Nürnberg - Lounge

  • Mich würde interessieren, wie Du dann im Vergleich zu Nürnberg (und Leipzig) Hannover einschätzt? Haben wir Hannoveraner hier?


    Ich kann mich nämlich an eine meiner ersten Vorlesungen im Jahr 1999 erinnern, da hat uns ein Prof eine Umfrage zu den deutschen Großstädten mit dem besten Nachtleben präsentiert. Das war freilich keine wissenschaftliche Erhebung, aber es ist doch auch ein Indikator für Lebensqualität bzw. ein weicher Standortfaktor, insbesondere für die "kreative Klasse". Darin hieß es jedenfalls, dass die beiden letztplatzierten, also langweiligsten Großstädte in Deutschland - Achtung - Hannover und Nürnberg wären!


    Von Hannover kann ich es nicht einschätzen. Die Anzahl meiner Besuche dort kann man noch immer an einer Hand abzählen, aber das Flair und das Nachtleben haben mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Allerdings konnte ich auch das nicht glauben, was über Nürnberg geschrieben wurde. Wir haben als Studenten grundsätzlich die Nacht zum Tag gemacht, was nicht immer ganz ohne Beschwerden der Nachbarschaft ablief! :D

  • OK, habe mich falsch ausgedrückt: wir haben die Stadt gerockt und z. B. mit unseren Examensfeiern die Flatrate-Parties erfunden, lange bevor diese vor ein paar Jahren ein großes Thema für besorgte Eltern und Anlass für politische Regulierung waren. ;)


    Die Schwierigkeiten mit den Nachbarn bezogen sich (auch) auf die besten Bars und Clubs der Stadt. Als drei Beispiele seien die anhaltenten Probleme in der "Barmeile" Weißgerbergasse sowie die Schließungen der Prinzenbar direkt unter der Burg und der Bar77 eine Gehminute vom Hauptmarkt entfernt genannt. Zwei wirklich gute Läden mit bester Stimmung, die wegen Protesten der Anwohner ihre alten Standorte aufgeben mussten. Wohlgemerkt alles zentralst gelegen, was nach meinem Verständnis sämtliche Proteste von Anwohnern völlig obsolet macht. Wenn jemand im Zentrum einer Großstadt wohnen will, muss er auch nächtliche Unruhe ertragen, sonst bitte einfach woanders wohnen. Typisches NIMBY-Verhalten halt, leider in Nürnberg sehr ausgeprägt.

  • Also dieser Vergleich des Nachtlebens ist irgendwie an den Haaren herbeigezogen. Ob man es in Hannover oder Nürnberg langweilig findet, ist doch subjektiv.


    Diesen Spruch:" Nichts ist doofer als Hannover." kenne ich auch. Wobei das meiner Meinung nach nicht stimmt. Hannover empfinde ich als sehr lebenswert. Eine relativ grüne weitläufige Stadt, die (zumindest mir) nicht so ein Gefühl der Enge gibt.


    Wenn man diesen Städtevergleich weiterführt, muss man allerdings eins beachten: die erwähnten Städte liegen in ganz unterschiedlichen Regionen. Wenn man beispielsweise Bayern oder Sachsen nicht mag, wird es auch schwer, an Nürnberg oder Leipzig was positives zu finden.


    Aber nochmal zurück zu Hannover. Einen Pferdefuß hat die Stadt natürlich: sie ist gesichtslos. Nichts markantes. In meinen Augen eine bauliche Katastrophe. Normalerweise müsste man in Hannover in den kommenden Jahren viel abreißen und neu bauen. Einfach um die Nachkriegssünden zu entfernen. Tut mir leid, wenn ich das so vernichtend sage.

  • Es ist doch schwer, die B-Städte wie Hannover, Nürnberg, Bremen, Leipzig etc... zu vergleichen. Jede hat ihre positiven und gleichzeiten negativen "Eigenschaften". Grundsätzlich zeichnen sie sich vorallem durch hohe Lebensqualität aus! Den Rest kann man wohl als Stadtsoziologische Unterschiede bezeichnen.


    Aber um auf den Titel des Threads zu kommen: All diese Städte haben wohl das Problem nicht in den "Kreis" der second cities zu kommen, da ihnen in dieser Kategorie dann doch durch Nachbarstädte (im europäischen Maßstaab gesehen) wie München, Berlin, Hamburg, Prag, Amsterdam die Sahne vom Kuchen genommen wird.
    Und wie schon mehrfach erwähnt ist das meiste Wachstum zukünftig von den second cities zu erwarten.


