Dresden: Neumarkt

  • Schön zu hören das es beim KIB Quartier wenigstens weitergeht und noch schöner zu hören das man umplanen will. Kann man nur hoffen das die neuen Pläne auch etwas an "sensibilität" gewinnen und uns nicht ein noch ""moderneres" Ungetüm" droht.


    Die Aussage zum Hotel Stadt Rom finde ich schade weil damit gleichzeitig die Situation zur Wilsdruffer auf lange Sicht nicht verändert wird und grade zur Wilsdruffer hin könnte man noch einiges an städtischem Flair rausholen würde man die Neumarkt-Quartiere bis ran ziehen.
    Aber ich hoffe hier einfach auf die Zukunft das sich in den nächsten Jahren in der Bevölkerung eine größere Identifikation und damit Intresse für das Gebiet durchsetzt.
    Es ist halt unsre "neue" gute Stube und damit Sie das auch bleibt muss man sich drum kümmern.

  • Ich glaube, dass bei der KIB etwas im Stil des Friesenecks rauskommt. Vermutlich wird man nicht noch mal das Risiko gehen und sich dem Zorn der Bevölkerung aussetzen, schlicht weil es auf Dauer auch zu teuer ist. Etwas all zu Historisches wird es dank Gestaltungskommission aber auch nicht geben. Folglich wird es vermutlich gerasterte Langeweile mit Schrägdach und schwarzen Ziegeln. Der typische Neumarkt-Füllbau eben!


    Dass das Hotel Stadt Rom nicht kommt sehe ich hingegen positiv. Bei der jetzigen Ausgangslage mit den Wohnbauten an der Wilsdruffer käme da sowieso kein wirklich gelungener Bau raus, sondern es wäre ein unzureichender Kompromiss. Daher bin ich dafür zu warten, bis eine vollständige Reko möglich ist, zur Not halt zwanzig Jahre. Irgendwann wird man zu dem Schluss kommen, dass die jetzige Lösung so nicht bestehen bleiben kann und dann kann man es wenigsten richtig machen statt einen faulen Kompromiss eingehen zu müssen.


    Aber es ist schön zu hören, dass der Neumarkt in drei bis vier Jahren fertig sein soll. Im QVI sind ja viele Rekos zu erwarten. Bei der Baywobau mache ich mir auch nicht so große Sorgen, man kann sich anhand der bisherigen Quartiere ja ausrechnen, was da rauskommen wird. Bleibt einzig das QIII was mir Sorgen macht. Da man so schnell loslegen will und trotzdem keine Straßenfassaden zeigt, obwohl diese sicher schon geplant sind, lässt böse Vorahnungen aufkommen. Man zeigt schön immer das Palais Hoym und der Rest wird dann wie die Töpfergasse in dreimal so lang. Ich hoffe, die GHND kann da das Schlimmste abwenden.


    Hier ein kurzer Verweis auf mögliche Rekos im QIII: http://www.neumarkt-dresden.de…ateien/Amtsblatt-Info.pdf


    Eine Reko der Landhausstraße 15 ist aber wohl bereits vom Tisch, weil hier die Tiefgarageneinfahrt liegen soll. Auch die Rückseite des Palais Hoym zur Rampischen Straße ist sehr unsicher, weil es wohl Probleme hinsichtlich einer adäquaten Nutzung gibt. Trotzdem hoffe ich, dass man hier eine Lösung findet. Ein Wegfall der Straßenfassade in der Rampischen wäre fatal und unglaublich traurig für das gesamte Quartier. Man hätte dann auf der gesamten Länge der Südseite der Rampischen keine einzige Reko. Auf einer solchen Strecke nur Füllbauten wäre sehr schwer erträglich an dieser sensiblen Stelle!

  • Wie man der DNN entnehmen kann, steht die Rekonstruktion des Palais Riesch auf der Kippe, wer hätte auch anderes erwartet:nono::nono::nono:


    http://www.dnn-online.de/dresd…ner-Neumarkt-aus-36300132


    Man versucht seitens der GHND mit dem Investor eine Lösung zu finden, allerdings will der Investor einen Fassadenwettbewerb, der wesentliche Elemente des Palais Riesch integrieren soll. Was man darunter zu verstehen hat, bleibt leider offen.


