Es ist für mich kein Problem, dass der CDU-Oberbürgermeisterin-Wahlkandidat Michael Weickert und die Partei/Fraktion im Stadtrat das Thema zweiter Citytunnel im Stadtrat und in den letztem Wahlkämpfen immer wieder aufgreifen. Das ist eine zentrale Forderung der CDU für die Verkehrspolitik in Leipzig und logisch, dass sie die nach vorne stellen.
Mein Problem ist, wenn sie dabei den Eindruck vermitteln, dass es gar keiner Abwägung über die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit mehr bedarf, sondern der Citytunnel ohne jede Prüfung kommen muss, kommen wird. Inhaltliche Kritik als Teil der Debatte über den Citytunnel wird dabei als "endloser Streit über Details und Klein-Klein" weggewischt. Und das ein "links-ideologischer Kampf gegen die Bürger in Leipzig" der Grund dafür wäre, dass bisher noch keine Machbarkeitsuntersuchung vorlegt. Dabei hat nicht einmal der Ministerpräsident aus der eigenen Partei bisher seine Ankündigung von vor acht Jahren einlösen können, mit Mitteln des Freistaates Sachsen die Voruntersuchungen zu unterstützen bzw. zu ermöglichen.
Und ich finde es problematisch und inhaltlich falsch, wenn Weickert und andere Mitglieder der CDU-Fraktion im Stadtrat alle anderen Um- und Erweiterungspläne beim ÖPNV ablehnen (wollen), solange ihr eigener Vorschlag, der zweite Citytunnel, nicht geplant und umgesetzt wird.