Alexanderplatz: Diverses

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Debbie:

    Inwiefern tut diese Initiative etwas fuer Berlin? Man versucht zu verhindern, dass eine durch den Krieg und den Sozialisten entstandene Luecke wieder bebaut wird und die Stadtkante an dieser Stelle wieder hergestellt wird.


    Denkst du wirklich, dass das hier besprochene Gebäude die Gegend attraktiver machen wird? Anscheinend hast du dir die Visualisierung noch nicht angesehen. :D

    Was ist denn eigentlich "die Stadtkante" an dieser Stelle und wer definiert diese in einem Gebiet, das fast ausschließlich von Wohnbauten der Nachkriegszeit bestimmt ist?

    Ich denke mal, einen Gründerzeit-Charakter wird man aus diesem Gebiet nie herauskitzeln können. Und diese geplante ästhetische Monstranz wird am Ist-Zustand auch nicht viel verbessern können, sondern eher noch weiter den Flickenteppich-Eindruck des Alex + Umgebung verstärken.

    Wäre hier nicht eher ein Landschaftsplaner angebracht, der sich Gedanken um die grausigen Parkplätze und die unwirtlichen Rabatten/Sträucher vor den Wohnhäusern macht?

    Außerdem erscheint mir die Neugestaltung des gegenüberliegenden Gebäudes sowie der Bauten an der Karl-Liebknecht-Straße Ecke Memhardstraße viel dringlicher. Aber vielleicht geht es nur mir so...

    Einmal editiert, zuletzt von Gurke (21. Juli 2011 um 17:02)

  • Ich habe ehrlich gesagt keine Lust hier immer wieder aufs Neue bei den Grundlagen der Berliner Stadtplanung anzufangen.

    Man moege sich doch bitte das Planwerk Innere Stadt anschauen und Fragen nach der Stadtkante sind bsplw. geloest.

    Meiner bescheidenen Meinung nach sieht diese Ecke derzeitig aus wie Novosibirsk - diese vielbefahrene Kreuzung muss an ihren Eckpunkten einfach definiert werden. Das andere Stellen dringender waeren und der Entwurf des geplanten Gebaeudes nicht gerade ansprechend ist, bestreite ich gar nicht, aber von einem staedtebaulichem Standpunkt aus macht die Bebauung Sinn. Da koennen noch so viele Anwohner "reyern"...

  • ^
    herr philippk kennt sich in novosibirsk aus? vielleicht, aber die stadtkante des planwerks und die stadtkante des monsterbaus sind 2 verschiedene paar schuhe. einfach mal informieren, bitte.
    die berliner sollten doch gelernt haben, falsche entscheidungen sind zu korrigieren und nicht zu executieren.
    beschalom, debbie :)

    Bitte nur wenn nötig zitieren. Danke.
    Bato

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich habe ehrlich gesagt keine Lust hier immer wieder aufs Neue bei den Grundlagen der Berliner Stadtplanung anzufangen.

    Man moege sich doch bitte das Planwerk Innere Stadt anschauen und Fragen nach der Stadtkante sind bsplw. geloest.

    Nichts für ungut, aber wie kann man nur so neunmalklug auftreten und dann mit Phantasie-Begriffen à la "Stadtkante" um sich werfen?

    Nun ja. Mich würde ein Link zum Bebauungsplan von 2000 zu dem betreffenden Gebiet an der Grunerstraße interessieren, ohne sich vorher durch die unübersichtlichen Seiten des Senats klicken zu müssen - kann da vielleicht jemand weiterhelfen?

    Ein Blockrand wird mit dem Neubau nämlich _nicht_ hergestellt.

  • die kante geben

    Dekoratives Anführungszeichen

    ^
    Zur Otto-Braun-Straße wird allerdings eine Kante hergestellt, nämlich passend zum Alexander Parkside. Zur Mollstraße will man anscheinend einer neuen Kante vorgreifen, auf langer Sicht will man wohl die Platten beseitigen.
    Hier übrigens der Planwerk: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/planwer…_stadt_2010.jpg

    hallo hobbyist, ich dachte, nun habe ich ruhe. aber irrtum:
    1. "platten" sind privat und koennen nicht einfach beseitigt werden.
    2. blockkante lt. b-plan wird von euler (collignon) und senat ignoriert.
    debbie

  • Vielen Dank für den Link.

    Wenn ich die Karte richtig lese, weicht der Neubau allerdings von der geplanten Blockbebauung zur Mollstraße hin ab.