    Ich könnte mir vorstellen, dass man dem Viergeschosser einen fünften Stock hinzufügt und die Deckenhöhen der anderen Geschosse etwas reduziert, um eine bessere Raumnutzung hin zu bekommen, Maßgabe dafür wäre aber, dass die Grundintention und die Fassadensprache in den wesentlichen Elementen erhalten bleibt. Eine Aufstockung ist dabei durchaus kein ahistorischer Vorgang und wurde sowohl in früheren Zeiten wie auch schon beim Wiederaufbau des Neumarkts am Haus Zur Glocke angewendet. Fraglich ist aber, ob die Gestaltungskommission da mitziehen würde. Bislang hat sie sich ja eigentlich immer gegen Anpassungen bei Fassadenrekos wie auch aktuell im Kimmerle Quartier ausgesprochen, so dass ich hier nicht sehr optmistisch bin:nono:

  • allerdings will der Investor einen Fassadenwettbewerb


    Ich vermute mal, dass eher die Stadtverwaltung und Gestaltungskommission auf einen Wettbewerb drängen. Das Ganze findet dann sicher wieder hinter verschlossenen Türen statt und am Ende gewinnt garantiert der am wenigsten passende Entwurf...


    Die Reko-Zahl in dem Quartier ist doch schon verschwindend gering. Warum kann man für die vielen anderen Fassaden keinen Wettbewerb ausloben statt für das Palais Riesch?

  • @ Tobschi


    das vermute ich auch, dass die Gestaltungskommission darauf drängt, allerdings glaube ich schon, dass der Investor mindestens ein Vollgeschoss mehr will und dann braucht es einen Wettbewerb. Ich hoffe inständig, man nimmt die Fassade des Palais Riesch und fügt hier in historisierender Art ein Geschoss dazu. Allein mir fehlt der Glaube, dass die Kommission da mitspielt und dann gibt es irgendeine kritische Rekonstruktion mit schwarzem Dach. Da die Landhausstraße 15 auch schon als Reko wegfällt, was unglaublich schade ist, bleibt in dem Quatier nur noch die Landhausstraße 3 sowie die Rampische 4 und 6 sowie eben das Palais Riesch, weil der Gartentrakt des Palais Hoym ja auch schon gestrichen ist.


    Hoffen wir das Beste!

  • Q 7.2 Kimmerle - Update



    Dinglinger-Eck



    Blick ins Erdgeschoss hinterm Dinglingerhaus (also 2. Haus an der Sporergasse). Hinten der künftige Innenhof.



    Blick zum umstrittenen Neubaueck. Der Rohbau zeigt die versetzten Balkonöffnungen dieses umstrittenen Neubauentwurfs.



    Impression aus der Schössergasse (Blickrichtung Stallhof)

  • Die GHND positioniert sich nun deutlicher zum CG-Projekt und trägt ein paar Forderungen an die Stadtpolitik - klick.


    Zuletzt hatte Hr. Kulke nach Gespächen mit CG zugestanden, dass Gartenhaus und Musiksaal nicht kommen können, da CG auch entlang der monströsen PoPrä-Brandwand bauen will und muss. Jetzt möchte man aber dafür auch ein paar hübsche Fassaden zur Landhaus- und Rampischen Strasse sehen und dies - bevor Schaden aufkommt - vertraglich ins trockene Bringen. Ich bin skeptisch, aber mal sehen, wie die CG reagiert.

  • Informationsveranstaltung der CG Gruppe

    Guten Abend, als regelmäßiger Leser des Forums, der gespannt die Neuigkeiten zu diversen Bauprojekten verfolgt, empfinde ich jetzt mal eine informative „Bringschuld“ für ein Projekt, das sicher eine Vielzahl Leser interessiert. Ich war heute auf der Informationsveranstaltung der CG Gruppe zur Entwicklung des „Quartier Hoym“.


    Da dies mein erster Post hier im Forum ist (und da ich interessierter Laie, aber kein Bau-/Architekturexperte bin), bitte ich mögliche missverständliche Formulierungen zu entschuldigen. ;)


    Die Form der Präsentation
    Die Informationsveranstaltung fand im Hotel Suitess (An der Frauenkirche 13; geht in die Rampische Straße über) statt, das genau gegenüber des riesigen Bauareals liegt. Der Raum war für 30 Zuhörer bestuhlt, geschätzt 200 fanden sich ein – und blieben trotz fehlender Klimaanlage bis zum Ende der knapp anderthalbstündigen Veranstaltung. Neben dem Geschäftsführer der CG Gruppe, Christoph Gröner, waren der Leiter der Dresdner Niederlassung, Bert Wild, sowie einer der Architekten (Name ist mir leider entfallen – versuche ihn nachzuliefern) vor Ort. Firmeninhaber Gröner machte kommunikativ eine sehr gute Figur, er präsentierte sich und sein Unternehmen sehr professionell. Er betonte mehrmals, dass das Projekt im Einvernehmen mit Bürgern und Politik realisiert werden solle. Er streichelte mit etlichen Bemerkungen die Dresdner Volksseele, mischte sich mit dem Mikro unter die Zuhörer und baute so eine persönliche Atmosphäre auf. Damit löste er geschickt eine „Frontalopposition“ auf. Trotz dieses „bürgernahen“ Verhaltens ließ er sich aber nicht wirklich in die Karten (seine Agenda) schauen. Die Pläne der CG Gruppe hielt er bewusst vage, äußerte mehrmals, die Planungen sollten im Zusammenspiel mit Bürgern und Politik konkretisiert werden.


