Nbger Westen: Quartiersentwicklung Maximilianstraße

  • Hab noch diese Seite mit ein paar mehr Plänen und Visualisierungen gefunden. Insgesamt finde ich den Entwurf städtebaulich sehr solide und würde mich über einen weiteren "Hochpunkt" (14 Stockwerke) an der Stelle auch freuen. Erstaunlich finde ich die anscheinend geplante "Doppelung/Erweiterung" dieses Hauses (vgl. Pläne).

  • Ich weiß nicht - schaut halt aus als würde man 60er Jahre Architektur (mit Hochpunkt, der aber zumindest etwas markanter daherkommt) krampfhaft in Blockrandform passen, damit habe ich eher negative Assoziationen, z.B. Ex-Oberpostdirektion, oder das Berliner Bahnhofsviertel... viel besser als jetzt wird das wohl schon werden, riecht für mich aber wieder nach verpasster Chance...

  • Ich bin hier eher nur mäßig begeistert. Das ist uninspirierte Schachtelarchitektur, an der auch der "Hochpunkt" wenig ändert. Die Geschosshöhen insb. des Hochhauses kommen mir im übrigen mal wieder sehr niedrig vor.

    An dieser prominenten Stelle, unmittelbar neben dem Justizpalast und dem Memorium Nürnberger Prozesse hätte man sich mehr Qualität wünschen dürfen.

  • Die Ausstellung schau ich mir mal an.

    Obwohl ich mich manchmal etwas überkritisch hier im Forum fühle, hier scheine ich eher eine milde Haltung einzunehmen: Ich finde das historische Gerichtsgebäude wurde durch den modernen Anbau bereits ausreichend entwertet, sodass der geplante Hochhausneubau daneben irgendwie nicht mehr stört. Die unter den Links oben gezeigten Visualisierungen illustrieren das ganz gut. Aber ich möchte mir erstmal etwas detailliertere Sachen dazu ansehen.


    Und wenn ich das richtig verstehe, dann ist die Ausstellung in dem umstrittenen Sparkassengebäude am U-Bahnhof Maxilimilanstraße, welches nun unter Denkmalschutz steht, und leer ist. Man hat also die Chance da mal rein zu kommen, oder ist das nichts besonderes weil bis vor Kurzem da ohnehin noch etwas Alltägliches drin war?

  • Gefällt mir leider nicht. Meine erste Assoziation war der Henninger-Turm in Frankfurt mit seinem "ulkigen" Aufsatz. Etwas weiter hergeholt, aber naja. Manchmal ist mir eine Brache tatsächlich lieber als beliebige Klötzchenstapelei. Hier wird die Wirkung und Bedeutung des Justizpalastes völlig untergraben. Auch wenn der Anbau des Justizpalasts bereits weniger gelungen und nicht wirklich stimmig ist, so setzt man dem Ganzen damit die Krone auf. Wenn der Hochpunkt wenigstens in Klinker ausgeführt werden würde und filigraner wäre, à la Art Deco..


  • Wie angekündigt habe ich mir die Ausstellung zu den Wettbewerbsergebnissen im Sparkassengebäude vor Ort mal angesehen. Und es hat sich gelohnt, denn mir wurde dort erst klar um was es eigentlich gehen soll. Mittelfristig wird sich städtebaulich das gesamte Areal zwischen Fürther Straße, Maximilianstraße und Mannertstraße deutlich verändern. Und das in zwei Abschnitten, von denen der aktuelle Wettbewerb nur einen umfasst, nämlich den kleineren, hier in gelb eingefasst:


