Münchner Biergartenratsch

  • Wieder mal bezeichnend. Kein Posting seit Tagen. Keine News. Anzahl der Baukräne, die ich von der Donnersbergerbrücke sehen kann, auf Rekordtief. Zuzug wurde durch fehlendes Angebot praktisch abgewürgt. Innenstadtviertel schrumpfen durch Luxussanierung und Verdrängung. Dabei kollabieren U und S Bahn. Ja, und sogar das Wetter ist schlecht geworden und der Pelikan is weg.


    Irgendwas stimmt doch hier nicht.

  • Die Lust am Provinziellen oder Geld lustig verpulvern

    Vor ein paar Tagen las ich in einer Mediennachricht, dass die CSU mit den Freien Wählern redet. Es brauchte auch nicht viel Zeit, schwupp melden sich Leute, die behaupten, das Bauen würde "extrem viel Geld und Energie kosten und dem Umweltschutzgedanken widersprechen" - die Bundesmittel für den Bau würde man der Bauindustrie "spenden" während man mit "den richtigen Anreizen" Leute beschwören könnte, lieber in Schrumpfregionen zu strömen. Wenn ich jetzt auch noch lese, dass dieses ganze Gemurkse "intelligenter" sein sollte, habe ich mich mächtig aufgeregt und kann es nicht unkommentiert lassen.


    Die Urbanisierung gibt es seit Jahrtausenden (seitdem es Städte gibt) und ähnlich lange strömt in Metropolen, wer vom besseren Leben träumt. Erst recht jetzt, als die Arbeitswelt immer spezialisierter wird - in einer Millionenstadt kann ich wenigstens mit ein paar Arbeitgebern rechnen, die ganz spezielle Kenntnisse (z.B. eine exotische Programmiersprache) suchen. In einer Kleinstadt gäbe es bestenfalls einen - jeder Jobwechsel würde da einen Fernumzug bedeuten. Ähnlich kann eine Firma nur in einer Metropole hoffen, genügend Experten zu finden.
    Kein Zufall, dass als Brexit-Folge in Metropolen wie Paris, Frankfurt, Dublin umgezogen wird - dass da irgendwo in Fränkisch Dingsdahausen Wohnungen leer stehen mögen, interessiert bei der Standortwahl keinen.


    Natürlich sind die Bundesgelder nicht als "Spenden" gedacht, sondern es wird bestellt und dafür bekommt die Öffentlichkeit einen planbaren Gegenwert. Irgendwo habe ich kürzlich die Expertenschätzung gelesen, eine Sozialwohnung müsste im Schnitt 80 Tsd. EUR Förderung kosten. Für 15 Milliarden EUR könnte man also fast 200 Tsd. Sozialwohnungen bestellen genau dort, wo sie gebraucht werden (in München und den anderen Metropolen) - sicher berechenbar. Die "Anreizen" entbehren hingegen jeder Berechenbarkeit. Die Erfahrungen sind eher wie Nokia in Bochum - kaum waren die Anreizen abgeschöpft, setzte sich der Laden nach Rumänien ab.
    Selbst wenn die Bevölkerung Nürnbergs stagnieren mag - in München u.a. wächst sie und in Berlin rechnet man ernsthaft mit über 4 Mio. EW in nicht zu entfernter Zukunft. Das sind die echten Herausforderungen, die es zu meistern gilt.


    Ehrlich gesagt - wenn Bayern jetzt einige Jahre verliert, ist es zwar traurig - wenn aber manche Leute auch noch Bundesmittel für merkwürdige Abenteuer begehren, müsste jeder alarmiert sein. Ich folgte jedoch dem Link im DAF-Posting - da ist viel von der Agenda 21, Grünen Listen und ähnlichem Umfeld der Grünen die Rede - daher bekomme ich mächtige Zweifel, ob die Grünen wirklich besser als die FW wären. Viel zu schnell heisst es, Bauen sei umweltschädlich und mit dem Geld solle man vermutlich lieber Aktionen der Sorte #Hüpfen-für-sinkende-Mieten organisieren, wie es eine vor ein paar Wochen in München gab (oder #Umweltbewusst-Hüpfen-für-Umzüge-nach-Nürnberg).

  • Sieht man mal davon ab, wieviel hier gepostet wird oder nicht, hat Isek nicht ganz unrecht. Einen EW Zuzug kann man auch schön damit abwürgen, daß:


    a) Deutschlandweit bekannt ist, daß hier AKTUELL 60.000-80.000 Wohnungen fehlen! Wer soll denn bitte freiwillig in so eine Stadt ziehen, bei der pro Tag, bei Immoscout 200-300 Bewerbungen, auf Sch...buden erfolgen?


    b) Großprojekte wie die Bayernkaserne von Jahr zu Jahr verschoben werden!


    c) Die Anzahl an neu angekündigkten, großen Wohnprojekten in den letzten Jahren eher abgenommen, anstatt zugenommen hat! Wo sind die vielen Parkplatzüberbauungen? Nachverdichtungen von Arnulfpark, Ackermannbogen, Parkstadt Schwabing (man hätte schon längst mit dem Teil, nördlich des Parkplatzes, anfangen können!!!), etc., etc.?


