Quartier am Tacheles

  • @ Brako:


    Danke erstmal für den Link. Das Video ist ja echt klasse. Wenn das alles tatsächlich so gebaut wird, dann freue ich mich jetzt schon. Auf mich wirkt das Konzept sehr stimmig.


    Hoffentlich findet die Fundus-Gruppe bald geeignete Partner dafür die nicht zu viel ändern wollen. Wäre schade, wenn am Ende doch nur mittelmäßige Architektur herauskommt oder wenn es sich wirklich 10 Jahre oder länger hinzieht. Das letztere wäre mir dabei aber dennoch die liebere Variante.

  • Immer wieder Klein- New York, Klein London, Klein Paris!

    Hat denn Berlin keine eigene Bautradition, die die New Yorks bisweilen sogar in den Schatten stellt? Warum immer dieser Minderwertigkeitskomplex. Ich sehe die Entwürfe, nachdem ich das Vidio gesehen habe, weniger kritisch. Dennoch kommt mir die Architektur, teilweise etwas kitschig vor. Diese Remineszenz an das Flatironbuilding ist doch nur eine nette spielerei! Das Flatironbuilding entstand aus der Notwendigkeit heraus, ein schlecht geschnittenes Grundstück zu bebauen. Hier ist dies Tatsache Situation jedoch nicht gegeben.

  • Neues vom Tacheles:
    Die Welt berichtet über die Querelen zwischen Fundus und den diversen Mietern. Erklärt wird erstmal warum das Künstlerhaus unter Zwangsverwaltung steht (so mancher Mieter zahlt seine Miete nicht; wobei ich mich wundere, waren das nicht symbolische 50 cent?).
    Wesentlich interessanter für uns ist wohl aber die beiläufige Bemerkung, daß bis spätestens Ende 2009, als erste bauliche Maßnahme auf dem Weg zum Johannisviertel, der Bau einer Tiefgarage begonnen werden soll.

  • Der TS meldet heute, dass das Kunsthaus Tacheles zwangsversteigert werden soll; auf dem Grundstück lasten lt. Artikel über 75 MEURO Schulden.
    Mit dem Termin der Versteigerung sei im nächsten Jahr zu rechnen; wann genau in etwa wurde nicht geschrieben.


    Ob der künftige Käufer später die Duany-Pläne umsetzt steht jedoch in den Sternen. Aber trotzdem gut, dass da jetzt mal Bewegung rein kommt. :daumen:

  • Zum Tacheles hab ich noch beim Tagesspiegel einen Artikel vom 17.11. gefunden. Darin gehts allerdings auch nur darum, daß die Künstler noch etwas länger im Kunsthaus ausharren dürfen und Fundus das Areal eventuell selbst zurückersteigern kann.

  • Hier der Link zur BZ, den tommie-staccato offenbar meinte:


    http://www.bz-berlin.de/BZ/new…les-city,geo=4239676.html


    Noch zur Ergänzung:
    Die Fundus-Gruppe will ab 2011 mit dem Bau beginnen und bis zu 1 Milliarde Euro investieren. Die Finanzkrise könne das Projekt jedoch etwas verzögern. Es bleibt bei den bisherigen Plänen von DPZ. 76000 m² Nutzflächen entstehen. '„Das Tacheles bleibt ein Haus für Künstler“, verspricht Fundus-Sprecher Beermann.'


    Beiträge zusammengeführt.
    Bato

  • Wer die Grundstücke jetzt ersteigert, steht doch vollkommen in den Sternen. Fundus dürfte wohl aus finanziellen Gründen ausscheiden. Die bräuchten es ja nicht zur Versteigerung kommen lassen und einfach nur Zins und Tilgung bedienen. Oder mit der Bank neu verhandeln. Da es insgesamt 16 Grundstücke sind, ist die alte Planung wohl tot. Der BZ-Artikel ist vollkommen veraltet.

