Nochmal zur Hochhausdebatte:
Was hält man hier von Bauten dieser Höhe:
http://www.baunetz.de/campus-masters…el_4270017.html
realistisch? Sinnvoll? durchsetzbar?
Nochmal zur Hochhausdebatte:
Was hält man hier von Bauten dieser Höhe:
http://www.baunetz.de/campus-masters…el_4270017.html
realistisch? Sinnvoll? durchsetzbar?
Angesichts des Wirtschafts uns Bevölkerungswachstums könnte man meinen,
dass es in München einen Infrastruktur und Hochhausboom geben wird.
Rekrutierungsbemühungen, Einfluss und Anzahl der Gegner wird sich nicht ewig auf so einem hohen Niveau halten lassen.
Jede Epoche auch die Stillstandsepoche geht einmal zu Ende.
^ Neben dem Hochhausbau kann man selbst eine historisch angehauchte City mit Bürobauten mit 8-10 Geschossen ganz ordentlich verdichten - wie etwa die Umgebung des Londoner Monument Place (neueres Foto) - ich finde, die Bauten mit heller Naturstein-Verkleidung korrespondieren dort ganz gut mit ähnlich hellen Steinen der Säule und der Kirche. Die alte Stadtstruktur wird erhalten - die Bauten werden lediglich etwas höher, aber noch unter jener Höhe, die bei manchen Zeitgenossen scheinbar Nervosität hervorruft. Da das Beispiel einer traditionsbewußten Stadt entstammt, müsste ähnliche Stadtplanung auch in München akzeptierbar sein.
Die schmalen Gassen sind gar nicht auf den Autoverkehr ausgelegt - dafür sieht man einen U-Bahn-Zugang. Wie jemand in einem anderen Thread meinte, der Altstadtring sollte unbedingt zurückgebaut werden, ich erlebte ihn als störende Barierre. Die Altstadtgassen innerhalb des Rings könnten hier und da zu Fußgängerzonen werden - ich habe mal erwähnt, wie störend ich etwa die vor der grandiosen Asamkirche parkenden Autos empfinde.
Mit 8-10 Geschoßen ist man auch schon doppelt so hoch im Vergleich zum Münchner Standard. Damit erreicht man auch eine doppelt so große Nutzungsdichte. Das ist natürlich ein adequates Mittel. Nur leider politisch nicht durchsetzbar. Es gibt eher die Tendenz, die Münchner Traufhöhe von 18 m bzw. 22 m durch aktuelle Neubauten zu manifestieren.
Alles was in München über 5 Stockwerke zählt, gilt bereits als Hochpunkt und wird von den Stadtteilpolitikern und Anwohnern gnadenlos auseinandergenommen.
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Alles was in München über 5 Stockwerke zählt, gilt bereits als Hochpunkt und wird von den Stadtteilpolitikern und Anwohnern gnadenlos auseinandergenommen.
^^Naja so schlimm ist es auch nicht
Gerade in der Altstadt , Maxvorstadt und Schwabing, sprich den Herzstücken, sind fast alle Bestandsbauten 5 6 7 Stockwerke hoch. Incl. Dächeren.
^^
Ich beziehe mich dabei natürlich auch nur auf Neubauten. Hier im äußeren Bogenhausen erlebt man das bei fast jedem Neubauprojekt, dass die Pläne stets um ein oder zwei Geschosse reduziert werden müssen, egal in welcher Lage.
Ok. Da gehts aber traditionell eher flacher zu. Ausser dann halt an den Randlagen der Bürogebiete.
So würde ich im Münchner Norden bzw Süden bauen. Dann gäbs auch keine Wohnungsnot:
Bsp:
Oh Gott! Was ist das denn für ein Kitsch? Sieht aus wie eine weitere Version russischer Protzbauten. Die Wohnungsnot gäbe es dann bestimmt immer noch, da darin sicher keine Wohnungen für die Mittelschicht geplant sind.
es ging mir nicht um Details, sondern um die Größe. Das sieht doch eh recht Deutsch aus. Die Türmchen gut, die braucht keiner.
Stadtbild :
Unlängst hab ich in einigen Prospekten die München-Stadt-Silhouette angesehen von ausserhalb des mittleren Ringes aus osten, norden und westen.
In allen Fällen war es sehr eindrucksvoll, dass die Hochhäuser, Industriebauten ( Kraftwerke ) und der Fernsehturm die Altstadtgebäude extrem dominieren.
Nach meiner Meinung ist die Altstadt bezogen auf die Gesamtstadt viel zu klein man möcht sagen sie geht buchstäblich unter.
