Frankfurts City-West-Thread

  • "Alex & Henry's"

    Besonders schnell geht es nicht voran mit diesem Gebäude, es wird immer noch an den Untergeschossen gebaut. Unterdessen teilt PDI Property Development Investors mit, dass auf rund 400 m² Erdgeschossfläche eine Kindertagesstätte einziehen wird. Mieter für 15 Jahre und Betreiber ist die Caritas.


    Mit weiterem Einzelhandel auf etwas größerer Fläche als sonst in der City-West verfügbar wird es also nichts. Ein entsprechender Mieter wurde anscheinend gesucht - aber nicht gefunden. Allenfalls eine sehr kleine Fläche für Gewerbe könnte verbleiben, nachdem die hierfür vorgesehene Fläche im zuletzt bekannt gewordenen Entwurf wieder reduziert wurde (s. o.). Das Gebäude soll im vierten Quartal 2012 fertiggestellt werden.

  • GU Wechsel

    Es lief recht geräuschlos aber hier ist kein Franzen meht tätig sondern jetzt Bilfinger Berger - könnte auch ein Grund für das schleppende Vorankommen sein...

  • Projekt "Alex & Henry's"

    Nachdem ich dort lange Zeit nicht vorbeigefahren bin, dachte ich, der Bau müsste weit fortgeschritten sein. Umso überraschter war ich, dass noch am Erdgeschoss gearbeitet wird. Gründe kann man oben nachlesen. Ich habe dennoch die Hoffnung, dass der Rohbau bis Ende des Jahres weitgehend fertiggestellt ist:



    Bild von mir.

  • Bei genauem Hinschauen kann man auf dem ersten Bild von Beitrag #167 und Beitrag #166 einen großen Unterschied auf der großen Bautafel erkennen:
    Es gibt keinen Generalunternehmer mehr. Auf thomasfra's Foto ist die gesamte Zeile grau überklebt.

  • Am vergangenen Mittwoch, 8. November, wurde Richtfest für das "Alex & Henry's" gefeiert. Einen Bericht mit Foto gibt es =260&tx_ttnews[backPid]=2&cHash=b8a0caeb0dc8bb93e3546a53777bac72"]hier. Die Kita im Erdgeschoss soll demnach bereits Ende April 2013 eröffnen. Offizieller Vermietungsstart für die Wohnungen ist Mitte Januar 2013, damit beauftragt ist das Maklerunternehmen Ballwanz. So sieht der Bau mittlerweile aus:



    Bild: Schmittchen

  • "Alex & Henry's"

    10 Monate nach dem letzten Beitrag, hier der aktuelle Stand. Ein Bild von der Voltastraße, eins von der Heinrich-Hertz-Straße




    Bilder: thomasfra

  • Von der gegnüberliegenden Seite in der Voltastraße sieht das Gebäude furchtbar monoton und abweisend aus. Geht man aber ein paar Schritte weiter hinter die Tram-Haltestelle, so ist es mit den abgerundeten Balkons ganz in Ordnung. Allerdings sah der Sockel im Rendering deutlich besser und hochwertiger aus. So sah das heute nachmittag aus:



    Alle Bilder von mir.

  • Wohnbauprojekt Kuhwaldstraße 49 / Lise-Meitner-Straße

    Eine letzte große Freifläche gibt es noch in der City-West. Es handelt sich um ein Areal südlich des Mercure Hotels an der Voltastraße und nördlich der Lise-Meitner-Straße (jenseits dieser Straße liegt das "Goldene Haus"). Hier war vor Jahrzehnten der Bau eines Einkaufszentrums vorgesehen.


    Wie die FAZ in der Dienstagsausgabe unter Bezugnahme auf die heutige Sitzung des Planungsausschusses berichtet, sollen an dieser Stelle demnächst Wohngebäude mit insgesamt 287 Eigentumswohnungen gebaut werden. Es sollen zwei Gebäude mit jeweils sechs Vollgeschossen werden, plus zwei weitere Geschosse mit Dachgärten. Auch begrünte Innenhöfe sind geplant.


    Nachtrag: Auch die FNP berichtet am Dienstag. Bauherr soll demnach das niederländische Unternehmen Bouwfonds werden, das mit "Central & Park" derzeit auch im nahen Europaviertel tätig ist.


    Die genauen Grundstücksgrenzen sind mir nicht bekannt, doch ungefähr so wie unten rot umrahmt dürfte das Areal zugeschnitten sein. An der nordöstlichen Ecke steht noch ein ehemals gewerblich genutztes Gebäude, Kuhwaldstraße 49-51. Der seit langer Zeit leer stehende Bau wird wohl abgerissen.



    Bild: Google, Bearbeitung: Schmittchen


    Übrigens: In absehbarer Zeit wird möglicherweise auch das Areal östlich des Mercure Hotel zu einem Thema. In der ehemaligen Brillenfabrik Böhler sind seit 1984 die geologisch/paläontologischen sowie die botanischen Sammlungen des Naturmuseums und Forschungsinstituts Senckenberg untergebracht. Zu vernehmen war noch nichts, aber gut möglich, dass das sogenannte "Arthur von Weinberg-Haus" infolge des erheblichen Zuwachses an Flächen nach dem Umbau der alten Bockenheimer Universitätsgebäude für das Senckenberg aufgegeben wird.


