Leipziger Wohnungsbau

  • schick. in natura viel besser als die visualisierung vermuten lässt. und ein wenig erinnert es an die klinkerbauten aus den späten zwanzigern...


    Wenn man die Gebäude im Original sieht, sehen sie immer deutlich anders aus, als auf den Visualisierungen. Gebäude leben auch von ihrer Materialität.

  • Der Neubau in der Stallbaumstraße mag für sich in Ordnung gehen, z.B. irgendwo draußen in Feldrandlage, aber für einen Lückenfüller in Gohlis ist er m.E. völlig unbrauchbar. Da rettet auch der dunkle Klinker, das einzige Detail an dem Gebäude, das in architektonischer Sicht ein wenig hervortritt, wenig. Die Fenster sind ein Graus, die hervorstechenden Balkone ebenso. Und das alles wird noch getoppt vom EG mit seinen standardweißen Garagentoren und diesem Klofenster. Sowas hat in einer historischen Wohngegend für meine Begriffe nichts verloren.


    Die Sanierung des Plattenbaus in der Paul-Gruner-Straße ist fertig. Unter dem Umstand, dass der Plattenbau erhalten werden sollte, ist das Ergebnis durchaus vorzeigbar. Hervorzuheben sei, dass sich die Casa Concept der architektonisch anspruchsvollen Lage offensichtlich bewusst war und hier entsprechend anders saniert wurde als es sonst in Großwohnsiedlungen üblich ist (mitunter schrill und kunterbunt). Das Ergebnis schätze ich höher ein als das des Neubaus in der Stallbaumstraße. Natürlich wäre städtebaulich gesehen ein Abriss begrüßenswert gewesen. Aber ich meine, man kann damit leben.



    Die verschiebbaren Balkonelemente sind zwar vom Nutzen her irgendwie überflüssig (oder seht ihr darin einen Nutzen?), peppen das Gebäude aber auf.



    Die Rückfront ist freilich sehr nüchtern gehalten.

    Bilder: Cowboy

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    Die Kritik am Neubau Stallbaumstrasse finde ich überzogen.Mir gefällt er.Ich kenne die Umgebung nicht,da ich nicht aus Leipzig bin und vor 10 Jahren das letzte Mal vor Ort war.Aber so hochwertig kann die Umgebung nicht sein,dass selbst dieser,optisch durchaus anspruchsvoller Neubau,niedergemacht wird.


    Ist schliesslich ein Neubau und der sollte auch in der heutigen Formensprache ausgeführt werden.Neubauten in stark historisierender Form finde ich mit ganz wenigen Ausnahmen unangebracht.
    Ich sehe mir gern die Bilder aus Leipzig an,dort scheint sich mächtig was getan zu haben.Vor zehn Jahren beherrschte noch das Grau die Leipziger Strassenzüge,auch wenn schon etliches saniert war,bei meinem letztem besuch im Jahr 2000.
    Den getunten Plattenbau finde ich auch sehr gelungen,er passt jetzt gut als schmucker Kontrapunkt zu den gegenüberliegenden,auf dem Foto zu sehenden,Stuckaltbauten

  • Cowboy Stallbaumstr.
    Diese Meinung teile ich auch, aber an Orten die geprägt von Gründerzeithäusern sind, im verkorksten Bauhausstiel mit Platzkante und allem Architektonischen Sünden errichtete Gebäude, sollten m.E. abgerissen und durch Bauten mit Stuckelementen ersetzt werden. Das es auch mit moderner Architektur möglich ist "schön zu Bauen" zeigt das Gebäude des neu errichteten Katharinenbogens, welches Richtung Brühl mir sehr gut gefällt warum nicht überall so in Leipzig !!!!


    Kleist
    Also das Gebäude in der Paul-Gruner-Str. an sich ist so lala, man kann nicht nur mäkkern, aber schön sieht auf jedenfall anders aus, zumal man wahrscheinlich die alten Fenster aus der Platte in der Paul-Gruner-Str. direkt in das Gebäude der Stallbaumstr. eingebaut hat ^^. Und auch in Bezug, dass so ein Gebäude irgendwie in ganz Deutschland stehen könnte, muss es denn aber gerade in Gründerzeitvierteln sein ?? Und warum sollen den Stuckelemente gleich immer einen historischen Bezug besitzen müssen. Mal davon abgesehen gibt es in Leipzig wie ich finde, genug Kontrapunkte an dem "benötigter Wohnungsbau im Zeitbezug" im zwiespalt mit Gebäuden des Barockstils bis zum Gründerzeitgebäude...ect. stehen und eher eine disharmonie, als eine Symbiose darstellen. Im einzelnen gebe ich recht, das man versucht hat etwas daraus zu machen mehr oder weniger.




