• Mieterinnen müssen zum Teil wieder Maklerprovisionen zahlen

    Ich hatte nun auch endlich Gelegenheit, mir den LVZ-Artikel anzusehen.

    LVZ, 9.1.2013
    Leipziger Wohnungsmarkt: Mieter müssen wieder Provision zahlen
    Makler vergeben schon fünf Prozent nur noch mit Courtage / Steigende Tendenz auch in Dresden

    Aufhänger für den Artikel ist der Bericht eines 32-jährigen Familienvaters, der kürzlich eine frisch sanierte Wohnung in Schleußig besichtigt hatte und dort 1.500 Euro Courtage zahlen sollte. In dem Zusammenhang unternahm die LVZ wohl eine Blitzumfrage bei Leipzigs Makler_innen, die ergab, dass bereits knapp fünf Prozent der Mietwohnungen mit sogenannten Außenprovisionen umgesetzt werden. Als Außenprovision werden in der Immobilienbranche die Provision, Courtage, Maklergebühr ... bezeichnet, die der Käufer oder der Mieterin an den Makler bei der erfolgreichen Vermittlung einer Immobilie zahlen muss. Dagehen bedeutet Innenprovision, dass der Verkäufer oder die Vermieterin das Honorar der Maklerin trägt. Anke Matejka vom Leipziger Mieterverein erklärt, dass bis zu zwei Kaltmonatsmieten erlaubt sind. "Außenprovisionen dürfen aber wirklich nur Makler nehmen, für Hausverwaltungen oder den Eigentümer ist das verboten."

    Andreas Köngeter, der einer der größten Wohnungsmaklerbüros in Leipzig betreibt, sagte, sein Büro im Musikviertel habe im letzten halben Jahr 140 Mietverträge vermittelt, davon fünf mit Außenprovision. "Das ist völlig neu und war zu Zeiten der hohen Leerstände undenkbar. Nunmehr bestehen aber einige Hausbesitzer darauf." Peter Zamarski, der Chef von Dima Immobilien, spricht ebenfalls von einem erst im letzten Jahr einsetzenden Trend und "jetzt knapp fünf Prozent". Er glaubt sogar, dass bald für jede fünfte Wohnung auf dem freien Markt eine Mieter-Courtage fällig werden könnte. Uwe Schatz von der Firma "Der Immo Tip" nennt für Leipzig ebenfalls eine Quote von fünf Prozent. Stellung nahm auch Jürgen Stahl, Inhaber von Dr.-Stahl-Immobilien: "Wenn die Interessenten im Hausflur Schlange stehen, fragt sich der Eigentümer, weshalb er die Kosten für Werbung, Bonitätsprüfung, Besichtigungen oder den Vertragsabschluss noch selbst tragen soll."

    Diese Außenprovisionen würden laut Stahl bislang in wenigen Objekten in Leipzigs Top-Lagen wie Gohlis-Süd, Waldstraßenviertel, City, Musikviertel, Südvorstadt und Schleußig fällig. "Es kommt immer auf den genauen Ort an. Es gibt Ecken im Musikviertel, wo niemand Courtage zahlen würde. Zum Beispiel in der Schwägrichenstraße geht aber schon fast nichts mehr ohne." Unklar ist mir, wie die geringe Zahl der TOP-Objekte mit der von seinen beiden Kollegen genannten Zahl von bereits jetzt 4-5 % der Fälle (und in Zukunft möglicherweise 20 %) zusammenpaßt. Eine Erklärung könnte dabei sein, dass in den "normalen" Stadtvierteln häufig noch direkte Verträge zwischen Hausverwaltung bzw. Eigentümerin und Mieter abgeschlossen werden und keine Maklerinnen eingeschaltet werden.

    Abschließend zieht die LVZ einen Vergleich mit den beiden anderen Großstädten in Sachsen: Laut Uwe Schatz liegt die Quote zur Zeit in Dresden bei zehn und in Chemnitz bei einem Prozent mit überall steigender Tendenz. Wie immer beim Thema Wohnen heißt es zum Schluß, dass Zustände wie in Jena oder in den alten Bundesländern, wo die Makler fast ausnahmslos bei den Mieterinnen kassieren, in Sachsens Großstädten noch lange nicht in Sicht seien.