    Bild: http://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/3113_arthur-von-weinberg-haus.jpg
    Bild: Schmittchen

  • Das Wohnbauprojekt heißt der Niederschrift der gestrigen Ausschusssitzung zufolge "City & Garden".


    Soeben hat die Bouwfonds Immobilienentwicklung GmbH dazu eine Meldung herausgegeben. Das sind demnach die Projektdaten:

    • Planung durch das Frankfurter Architekturbüro Arctec (Web), wird derzeit mit der Stadt abgestimmt
    • Grundstücksgröße ca. 9.400 Quadratmeter
    • Bouwfonds hat das Grundstück im Sommer 2013 von der Berliner Induge Losito Grundstücksverwertungs KG erworben
    • rund 290 Wohnungen
    • in zwei Baukörpern, jeweils mit begrüntem Innenhof
    • vier- und achtgeschossige Gebäude mit Gebäudeeinschnitten und Aussparungen über zwei Geschosse
    • grüne Erker und Dachterrassen auf verschiedenen Etagen
    • dadurch Strukturierung der Fassade und visuelle Teilung des Baukörpers in einzelne Gebäude
    • Verkaufsstart im Frühjahr 2014 geplant


    Die im vorherigen Beitrag erwähnte frühere Planung für ein Einkaufszentrum geht offensichtlich auf ein städtebauliches Gutachten für die City-West zurück, das Oswald Mathias Ungers im Jahr 1985 vorgelegt hat (die spätere Planung hat das Büro Albert Speer & Partner übernommen). Der Bebauungsplan Nr. 550 "Solmsstraße / Voltastraße" von 1999 weist hier zwei bis zu neun Geschosse hohe Riegel in West-Ost-Richtung aus. Zwischen diesen Bauten war eine öffentliche und überdachte Ladenpassage vorgesehen. Seit Mitte der Achtziger gehörte das Areal laut FR der inzwischen verstorbenen "Baulöwin" Sigrid Kressmann-Zschach (Wiki).


    Das Gelände von Westen gesehen:



    Von Osten:



    Das vermutlich abzubrechende Gebäude Kuhwaldstraße 49-51 (mit einem auf den früheren Nutzer, der Maschinenfabrik Fontaine & Co., hinweisenden Schild an der Fassade):



    Bilder: Schmittchen

  • So stellt man sich gezielte Nachverdichtung vor, da mit City-West ja mittlerweile eine relativ etablierte City-Lage mit vernünftiger Nahversorgung und Schulen in der Nähe existiert. Wenn nicht hier innenstadtnahes Wohnen für Familien, wo sonst? Im Grunde erschreckend, dass solche riesigen Spekulationsflächen (oder Trümmerflächen?) so lange verwuchern und völlig brach liegen. Entweder es wurde sehr lange um diese Fläche gestritten oder es handelt sich wirklich um eine bislang völlig vergessene Lage.


    Es fällt gerade schon extrem auf, dass selbst "ewige Ladenhüter" wie Bundesrechnungshof, Turmcenter, Güterplatz, AIG-Hochhaus, Taunusanlage 8, Marieninsel, Oberfinanzdirektion (Adickesallee), Sudfass und Branddirektion-Ost, um mal die promintesten Namen zu nennen, nun recht zügig entwickelt werden. Hier wird gerade über einen Zeitraum von wenigen Monaten ein jahrzehntelanger Investitionsstau nachgeholt. Man ist wohl endlich (!) an dem Punkt angelangt, an dem purer Verfall in der Innenstadt ein Luxus ist, den man sich in Zeiten des Platzmangels und Wohnungsnot nicht länger leisten kann. Honsell-Dreieck, Polizeipräsidium und Ex-Rundschau Areal sind die nächsten Anwärter als die wohl prominentesten "Filet-Grundstücke" der Stadt, die hier logisch folgen müssten.

  • Auch wenn man es dem bis zur Unkenntlichkeit verbauten Gebäude Kuhwaldstraße 49–51 kaum ansieht, es geht wohl auf die 1890er Jahre zurück. 1879 ließ der gebürtige Belgier Firmin Fontaine die „Fontaine & Co. GmbH – Bockenheimer Naxos-Schmirgel-, Schleifräder u. Maschinenfabrik“ mit einem Standort an der heutigen Leipziger Straße ins Handelsregister eintragen. Fontaine verabschiedete sich schon 1893 mit dem Verkauf der Fabrik an seinen Prokuristen H. Endres aus dem Geschäft.


    1895 gab es einen Standortwechsel in das heutige Geviert – das lag damals mitten auf der grünsten Wiese selbst von Bockenheim aus betrachtet. Aber im selben Jahr wurde letzteres nach Frankfurt am Main eingemeindet, der findige Herr Endres hatte wohl schon von den bereits seit 1893 vorbereiteten Fluchtlinienplänen für das Gebiet Wind bekommen und gehofft, hier einen (noch) günstigen Baugrund zu finden, der sehr bald der damals galoppierenden Urbanisierung im positiven Sinne zum Opfer fällt.