    Die hier vielfach geäußerten Abrisswünsche finde ich nach wie vor sehr bedenklich. Aber das hatten wir auch alles schonmal...

    Wenige Straßenzüge weiter wurde übrigens vor wenigen Jahren ein Gründerzeitbau für ein All Seasons-Hotel abgerissen. Ich wünschte, gegen den Abriss, der sehr schade war und lediglich der Maximierung von Einzelinteressen diente, hätten ebensoviele Leute protestiert wie hier manche für (!) ein mediokres Bauprojekt stimmen, das einigen wenigen zugute kommt.

  • ^^
    Debbie: Tut mir ja leid wegen Deiner Ruhe, vielleicht solltest Du Dir eine ausgleichende Beschäftigung suchen?
    Und ich habe auch nicht behauptet, daß die Platten einfach beseitigt werden können. Ich interpretiere nur das Planwerk, mehr nicht. Und wo genau wird die Blockkante Richtung Otto-Braun-Straße ignoriert?

    Ich sehe das Projekt von zwei Seiten: Einerseits bin ich für die Verdichtung, andererseits halte ich es auch pragmatisch: was dort steht (Plattenbauten), sollte auch weitestgehend berücksichtigt werden.

  • @ Debbie / Gurke: zwei frisch angemeldete Jungspunde wie ihr (selber Tag - Zufall?) sollten vielleicht ein klein wenig demütiger Auftreten. Wie in den Forenregeln zu lesen ist, ist das hier kein Forum für Bürgerinitiativen und Betroffene.

    Fakt ist, wie Hobbyist bereits geschrieben hat, dass der jetzt entstehende Neubau dem Planwerk Innenstadt entspricht und entsprechende Proteste bereits bei dessen Verabschiedung geäußert werden hätten müssen. Wie Gorbi schon sagte: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Die Diskussion um die Mollstraße ist in dme Zusammenhang sowieso vorgeschoben, würde doch ein Einhalten der derzeitigen Blockkante nichts an der von den Bewohnern der Platt beklagten Schaffung der Hinterhofsituation ändern.

    Was der Abbruch der zweistöckigen Halbruine am Rosenthaler Platz mit der simplen Umsetzung eines seit Jahren beschlossenen städtebaulichen Entwicklungsplanes zu tun hat, erschliesst sich mir auch nicht so ganz.

  • Erstens: Das Gebiet um die Mollstraße ist schon jetzt dicht bebaut, eine weitere Verdichtung ist daher völlig unnötig und stadtklimatisch schädlich.

    Zweitens hat bisher niemand ein Argument vorgebracht, weshalb es sinnvoll ist, dass der Neubau die Raumkante an der Mollstraße zerstört. Ich denke, für diesen Schritt gibt es überhaupt keine städtebauliche Begründung, zudem auch im Planwerk Innere Stadt der Erhalt der Plattenbauten an der Mollstraße festgeschrieben ist.

    Ansonsten würde mich mal interessieren, welche Straßenkreuzung in Novosibirsk dieser Straßenkreuzung so ähnlich ist. Ganz allgemein würde ich sagen, dass die Kreuzungen von stark befahrenen Hauptstraßen generell keine besonders attraktiven Orte sind, egal ob in Berlin oder anderswo. Aber da niemand vorhat, die Berliner Innenstadt in eine Fußgängerzone zu verwandeln, wird sich an dieser Lage nichts ändern.

  • ^ Kreuzungen wie diese findest du in jeder größeren russischen Stadt. Bloß mit mehr Werbung, mehr Teer und und mehr Kiosken.

    Ein mit Plattenzeilen und davorliegenden Grünstreifen bebautes Gebiet im Zentrum einer europäischen Großstadt ernsthaft als dicht bebaut zu bezeichnen, entbehrt schon nicht einer gewissen Komik. Wie würdest du dann den Rosenthaler Platz oder den Prenzlauer Berg bezeichnen? Und ist das dortige Stadtklima tatsächlich so gemeingefährlich?

    Halten wir doch mal fest: das hier ist eine Diskussion zwischen Freunden des sozialistischen und des klassischen Städtebaus. Dann sollte man aber auch so ehrlich sein, das zuzugeben und hier nicht irgendwelche Pseudoargumente vorschieben.

  • Normalerweise antworte ich auf so scheinheilige Fragen nicht, aber das hat mich jetzt doch einmal gereitzt.

