Leipzig: Planungssituation

  • NEUES STADTARCHIV


    Laut der LVZ-Sonderausgabe "Stadtleben Süd" plant das Stadtarchiv Leipzig seinen neuen Sitz an die Prager Straße zulegen. Genauer gesagt am Barnet-Licht-Platz zwischen Kregelstraße/Dauthestraße/Prager Straße*.


    Schon im nächsten Jahr stehen die Planungen und ein europaweiter Architektenwettbeweb für das neue Stadtarchiv aus, so Christian Aegerter, Hauptamtsleiter vom Stadtarchiv Leipzig. Das Bauprojekt soll 19 Millionen Euro kosten und befindet sich auf einem städtischen Grundstück.


    Auf diesem Platz wird zum einen Teil der neue Komplex stehen, zum anderen Teil Parkplätze für die Besucher.


    *http://www.bing.com/maps/defau….1~rad.0,0985567673981889

  • ? wollte es die stadt nicht vis-a-vis von der deutschen bücherei an der semmelweisstraße bauen ? aber auch hier finde ich gut, wenn das perforierte gebiet um die prager straße wieder verdichtet wird. und die nähe zum techn. rathaus spricht auch dafür.

  • Die Entscheidung zu diesem Standort kann ich nur begrüßen. Bei der Prager Straße muss im Gegensatz zur Semmelweisstraße nicht so hochwertig gebaut werden. Ausserdem wird eine Raumkannte dem ganzen Areal im Kreuzungsbereich einen besseren städtebaulichen Charakter verleihen.


    Die Stadt tut sich mit der knappen finanziellen Situation damit einen wirklichen gefallen.

  • Der Barnet-Licht-Platz war bereits in der Stadtratsvorlage eine der drei Alternativvarianten, allerdings war im Einvernehmen mit dem Stadtplanungs- und Liegenschaftsamt zurecht das Grundstück an der Semmelweisstraße Favorit. Eventuell sieht man Probleme mit der Umwidmung des Grundstücks (bisher sind Neubauten nur für Wohnzwecke erlaubt) oder aber eine bessere Vermarktbarkeit im freien Markt.


    Im Endeffekt kann ein Neubau am Barnet-Licht-Platz das Wohnumfeld ähnlich stark aufwerten, ich kann aber nicht zustimmen, dass hier weniger hochwertig gebaut werden müsste. Beide Standorte sind ähnlich prominent und städtebaulich sehr sensibel.

  • ^ Ich sollte das Wort 'hochwertig' mit 'kreativ' tauschen. Das Grundstück verlangt meines Erachtens eher nach einer Raumkannte zur Prager Straße hin als nach einem Solitär welcher sich in der Semmelweisstraße besser gemacht hätte. Hochwertig sollte der Neubau schon sein aber die Wiederherstellung von der Straßenflucht in diesem Bereich der Prager Straße muss eine große Rolle spielen.


    Sicherlich kann es Alternativen zur Blockrandbebauung geben aber ein Anschluß zu den Wohnbauten auf beiden Seiten der Straße muss gegeben sein. Vor allem weil der Kreuzungsbereich mit der Alten Messe im Hintergrund schon von alleine 'auseinander läuft'. Trotzdem - endlich passiert etwas in diesem Bereich.

  • BEBAUUNG Areal Wilhelm-Leuschner-Platz


    ...irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Stadt Leipzig im August 2010 das künftige Aussehen des Areals um dem Wilhelm-Leuschner-Platz und den Ergebnissen des im Frühjahr stattgefundenen Workshops der Öffentlichkeit präsentieren wollte. Weis dort jemand genaures?

  • PARKHAUS AM JOHANNISPLATZ


    Laut LVZ soll an der Nürnberger Straße Ecke Grimmaischer Steinweg ein Parkhaus mit 350 Stellflächen für die Wertpapierdruckerei und KWL entstehen.


    Für das 1850 m² große Areal haben sich der Leipziger Unternehmer Frank Wolff und Hochtief Construction beworben. Der Kaufpreis liegt bei 340.000 €. Die Bieter haben jedoch weit mehr geboten. Insgesamt will Frank Wolff rund 1,7 Millionen € und Hochtief 3,3 Millionen € investieren.


    Das Parkhaus soll sich in die Ecke so eingefügen, dass später noch die Möglichkeit bestehe, dort einen hochwertigen Bau zu errichten.


    Quelle: LVZ

  • ^ Mit letzterem Satz meint DAvE, dass das Gebaeude nicht bis zum Grimmaischen Steinweg vorgezogen wird, sondern dort die Freiflaeche belassen wird, um spaeter einen hochwertigen Bau zur Schliessung des Blockrandes an der Ecke Nuernberger / Grimmaischer Steinweg errichten zu koennen. Ich nehme an, die Wasserwerke behalten sich dort eine bauliche Erweiterung vor.

