Dresden: Innere Neustadt

  • Wir drehen uns im Kreis: Ohne gültigen Bebauungsplan kann nicht gebaut werden. Da der Bebauungsplan das gesamte Königsufer beinhalten wird - was auch Sinn macht, da B-Plan-Verfahren einerseits aufwändig und andererseits teuer sind - muss bis zum Beschluss des B-Plans durch den Stadtrat gewartet werden. Daran müssen sich alle Investoren überall in Deutschland halten. Auch ohne die Bebauung des Königsufers - wäre nur das Narrenhäusl zum Bau vorgesehen - selbst dann müsste trotz Beschluss zum Wiederaufbau erst ein B-Plan erarbeitet werden. Die Erstellung eines B-Plans kann sich über mehrere Jahren ziehen, da alle "Träger öffentlicher Belange" involviert werden müssen. Im Mai letzten Jahres hat der Neumarkt-Verein darüber berichtet. Demnach sollte es im Herbst 2023 eine erste öffentliche Veranstaltung geben. Infos zum Info-Abend habe ich keine gefunden.

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    DIe Verwaltung überschreitet am Neustädter Markt ganz grundsätzlich ihre Machtbefugnis:


    - in Bezug auf die Feststellung der Denkmaleigenschaft der Platten, wohl wissend, dass damit der Wettbewerbssieger verunmöglicht wird (auf "Anfrage" der Stadtplanung)

    - bei der handstreichartigen Genehmigung irgendwelcher Tiefgaragen, hauptsache, es zerstört das verwünschte Ensemble

    - beim langen Hinhalten von Wiesner, der sehr wohl ohne B-Plan hätte bauen können und es jetzt natürlich nicht mehr kann

    - bei der ungefragten Vorselektion der 6.000 durch die Vonovia zum Kauf angebotenen Wohnungen, bei der die Stadträte eine einfache Ja-Nein-Entscheidung schlucken durften, ohne Einfluss darauf nehmen zu können, welche Wohnungen denn konkret erworben werden (vielleicht waren die Platten am Neustädter Markt ja Teil des Angebots)


    Der einzige Grund, warum am Neustädter Markt überhaupt irgendetwas in Richtung einer stadtbildverträglichen Bebauung geschehen könnte, sind die unermüdlichen Salven immer neuer Beschlüsse des in dieser Frage erstaunlich einigen Stadtrates - seit Jahren und Jahren wird dem unwiligen Apparat aufs neue Beine gemacht. Irgendwann, so hofft man, wird der Wille des Souveräns auch mal umgesetzt. Das scheint aktuell in Sachsen generell ein Problem zu sein...

  • Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder e.V. war schon - wenn auch indirekt- am Streit um die Waldschlösschenbrücke beteiligt. Die Kleine Hufeisennase hat den Bau der A143 bis heute beeinflusst. Dresdner Aktivistinnen haben das vor dem Leipziger Bundesverwaltungsgericht erstrittene Urteil dann weiterverwendet -aber ohne durchschlagenden Erfolg.


    Die künstlich geschaffenen und mit viel Aufwand erhaltenen Elbwiesen müssen nach Meinung des AHA völlig anders behandelt werden und sich natürlich entwickeln dürfen. Die Bäume und Büsche an der Augustubrücke wären dann ein Anfang der Sukzession. Ziel ist es, einen natürlichen Auenwald entstehen zu lassen.

  • Ich frage mich schon, wie mancher zu seinen Ansichten kommt. Sind das reine Bauchgefühle?


    Es gab eine Ausschreibung für das Grundstück, für die nur einer von drei Interessenten verblieb: Frank Wießner. Die Vorgabe einer Rekonstruktion mit 500 qm Nutzfläche hat das „Filet-Stück“ (arnold) wohl nicht ganz so attraktiv für Investoren wirken lassen, wie es hier dargestellt ist. Wießner kalkulierte 2018 übrigens noch mit Kosten von 2,5 Mio. Euro. Heute: 4,5 Mio. Euro.


    Bei auf 99 Jahren angelegten Erbbaurechtsverträgen zahlt man meines Wissens einen Zins, das ist hier ja nicht vorgesehen.

    Wiesner kaufte das Grundstück (460 m²) 2020 für immerhin 712.000 Euro. Soll er für sein eigenes Grundstück nun auch noch Pacht bezahlen? Und dass er das Grundstück samt darauf gebautem Haus nach 60 Jahren an die Stadt verschenkt, ist auch nicht genug, weil 60 Jahre eine lange Zeit sind? Ich würde solche Ansichten gern auch mal zu anderen Dresdner Bauvorhaben lesen.


    War es denn nicht erforderlich, für die äußere Gestalt des Narrenhäusls einen Wettbewerb durchzuführen? Natürlich war das notwendig, weil es für 2 Fassaden keine überlieferte Fassadengestaltung gab und die Baukörpergestaltung zumindest nicht selbstverständlich war.