  • Um einmal das Beispiel aus Jena anzuführen:

    Als ich im Jahr 2000 eine 4-Zimmer-Wohnung als WG anmietete, haben wir als WG gemeinsam 2600 DM Courtage bezahlt. Das waren 2,5 Monatsmieten. Und so ist es geblieben. Bei meinem Umzug nach Jena 2008 war keine Kaution bei meiner Wohnung fällig, dafür aber 1700 EUR Genossenschaftsanteile. Generell aber hat es nie eine Zeit in Jena gegeben, in der eine Innenprovision verlangt worden wäre (d.h. Vermieter zahlt die Courtage.)

    In Leipzig ist es aber auch für Leute, die sich das Waldstrassenviertel, Rosental oder das bessere Schleußig leisten können nicht weiter schlimm, diese Courtage zu zahlen. Wer das nicht will - wie ich- zieht eben nach Reudnitz oder ich in die vordere Neustadt, wo auf lange Sicht keine Aussenprovisionen erhoben werden. Generell ist der Trend beim Umzug für den Wohnungssuchenden schmerzhaft, gesamtstädtisch ist das ein gutes Zeichen, das sich der hiesige Mietmarkt weiter normalisiert. Die vorherigen Zustände, an die sich die Mieter lange gewöhnt hatten, sind langsam aber sicher vorbei. Eigentlich aber ist es das Ende eines Notstands.

  • Also ich finde diesen Blog schon sehr kleingeistig. Was soll denn so schlimm daran sein, dass Leipzig in den Fokus eines sehr viel urbaneren, internationalen Publikums rückt? Ich kann das beim besten Willen nicht erkennen. Zwar mag in gewissem Umfange verständlich sein, dass man genervt ist, wenn auf einmal in den siffigsten Ecken der Stadt die Preise steigen.
    Aber ich finde, das Immobilien- und Veränderungskarussell hat sich in Leipzig in den letzten Jahren doch sehr gemächlich gedreht. Es geht langsam mit der sehr lange andauernden Sanierung der noch brauchbaren DDR-Hinterlassenschaften zuende. Nun sind ganz neue Ideen und Projekte gefragt. Die werden von einer Klientel realisiert, denen die ewige Ost/West-Leier und der Leipziger "Wir sind das Volk"-Revolutionskitsch nichts mehr sagt. Die kommen einfach, weil hier rohe Kreativität in größeren Freiräumen möglich ist als anderswo.
    Mich stört an solchen Blogs wie "Hypezig" das Spießige, Ausgrenzende. Sowas ist eindeutig drauf ausgerichtet, bestimmte Einflüsse, Neues, Zuwanderung und letztlich Ideen und Kreativität von der Stadt fernzuhalten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, welches Interesse man daran haben kann.
    Historisch ist Leipzig nichts weiter als eine sumpfige Wegkreuzung, an der man angefangen hat, 2x im Jahr einen Rummel abzuhalten. Es gibt keine Berge, kein Meer, keine Bodenschätze. Das einzige was Leipzig immer am Absterben gehindert hat, war der ständige Zufluss an Informationen, Ideen, Gütern und Menschen. Und gegen genau das wird hier argumentiert? Ich finde das ahistorisch und geradezu autoaggressiv.

  • Den Provinzialismus in seinem Lauf...

    Ich schließe mich zu 100% WolfheimJena an!
    Diese ganze Jammerei macht einen schon fertig.
    Da gibt es Zuzug von "bösen" Schwaben... Man kann es nicht fassen!
    Statt über jede Seele, die für den demografischen Abwärtstrend in Mitteldeutschland Milderung verheißt, glücklich zu sein, ergehen sich hier die "Bewahrer" (wovon eigentlich?) in ewig gleichem Frust.
    Das gilt m.E. auch für das Thema Courtage.
    "Fast 5%" der Wohnungen sind betroffen, dass heißt ja wohl im Umkehrschluss, für "über 95%" der Wohnungen ist keine Courtage zu zahlen ist. Wenn da in Spitzenlagen bei Gutverdienern einige Euro aufgerufen werden, wird das den Wohnungsmarkt nicht erschüttern.
    Wer der Meinung ist, dass es zuwenig Billigbruchbuden in Leipzig gibt, dem sei eine Wanderung durch den Leipziger Osten anempfohlen.
    Da kann der Sanierungsdruck gar nicht groß genug werden.

