Mediaspree: Quartier am Postbahnhof

  • Bin oft in der Ecke und mit den anderen roten Backsteinbauten wirkt er eigentlich real ganz passend, sicherlich kein Highlight, aber eine Verdichtung an der Stelle und ganz okay, mehr aber auch nicht...

  • Der Farbton liegt aber irgendwie im Trend ;)


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    Büroneubau in Osnabrück/Wissenschaftspark (03.06.2020)

  • Das stimmt. Aber grundsätzlich ist es doch ähnlich. Beim Neubau der RLS sind allerdings die Fensterrahmen deutlich intensiver.

  • ^

    Mich stört das Wörtchen grundsätzlich. Das trifft vielleicht auf einer sehr groben Ebene zu. Im Detail sind die beiden Projekte aber doch sehr unterschiedlich. Aber das Beispiel Osnabrück zeigt wie es besser geht. Ich könnte noch zig weitere nennen. Das wird nur leider irgendwann redundant.

  • Die Fassade des DGB Gebäudes kann man noch in Ansätzen vergleichen. Hier hat man allerdings keine Experimente wie feuerwachenrote Fensterrahmen gewagt, sondern ist den gediegenen Weg der maßvollen Vernunft gegangen. Hinten raus sind die Rahmen silbrig hell, vorne raus dunkelgrau/anthrazit. Ich bevorzuge die dunkle Variante, die dem warmen Stein den besten Kontrast verleiht. Die hätte auch dem RLB gut getan, bzw. mit den weißen Querverstrebungen in den unteren Stockwerken ebenfalls kontrastiert. Hoffen wir, dass die Fenster Billigramsch sind, der schnell getauscht werden muss und dass dann zufällig jemand mit Geschmack am Drücker sitzt.


    https://abload.de/img/dgb33kp4.png

    Bild links@google earth/maps

    Bild rechts@DGB (official page)


    Mod: Bild geurlt. Bitte endlich mal in Ruhe die DAF-Richtlinien durchlesen und diese entsprechend in den Postings berücksichtigen. Umso weniger muss ich editieren. Danke

  • Dank der großartigen hoch modern wirkenden Alu-Fassade fällt die langweilige quadratische Kubatur fast nicht auf. Schade, dass die ursprüngliche Idee mit dem leicht verdrehten Turm nicht umgesetzt wurde.

    Naja, Jammern auf hohem Niveau...

  • Naja, Jammern auf hohem Niveau...

    Auf ganz niedrigem Niveau leider leider. Die Drehung wäre genau das was man erwarten kann. Dieses Ding ist ja nun in keinster Weise irgendwie auffällig "gut", "modern", "klassisch","ideenreich" oder nenne mir ein anderes Qualitätsmerkmal was man für dieses Türmchen finden könnte. Selbst "zeitlos" - was ja so das BESTE wäre was man noch rausholen kann, trifft irgendwie auch nicht zu - versteht mich nicht falsch - der Turm ist keine Katastrophe und so ein Ding kann man bauen - ich bin es fast leid immer wieder darauf hinzudeuten, daß dieses Anschutz-Gelände - an einem der berühmtesten Orte Berlins, einfach unangemessen wirkt. Der Eingang ist ein Stück Plastik was man vor einen Würfel gesetzt hat. Immerhin kommt das in Richtung "Da hat wohl jemand sich Gedanken gemacht" - dummerweise wurde das Teil - der Eingang - zur Drehung des Turmes konzipiert. Aber als Investor ist sowas Scheißegal - ich finde es wirkt albern vor dem Turm. Eben gewollt, vorher war es irgendwie "cool" als Teil eines ordentlichen (nicht überragenden) Konzeptes.

    Vielleicht rettet es ja der Max und der Moritz noch - aber ehrlich gesagt man hat hier übelste Durchschnittsarchitektur hingepflanzt und alles bleibt bis jetzt unter den Erwartungen. Ich finde dieser Platz hat eine ähnliche Bedeutung wie in London das "London Eye". Da kommen in Berlin Tausende Menschen hin um sich die Mauer um sich Berlin anzuschauen und bekommen dann eine geschlossene Halle geboten, billige Durchschnittsrestaurants und Büroarchitektur. Traurig traurig. Aber die Investoren werden hier ja immer wieder über den Klee gelobt wie wichtig Sie für Berlin. Ich sehe die Wichtigkeit auf Ameisengröße geschrumpft. Aber Immobilien-Spekulation ist eben ein Dickes Geschäft, da wollen viele Mitverdienen. Rendite über Alles.


    Der Turm sinnbildlich eine weitere architektonische "Ameise" - es wäre mehr möglich gewesen.