Dass die Altstadt Stadtbildprägend ist, ist irgendwie nur fiktiv und führt Stadtbild-planungstechnisch immer mehr in ein Wunschdenken.
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Nach meiner Meinung ist die Altstadt bezogen auf die Gesamtstadt viel zu klein man möcht sagen sie geht buchstäblich unter.
Im Vergleich zur Gesamtstadt ist fast jede mittelalterliche Altstadt der Welt verschwindend klein. Aber die ist nun mal für fast jede Stadt das "Erkennungszeichen".
Ein modernes Hochhaus übertrifft natürlich sinnvollerweise volumentechnisch gesehen auch jeden historischen Kirchturm, egal wie hoch der auch sein mag. Blickt man von den Hügeln außerhalb Roms auf die Stadt, so erkennt man auch kaum mehr, wo sich nun die Altstadt befindet, obwohl diese in Rom wirklich einen sehr großen Teil der Stadt ausmacht.
Hier liegt auch der Grund der Hochhausangst in München: die geringe Fernwirkung historischer Gebäude soll nicht noch zusätzlich durch Hochhäuser geschmälert werden.
Natürlich ein dämliches Argument aber leider wird in München wohl nicht so schnell wieder ein +100m Bau realisiert.
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Auch FFM hat irgendwann mal das erste Hochhaus gesetzt.
Ja in der Tat, schon 1953, aber die Verhältnisse waren speziell und sind auf heutige Verhältnisse, geschweige denn auf andere Städte nicht übertragbar. Die Frankfurter Entwicklung ist nur aus der Wiederaufbau-Diskussion der 50er Jahre zu verstehen. Besonders „handlungsstark“ und entsprechend rücksichtlos war eine von der Beton-Fraktion der SPD dominierte Stadtregierung, die scham- und hemmungslos fast jeden Investorenwunsch erfüllt hat. Es hat Jahre langen, teils sehr gewalttätigen Kampfes und eines jahrzehntelangen intensiven politischen Diskurses bedurft, so etwas wie einen gesellschaftlichen Konsens in der Hochhausfrage zu erzielen, der so lange zu halten scheint, wie neue Hochhausbauten keine Wohnstadtteile anknabbern.
Am Verlauf der "Planung", vom Generalaufbauplan über den Finger-Plan, der in großem Umfang die gewerblichen Büronutzungen ins Westend, nach Sachsenhausen, ins Nordend und das Bahnhofsviertel brachte und für extreme böses Blut sorgte, über den Speer’schen City-Leitplan, der die kritischen Wohngebiete schonen wollte und Hochhäuser nur noch entlang großer Verkehrsachsen und weniger kritischen Stadtteilen zulassen wollte, zum Banken-Leitplan von Novotny-Mähner, der eine massive Cluster-Bildung vorsieht und den sich die rot-grüne Stadtregierung 1989/90 zu eigen gemacht hat, zum heutigen Hochhausrahmenplan lässt sich die Diskussion ablesen.
Und keinesfalls sollte man glauben, das hätte irgendwas mit Planungsrecht á la BauGB, BauNVO zu tun, es hat vor allem mit Geld und politischem Kompromiss, also einem hohen Maß an Beweglichkeit der politischen Akteure zu tun.
Fortsetzung des Austausches aus dem "Schwabinger Tor" Thread: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthre…?t=6089&page=11
Jai-C,
Wieso hat man panische Angst vor Hochhäusern ?
Bei meinem letzten Besuch in Chicago bin ich oft ganz nah an diesen Gebäuden entlanggegangen am angrenzenden Gehsteig
und war auch oft in diesen Gebäuden drin, wie alle anderen Passanten auch.
Also nach meiner Meinung geht überhaupt keine Gefährdung von diesen Hochhäusern aus.
Es ist nicht die aktive Gefahr (stürzt ein, Dinge fallen runter?), sondern es sind eher die Nebeneffekte die ein Hochhaus mit sich bringt. Da wären Verschattung und dadurch Wertminderung der eigenen Grundstücke, Behinderung der eigenen Aussicht, Zerstörung kleinteiliger Viertel in ihrem Charakter, schlagartig viele neue Menschen und viel neuer Verkehr...
Diese Probleme sind offensichtlich und nachvollziehbar.