  • ^ ... Ich nehme an, die Wasserwerke behalten sich dort eine bauliche Erweiterung vor.


    Der Bezug ist einerseits jenes Zitat - andererseits die Millionenschulden, die die Wasserwerke unter Heininger produziert haben.

  • BEBAUUNG KÖNIGSPLATZ


    Auf der diesjährigen denkmal-Messe findet sich eine Ausstellung zur 6. Messekadamie der denkmal. Darunter werden auch Entwürfe zur Gestaltung des Königsplatzes vorgestellt >>



    Auf der diesjährigen denkmal-Messe mit dem Schwerpunkt "Architektronische Aufwertung von historischen Stadtvierteln".


    Weitere Infos auf >> http://www.denkmal-leipzig.de/…mes?OpenPage&Code=0x00x5x


    1. Preisträger - 1001









    1002









    1003







    Die Ausstellung ist noch bis morgen auf der denkmal-Messe (bis 18 Uhr) zusehen.

  • Vielen Dank für die Bilder. Interessanterweise ist man damit noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Wird hier eventuell noch überarbeitet oder sind die Preisträger endgültig?


    Wenn man nur mal diese drei Teilnehmer betrachtet, hat der erste wohl zurecht gewonnen, Mängel haben aber alle. Nur mal zum Beitrag 1001: Die Idee des zuwachsenden Platzes finde ich sehr interessant und praktisch, ermöglicht sie doch, hier nicht jeden Block auf einmal zu bebauen, sondern das Viertel nach und nach zu vollenden. Weiterer interessanter Ansatz ist das Zurücksetzen der Gebäudemasse am Ring. Schade dagegen die Gestaltung des ehemaligen Königsplatzes (warum nicht das Baumovasl wie in 1002?) sowie die doch recht theoretisch daherkommende Gestaltung der Markthalle. Die alten Grundrisse unter der Erde nützen nichts, wenn das ganze oberirdisch an die neue Tretyakov Galerie in Moskau erinnert. Schön allerdings, dass erkannt wurde, dass am östlichen Ende des Stadtgartens zwischen Leplay- und Brüderstraße dringend eine Raumkante erforderlich ist.


    Mir erschließt sich weiterhin nicht ganz, wieso die Markthalle bei 1001 integriert ist, bei 1002 und 1003 jedoch nicht vorkommt.

  • Das Fehlen der Markthalle bei 1002 und 1003 war wohl ausschlaggebend dafür, dass 1001 gewonnen hat. Ansonsten erkenne ich kaum Unterschiede zwischen den drei Entwürfen. Das Baumoval kann man auch bei 1001 integrieren. Die Lösung mit der zurückgesetzten Gebäudekante am Ring und des hervorspringenden Bowlingzentrums gefällt mir allerdings bei allen drei Entwürfen nicht.

  • nun ja, das war ja nur ein übungswettbewerb für architekturdtudenten. zum glück, wie ich meine.


    allerdings machen diese entwürfe schon deutlich, wie schwierig es werden wird, das bowlingzentrum halbwegs geglückt zu integrieren. das gleiche gilt auch für dessen unterirdische anlagen und den südlichen zugang zur künftigen citytunnel-station.

  • Weshalb 1001 gewonnen hat, erschließt sich mir überhaupt nicht. :Nieder:


    Mein Sieger wäre die 1002. Macht den urbansten, geschlossensten Eindruck. Interessant vor allem die Höhendominante. :daumen: Die sollte bei einer Neubebauung obligatorisch sein. Ein so zentraler Platz am Innenstadtring sollte nicht nur nach "Flachbaumentalität" bebaut werden. Ein herausragendes Gebäude sollte es schon geben. Und die Markthalle könnte man sicher auch in einen solchen Entwurf integrieren...


    War nicht in den 90ern mal geplant, an der Ecke zum Roßplatz auf mindestens 40 m Höhe zu bauen !?

  • Ich kann die Bewertungen der Jury auch nicht ganz nachvollziehen. Aber dj tinitus hat recht - es sieht eher nach einem "Übungswettbewerb" aus als nach einer richtigen Ausschreibung.


    Vor allem 1001 + 1003 entwickeln genau die städtebaulichen Lücken in einer normalerweise geschlossenen Bebauung, die die Stadt versucht seit langem zu schließen. Raumkannten wird man auch mit 20 Jahre alten Baumreihen nicht herstellen können. Ein auflassen des Blocks zu allen Seiten, wie bei 1003, finde ich genauso unvorteilhaft. Die Raumkannten an der Grünewaldstraße, dem Ring, Windmühlenstraße sowie natürlich dem Wilhelm-Leuschner-Platz sollten wiederhergestellt werden. Vor allem unter dem Gesichtspunkt des Standorts, der kaum urbaner in Leipzig sein könnte, kann ich eine leichte Bebauung nicht begrüßen.