    Für eine Fassade, die Nordfassade, gab es diese Überlieferung nicht. Auch für wichtige Bauwerke werden nicht immer Wettbewerbe durchgeführt. Die riesige und schnell genehmigte Erweiterung der Altmarkt-Galerie fällt mir da ad hoc ein. Andere Kleinigkeiten hätten sich in einem normalen Genehmigungsverfahren klären lassen, aber gut. Kritisiert hatte Wießner aber gar nicht, dass er einen Wettbewerb ausrichten soll, sondern dass er damit in Vorleistung gehen sollte für ein Grundstück, das ihm gar nicht gehörte. 1,5 Jahre brauchte die Stadtverwaltung für die Vorlage, die den Grundstückskauf vorbereitete. Der Wettbewerb wurde dann letztlich durch ein Machtwort des Bauausschusses entschieden und ging für die Verwaltung nach hinten los. Stadtplanungsamt, Baubürgermeister und Jury hatten sich, in endlosen Tagungsrunden, eine Fassade gewünscht, die "Brüche in der Stadtentwicklung" zeige. Die DNN berichteten damals. Gebaut wird nun die vom Bauherren favorisierte barocke Variante, welche ein ganzes Vollgeschoss weniger aufweist als die Alternative - soviel zur These vom renditeorientierten Bauherren.


    Ich will hier gar nicht die letzten 8 Jahre durchhecheln, obwohl das sicher interessant wäre.


    hätte die Stadt denn ohne Baurecht überhaupt fällen dürfen

    Es handelt sich um "neun mehrstämmige Bäume, zwei großkronige Laubbäume und zwei Großsträucher sowie flächigen Strauchbewuchs". Vor 8 Jahren war der eine oder andere Kandidat wahrscheinlich noch recht klein. Wießner kritisiert aber auch hier nicht die Notwendigkeit von Ersatzpflanzungen, sondern die aufgerufene Summe von knapp 180.000 Euro. Ich kann das kaum beurteilen, aber für die 13 Gehölze bedeutet das über 9.000 Euro pro Stück. Die Verpflanzung von 35-50 Jahre alten Bäumen wird hier mit 3.500 Euro brutto angegeben. Jedenfalls achtet jeder Privateigentümer bei seinen Grundstücken darauf, möglichst nichts hochwachsen zu lassen. Man würde das als Randnotiz behandeln, wenn nicht immerzu solche Probleme gemacht würden, die das Bauvorhaben am Ende um fast 100% teurer machen.


    A propos "behandeln". Journalisten sind frei in der Setzung ihrer Themen und wen es nicht interessiert, muss es nicht lesen. Ich würde es begrüßen, wenn mehr über Architektur und Städtebau geschrieben würde und auch das Verwaltungshandeln häufiger hinterfragt würde. In den Artikeln, die ich in der Sächs. Zeitung zum Narrenhäusel gelesen habe, kamen stets beide Seiten mit ihren Sichtweisen zu Wort.


    Die von arnold angestoßene Diskussion zum B-Plan lasse ich außen vor. Nirgendwo war jemals zu lesen, dass der noch fehlende B-Plan ein Hindernis für das Narrenhäusel sei. Da alles andere, was man sich vorstellen und nicht vorstellen kann, als Hindernis ins Feld geführt wurde, scheint es mir unplausibel, dass der noch nicht verabschiedete B-Plan da die entscheidenden Schwierigkeiten macht. Es gibt ja auch Befreiungen und Abweichung von B-Plänen, wenn dies mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist und die "Grundzüge der Planungen nicht berührt werden". Vielleicht greift das hier.

    TG-Einfahrt ist eine notwendige Voraussetzung für die Bebauung des Grundstückes

    Damit wird wahrscheinlich auf das Thema Stellplatzverordnung abgezielt, oder? Die Tiefgarage ist nach meinem Verständnis das Privateigentum des Hotels. Kann damit die Zahl nötiger Stellplätze für die Nachbarhäuser sichergestellt werden? Wären für die wenigen Häuser mit bester ÖPNV-Anbindung überhaupt Stellplätze nötig gewesen? Ermöglicht die Verordnung Dresdens da keine Ausnahmen? Und falls ja, hätte man die Verordnung dann nicht entsprechend anpassen können? Alles Fragen, welche die Öffentlichkeit oder wenigstens die zahlreichen Ämter der Stadt hätten ausdiskutieren sollen. Dem wurde ein Riegel vorgeschoben, indem rasch genehmigt wurde.


    Die TG-Einfahrt in der Landhausgasse (in einem Haus ohne rekonstruierte Fassade!) finde ich im Übrigen grausig und hoffe, dass es genau so nicht umgesetzt wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Ziegel ()

  • DIe Verwaltung überschreitet am Neustädter Markt ganz grundsätzlich ihre Machtbefugnis:


    - in Bezug auf die Feststellung der Denkmaleigenschaft der Platten, wohl wissend, dass damit der Wettbewerbssieger verunmöglicht wird (auf "Anfrage" der Stadtplanung)


    Der Wettbewerbssieger wurde mit der Einschränkung vom Stadtrat beschlossen, die "Flügel" auf dem Platz selbst nicht zu errichten. Auch ohne Denkmalstatus des Platzes wäre nur das Königsufer bebaut worden, nicht aber der Platz selbst. Steht im Beschlusstext auf den ich in den letzten Beiträgen mehrfach verwiesen habe. Die bestehenden Plattenbauten selbst stehen zudem nicht unter Denkmalschutz (wie man auf der Denkmalkarte des Freistaates sehen kann) und waren auch beim Wettbewerbssieger nie zum Rückbau/Neubau vorgesehen.