  • Das Tacheles soll nun offenbar doch geräumt werden und das obwohl der Zwangsverwalter noch im Dezember gesagt hatte, es würde keine Räumung geben. Die eigentliche Frist verstrich bereits am letzten Montag...das Kunsthaus wolle aber standhaft bleiben.


    Von Seiten der Senatsverwaltung für Kultur äußerte man sich ggü. den Künstlern wohlwollend und fände es schön, "wenn der Mietvertrag mit den Künstlern verlängert würde, damit das Tacheles die Chance für einen Neustart bekäme". Der Zwangsverwalter und die Fundus- Gruppe äußerten sich dazu bisher nicht.

    Link Tagesspiegel


    Ob das nun als gutes Zeichen für eine baldige Realisierung gedeutet werden kann? Oder reiht es sich nur nahtlos in das jahrelange Hickhack zwischen Kunsthaus und Investor ein? Nichts Genaues weiß man nicht.

  • weil die künstler keine miete zahlen, bzw nur einen symbolischen euro.
    und nachdem die einzigartige mischung im haus, "tacheles" zu einer weithin bekannten marke gemacht hat, meint man diese nicht mehr zu brauchen.


    auch sonst, ich habe nix dagegen, wenn hier gebaut wird, aber warum orientert man sich an new york, warum denn nicht mal ein gekonnter zeitgenössischer bau, oder ein neuinterpretation der gründerzeit, immerhin stehen die gründerzeitquartiere für flexible nutzung, heute ohne hinterhaus und saniert mit hohen decken etc für eine gewisse lebensqualität und erlauben ein ausgeprägtes leben auf der straße.


    is doch nur dumme investorenangst, die denken, new york und bla, das lässt sich besser vermarkten, einfacher ja, besser nicht.

  • Tacheles und kein Ende.


    Seit 5. Januar nun schon ignoriert der Tacheles-Verein die Aufforderung das Gebäude/Gelände zu räumen konsequent. Auf politischen Beistand können die Tacheles-Künstler dabei nicht hoffen. Zwar freue sich der Berliner Senat bei einer für das Tacheles gütigen Einigung, doch finanziell sei keine Unterstützung machbar. Als Hauptgrund wird die geringe Relevanz des Kunsthauses für den Kunststandort Berlin genannt. Das scheint wiederum bei den Künstlern noch nicht angekommen zu sein die das Gebäude partout nicht ohne Kampf freigeben wollen.


    Doch auch ohne den Kunstverein ist die Zukunft der alten Kaufhausruine weiterhin ungeklärt. Am wichtigsten ist wohl die Nachricht zu sehen, dass die HSH-Nordbank als Gläubigerin der Fundus-Gruppe die Zwangsversteigerung des Geländes beantragt hat, um an ihr Geld zu kommen. Bevor die jedoch erfolgen kann, muss das Berliner Amtsgericht noch ein Guthaben über den Wert des Geländes erstellen, was aber einiges an Zeit beanspruchen könnte. Vor Mitte 2009 sei mit keinem Ergebnis zu rechen.


    Eine neverending Story…:nono:


    Link Tip Berlin

  • Was für eine Posse :nono:


    Da sich mittlerweile ein paar seltene Frösche in den von den Tacheles-Nutzern angelegten Biotopen niedergelassen haben (oder wurden?), wurden anrückende Bagger des Zwangsverwalters (HSH Nordbank) Anfang der Woche vom Bezirksamt wieder zurückgepfiffen.


    Bei der HSH Nordbank heißt es, dass man mit diesen "Sicherungsmaßnahmen" der zu starken Vereinnahmung der Freiflächen auf dem Gelände entgegentreten wollte.


    Über die Zukunft des Geländes, gibt der Artikel leider keiner Antwort. Diese scheint nach wie vor ungewiss.


    Artikel taz

  • Das ist ja mal das geilste und vor allem lächerlichste, was ich in letzter Zeit zu unsere Themen hier gelesen habe. Pfeif aufs Berlin Wheel, jetzt haben wir einen Nationalpark!

