• Dekoratives Anführungszeichen

    Lasst die Ecke doch erstmal fertig werden und dann schauen, wie, wo und was da strömt und welche Probleme sich da auftun könnten.

    Das ist doch absolut der falsche Ansatz, wenn es um Stadtplaung geht. Es liegt doch im ureigensten Sinne von Planung, dass man zukünftige Prozesse und mögliche Probleme hervorsieht und dementsprechend vorbereitend agiert. Ganze wissenschaftliche Disziplinen beschäftigen sich mit jeglicher Art von Planung, sei es Projektplanung, Stadtplanung, Regional- oder Landschaftsplanung. Deine Einstellung "erstmal irgendwas bauen, dann mal kucken wie's wird und dann eventuell nochmal irgendwie anders bauen" kann doch nicht ernsthaft die Basis zielgerichteter Stadtplanung sein. Aber anscheinend ist das am BER ja auch genauso abgelaufen, man sieht ja was bei sowas rauskommt.

  • Naja, Du unterstellst den Menschen mehr oder weniger, dass sie über den Rasen trampeln werden und willst deswegen den Rasen gleich abschaffen. Wenn aber die Leute nun doch nicht über den Rasen trampeln? Dann hast Du mal eben wieder einige Millionen Euro rausgeworfen wegen einer Sache, die garnicht eingetreten ist. Ja, so kann man natürlich auch Geld ausgeben.

    Übrigens verstehe ich das so, dass Stadtplanung sich auch an Gegebenheiten anpassen muss und nicht der Mensch an die Stadplanung.

  • Du pickst dir ein Argument von mir heraus (das über den Rasen trampeln), obwohl ich eigentlich mehrere Argumente vorgebracht habe, und nagelst mich darauf fest. Trotzdem bleibe ich dabei: die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist nun mal eine Gerade, das ist ganz einfache Mathematik. Menschen tendieren ganz allgemein dazu, die kürzeste Strecke zu nehmen um ihr Ziel zu erreichen.

    Und dass Planung nicht nur reagierend sondern vor allem auch vorausschauend sein sollte, müsste eigentlich jedem klar sein, der sich mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat. Denn gerade das vermeidet, dass man im Nachhinein große Summen ausgeben muss, um verfehlte Planungen an die Bedürfnisse vor Ort anzupassen.

    Aber egal: Ich plädiere auch gar nicht unbedingt dafür, dass man den Platz sofort umbauen soll, sondern sage einfach: Wenn ich in der Verantwortung wäre (bzw. gewesen wäre), die Planung des Leipziger Platzes vorzunehmen oder darüber zu entscheiden, hätte ich die von mir vorgebrachten Punkte bei der Planung berücksichtigt und wäre zu dem Ergebnis gekommen, dass ein steinerner Stadtplatz der Funktion des Ortes eher gerecht wird. Ich werde aber sicher nicht dafür protestieren, dass man es genauso umsetzen muss (so wichtig ist mir der Platz dann auch wieder nicht). Ich hoffe mit dieser Formulierung fühlt sich nun niemand mehr auf den Schlips getreten.

  • Da mir Dein Ton eh etwas pampig vorkommt (warum auch immer), verweise ich auf Deinen Beitrag #597, wo Du als Hauptargument die Besucherströme anführst und nur weiter ausschmückst.

    Und jetzt unterstellst Du mir, ich picke mir nur etwas raus? Entschuldigung, aber veralbern kann ich mich auch selbst.

    Mir ist im Grunde auch egal, ob der Platz nun aus Stein oder Rasen ist und ich habe auch gesagt, dass man erstmal schauen sollte, bevor man den ganzen Platz wieder umgestaltet. Denk mal über Deinen Ton nach.

    Nebenbei: Ist die Rasenfläche überhaupt als "Erholungsfläche" vorgesehen? Oder ging man nicht doch eher nach dem historischen Vorbild des Leipziger Platzes? (ich weiß es ehrlich nicht, was die Planugnsgrundlage ist)

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    Die Besucherströme sind auch nicht mein einziges Argument. Ein offener steinerner Platz bietet definitiv mehr Raum für Fußgänger sich über die Platzfläche zu verteilen und diese zu beleben.