    Vergleich Neubau Berlin und dieses gebäude steht nicht im Villenviertel !!:



    Bilder von Bechty, DAF, Berlin Friedrichswerder: Townhouses und Quartier am Auswärtigen Amt
    http://www.deutsches-architekt…thread.php?t=3039&page=38

    15 Mal editiert, zuletzt von mfg_flo () aus folgendem Grund: Optimierung

  • Flo:


    dann vergleiche aber auch mal die erzielbaren mieten in berlin-city mit denen in leipzsch-sonstwo.
    das haus in der stallbaumstrasse wirkt solide und wird dank garagen und hellen räumen seine mieter finden. allemal besser als parkplatznot und quasi unvermietbare erdgeschosswohnungen.

  • dj, dein Loblied auf die Garagen im EG hast du ja schon mal in der Südvorstadt gesungen. Schau dir z.B. Dortmund oder Wuppertal an, da macht man das schon seit Jahrzehnten so. Mit der Folge, dass man stellenweise als Fußgänger nur noch vor ungepflegten, beschmierten, verbeulten Blechtoren lang läuft. Manchmal ist eines offen und man schaut direkt in eine Müllecke. Abgesehen davon sind die partiell vorhandenen ehemals grünen Vorgärten dann irgendwelchen in Billig-Beton gepflasterten Flächen gewichen, die nach Jahren krumm und schief liegen, von Nachbarn in absurd verlaufenden Randsteinen getrennt. Nein, das schiefe Betonpflaster sieht einiges schlechter als die krummen Granit-Großsteinpflaster auf den Gehwegen der sächsischen Städte.
    Bei den neuen Stadthäusern in der Elsterstraße kann man dies Gewurschtel jetzt schon in neu+klein sehen: Die Parkplätze auf der Straße sind nicht mehr nutzbar, weil ja überall Einfahrten sind, und die Vorgärten sind unprofessionell-dauerhaft unfertig gestaltet (Geld war alle) und dienen als zweite Abstellfläche. Dank des Maschendraht-Zauns kann das Garagentor immer offen stehen.
    Da sind mir wirklich die sanierten Erdgeschosse der Altbauten lieber, auch wenn man den Fenstern ansieht, dass niemand dort wohnt und schon länger keine Spinnweben mehr beseitigt wurden. Im übrigen bin ich sicher, dass der Leerstand der Erdgeschosse in den besseren Vierteln (alle inneren Vorstädte usw.) bald abgebaut sein wird. Dass es nach wie vor Wohnungen gibt, die sich schlechter als andere vermieten lassen, wird immer so bleiben.
    Aufgrund der gedrückten Proportionen, unangenehm herausstehenden Loggien mit horizonal-Gliederung zählt der Neubau in der Stallbaumstraße für mich zu den unangenehmsten der letzten Jahre. Wenn solche Gebilde erst einmal in die Jahre gekommen sind, werden sie nur noch verrottet wirken. Siehe Westdeutschland, Nordrhein-Westfalen.

  • ^ Sehe ich ähnlich. Ich kann das Argument, Garagen im EG sind besser als unvermietbare Wohnungen, auch nicht so recht nachvollziehen, zumal es selbst an vielbefahrenen Hauptstraßen, wozu die Ecke an der Pölitzstraße keinesfalls zählt, nicht mehr zieht. Auch EG-Wohnungen finden ihre Mieter/Eigentümer in Leipzig. Und der Parkplatzmangel wird durch die Garagen auch nicht beseitigt, weil - wie du schon geschrieben hast - die Einfahrten freigehalten werden müssen. Die EG-Lösung des Neubaus an der Stallbaum-/Pölitzstraße halte ich für die denkbar schlechteste und findet hoffentlich nicht zu viele Nachahmer.