    Gröner betonte, dass wenn die Dresdner Bürger Fassadenrekonstruktionen wollten, diese kommen würden. Kostenmäßig sei das für die CG Gruppe egal, moderne und rekonstruierte Fassaden lägen preislich auf demselben Level. Er sei jedoch auf der Infoveranstaltung, um ein Gespür dafür zu bekommen, was der Dresdner Bürger wirklich wolle. Er sei sich nicht sicher, ob die Position der Gesellschaft Historischer Neumarkt mit der des Großteils der Dresdner Bürgerschaft übereinstimme. Hier schien das erste Mal durch, dass er kein großflächig rekonstruiertes Quartier und auch nicht allzu viele historische Fassaden will. Mehrmals wies er darauf hin, dass es hochwertige moderne Architektur gebe. Als Beispiel nannte er das Paulinum der Uni Leipzig von Erick van Egeraat. Er machte dies aber nicht zu offensiv, signalisierte Kooperationsbereitschaft und testete aus wie weit er gehen kann bzw. wie das Publikum reagiert. Die Veranstaltung wirkte auf mich wie der Beginn eines Verhandlungsprozesses (Görner kündigte weitere Veranstaltungen dieser Art an). Es wurden – meines Erachtens bewusst – wenige Visualisierungen präsentiert. Ich hoffe, dass morgen einige Grundrisszeichnungen in der Presse zu sehen sind (für das Publikum wurde nichts ausgeteilt).


    Projektneuigkeiten
    Eine wichtige Aussage: es soll keinen Architekturwettbewerb geben, sondern ein Werkstattverfahren bzw. einen Workshop, an dem unter anderem die Gesellschaft Historischer Neumarkt, die Politik und der Architekturlehrstuhl der TU Dresden beteiligt werden sollen. Damit scheint auch der Fassadenwettbewerb vom Tisch zu sein!


    Am Quartier soll ein „Informationsbüro“ eingerichtet werden.


    Es gab wie gesagt noch wenig Spruchreifes zur Gestaltung, Bildmaterial wurde nicht ausgeteilt, man sah nur einige Visualisierungen auf den Powerpoint-Charts. Darum das Nachfolgende aus meiner Erinnerung ohne Gewähr!


    Das Palais Hoym (der Teil zur Landhausstraße, der den Steinernen Hof umschließt) soll rekonstruiert werden, sowohl die Fassaden als auch die Mansarddachlandschaft. Auch beim Innern will man sich an das historische Vorbild halten (Gewölbedecken im Erdgeschoß, die Kutschdurchfahrt etc.). Der Festsaaltrakt soll wohl ebenso kommen wie der Wandbrunnen und das Belvedere. Zu letzterem wurde eine (historische wirkende) Visualisierung gezeigt – weiß jemand, wo das im Palais-Komplex liegt? Im Gartenhof? Noch existierende Fragmente des Palais sollen eingebaut werden (Fragment des Schlusssteines vom Hauptportal wurde auf den Charts ebenso wie der Wandbrunnen gezeigt). Wie medial kommuniziert, soll das Palais ein Hostel beherbergen. O-Ton: dies fehle am Neumarkt, man brauche nicht noch ein "5, 6 bzw. 7-Sterne-Hotel". Ins Erdgeschoss soll eine kostengünstige Gastronomie (passend zum Hostel) ziehen. Für den 1. Stock sei eine Gastronomie ebenfalls eine Option, hier denke man aber auch über eine Veranstaltungslocation nach, die für Feste gemietet werden könne. Auf den Innenhöfen sollen Freisitze entstehen – ich nehme an, auf Steinernem Hof und Gartenhof.


    Zur Einordnung der beschriebenen Punkte finden sich bei Arstempano Bilder und Visualisierungen.


    Unter dem gesamten Quartier soll eine Tiefgarage für Hunderte Stellplätze entstehen (Zufahrt direkt neben dem Polizeipräsidium).