    Ich sehe ehrlich gesagt nicht, welche Besucherströme unbedingt den Leipziger Platz queren müssen. Mit oder ohne Shopping Center wird sich der Publikumsverkehr entlang der Leipziger Straße bewegen und nicht quer dazu.
    Ein großflächige Fußgängerzone auf dem Platz würde allenfalls dafür sorgen, dass ein halbwegs geordnetes Passieren der Straße nicht mehr möglich ist und somit sowohl für Passanten als auch Verkehrsteilnehmer unnötige Gefahrenquellen entstehen.

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    Das ist doch absolut der falsche Ansatz, wenn es um Stadtplaung geht. Es liegt doch im ureigensten Sinne von Planung, dass man zukünftige Prozesse und mögliche Probleme hervorsieht und dementsprechend vorbereitend agiert. Ganze wissenschaftliche Disziplinen beschäftigen sich mit jeglicher Art von Planung, sei es Projektplanung, Stadtplanung, Regional- oder Landschaftsplanung.

    Ich finde Hobbyists Einstellung sehr richtig. Vor allem deshalb, weil erhebliche Entfremdungseffekte zu vermeiden sind. Und noch eines ist zu vermeiden: Planungsfehler, die nämlich immer auftreten können.

    Es gibt viele Beispiele für gutgemeinte Planungen, die sich aber im Nachhinein als Fehler herausstellten.

    Die Rasenfläche trägt zu einem erheblichen Teil zum zurückhaltenden und vornehmen Charakter des Leipziger Platzes bei. Ich halte folgendes für erwägenswert: Bisher sind es doch ordnungsgemäße Straßen, die den Platz innen umrunden. Man sollte daraus eine Fußgängerzone machen, wo Autos nur im Schrittempo durch dürfen. Man sollte also ein Vorrecht für Fußgänger schaffen, ohne die Autos gänzlich auszusperren.

    Aber auch das scheint mir momentan zu invasiv. Nicht schon wieder etwas ändern. Der Platz sollte so bleiben, wie er ist - und in zehn Jahren schauen wir noch mal weiter.

  • Also zur modernen Interpretation des Leipziper Platzes gehören die Grünflächen schon dazu und meiner Meinung nach wäre es ein Fehler, dem Platz ein noch steinerndes Gesicht zu verpassen.

    Zudem scheint es so, als wenn die Grünfläche diesem Areal diese Form vorgibt, als wenn sich die Häuser der Grünfläche angepasst hätten und diese nun umsäumen.

    Vielmehr fände ich es ansprechend, wenn die Grünflächen mit Brunnen oder Wasserspielen verschönert würden, zudem hätte es den Vorteil dass die Rasenflächen nicht so häufig benutzt würde, denn nass wollen ja nicht alle werden. Auch würden schöne bunte Beete die Aufenthaltsqualität enorm steigern.

    Wenn dann noch die Torhäuser hinzukämen würde der Platz sehr nett werden.

    Schade dass keiner meine Idee der zweiten Ebene mit den Torhäusern zu gefallen scheint.

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    Ich halte folgendes für erwägenswert: Bisher sind es doch ordnungsgemäße Straßen, die den Platz innen umrunden. Man sollte daraus eine Fußgängerzone machen, wo Autos nur im Schrittempo durch dürfen. Man sollte also ein Vorrecht für Fußgänger schaffen, ohne die Autos gänzlich auszusperren.

    fährst du da ab und an mal vorbei? wirklich sonderlich viel schneller als schrittempo fährt man da selten....

