Zoom Berlin - ehem. Aschinger-Haus

  • Da bin ich ja mal gespannt, wie du ein B-Planverfahren beschleunigen willst. Das sind doch alles bundeseinheitliche Regelungen.


    Bundesgesetze geben keinen Zeitplan vor. Faustregel: je mehr Personal vor Ort von Ländern bzw. Kommunen in den Verwaltungen eingesetzt werden, desto rascher werden Bundesgesetze vollzogen. Es ist, solange Fristen für Ankündigung, Offenlegung und Stellungnahme betroffener Bürger eingehalten werden, durchaus möglich sowas in sehr kurzer Zeit zu vollziehen.


    Die Berliner Behörden gelten als besonders unterfinanziert. Andernorts in Deutschland kriegt man solch ein Verfahren durchaus in unter einem Jahr hin, zumal wenn es sich um keine flächengreifende Stadtentwicklungsmaßnahme handelt, sondern um Prinzip um ein einzelnes, bauprojektbezogenes Verfahren. Das wird andernorts auch schonmal in 6 Monaten durchgezogen (das ist dann wohl auch die Untergrenze dessen, wie weit man das unter Berücksichtigung von Öffentlichkeitsbeteiligung usw. beschleunigen kann).


    Baurechtsänderungen sind also in der Tat nicht zielführend. Es braucht einfach ausreichend Personal für die Behörden.


    Da es Populisten aber immer einfach haben, Applaus zu erhaschen, wenn sie über "die Beamten" oder "die Behörden" spotten, sind mit Forderungen für mehr Planstellen bei Baubehörden oder Justiz (vgl. Prozesse an den Verwaltungsgerichten gegen Bauprojekte) einfach keine Wahlen zu gewinnen. Es müsste in der Tat ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die vermeintlichen Ersparnisse für den Steuerzahler Milchmädchenrechnungen sind. Wieviele Bauprojekte gar nicht erst öffentlich vorgeschlagen oder beantragt werden, weil sich Investoren von vorneherein denken "nein, also jetzt erstmal 2-3 Jahre Bürokratie mit ungewissem Ausgang und da Geld reinbuttern, dann lassen wir es gleich!" ist natürlich unbekannt. Einer vermeintlichen Ersparnis - letztlich muss die ganze Verwaltungsarbeit ja doch erledigt werden, die Summe der Arbeitsstunden die der Steuerzahler zu tragen hat ist also unter dem Strich gleich, nur verschiebt sich halt alles nach hinten - steht ein volkswirtschaftlicher Schaden in unbekannter Größe gegenüber.

    Einmal editiert, zuletzt von Eisber ()

  • In diesem Fall rückt die Bearbeitungszeit für eine Baurechtsänderung richtig in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Frage ist doch , gibt es Möglichkeiten, diese zu verkürzen.


    Das Thema haben wir bereits hier gehabt - die Wikipedia meint, ein Jahr würde in der Regel (bundesweit) reichen. In Düsseldorf, wo grundsätzlich mit vorhabenbezogenen Bebauungsplänen gearbeitet wird, gab es kürzlich Aufregung, dass es meist 10-12 Monate dauert - die minimale Zeit laut Wikipedia ist 6 Monate. Ich glaube durchaus, dass es in Berlin viel länger dauert, doch gerade das scheint mir stark verbesserungsbedürftig.


    Wie viele Vorredner meine ich ebenso, dass der Entwurf hier langweilig und öde ist - die lange Fassade sollte gegliedert werden, eine der (gerundeten) Ecken hätte auch 1-2 Geschosse höher werden können.

  • ^^Denke auch, dass Berlin da besser werden kann und muss. Nicht nur könnte es Investoren abschrecken: Einige Firmenansiedlungen sind daran definitiv schon gescheitert und das ist dem Senat bekannt!


    ^Sicher will man auch schnell Geld verdienen, was man nachvollziehen kann. Aber vielleicht könnte man Deine Idee (an beiden Seiten ein paar Etagen mehr) nachträglich beantragen und dann jeweils noch was "drauf setzen". Der Bezirk hat ja bereits angedeutet, hier eine höhere Bebauung vermutlich zu erlauben...