    Das Quartier soll für jedermann permanent zugänglich sein. Es kommen wohl zwei Durchquerungen zwischen Landhaus- und Rampischer Straße. Auch eine Mittelquerung (parallel zur Rampischen Straße/Landhausstrasse) soll es geben.


    An der hohen Brandmauer zum Polizeipräsidium sollen „Townhouses“ entstehen (Visualisierungen wurden nicht gezeigt).


    Um die Innenhöfe Richtung Neumarkt (nicht die im Palais) sollen kleine Geschäfte positioniert werden. Es soll zudem ein Nahversorger kommen, die CG Gruppe kann sich laut eigener Aussage den Konsum Dresden vorstellen. Auch ein Drogeriemarkt soll kommen. Die Wohnungen im gesamten Quartier sollen Größen von 36 m² bis 170m² haben.


    Bezüglich der Fassadengestaltung des Hinterpalais Riesch (zur Rampischen Straße hin) sei man sowohl für eine vollständige Rekonstruktion als auch für eine andere Gestaltung offen. Drei kleine, wenig aussagekräftige Visualisierungen wurden an die Wand geworfen, die zudem kaum zu erkennen waren – meines Erachtens bewusst – CG weiß, dass hier das größte Konfliktpotenzial lauert.


    Die restlichen Fassaden zur Landhausstraße und Rampischen Straße wurden im Rahmen kleiner Panoramavisualisierungen an die Wand geworfen (mal in historischer, mal in moderner Form). Auch hier war wenig zu erkennen. Sinngemäße Äußerung Gröner: alles kann, nichts muss. CG ließ sich hier wieder nicht in die Karten schauen. Über die Fassaden, die nicht zum Palais Hoym/Riesch gehören, wurde aber insgesamt sehr wenig gesprochen – die Aufmerksamkeit fokussierte sich auf das Hinterpalais Riesch. In der anschließenden Diskussion konnte man das Meinungsbild unter den Zuhörern eindeutig erkennen. 95 Prozent sind für so viel historische Rekonstruktion wie möglich im Quartier. Als Gröner dies nach den ersten drei Meldungen merkte, fragte er die ca. 200 Zuhörer, wer denn für eine moderne Gestaltung sei. Ein einziger Arm ging hoch. Der junge Architekturstudent aus Weimar sagte sinngemäß, Rekonstruktionen an dieser Stelle seien doch keine sinnvolle Aufarbeitung des Kriegstraumas (ein Herr hatte diese zuvor als Heilung der „Wunde Neumarkt“ bezeichnet), sondern lediglich – hier fiel das Wort mal wieder – Disneyland. Diese Einlassung erntete jedoch breiten Unmut - Gröner verteidigte die Äußerung aber als legitim. Der Nachredner (ich) entgegnete, dass Rekonstruktionen im Quartier zur Wiedergewinnung einer Stadtstruktur, die ein Gefühl von Geborgenheit ausstrahle, sowie zur Wiedergewinnung einer Dresdner Identität/Unverwechselbarkeit führen. Andere Beiträge gingen ebenfalls in diese Richtung. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt, die mit zahlreichen Mitgliedern vor Ort war, bedankte sich ausdrücklich bei Gröner für die Veranstaltung mit den Worten „Mit solch einem Auftreten hat sich zuvor noch kein Projektentwickler am Neumarkt vorgestellt!“ Diese Aussage unterstrich auch der folgende Applaus aller Zuhörer. Am Ende bleibt der Eindruck, dass beide Seiten Dialog- und Kompromissbereitschaft signalisieren (auch die GHND weiß, dass sie keine 100prozentige Rekonstruktion bekommt). Mir kam schlussendlich der Gedanke, dass die CG-Gruppe die Fassade des Riesch als Verhandlungsmasse sieht. Irgendwann gibt sie zugunsten der historischen Fassade auf, um den Großteil der übrigen Fassaden in Landhausstraße und Rampischer Straße in moderner Form durchzubringen (ist aber Spekulation von mir). Das für mich Positive an der heutigen Veranstaltung: die Aushandlung der künftigen Quartiersgestaltung wird öffentlicher (durch die Infoveranstaltungen und insbesondere durch die Einbindung der GHND in das Werkstattverfahren) – hinter dieses Versprechen kommen weder CG noch städtische Gremien m. E. zurück.