  • Der Turm legte aus meine Sicht ein wichtiges und positives Signal für die Ecke. Womöglich hat er die Projekte Stream und Edge befördert, die von deutlich höherer Qualität sind. Zumindestens ist es der erste, neue Turm in der Ecke. Die Beleuchtung bei Nacht finde ich interessant. Ansonsten ist er langweilig, da gebe ich dir Recht.

  • Ich finde dieser Platz hat eine ähnliche Bedeutung wie in London das "London Eye".

    Schwer zu vergleichen, aber im Prinzip stimme ich zu insofern, als dass die normalerweise in jeder Stadt sehr begehrten Bauplätze am Wasser, in Berlin größtenteils völlig verschenkt werden. Selbst in der Hamburger Hafencity, die flächenmäßig weitaus mehr wassernahe Parzellen bietet, entstehen hochwertigere und vor allem auch im Schnitt höhere Gebäude, die urbanere Bezüge herstellen und angenehmere Stadträume schaffen, als das in Berlin an der (Media)Spree der Fall ist, wo sich schuhkartonförmige Quader und Würfel aneinanderreihen wie die abgekaute Zahnreihe eines sterbenden Dinosauriers. Selbst im Duisburger Hafenviertel wird größtenteils höher gebaut und auch der Düsseldorfer Hafen mit den Gehry-Bauten macht optisch einiges mehr her, als die (Media)Spree.


    Wenn sich Berlin hier schon negativ mit Düsseldorf und Duisburg vergleich muss, nichts gegen diese zwei Städte, aber das kann nicht der Maßstab sein!

    Und nein, auch die Aggromex-Hochhäuschen, wenn sie denn eines Tages mal gebaut werden, werden an diesem Misstand nichts grundlegend ändern.


    Düsseldorf

    D_medienhafen.jpgQuelle@Wikipedia/Free Licence

  • Mein Gott, als ob Höhe ein Qualitätsmerkmal wäre. Wenn nicht hoch genug gebaut wird, dann ist es Posemuckel. Ich frage mich was den Leuten fehlt, die nur nach Höhe schielen. Sind`s Minderwertigkeitskomplexe?


    Mir gefällt das Gebäude der Rosa-Luxemburgstiftung. Nur schade, dass die Auskreuzungen nicht, wie ursprünglich geplant, gebaut wurden. An einem Abriss würde ich da nich als erstes denken. Da gebe es andere Kandidaten im Viertel.

  • Höhe eignet sich als Metrik eben hervorragend für einen architektonischen Schwanzvergleich. Wer hat den Höchsten? 😉


    Spaß beiseite, ich glaube es ist ziemlich offensichtlich, dass hier niemand nur nach Höhe schielt, sondern dass die Gestaltung entscheidend ist. Es dürften sich beispielsweise ziemlich wenige Forumsteilnehmer mehr Hochhäuser im Stil der Fischerinsel wünschem. Es gibt jedoch einige Faktoren, die hier zusammenspielen, weshalb oft nach höheren Gebäuden gerufen wird. Erstens gibt es in Berlin wenige wirklich hohe Hochhäuser. Die meisten Hochhäuser liegen irgendwo zwischen 60m und 120m, weshalb ein Wunsch nach Differenzierung in der Höhe besteht. Zweitens ist es oft so, dass Hochhäuser in diesem Höhenbereich, zumal bei einer schlichteren Kubatur, eher gedrungen rüberkommen, was etwas unglücklich ist, weil dieser Eindruck in Dissonanz mit der Bezeichnung als Hochhaus steht. Dieser Eindruck kann durch eine geeignete Kubatur abgeschwächt werden, wie meines Erachtens sehr gut vom Zoofenster und Upper West demonstriert wird. Drittens ist es einfach so, dass die Höhe von Hochhäusern mit anderen Größen wie wirtschaftliche Dynamik und Wohlstand positiv korreliert, weshalb höhere Gebäude positiv assoziiert sind. Viertens sorgen höhere Gebäude unmittelbar zu einer stärkeren Belebung einer Gegend, denn mehr Höhe bei gleicher durchschnittlicher Nutzfläche pro Stockwerk bedeutet tendenziell mehr Menschen pro Grundfläche, und eine höhere Menschendichte bedeutet mehr Transit, mehr Geschäfte und allgemein mehr Lebendigkeit... Was bis zu einem gewissen Punkt wünschenswert ist, irgendwann wird es auch einfach anstrengend. 😁

  • ^^

    Selbstverständlich ist Höhe ein Qualitätsmerkmal, sofern sie mit hochwertiger Architektur daher kommt. Du wirst doch nicht ernsthaft leugnen wollen, dass ein Gebäude mit 120m eine völlig andere Raumwirkung, völlig andere Sichtachsen, völlig andere Skylineperspektiven eröffnet und ein weit größeres Repertoire an potentiellen Ausdrucksmöglichkeiten bereithält, als dasselbe Gebäude mit derselben Fassade in 20m. Eine Kinoleinwand wird anders bespielt als ein Puppenkasten und eine Postkarte bietet weniger Raum für kreativen Ausdruck, als ein Plakat. Versauen kann man beides, aber das gut gemachte Plakat wird in der Stadt präsenter zu sehen sein als die gut gemachte Postkarte.