  • zwischen "schwaben zurück nach berlin!" und "ausländer raus!" kann ich keinen unterschied erkennen.
    die dahinter steckende dümmliche argumentation, "die nehmen uns die jobs, frauen (oder eben) wohnungen weg", zeigt doch nur, dass hier bekloppte am werk sind, die ihr eigenes leben nicht im griff haben. und das mit oder ohne zuzug von außen.

    menschen, die mit sich im reinen sind, haben es gar nicht nötig, andere leute auszugrenzen.

  • Pro-Schwaben-Sit-in

    :lach::lach:
    Ich fordere hiermit eine sofortige proschwäbische Solidaritätsaktion: Alles heraus zum Sit-In in der schwäbischsten aller Leipziger Hipster-Spots...

    Fauser Wirtschaft, Lützner100
    http://www.fauser-leipzig.de/

    Mir kennet alles - ausser ostdeutsch

    :daumen::D:daumen::D:daumen::D:daumen::D

  • BALD Leipzig, 15.1.2013

    Planen gewaltbereite Schwabenterroristen nun auch Anschläge in Leipzig?

    Nach den Anschlägen der letzten Tage in Berlin (BALD berichtete) befürchtet Oberbürgermeisterkandidat Horst Wawrzynski nun auch ähnliche Attentate in Leipzig.

    Kürzlich hatte sich eine bislang unbekannte Gruppe mit dem Namen "Free Schwabylon" zu dem feigen Spätze-Anschlag auf Käthe Kollwitz bekannt. Im einem wirren Pamphlet (unter http://freeschwabylon.tumblr.com/) fordern sie "einen autonomen schwäbischen Bezirk in Berlin" und haben ihren Bezirk Schwabylon bereits genau abgezirkelt - er soll rings um den Kollwitzplatz im Berliner Problembezirk Prenzlauer Berg eingerichtet werden und von der Danziger Straße im Norden, der Metzer Straße im Süden, der Schönhauser Allee im Westen und der Prenzlauer Allee im Osten begrenzt werden.

    Nun befürchten Wawrzynski und sein Nachfolger im Amt des Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz, dass sich der eben gestartete Graffiti-Krieg in Leipzig weiter hochschaukelt und vergleichbare Eskalationen auch hier drohen. Ab sofort wird die Gegend um den Körnerplatz in der Südvorstadt stärker von der Polizei bestreift und es bildeten sich bereits erste Bürgerwehren von alteingesessenen Leipzigern. Die um sich greifende Angst weckte rasch ein großes Interesse, sich den mit Glidschern und Gwarggeulschen ausgestatteten Gruppen anzuschließen. Doch nur die wenigstens Anwohner können die geforderte Geburtsurkunde mit dem Eintrag Leipzig nachweisen.

    Aber nicht nur die Bewohner der Südvorstadt zittern. Derartige Unruhen könnten auch in Schleußig oder Plagwitz ausbrechen. Die Zentren der schwäbischen Sezessionsbestrebungen scheinen jedoch an ganz anderer Stelle zu liegen. Szenekenner berichteten BALD, dass sich zwei gemeinsam agierende Zellen schwäbischer Unabhängigkeitskämpfer - als harmlose Gäste getarnt - regelmäßig in dem Lokal Frau Krause in Connewitz und im Restaurant Fauser Wirtschaft in Lindenau treffen. Von dort aus sollen sie im Schutze der Nacht die Nachbarbezirke mit Terror überziehen.

    3 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (15. Januar 2013 um 15:42)

  • Bevölkerung des Freistaates Sachsen am 30. September 2012 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen sowie Geschlecht:

    Leipzig, Stadt: insgesamt: 538.194; davon männlich: 262.740, weiblich 275.454
    http://www.statistik.sachsen.de/download/010_GB-Bev/Bev_Kreis.pdf

    Zum 31.12.2011 waren es 531.809, es sind also in zehn Monaten 6385 Einwohner_innen hinzugekommen. Und da die Vorlesungszeit erst im Oktober begonnen hat und die Studierenden sich fast alle erst im Oktober (November) nach Leipzig ummelden, düften Ende Dezember die Marke der 540.000 in der Landesstatistik übersprungen worden sein.