  • Wow, vielen lieben Dank für so einen infomativen, ausführlichen und detaillierten ersten Beitrag hier. :D


    Klingt doch alles gar nicht so übel. Scheint so, als könnten wir uns zumindest doch das Palais Riesch erhoffen, womöglich tatsächlich im Tausch mit einigen modernen Fassaden...
    Was mich etwas stört und verwundert, ist der doch recht deutliche Zweifel des Herrn Gröner, dass eine Mehrheit sich tatsächlich einen einheitlichen, schönen und somit historischen Neumarkt wünscht. Wurde das nicht nicht immer und immer wieder in der Vergangenheit bewiesen? Hat sich nicht außerdem bewiesen, dass jede Rekonstruktion am Neumarkt feierlich aufgenommen wurde (von Dresdenern und Besuchern), während die modernen Fassaden entweder beklagt oder mit komplettem Desinteresse gestraft wurden? Ich hoffe, Herr Gröben hat nicht selbst schon eine festgefahrene Meinung (so modern wie möglich) und ist tatsächlich für den Wunsch der Dresdener offen.

  • ^^Danke für die Infos und Willkommen im Forum.


    Ich finde, das hört sich nicht besonders gut an in Bezug auf mehr Rekos oder der allg. Qualität des Projekts (man darf nicht vergessen: am Anfang sollten überall noch Flachdächer hin, hat da mal jemand mitgedacht und sich den Neumarkt vorher angeschaut, ich denke eher nicht!!).
    Gerade auf diesem großen Areal nur 2 Rekos und um eine wird noch gestritten, ist viel zu wenig und lässt nichts Gutes erahnen. Zumal die Beschreibung der Visus, die gezeigt wurden, lässt ja auch nicht viel Platz zum Träumen.


    Ich finde es schade, weil man an der Rampischen Strasse gut ablesen kann, wie auf der einen Seite die Rekos eine sehr schöne Wirkung entfalten können, aber wie auch eine moderne Fassade das ganze Ensemble beeinträchtigen kann ins negative und hier wird das ganze Projekt fast nur aus modernen Fassaden bestehen!


    Die "berechtige" Verwendung des Wortes Disneyland ist eher die Meinung des Herrn Gröner (würde ich sagen!), aber mit Disneyland hat das nichts zu tun, da die Gebäude genutzt werden und das für ganz allgemeine Zwecke. Büro, Gewerbe oder Wohnen und das wird in Disneyland wohl eher nicht der Fall sein (Mickey Maus und Co. sind mir am NM auch noch nicht begegnet ;-)).
    Ich habe das Gefühl, das "Disneyland Argument" wird gern genommen, wenn man nicht erklären kann, warum "Form-follows-function"-Gebäude einfach nicht dieselbe Atmosphäre entwickeln wie eine Reko. Und man kann auch immer schlecht sagen, dass eine Reko weniger Rendite bringt auf kurze Zeit, also holt man das "Disneyland Argument" hervor. Ich denke mir immer, wer sein eigenes Werk nicht gut verkaufen kann, macht die anderen Werke einfach schlecht! Und zu allem Überfluss kommt dann auch noch die "Gestako" mit ins Spiel, ob das was werden kann oder nicht, können wir uns in 3 Jahren nur freuen, dass wieder eine Brachfläche weg ist?!


    Also ich bin hier noch sehr skeptisch!


    Grüße

  • Die Sächsische Zeitung hat jetzt auch eine Zusammenfassung online (gesperrter Bereich). Ich kann jetzt auch den Architekten nachliefern, der gestern auf der Infoveranstaltung die Grundrisse im Palais Hoym erklärte. Es handelt sich um Michael Dähne. Hier mehr zu seinen Projekten. Er war/ist unter anderem an der Sicherung der St. Pauli-Kirchruine im Dresdner Hechtviertel (Neustadt) oder am Schwimmsportkomplex beteiligt.


    Ein weiterer Nachtrag zu meinem vorherigen Artikel: Gröner hält wenig von einem Architekturwettbewerb, weil dann ggf. etwas rauskäme, das keiner wolle.

  • Nachtrag: Geschäftsführer Gröner scheint bei alledem sehr auf eine gute Außenwirkung bedacht. Er erwähnte auf der Infoveranstaltung selbst diesen Artikel aus der Bild und mokierte sich am Begriff Billig-Hotel (dabei konnotiert die Bild das Vorhaben in dem Artikel durchaus positiv). Die Visualisierungen aus dem Bild-Artikel hatte die CG-Gruppe übrigens auch in ihrer Präsentation. Auf dem einen sieht man ein Townhouse an der Brandwand des Polizeipräsidiums leicht angeschnitten.

  • Christian84DD


    CG hat lediglich angemerkt, dass es legitim sei, das Disney-Argument hervorzubringen. Damit impliziert er nicht, dass er der gleichen Meinung wie der Architekturstudent aus Weimar ist. Ansonsten möchte ich mich an dieser Stelle auch über den tollen Einstand von Lanzelot bedanken. Toller Bericht!