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    Ich halte folgendes für erwägenswert: Bisher sind es doch ordnungsgemäße Straßen, die den Platz innen umrunden. Man sollte daraus eine Fußgängerzone machen, wo Autos nur im Schrittempo durch dürfen.

    naja, also auch wenn es tatsächlich öffentliche Straßen sind, so werden sie dennoch allerhöchstens zum Parken genutzt. Niemand fährt dort zum Spaß um den Platz herum. Es ist de facto schon überwiegend Fußgängerzone (darf man das überhaupt noch so nennen? :D)

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    Vielmehr fände ich es ansprechend, wenn die Grünflächen mit Brunnen oder Wasserspielen verschönert würden, zudem hätte es den Vorteil dass die Rasenflächen nicht so häufig benutzt würde, denn nass wollen ja nicht alle werden. Auch würden schöne bunte Beete die Aufenthaltsqualität enorm steigern.

    Schade dass keiner meine Idee der zweiten Ebene mit den Torhäusern zu gefallen scheint.

    Erst mal zu den anderen: Es geht um die nominale, offizielle Ebene. Die Oktokogon-Straßen sind wohl offiziell Straßen. Mir schwebt eine Herabstufung vor, wo Fußgänger Vorrang haben. Macht doch da bitte mal nicht so auf neunmalklug und erzählt was von "wie oft läßt du dich da blicken", als ob ich schwer von Begriff wäre. Man kann auch ein bißchen seinen Grips anstrengen.

    Aber ich denke sowieso, daß das Feinheiten sind, die nicht so von Bedeutung sind. Der Platz ist an sich in Ordnung.

    Zu Achilles: Ich war heute am Platz. Die Skyway-Idee ist gutgemeint, bringt aber wohl wenig. Es würde den Platz entstellen, zu einem modernistischen Spielplatz machen, dem die Würde genommen wird. Zudem sind die Flächen vor den Staffelgeschossen recht klein für Gastronomie.

    Die Torhausidee befürworte ich ausdrücklich - aber nur wenn sie sich ansprechend durchführen läßt. Da gibt es Fragezeichen. Und das mußt du dir doch auch mal selber gedacht haben: Wie stellst du dir das vor? Zwei Fahrstühle, die aus den tollen Torhäuschen nach oben zu dem "Skyway" führen?

    Das sähe einfach nur abartig aus.

    Springbrunnen und Beete finde ich auch fehl am Platz. Waren denn früher dort Springbrunnen? Ich finde dieses Schlichte, Stilvolle ist wohl am Leipziger Platz auch so gedacht.

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    Zitat von Tel33

    Es ist de facto schon überwiegend Fußgängerzone (darf man das überhaupt noch so nennen? )

    Nee, das heißt jetzt Flaniermeile. Zone ist zu militärisch und Fußgänger zu männlich.

  • ^:D also in diesem Fall ist es wohl eher ein verkehrsberuhigter, überwiegend von 'zu Fuß gehenden' genutzter Bereich... da gibts nicht viel zu konzeptionieren, das ergibt sich einfach aufgrund der Platzgestaltung.

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    Fußgängerzonen sind ein gescheitertes städtebauliches Konzept. Warum wird dieses trotzdem immer wieder hergebracht?

    Weil es kein gescheitertes städtebauliches Konzept ist.

    Ich kenne viele sehr gelungene Fußgängerzonen. Bezieht sich dein Votum auch auf den Alex, den Breitscheidplatz, die Wilmersdorfer Straße, den Pariser Platz, das künftige Rathausforum?

    Es geht ja nicht darum, die Autos am Leipziger Platz zu verbannen. Nur könnte man eventuell diese Gegend stärker auf den potentiell anwachsenden Publikumsverkehr ausrichten, ohne eben den Rasen zu opfern. Das war nur ein Gedanke. So problematisch finde ich die jetzige Situation auch nicht.

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    Zu Achilles: Ich war heute am Platz. Die Skyway-Idee ist gutgemeint, bringt aber wohl wenig. Es würde den Platz entstellen, zu einem modernistischen Spielplatz machen, dem die Würde genommen wird. Zudem sind die Flächen vor den Staffelgeschossen recht klein für Gastronomie.

    Und heute ist der Leipziger kein modernistischer Spielplatz und orientiert sich an dem Vorkriegszustand?
    Was wurde denn aufgegriffen, oder wurde etwa doch nur modern interpretiert?