  • ... ich finde Entwurf gut bis sehr gut. Vor allem das wahrscheinlich doppelgeschossig ausgeführte EG und das darüberliegende etwas auskragende Geschoß scheinen gut strukturiert,ausserhalb des üblichen Rasterkanaon und wirken sehr licht. Die darüberliegenden Geschoße wird man sehen, wie sie im Orginal aussehen, auf jeden Fall wirkt die Zweiteilung in einen klar erkennbaren unteren Geschäftsteil und die darüberliegenden Büroetagen auf mich sehr angenehm. Auch die in der Abbildung zu sehende helle Farbgebung wird von mir gut geheissen. Für einen kommerziellen Büro/Ladenbau finde ich diesen Entwurf sehr gelungen und der zentralen Lage angemessen.
    Den Wunsch nach mehr Geschossen unterstütze ich nicht, gerade die langezogene recht flache Form hat m.E. ihren Reiz.


    ... In Düsseldorf, wo grundsätzlich mit vorhabenbezogenen Bebauungsplänen gearbeitet wird, gab es kürzlich Aufregung, dass es meist 10-12 Monate dauert - die minimale Zeit laut Wikipedia ist 6 Monate. Ich glaube durchaus, dass es in Berlin viel länger dauert, doch gerade das scheint mir stark verbesserungsbedürftig. ...


    Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Einmal Erteilung der Baugenehmigung ohne Erstellung / Änderung eines Bebauungsplanes, da sind 9-12 Monate schon am oberen Ende im bundesweiten Vergleich und einmal mit Änderung / Aufstellung eines Bebauungsplanes, dass dauert länger, schon wegen der Auslegungsfristen / Öffentlichekeitsbeteligung. In Brandenburg bekommt man Baugenehmigungen ohne Änderung des Bebauungsplanes häufig schon nach sechs Wochen bis drei Monate Wartezeit.

  • Ganz ehrlich: alles ist besser als der Ist-Zustand. Für mich ist das Glas "halb voll", die negative Wirkung des Bestandsgebäudes kann man meiner Meinung nach für dieses ganze Quartier gar nicht überschätzen. Das war für mich über viele Jahre auch das Sinnbild für Stagnation und Abstieg der City West, bis sich kürzlich glücklicherweise das Blatt ja wieder gewendet hat. Zu diesem zweiten Frühling der City West passt auch, dass dieses Gebäude verschwindet. Selbst ein abgeräumtes Grundstück mit Werbegerüst wäre mir lieber.

  • über geschmack lässt sich ja bekannter weise streiten!


    aber an dem vorliegenden entwurf von "hascher-jehle" gefällt rein gar nichts, weder die erdgeschosszone, die obergeschosse, noch der gebäudeabschluss.


    selbst der "monotone" studienentwurf für das karstadtareal am kudamm und das realisierte motel one/parkhaus in der kantstrasse sind interessanter.


    und jetzt bitte keine reaktionen von anderen teilnehmer des forums, wie "besser als der istzustand" oder "ist ja nur nen rendering, realisiert wird es bestimmt besser wirken" - nein, der entwurf ist schlecht und langweilig, zudem wirkt dieser extrem unruhig.


    was ist los mit den prämierten architekten - alle bisherigen arbeiten dieses büros sind weitaus besser als dieser entwurf. wurde vielleicht doch eine projektarbeit aus studienzeiten abgegeben?


    ich bitte um präsentation der anderen vorschläge, der am wettbewerb teilgenommenen baumeister - es kann doch nicht sein, dass ein innenstadtsolitär einer europäischen hauptstadt derart nach einen geschäftshaus aus den 90er jahren in einem mittelzentrum ausschaut


    langsam stellt man sich die frage, warum (nur) in berlin die architekten und bauherren keine lust auf optisch gelungene ergebnisse haben und in jeder anderen (klein-)stadt bessere werke zu verzeichnen sind - nebenbei erwirtschaften diese dort einen geringeren mietzins, als an dem standort zwischen bahnhof zoo und kudamm.


    persönliche bemerkung:
    ich arbeite selbst im bereich der projektentwicklung und habe auf die vorstehende frage bis jetzt keine antwort gefunden. 1/3 der schuld trägt auf jeden fall der seit jahren "bescheiden" besetzte thron des bausenats.


    ohne grosse erwartungen gehabt zu haben wird das projekt "aschinger/botag" trotzdem in die akte "enttäuschend" wandern und ist ein weiteres beispiel für das arme berlin, und das ist diesmal nicht finanziell gemeint.