  • ^^Dieses angeschnittene Townhouse macht einen sehr kantigen Eindruck auf mich.
    Aber genau das meine ich. Dass das Palais Hoym kommt + dem Hinterhaus steht ja fest, ist als Leitbau (leider der einzige im Rest-Quartier) ja auch vorgeschrieben, aber über den Rest des Bauvolumens hat man nur Bilder von oben bzw. die von dir erwähnten unscharfen Bilder bei der Präsentation am Freitag. Warum macht man hier so ein Geheimnis daraus!? Aber Werbung wird mit der einzigen Reko gemacht :nono:.
    Es kann ja sein, dass Herrn Gröner auf die "Außenwirkung" Wert legt, aber meint er im Sinne des "Neumarkt Gedankens" also als Reko-Fassaden oder will er qualitativ moderne Fassaden, was durch die "Gestako" ja eh streng reglementiert ist.
    Aber man muss ja in Dresden immer an das "Trauma des Krieges" erinnern, weil bei den ganzen schön erhaltenen barocken und Renaisance-Bauten im Zentrum von Dresden man unbedingt noch was modernes braucht, damit auch der letzte sieht, dass DD im Krieg zerstört wurde, weil das ja heute nicht mehr sichtbar ist. Selbst mir fällt es kaum auf, wenn ich über die Prager gehe ;).


    ^Ich habe aus "legitim" halt "berechtigt" gemacht und dann MEINE Erklärung angefügt, warum das nicht "legitim" oder "berechtigt" sei, außerdem hatte ich geschrieben, dass es "eher" Gröners Meinung ist, was nicht gleich impliziert, dass es seine Meinung ist. ;)

  • Fassadenrekonstruktionen

    Hat sich nicht außerdem bewiesen, dass jede Rekonstruktion am Neumarkt feierlich aufgenommen wurde (von Dresdenern und Besuchern), während die modernen Fassaden entweder beklagt oder mit komplettem Desinteresse gestraft wurden?


    Nein. Ich bin gelegentlicher Besucher und mit den Rekonstruktionen, die ich außer der Frauenkirche bis jetzt am Neumarkt gesehen habe, kann ich nichts anfangen. „Disneyland“ finde ich für das, was mir in klarer Erinnerung ist, sachlich treffend: Da waren nämlich recht traurig unlebendig wirkende Fassaden, die mit dem, was dahinter ist, nichts zu tun haben. Argumentativ verwenden tu ich das als Kampfbegriff etablierte D-Wort indessen nicht. Ich sag nur angesichts der Diskussion, die hier gerade aufgekommen ist, dass der Begriff so wie gemeint sachlich ganz gut passt – übrigens auch für ganz andere architektonische Lösungen an anderen Orten.


    Ich respektiere, dass es Leute gibt, denen diese Fassadenrekonstruktionen etwas positives bedeuten, und dass deshalb derart rekonstruiert wird. Ich verzichte darauf, regelmäßig zu vermelden, dass ich von dieser oder jener Rekonstruktion nichts halte. Aber ich bitte dennoch darum zu respektieren, dass man auch bei durchaus vorhandenem architektonisch-ästhetischem Empfinden die bekannten bloßen Fassadenrekonstruktionen überhaupt nicht mögen kann. So zu tun, als ob die Leute auf der Straße die Rekos alle toll fänden, ist nicht recht.


    Am Rande habe ich eine Sachfrage: Die Dachbereiche scheinen mir in vielen Fällen besonders unglaubwürdig. Ist es so, dass diese in die Höhe gestreckt wurden, um dort Geschosse voller Höhe unterzubringen? Das muss nicht sein, mangels Vergleichsmaßstab kann ich das nicht erkennen, aber von der Optik her ist es plausibel und irgendein Kommentar, den ich irgendwo mal vernommen habe, wies in diese Richtung. Da würde ich mich über Aufklärung freuen.

  • Ich war gestern auch vor Ort und bin von Herrn Gröner wirklich beeindruckt. Er konnte, wie ich finde, glaubhaft schildern, dass ihm daran gelegen ist, die höchstmögliche Akzeptanz für dieses Projekt unter der Dresdner Bevölkerung zu erzielen. In Anbetracht der vielen wichtigen Vorhaben, die CG in Dresden umsetzen wird, dürfte er sich da auch kaum vom Stadtplanungsamt/der Gestaltungskommission etwas aufdrängen lassen, was er nicht will (so wie der arme Herr Kimmerle am Jüdenhof). Zu hoch wäre das Risiko, den Investor zu verprellen. Auch die Informationspolitik mit, wie er angekündigt hat, regelmäßigen Infoveranstaltungen, ist äußerst positiv.
    Bei der gestrigen Veranstaltung war gefühlt die große Mehrheit pro Rekos, was in vielen Redebeiträgen ersichtlich wurde. Herr Gröners Fazit war dann, dass der Wunsch für das Palais Riesch eindeutig bemerkbar ist und man sich da ja fast den Workshop sparen könne (großer Beifall unter den Anwesenden). So einfach wird es dann wohl doch nicht, aber ich bin optimistisch, dass das Riesch kommen wird.

