Beiträge von Blogrand

    Neues Kreuzungsbauwerk Dresden Hauptbahnhof

    Am 7. und 8. Oktober hat die Bahn Teil zwei des Kreuzungsbauwerks vor dem Dresdner Hauptbahnhof betoniert. In 17 Stunden wurden 1200 Kubikmeter Beton eingebracht, so dass man am Donnerstag noch vor dem nahenden Regen fertig wurde. Dazu zwei informative Berichte von Tag24 und Bahnecki. Da wurde ganz schön geklotzt, es ging die ganze Nacht durch. Damit ist eine Voraussetzung für die Wiederanbindung des Hbf an die Bahnstrecke Richtung Tharandt, Freiberg und Chemnitz geschaffen. Dorthin soll es ab 30. November wieder rollen, über den neu betonierten Teil des Kreuzungsbauwerks in Richtung Bahnhof Neustadt wohl erst 2027.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Papiermühlengasse in den Südvorstadt-Strang gehört. Jedenfalls steht auf der Agenda der nächsten Sitzung der Gestaltungskommission am 18. September unter anderem ein "Büro- und Hotelkomplex am S-Bahnhaltepunkt Freiberger Straße, Papiermühlengasse 18". In grauer Vorzeit gab es dort schonmal Pläne für ein Bürohaus. Wird interessant sein zu sehen, ob dass damalige Vorhaben nun konkret wird oder ein gänzlich neuer Anlauf genommmen wird. Wäre toll wenn sich um den S-Bahn-Halt Freiberger Straße etwas bewegt, in dieser Brachenlandschaft steckt eigentlich viel Potenzial.

    Ich verstehe nicht weshalb man in dieser so zerfaserten Stadt mit der Bebauung nicht dem Straßenverlauf der Könneritzstraße folgen will. Dafür dann größere Innenhöfe mit in der Summe ähnlich großem Grünanteil. Dann lieber nicht bauen. Einen besonders großen Urbanitätsgewinn verspreche ich mir angesichts der Großstrukturen und nicht durchgebundenen Straßen auch nicht.

    Bürogebäude am ehemaligen Kohlebahnhof

    Ich hoffe das ist hier der richtige Strang: Die DNN berichteten dieser Tage (Paywall) von den Entwicklungen auf den Flächen am ehemaligen Kohlebahnhof. Der Neuigkeitswert ist zwar nicht so groß aber wir erfahren dank der Nachfrage des Journalisten beim Projektentwickler Aurelis Real Estate zumindest, dass dieser weiter am Projekt zwischen Bahntrasse, Freiberger Straße und Weißeritzgrünzug festhält. Errichtet werden soll zunächst der 9-etagige Bürobau an der Ecke Freiberger/Bauhofstraße - vorausgesetzt die Vermarktung der 8.250 qm Büroflächen verläuft erfolgreich. Das ist natürlich alles andere als sicher aber wenn ich Bedarf hätte und flüssig wäre, würde ich hier zuschlagen. Ich weiß, wir hatten diesen Entwurf von Rohdecan Architekten vor etwa zwei Jahren hier schonmal gesehen aber mit etwas Abstand neu betrachtet finde ich ihn immer noch ganz großartig. Die grüne Metall-Glas-Fassade im Industrielook macht was her. Dazu die Dachterrasse über die zwei obersten Etagen samt Dachgrün. Todschick, man wähnt sich glatt in einer dicht bebauten Millionenmetropole. Auch die Höhe finde ich entlange der Hochgleise angemessen. Großes Daumendrücken, dass der Bau im hier dargestellten Entwurf auch tatsächlich kommt.

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    Visualisierung: Lindekreuz Eggert

    Fernwärmetunnel an der Nossener Brücke

    Sächsische.de berichtete heute (Paywall) vom Bau eines neuen Fernwärmetunnels durch Sachsen-Energie an der Nossener Brücke. Das ist vor allem deshalb interessant, weil die 280 Meter lange Röhre unterhalb der Bahngleise die Voraussetzung dafür schafft, dass ab dem zweiten Halbjahr 2026 der Neubau der Nossener Brücke beginnen kann. Die jetzigen Fernwärmeleitungen verlaufen über eine Leitungsbrücke und wäre der neuen, breiteren Nossener Brücke im Weg.

    Der neue Fernwärmetunnel (in der Fachsprache Düker) entspricht in seinen durchaus beachtlichen Dimensionen dem im Jahr 2020 fertiggestellten Fernwärmetunnel an der Marienbrücke. Die vier Meter dicke Röhre (Innenmaß 3 Meter) wird mit einer Tunnelbohrmaschine 16 Meter unterhalb der Bahngleise in den Boden getrieben. Gerade wurde die Bohrmaschine mit schwerem Gerät am Heizkraftwerk in eine 20 Meter tiefe Grube abgesenkt. Nach dem Startschuss am 11. August soll die Maschine täglich 12 Meter schaffen und bereits nach rund einem Monat in der Zielgrube an der Zwickauer Straße angelangt sein. Richtig fertig werde der Fernwärmetunnel aber erst im Oktober 2026. Die Kosten von 30 Mio. Euro werden über das Stadtbahn-Brückenprojekt mit entsprechenden Fördergeldern finanziert.