  • … über geschmack lässt sich ja bekannter weise streiten!


    Nein, absolut falsch! "De gustibus non est disputandum" - Über Geschmack lässt sich NICHT streiten! Ist doch auch ganz klar, weil Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt! Möchte hier nicht klugscheissen, aber es tut mir weh, wenn ich sehe wie oft dieser schöne Klassiker hier falsch zitiert wird! ;)


    Was den Entwurf angeht, stimme ich in den Chor der Enttäuschten ein! An dieser Stelle wäre eine Fassadengliederung des Blocks angemessen bei der geringen Höhe. Ich kann nicht nachvollziehen warum eine Genehmigung in Berlin für eine Höhenänderung so lange dauern muss, wenn sich doch eigentlich alle (Investor, Bezirk) einig sind ein HH bauen zu wollen. Die höhere Variante hätte mehr hergegeben, wie es ja auch in den Zeitungsartikeln anklang.


    Allerdings bin ich sehr froh, dass entlang der Kantstrasse nun endlich dieser provisorische Nachkriegsbau (Humana second hand) wegkommt und eine geschlossene Fassade bis zur Bahnbrücke entsteht.

  • Ja Leute, was dachtet ihr denn, was dort gebaut wird ? Das ist 1B Lage und ich finde, dafür ist der Entwurf ganz gut gelungen. Es handelt sich bei diesem Entwurf m.E. um ambitionierte innerstädtische Alltagsmoderne / Kommerzarchitektur. Wer Sandstein und Gründerzeitathmosphäre haben möchte und modernem Bauformen generell ablehnend gegenüber steht, dem gefällt dieser Entwurf natürlich nicht.


    Zitat von antipolis

    ...es kann doch nicht sein, dass ein innenstadtsolitär einer europäischen hauptstadt derart nach einen geschäftshaus aus den 90er jahren in einem mittelzentrum ausschaut...


    ... 90 er Jahre Geschäftshaus Stil, dass hiess hochglanzpolierte Granitplatten, häufig nicht echt, garniert mit Bullaugenfenstern, billige Runderker mit Spiegelglas und Sägezahndach.


    Hier mal ein paar Beispiel für ach so schicke 90er Jahre Geschäftshäuser. Geschäftshaus in Naumburg oder Düsseldorf Hauptbahnhof / Ludwig Erhard Allee, nochmals Ludwig Erhard Allee




    aktuelle Beispiele für Geschäftshauser/ Einkaufszentrum Frankfurt Zeil, Heinrich Heine Allee Düsseldorf, Hamburg und Königsgalerie Duisburg


    Zitat von urbanplanner

    ...für eine Höhenänderung so lange dauern muss, wenn sich doch eigentlich alle (Investor, Bezirk) einig sind ein HH bauen zu wollen.


    ... es hat doch zu keinem Zeitpunkt eine Willensäusserung von Hines gegeben, dort am liebsten ein Hochhaus bauen zu wollen.

  • ^das ist schon eine eigenwillige Collage der 90er. Wenn man möchte, wird man für jede Dekade der Geschichte selektiv Negativbeispiele finden.


    Klar ist für mich, dass dieser Entwurf noch weit über dem Durchschnitt liegt, was wir üblicherweise in Berlin bei Geschäftshäusern architektonisch verwirklicht sehen. Nicht mehr - aber auch nicht weniger! Dementsprechend frage ich mich auch, wieso sich gerade hier solch harsche Kritik aus vielen Mündern entlädt. Vielleicht streichen die Visus auch die Dimensionen nicht ausreichend heraus. Hier wird der gesamte Block neu bebaut, im zuvor verlinkten Baunetzartikel ist von einer 150m langen Schaufensterfläche am Sockel und einem 3.350 m2 großen Areal die Rede. Das ist schon eine ganz enorme Baumasse und der Entwurf gliedert die Horizontale, das ist nun einmal "gesetzt" da man nicht in die Höhe möchte, in einer Weise die schon beim Bikini gut funktioniert.