  • Also da hätten wir die Veranstaltung gleich als DAFler-Treff fortsetzen können oder in ein standesgemäßes Lokal weiterziehen können. :)


    Recht interessant fand ich den erstmaligen Blick auch auf die Inneneinrichtung des Lokals im Hotel Suitess sowie dessen offene Raumfolge über 4 Einzelhäuser der Rampischen Strasse. Hier das hintere Zimmer:



    Herr Gröner (rechts) referiert zu seiner Firmenphilosophie



    Ich finde gut, dass hier schon Wortmeldungen kamen und besonderen Dank auch an den exzellenten Bericht von Sir Lanzelot. Das gibt mir gleichmal die Freiheit, erstmal nur soviel zum Besten zu geben, als dass auch ich eindeutig, und nach jahrelanger Befassung deutlicher denn je, pro Rekos eingestellt bin.


    Folgende Bilder wurden seitens des Investors während der Vorstellung des Projektes gezeigt:



    ^ Wege- bzw Passagensystem des (halb-)öffentlichen Raumes mit 3 Querungen des Quartiers (davon sicher 2 öffentliche)
    v Nutzungsidee der Erdgeschosslage (blau: Läden, rötlich: Gastro)



    Das Projekt als Ganzes heisst nunmehr "Quartier Hoym".
    Hier die Hofansicht des Palais Hoym gen Landhausstrasse geschaut:



    Fassadenabwicklung an der Landhausstrasse mit dem "Hoym". Links die 5 Bestandshäuser des Q3.1.



    Ansichten Fassadenabwicklung Rampische Strasse
    Zustand mit Palais Riesch:



    ^ Zustand mit 1990er-Jahre-Neubauform anstelle des "Riesch" (Bildhälfte oben) sowie teils topmodernen Fassaden (unten)


    Also um es ganz deutlich zu sagen: es existieren noch keine Fassadenentwürfe! (zumindest nicht öffentlich)
    Alles was wir zu sehen bekamen, sind "etwas aufbereitete" Platzhalter/Füllbauten aus schnellem CAD-Werkzeugkasten. Es sind Baumassenstudien, was die Dachausformungen angeht, damit man was zum Vorzeigen hat. Ganz deutlich wird es bei den Bildern der senkrechten Fassadenabwicklungen: dort ist alles reines Schema. Es dient allein der Verdeutlichung und dem Vorstellungsvermögen.



    eine Ansicht moderner Rückfronten an der Rampischen Strasse von Pfau-Architekten:
    (man erkennt unten, dass eine "Innenstadt-Residenz-GmbH & Co.KG gegründet wurde)



    wie auch voriges nur kurz gezeigt: eine Ideenansicht der Landhausstrasse mit wohl satzungskritischem Glasbau und besagtem Palais Hoym




    zuletzt noch ein Blick aus dem Fenster aufs Frieseneck

  • ^Danke Elli für die Bilder.


    Ich finde du hast es gut getroffen:


    Alles was wir zu sehen bekamen, sind "etwas aufbereitete" Platzhalter/Füllbauten aus schnellem CAD-Werkzeugkasten.


    Aber so sehen doch die modernen Neubauten am Neumarkt aus, man kann das ja gut vergleichen da die modernen Füllbauten des "Juwel am Neumarkt" fast aussehen wie die CAD Plannungen des neuen Projekts und im selben Bild zu sehen sind.


    Und genau deshalb bin ich hier sehr skeptisch und das kann Herr Görner so freundlich wirkt und die Resonanz der pro Reko Freunde so positiv aufnimmt kann auch alles nur schein sein, wichtig ist was am Ende rauskommt. Und ich finde es nicht positiv das schon für ein 2tes Reko Gebäude so gekämpft werden muss.

  • ^ ich wollte nur wertungsfrei drauf hinweisen, dass es eben Platzhalter sind und keine Entwürfe. Wir sehen meist Putz-Loch-Fassaden als Füllmenge, die in solchen Ansichten ähnlich den echten Gebäuden wirken, aber ich denke, da fehlt doch noch ne ganze Menge, um über einen Entwurf zu diskutieren.


