Dresden: Albertstadt

  • Es ist wie mit so vielen Neubauten in Dresden: Diejenigen, welche in solchen Graubaracken wohnen, schauen auf meist attraktivere Umfelder und Bauten, als jene, die das Schöne schätzen und bewohnen, um dann auf diese Art Menschenviehhaltung schauen zu müssen.

  • ^ Was ist denn eine "Menschenviehhaltung"? Vielleicht geht's ein bisschen weniger derbe. Nicht jeder hat das Glück, in einer Villa am Elbhang wohnen zu können. Und bei aller berechtigten Kritik, der Neubau unterstreicht die Albertstadt als ehemaligen Kasernenstandort.

  • ^Ich wage zu behaupten, dass diese Assoziation bei der "Gestaltung" des Gebäudes keinerlei Rolle gespielt haben dürfte.


    Außerdem (Klugscheißmodus, ich weiß): Die Städtische Arbeitsanstalt befindet sich nicht in der Albert-, sondern der Antonstadt, die sich in einem schmalen Streifen entlang der Königsbrücker Straße zieht. Die Albertstadt als reine Militäranlage wurde erst 1945 nach Dresden eingemeindet. Hierzu konsultiere man Vorkriegsstadtpläne...

  • ^ es geht doch bei der Neubaukritik um die Albertstadt im Hier und Heute, zumal man vormalig seltsame und wohl nur rein verwalterisch bzw aus Interessen- oder Eigentumslagen so zugeschnittene Verrenkungen nun auch nicht ewig für sakrosankt halten muss. Hier eine Karte von 1927 im TSP, was wohl auch nur dem "Zufall" in zudem nur jener Zeitphase geschuldet war und so gar nicht gewisser "territorialer Integrität" entsprach.
    Daneben entstehen ja nun etliche solch äusserlich schlichter Behausungen allüberall - also unabhängig von nahen oder fernen Kasernen.



    Handwerkskammer Campus, Else-Sander-Strasse 3 - fast fertig
    zuletzt #129 - Bilder 1-3
    Bilder vom WE. Unklar ob die Sache stillsteht. Zieht sich ja schon über 1 Jahr zulang dahin. Viel ist nicht mehr zu tun, vielleicht eher innen noch was. Zaun steht, Gehweg neu.

    Bilder: ich

  • ^Nun denn, wenn man wie in diesem Strang explizit Bezug auf historische Gemarkungen nimmt, dann halte ich diese durchaus für "sakrosankt", sonst kann man eine entsprechende thematische Einteilung auch gleich bleiben lassen. Offenbar hat man die Gebietskörperschaften über Jahrzehnte für so aussagekräftig erachtet, dass man die Zugehörigkeit zu Dresdner oder aushäusigem Territorium für so essentiell betrachtete, dies auch in amtlichen Verlautbarungen, und Stadtpläne erfüllen dieses Kriterium, eindeutig zu kennzeichnen. Alles andere ist aus meiner bescheidenen Sicht Verballhornung aufgrund von Unwissenheit. Geschichtsvergessenheit scheint mir eines der Grundübel der heutigen Zeit zu sein. Eine solche beispielhafte Negligenz historisch gewachsener Zusammenhänge ist einer der Hauptgründe für eine zunehmende aktuelle Motivationslosigkeit meinerseits, mich hier einschlägig einzubringen. Nichts für ungut...

  • Der mittlere Bau war eine Turnhalle und wird wohl auch zum Wohnen umfunktioniert.


    Die fertigen Gebäude gehören zu einer Seniorenresidenz, da speilt wohl Gestaltjng keine Rolle.
    Hoffen wir mal das die Palasax-Gebäude es rausreißen.


    Auf der anderen Seite der Stauffenberger stehen ja schon seit Jahren Neubauten im Themenstadtplan, aber da passiert nichts.
    Vor kurzem wurde nur das Eckgrundstück für einen temporären Parkplatz beräumt.

  • Geschichtsvergessenheit scheint mir eines der Grundübel der heutigen Zeit zu sein. Eine solche beispielhafte Negligenz historisch gewachsener Zusammenhänge ist einer der Hauptgründe für eine zunehmende aktuelle Motivationslosigkeit meinerseits, mich hier einschlägig einzubringen. Nichts für ungut...