Aber nur, wenn in den entsprechenden Gebieten gebaut wird, wo es diese Begleiterscheinungen auch geben kann. Und dies ist weder am Frankfurter-Ring, noch am O2-Tower, noch an den Bahntrassen der Fall. Hier zählt absolut kein Argument, das den Bau von Hochhäusern (insbesondere derer über 100m) verhindern könnte. Aber wir wissen, die Subjektivität spielt eine viel größere Rolle, als die objektive Sicht:
Die Gestaltung der Hochhäuser:
Ich kenne keinen, dem der HVB-Tower nicht gefällt, dafür aber auch niemanden, dem das Westin-Grand gefällt. Hier im Nordosten gab es bei Bürgerworkshops beim Thema Hochhäuser den Konsens, Hochhäuser ja, vielleicht auch über 100m, aber nur, wenn diese aussehen wie der HVB-Tower. Vierkantgestelle, wie sie derzeit überall entstehen, tragen also nicht unbedingt zur Beliebtheit bei, mittlerweile werden 60m Gebäude ja ganz gut angenommen, aber wie soll man den Bürgern doppelt so hohe Türme schmackhaft machen, wenn sie dann nur an einen doppelt so hohen Vierkantboltzen denken müssen?
Verfahrene Situation zwischen Stadt, Investoren und Bürgern:
Ein jeder hat "Angst" sich mit diesem Thema die Finger zu verbrennen. Die Bürger haben den Entscheid von 2004 wohl im Erbgut, daraus resultiert eine grundlegende Abneigung. Die Stadt weiß das, ist sich aber selbst nicht sicher, ob sie Hochhäuser will oder nicht, agiert gleichzeitig viel zu undurchsichtig (zu spät, unvollständig, fehlerhaft) und die Investoren vergeuden daher auch keine Zeit mehr mit entsprechenden Planungen.
Ich bin mir sicher, würde man es schaffen, sich (ganz München betreffend, nicht nur projektbezogen) "an einen Tisch zu setzen" (in welcher Form auch immer) und konstruktiv und lösungsorientiert die Probleme und Sorgen der Bürger mit Hochhäusern mit den Anliegen der Stadt aufzuarbeiten und z.B. Standorte fix festzulegen (öffentlich machen!), dann werden auch in München Hochhäuser der Klasse O2-Tower wieder ohne Probleme machbar sein. Nennt mich blauäugig, aber mit beiden Seiten lässt sich besser diskutieren als man denkt. Derzeit weiß keiner so genau, was die andere Seite gerade treibt, jeder wurschtelt rum und vermutet Böses. Die Salamitaktik ist hier sicher fehl am Platz.
Alles anzeigenInterview mit Münchens Stadtbaurätin C. Thalgott:
Das Ende des Himmelsturms
Christiane Thalgott: "Hochhaus-Programm fast abgeschlossen" München wächst in den Himmel. Trotz des riesigen Büroleerstands erlebt die Stadt zurzeit einen nie da gewesenen Hochhaus-Boom, der die Skyline Münchens wesentlich verändert, aber auch auf Kritik stößt. Wie lange der Turmbau zu München noch dauern wird, welche Höhen erreicht werden und was von den fertigen Hochhäusern zu halten ist, erläutert Stadtbaurätin Christiane Thalgott.
Frau Thalgott, in München wachsen allerorts Hochhäuser. Will das Millionendorf urban werden?
Thalgott: Nein, das ist kein Größenwahn. Wir bauen nur so viel, wie wir Modernisierungsbedarf haben. München geht nicht davon aus, dass die Zahl der Einwohner oder Arbeitsplätze mit den Bauaktivitäten wächst.
Die Silhouette der Stadt hat sich zuletzt aber deutlich verändert . . .
Thalgott: Das hat damit zu tun, dass der Flächenbedarf von Einwohnern und Arbeitsplätzen wächst. Damit wir dann noch attraktive Freiflächen haben, braucht es höhere Gebäude.
Wie beurteilen Sie die Kritik, die geplanten Hochhäuser am Birketweg störten den Blick auf Schloss Nymphenburg?
Thalgott: Das ist eine grundsätzliche Frage. Ich bin der Meinung, man darf auch von einem historischen Ort aus ein Hochhaus sehen. Es ist keine unzulässige Beeinträchtigung des Nymphenburger Schlosses. Man hat vom Rondell aus ja auch den Blick auf den Turm am Georg-Brauchle-Ring. Und das Jahn-Hochhaus in Schwabing wird man auch vom Siegestor aus sehen.
Müssen es dann aber gleich vier Türme sein?
Thalgott: Wir brauchen dort die Verdichtung, um die neue S-Bahnstation zu bekommen. Abgesehen davon: Hochhäuser müssen entweder wunderbare Einzelformen sein, oder sie stehen in der Gruppe und bestimmen so die Silhouette. Deswegen haben wir ja auch an allen Standorten mehrere Hochhäuser platziert.
Manchen Kritikern sind die Münchner Hochhäuser zu klein und langweilig.