    Das heist, um hier nicht unter den Tisch zu fallen, müssten sich die, nennen wir sie "third cities", eine Strategie überlegen, um global doch bestechen zu können.
    Der erste Schritt wäre meiner Meinung nach schon mal, sich selbst nicht auf Teufel-komm-raus in diese Liga hiefen zu wollen. Nichts ist nerviger als ein "wanna be". Somit wird man sich erst seinen eigenen individuellen Stärken bewusst und kann diese gezielt herausstellen. Über diese cluster Bildung kann man sich dann positionieren. Die dabei entstehende Branchendichte führt natürlich wieder zu einem Image, dass die Stadt ausstrahlt. Und dieses Image muss man ihr zugestehen. Vorallem muss es durch die Bewohner angenommen werden. Das macht sympatisch.


    Nicht jede Großstadt MUSS Weltstadt sein! - Dies scheint wohl ein Komplex zu sein, dem die meisten "lokalpatriotischen Städter" erliegen.

  • Die von Dir genannten Städte sind doch alle eher als normaler Durchschnitt zu betrachten. Ist auch völlig in Ordnung.


    -In keiner dieser Städte gibt es – jedenfalls im Moment- wirklich interessante Industrie. Hier würde ich aber Hannover im Vorteil sehen.


    -Die Kultur ist zwar in allen drei Städten etwas mehr als der übliche Durchschnitt, aber auch nicht herausragend. Hier kann ich in keiner der genannten Städte einen Favoriten erkennen.


    - Die Landschaft um die Städte ist –naja – wieder nur Durchschnitt. Nürnberg liegt da aber eindeutig vorn. Kann jedoch daran liegen, dass ich mehr mit den Bergen als mit dem flachen Land anfangen kann. Aber Berge gibt in Nürnberg ja auch keine.


    -Wissenschaft und Bildung: Da scheint mir Leipzig vorn zu liegen. Wieso hat Nürnberg eigentlich keine (eigene) Universität? Als alte Freie Reichsstadt?



    -Welche größeren städtebaulichen Projekte werden in Nürnberg und Hannover in den nächsten Jahren fertig gestellt? Also Projekte, die der Stadt jeweils einen echten Schub geben können?


    Hier denke ich, hat Leipzig mit dem Citytunnel und dem Neuseenland die Nase vorn. Aber in Leipzig gab es auch den größten Nachholbedarf.

  • Vielleicht nochmal ganz kurz auf das Nachtleben zurückzukommen,also SO-MI ist in Nürnberg "tote Hose",da gibt es glaub ich keine 2 Meinungen.Aber es kann keiner behaupten das von Donnerstag Abend bis Samstag natürlich, in Nürnberg nichts los ist.Und ich denke dann sogar mehr als in anderen Städten unserer grösse,und von da her kann ich schon verstehen das ihr die Nacht zum Tage gemacht habt!!!!!!

  • Hier ein Paar der durchaus noch angedachten Großprojekte in den kommenden Jahren:



    - Die Einhausung und Untertunnelung des bisherigen Frankenschnellweges für wohl etwa 400 Millionen Euro.


    - Die sogennante Flughafenanbindung als Autobahnzubringer zur A3.


    - Die Stadt will außerdem kräftig in den ÖPNV investieren. Das heißt weitgehende Fertigstellung des U-Bahnnetzes (zuwachs um vermutlich bis zu 8 kilometern) und Ausbau der Straßenbahn.


    @ harher
    noch mal auf die Wirtschaftsstruktur:
    wie sich gerade in Nürnbergs Geschichte gezeigt hat, sind Großkonzerne wie Grundig oder Quelle alles andere als ein Garant für stetige Einnahmen in der Haushaltskasse einer Stadt. Aus der Sicht eines Stadtkämmerers ist ein breit aufgestellter Mittelstand eindeutig vorzuziehen. Und auch in Nürnberg gibt es noch immer größere, hier heimische Konzerne wie Diehl oder die DATEV. die für Bayern recht hohe Arbeitslosenzahl spiegelt die industrielle Vergangenheit der Stadt welche in diesem Bundesland ja auch Ausnahmefall war.