    Das wird ein riesiger Komplex, der erfolgreich verhindert, erdrückend zu wirken, was bei einem horizontal geprägten Gebäude schnell passieren kann. Beispielsweise die enorm hohen und großen einzelnen Fenster von Erdgeschoss und 1. Stock. Die Schaufensterfront dürfte sehr großzügig wirken, sowohl die enorme Länge wie auch die Raumhöhe. Und dabei auch "licht" und nicht wie dunkle Höhlen, denn moderne Einzelhandelsflächen sind durchgehend stark beleuchtet. Der Sockel des Gebäudes dürfte gerade in der dunklen Jahreszeit in den Abendstunden richtig "strahlen". Die oberen Büroflächen baulich zu trennen, indem man hier die Fassade wieder zurück setzt, trägt auch dazu bei, dass dieser Komplex kein erdrückender "Klotz" wird. Schließlich entsteht durch das auskragende 2. OG fast sowas wie ein moderner Arkadengang.


    Ich finde, ein zweiter und näherer Blick auf diesen Entwurf lohnt und die Visus geben natürlich nur einen groben Eindruck. Viel wird von der Detailausführung abhängen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Eisber ()

  • Wer Sandstein und Gründerzeitathmosphäre haben möchte und modernem Bauformen generell ablehnend gegenüber steht, dem gefällt dieser Entwurf natürlich nicht.


    Wer immer wieder mit solch platten Mutmaßungen arbeitet, wird die Kritik an diesem Billigkasten wohl nie verstehen.


    Viel schlimmer finde ich, daß es in Berlin offenbar keine Taskforce oder Regelungen gibt, die solch eine Fehlplanung verhindern. Wir kriegen hier einen Flachmann, weil alles seinen Gang geht und niemand Ambitionen hat.


    Ich bin Laie. Was hat die Stadt denn für Möglichkeiten, solch ein Haus zu verhindern und einen 130-Meter-Bau vorzuschreiben?


    Ich vermute mal, daß das Baurecht steht und Hines daher einfach loslegen kann. Aber wieso sorgt niemand dafür, daß dort ein Gebäude mit angemessenen Dimensionen hinkommt? Das wäre mit dem Zoofenster ein tolles Tor zum Hardenbergplatz und auch ein tolles Nordtor, wenn man die Bundesallee langfährt.


    Ich bin fassungslos, wie man derartig die Potentiale Berlins verschenken kann. Ähnliches trifft ja auch auf des Alex-Projekt zu - wenn auch unter anderen Vorzeichen. Ändert man mal eben selbstherrlich den Bebauungsplan und checkt nicht, daß nun eine U-Bahn im Weg ist. :nono::mad::Nieder::bah::bash:

  • Es herrscht jedenfalls ein Mangel an Bildern.


    Wie sieht der Kasten über die Stadtbahn hinweg aus?
    Wo bleibt ein sachliches Modell mit Eingliederung in die Umgebung?


    Dass der Bau das Bikini klar zitiert, sogar als ein geschwungenes Bikini durchgehen könnte, finde ich an dem Ort nicht schlecht.


    Viele Erwartungen sind mal wieder stark übertrieben und das Grundstück wird zu unrecht so hoch angepriesen. Das ist bis dato die absolute Schmuddelecke.


    Sehr ungünstig wird wieder einmal der riesige und gut sichtbare Dachaufbau.

  • Das wird andernorts auch schonmal in 6 Monaten durchgezogen (das ist dann wohl auch die Untergrenze dessen, wie weit man das unter Berücksichtigung von Öffentlichkeitsbeteiligung usw. beschleunigen kann). [/SIZE]


    Gehen wir mal als Planspiel davon aus, daß man die B-Plan-Änderung als Bebauungsplan der Innenentwicklung gem.§ 13 a BauGB im beschleunigten Verfahren durchführen kann (Grundfläche i.S. des § 19 BauNVO unter 20.000 m², keine benachbarten B-Pläne im zeitlichen, räumlichen und sachlichen Zusammenhang bestehen oder aufgestellt werden). Auf die frühzeitige Öffentlichkeits-/Behördenbeteiligung könnte dann verzichtet werden, ein Umweltbericht muss nicht erstellt werden, Kompensationsmaßnahmen sind nicht erforderlich, ebensowenig FNP-Änderungen.