    Die Torhäuser in die Gegenwart zu holen, fände ich einfach fantastisch und wären somit doch der einzige Anhaltspunkt, dass dieser moderne Platz auf dem Boden des ursprünglichen "Leipziger Platzes" fusst.
    Es gäbe bestimmt Mittel und Wege die Torhäuser mit den Aufzügen und Zugängen würdevoll zu verbinden, da bin ich mir sicher und auch die Skyways könnten eine angemessene und insbesonders dezente Formsprache aufnehmen.

    Und was die Beete und Springbrunnen anbelangt, gibt es in Berlin nicht zahlreiche "schlichte" und "stilvolle???" Ecken?

    Was genau war am heutigen Leipziger Platz war denn früher da?

    Nicht mal die Grünflächen sind im originalen Zustand übernommen worden und wurden "reformiert".

    Vielleicht gibt es hier endlich mal die Gelegenheit eine Art Schmuckplatz zu schaffen und einfach zu gefallen, oder zumindest einige Stilmittel dessen aufzugreifen.

    Wir sind uns mit Sicherheit einig, dass zukünftig das Areal Leipziger und Potsdamer Platz deutlich verändern und somit Chancen bieten wird, unter Umständen etwas neues "Tradiertes" zu schaffen.

    In meinen Augen ist der Leipziger Platz bisher für mich eine Enttäuschung und sehr monoton geworden, was hätte man alles aus diesem Areal schaffen können. Wirklich schade.

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    Wir sind uns mit Sicherheit einig, dass zukünftig das Areal Leipziger und Potsdamer Platz deutlich verändern und somit Chancen bieten wird, unter Umständen etwas neues "Tradiertes" zu schaffen.

    Das sehe ich ehrlich gesagt nicht... Das Areal ist mehr oder weniger 'fertig' beplant/bebaut - wesentliche Veränderungen sind da nicht mehr zu erwarten. Raum böte sich noch Richtung Kulturforum, sowie entlang der Wilhelmstraße.

  • Für ein Skyway ist bei der Höhe der Bebauung etwas wenig Sky vorhanden. Sowas wirkt doch eher bei höheren Gebäuden als eigene Attraktion. Ansonsten doch eher wie bei den Bundestagsbauten als Abkürzung zwischen einzelnen Gebäuden.

    Aber der Platz ist ja noch nicht einmal fertig bebaut und hier wird schon darüber geredet, dass er nicht mehr zu retten wäre. Seltsam...

  • Dem Einfall, die Terrassen vor den Staffelgeschossen als öffentlichen "Skywalk" zu nutzen, kommen wenig Chancen auf Realisierung zu. Die Gebäude befinden sich in privatem Besitz, mit unterschiedlichen Nutzungen (Wohnen/Büro) und sind in den Staffelgeschossen kaum als Gewerbeflächen geeignet (Größe, Tiefe, Erreichbarkeit). Außerdem, wie sollte man da hoch kommen? Und vor allem: Wie wieder runter, im Brandfall zum Beispiel? In meinen Augen gibt es gute Gründe dafür, dass Handel und Gastronomie seit Jahrhunderten die Erdgeschosse städtischer Häuser beleben und nicht die Dachgeschosse.

  • ^
    Und da der luxemburgische Grundstücksbesitzer mit den Werbeplaneneinnahmen zufrieden zu sein scheint, wird sich daran wohl so schnell nichts ändern.

    Wie der rbb berichtet, kann er das dank unbefristeter Genehmigung (vor 10 Jahren erteilt) auch so lange machen wie er will.

  • Das darf ja wohl nicht wahr sein! D: Und laut dem Bericht lässt sich da auch gar nichts machen. Die könnten das Gerüst noch bis in alle Ewigkeit stehen lassen, wenn sie wollten. Und warum sollten sie nicht, wenn sie ohne Ende dicke an Werbeeinnahmen abkassieren können? Ein echter Schildbürgerstreich, dem die Stadt da auf den Leim gegangen ist. Könnte sich allerdings bald zu einer (für Berlin ziemlich peinlichen) Touristenattraktion entwickeln. ;)