    - beim langen Hinhalten von Wiesner, der sehr wohl ohne B-Plan hätte bauen können und es jetzt natürlich nicht mehr kann


    Ohne aktiven Bebauungsplan würde §34 des BauGB zum Einsatz kommen. Dieser besagt: Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die "Eigenart" der "Nachbarschaft" ist äußerst heterogen - was also gilt hier als Nachbarschaft und wer definiert das? Dazu sind enge Abstimmungen mit der - tadaa - Baubehörde notwendig. Zudem bis vor kurzem die Erschließung des Gebäudes noch nicht geklärt war.

    - bei der ungefragten Vorselektion der 6.000 durch die Vonovia zum Kauf angebotenen Wohnungen, bei der die Stadträte eine einfache Ja-Nein-Entscheidung schlucken durften, ohne Einfluss darauf nehmen zu können, welche Wohnungen denn konkret erworben werden (vielleicht waren die Platten am Neustädter Markt ja Teil des Angebots)


    Ich bezweifle sehr stark, dass die Vonovia ihr Tafelsilber in bester Innenstadt-Lage an die Stadt zurückverkaufen würde. Das macht überhaupt keinen Sinn. Die Vonovia wird sich vor allem von den Objekten trennen, die sie schwer vermieten kann oder die in C-Lagen der Stadt liegen. Beides ist am Neustädter Markt nicht der Fall.

  • Die Vonovia wird sich vor allem von den Objekten trennen, die sie schwer vermieten kann oder die in C-Lagen der Stadt liegen.

    Da habe ich nur Halbwissen, aber sind die Plattenbauten nicht von auffälligem Leerstand geprägt? Von Bekannten hörte ich, dass Wohnungen im unsanierten östlichen Teil nicht mehr neu vermietet werden, außerdem gab es dort wohl statische Probleme, weshalb die Brüstungen abmontiert wurden. Gehören diese Bauten überhaupt der Vonovia oder haben die einen anderen Eigentümer?


    Außerdem verkauft Vonovia ja nicht zum Spaß, sondern um seine Schulden zu drücken. Der Konzert hatte zuletzt Verluste geschrieben. Zuvor wurde schon verkündet, dass alle Neubauprojekte gestoppt würden. Das spräche für einen Verkaufswillen für sanierungsbedürftige Immobilien.

  • Es gab eine Ausschreibung für das Grundstück, für die nur einer von drei Interessenten verblieb: Frank Wießner. Die Vorgabe einer Rekonstruktion mit 500 qm Nutzfläche hat das „Filet-Stück“ (arnold) wohl nicht ganz so attraktiv für Investoren wirken lassen, wie es hier dargestellt ist. Wießner kalkulierte 2018 übrigens noch mit Kosten von 2,5 Mio. Euro. Heute: 4,5 Mio. Euro.


    Wiesner kaufte das Grundstück (460 m²) 2020 für immerhin 712.000 Euro.


    Erste Lage an der Elbe, unverbaubar, wunderschönes Panorama: selbstverständlich ist das eine Filet-Lage. Auch der Kaufpreis ist mit knapp 1500 Euro/m2 günstig. BORIS gibt aktuell einen Bodenpreis von 2500 Euro/m2 an. Für die Gesamtfläche sind das aktuell 1,2 Mio. Euro. Höchstwahrscheinlich haben die anderen Bieter nicht zugeschlagen, weil die Baufreiheit nicht gegeben war im Sinne eines rechtsgültigen und beschlossenen B-Plans und man im schlechtesten Fall ein knappes Jahrzehnt warten muss, bis man bauen kann.


    Damit wird wahrscheinlich auf das Thema Stellplatzverordnung abgezielt, oder? Die Tiefgarage ist nach meinem Verständnis das Privateigentum des Hotels. Kann damit die Zahl nötiger Stellplätze für die Nachbarhäuser sichergestellt werden?


    Inwieweit die TG des Bellevue eine Quartiers-Garage sein kann oder wird, kann ich nicht beurteilen. In allererster Linie werden da wohl die Hotelgäste parken. Die Hotel-Gruppe war aber bis vor kurzem noch Eigentümerin der Brache zwischen Hotel und Blockhaus - und damit eine Akteurin, die direkt von den Bebauungsplänen "betroffen" ist. Die Fläche wurde bis vor kurzem noch als Parkplatz für eben diese Hotelgäste genutzt. Darauf hätte die Eigentümerin auch in Zukunft pochen können, sofern die TG-Einfahrt nicht genehmigt worden wäre. Stellplatz für Gäste statt Bauland - und niemand hätte daran etwas ändern können. Mittlerweile ist das Grundstück verkauft und damit auch der Weg für eine zukünftige Bebauung möglich.

  • ... Gehören diese Bauten überhaupt der Vonovia oder haben die einen anderen Eigentümer?


    Außerdem verkauft Vonovia ja nicht zum Spaß, sondern um seine Schulden zu drücken....