    @mfg_flo: Meine Kritik am Neubau ist nicht so zu verstehen, dass mir historisierende Neubauten mit Stuckelementen per se lieber wären. Mir gefallen auch moderne Gebäude in historischem Bestand, wenn sie entsprechend anspruchsvoll ausgeführt werden. Das von DrZott gezeigte Beispiel zählt nicht dazu.


    Weniger nachvollziehen kann ich die zuletzt hier geäußerte harsche Kritik am Neubau in der August-Bebel-Straße. Es zeichnet sich nun wirklich ab, dass er ein ganz solider, längst überfälliger Lückenfüller wird. Für die Freunde historischer Dächer ist er ein Grund zur Freude, die Fassade wird ähnlich jener in der Alexanderstraße, wahrscheinlich aber noch ein wenig anspruchsvoller. Stehende Fenster kommen zum Zuge wie auch - traditionell (Gruß an Lipsius) - Leipziger Erker. Kein Vergleich zu den vereinzelten 1960er-Jahre-Wohnbauten, die den Eindruck der gründerzeitlich glänzenden August-Bebel-Straße ein wenig schmälern. Auch das scheint mir ein Grund zur Freude. Update von letztem Montag:


    Von der Schenkendorfstraße aus gesehen.



    Im Kontext zur Nachbarbebauung.



    Fotos: Cowboy

  • ^Mal schauen, ich hoffe ja das in der August-Bebel-Str. Fasadentechnisch noch etwas passiert, welches dann gerade so akzeptabel wäre mit dem Hintergrund der viel schlimmeren 60er Bauten. Die im übrigen meistens in Eigenleistung von den Mietern erbauten und durch die damalige VEB Wohnungsgenossenschaft geförderten Gebäude nur das Ziel hatten, schnell viel Wohnraum zu schaffen, leider an den falschen Standorten. Zu dem Gebäude in der Stallbaumstr. habe ich mir nochmal die Bilder der vorangegenagen Posts angeschaut in Bezug auf die Wohnlage. GANZ ehrlich das DING muss unbedingt wierder abgerissen werden, das ist ja sowas von eine Vergewaltigung des Viertels, wenn man sich die Nebenstehenden Gebäude anschaut Kleist schau mal einige Posts zurück, da siehst du wie Fehlplatziert dieses Gebäude steht. Das sind dann auch solche Momente, an denen man gern Weinen würde und am liebsten ne Milliarde auf dem Konto hätte um solche Gebäude wieder abzureisen um den Vierteln ästhetische Gebäude zu verleihen. Auch vom al Piano sollte man nicht zuviel erwarten mich stört der Gedanke der Flachwand jetzt schon, auch wenn im Inneren modern ausgestattet. Und mit 8Mio € kann man auch schon besseres bauen, vorallem in solchen Wohngegenden. Und weil ich heute in guter Stimmung bin, gleich noch ein Makel. Die Rosental Terrassen welche eben genau das Wohnunternehmen, welchen eine Vielzahl der oben erwähnten und minderwertig renovierten 60er Jahre Bauten gehört, "Lipsia", auch nicht wirklich überzeugen. Ich mag auch aus persönlichen Gründen diese Genossenschaft schon nicht, es gibt wohl keine Genossenschaft in ganz Leipzig die so kostengünstig wie möglich saniert und agiert wie die "Lipsia"
    MfG.: FLO

    10 Mal editiert, zuletzt von mfg_flo () aus folgendem Grund: opt

  • SALOMONSTRASSE 24a


    Zufällig bei einem Rundgang durch die Ostvorstadt entdeckt >>



    An der Salomonstraße Ecke Czermaks Garten, Nähe Leipzig Kolleg.

  • leipziger und cowboy:


    mit verlaub, der immobilienmarkt sieht etwas anders aus. frisch sanierte häuser werden "von oben nach unten" vermietet. erdgeschosswohnungen sind kaum gefragt, garagen dafür umso mehr. fragt euch einfach mal selbst, ob ihr lieber eine wohnung im erdgeschoss oder eine ganz oben mit garage mieten würdet, dann ist die sache doch geklärt.