  • ^
    Recht du hast. Von kreativer Zerstörung hat man im Tacheles wohl noch nichts gehört. Die Kunst die dort einst geschaffen wurde ist doch mittlerweile fast ausschließlich dem Kommerz gewichen. Sollte es geräumt werden, wäre dies natürlich zum Nachteil der Reiseführer die ihr Programm bzw. Büchlein anpassen müssten.


    Und das mit den Fröschen erinnert irgendwie an Geiselnahme bei der die Geiseln von den Geiselnehmern als Schutzschilde benutzt werden.


    Beim tip-berlin ist man sich jedenfalls sicher, dass die Aktion der HSH Nordbank womöglich der Startschuss für die entgültige Räumung sei. Das wäre zu begrüßen, da sich das Grundstück dann sicherlich auch besser vermarkten ließe.


    Bei diesen Unternehmenszahlen der HSH Nordbank wird sie wohl ein großes Interesse daran haben, das Grundstück möglichst schnell abzustoßen.

  • Leute, lest euch den Artikel doch mal komplett durch. Da steht nichts davon, dass da nie gebaut werden darf, sondern, wenn ich die Leiterin des Umweltamtes richtig verstehe "Ein Feuchtbiotop, wie es hier entstanden ist, darf so nicht entfernt werden.", geht es darum, dass das Biotop für Sicherungsmaßnahmen entfernt soll. oder ist seit neuestem ernsthaft ein Baubeginn avisiert? Ich frage mich jedenfalls, welchen Zweck diese Sicherungsmaßnahmen haben, wenn es dadurch mehr Streß und Polizeieinsätze gibt als vorher.


    Erinnert mich an die jahrelang geplante Räumung der Bar 25, ohne dass Investoren oder Baupläne bekannt waren, nur um ein besenreines Gelände präsentieren zu können.

  • ^
    Hat doch keiner was von erfolgtem Baubeginn geschrieben. Im Gegenteil; dass dieser noch fern ist, dürfte den meisten hier klar sein. Zunächst müssen ja erstmal die Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden. D.h. bevor die Zwangsversteigerung nicht erfolgt ist, wird sich hier nichts tun. Zudem glaube ich nicht mehr daran, dass die alten Pläne von Andrés Duany so noch umgesetzt werden. Hieße, das Grundstück müsste neu beplant werden.


    Der Tacheles-Verein hat in den letzten Jahren alles dafür getan, um eine mögliche Räumung hinauszuzögern (und tut es auch jetzt noch). Mit den "Sicherungsmaßnahmen" will die HSH Nordbank offensichtlich den Verein vergraulen bzw. ein Zeichen setzen, dass Schluss mit lustig ist und es jetzt Ernst wird.


    Für mich sieht es somit danach aus, dass man mit der Schaffung "klarer Verhältnisse" das Grundstück für die anstehende Zwangsversteigerung attraktiv machen will.

  • Genau. Und, auch wenn ich mir hier damit keine Freunde mache, ich finde es durchaus gerechtfertigt, wenn ein Umweltamt verhindert, dass ein Biotop nur deswegen entfernt wird, weil da eine Braut schön gemacht werden soll. Ganz unabhängig davon, wie bedeutend so ein Biotop für de Stadtorganismus nun wirklich ist ;) Mit einer Posse hat das m.E. nichts zu tun. Eine Räumung ist dann gerechtfertigt, wenn der Besitzer des Geländes eine Baugenehmigung hat und mit einem konkreten Projekt loslegen will.

  • DaseBLN ^
    Sorry aber ein 'Biotop', dass nur durch kontinuierliche Vermüllung und Verfall von Seiten der Nutzer entstand, ist nun wahrlich kein Fall für's Umweltamt. Ansonsten erhebt irgendwann jeder Messie Anspruch auf behördlichen Beistand.