    Ergäbe sich etwa folgender Ablaufhorizont:


    - Erstellung der Beschlussvorlage, Genehmigung dieser durch die
    Entscheidungsträger in der Verwaltung, rechtzeitige Übermittlung an die
    politischen Entscheidungsträger für deren Vorbereitung - 1 Monat


    - Aufstellungsbeschluss: zwar nicht unbedingt erforderlich, aber politisch wohl
    unverzichtbar; Beratungsfolge von Fachausschuss bis zur
    Stadtverordnetenversammlung und offizielle Beschlussmitteilung des
    Protokollführers - 1 Monat


    - Erarbeitung der Entwurfsunterlagen, Abstimmung mit den
    Entscheidungsträgern in der Verwaltung, Erstellung notwendiger Gutachten
    (hier etwa nach TA Lärm wegen gewerbebezogenem Verkehr),
    evtl. Moderationsverfahren weil großflächiger Einzelhandel, Überprüfung auf
    Kompatibilität mit den Zielen der Raumordnung, informellen Planungen wie
    Einzelhandelskonzepten etc. und Abstimmung mit anderen Behörden, da wir
    ja auf die frühzeitige Beteiligung verzichten, entsprechende permanente
    Überarbeitung des Entwurfes etc., ggf. städtebaulicher Vertrag - mindestens 4 Monate -wenn
    alles perfekt und reibungslos laufen würde


    - Auslegungsbeschluss: zwar nicht notwendig, politisch aber nicht verzichtbar
    > Erstellung der Unterlagen, Sitzungsvorlage, dann Beschluss
    - mindestens 1 Monat


    -öffentliche Auslegung/Behördenbeteiligung mit voerheriger Bekanntmachung
    und Nachzüglerfrist: 2 Monate


    - Satzungsbeschluss: nochmal der Terz mit der Vorlage, Erarbeitung der Abwägungsvorlage,dann Beschluss etc. -
    1 Monat


    Wir sind jetzt bei diesem sehr unrealistisch reibungslosen Szenario bei 10 Monaten angekommen. Das ganze auch noch im 13 a - Verfahren, bei dem der deutsche Gesetzgeber in seltener Dreistigkeit fast alle EU-Vorschriften ausgehebelt hat. Der B-Plan ist noch nicht rechtskräftig, aber immerhin kann der Bauantrag jetzt genehmigt werden (33er-Status nach § 33 BauGB). Mehr Personal würde nicht zu einer Verkürzung beitragen, da der Abstimmungsbedarf einfach zu groß würde.


    B-Plan-Verfahren in 6 Moanten durchzuziehen ist möglich (mein Rekord liegt bei 4), dies geht allerdings nur in kleinen Gemeinden bei kleinen Verfahren ohne politisches Gezerre, ohne Gutachten, mit wenig Abstimmungsbedarf etc.

  • Viele Erwartungen sind mal wieder stark übertrieben und das Grundstück wird zu unrecht so hoch angepriesen. Das ist bis dato die absolute Schmuddelecke.


    Das liegt aber eben an der Architektur und den Mietern. Das Zoofenstergrundstück war auch nicht das Gelbe vom Ei. Jetzt steht dort etwas Wertiges, Anmutiges. Der Effekt ist auch auf dem Aischinger-Grundstück erzielbar.

  • Jetzt wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Eisber möchte B-Pläne in 6 Monaten machen und Snitje gar in 4. Das ist - jedenfalls für Berlin - absurd.


    1. Auf dem Vorhabengrundstück liegt der Baunutzungsplan als übergeleitetes Planrecht. Also: völlig neuer B-Plan, wenn Hochhaus. Im Regelfall vorhabenbezogen, da der Bezirk dann ein konkretes Projekt genehmigt und kein Angebots-B-Plan (Schutz vor Planänderung bei Weiterverkauf des Grundstücks). Einen V-Bebauungsplan allein zu malen und politisch abzustimmen dauert mindestens 6 Monate.


    2. Beschlußfassung BVV über die Aufstellung: mit Ausschussberatung bis zur Abstimmung nicht unter 3 Monaten.


    3. Weiterentwicklung, Gutachten, Ausräumung Konflikte zwischen Landes- und Bezirksplanung, städtebaulicher Vertrag, TöB: nicht unter 6 Monaten


    4. Auslegung, Öffentlichkeit inkl. mind zwei Veranstaltungen: 2 Monate


    5. Abwägung, Erarbeitung Endergebnis (wenn die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht reiner Fake sein soll wird hier etwas geändert): 2 Monate


    6. Nach - im Bestcase also 19 Monaten Festsetzungsbeschluß der BVV. Das ginge aber nur bei völlig unstrittigen Bauvorhaben (gibt es nicht mehr in Berlin) und bei der Abschaffung von Sommerferien, der Weihnachtszeit und Krankheit von Mitarbeitern. Illusorisch, also, im Bestcase 24 Monate, zwei Jahre.