    @mfg flo:
    es gibt "jammern auf hohem niveau", aber das lässt sich deinen postings nicht unterstellen. alle von dir genannten neubauten befinden sich auf vormaligen von hunden zugeschissenen brachen. bezüglich des neubaus in der august-bebel-strasse sei zudem erwähnt, dass dort noch vor ein paar jahren ein seniorenheim der volkssolidarität entstehen sollte. das jetzt realisierte projekt ist demgegenüber (und gegenüber der ausgangssituation sowieso) eine optische wohltat.

  • Die Kritik an den Rosental-Terassen kann ich auch nicht nachvollziehen. Hier entsteht eine ganz solide, karreeförmige Wohnanlage auf einer ehemaligen Wildwuchsbrache zu moderaten Mietpreisen. Ein Beispiel, das auch bei anderen Brachen in eher periphärer Lage Schule machen sollte.


    Obwohl meine Verwandtschaft nicht weit von den Rosental-Terrassen entfernt wohnt, war ich letzte Woche das erste Mal vor Ort. Hier ein paar Fotos:



    Der 1. Bauabschnitt ist seit ein paar Monaten bereits fertiggestellt worden.


    Blick in den Innenhof.



    Der terrassenförmige Abschluss, der dem Bauprojekt zum Namen verhalf.



    Das straßenseitige Erscheinungsbild ist nüchtern, aber doch einigermaßen wertig.




    Der 2. Bauabschnitt, mit dem das Karree geschlossen wird, ist auch bald fertiggestellt.



    Links vorn entsteht bekanntlich der Kindergarten Lipsia.



    Und auch hier entsteht nach Süden ein terrassenartiger Abschluss.

    Fotos: Cowboy

  • In der Friedrich-Ebert-Straße soll ein moderner Neubau entstehen. Auf der Seite von Homuth & Partner sind dafür die Grundstücke 11 bis 13 vorgesehen. Dort existiert aber kein Altbau wie auf den folgenden Abbildungen zu sehen. Demnach kann es sich eigentlich nur um die Grundstücke 112 bis 114 handeln, die neben diesem Altbau entwickelt werden sollen. Ob die GRK-Holding allerdings auch den Neubau realisiert, konnte ich bisweilen nicht herausfinden.





    Visualisierungen: Hohmuth/Partner Architekten

  • Und weiter geht's: Auf einem ausgebomten Grundstück in der Ferdinand-Lassalle-Straße ist der Neubau von zwei Stadtvillen geplant.





    Visualisierungen: Homuth/Partner Architekten



    So sah das zu bebauende Grundstück vor ca. 2 Jahren aus:

    Bild: Cowboy

  • Cowboy, besten Dank für das Material :D


    Stadtvillen: Ferdinand-Lassalle-Straße/Bachstraßenviertel/am Clara-Zetkin-Park > http://www.bing.com/maps/?v=2&…le-stra%C3%9Fe%2C%2004109


    Diese Wohnungen werden sicher auf Grund der schönen Umgebung von Gründerzeithäusern, dem Clara-Zetkin-Park und dem Elsterflutbett schnell verkauft sein.


    Neubau: Friedrich-Ebert-Straße/Waldstraßenviertel/am Sportforum > http://www.bing.com/maps/?v=2&…cene=10795172&lvl=2&sty=b


    Ich habe das Gefühl, dass das neue Dachgeschoss des Alt-Eckbaus eine Ebene mit der 4. Etage (4. OG) des Neubaus ist bzw. sogar verbunden ist. Die zusätzlichen 2 Geschosse auf dem Dach sehen auf dem ersten Bild zumindest so aus, als würde dahinter ein Hochhaus stehen. Auf der anderen Seite passt man sich sicher der Höhe des linken Gebäudes an. Die Entwürfe sehen echt gut aus, gefallen mir.

  • ^ Danke für die interessanten Neugkeiten. Den Neubau in der Friedrich-Ebert-Straße halte ich insbesondere mit den zwei Staffelgeschossen für weit zu massiv. Ich meine, wir haben es hier mit 7 Etagen zu tun. Auch die horizontalen Fensterbänder wollen mal wieder nicht so recht gefallen.