    Zwischen 2020 und 2022 hat die Vonovia 100 Mio. Euro in die Platten am Neustädter Markt investiert. Kaum wird sie sich nach den Investitionen davon trennen. Strategisch betrachtet sind die Objekte in der Lage für jedes Wohnungsunternehmen wertvoll.


    Zitat gekürzt. Bitte nicht unnötig ganze Beiträge zitieren. Danke.

  • Zwischen 2020 und 2022 hat die Vonovia 100 Mio. Euro in die Platten am Neustädter Markt investiert.

    Das ist Blödsinn. Schon durch bloßes Nachdenken müsste man darauf kommen, dass das nicht stimmen kann. Zweimal 100 Millionen wurden insgesamt in den Dresdner Bestand investiert.


    Ich habe jetzt mal selbst nachgeschaut und folgende zwei Sätze beantworten meine Frage:


    Vonovia arbeitet Konzept für den Neustädter Markt aus


    "Für die Ostseite wollen wir bis Jahresende [2022] ein Konzept haben, wie die Häuser von außen wieder schick werden", so Krüger. Während es dann auf der Ostseite im nächsten Jahr losgehen kann, steht ein Baubeginn auf der Westseite in den Sternen.


    https://www.tag24.de/dresden/d…00-millionen-euro-2481966


    Dann kam Vonovia in die genannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten.


    Zur Tiefgarage: An der Westseite des Hotels wäre wohl keine Tiefgarage möglich gewesen? Oder auf dem Vorplatz, wo jetzt auch nur Autos stehen? Der Eigentümer hätte es sich also entgehen lassen, seinen Parkplatz als gutes Bauland zu verkaufen und sich der Suche nach anderen Lösungen verweigert? Kann ja alles sein, aber prüfen hätte man das sollen, sich um eine bestmögliche Lösung bemühen. So entsteht der Eindruck, dass dies aus Gründen unterblieben ist.

  • Zwischen 2020 und 2022 hat die Vonovia 100 Mio. Euro in die Platten am Neustädter Markt investiert. Kaum wird sie sich nach den Investitionen davon trennen. Strategisch betrachtet sind die Objekte in der Lage für jedes Wohnungsunternehmen wertvoll.


    [mod]Zitat gekürzt. Bitte nicht unnötig ganze Beiträge zitieren. Danke. [/mod]

    Lieber Arnold, langsam wird es echt bizarr... :rolleyes:

    "Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe". (Das Zitat wird wahlweise Willy Meurer, dem Dalai Lama und diversen anderen Personen zugesprochen, suchen Sie sich gern einen aus ;) ).

    Das Stadtplanungsamt tanzt dem Stadtrat seit Jahren auf der Nase herum und kocht immer wieder gern sein eigenes Süppchen. Ob sich mit dem neuen Amtsleiter etwas ändern wird, wird die Zukunft zeigen.

    Zumindest die Causa "Narrenhäusel" ist in diesem Zusammenhang ein echtes Kabinettstück.

    Es soll mir keiner erzählen, dass für ein 400 m2 Grundstück 9 Jahre Planungszeit "normal" sind, unabhängig von der Lage. Ich werde jetzt nicht Ihre endlosen Argumente zerpflücken, das ist mir einfach zu mühselig, außerdem hat Ziegel darauf schon ausführlich und in meinen Augen sachlich und mit Fakten untersetzt geantwortet (danke dafür).

    Lediglich das "Bäumchen"-Drama möchte ich mal herausstellen, das ist bis dato der Höhepunkt der schier endlosen Kette von hanebüchenen Forderungen.

    Ich versuche mich jetzt mal als Verschwörungstheoretiker und stelle in den Raum, dass ein Kollege vom Stadtplanungsamt beim Bierchen mit Mitstreitern aus dem Umweltamt verlauten lässt: "Mist, uns gehen langsam die Verhinderungsgründe für dieses unsägliche Projekt aus, habt Ihr da noch was in Petto?", worauf die Idee mit den Bäumen ins Feld geworfen wird. "Machen wir doch mal einen Phantasiepreis für das Gebüsch, das ist für Herrn W. hoffentlich der Sargnagel".


    Setzt man diese Summe ins Verhältnis, müsste z.B. beim Projekt "Königsbrücker Straße/Katharinenstraße", bei welchem gerade der Kran aufgestellt wurde, eine knappe Million im Raum stehen (ca. 5fache Grundstücksgröße, wesentlich mehr Bäume, die teilweise 60-80 Jahre alt waren, ich habe die umfangreichen Fäll- und "Ausgrabungs"-arbeiten mitverfolgt). Davon ist mir nichts bekannt. Aber vielleicht haben Sie da ja mehr Insiderwissen, bitte erleuchten Sie mich gern. :) ).


    Wie gesagt, das Ganze ist mittlerweile ein Politikum und einige Stadtplaner haben sich an dem kleinen Projekt Narrenhäusel mit einer Energie abgearbeitet, die einem fast schon Bewunderung abnötigen muss. Wenn es denn nicht so traurig wäre. Man kann zum Narrenhäusel stehen wie man will, aber das Ganze ist eine Farce sondergleichen.


    Sorry, aber das musste mal raus.