    @ stahlbauer
    warum hat Nürnberg keine eigene Uni?
    Lange und schwierige Geschichte. Während Nürnbergs Hochzeit (15./16. Jahrhundert) schickten die Patrizierfamilien ihre Söhne ins Ausland. Das gehörte zum guten Ton. Trotzdem schob man in jener Zeit eine eigene Uni im zu Nürnberg gehörenden Altdorf an (Gründung 1575), hier hat damals unter anderem sogar Wallenstein studiert. Jene wurde durch die Bayern nach Einverleibung der Stadt 1809 abgewickelt.


    D.

  • @ Dexter
    Natürlich ist der Mittelstand im Prinzip eine zuverlässigere Adresse für eine Stadt. Allerdings bringt eben ein Großunternehmen auch Futter für solche Firmen. Das traf z.B. auch für Grundig oder Quelle zu. Das Verschwinden dieser Konzerne hat auch viele mittelständische Zulieferer schwer getroffen. Großkonzerne sind eben einfach aufgrund ihrer Finanzkraft und Macht ein wesentlicher Faktor. Wenn der fehlt, wird es auch für den Mittelstand schwierig. Dass Firmen wie Datev und Diehl. oder auch Leoni oder Leistritz und natürlich die Schreibwarenhersteller hervorragende große Mittelständler sind, ist gar keine Frage. Eigenartig in dem Zusammenhang ist allerdings, dass man z.B. Diehl von seiten der Stadt Nürnberg eher ignoriert. Ein Waffenhersteller - igitt, igitt! Man reitet auch noch auf den Zwangsarbeitern im Krieg herum - die hatte Siemens aber auch! Will sagen, dass die Stadt nicht unbedingt geschickt mit den Pfunden in Nürnbergs Wirtschaft umgeht.

  • Was die wichtigen Projekte betrifft: da fällt mir für Nürnberg noch die Delphin Lagune in Verbindung mit dem Delphintherapie Zentrum ein. Meines Wissens ist dies europaweit einzigartig.
    Auch der geplante 7km lange Güterzugtunnel ist ein wichtiges Projekt, das den Güterverkehr immens stärkt und im Zuge dessen, den Personenverkehr auf der Schiene beschleunigt, da ein Engpass (Nbg-Fü) verschwindet. Das "neu" entstehende S-Bahn Netz darf hier nicht vergessen werden.

  • Weil ein paar Beiträge weiter oben ja auch von den Sehenswürdigkeiten die Rede war: in den Top 15 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten 2010, erfasst durch den deutschen Tourismusverband, kommen weder Nürnberg noch Hannover vor. Ist dann sicherlich auch irgendwie eine Marketingfrage. Ich empfinde eigentlich sowohl in Nürnberg als auch mit Abstrichen in Hannover das Stadtbild als recht angenehm, aber es fehlt halt der Knaller. Warum die Nürnberger Burg allerdings weniger beliebt ist als beispielsweise das Schweriner Schloss, kann ich auch nicht sagen. Aber, falls es beruhigt - es tauchen auch weder Frankfurt noch Düsseldorf noch Stuttgart auf.

  • Das Schweriner Schloss hat den Reiz des Neuen. Aber die Zeiten ändern sich auch wieder. Solche Listen kann man auch nutzen, um Gegenstrategien zu entwerfen.



    Mattes


    Da gibt es doch einige Gemeinsamkeiten zwischen Nürnberg und Leipzig.:)




    Das Projekt CITYTUNNEL wird den gesamten Nahverkehr im Großraum Halle-Leipzig verbessern.







    CTL Markt Sued Mai 08 [GFDL (<a href='http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html' class='external free' rel='nofollow'>http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html</a>) or CC-BY-SA-3.0 (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], by Prolineserver (Own work (own photo)), from Wikimedia Commons








    Über die Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt und die Neubaustrecke Erfurt- Leipzig/Halle werden die beiden Ballungsräume bis 2017 besser verbunden werden. Die Projekte werden überregional wenig beachtet. Bei der Anzahl und Größe der Brücken- und Tunnelbauwerke verwundert das etwas.








    Unstruttalbruecke-Sept2010-2 [CC-BY-SA-3.0-de (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], by Störfix (selbst fotografiert), from Wikimedia Commons










    Die Saale-Elster-Talbrücke wird Deutschlands längstes Brückenbauwerk werden.