    Die Gehry-Bauten in Düsseldorf sind auch nicht wirklich hoch, tatsächlich sind sie gerade einmal knapp 50m und weniger als halb so hoch wie die geplanten Aggromex-Türme. Trotzdem ist das bessere Architektur als das was Aggromex plant und auch besser als alles was an der MediaSpree in den letzten 15 Jahren entstanden ist. Trotzdem würden dieselben Häuser in Düsseldorf mit 22m in Berliner Traufhöhe gestaltungstechnisch auch einem Frank Gehry förmlich untergehen, ob da nun "nach Höhe geschielt" wurde oder nicht. Nenn mir doch mal ein Beispiel an der Media-Spree, egal wie hoch, das du als gelungen bezeichnest, damit ich eine Ahnung von deinem Architekturverständnis bekomme.


    Zur RLS:

    Über Geschmack lässt sich schwer streiten, aber es gibt durchaus zumindest halbwegs objektive Qualitätskriterien für gute Architektur und ich frage mich, woran du die bei dem Gebäude fest machst. Das Einzige was ich der RLS zugute halten kann ist folgende Perspektive, das ist aber auch wirklich das Einzige und nur, weil die Details in der Ferne verschwimmen und der schiere Baukörper zumindest aus dieser Perspektive großstädtisch-verdichtend wirkt:

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    Bild@me

  • ^ Höhe ist messbar, quantifizierbar, also zuerst einmal ein Quantitätsmerkmal und nur im allgemeinen Sinne des Wortes eine Qualität, als jede Quantität

    als messbare Eigenschaft auch etwas über die Beschaffenheit (Qualität) einer Sache aussagt. Höhe ist aber natürlich keine "Qualität" in einem positiven Sinne, im Sinne eines positiven Wertes. (Wir alle können Gebäude nennen, die gerade wegen ihrer zu großen Höhe stadtbildzerstörend wirken.) Aber das sagst Du im Grunde selbst, denn Du bindest die Höhe an einer hochwertigen Architektur. Und insofern hier in meinen Augen keine besonders hochwertige Architektur vorliegt, ist es gerade gut, dass das Gebäude nicht zu hoch geraten ist.

  • ^

    Wir können uns glaube ich darauf einigen, dass Höhe kein Argument pro oder contra eines Gebäudes ist, wenn sie für sich genommen und losgelöst von der Gesamt-Ästhetik des Gebäudes betrachtet wird. Es gibt aber durchaus oft den Fall, in dem zu geringe Höhe sich negativ auf die Ästhetik (Proportion/goldener Schnitt) auswirkt, ebenso wie es den -selteneren- Fall gibt, dass zu große Höhe sich negativ auswirkt (siehe Tour Montparnasse, wobei das Ding auch mit 20m scheußlich wäre).


    Neben anderen Faktoren ergibt sich die Höhe grundsätzlich aus dem Bedarf und bei Spree nahen Parzellen, die von Verknappung bedroht sind, kann man auch grundsätzlich davon ausgehen, dass solche Bauplätze effizient genutzt werden sollten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Berlin nach wie vor eine wachsende Stadt ist und Wohnungen am Wasser besonders begehrt sind. Es macht für einen linken Senat schon aus sozialpolitischen Gründen wenig Sinn, die begehrtesten Parzellen mit wenigen Luxuswohnungen in niedrigstöckigen Renditekisten, die darüber hinaus noch nicht mal ästhetisch beitragen zu verschwenden und diesen Zugang einem winzigen Teil der Oberschicht (Wave waterside living) oder gar nur Büros für Flüssigzuckerlieferanten (Coca Cola) vorzubehalten (ich weiß das die Bpläne älter sind als RRG, es kommt aber auch nichts innovatives neues durch). Ebensowenig will ich Sozial-Platten a la Fischerinsel dort sehen. Wie man eine halbwegs vernünftige Durchmischung mit halbwegs interessanter Architektur hinbekommt, kann man in der Hafencity sehen.

  • Als kleine scherzhafte Spitze gegen die Linke, die Signa mehr für die Hochhausstandorte abknöpfen möchte, sei mir die Frage erlaubt, wieviel die Parteistiftung denn für ihr Hochhaus blechen musste. Wurden da etwa Stiftungsgelder verschwendet?