    Nachdem sich beim Wohnungsbau in Dresden lange nichts tat, geht es neben der Lingnerstadt jetzt offenbar auch bei den sogenannten Fröbelhöfen zwischen Löbtauer, Fröbel- und Wölfnitzstraße los. Wie die DNN berichtet (Paywall) habe der tschechische Projektentwickler CTR bzw. die beauftragte Baufirma Dreßler bereits mit den Tiefbauarbeiten begonnen, der Kran folge zeitnah. Wie berichtet, hatte letztes Jahr CTR das Projekt von Ventar Immobilien übernommen, die hierfür bereits eine Baugenehmigung in der Tasche hatten. Entstehen sollen 99 Wohnungen in acht Mehrfamilienhäusern, davon sieben im Blockrand und eines als Hinterhaus. Wenn alles glatt läuft wolle die Baufirma die Wohnungen bereits im April 2027 an CTR übergeben.

    Die Häuser erhalten individuelle Fassaden, zur Ecke Löbtauer-/Fröbelstraße gibt es auch eine Gewerbeeinheit. Von diesem Eckhaus abgesehen gibt es sonst zu den Gehwegen Abstandsgrün und Einfassungen. Speziell zur Löbtauer Straße finde ich diese Dresdner Mode nachteilig, weil es den öffentlichen Raum beschneidet und verödet. Die bekannten Visualisierungen zeigen eher grobschlächtige Fassaden. Dennoch denke ich wird diese windige Ecke durch die Schließung der Baulücken und den Blockrand gewinnen. Verglichen mit vor zwanzig Jahren ist die Löbtauer Straße dann kaum wiederzuerkennen.

    Die SäZ verkündete gestern (Paywall) einige Neuigkeiten zum Neubauquartier in der Lingnerstadt. Investor Gateway Real Estate erwarte in den kommenden zwei Monaten die Genehmigung der Bauanträge für die Baufelder 3 und 4, welche im hinteren Teil des Geländes Richtung Bürgerwiese liegen. Sobald die Genehmigung kommt, wolle man noch dieses Jahr mit dem Bauen beginnen. Für die Baufelder 1 und 2 habe es Umplanungen gegeben, um gute Bedingungen für Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss zu schaffen. Der Bauantrag für diese Felder soll ebenfalls noch dieses Jahr eingereicht werden und - geht es nach dem Investor- auch noch dieses Jahr genehmigt werden. Hier wolle man direkt im Anschluss an die Felder 3 und 4 möglichst auch noch dieses Jahr mit dem Tiefbau beginnen. Als Fertigstellungstermin verspricht man das Jahr 2028. Entstehen sollen 1.300 Wohnungen (ausschließlich zur Miete), wobei stattliche 600 davon geförderte Sozialwohnungen werden sollen. Diese sollen in den beiden ersten Baufeldern entstehen (es scheint als wolle man unbedingt noch dieses Jahr einen entsprechenden Topf abgreifen).

    Interessant sind die Informationen zur Bauweise. Gebaut werden soll in Holzhybridbauweise, wobei Innenwände und Fassaden aus Holz sein sollen und in einem Werk bei Magdeburg vorgefertigt werden. Das Ganze wird zu einem Pufferparkplatz vor die Tore der Stadt geliefert und dann nach Bedarf zur Baustelle gebracht. Auch die Nasszellen werden dann beispielsweise als Ganzes vorgefertigt und verbaut. Durch die serielle Vorfertigung verspricht man sich geringere Baukosten, klar. Abgestimmt werden mit dem Stadtplanungsamt derzeit noch die Fassadenfarben. Gegenüber dem Zentrum wünsche sich die Stadt gedecktere Farben, dahinter darf es auch etwas farbenfoher werden.

    Das klingt alles in allem erstmal gar nicht so schlecht, find ich. Ich bin gespannt ob den großen Ankündigungen tatsächlich zeitnah Taten folgen.

    ^ Mich erinnert das Markieren von Personen, speziell Frau H., unangenehm an das Nachbarforum. Ich halte das für keine gute Diskussionskultur, weil es eben doch oft Unterstellungen sind und es ins Persönliche geht.