  • Es liegt mir wirklich total fern, die Stadtverwaltung und insbesondere das Stadtplanungsamt zu verteidigen. Es gibt sehr viele Gründe, die Planungskultur und die planerische Kompetenz in dieser Stadt zu kritisieren. Ich denke, dass wir uns dazu alle einig sind. Doch ich sehe auch bei der Firma Wiessner bei diesem Bauvorhaben und auch anderswo in der Stadt einigen Grund, deren Auftreten zu hinterfragen.

    Was den Neustädter Markt und das Königsufer betrifft, muss man aber einfach auch verstehen und akzeptieren, dass man es hier mit einem wahnsinnig komplizierten Areal zu tun hat. Dagegen waren die stadtplanerischen Randbedingungen am Neumarkt wirklich sehr einfach. Wir sind aber vermutlich alle keine Insider und kennen bestenfalls einen Teil der Hintergründe.

    Um nochmal aufs Narrenhäusl zurückzukommen: es kann durchaus sein, dass die Stadt nicht allzu sehr motiviert ist, der Firma Wiessner entgegenzukommen. Das kann viele Gründe haben. Das Gelände am Königsufer ließe sich vielleicht mit dem Narrenhäusl besser vermarkten. Die Firma Wiessner hat mit der fortwährenden Einschaltung von Neumarktverein und Presse vielleicht auch viel Porzellan zerschlagen und Vertrauen verspielt. Vielleicht trat die Firma auch ganz einfach zu naiv auf, denn die stadtplanerischen Rahmenbedingungen mussten ganz ohne Zweifel erst geklärt werden. Wenn dem nicht so wäre, hätte die Firma doch einfach das Grundstück kaufen, das Haus planen und dann bauen können. Das geht aber eben nicht.

    Zuletzt ist es einfach so, dass das Narrenhäusl im Unterschied zum Königsufer insgesamt keine allzu große Priorität hat.

  • Das ist Blödsinn. Schon durch bloßes Nachdenken müsste man darauf kommen, dass das nicht stimmen kann. Zweimal 100 Millionen wurden insgesamt in den Dresdner Bestand investiert.


    Sorry, mein Fehler. Es war natürlich der gesamte Bestand in DD gemeint und nicht die Bauten am Neustädter Markt, du hast Recht. Macht aber im Grunde keinen Unterschied: Die Plattenbauten waren nie zum Abriss vorgesehen und sind nicht Bestandteil des Entwicklungskonzeptes zum Neustädter Markt - vollkommen egal, wem die gehören. Ob die nun Bestandteil des Portfolios sind, was die Vonovia an die Stadt verkauft oder nicht: Selbst die Stadt würde dort keinen Abriss in Erwägung ziehen. In Deutschland fehlen jedes Jahr Hunderttausend Wohnungen, das wäre politischer Selbstmord für jede Partei, die das mitträgt. Selbst dann, wenn dort im Grunde sogar mehr Wohnungen entstehen könnten als heute vorhanden sind. Davon abgesehen gibt es aber auch keine Partei in DD, die einen Rückbau der Plattenbauten an diesem Ort mittragen würde. Und die Zeiten, in denen sich Rückbau für Kommunen bzw. für die Wohnungsgesellschaften gelohnt haben ("Stadtumbau-Ost") sind längst vorbei. Was damals nicht subventioniert zurückgebaut wurde, wird uns noch für längere Zeit begleiten.


    Mich stören die Plattenbauten dort auch aber ein Rückbau wird keine Option sein. So realistisch muss man einfach sein, selbst wenn zahlreiche Foristen hier starr und steif das Gegenteil behaupten.


    Zur Tiefgarage: An der Westseite des Hotels wäre wohl keine Tiefgarage möglich gewesen? Oder auf dem Vorplatz, wo jetzt auch nur Autos stehen? Der Eigentümer hätte es sich also entgehen lassen, seinen Parkplatz als gutes Bauland zu verkaufen und sich der Suche nach anderen Lösungen verweigert? Kann ja alles sein, aber prüfen hätte man das sollen, sich um eine bestmögliche Lösung bemühen. So entsteht der Eindruck, dass dies aus Gründen unterblieben ist.


    Ich kenne die innere Struktur des Gebäudes nicht. Insofern kann ich nicht beurteilen, ob eine TG-Einfahrt auch auf der anderen Seite des Gebäudes möglich gewesen wäre. Du bist doch der Architekt. Wäre es denn möglich? Als Architekt wirst du aber auch wissen, dass nicht immer die wünschenswerteste Variante auch die ist, die zur Umsetzung kommt sondern meistens die wirtschaftlichste. Eine TG unter dem Vorplatz wäre höchstwahrscheinlich deutlich teurer gewesen als eine TG im Kellergeschoss des Gebäudes einzurichten, so wie es nun offenbar der Fall war. Damit kenne ich mich aber nicht aus - müsste ein Architekt mal durchrechnen ;)


    Mittlerweile hat die Eigentümerin das Grundstück ja auch für gutes Geld verkauft. Aber erst nachdem sie dort die TG-Einfahrt gebaut hat. Durchaus ein strategisches Vorgehen.