    Saale-Elster-Talbruecke1 [GFDL (<a href='http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html' class='external free' rel='nofollow'>http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html</a>), CC-BY-SA-3.0 (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0 (http://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], by Störfix (Own work (selbst fotografiert)), from Wikimedia Commons

  • zum Thema Verkehr:
    Der Citytunnel ist natürlich wunderbar und wichtig für das Umland, aber er löst nur zu einem geringen Teil das prinzipielle, überregionale Kopfbahnhofproblem der Stadt.
    Wenn die neue Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Nürnberg und Erfurt in Betrieb geht und die 2006 eröffnete Trasse zwischen Ingolstadt und Nürnberg ergänzt, wird ein Teil der Züge München/Berlin die Stadt Leipzig zugunsten Halles wohl aussen vor lassen. Eben auch wegen des Umwegs und der Sackgassensituation. Bei aller Imposants des Leipziger Hauptbahnhofs bin ich für Nürnberg dann doch recht froh, das man sich schon vor über 100 jahren vom Kopfbahnhof verabschiedet hat und wieder "wie die Spinne im (Verkehrs-)Netz" (ein alter Spruch aus Zeiten der Reichsstadt) Europas sitzt.


    zum Thema Touristik:
    hier gibt es noch viel zu tun in Nürnberg. So zum Beispiel auch im Hotelgeschäft (wurde hier bereits angesprochen) und dem Marketing (da tut sich grade ne Menge). Ich behaupte aber trotzdem mal, das die Altstadtszenerie Dresdens die einzige unter Deutschlands halbmillionenstädten ist, die ebenso unverkennbar und einzigartig ist wie die Nürnbergs. Dresden vermarktet sich nur ungleich geschickter und blieb seit der Wende immer im Gespräch. Weder Hannover, Dortmund, Stuttgart oder Leipzig sind im spannungsfeld stadtgeographie/gebäude so distinkt wie Dresden und Nürnberg. Beide Städte haben unverwechselbare Silhouetten die praktisch selbst schon als marke fungieren.




    http://de.wikipedia.org/wiki/D…%C3%BCdWest.JPG#filelinks
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/legalcode



    ne super fotostrecke zu Nürnbergs Innenstadt im Winter
    http://www.nordbayern.de/nuern…1.361348&gallery=1.361411


    D.

  • Das Vorkriegsnürnberg war zwar wohl eine verschlafene Stadt, aber das mittelalterliche Stadtbild herausragend in Europa.


    Danach wurde die Stadt, dem Zeitgeist gemäss, bieder wieder aufgebaut. Wobei es noch schlimmer hätte sein können, wie andere Beispiele zeigen. Dennoch ist der Verlust an herausragenden Bürgerhäusern in Nürnberg schmerzlich zu beklagen (Toplerhaus, Pellerhaus, etc.)


    Die Wunden sollte man schließen. Jedesmal, wenn in der Altstadt ein biederer Nachkriegsbau aus wirtschaftlichen Gründen ersetzt wird, gibt es eine Chance der Komplettierung, die dem Tourismus zugute kommt.


    Sanierung täte dem zu verkehrsreichen Plärrer und dem weitgehend schäbigen Gebiet südlich des Platzes gut.

  • Zum dem Thema Tourismus:


    Zum eher schlechtem Marketing Nürnbergs kann ich nur zustimmen. Ich bin zurzeit Austauschstudent in Taipeh und bin hier einigen Leuten begegnet, die schon in Deutschland Urlaub gemacht haben bzw. dorthin wollen. Wenn ich gefragt habe, welche Orte sie besichtigt haben/wo sie hinwollen, kamen meistens Städte wie Berlin, München, Köln, Stuttgart, Freiburg, Ulm und Rothenburg. Begründungen wie "in Köln steht der Dom", welcher meines Erachtens auch sehr sehenswert ist, waren häufig zu hören. Mit dem Hinweis, daß Nürnberg die einzige deutsche Großstadt mit einer Burg(silhouette) ist, konnten die Leute jedoch nichts anfangen. Nürnberg war dann höchstens noch wegen den Kriegsjahren bekannt oder weil es ein "unbedeutende Stadt direkt neben München" ist. :D


    Allerdings muß ich auch erwähnen, daß ich in den meisten Reiseführern hier die Stadt Nürnberg finden konnte (vom Inhalt her meistens genauso stark vertreten wie Leipzig, Düsseldorf oder Köln). Wenn ich jedoch auf der taiwanesischen Googleversion (google.com.tw) "紐倫堡" eingebe, bekomme ich zuerst sehr knappe Wikipediaeinträge, dann Links wie germanytravel.com und dann nur noch Zeitungsartikel, ein paar Blogs oder ähnliches. Nichts offizielles. Die offizielle Seite über die Congress- und Tourismusseite, welche dann aber auch weiterleitet, ist nicht zu finden. Nürnberg ist also hier, sehr schwach vertreten. Und mit der Aussicht, daß in Zukunft auch immer mehr Festlandchinesen nach Deutschland kommen werden, ist das schon sehr schwach.