    Hier sieht man die gleichen schoenen Frevel wie an der besagten Kreuzung. Keine definierten Eckbauten, Blockkanten ueberall verteilt nur nicht symetrisch. Ansonsten befindet sich die Kreuzung genau so in der Innenstadt und ist die Kreuzung zweier Hauptverkehrsstrassen.

    Will mir jetzt jemand sagen, er faende sowas schoen?

    Ich gebe Recht, das stark befahrene Strassenkreuzungen selten attraktive Orte sind, aber sie muessen nicht noch wuester, unwirtlicher und unmenschlicher wirken, weil die sozialistischen Stadtplaner meinten Strassenfluchten und Raumgefuehl zu negieren.

  • Klarenbach: Das Gebiet um die Mollstraße ist das Gegenteil von dicht bebaut. Das ist ja gerade das Problem. Das ganze Umfeld ist unwirtlich weit und zugig. Es lädt nur zum schnellen Durchfahren mit dem Auto ein. Optisch ist es eine typische triste Stadtrand-Siedlung wie man sie in Hellersdorf und Marzahn zuhauf findet.

  • Vertical
    Die etwas aufgelockerte Bebauung war ja sicherlich Absicht. Man wollte den Bewohnern wohl statt enger Hinterhöfe eine großzügiges Umfeld und eine weite Aussicht bieten.

    Wenn die Bewohner die Wohnungen gekauft haben wird ihnen das vermutlich auch gefallen. In sofern könnte man es dann ja auch so lassen oder nur niedrige Bauten an den Straßenrand setzen. Die "Klassikfreunde" hier legen ja meist viel Wert darauf die Intention der Architekten und Planer der vorhandenen Bebauung zu berücksichtigen. ;)

    Ich genieße glücklicherweise auch eine schicke weite Aussicht und kann daher schon nachvollziehen, dass man sich diese ungern verbauen lassen möchte. Letztlich werden wohl Juristen entscheiden ob und wie hoch dort gebaut wird. Naja.

  • Die Bewohner hatten bei der Aufstellung des B-Plans genug Moeglichkeiten, sich mit rechtlichen Mitteln zu wehren bzw. Einfluss zu nehmen. Wurde aber anscheinend nicht im vollen Umfang getan.

    Nun 'ploetzlich' wird dieser Plan in die Realitaet umgesetzt und das Geschrei ist gross. Spiele ja ungerne mit Klischees, aber kann mir schon sehr gut vorstellen, was fuer Kollegen dort "seit 40 Jahren" wohnen (s. TAZ-Artikel) - jeder x-Beliebige Ossi hat dort, so nah am Zentrum der SED-Diktatur, vor 40 Jahren keine Wohnung zugeteilt bekommen - da wunder es fast, dass die Linke noch nicht angesprungen ist und gegen den neuen Bau hetzt. Zumindest muessen auch diese Personen einsehen, dass wir mittlerweile in einem Land wohnen, in welchem Rechtsstaatlichkeit (zumindest pro forma) praktiziert wird und es nicht mehr reicht ein Bonze zu sein bzw. mit den Bonzen auf Du zu sein.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ansonsten würde mich mal interessieren, welche Straßenkreuzung in Novosibirsk dieser Straßenkreuzung so ähnlich ist...

    Na, diese - zum Beispiel:
    http://maps.google.de/maps?q=+Nowosi…oid=po-19106368

    Von "Raumkante" ist da nämlich genausowenig zu erkennen wie in der Mollstrasse. Und genau eine "Raumkante" will das Planwerk Innenstadt hier wieder herstellen, deshalb ist die Bebauung des Beton-Parkplatzes völlig richtig.

  • Philip K.
    Nunja, ich finde nicht, dass die Politikspekulationen deine Argumentation wirklich stützen. Es bringt wohl in jedem Politsystem Vorteile in einer günstigen gesellschaftlichen Position zu sein. Je größer die sozialen Unterschiede in der Gesellschaft sind um so spürbarer werden wohl die Privilegien sein.

    Außerdem gefallen dir die Wohnungen und die Wohngegend wohl nicht. Daher ist es ein wenig unlogisch den Bewohnern ihre Wohnungen zu neiden.

    Bei der aktuellen Fluglärmdiskussion über Zehlendorf u.ä. argumentieren auch einige in diesem leicht hämischen Politstil. Nur mit umgekehrter Pointe.