    LIZ, 16.01.2013
    Kassensturz: Leipzig steuert forsch auf die 540.000 zu
    http://www.l-iz.de/Politik/Kassen…0-zu-45889.html

  • ^ bei dem Artikel der LIZ wird abermals darauf hingewiesen, dass die Zahlen nach dem Zensus wieder runter gehen - erstmal. Was ich nicht verstehe ist, dass es in Leipzig schon eine Registerbereinigung gab. Warum brechen die Zahlen dann nochmal so ein?

  • ^ Weil auch eine Registerbereinigung nicht so genau wie ein Zensus ist. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Einbruch geringer sein wird als in anderen Städten, die keine solche Bereinigung vorgenommen haben.

  • So riesig ist der Unterschied zwischen den 524.387 Einwohner_innen laut dem amtlichen Einwohnerregister für den 30. September 2012 und den 538.194 nach der Angabe des Statistischen Landesamtes Ende September (Quelle: Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom 3. Oktober 1990) nun nicht. Die Differenz beträgt 13.807.

    Zu den vielfältigen Gründen für die unterschiedlichen Zahlen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerzahl
    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j…w1lL0xVxVxYRH3g

    Stand: 31. Dezember 2011

    Leipzig: 517.831 Einwohner mit Hauptwohnsitz (Quelle: Ordnungsamt Leipzig, Einwohnerregister).

    Dresden: 523.807 Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung (wohnberechtigte Bevölkerung: 530.729; Quelle: Melderegister der LH Dresden, Kommunale Statistikstelle)

    Hannover: lediglich kommunale Daten mit Stand 1.1.2011 verfügbar
    http://www.hannover.de/Leben-in-der-R…adtbezirke-2011

    3 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (18. Januar 2013 um 19:45)

  • Schwabification-Debatte in Leipzig?

    Zu den Versuchen, auch in Leipzig eine Schwabification-Debatte anzuzuzetteln und damit von der Diskussion über Wohnungspolitik, Miethöhen und Segregation abzulenken, empfehle ich einen Blick in das Interview von Harald Neuber mit Andrej Holm am 12.01.2013 auf Telepolis.

    "Wolfgang Thierse hat der Gentrification-Debatte eher geschadet"
    Der Soziologe Andrej Holm zu Wolfgang Thierse, der Landsmannschaftsehre des Schwaben und zur Banalisierung sozialer Konflikte
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38318/1.html

    Es schließt mit einem Satz, den man auf Leipzig übertragen kann, selbst wenn die Verhältnisse hier noch andere sind als in Berlin: "Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass dieser Disput genutzt wird, um die Gentrification-Kritik durch die kulturalisierte Banalisierung des bestehenden sozialen Konfliktes zu diffamieren."

  • Freie Presse 19.1.2013: Der Puls der Stadt

    Hier mal der Hinweis auf einen meines Erachtens gelungenen Artikel zur Hypezig-Debatte in der Chemnitzer Freien Presse vom 19.01.2013 unter der Überschrift "Der Puls der Stadt". Dabei geht es auch um den "kleingeistigen Blog" und seinen Macher und gefunden habe ich ihn natürlich auch dort: http://hypezig.tumblr.com/ Doch warum berichtet auch Ulrike Nimz wieder nur aus den gleichen Läden? ;)

    Keine Angst, ich werde jetzt nicht jeden Blog-Eintrag hier wiederholen, aber in dem Falle fande ich es angebracht, den zum Thema Stadtleben vorzustellen, zumal sicherlich nicht jede_r die Freie Presse liest.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Bevölkerung des Freistaates Sachsen am 30. September 2012 nach Kreisfreien Städten und Landkreisen sowie Geschlecht

    Basierend auf diesen Zahlen hat das Landesamt für Statistik eine Hochrechnung für den 31. Dezember 2012 geliefert, der zufolge Leipzig am Jahresende 10.308 Einwohner_innen mehr und damit insgesamt 542.117 Einwohner_innen hatte. In Dresden kamen demnach 5.780 Einwohner_innen hinzu, so dass es nun 535.561 sind. Auch Chemnitz erlebte ein kleines Bevölkerungsplus von 681.