    Zu dem Thema Nachtleben:


    Leider ist es wirklich so, daß das Nachtleben in Nürnberg etwas zu wünschen übrig läßt. Mach1, Kohlenhof, Resigelände, Nachtschicht. Das waren dann im Prinzip schon die bedeutenden Diskos. Jedoch bin ich auch häufig in München unterwegs und lebe zurzeit, wie schon erwähnt, in einer etwa 3 Millionenmetropole. Und ehrlich gesagt, auch wenn das Nachtleben in Nürnberg vielleicht nicht befriedigend ist, mit München und Taipeh kann es meiner Meinung jedoch "fast" mithalten (wenn man es auf die Größe hochrechnet AUF JEDEN FALL).

  • Wobei sich anscheinend hier bei der Vermarktung einiges getan hat! Nürnberg ist im Marketingverband "magic cities" aufgenommen worden. Hier haben sie die 12 größten Städte des Landes zusammengetan. Geworben wird vorallem in den Überseemärkten China, Indien, USA, Südkorea. National wird sich die Darstellung hoffentlich auch verbessern, da viel über die DB geworben wird.


    http://tourismus.nuernberg.de/…2&pressepage=2&archivID=6


    Allerdings ist auf der aktuellen magic cities Seite Nürnberg noch nicht aufzufinden...

  • MAGIC CITIES
    abgesehn davon, dass es mehr ein werbefilm für die DB ist, und ich nicht so recht erkennen sollte, warum ich düsseldorf besuchen sollte, ist es wirklich ein versäumnis nürnbergs, sich bis dato nicht um eine "mitgliedschaft" gekümmert hat, erst recht, da es 1:1 auf der strecke von leipzig nach münchen liegt. also was das touristenmanagement angeht, müssten in nürnberg wirklich mal köpfe rollen. ich kenn die strukturen nicht, aber was da geleistet wird, ist wirklich schwach. das nürnberg WENIGER zu bieten hat, als die hälfte der anderen städte von "magic cities" kann wirklich nicht gesagt werden. aber anscheinend schafft es niemand, es mal nach außen ordentlich zu kommunizieren!

  • MAGIC CITIES
    abgesehn davon, dass es mehr ein werbefilm für die DB ist, und ich nicht so recht erkennen sollte, warum ich düsseldorf besuchen sollte, ist es wirklich ein versäumnis nürnbergs, sich bis dato nicht um eine "mitgliedschaft" gekümmert hat, erst recht, da es 1:1 auf der strecke von leipzig nach münchen liegt. also was das touristenmanagement angeht, müssten in nürnberg wirklich mal köpfe rollen. ich kenn die strukturen nicht, aber was da geleistet wird, ist wirklich schwach. das nürnberg WENIGER zu bieten hat, als die hälfte der anderen städte von "magic cities" kann wirklich nicht gesagt werden. aber anscheinend schafft es niemand, es mal nach außen ordentlich zu kommunizieren!


    Nürnberg wurde im Dezember in die Gruppe der MAGIC CITIES aufgenommen.

  • Wie Städte wahrgenommen werden ist ein Phänomen. Schon immer spielten Bilder eine große Rolle. In unserer heutigen, medial geprägten Zeit haben Bilder eine noch größere Rolle eingenommen. Von daher erlaube ich mir – als Außenstehender – den Hinweis, dass die Burg dafür eher nicht geeignet zu sein scheint.


    Während der Eifelturm, das Kolosseum, das Brandenburger Tor, Dom zu Köln, die Porta Nigra und eben auch die Brühlsche Terrasse in Dresden problemlos und damit zahllos fotografiert werden können, ist die Nürnberger Burg –wenigstens als Silhouette- nicht so einfach zu fotografieren. Von daher war mir zwar der Slogan „Im Zeichen der Burg“ bekannt, aber eben nur als Werbung eines Versicherers, und hat bei mir keinen emotionalen Bezug zur Stadt Nürnberg entwickelt.