    Auch die "Spiegelung" des Grünstreifens zwischen Leplay - und Brüderstraße mit einer ähnlich proportionierten Baumasse/Bebauung ist eigentlich völlig unnötig. Den kleinen Platz hinter der Bebauung am Wilhelm-Leuschner-Platz wie bei 1002 halte ich allerdings für sehr gut.


    Alles in allem erschließen sich mir die Interpretationen bei 1001+1003 überhaupt nicht. Man wird aber versichert sein das keine dieser beiden Präsentationen so verwirklicht - hoffentlich! Ich denke dass das Amt für Stadtplanung bei der Tragweite des Areals auch mal nach Spanien und Portugal sowie Italien „illern“ sollte. Die Großstädte dort haben eine Menge Erfahrung mit einer dichten und trotzdem Qualität vollen urbanen Struktur. Man muss hier nicht der (und jetzt nenne ich das Kind auch mal beim Namen) Philosophie des Städtebaus der 1960er bis 1980er Jahre der BRD folgen. Offene und weite Flächen mit rätselhaften Raumkannten sind am zukünftigen Wilhelm-Leuschner-Platz meines Erachtens nicht angebracht.

  • Wichtig ist hier wirklich, das ganze nicht als offizielle städtebauliche Planung, sondern als Ideenpool zu verstehen. Und da gibt es durchaus Ideen, die man aufgreifen kann und sollte. In dem Zusammenhang nochmal zu 1001: auf dem ersten Bild ist zu erkennen, wie sich die Autoren das vorstellen. Mit den Bäumen wird zunächst die vorgesehene Bebauung markiert, die dann nach und nach auch wieder in Form von Häusern aufersteht:



    Deswegen auch der Untertitel "ein Platz wächst wieder zu". Ich halte dies, wie bereits ausgeführt, für einen höchst bedenkenswerten Ansatz, da man wohl davon ausgehen kann, dass in den anderen Fällen Blöcke wieder komplett bebaut werden, was der Qualität meistens nicht unbedingt zuträglich ist. Mit einer einfachen Wiese à la Museumsrandbebauung darf es auf diesem großen Areal nicht getan sein. Hinzu kommt, dass man in Leipzig angesichts der zahlreichen noch vorhandenen Bauaufgaben nicht davon ausgehen kann, hier superschnell ein neues hochwertiges Stadtquartier zu schaffen - im Gegenteil, die Bebauung wird sich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinziehen. Die anderen Vorschläge geben auf diese Problemstellung keine Antwort. Einzig der Block zum Leuschnerplatz könnte m.E. als Solitär, gern auch mit der bereits genannten Höhenkomponente, wiederauferstehen. Natürlich - und deswegen ist es auch nur ein Ansatz - sollte das Ziel eine vollständige Wiederherstellung der Blockrandstruktur sein und nicht wie im Modell kurz vorm Ende schluss sein. Wichtig und richtig an diesem Entwurf ist weiterhin, dass er als einziger den Stadtgarten mit in die Gestaltung einbezieht.


    Der kleine Platz, den alle Entwürfe zeigen, mag interessant sein, verhindert allerdings einen Wiederaufbau der Markthalle in alten Dimensionen.


    Was mich allerdings mal interessieren würde: sind das jetzt die Ergebnisse des großangelegten Workshops, oder wirklich nur Studentenarbeiten?

  • Wie auf der Seite von Leipzig Fernsehen zu lesen ist, handelt es sich bei dem Wettbewerb "Architektonische Aufwertung historischer Stadträume" ausschließlich um einen für Studenten der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen.

  • Sicherlich ist die Überlegung, nach und nach zu bauen, um eine gewisse Qualität zu erreichen, sinnvoll, aber die Lösung, dort Bäume in Rasterform zu pflanzen ist womöglich die schlechteste aller Varianten. Ähnlich wie beim Projekt "Dunkler Hain/Lichter Wald" bilden so gepflanzte Bäume gar keinen Raum, eher einen UNraum: Man ist darinnen von allen Seiten sichtbar, als wäre kein Raum vorhanden, aber trotzdem irgendwie innerhalb. Sehr diffus. Zudem vermute ich, dass dann auch der Königsplatz seine Wirkung als Raum verlieren würde. Positiv ist bei diesem Entwurf imho aber die Fassadengestaltung der Markthalle hervorzuheben, die mit Backsteinen ausgeführt das Relief der alten Markthalle aufnehmen will. Konterkariert wird das natürlich durch die Kubatur, die sich überhaupt nicht einfügt, wäre dann also wieder Riegeltum übelster Sorte. Aber schön, dass dort die Kellerräume genutzt werden sollen. Bei den Höhendominanten Frage ich mich, ob die aus Sicht des wandernden Menschen überhaupt eine Beziehung zueinander aufbauen können, nicht dass am Ende nur vereinzelte, diffuse "Säulen" wahrgenommen werden.