  • Ich kenne die Grundrissstruktur des Hotels auch nicht im Detail. Sicher ist aber, dass der Kernbau des Hotels ein barockes Gebäude mit komplett erhaltener Hofbebauung ist. Es gibt auf beiden Seiten des Hotels Garageneinfahrten. Offenbar liegt die ursprüngliche Tiefgarage im westlichen Gebäudeteil (oder unter dem Vorplatz). Um nun für die künftige Bebauung (!) zwischen Hotel und Blockhaus die oberirdischen Flächen frei zu bekommen, wurde unter dem östlichen Hotelflügel auch eine Garage angelegt. Falls es die auch dort schon gab, weiß ich nicht, wie die erschlossen wurde. Auf jeden Fall war diese Baumaßnahme erst die Grundlage, um überhaupt Platz für künftige Bebauung zu schaffen. Die Einfahrt wird man gestalterisch einbinden müssen, das aber auch können.

  • Das Bauunternehmen Wießner ist seit 5 Generationen in Dresden tätig. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Herr Wießner weiß, wie man ein Bauvorhaben beantragt. Ob er einem sympathisch ist und wie man seine PR beurteilt, sollte irrelevant sein. Niemals wurde der fehlende B-Plan von irgendjemandem problematisiert. Auch der Stadtrat oder die Verwaltung haben nicht kommuniziert, dass das Grundstück erst in 10 Jahren bebaut werden könne. Von daher gehe ich davon aus, dass ein zügiger Baubeginn – theoretisch – auch möglich gewesen wäre.


    Das Argument von Arnold ist da für mich auch nicht konsistent. Wenn das Narrenhäusel durch den fehlenden B-Plan ausgebremst würde, warum betrifft diese Hürde dann nicht auch die Tiefgarageneinfahrt? Inwiefern fügt sich denn nach §34 die Einfahrt mit Bauweise und Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung ein?


    Ich teile entsprechend auch die These nicht, dass die „anderen Bieter nicht zugeschlagen [haben], weil die Baufreiheit nicht gegeben war im Sinne eines rechtsgültigen und beschlossenen B-Plans“. Grundstücke sichert man sich auch, wenn man weiß, dass dort erst in vielen Jahren gebaut werden kann. Gerade in so einer prinzipiell sehr guten Lage ist eine steigende Wertentwicklung ja anzunehmen. Das Problem waren eher die hohen und unberechenbaren Anforderungen sowie lange Bearbeitungszeiten. Anderen Interessenten dürfte auch klar gewesen sein, dass es eine politische Brisanz gibt und damit das Risiko, auf die typischen Dresdner „Bedingungskaskaden“ (Stadtrat Tilo Wirtz/Die Linke) zu treffen. Insofern waren die 712.000 Euro Grundstückskaufpreis nicht günstig, sondern exakt der Marktpreis, der sich aus Angebot und Nachfrage ergeben hat. Mit lösungsorientierten Behörden und einem entsprechend anderen Image hätte die Stadt vielleicht auch einen bedeutend höheren Preis erzielen können.


    Ich fasse mal die Äußerungen zur Tiefgarage zusammen: Niemand hier kennt Details, niemand weiß, ob es Alternativen gegeben hätte. Und genau da liegt das Problem. Denn so schnell, wie „geprüft“ wurde, hat sich offenbar auch keiner der Beteiligten um eine Alternative bemüht.


    Auf jeden Fall war diese Baumaßnahme erst die Grundlage, um überhaupt Platz für künftige Bebauung zu schaffen.

    Diese Aussage ist nur dann korrekt, wenn die Autos, die dort bisher geparkt haben, nirgendwo sonst hätten parken können. Ich nehme eher an, das Hotel hat sich für eine schnelle, unkomplizierte Lösung entschieden und dafür inkauf genommen, dass somit ein Grundstück mit Einfahrt verkauft wird und der künftige Bauherr damit umgehen muss. Die Verwaltung hatte mit der schnellen, unkomplizierten Lösung offenbar kein Problem.


    Ein Grundstück ohne Einfahrt hätte sich bestimmt teurer verkaufen lassen. Für eventuell dennoch anfallende Mehrkosten für eine Tiefgarage an anderer Stelle hätte sich auch eine Lösung finden lassen.


    Und dann gibt es ja noch die Stellplatzverordnung, siehe meine obigen Fragen dazu. Was gilt da für die Rekonstruktionen zwischen Blockhaus und Hotel? Muss dafür eine eigene Zufahrt eingeplant werden, wenn das Hotel nicht im Sinne einer Quartiersgarage "teilen" möchte? Sehen wir also noch eine zweite Zufahrt?


    P. s.: Ich weiß nicht, ob es von Arnold sarkastisch gemeint war, aber ich bin kein Architekt.

  • P. s.: Ich weiß nicht, ob es von Arnold sarkastisch gemeint war, aber ich bin kein Architekt.

    Nein, war es nicht. Bin aufgrund deiner fundierten Architektur-Kenntnisse davon ausgegangen und bilde mir ein, im Leipzig-Strang mal etwas dazu gelesen zu haben: Architektur-Studium oder so.