    Für die Nürnberger mag die Burg ein wichtiges Symbol sein. Interessant wäre zu wissen, wie das Fremde sehen. Ich halte es aber für schwierig, wie auch:


    Zitat


    pagmamahal


    Mit dem Hinweis, daß Nürnberg die einzige deutsche Großstadt mit einer Burg(silhouette) ist, konnten die Leute jedoch nichts anfangen.


    feststellte.


    Irgendwie ähnelt das der "einzigen viersitzigen Gondelhängebahn südlich des Alpenhauptkammes mit Sommerbetrieb". Es fehlt das wirkliche, ohne Erklärung und reproduzierbare Erkennungsmerkmal. Es gibt einfach zu viele Burgen in deutschen Städten.






    Zitat


    Dexter



    Der Citytunnel ist natürlich wunderbar und wichtig für das Umland, aber er löst nur zu einem geringen Teil das prinzipielle, überregionale Kopfbahnhofproblem der Stadt.
    Wenn die neue Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Nürnberg und Erfurt in Betrieb geht und die 2006 eröffnete Trasse zwischen Ingolstadt und Nürnberg ergänzt, wird ein Teil der Züge München/Berlin die Stadt Leipzig zugunsten Halles wohl aussen vor lassen. Eben auch wegen des Umwegs und der Sackgassensituation. Bei aller Imposants des Leipziger Hauptbahnhofs bin ich für Nürnberg dann doch recht froh, das man sich schon vor über 100 jahren vom Kopfbahnhof verabschiedet hat und wieder "wie die Spinne im (Verkehrs-)Netz" (ein alter Spruch aus Zeiten der Reichsstadt) Europas sitzt.



    Das sehe ich, als Nicht-Leipziger eher gelassen. Für die Gesamtregion ist es eher von Vorteil, wenn Halle –immerhin etwa halb so groß wie Nürnberg- nicht vom Fernverkehr der Bahn abgeschnitten wird. Den Kopfbahnhof in Leipzig hatte die Preußische Staatseisenbahn durchgesetzt, um den in Preußen liegenden Hauptbahnhof von Halle/Saale zu fördern.


    Für den ICE-Verkehr war der Citytunnel nie wirklich vorgesehen. Irgendein Politiker mag das mal vorgetragen haben, wirklich nachgedacht hatte der aber nicht. Über den Regionalverkehr kann aber sogar Hof in Bayern (oder doch eher Franken?) vom Citytunnel profitieren.


    Vielleicht gibt es irgendwann noch einen Fernverkehrstunnel für eine weitere ICE-Strecke nach Nürnberg oder Regensburg.;)

  • @ stahlbauer


    ich finde du hast mit deiner beobachtung durchaus recht, die burg ist kein solitär sondern ein ensemble und fällt damit etwas aus der reihe bekannter städtischer wahrzeichen.


    das war übrigens auch schon vor dem Krieg ein "problem" der Stadt Nürnberg. die altstadt selbst war das Wahrzeichen, nicht ein einzelnes Bauwerk. Die Altstadt verfügt aber auch heute noch über unzählige kulturhistorisch wertvolle Baudenkmäler. Einzigartig wird das alles aber eben nur in seiner Gesamtwirkung als mittelaterliche/frühneuzeitliche mitteleuropäische Großstadt.


    Stadtmauer + Burg + große Kirchen + Patrizierhäuser + Handwerkshäuser usw.


    In der Folge fällt es natürlich schwer einem spezifischen solitär eine Hauptrolle zuzugestehen. Am ehesten erfüllt die Rolle dann doch die Burg (aber eben auch selbst wieder als Ensemble).


    Nürnbergs marketing sollte sich dem "problem" stellen und lösungen finden. erste ansätze sind ja schon vorhanden. die Altstadt eignet sich dank ihrer größe und vielen Plätze als hervorragende Kulisse für vielfältige gesellschaftliche Ereignisse wie zum beispiel dem Bardentreffen.
    letztlich ist jenes "problem" auch gar keines. ich hab schon so viele besucher kölns im anschluss jammern hören, dass der dom und die kölner zwar spitze seien, die stadt selbst aber dann doch eben, naja, weniger attraktiv daherkommt...



    D.