    Einmal editiert, zuletzt von Chandler (21. Juli 2011 um 21:41)

  • Wir kommen jetzt vom Hunderstel ins Tausendstel und daher soll dies auch mein vorerst letzter Beitrag hierzu sein, da ich befuerchte, dass wir uns OT-weise schon sehr weit aus dem Fenster lehnen. Wie dem auch sei... ;)

    Zwecks der Bewohnerschaft habe ich kein Argument angefuehrt, sondern eine These, welche unbewiesen ist, aufgestellt. Es ist eigentlich auch nur zweitrangig, wer dort wohnt und was diese Personen in der Vergangenheit gewohnt waren. Derartige Kleinbuergerlichkeit und Uneinsichtigkeit bzw. der verzweifelte Versuch der Besitzstandswahrung (in diesem Falle: freie Aussicht und Sonnenschein) findet man nur allzu oft in Berlin. Seien es diverse BI wie MS Versenken oder diejenigen, die sich gegen die Entwicklung des Gebietes um den Gasometer in Schoeneberg aufregen oder Gentrifizierungsgegner in Kreuzberg, die 20 Jahre nach der Wende noch immer nicht im Zentrum der neuen deutschen Hauptstadt angekommen sind. Jene Leute muessen meiner Meinung nach in der Realitaet ankommen. Weder ist Berlin noch die kuschelige Weststadt, die von der Mauer 'umarmt' wurde und von den lieben Freunden eine Flugstunde weg finanziell unterstuetzt wurde, noch ist es das sozialistische Paradies, welches Honni sich immer ertraeumt hatte.
    Berlin ist heute eine kosmopolitische, globale Stadt - dies muss auch in der Stadtplanung Ausdruck finden. Fuer derartige Kleinbuergerlichkeit gibt es da einfach keinen Platz. Soll man halt auf's Land ziehen, wenn man ungestoert leben will und nicht im Zentrum einer 3,50-Millionen-Einwohner-Stadt. Die Uckermark hat noch viele leere Gehoefte im Angebot.

    Das mir weder die Wohnungen, noch die Wohngegend gefaellt, unterstellst Du mir gerade. Dazu habe ich mich bisher mit keiner Silbe geaeussert. Bitte fair play!

  • Ich kann überhaupt nicht erkennen, weshalb diese Kreuzung Mollstraße / Otto-Braun-Straße in ihrer jetzigen Form eine Fehlplanung sein soll. Sicher ist diese Kreuzung kein großartiger Stadtraum, wohl aber sind die damaligen Planer mit der schwierigen Situation sehr vernünftig umgegangen. Die Führung der Hauptstraßen war ja vorgegeben, und diese wird ja auch jetzt nicht in Frage gestellt. Daher war es vernünftig, dass die neuen Wohnhäuser in einem angemessenen Abstand zu den Fahrbahnen gebaut wurden, damit die Mieter nicht allzu sehr vom Verkehr gestört werden. Ebenso vernünftig war es, dass die Häuser in der Otto-Braun-Straße die Raumkante der ehemaligen Karstadt-Verwaltung weitergeführt haben. Und es war auch richtig, die Otto-Braun-Straße und die Mollstraße nicht als Flaniermeilen zu konzipieren, denn wer flaniert schon gern neben derartigen Blechlawinen? Alle Untersuchungen zur Wohnzufriedenheit in den entsprechenden Gebieten zeigen, dass die Wohnzufriedenheit sehr hoch ist. Die damaligen Planer haben also einiges richtig gemacht.

    Angesichts dieser Lage sehe ich überhaupt keinen Grund, ein umstrittenes Gebäude gegen den Willen der betroffenen Bürger durchzusetzen. Bisher hat ja auch niemand erklärt, weshalb dieses Gebäude denn so dringend nötig ist. Welche Verbesserungen erhoffen sich denn die Befürworter dieses Gebäudes?

    Sehr kritikwürdig finde ich die Verachtung für die betroffenen Bürger, die in einigen Beiträgen anklingt. Wozu ist denn die Stadt da? Doch für ihre Bürger! Letztendlich sind es die Bewohner, denen ihre Stadt gefallen muss. Die Entgleisungen von PhilippK will ich gar nicht groß kommentieren. In dem Gebiet wohnten und wohnen selbstverständlich nicht nur „Bonzen“, sondern auch Kraftfahrer, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Pförtner etc. .

    P.S. Konstantin
    Eine Raumkante wie die geplante an der Otto-Braun-Straße hat es nie gegeben, daher kann diese nicht wiederhergestellt werden. Es wäre eine völlig neue „Raumkante“, aber keine sinnvolle.