Dresden: Postplatz - Planung und Bebauung

  • Hmmmm, so ganz sicher bin ich bei dem Terrakotta-Ton nicht... Irgendwie weckt der böse Erinnerungen an 90er-Jahre Investoren-Architektur im Westen der Republik. Mir hätte der dezente Sandstein-Ton besser gefallen. Zumal der auch eher zu DD passt, als Terrakotta..

  • Wie sowas aussieht und nicht so wirklich nach DD passen will, sieht man doch an den Gerichtsgebäuden an der Berliner Straße/Löbtauer Straße. Und da ists noch Naturstein.


    Scheint aber dasselbe Zeug zu sein, wie am SPD-Haus. Dort hats wenigstens ne symbolische Aussage/Komponente.

  • Beim Herbert-Wehner-Haus ist die Fassade eine Sichtbetonsandwichfassade mit 3-schichtigem Aufbau. Die Sichtschale ist ca. 8cm stark.
    Bei der CG ist das eine Vorhangfassade aus Faserzementtafeln. Die sind etwa 1cm stark und werden auf einer Unterkonstruktion aus Edelstahl montiert. Das hat konstruktiv nichts miteinander zu tun.
    Ich denke mal, dass der Rotton eher aus den Klinkerfassaden der Hoffassade der Oberpostdirektion abgeleitet wurde.

  • Gutes Detailwissen, aber Beton und Zement - ist das nicht das gleiche?
    Geht mir ja darum, dass es beides "künstlich" ist, in etwa dieselbe Farbe hat und damit dieselbe optische und qualitative Wirkung entfacht. Die in der Stilistik eben schon nicht in Naturstein überzeugen konnte.
    Klinker ist auch was anderes, als diese großflächigen Elemente - wegen der Fugen entwickeln sie eine ganz andere optische Qualität. Intressant wird die (Ver-)Witterungsentwicklung werden - zuzüglich der aufkommenden Renovierung, um den Verfall rückzuführen. Wenn ich mir so Sichtbeton andernorts anschaue (UFA-Palast und Programmkino Ost), dann wird eklig siffig. In relativ kurzer Zeit.

  • Salzgebäck und Croissants entstehen auch beide aus Mehl, ohne dass das für mich dasselbe ist. ;-)
    Im Ernst: Faserzementtafeln altern kaum. Das Material ist so dicht und homogen, dass es kaum einen Ansatzpunkt für die Witterung bietet. Homogen heißt aber auch, dass es kaum changierende Strukturen und Farben gibt. Ich finde es recht tot.
    Eine Betonfertigteilfassade wird mit sehr hoher Qualität im Werk hergestellt und hat eine recht große Bandbreite der Oberfläche. Im Unterschied zur Ortbetonfassade (wie beim Kristallpalast) ist die Oberfläche aber glatter und dichter. Wie eine solche Fassade nach einigen Jahren aussieht, kannst Du Dir bei der Fassade der Sporthalle der 101. Oberschule an der Pfotenhauerstrasse ansehen.

  • Also es wird bis in die Dunkelheit geschuftet:
    (2 Handypix vom 5.1. zur "genußvollen" Abwechslung)


    ^ CG-Oberpost-Altbauteil Marienstrasse


    Promenadenring-West, wo bald eine Baumreihe "umgetopft" wird.
    Auch soll anschließend der Mittelweg gebaut werden. Blick Richtung Postplatz:

    Neubau Am Wall 1 - mit Blick gen Wallstrasse


    Oberpostdirektion - update
    CG-Faserzement - zum Glück wohl ohne weiteren Vorhang
    Im März soll hier zur Marienstrasse das Gerüst fallen. Identisch wird die Fassade zum Am See.


    Altbauteil Am See. Rechts ausserhalb des Fotos wurde der abgetragene Fassadenteil schon wieder aufgemauert.

  • Der letzte Parkplatz auf der Fläche für das Merkur 3 ist nun gesperrt und eingezäunt. Es werden also nun die archäologischen Grabungen erfolgen. Im Sommer soll ja glaube Baustart sein.


    Wo sind eigentlich die Bäume aus der Baumreihe auf den Merkur-Grundstücken an der Marienstraße hingekommen. Wurden die woanders wieder eingepflanzt? Ich dachte ursprünglich, dass die kommen auf den Promenadenring kommen?

  • Vielleicht kommen die Bäume ja noch - in Form von Rindenmulch? ;-)
    Nein im Ernst, mir ist nichts davon bekannt, dass diese Baumreihe auch umgesetzt werden sollte.

  • ^ Die umzusetzende Baumreihe betrifft die eine Lindenreihe auf der "Marienwiese" - nicht aber die wallseitigen Platanen. Letztere waren vormals in zwei Reihen und die marienseitige sollte eigentlich erhalten bleiben. Am neuerdings gesperrten Restparkplatz (Am Wall Projekt 2) stellte man nun den Bauzaun ordnungsgemäß unter Freilassung eben dieser Platanenreihe. Doch schon bei Wall 1 stellte sich nach Baubeginn heraus, daß man die Fläche dringend für die Baustelle benötigt, was wohl nachträgliche Fällbeantragung und Sondergenehmigung mit sich brachte. Nun stellt sich die Frage, warum es am Wall 2 anders sein sollte?!