  • Wie Arnold darauf kommt, dass Du Architekt ist, hat sich mir auch nicht ganz erschlossen. Bitte nicht übel nehmen, aber Deine Äußerungen lassen eigentlich ziemlich deutlich erkennen, dass Du von Baurecht überhaupt keine Ahnung hast. Ich weiß auch nicht, wie ich noch erklären kann, dass die Vorbereitungen für den Bau des Narrenhäusls wirklich kompliziert ist und langwierig vorbereitet werden müssen. Aber muss ich wirklich sagen, dass es eine ganz andere Hausnummer ist, an ein bereits bestehendes Gebäude zur Erschließung des Kellergeschosses eine Rampe anzufügen?

    Was die Firma Wiessner angeht, lässt der Blick auf deren Homepage meines Erachtens gut erkennen, dass die trotz langer Firmentradition ein mittelständisches Unternehmen sind. Das soll auch überhaupt keine Herabsetzung sein. Mit dieser Dimension (und da meine ich nicht die Gebäudegröße des Narrenhäusls) hat die Firma offenkundig keine Erfahrung. Wahrscheinlich deshalb sind die überhaupt noch dabei.

    Ich freue mich übrigens schon darauf in einiger Zeit in der SZ die Schlagzeile zu lesen: „Schon wieder Ärger beim Narrenhäusl - Firma Wiessner soll nun sogar auch noch archäologische Ausgrabungen finanzieren!“

  • Eure Diskussion ist interessant und angenehm sachlich, aber uns fehlen die echten Infos und Hintergründe aus dem ganzen scheinbaren Hickhack.

    Artikel in der Lokalpresse bringen leider nie bzw. fast nie diese Grundlagen, daher lässt mich die Intention des Herrn Wießner auch ratlos zurück.

    Nur das Große und Ganze ist bekannt: es handelt sich beim Narrenhäusel tatsächlich um ein genehmigungstechnisch komplexes und vielfältiges Anliegen.

    Leider äußern sich Verwaltungen (das ist überall gleich) nie über Interna zu Vorgängen, aber ohne daß Heckmann und Wießner die Details nennen, verbleiben wir hier in Mutmaßungen. Es war für Sachverständige allerdings schon vor Jahren klar, daß hier ein längerer Aufwand an diversen Nachweisen vom Bauherrn zu erbringen sei, vermutlich lag die lange Zeitdauer auch an einem blöden Verfahrensweg der Verwaltung: nämlich alles nacheinander abzuarbeiten, anstatt auch mal parallel. Die Umweltbelange kommen mE oft zum Ende der Chose, also wenns um Außenanlagen samt Begrünung geht.


    Vorzeitige Baugenehmigungen in laufenden B-Plan-Verfahren sind über Einzelbaugenehmigungen möglich, was hier beim NH letztlich so in Arbeit ist.

    Dabei werden die B-Plan-Inhalte oder -absichten mit dem Projekt abgeglichen, was hier zu keiner Verwerfung führt, war das NH seit Beginn im B-Plan drin.

    Die hohe Ausgleichssumme für den Umweltbereich dürfte mE nicht nur Bäumen oder Pflanzungen zuschulden sein, sondern vielleicht integrierten Anteilszahlungen für elbseitige Geländegestaltungen auf weiterhin städtischer Flur im Zuge der Königsufer-Anpassung infolge der Gesamtbebauung.

    Ich schätze Wießner als umtriebigen Tausendsassa ein, voller Kreativität im Privaten, in Familie samt der jungen Kinder, seinen Hobbys und dem Tagewerk.

    Vielleicht wirkt er deshalb mitunter etwas "überrascht" oder "naiv", wenn normale Dinge als Skandälchen in der Presse landen. Man kennt sich im Dorf, und dann schreibt eben wieder jemand was, ohne wirklich aufzuklären, so what.


    Im Übrigen sollte doch der B-Plan-Entwurf bis 3. oder 4.Quartal 2023 als Vorlage erscheinen, sagte doch der BauBM irgendwann mal.

    Zum Stellplatznachweis für die Barockhäuser zw. Blockhaus und Bilderberg-Hotel: der läßt sich gemäß Satzung hier deutlich absenken, und wenn keine TG möglich ist, kann man Ablöse zahlen. Normales Prozedere, geht in die Kalkulation ein. Wegen Flutgebiet: TGs sind mE genehmigungsrechtlich nicht problematisch, da flutbar und mit wenig Schadenswert, und falls die Fahrzeuge nicht beräumt würden, haftet der Eigentümer. Außerdem gibts ja Weiße Wanne, da kommt eigentlich auch nüscht durch. Arwed: die neue TG unterm Ostflügel war zuvor der Hotelkeller, so stand es mal in der Zeitung, und seit letzten Elbfluten stand der auch weitgehend leer rum, bzw schrieb die Zeitung wie er bis dato genutzt wurde (hab ich vergessen, glaube er stand leer und die Technik mußte raus). Daß man diese TG nun auch für die Bürgerhäuser mitnutzen könnte, daran habe ich noch gar nicht gedacht, danke für den Hinweis von weiter oben.

  • Es bin ja nicht nur ich, der Merkwürdigkeiten sieht, sondern auch baupolitisch aktive Stadträte von SPD, LINKEN, Grünen, FDP und CDU haben schon deutliche Kritik geübt. Von "schikanösen Forderungen", "Machtkampf", "Hängepartie", "fadenscheiniger Verfahrensweise" usw. usf. war die Rede. Kann man alles nachlesen. Haben die alle "überhaupt keine Ahnung"?