    Herr Gröner ist ein Marketingfuchs, er weiß durchaus, wie man Leute umgarnt, für sich vereinnahmt, und ich denke er weiß von einer gewissen Wirkung seiner Art. Vermutlich steht das Projekt tatsächlich noch ziemlich am Beginn. CG und Gröner haben natürlich eine Interessenlage und immerhin wurde ja etwas deutlich, dass Gröner doch lieber neu gebaut hätte. Es machte nicht den Eindruck, dass der Ort wirklich seiner Bedeutung gemäß untersucht wurde. Man wird sehen, ob sich aus den ersten Grobideen noch völlig andere Dinge ergeben. Er will natürlich Geld verdienen, sein Werben und die Schmeicheleien sind ok, muss man aber nicht ernst nehmen. In Dresden kann man sich so auch nicht wirklich durchmogeln.
    Auf der anderen Seite pflichte ich den Vorrednern zu. Dieser Investor ist zunächst einmal einzigartig und löblich und viele nehmen ihm seine Aussagen auch ab. Er macht Öffentlichkeitsarbeit, wird einen Infopoint aufstellen für tägliche Fragen, zeigt erste Bilder des Konzeptes und der Nutzungsideen usw. usf. Was ich etwas merkwürdig finde, ist seine Absicht, eine Meinung der "Mehrheit der Dresdner" irgendwo herausfiltern zu können. Das ist in gesicherter Weise kaum möglich. Er sollte sich sagen, na gut, die GHND mag so oder so sein, aber sie hatte nunmal eine Bürgerbefragung und im Prinzip kann man davon ausgehen, dass man mit mehr Rekos in DD keinen Fehler macht - ganz im Gegenteil. Und er sollte den Fachdiskurs, der um Rekos in Deutschland kreist, wahrnehmen, der - kurz gesagt - immer weniger Probleme in Rekos aller Art sieht und v.a. eine Rückbesinnung auf vormalige Qualitäten fordert.


    Gröner und seine Auftragnehmer wollen zügig ein großes Projekt entwickeln, das merkt man. Man präsentiert trickreich und ggf absichtlich Senkrechtansichten, wo natürlich eine plastisch-wirkende Prachtfassade eines Riesch keine Wirkung entfaltet (aus solcher Blickdistanz schon gar nicht) und gegen die Füllbauten belanglos oder zumindest kaum besser wirkt. Andererseits gibts wohl tatsächlich noch keine "Entwürfe", was ja auch die Diskussion um Grundsatzentscheidungen bestätigt. So wird man sich nun mit vielerlei Leuten an den Tisch setzen und beraten, man möchte ggf einen Workshop o. dgl. einberufen, wo die GHND mitmischen darf wie auch vielleicht die HTW-Prof. Mensing-de-Jong und andere, so Grönis Vorschlag.
    Die wirklich interessanten Bilder oben wurden auch nur Sekunden gezeigt, es war vor Ort keinerlei Betrachtung möglich, was auch ok war, da es keine echte Streitgrundlage darstellt. Es ging ja auch mehr ums Grundsätzliche und um ein Stimmungsbild.


    Gröner und Co sollte klar sein, dass man sich hier durchaus etwas Zeit nehmen sollte und über Dinge mehrfach nachdenken muss. Hier muss Quantität mit Qualität verbunden werden, es ist eigentlich ein Stück Altstadt zu errichten, nicht nur eine Wohnanlage mit Läden. Dazu der Umgang mit der "Wunde Dresden" und vieles andere mehr - eine schöne, aber auch komplexe und schwierige Aufgabe. Mal sehen was die Ausarbeitungen bringen werden. Die Veranstaltung ging mit dem Eindruck zu Ende, dass es eigentlich fürs Riesch ganz gut aussieht. Die GHND hatte einen netten Flyer mit allen hiesigen Leitbaukandidaten verteilt, die es neben dem Riesch auch noch geben könnte und sollte. Dort sehe ich v.a. die Landhausstrasse 3 als bedeutend an, über die weiteren Kandidaten wäre trefflich zu überlegen. Man sollte an Gröner und seinen Architekten dranbleiben und immer ein verträgliches Maß an Druck beibehalten. Ingesamt halte ich das Projekt wie auch den Bauherrn für positiv - bis hierher und vorläufig zumindest. Kardinalfehler wäre, wenn wegen 1 oder 2 (reinen) Fassaden ein Streit entbrannte, der zum Rückzug von CG aus DD führte oder den Stadtrat von baldiger Verkaufsentscheidung abhält. Gröner müsste also schon vorab verbindliche Zusagen geben.