    Ich bin auch nicht in allen Details überzeugt aber kann dem Gesamtresultat doch einiges abgewinnen. Der Bau sieht sehr wertig aus, er hat eine eigenständige Architektursprache und wirkt auch sehr zeitgemäß. Ich mag das Fassadenloch, das hoffentlich noch ausreichend begrünt wird. Der Bau ist eine Großplastik wie wir sie in internationalen Metropolen wie Frankfurt oder Rotterdam finden… verleiht Dresden an der Stelle schon etwas Großstädtisches und Selbstbewusstes. In den Dimensionen ist das natürlich ein ganz schöner Kasten aber ehrlich gesagt hätte die Traufhöhe angesichts der vorgelagerten Verkehrsschneisen auch nicht viel niedriger ausfallen dürfen. Auch der großzügig verglaste Eingangsbereich zum Ferdinandplatz wirkt auf den Visualisierungen sehr einladend. Jetzt bin ich gespannt, wie weit das Umfeld trotz der noch nicht gefüllten Baufelder gestaltet wird.

    Ist das so, dass dicht bebaute Städte weniger klimaangepasst sind? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich erlebe dicht und hoch gebaute Gründerzeitstraßen mit großen Bäumen im Sommer als recht angenehme Orte. Auch in Südeuropa gibt es bekanntlich eine hohe Baudichte mit engen Straßen, die durch die Verschattung im Sommer erträgliche Bedingungen schaffen. Wäre dort traditionell so eng gebaut worden, wenn diese Bauweise der Hitze nicht doch ganz gut standhält? Schließlich beugt dichte Bebauung auch dem Flächenfraß und der Versiegelung vor.

    Die Überlegung zu einem besseren Anschluss von Airportpark und Chip-Werken an den ÖPNV mittels Verlängerung der S2 und/oder der Straba-Linie 8 haben jetzt auch die Grünen und der Fahrgastverband Pro Bahn aufgegriffen (DNN und SäZ berichten). Sehr gut, wenn etwas Bewegung in die Sache kommt. Es kann nicht sein, dass hier tausende Arbeitskräfte nur mit dem Auto effektiv zur Arbeit kommen sollen. Das verbietet sich eigentlich in solchen Zukunftsindustrien und auch angesichts des Fachkräftemangels. Erreichbarkeit mit den Öffentlichen dürfte für manchen durchaus ein Punkt sein.

    Prinzipiell ist es ja gut, dass die WiD den Blockrand schließt. Aber was soll denn dieser hintere Bau in der Rosa-Steinhart-Straße sein? Eine naheliegende Weiterführung des Blockrandes findet offenbar nicht statt. Und auch in der Höhe bleibt man unter den Möglichkeiten. Verstehe ich nicht, wo es doch der WiD um viel Geschossfläche gehen müsste, um die Kosten niedrig zu halten. Überhaupt ist die WiD bis auf wenige Ausnahmen eine Enttäuschung in Sachen Städtebau und Architektur.

    Da sich zwischen Airportpark und GlobalFoundries demnächst also noch mehr Arbeitskräfte ballen, die möglichst nicht alle mit dem Auto kommen sollen, wäre ein besserer ÖPNV-Anschluss wichtig. Wäre dann nicht eine Verlängerung der S2 vom Flughafen eine Option? Wie ich sehe haben sich dazu auch schon Andere Gedanken gemacht ;) Und hier ein ganz aktueller Vorschlag zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 statt der S2. Was meint ihr?

    Heute wurde nun überall berichtet. Neben regionaler Freude gibt es auch ein ordentliches Bashing wegen der hohen Subventionen, wobei ich es so verstanden habe, dass Subventionen ein Drittel der Investition ausmachen bis zu einer Obergrenze von 5 Milliarden. Nun ja, alles riesige Summen. Hoffen wir dass es sich für die Steuerzahler langfristig auszahlt. Für Dresden dürfte es das. Mittlerweile ist nun auch klar, dass es der oben schon erwähnte Standort im Airportpark hinter Bosch wird. Für die Stadt und das Arbeitskräftepotenzial sicher besser als das auch schon kolportierte Großenhain.

    Damit kann es hier nun im Strang zu Dresden Nord weitergehen. Oder wir eröffnen einen neuen Strang zu Silicon Dresden/Saxony - wäre es vielleicht wert.

    Post Kontor am Postplatz

    Noch bis zum 8. September gibt es eine aktuelle Offenlage zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Post Kontor. Es handelt sich um das letzte noch unbebaute Postplatz-Grundstück neben dem Schauspielhaus. Zur Erinnerung: Nachdem sich am Standort das Probebühnenzentrum nicht realisieren ließ, gab es vor zwei Jahren einen Wettbewerb für ein Bürogebäude, das allerlei moderne Büroformate und ein offenes Erdgeschoss vorsieht. Es gab damals zwei Erstplatzierte, Oliv Architekten (München) und Henning Larsen (München/Kopenhagen). Letztgenannter Entwurf kommt nun offenbar zur Realisierung:

    Quelle: Büro Henning Larsen/SäZ

    Die Fassade zum Postplatz finde ich ziemlich ansprechend, um Welten besser als der zweite Siegerentwurf. Mal schauen ob der Dresdner Büromarkt eine schnelle Realisierung hergibt.