    Bild: Google Maps


    Das in Orange umfasste Areal wird im aktuellen Wettbewerb nicht betrachtet, hierbei handelt es sich um Flächen des Freistaats für den weiteren Ausbau des Justizzentrums mit weiteren Gebäudetrakten. Diese kommen aber erst irgendwann. Das aktuelle Wettbewerbsgebiet beinhaltet gewissermaßen drei Bestandsgebäude, zum einen das sog. "Sparkassengebäude", in dem sich auch die Ausstellung befindet. Dieses außergewöhnliche Gebäude steht seit einiger Zeit unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. Hier soll es eine Nachnutzung geben, zu der bisher aber nur lose Ideen bestehen, aber keine realistischen Pläne. Knackpunkt ist die weiter erforderliche Nutzung als Buswendeschleife. Vorgabe der VAG ist, dass weiterhin unentwegt Busse um das Gebäude herumkreiseln und wenden. Das macht die Nutzung des Gebäudes natürlich schwierig und wertet die angrenzenden Grundstücke stark ab.



    Weitern inbegriffen ist dieses VAG-Verwaltungsgebäude:




    Und dieses Wohnhaus an der Maximilianstraße, das m.E. optisch jetzt auch nicht das schlechteste ist:




    Wettbewerbsvorgabe war wohl, das denkmalgeschützte Sparkassengebäude zu erhalten und nicht zu beeinträchtigen, und weiterhin rd. 19.000 qm Wohnflächen auf dem Areal zu verwirklichen. Die beiden nicht denkmalgeschützten Gebäude oben sollten in ihrer grauen Energie gewürdigt werden, ihr Erhalt war aber wohl nicht zwingende Voraussetzung, wie ich aus der Eröffnungsveranstaltung mitnahm. Kleiner Exkurs, am Donnerstag 11.09. wurde die Ausstellung um 17:30 Uhr durch den OB, den VAG- sowie den WBG-Vorstand eröffnet, es sprachen die Architekten des Siegerteams, dazu gab es Sekt und Häppchen und Gelegenheit zum Austausch. Überraschend, denn ich habe dazu nirgends eine Info gehabt, es gab nichtmal eine Bekanntgabe der Öffnungszeiten. Und dann platzt man unverhofft in einen Empfang. Sei es drum, war spannend und lieferte durchaus Hintergründe dazu.


    Der Wettbewerbssieger war das Büro "Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus GmbH" aus Berlin mit "Man Made Land, Berlin und c/o Zukunft, Hachberg&PillPart GmbH Hamburg" mit folgendem Beitrag, der auch schon in den Postings der letzten Wochen gezeigt wurde:



    Vorgeschlagen wird ein Punkthochhaus an der Fürther Straße, östlich neben dem bestehenden VAG-Gebäude. Durch das Hochhaus wird Wohnfläche gewonnen, die man ebenerdig spart, wodurch ein kleiner Quartiersplatz zwischen Gerichtsgebäude und dem Hochhaus entsteht. Dieser Kniff erscheint mir recht zeitgemäß und progressiv und hat vermutlich daher auch den Wettbewerb gewonnen.





    Kein anderer Beitrag lieferte ein so selbstbewusst dahin gestelltes Hochhaus, um Flächen zu schaffen und Versiegelung zu sparen. Der Beitrag produziert wohl wie ich mitnahm sogar 23.000 qm Wohnfläche. Außerdem ermöglicht dieser Umgang mit wertvoller Stadtfläche, dass die Baukante an der Fürther Straße zurück genommen werden kann, wodurch ein breiterer Gehweg entsteht und zusätzlich das denkmalgeschützte Sparkassengebäude bereits von weitem aus der Fürther Straße kommend sichtbar wird. Das Wettbewerbsbeitrag setzt dieses Baudenkmal also durchaus schön ins Szene.