    Das sind nunmal Tatsachen! Und folglich gibt es natürlich auch nichts zu posten, da es ja nichts Neues gibt. Ob die Anzahl der Kräne auf einem Tiefstand ist, weiß ich nicht?


    Und das das Wetter jetzt schlecht wird und der Pelikan weg ist, damit hat Isek ja auch irgendwie recht :)

  • Weiß jemand, was mit diesem großen Gelände westlich der Weimarer Str. und den beiden Star Inn Hotels geplant ist?
    https://goo.gl/maps/szXJu4vKJ6v


    Die Gebäude sind komplett abgerissen und eine Baufläche vorbereitet. Lange Zeit wurde es auch als Parkplatz benutzt, aber inzwischen hat sich das auch überholt, da weiter östlich direkt neben der Trambahn ein größeres Parkhaus gebaut wurde.


    Und ja, ein Skandal, dass der Pelikan weg ist.

  • Doch ist wie immer: Isek postet daraufhin Korrelation mit Kausalität verwechselnd, so würde auch der Stammtisch eine Freude daran haben: Diese Website kann nicht angezeigt werden - Oje, das Internet muss gelöscht worden sein! http://www.deutsches-architekt…hp?p=612385&postcount=380.


    Danke für´s delegieren :)


    Oh je! Kann man nicht mal hier rumpöbeln? Für den Rest gibt es doch 1000 andere Threads.

  • Die Koalitionsverhandlungen werden demnächst abgeschlossen sein. Demnach bekommen Aiwanger ein neues Superministerium, indem neben Wirschaft und Energie auch das Thema "Landesentwicklung" abgedeckt werden soll. Evtl. wird das eine Bündelung von Söders ehemaligem "Heimatministerium" zusammen mit dem Bauministerium, was natürlich viel Verantwortung auch in der Regional- und Stadtplanung bedeuten würde. Eine Entscheidung über die Dritte Startbahn wird lt. SZ wohl einfach aufgeschoben.


    https://www.sueddeutsche.de/ba…landesregierung-1.4196241

  • Die erste Seite des Interviews ist mMn sehr treffend - die zweite ist mir bzgl. der Welfenhöfe zu wenig selbstkritisch, vielleicht hätte die Frage "würden Sie dort (in deren Bauabschnitt) gerne wohnen wollen" ehrlichere Antworten provoziert.


    Die Aussage zu Wohnhochhäusern kann stimmen, wobei der Spielraum der Verordnung nicht berücksichtigt wird, bzw. solche Verordnungen auch nicht in Stein gemeißelt sind. Generell sollte in den Vierteln eine Traufhöhenanhebung um durchweg 1-3 Stockwerke am meisten neue Wohneinheiten bringen.


    Wohnhochhäuser sind dazu eine optisch interessante Ergänzung (wie im Artikel erwähnt z.B. an Ecksituationen).

  • Zitat

    Aus Olympiapark-Thread: Zitat OlympiaFlo: In den 60-70ern und nochmal kurz Anfang der 00er Jahre war die Stadt modern und hat nach Größerem gestrebt. Diese Stimmung darf gerne wieder kommen.


    Anfang der 00er Jahre kamen zwar ein paar Hochhäuser dazu, allerdings wurden zu jener Zeit auch einige wichtige B-Pläne für Kasernen und NMA festgesetzt. Schon damals waren diese viel zu klein dimensioniert, heute erleben wir deren Umsetzung und fragen uns, wie um Himmels Willen so etwas nur geplant werden konnte (Ackermannbogen, Hirschgarten, PEK, FUK).


    Erst seit 3-4 Jahren (eig. seit Ude aus dem Amt geschieden ist) werden die großen B-Pläne mit einer WE-Anzahl geplant, wie es angemessen ist (Bayernkaserne, Freiham Nord 2, Parkstadt Schwabing Lilly Reich Straße, NP-Kiesgrube, Ratoldstraße…).

  • Genauso so ist es. Was ich persönlich ein bißchen Schade finde, daß man immer nach "draußen" ausweichen möchte. Und innerhalb des Rings ist noch massigst Platz!


    Alle genanten Fehlplanungen wären ja nicht so wirklich wild (Ackermannbogen, Hirschgarten, PEK, FUK). Wenn man dafür einen Masetrplan aufstellt, um all diese Gebiete enormst nachzuverdichten.


    Allein eine dichte und hohe Nachverdichtung dort, könnte uns inerhalb kürzerer Zeit (im Vergleich zu einer SEM Nord) ca. 10.000-15.000 WE bringen! Würde natürlich noch deutlich dichter und höher gehn. Aber sind halt in MUC :(.


    Frage? Warum passiert da Nichts?

  • Liebe Forumsmitglieder:


    Letztens in der Druckausgabe vom MM:


    Anteil der Grundstückskosten an den Wohnungspreisen: ca.70%.


    Gestern im MM: Reiter möchte das Bodenrecht ändern.


    Was wird jetzt besser, bin kein Jurist.


    Wenn die nicht mit den Fertigstellungszahlen rauf kommen,


    Ändert sich doch am Mangel nix.


    Die können dann nur auf einen massiven Wirtschaftseinbruch „hoffen“.


    Was meint ihr ?