Gotteshäuser in Berlin

  • ... ich finde diese Ziehharmonika als Abschluß sehr angenehm. Es hat was expressionistisches und passt gut zu Berlin mit einigen anderen Vertretern hier der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, Ich hätte mir die gesamte Fassade in dieser Ziehharmonikastruktur gut vorstellen können. Vielleicht zu einem drittel in Stein und zu zwei drittel in einer Mettalverkleidung. Kupfer oder Cortenstahl. Aber nun ist‘s wie es ist.

  • ^ Der Clou der Fassade besteht ja genau darin, dass die abgeschrägten Laibungen, die die Fensteöffnungen jeweils halbieren, asymmetrisch angeordnet sind, in einem Stockwerk auf der linken, im nächsten auf der rechten Seite etc. Im Dachgeschoss, besteht die gesamte Fensterfläche aus abgeschrägten Fenstern, was sinnvoll ist, da hier die Aussicht am besten ist. Dadurch fließen die Schrägen hier, quasi als Synthese, zusammen, woraus sich der Effekt der "Zieharmonika" ergibt. Diese erwächst also organisch aus der gesamten Fassade, und auch deswegen wirkt der Entwurf aus einem Guß. Ich liebe solche einfachen und doch durchdachten und notwendigen Fassaden.

    4 Mal editiert, zuletzt von ElleDeBE (18. Juli 2026 um 10:00) aus folgendem Grund: Korrektur und begriffliche Präzisierung.

  • Dass expressionistische Gestaltungselemente gut zu Berlin passen, mag sein. Aber es passt nicht an jeden Ort. Sowas kann man gerne am Alexanderplatz machen, aber nicht zwischen Bebelplatz und Französischer Straße.

  • Ich habe mir mal einige Dudler-Entwürfe auf seiner Webseite durchgesehen und habe den Eindruck, dass ihm, gerade wenn es um das Einfügen in historische Kontexte geht, oftmals ganz gute, ansprechende Ergebnisse gelingen, die modern, oft monolithisch aber gleichzeitig auch hochwertig, interessant und an ihrem Ort natürlich und passend wirken. So empfinde ich es auch hier. Trotz des schlichten und monolithischen Erscheinungsbild wirkt das Gebäude nicht langweilig. Die unterschiedlichen Abschrägungen und versetzten Fenster, auch wenn schon oft gesehen und kritisiert, machen sich hier gut und geben zusammen mit dem einheitlichen massiven Stein und dem Zickzack-Profil im obersten Geschoss dem Bau einen organischen, natürlichen, skulpturalen Eindruck, ohne dass die Fassade klobig oder langgestreckt-monoton wirken würde. Entsprechende Negativ-Beispiele findet man auch bei Dudler zuhauf, das wäre hier aber aufgrund des kleinen Grundrisses glücklicherweise gar nicht möglich gewesen. Mit der Transparenz und Offenheit kann man es übrigens auch übertreiben, wenn nämlich der Glas-Anteil zu hoch wird und das Gebäude glatt, kalt und austauschbar wirken lässt. Insgesamt fügt sich das Gebäude gut in die Umgebung ein, die Fasssade wirkt hochwertig. Gegenüber dem Vorgängerbau eine absolute Verbesserung.

  • Habe mir dieser Tage den Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses und die Hedwigs-Kathedrale noch mal angeschaut und muss sagen, dass sich vor Ort meine Meinung etwas relativiert hat. Der Neubau sieht gar nicht sooo wuchtig aus, wie hier von vielen bemängelt, zumal die historische Bebauung im Umfeld auch sehr wuchtig daherkommt. Es wird auch noch darauf ankommen, wie der Innenhof gestaltet wird, aber ins Umfeld wird sich das Gebäude schon einfügen.

    Nach meinem ersten Besuch der Hedwigs-Kathedrale war ich sehr enthusiastisch. Ein klein wenig ist mein Eindruck dieses Mal getrübt gewesen. Zu weiß, zu clean erschien mir der Kirchenraum. Vor allem die Fenster lassen mich etwas ratlos zurück. Sie sollen zwar künstlerisch gestaltet sein, wirken aber nur "dreckig" und "schlierig". Und dass gar, gar garnichts an den Vorgängerbau erinnert ist etwas schade. Für mich wären die bunten Vorgängerfenster ein verbindendes Element und ein schöner Kontrast zum cleanen Weiß gewesen.

  • Neubau und Sanierung Bernard-Lichtenberg-Haus

    In den letzten Tagen wurde bei dem Neubau auch die südliche Seite an der Französischen Straße abgerüstet.

    Die Fenster der oberen Etage haben eine besondere Gestaltung erhalten.

    [Bilder © bauhelmchen 2026]

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  • Danke Bauhelmchen

    … ich hätte die gekappte Ecke der oberen Etage an allen 4 Ecken bis unten hin durchgezogen, rein des Expressionismus wegen. Wie schon erwähnt, sehr klösterlich, katholisch, aber mir gefällt‘s.