    Hierzu müsste die politischen Parteien im Abstand von zwei Jahren ihre Meinung nicht ändern, es keine Wahlen geben und nichts Aussergewöhnliches passieren: auch das ist unrealistisch, also muss man mindestens drei Monate Reserve draufrechnen.


    Und in unserem Fall hätte die Senatsbaudirektorin auf einem internat. Wettbewerb bestanden. Plus mindestens 4 Monate.


    Summa: 31 Monate. Kosten für B-Plan mit allen Gutachten, Wettbewerb und Veranstaltungen: nicht unter 100.000 Euro.


    Kurz gesagt: Ein B-Plan an diesem Ort ist eine teure Wette auf die Marktlage in vier bis fünf Jahren. Denn es muss ja auch noch gebaut werden. Das macht keiner mehr, nur Hasardeure.

  • Jetzt wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Eisber möchte B-Pläne in 6 Monaten machen und Snitje gar in 4. Das ist - jedenfalls für Berlin - absurd.


    Was zur Hölle ?!


    Ich habe ausführlich dargelegt, warum man den B-Plan NICHT in 6 Monaten oder weniger ändern kann, sondern man hier selbst bei einem unrealistisch reibungslosen Ablauf in einem beschleunigten Verfahren ohne jeden Hickhack bei mindestens 10 Monaten reiner Verfahrensdauer ankommt und das Zeiten von 6 Monaten oder darunter nur bei kleinen Verfahren in kleinen Gemeinden ohne Rebereien, Gutachten, mit wenig Abstimmungsbdarf etc. möglich ist. Erst lesen, dann kommentieren!

  • Das liegt aber eben an der Architektur und den Mietern. Das Zoofenstergrundstück war auch nicht das Gelbe vom Ei. Jetzt steht dort etwas Wertiges, Anmutiges. Der Effekt ist auch auf dem Aischinger-Grundstück erzielbar.


    Das Zoofenster Grundstück liegt denke ich wesentlich günstiger. Breitscheidplatz statt Gleise, das ist in der Fußballsprache eine Liga höher. Die Architektur bildet diesen Unterschied denke ich ziemlich genau ab (akzeptable Allerweltskiste gegen Top-Bauwerk - wobei noch der Mäckler-Bonus hinzu kommt. M.E. einer der Besten).
    Ich fände es gut, wenn im Forum Visionen und Gedankenspiele klarer von realistischen Einschätzungen getrennt werden - beides hat seine Berechtigung sollte sich aber nicht zusehr vermischen.


    Was ist an dieser Stelle also sinnvoll?
    Eine Aufteilung des Blockes in Einzelbauwerke wäre eher unpassend (anders als bei der Alea). Ein höherer Bau wäre eine Möglichkeit, ist aber nicht unbedingt notwendig. Ohne den Dachaufbau, bzw. mit einem echten Staffelgeschoss an dessen Stelle, wäre ich zufrieden. So ist mein Urteil neutral, bzw. begrüße ich, dass etwas passiert. Wenn der Bahnhof und dann auch der Hardenbergplatz angegangen werden, so hat die West-City eine sehr gute Basis erreicht.

  • Ich hatte einen großen Wurf erhofft, mit nichts gerechnet und es ist leider wie erwartet nichts geworden.


    Ich empfinde den Bau als strukturell völlig missglückt, das wie eingesetzt wirkende Geschoss gefällt mir gar nicht. Ich finde das Gebäude auch von den Proportionen seltsam anmutend und einfach völlig uninspiriert.


    Genau solche Gebäude sind es, die den schlechten Ruf der modernen Architektur begründen. Ich habe den Eindruck, es wirkt schon von gestern obwohl es noch gar nicht steht.


    Natürlich werden einige hier wieder sagen, es handelt sich um ein gewinnorientiertes Unternehmen, welches die Fläche maximal ausnutzen will und die Kosten im Rahmen halten muss, aber mir ist dieses Argument zu billig.


    Man kann auch mit beschränkteren Mitteln mehr hinkriegen als das Resultat hier. Ich bin wahnsinnig enttäuscht von der verpassten Chance, insbesondere wo sich im Umfeld so viele positive Dinge abspielen.