    Arwed: Du kannst dich gern mal an der Beantwortung von konkreten Fragen versuchen. Vielleicht wird dein Meinungsbild dann verständlicher.


    1.) Ist es bei Architekturwettbewerben üblich, dass die Jury nicht etwa einen Preisträger wählt, sondern weitere Entwürfe fordert?


    2.) Warum musste sich erst der Baubürgermeister für eine gerade Zufahrt von der Köpckestraße einsetzen, warum kamen seine Leute nicht selbst darauf? Liegt es an Wießners vermeintlicher Unerfahrenheit, dass er es ablehnte, ein Überfahrtsrecht über ein privates Grundstück im Grundbuch eintragen zu lassen, was dauerhaft mehrere tausend Euro monatlicher Kosten nach sich gezogen hätte?


    3.) Die Stadt selbst gibt für Baumpflanzungen mit 18-20 cm Stammumfang Kosten von 1.900 (Pflanzungen in Park- und Grünanlagen) bis 4.700 Euro (Straßenbäume) an. Laut §10(2) der Gehölzschutzsatzung kann anstelle einer Ersatzpflanzung auch die Umpflanzung bewilligt werden. In #1.005 hatte ich dafür die Angabe von 3.500 Euro brutto in den Raum geworfen. Wie kommt man bei 11 Bäumen und zwei Großsträuchern auf eine Summe von 180.000 Euro? Gibt es veröffentlichte Angaben für die Kosten der Ausgleichsmaßnahmen bei anderen Bauvorhaben, die man vergleichen könnte?


    Elly Kny, hier schonmal ein Danke für den Versuch einer Erklärung, die ich allerdings nicht entschlüsseln kann:

    Die hohe Ausgleichssumme für den Umweltbereich dürfte mE nicht nur Bäumen oder Pflanzungen zuschulden sein, sondern vielleicht integrierten Anteilszahlungen für elbseitige Geländegestaltungen auf weiterhin städtischer Flur im Zuge der Königsufer-Anpassung infolge der Gesamtbebauung.

    Diesen herrlichen Satz hätte sich das Stadtplanungsamt nicht besser ausdenken können. :D


    Es gäbe natürlich noch mehr Themen zu besprechen, aber in dieser Diskussion sind wohl erstmal genug Fässer aufgemacht.


    Zu sagen "es ist halt kompliziert" und sich eher in Andeutungen als nachprüfbaren Fakten zu ergehen, ist eine eher schlichte Art, sich an der Diskussion zu beteiligen. Welchen Beruf hast du denn, Arwed?


    Die Umweltbelange kommen mE oft zum Ende der Chose, also wenns um Außenanlagen samt Begrünung geht.

    Die Firma, bei der ich arbeite, reicht die Anträge zu den Gehölzen immer als Teil des Bauantrages ein. Sobald der Bauantrag als vollständig eingegangen bescheinigt wurde (was eigentlich "unverzüglich" erfolgen soll), hat die Behörde drei Monate Bearbeitungszeit. Scheinbar läuft es hier anders: aber warum?


    Im Übrigen sollte doch der B-Plan-Entwurf bis 3. oder 4.Quartal 2023 als Vorlage erscheinen, sagte doch der BauBM irgendwann mal.

    Das sagte er und auch eine öffentliche Veranstaltung im Herbst sollte es geben. Aber wahrscheinlich, weil gerade so unheimlich viele Bauvorhaben beantragt werden... räusper... hinkt das Stadtplanungsamt hinterher?


    Der Verweis auf die Tiefgarage im Flutgebiet war meinerseits eher ironisch gemeint, weil "Gacki" das Flutgebiet damals als maßgeblich für die lange Bearbeitungszeit des Narrenhäusels angeführt hatte. Natürlich kann man so etwas lösen, genauso wie natürlich auch das Narrenhäusel entsprechend ertüchtigt wird.


    Die Tiefgarage ist nun vergossene Milch. Aus Sicht des Hotels ist sie natürlich toll. Für das Stadtbild hätte ich mir eine bessere Lösung gewünscht und zumindest den Versuch, eine solche zu erreichen.


    Ich will übrigens nicht behaupten, dass Herr Wießner alles richtig und die Verwaltung alles falsch macht. Ganz und gar nicht. Aber ich wundere mich über konkrete Punkte und die überlange Bearbeitungsdauer dieses zwar nicht unkomplizierten, aber doch nicht übermenschlichen Vorhabens. Wäre schön, wenn die 10-Jahres-Grenze nicht gerissen wird. Zwischen dem Beschluss für die ein bisschen komplexere Waldschlösschenbrücke und deren Baubeginn lagen 10 Jahre. Nun steht sie seit 10 Jahren, ist ein Schwarzbau und hat immer noch keine Baugenehmigung. So geht's also auch. :D

  • Altbau Antonstrasse 5 - Farbauffrischung fertig, zuletzt #979.

    Das bislang makellose Haus (streetview) wurde nun etwas cremiger. Der steinsichtige Kellersockel wurde allerdings noch fleckiger (vergleiche streetview). X/

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    fotos elli kny