    Bei den geplanten Neubauten an der Ferdinand-Lasalle-Straße wundert mich, dass die nordwestliche Villa offensichtlich im Park der angrenzenden Seniorenresidenz gebaut werden soll. Weniger (= nur vordere Villa) wäre hier mehr gewesen, wenn ch mich nicht ganz täusche, hätte dies auch dem Vorkriegszustand entsprochen. Weiterhin hoffe ich, dass nur ein kleiner Teil des alten Baumbestandes gefällt wird, st er doch sehr prägend für die Parklage.


    Undabhängig davon ist der ständg an Dynamik gewinnende Neubaumarkt in Leipzig, der vor eingen Jahren noch komplett brach lag, doch sehr interessant.

  • Äußerst bedauerlich, dass die bis dahin außergewöhnlich einheitlichen Gründerzeitviertel durch unangepaßte Neubauten immer weiter zerfleddern.
    Bei beiden Grundstücken handelt es sich um Gartengrundstücke, die man seinerzeit bei der Erst-Bebauung planmäßig freigehalten hatte: an der Lassalle-Str. der Garten der Villa des Buchhändlers Leopold Gebhard ("Gartenlaube") Sebastian-Bach-Str. 51, an der Friedrich-Ebert-Straße befindet sich der Original-Hauseingang zu dem noch zu sanierenden Eckgebäude an der Schmalseite, die jetzt durch den Neubau verbaut wird.
    Mehr Dichte wird an dieser Stelle nicht zu mehr Qualität führen.
    Diese Entwicklung kommt allerdings nicht überraschend.

  • leipziger: bist du dir bei der Friedrich-Ebert-Straße sicher? Das würde mich bei der sonst ursprünglich geschlossenen Bebauung im Waldstraßenviertel doch arg verwundern. Der Seiteneingang des momentan von der GRK sanierten Eckgebäudes Friedrich-Ebert-Straße 110 weißt doch eher auf einen Druchgang hin, wie er jetzt mit Glas überbaut werden soll. Auch hat die F-E-Straße 116 eine Brandwand und die restliche Straße ab Waldplatz ist geschlossen bebaut. Eventuell verwechselst du das mit dem tatsächlich freigehaltenen Gartengrundstück an der Max-Planck zwischen Frege- und Feuerbachstraße?

  • Zu #438: Ich finde es auch schade, dass städtebauliche Fehler, die man in den alten Bundesländern v.a. mit der unsäglichen Architektur der 1960er und 1970er Jahre angerichtet hat, jetzt hier wiederholt werden. Gut, das Grundstück liegt am Rande des Waldstraßenviertels und in Bezug auf die Sichtachsen ist die Beeinträchtigung gering, aber die geplante Architektur ist ja nicht nur modern und 1970er-Retro, indem sie die gewünschte Innenaufteilung ohne jegliche Rücksicht auf die Außengestaltung realisiert, sondern vor allem völlig maßstabslos. In Bezug auf noch einige Lücken, die weit tiefer im Viertel zu füllen sind, finde ich das nicht gerade ein positives Signal.


    Mit den geplanten Neubauten an Ferdinand-Lassalle-Straße lässt sich dagegen leben, in der losen Villenbebauung, die ohnehin eine größere architektonische Vielfalt auweist als der geschlossene Blockrand, passt moderne Architektur noch am besten rein. Das Rendering deutet von der Materialität auf eine einfache Putzfassade, hier würde ich mir, der herausragenden Lage angemessen, etwas wertigeres wünschen, aber gut, das bleibt wohl frommer Wunsch.

  • das sehe ich anders:


    das geplante gebäude in der friedrich-ebert-strasse komplettiert den strassenzug und hat einen unverbaubaren blick auf das sportforum mit der arena und dem stadion, beides grosse nachwendebauten. grosszügige westbalkone mit abendsonne scheinen mir hier durchaus angebracht.
    kritischer sehe ich dem projekt in der ferdinand-lassalle-strasse entgegen. die pläne beschränken sich zwar in der höhe, doch durch die extensive nutzung der grundstücksfläche wird dessen parkähnlicher charakter verloren gehen.

  • ^ Wenn die Wohnqualität das einzige relevante Merkmal eines Gebäudes wäre, hättest du sicherlich recht, in einem Flächendenkmal wie dem Waldstraßenviertel sollte moderne Architektur allerdings nicht ganz so in-die-Fresse-mäßig daherkommen.