    LIZ, 26.01.2013
    Hochrechnung für Dezember 2012: Sachsens Bevölkerungsprognosen sind von der Wirklichkeit überholt
    http://www.l-iz.de/Politik/Kassen…rung-46074.html

    Wie ihr ja wißt, interessiert mich insbesondere, welche Auswirkungen dieser Zuzug auf den Leipziger Wohnungsmarkt hat.
    http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthre…1857#post331857

    2010: + 4.021 = 522.883
    2011: + 8.926 = 531.809
    2012: +10.308 = 542.117

    Zuzug 2011 und 2012: 19.234 Personen
    Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,78 Personen je Haushalt sind das rund 10.800 Haushalte und damit in etwa auch Wohnungen. Bei den Baufertigstellungen liegen nur die Zahlen für 2011 mit 914 Wohnungen vor, die Zahl dürfte aber 2012 etwas höher liegen, ingesamt seit Ende 2010 etwa 2000 Wohnungen. Von den etwa 11.000 marktaktiven Wohnungen im Altbaubestand (Baujahr bis 1948) zum Ende 2010 dürften damit nur noch 2200 übrig sein bzw. noch ein paar mehr, da sicher einige Zuzüge auch in die 8.500 leerstehenden und fast alle marktaktiven Wohnungen im DDR-Wohnungsbau bzw. 1.500 Wohnungen in nach 1991 entstandenen Häusern gingen. Wir werden also viel eher eine Vollbelegung erreicht haben als von mir noch Ende März letzten Jahres erwartet.

    3 Mal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (27. Januar 2013 um 13:19)

  • ^ Wenn man noch berücksichtigt, dass etwa 4.000 Einwohner Ende 2009 und Anfang 2010 aus dem Einwohnermelderegister gestrichen wurden, so wuchs die Bevölkerung in Leipzig in den letzten 3 bis 4 Jahren tatsächlich um etwa 27.000 Einwohner, ein Plus von über 5 Prozent. Und die Prognosenheinis, die um 2009 rum noch von einer künftigen Abschwächung des Anstiegs in den kommenden Jahren ausgingen (sie führten den Geburtenknick ab 1990 ins Felde, der sich angeblich negativ auf Studenten- und Ausbildungszahl auswirken sollte), lagen wieder voll daneben. Lag der Anstieg vor 4 bis 5 Jahren noch bei < 1 Prozent pro Jahr, lag er letztes Jahr schon bei 2 Prozent. Ebenso ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Geburtensaldo ins Positive kehrt. Vielleicht ist er das schon im letzten Jahr. Nur in Dresden, in der Stadt wo lt. sächsischer Medien Milch und Honig fließen, scheint sich der Anstieg tatsächlich etwas abzuschwächen.:D

    Was die steigende Dynamik der Bevölkerungszahl angeht, bin ich auch bei LE.Mon.hist: Statt auf obsolete Statistiken zu setzen, sollten Infrastruktur- und Wohnungsbaupolitik auf die tatsächlichen Gegebenheiten neu ausgerichtet werden.

    Hier noch die Tabelle aus Kamenz mit den vorläufigen Zahlen für Dezember 2012.

    Edit: Aus der Tabelle könnt ihr auch entnehmen, dass vom Bevölkerungszuwachs der Messestadt inzwischen auch die Umlandgemeinden profitieren. Taucha, Markkleeberg, Markranstädt, Naunhof und Krostitz haben ein Plus von 0,2 bis 1,0 Prozent. Selbst Delitzsch und Bad Düben sind leicht im Plus.

  • Lieber Cowboy

    "Nur in Dresden, in der Stadt wo lt. sächsischer Medien Milch und Honig fließen, scheint sich der Anstieg tatsächlich etwas abzuschwächen."

    Warum lässt du solche Sätze nicht einfach weg, wenn du nicht nach evt. Gründen suchst, die weniger an mangelnder Attraktivität des Standortes Dresden an sich, denn eher an mangelndem bezahlbarem Bauland für Familien und günstigen und passendem Wohnraum innerhalb der Stadtgrenzen Dresdens liegen (Hoch im Kurs liegen Single-Wohnungen, barrierefreie Wohnungen und 4-Zimmer-Wohnungen und wie gesagt Bauland)

    So kann man der Tabelle nämlich auch entnehmen, dass das Dresdner Umland auch von einem Bevölkerungsplus profitiert und da geht es um größere (teils auch ehemalige) Kreisstädte mit 15-40.000 Einwohnern in dessen Speckgürtel.

