Rosenthaler Quartier [realisiert]

  • Das Amano macht was her: dezente Noblesse sowie historisierend, ohne dabei kitschig zu wirken. Um so übler das easy-Hotel mit seinen nach Vorstadt aussehnden Plastikfenstern. An dem Gebäude ist auch zu sehen, dass ein "richtiges" Dach nicht zwangsläufig eine Verbesserung darstellt.

  • ^ Der Neubau Linienstraße 204/205 ist beinahe fertig gestellt und besser geworden als ich vermutet hätte - zumindest wirkt er sehr hochwertig:


    die unnötig versetzten Fenster sind ein Wermutstropfen, das Gejammer hier im Forum (Mikrowelle) dann aber doch ein wenig voreilig - mir persönlich ist das Gebäude tausendmal lieber als das nebenstehende und mit regelmässigen Fenstern ausgestattete Easyhostel:


    Die moderne Ornamentik ist ganz nett:

  • ^ Danke für die Fotos Konstantin :daumen:
    Durchaus annehmbar. Leichte Art déco Anleihen gepaart mit Funktionalität eines Hotelneubaus. Das Gebäude könnte genauso gut irgendwo in New York oder anderen amerikanischen Städten stehen. Etwas mehr Farbe hätte sicherlich auch nicht geschadet.

  • ^
    Warum in die Ferne schweifen? Sieh dir zum Vergleich das (heimliche Vorbild?) ehem. Kaufhaus Jonass jetzt Soho House Club Moll- Ecke Prenzlauer an. Ich find das Hotel nicht unbedingt sehr amerikanisch, halt 30er international Stil bis auf ein entscheidendes Detail: sind das "Ami-Fenster" zum hochschieben?

  • Die Kleine Rosenthaler Straße 9/10 soll bebaut werden. Verantwortlich für die Entwurfsplanung des Baugruppenprojektes mit Holzfassade ist die Architektin Anne Lampen. Gegen das Vorhaben regt sich allerdings Widerstand aus dem linken Lager die eines der letzten Kleinode der Berliner Mitte bedroht sehen. Nach deren Angaben handele es sich beim ansässigen "Linienhof" nämlich um ein "offenes Kulturprojekt mit Werkstätten und Ateliers". Man wolle das Grundstück jedenfalls nicht ohne "Kampf" hergeben.
    Hier der Entwurf:


    Vorderhaus und Hinterhaus

    Bildquelle: Anne Lampen


    Artikel Berliner Zeitung
    Artikel taz
    Junge Welt
    Neues Deutschland


  • Quelle: ich


    Letzte Woche bin ich zufällig dort vorbei gekommen und musste einfach ein Bild vom Nachbarhaus machen. Leider ist die Bildqualität nicht so besonders. Links vom Haus kann man die Anfänge des Hofes (mit Protestplakat) erkennen.

  • Anne Lampen kennen wir nun schon von der Fassadensanierung (Zerstörung) in der Luisenstraße (Gasag-Gebäude) ;)
    Dennoch, so schlecht finde ich das Gebäude nicht, die hohen Fenster gefallen. Die Rückfront ist ruhiger und m.E. schöner. Dank des zurückgesetzten Staffelgeschosses (Vorderhaus oben links), wird der Erker in der Flucht und von unten betrachtet schön turmartig wirken.
    In der Tat, das Nachbareckhaus ist eines der letzten (in diesem Teil von Mitte DAS letze) besetzten Häuser. Ist doch klar, dass die Linken/ Autonomen/ Künstler maulen - es würde sich ja etwas ÄNDERN. Sie sind eben verdammt konservativ, wie fast alle anderen Menschen auch, wenns um Veränderung geht.
    So ein besetztes Haus und vor allem der Kunsthof stehen für eine längst abgeschlossene Ära. Für das Berlin kurz nach der Wende mit billigstem Wohnraum, ungeklärten Eigentumsverhältnissen, Ordnungsvakuum, Kunst an allen Ecken, illegalen Clubs, Anarchie und Aufbruch. Etwas, was heute gerne touristisch vorgegaukelt wird, gibts hier noch. Aber nach 20 Jahren kommt eben seine Zeit, daher dokumentieren, archivieren und totsanieren ;)

  • ...

    Baukunst: Nur weil die Wende vorbei ist, heißt nicht, dass auch der Lebensstil vorbei ist. Überall auf der Welt (und auch noch in Westeuropa), werden noch Häuser besetzt. Kein Relikt also, sondern eine Existenz mit Berechtigung.


    Übrigens eine wunderbare Ecke, das Haus.

  • ^ Tendenziell kann man bei besetzten Häusern glaube ich davon ausgehen, dass im Inneren Maßnahmen ergriffen wurden, die verhindern, dass Decken und Wände durchbrechen. Das sieht man ja auch beispielsweise an den erneuerten Fenstern. Die Fassade ist für Hausbesetzter nun einmal nicht unbedingt ganz oben auf der Prioritätenliste...

  • Dass die Fassade so aussieht ist sicherlich gewollt. Eine sehr übliche Ästhetik bei besetzten Häusern. Provokantes Statement gegen Bürgerlichkeit und Ordnung ;)