    Den 2. Preis erhielten "Behles und Jochimsen Architekten" aus Berlin. Das Büro kenne ich durchaus von anderen Wettbewerben und Projekten, ich glaube am Seetor City Campus haben sie sich auch beteiligt:



    Behles und Jochimsen sehen zwar auch ein höheres Gebäude vis a vis zum Gerichtsgebäude vor, es ist aber nicht selbstbewusst als Hochpunkt vorgesehen, sondern versucht sich eher als Wohnhaus mit normaler Traufhöhe zu tarnen:



    Das Bestandswohngebäude an der Maximilianstraße wird aber abgerissen und durch einen 9-stöckigen Neubau ersetzt:



    Den 3. Preis erhielten "studio sufuco Architekt*innen BDA Hofmeier Davé PartGmbB" aus Nürnberg, zusammen mit Johannes Kappler Architekten:




    Ab hier werden die Vorschläge aber uninspirierter und gewöhnlicher. Pikant dabei ist, dass die Ausführung später die WBG Nürnberg übernehmen soll, d.h. die weitere Quartiersentwicklung wird die Städtische Wohnungsbaugesellschaft übernehmen. Und als Nürnberger habe ich mich natürlich sofort gefragt ob das am Ende klappen wird. Es ist ja ein offenes Geheimnis dass die WBG keine Hochhäuser baut. Das Wohnhochhaus am ehemaligen Branntweinareal in der Sulzbacher Straße haben sich sich auch einfach weg gespart, da hieß es das sei zu teuer. Da frag ich mich natürlich ob es nun wirklich eine "Wohnungsnot" gibt oder nicht, und ob denn städtischer Grund keinen Wert habe bzw. es nicht wert sei, ihn frei und unversiegelt zu lassen. Deshalb ist es auch interessant, dass die prämierten Vorschläge umso interessanter und progressiver mit der Aufgabe umgehen, je weniger sie womöglich die WBG Nürnberg kennen. Und so haben die Vertreter in ihren jeweiligen Eröffnungsstatements auch gesagt, dass sie "Reibereien" in den weiteren Abstimmungsgesprächen durchaus gewohnt seien. Ziel soll ein Baubeginn um 2029/2030 sein, es ist also noch sehr viel Zeit an den Entwürfen herumzudoktern und zu versuchen, das Hochhaus zu kappen und dafür mehr städtische Fläche bebauen zu dürfen.


    Ich persönlich glaube dass hier zwar ein großes und wichtiges Projekt im Anmarsch ist, aber das Endergebnis weit weg sein könnte vom aktuell präsentierten 1. Preis, was ich sehr schade fände. Denn aus meiner Sicht hat der 1. Preis zu Recht gewonnen und die Jury überzeugt.

  • Das Sparkassengebäude

    Und weil wir beim Empfang direkt die Gelegenheit hatten das denkmalgeschützte Sparkassengebäude zu besichtigen, hier noch ein paar Fotos von Innen. Der Ausstellungsraum, die ehemalige Schalterhalle mit Marmorfußboden und großem Oberlicht:


    WhatsApp Bild 2025-09-13_a6cf88e9.jpg


    20250911_163405.jpg


    Über eine Wendeltreppe im hinteren Bereich geht es in das Obergeschoss.


    20250911_163444.jpg


    Hier dachte ich sei es stockfinster, ich habe mal gehört es sei Fensterlos und kaum nutzbar. Aber überraschenderweise ist dem nicht so:


    20250911_183512.jpg


    An der Außenkante des Gebäudes befindet sich der Flur, Innenliegend mit Fenster zum Hof mit dem Oberlicht sind einzelne Zimmer.


    20250911_183346.jpg


    Es sind Toiletten, Teeküchen und noch Stahlschränke und ein Tresor vorhanden. Und dieser wirklich coole Abstellraum:


    20250911_183330.jpg


    Tja, wer hat Ideen was man mit diesem Bau anstellen sollte, denn er wird ja weitgehend so erhalten bleiben?

  • Hier würde sich eine Nutzung anbieten, die sonst Probleme mit dem Lärmschutz bekommen würde. Ich könnte mir ein Jugendzentrum mit Bandproberäumen im Obergeschoss gut vorstellen. Ob sich die Stadt einem solchen Projekt annehmen würde, ist natürlich eine andere Frage…