    ^^^ Da können sich die Nachbarn quasi von Balkon zu Balkon die Hand geben.
    Sagt dann der eine: Hey, isch alder Mieter, isch zahl Fumpfeurofumpfzisch. Sagt der Neunachbar: Ey cool, Alder, isch zahl Fumpfzehnfumpfz'sch, ey was geeht!


    Hier noch aktuell das Kranballett:

  • Merkur III

    ^^^Nun bestätigt auch die SäZ, dass zeitnah mit dem Bau von Merkur III begonnen werden soll:


    http://www.sz-online.de/nachri…sse-gesperrt-3875032.html


    Baubeginn soll sogar schon im ersten Quartal 2018 sein. Da müssen sich die Archäologen sputen. Interesssant finde ich die Information, dass dort ins Erdgeschoss ein Supermarkt soll. Habe mich schon gefragt, wie die im hinteren Teil der Wallstraße Ladenmieter finden wollen. Einen Supermarkt in diesem Bereich dürfte der Meile die nötige Kundenfrequenz sichern. Immerhin.


    Ansonsten ist der ganze Komplex ja leider sehr sehr enttäuschend, sowohl architektonisch wie städtebaulich. Die Wallstraße halte ich für zu aufgeweitet. Noch schlimmer trifft es die Marienstraße. Ich erwarte hier eine riesige, windige Schneise mit Hinterhofcharme. Es will mir nicht in den Kopf, dass man nicht wenigstens das Wasserbecken umsetzen konnte.

  • kleines Baustellen-Update in loser Bildfolge








    Erstaunlich, was bei bissigen Minusgraden noch möglich ist. Na gut, abbindender Beton wärmt. Man muß nur ausreichende Mengen pumpen, was auch sichtlich geschiet.






    und ein abschließender Blick auf "Wallhalla". :)

  • Danke, Elli, für die Aufnahmen rund um den Postplatz! Aus manchen Perspektiven (etwa mit der Käseglocke in der Mitte) wirkt es fast schon ein bisschen wohnlich. Ich bin ja ein großer Fan der "Haus Postplatz"-Webcam, aber erst aus der Straßenperspektive sieht man, wie sich das Raumgefüge mit den Neubauten verändert.


    Neulich hatte Chris, glaube ich, die Frage aufgeworfen, ob das Haus am Postplatz drei Tiefebenen bekommt. Beim Blick in die Grube und auf die gerade entstehende unterste Ebene könnte man wirklich den Eindruck bekommen. Aber ein Blick in die Projekt-Broschüre bzw. hier http://www.haus-postplatz.de/projekt.html zeigt, dass nur zwei geplant sind.

  • Haus am Schauspielgarten - Revitalis AG


    Mittlerweile wird auch straßenseitig das Dach gedeckt und das Gebäude gedämmt.


    Hofseitig ist das Dach weitesgehend schon gedeckt und die Dämmung weiter vorran geschritten

  • Merkur 2 / Am Wall 1 - CTR


    Der Bau hat sogut wie seine Gesamthöhe erreicht.



    Haus am Postplatz


    Im Vordergrund steht nun eine Bautafel mit Visualisierung, es hat sich nichts geändert. Es kommt die Klinkerfassade mit der großen Uhr.

  • Residenz am Postplatz - CG Gruppe


    Am Mittelbau geht es zurzeit nicht groß weiter, aber am linken Teil ist schon ziemlich viel mit Fassadenteilen verkleidet wurden. Rechts wird noch gedämmt.



    Beim zweiten Projekt der CG-Gruppe wird nun schon am obersten Geschoss des DDR-Baus geknappert.

  • ^ "geknabbert" - genau, DD-TV berichtet. Noch ahnt man mehr den Abriß als das die Kamera schon voll draufhält...,
    mein Bildchen oben zeigte kleine Bagger, welche noch Schutt aus dem Inneren schieben und draussen sortieren.


    Puhh, seit es schon "losgehen" sollte (siehe Strangseite 15), sind nun wieder sensationelle ü2 Jahre vergangen.
    Seither wollte ich bei sichtbar-fortgeschrittenen Abbruch den angezeigten alten Dia-Fund aus #222 komplett einstellen - und ich warte und warte... :master:
    Die 1. Aufnahme dort habe ich beim mühseligen Wiederauffinden zunächst unter unbekannter Webseite des BMK (Bau-Montage-Kombinat) erstaunt aufgefunden -
    aber nur dieses eine Motiv, ein Impressum zur Seite fehlt. KLICK - dort hälfig runterscrollen, mit Grafik anzeigen entzerrt sich's.

  • Hier mal ein paar Aufnahmen der bisherigen Ausgrabungen auf dem Baufeld vom Merkur III


    vom 25.02.


    und heute


    Müssten die Grundmauern der 1891-93 erbauten ''Markthalle Antonsplatz'' sein.
    Damals Dresdens erster städtischer Markthalle:

    © SLUB / Deutsche Fotothek / Hahn, Walter