglichkeiten geringer, sodass wir das städtische Gebäude des Rechenzentrums hier nebenan für eine befristete Nutzung als Kunst- und Kreativhaus zur Verfügung stellen wollen. Gemäß den vertraglichen Regelungen werden die Interessen der Stiftung Garnisonkirche dabei gewahrt. Sollte die Errichtung des Kirchenschiffes anstehen, so ist dies ohne Probleme auch in Zukunft möglich.

    Ich wünsche Ihnen allen einen weiterhin angenehmen Abend und dem Projekt Garnisonkirche Potsdam ein gutes Gelingen.

    Jann Jakobs
    Oberbürgermeister "

  • 10.000 Euro und 15.000 Unterschriften für die Garnisonkirche

    Der deutsch-amerikanische Nobelpreisträger Günter Blobel hat erneut 10.000 Euro für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gespendet. Er förderte unter anderem bereits die Rekonstruktion der Dresdner Frauenkirche.

    http://garnisonkirche-potsdam.de/aktuell/news/d…he-aus-den-usa/

    Inzwischen haben mehr als 15.000 Menschen den Aufruf zur Wiedergewinnung der Garnisonkirche unterzeichnet. Darunter sind auch prominente Persönlichkeiten wie der Politikwissenschaftler Prof. Dr. phil. Herfried Münkler, die Eventmanagerin Isa Gräfin von Hardenberg, der Historiker Michael S. Cullen oder der Fernsehmoderator Peter Hahne.

    http://garnisonkirche-potsdam.de/aktuell/news/d…garnisonkirche/

  • Man muss fasst bedauern, dass die Garnisonkirche nicht katholisch war. Andernfalls hätte sich bestimmt auch der Papst in die Reihe der Wiederaufbaubefürworter eingereiht.

    Die Queen hat's ja schon getan.

  • Der Bürgerdialog zur Garnisonkirche geht in die nächste Runde. Nachdem die Einzelgespräche abgeschlossen sind, wird nun wieder in größerer Runde verhandelt. Der nächste Termin ist der 9. September 2015, 19-21 Uhr, in der Max-Dortu-Grundschule. Hier ist die Einladung:

    Einmal editiert, zuletzt von Klarenbach (26. August 2015 um 16:57)

  • Worüber soll denn "verhandelt" werden?

    Also in meiner Einladung steht recht verschwurbeltes Deutsch: "Sehr geehrter Herr XXX,
    die unterschiedlichen Interessenlagen und die Rahmensetzungen für ein Dialog- und Beteiligungsverfahren Plantage – Rechenzentrum – Garnisonkirche haben wir in ersten Gesprächen mit an der Thematik interessierten Gruppen und Initiativen zusammengetragen. Wie in der Informationsveranstaltung im April dieses Jahres angekündigt, möchten wir alle Gesprächspartner über die Ergebnisse informieren. Gleichzeitig gilt es sich zum möglichen Ablauf eines Dialog- und Beteiligungsverfahrens
    auszutauschen. Wir möchten die aus unserer Sicht passfähigen nächsten Schritte und Veranstaltungsformate, prozessbegleitende Kommunikationsregeln und mögliche Kooperationen vorstellen und andiskutieren. Sie haben damit im Anschluss an die Veranstaltung die Möglichkeit den unsererseits skizzierten Weg in Ihren eigenen Kreisen zu beratschlagen.
    Wir laden Sie daher herzlich zur Teilnahme an der
    Informations- und Diskussionsveranstaltung: Status quo und wie weiter?
    am 9. September 2015 in der Zeit von 19 – 21 Uhr
    in die Aula der Max-Dortu-Grundschule, Dortustraße 28/29, 14467 Potsdam ein!
    Im ersten Teil der Veranstaltung stehen die Gesprächsergebnisse und der mögliche Ablauf des Dialog- und Beteiligungsverfahrens im Mittelpunkt, im zweiten Teil möchten wir in drei kleineren Runden darüber und über Kooperationsvereinbarungen sprechen."

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Worüber soll denn "verhandelt" werden?

    Nichts passiert. Gen. Klarenbach ist nur wieder mal in seiner alternate reality unterwegs. Im Hier und Jetzt ist die bunte Kachelwand aus dem Rechenzentrum auf dem Weg auf den städtischen Bauhof, und Queen und Co. spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche.

  • Sommerpause ist vorbei, da geht es auch in der Diskussion um die Garnisonkirche weiter.

    Wie die PNN heute schreibt, wird der Bürgerdialog nun fortgesetzt und soll sich bis nächstes Jahr hinziehen. Stattfinden soll aber alles hinter verschlossenen Türen.

    Was aber dann kommt, das hat mich doch sehr überrascht. So schreibt die PNN dass wohl über drei Szenarien diskutiert werden soll.

    1. Es erfolgt kein Bau von Turm und Schiff, das Rechenzentrum bliebe bis mindestens 2045 erhalten.

    2. Der Turm kommt bis 2019, das Schiff bis 2023, dann würde ein Abriss wohl 2018 erfolgen.

    3. Kommt nur der Turm und wird auf das Schiff verzichtet, dann hätte das Rechenzentrum wieder einen Bestandsschutz bis 2045.:nono::nono::nono:

    http://www.pnn.de/potsdam/1004771/

    Es folgt nämlich jetzt genau die Entwicklung, die ich schon vor Monaten befürchtet hatte. Man hat die Künstler jetzt drin und bekommt sie nun nicht mehr raus. Bislang war immer davon die Rede, dass das Rechenzentrum abgerissen werden soll. Nun ist scheinbar davon kaum noch auszugehen, selbst wenn der Turm kommt. Wie das optisch zusammen gehen soll und wie das auch mit dem Bau des Langen Stalls zusammen passen soll, das will mir nicht mehr einleuchten. Hier droht nun endgültig eine fatale Zwitterlösung, die versucht allem gerecht zu werden und am Ende nur Verlierer kennt. Zudem stünde dann wohl auch mittelfristig eine Grundsanierung des Rechenzentrums an.