    Lass' mich damit anfangen, dass ich Deine Beiträge eigentlich immer sehr schätze; und unzweifelhaft hast Du von Deinem Standpunkt her auch Recht. Trotzdem finde ich etwas übertrieben, hier von Geschichtsvergessenheit zu sprechen. Ansonsten können wir nämlich bald anfangen, uns in fast jedem Thread zu fetzen.
    Warum ist der Thread zum Schulcampus Gehestr. in "NORDWEST" und nicht in "Leipziger Vorstadt"? Klar, der Name ist nun mal "Gymnasium Pieschen", aber trotzdem. Und wo genau befindet sich nun der Konsumbau auf der Fabrikstr. - Südvorstadt oder Plauen?
    Möchtest Du die Garnisonkirche lieber der Antonstadt zuschlagen (in der sie sich heute befindet) oder der Albertstadt? Für beides gibt es gute Gründe...
    Gerade im Grenzbereich von solchen Stadtteilen kommt es nun mal immer wieder zu Gebietstausch bzw. zum Bereinigen von Grenzziehungen.
    Ich würde das eher locker sehen.

  • Und wo genau befindet sich nun der Konsumbau auf der Fabrikstr. - Südvorstadt oder Plauen?


    Weder noch, die Fabrikstraße befindet sich über die gesamte Länge in der Wilsdruffer Vorstadt, zu der der gesamte Bereich entlang des ehemaligen Weißeritzmühlgrabens außerhalb des 26er Ringes bis hinunter nach Plauen zählt, also z. B. auch der Ebertplatz, der nördliche Teil der Hofmühlenstraße und der Bereich der ehemaligen Floßhöfe an der Oederaner Straße.


    Und die Garnisonkirche ist nun eindeutig der Albertstadt zugehörig, Gegenteiliges wäre mir völlig neu. Man verwechlse übrigens statistische Stadtteile (die oft sogar tatsächlich zusammengehörige Gebietsentitäten negieren, wie z. B. in Striesen) nicht mit den tatsächlichen Flurgrenzen, die meines Wissens nie offiziell bereinigt wurden, da sie nach erfolgten Eingemeindungen und Zusammenschluss in Stadtbezirken bzw. Ortschaften ohnehin keinerlei juristische oder verwaltungstechnische Relevanz mehr haben.


    Wohl aber eine historische und stadtgeschichtliche, weswegen ich mich mit aus meiner Sicht derart faulen Kompromiss-Sichtweisen nie anfreunden werde, denn sie negieren oft auch durchaus relevante städtebauliche Zusammenhänge. So eben beispielsweise an der Grenze zwischen Anton- und Albertstadt, denn es ist natürlich kein Zufall, dass sich sämtliche zivilen Einrichtungen (wie z.B. die Arbeitsanstalt poder das Freiherr von Fletchersche Lehrerseminar - heute Waldorfschule) ) auf althergebrachtem Dresdner Gebiet (Antonstadt) befinden, die militärischen aber in dem bis 1945 eigenständigen Militärbezirk der Albertstadt, so z.B. auch besagte Kirche und das Gelände der südlich gelegenen Schützenkaserne oberhalb des Alaunplatzes oder auch die ehemaligen Kasernen entlang der Königsbrücker Straße nördlich der Paulstraße nebst Soldatenheim (Goethe-Institut). Ohne Kenntnis dieser Zusammenhänge erschließt sich natürlich auch nicht die Zickzackführung der Flur- und bis 1945 gleichzeitig Stadtgrenze...

  • ^ Also jene Phraserei um "Negligenz" und "faule Kompromisse" kann ich mir nun nicht zu eigen machen, ich sehe auch keine ernsthaften Defizite in geschichtlicher Befassung in Dresden - ganz im Gegenteil. Mir fallen zu den Vorhaltungen auch zahlreiche Gegenargumentationen ein, welche zudem im Hier und Heute Relevanz entfalten. Alle vertieften Fachexperten kennen sicher das Dilemma, von anderen jene extrem genaue Befassung nicht rückgespiegelt zu bekommen - eine Folge der fachlichen Spezialisierung/Fragmentierung, derer wir angeblich unseren Wohlstand verdanken. Muß man halt aushalten, heute ist die Welt und das Tun um ein Vielfachfaches diverser. Insofern verstehe ich nun auch die Gründe deiner allg. Frustration nicht und bitte auch um etwas mehr Empathie der zu diffamierenden blöden Lesermasse gegenüber, daß nicht jeden von uns das große Glück ereilten konnte, Geschichtslehrer (+ dsbzgl. Hobbygelüsten) etc. zu sein. Dabei ist es doch genau das Richtige, daß die zahlreichen Hobby- und Echthistoriker aus ihren stillen Kämmerlein aus mal heraustreten, ihre Köpfe aus den in Permanenz gewälzten Buchdeckeln des Alten Dresden (geht mir auch so) emporheben und ersehnte Aufklärung bringen, sodaß sie möge die stets widrig gehaltenen Umstände jeweiliger Jetztzeit zu bessern. Genau weil das kaum geschieht, und auch hier nach ersten zarten Pflänzchen stets mit Dürrnis gedroht wird, haben wir draussen freies Geleit fürs Bezuglose und Geschichtsvergessene.