    Pirna +0,2% (38,8 Tausend EW), Freital +0,6% (39,5 Tausend EW), Heidenau +0,4% (16,5 Tausend EW). Meißen +0,1% (27,5 Tausend EW) usw.

    Dresdens Geburtenrate ist weiterhin ungebrochen groß, mach dir also um die Entwicklung der sächs. Hauptstadt mal keine Sorgen.

    http://www.dresden.de/de/02/035/01/2012/07/pm_092.php

    http://www.dnn-online.de/dresden/web/dr…aktiv-444874674

    Ansonsten ist zu sagen, dass Markkleeberg seit Jahren mit Leipzig gewachsen und verwachsen ist, da es attraktiv für die eher wohlhabendere Klientel der Stadt ist und für jene, die nicht unbedingt den Trubel der Großstadt sucht.

    Die Wachstumsraten der genannten Städte liegen alle bei doch recht bescheidenden 0,1 oder 0,2 %. Da macht es eben schon einen Unterschied ob ein Ort 1000, 10.000, 15.000 oder 30.000 EW hat. Je kleiner ein Ort ist, desto weniger sagt ein Schrumpfen/Wachsen im 0,X% Bereich aus. Herausragend ist für mich demnach maximal Markkleeberg und mit Abstand noch Markranstädt.

    Die meisten Umlandgemeinden und kleineren Städte schrumpfen weiterhin mehrheitlich seit 2000, sprich dem Ende der großen Suburbansierungswelle.

    Ansonsten ist jegliches Bev.-Wachstum natürlich eine große Freude und ich erfreue mich außerordentlich an der positiven Entwicklung Leipzig UND Dresdens, da mir beide Städte viel bedeuten.:daumen:

    Grüße

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Lieber Cowboy
    "Nur in Dresden, in der Stadt wo lt. sächsischer Medien Milch und Honig fließen, scheint sich der Anstieg tatsächlich etwas abzuschwächen."

    Warum lässt du solche Sätze nicht einfach weg, wenn du nicht nach evt. Gründen suchst, die weniger an mangelnder Attraktivität des Standortes Dresden an sich [...]? Grüße

    Naja - weil es dann halt schon ein Leipziger Forum (bzw. Strang) ist und kein Dresdener. Und weil man in Leipzig die Elbtal zentrierte Politik der Landesregierung nie so richtig verstanden hat. Deswegen nehmen wir es dann gerne mal auf's Korn und zeigen die Schwächen derer besagter Regierung eben auf. Und es sagt doch auch etwas über die Attraktivität des Standorts aus, wenn Leipzig durch die Zuzüge wächst und (noch) nicht durch das Geburtensaldo. Obwohl die Stadt einen weniger gesunden Arbeitsmarkt hat als Dresden und auch ohne administrative Einrichtungen auskommen muss. Das ;) war ist auch nicht umsonst gemacht. ;)

    Zurück zum Thema. Das ist schon eine klare Ansage dass Leipzig sich stark zum positiven verändert. Fast 30.000 in den letzten 3 Jahren und mehr als 50.000 seit 2006. Kaum auszurechnen wie sich das bevorstehende positive Geburtensaldo auswirken wird. Auch schon die hier im Forum aufgeführten Zahlen der Einwohner mit Migrationshintergrund steigen stärker an als in jeder anderen ostdeutschen Stadt. Das alles verändert die Gesellschaftsstruktur schon nachhaltig zur vitaleren progressiven, und heraus aus den Auswirkungen der Nachwende Zeit.

    Das bedarf natürlich auch einer Veränderung der Stadtpolitik. Nicht nur im Bereich der Entwicklung von Schulen und Tageseinrichtungen, sondern auch im sozialen Städtebau. Das scheint auch im Rathaus angekommen - zumindest wurde es zu einem Wahlkampfthema des amtierenden (So. 17.35h) Oberbürgermeister. Meines Erachtens kann man aber seitens der Stadt froh sein, die städtebaulichen Veränderungen in den städtischen Banlieues vorangetrieben zu haben. Wenn auch noch unter andere Flagge betrieben so wirkt man den Ghettoisierungen entgegen.