    Es ist keine schöne Entwicklung, um es diplomatisch auszudrücken!

  • Warum so pessimistisch? Diese drei Szenarien sind ja nicht neu und auch nicht die einzigen. Auch im Artikel wird ja am Ende erwähnt, dass der Turm nicht Teil der Verhandlungsmasse im Bürgerdialog ist, womit sie eines ihrer Szenarien gleich selber wieder kassieren. Die anderen beiden Szenarien sind die jeweiligen Maximalforderungen und somit ebenfalls für ein Ergebnis des Dialoges vollkommen ausgeschlossen.

  • Alle Szenanieren sind doch nur Beschäftigungstherapie - zu entscheiden ist kurzfristig nix und mittelfristig nur die Neugestaltung der Plantage. Der Rest ergibt sich durch den Projektverlauf und die Spenderlage für die Garnisonkirche bis zum Ablauf der Baugenehmigung 2019. Bis dahin bleibt alles beim Alten.

    Das Geld für den Kirderzirkus (150.000 Euro) könnte man besser in eines der vielen guten Projekte der Stadt stecken, z. B. in das Schliessen der Ringerkolonnade oder die Restaurierung von ein paar Ringern. Aber so bekommt es eine SPD-affine Kommunalberatungsgesellschaft (Complan) die im übrigen selbst Bauherrin eines von der Stadt gekauften Projektes an der Brauerstraße ist. Hmmm.

  • Sorry, aber ich war bisher davon ausgegangen, dass der Abriss des Rechenzentrums nach dem Auszug der Behörde feststehen würde, egal was mit der Garnisonkirche ist. Danach hört es sich aktuell nicht mehr an. Daher bin ich aktuell stutzig, weil eigentlich was ganz anderes geplant war.

  • Was steht in unserer Gesellschaftsordnung schon "fest", ausser der jährlichen Steuererklärung?

    Der Abbruch ist von der SVV beschlossen und die Mittel durch das Land zur Verfügung gestellt. Zudem der Mietvertrag mit der "Kulturlobby" befristet. Aber was heisst das schon in Deutschland - da fliesst noch viel Wasser die Havel hinunter und man hört eher, dass sich Auszug des Landes aus dem Rechenzentrum weiter, d. h. über 2017 hinaus, verzögert.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Zitat gekürzt. Bitte nur so viel zitieren wie nötig.
    Es ist keine schöne Entwicklung, um es diplomatisch auszudrücken!

    Das ärgert mich ganz hart.

    Was ist schöner:

    http://media05.myheimat.de/2009/03/07/408….jpg?1236436726

    oder:

    http://www.maz-online.de/var/storage/im…05_FullView.jpg

    ?

    Die Antwort ist klar.

    Wenn jemand gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche ist weil "Hitler war einmal da" -- ist sachlich ein Vollidiot. Punkt. (auf Englisch werde ich "violently & offensively stupid" sagen)

    Warum hassen Leute schöne Gebäude?

    Die Einbindung der Bilddateien wurde in Links geändert. Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! Bitte auch unsere allgemeinen Richtlinien beachten und einen gepflegteren Umgangston zulegen! Vielen Dank.
    Bato

  • ^
    Du hast ja recht. Ich finde es (die Gründe warum man keinen Wiederaufbau bauen möchten) unglaublich Schwachsinn.

    Die sind ideologisch und intellektuell bankrott. Ich kann nur hoffen, dass jemand mit einen kühler und weniger emotional eingebunden Kopf herrschen kann.

  • Aber auch keine gefährliche Entwicklung. Letztendlich kommt alles darauf an, dass sich die evang. Kirche mit einem Millionenbetrag zum Kirchenprojekt bekennt - oder eben auch nicht. Die wesentliche Entscheidung fällt da auf dieser Herbstsynode.

    Wenn die Evangelen das nicht auf die Kette bekommen, wird es auch keinen Hasso Plattner dieser Erde geben, der die Millionen rausrückt. Dann kann es nur noch die Bundesregierung als Potsdamer Gedenkstätte für den Widerstand gegen Hitler bauen oder die Sache hat sich. Vielleicht bekammt man das Grundstück freigehalten - mehr aber nicht.

    Eigentlich ist das auch in Ordnung. Man kann schliesslich nicht ein Leben land drauf warten, dass die Pazifistentruppe mit den Bäffchen ausm Knick kommt. Es war von vorneherei ein Fehler die Kirche tragend mit einzubeziehen.

  • Gestern hat Complan vor dem Hauptausschuss über den Fahrplan für den weiteren Bürgerdialog zur Garnisonkirche informiert. Demnach hätten sich von 17 angesprochenen Akteuren 16 grundsätzlich zu einem Dialog bereit erklärt. Lediglich die Max-Dortu-Schule will sich durch die Schulverwaltung vertreten lassen. Bis Ende November will Complan die Rückmeldungen auswerten. Im Dezember soll dann mit allen Beteiligten und dem Hauptausschuss das weitere Vorgehen beraten werden.