    Auf einer Karte just aus dem Jahr 1895, die das sich entwickelnde Industriegebiet südlich von Bockenheim bzw. der Gleise der damaligen Main-Weser-Bahn zeigt, ist die neue Fabrik ebenfalls schon mit drauf (ich habe sie im Thumb mal mit einem roten Pfeil markiert) – gut erkennbar die flankierende spätere Kuhwald- und Pfingstbrunnenstraße. Das jetzige Gebäude gehört meines Erachtens demnach nicht zum Originalbestand:



    (Klicken zum Vergrößern)


    Der Unternehmer hatte sich in seiner Planung etwas verkalkuliert, im Frankfurter Tiefbauamt herrschte ziemliche Gelassenheit, und mehr als ein chausseemäßiger Ausbau der Landstraßen erfolgte trotz Beschwerden über staubige und schlechte Zufahrtswege auch benachbarter Fabriken in dem Gebiet über Jahre nicht. Erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde die Voltastraße dann doch noch bis immerhin zur Pfingstbrunnenstraße durchgeführt.


    Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik zu 75 Prozent zerstört, danach aber wieder aufgebaut und auch die Produktion wieder aufgenommen, wie eine noch 1954 erschienene Festschrift anlässlich des 75jährigen Firmenjubiläums beweist. Letztere fehlt mir leider ebenso wie Informationen über den weiteren Werdegang der Firma oder ob noch weitere der teils sichtbar älteren Gebäude in dem Baublock einst dazugehörten, wäre aber durchaus mal eine Recherche wert.

    4 Mal editiert, zuletzt von RMA ()

  • zu 172:


    So alt ist das Baufeld noch gar nicht. Die öffentliche Straße hinter dem Goldenen Haus wurde erst vor einigen Jahren gebaut, davor war das Grundstück zusammenhängend und großteils als Parkplatz genutzt. So lange ist die Umlegung in der City-West gar nicht abgeschlossen.


    zu 174:


    Naja, "jahrzehntealter Investitionsstau" würde ich das nicht nennen. Eher sehen wir hier die Folgen des von der EZB subventionierten Geldes, dass an allen Ecken die Projekte hochpoppen. Solange aber davon Wohnungen gebaut werden, soll es uns erst mal recht sein (und wenn dann noch Politik, Gesellschaft und Mieter einsehen, dass dies nicht billig zu haben ist => alles gut) .

  • ^ Wie Du schon sagtst, die billige Refinanzierung durch die EZB ist der nötige Anschub um viele der liegen gebliebenen Projekte abzuarbeiten. Um die Vollbremsung der 2008 Finanzkrise und den Rückstau in der Projekt-Pipeline wieder aufzuholen, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Die Rundschau-Brache neben der Zeil ist hierfür ein Paradebeispiel.


    Für die City-West bzw. "City & Garden" stehen hingegen weniger rosige Zeiten an. Der Wegzug der ING-Diba hängt wie ein Damokles Schwert über dem Viertel, in dem merklich die Dynamik und Laufkundschaft abhanden gekommen ist. Der Bau des St. Martin Tower ist zwar ein wichtiges Signal, aber es fehlen eindeutig die Mieter. Vielleicht erwägt ja die Deutsche Bank ihren Trading Floor hierher zu verlegen. Die Mieten dürften sich auf einem darstellbaren Niveau bewegen.

  • Die Mieten sind deutlich gesunken.


    Man munkelt, dass Deloitte einen merklichen Mietabschlag für seine Mietvertragsverlängerung bekommen hat, da der Eigentümer wohl fürchtete, dass die Franklinstraße mit einem Wegzug von Deloitte dann komplett ausstirbt.

  • Mit dem in den Beiträgen #172 f. vorgestellten Projekt hat Bouwfonds begonnen. Das Areal ist bereits gerodet. Für den Abbruch des alten Gebäudes der Maschinenfabrik Fontaine & Co. wurde ein Bagger bereitgestellt. Mobtelfoto von vorgestern:



    Bild: Schmittchen

  • Projekt "Patio" (Lise-Meitner-/Kuhwald-/Pfingstbrunnenstraße)

    Über ein Jahr ist vergangen seit ein altes Gewerbegebäude an der Kuhwaldstraße abgerissen und das Baufeld auch im Übrigen geräumt wurde. Zwischenzeitlich gab es neue Namen für das Projekt ("Patio") und den Entwickler ("BPD"). Nur passiert ist nichts, weder virtuell noch in der Kohlenstoffwelt. Gut möglich, dass die Verzögerung bauplanungsrechtliche Ursachen hat. Wie oben erwähnt, war an dieser Stelle ein Einkaufszentrum vorgesehen.


    In einem eher allgemein gehaltenen Artikel der IZ von Januar 2015 wird das Vorhaben immerhin kurz erwähnt. Der Bau von 287 Wohnungen soll demnach in diesem Jahr beginnen. Eine Innenhof-Visualisierung gibt es auch:



    Bild: BPD / Arctec