    Das Thema ist komplex, nicht zu händeln mit paar Online-Sätzen. Es geht im Übrigen auch nicht um die Gebietszuschnitte hier im Forum. Das hatten wir schon und dort gibt es nunmal einige wenige Fehler bzw. Übergangsbereiche, für die auch ich nichts kann. Im heutigen Handeln von Politik, Verwaltung oder Wirtschaft, ebenso in den Konzepten und Zielen aller Stadtentwicklungsthemen, nahm ich bisher jedenfalls nie irgendeine Relevanz von einstigen Grenzziehungen/Gemarkungen wahr. Es kann also nicht falsch sein, auf diese Dinge hinzuweisen, aber bitte ohne überstrapazierte Emotionalität. Vielleicht kann nochmal dargelegt werden, inwiefern obige vertiefte Kenntnis der historischen Bau- und Grenzsituation zu vorteilhafterer Gebietsentwicklung der Albertstadt im Heute befähigt, ich meine am konkreten Beispiel. Zuletzt wurde die Olbrichtplatz-Sachgesamtheit rekonstruiert, demnächst kommt gar das Umfeld der Garnisonkirche dran. Fast alle Bauten der Militärstadt konnten seit der "Wende" in die Neuzeit überführt werden. Etc.pp. Alles positiv. Es gäbe hunderte anderer Arbeitsfelder, wo ich eine sich wirklich negativ auswirkende Geschichts-Losigkeit ganzer Stadtbereiche sehe: wie gesagt v.a. in den Seevorstädten bzw. Großteilen der Flächenenttrümmerung. Auch 30 Jahre nach der "Einheit" entsteht alldort weder "Stadt", noch zeigen diese Gebiete ihre Geschichte (mal abgesehen von bissel Altpflaster). usw. usf.

  • Neubau eines Bürogebäudes @ Melitta-Benz-Strasse 10 - fast fertig, abschließend
    zuletzt #129 - Bild 4
    Es steht sehr hinterhöfig (im Foto hinten) und ist nur vom Drewag-Gaskraftwerk-Nord aus zugänglich (kein Bild). Mal schauen welche Firma einzieht.


    Bonusbild: dortiger Blick entlang der Herrmann-Mende-Strasse vor zur Köbrü. Hinten das Gaskraftwerk-Nord.


    An mehreren Gewerbebauten im Gebiet wird bissel gewerkelt bzw stehen Baugerüste. Es geht hier recht dynamisch zu.
    So wird zB am heuer als Bandprobenhaus genutzten Objekt Meschwitzstrasse 18 am Dach saniert. Abwarten, wieviel gemacht wird.

    Bilder: ich. - Abends kann man hier mitunter kleine 'Gratiskonzerte' mithören, welche durch offene Fenster wehen... :D


    Entgegen der Auffassung der Wirtschaftsförderung, das Industriegelände sei ausgebucht und eigentlich voll, kann man doch noch zahlreiche auch größere Leerstandsobjekte finden. Dabei handelt es sich oft jedoch um arg verfallene und teils denkmalschutzliche Substanz. Ich beabsichtige mal eine kleine Doku hier darüber - demnächst.
    Als ungeahntes Beispiel fiel nun selbst die leerstehende Meschwitzstrasse 19 auf (Bild später).

  • Königsbrücker Straße 115


    Das Eckgrundstück an der Stauffenbergallee wird momentan für den Schulneubau beräumt.


    Der kleine Altbau an der Straße ist auch schon abgerissen. Stand nicht unter Denkmalschutz.