Thalgott: Ich finde, das Hochhaus am Georg-Brauchle-Ring wirkt sehr elegant. Ich bedauere aber, dass das von Mercedes nicht höher geworden ist. Die Genehmigung dazu lag ja vor. Der Fraunhofer-Turm ist sehr gewöhnungsbedürftig, weil er oben so geschlossen ist. Wenn da aber noch ein weiteres Hochhaus daneben steht, wird das anders aussehen. Beim Hochhaus der Münchner Rück in Schwabing, das allein recht zurückhaltend ist, wird dies ganz ähnlich sein.
Viele finden das Hypo- oder BMW-Hochhaus immer noch spannender als das, was jetzt gebaut wird.
Thalgott: Das waren andere Technologien. Man hat ohne Rücksicht auf die Betriebskosten wie den Wärmeschutz gebaut. Natürlich gibt es nach dem 11. September auch andere Sicherheitsanforderungen. Ich selbst finde aber nicht, dass das Hypo-Hochhaus schöner ist als das am Brauchle-Ring. Allerdings haben wir auf die Fassaden auch keinen Einfluss.
Wie lange wird der Hochhaus-Boom noch dauern?
Thalgott: Wir haben einige beschlossene Projekte, etwa das weitere Hochhaus an der Neusser Straße. Einen Hochpunkt planen wir am Birketweg. Für den Ostbahnhof gibt es Überlegungen, den Zugang von Westen zu betonen. Da ist ein wirklich hohes Gebäude vorgesehen. Damit wäre unser Programm zu Ende.
Wird es noch größere Höhen als 146 Meter geben?
Thalgott: Das ist in München kein Thema. Wir sehen ja soweit hier in der Stadt und haben die Berge als Dominante. Deshalb kommt es auf die absolute Höhe gar nicht so an. Es ist von der Ferne kaum bemerkbar, ob in einer Gruppe ein Hochhaus 130, 150 oder 170 Meter hoch ist. Aber für mich ist bei 146 Metern eine gute Höhe erreicht. Darüber hinaus sehe ich keine Notwendigkeit, weiter in den Himmel zu stürmen.
Das Interview führte
Matthias Kristlbauer.mm
Datum: 03.11.2003
Ich will gerade mal diesen Post von Sammy von vor fast zwölf Jahren hervorholen, mit einem Interview mit Frau Christiane Thalgott, der Vorgängerin von Elisabeth Merk. Schon interessant, wie aufgeschlossen damals offenbar gerade die Verwaltung gegenüber Hochhäusern eingestellt war. Die Kritik kam offenbar eher vonseiten der Medien (in diesem Fall vom Fragesteller in dem Interview). Das alles ist heute unvorstellbar.
Die Medien vertreten nicht die Meinung der Bürger, sondern sie bilden sie. Dabei schaffen sie es aber, es so aussehen zu lassen, als verträten sie die Meinung der Bürger. Am Ende ist es dann sogar so, da jeder den Mist glaubt den die Medien verzapfen.
Wie man sieht, gab es damals ein "Hochhaus-Programm". So eins könnte es heute, abgesehen von der derzeitigen gefühlten 70m Grenze, wieder geben, würde man sich in aller Offenheit mal austauschen (Stadt und Bürger) und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wenn allein die Stadt das durchziehen will, gelingt das freilich nicht mehr. Dafür haben die Bürger seit 2003 zu viel gelernt.
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Die Medien vertreten nicht die Meinung der Bürger, sondern sie bilden sie. .
Das könnte man von der Politik genauso sagen. Es kommt immer darauf an, ob man in der Bevölkerung vorhandene Zweifel und Ängste (z.B. vor Hochhäusern) weiter befeuert und dadurch größer werden lässt oder ob man mit diesen Zweifeln argumentativ umgeht, die Ängste beruhigt und vor allem eine konstruktive Debatte entstehen lässt. Ich denke, dass die von den Medien aufgegriffene Anti-Hochhausstimmung (aber vor allem die Anti-"Vierkantbolzen"-Stimmung) vor zwölf Jahren durchaus vorhanden war. Nur haben es Ude und Kollegen damals nicht geschafft, Bürger und Medien mitzunehmen, oder besser noch, die Diskussion in eine Gestaltungsdebatte zu lenken. Da dies nicht geschah, konnten Stimmungsmacher wie Kronawitter und Teile der CSU dies für sich nutzen und es kam zur plumpen Pro/Contra Hochhaus-Diskussion. Heute können wir sagen, dass diese eindimensionale Debatte der Stadtentwicklung nachhaltig geschadet hat, ja mehr noch, sie in eine Sackgasse geführt hat.
Absolut richtig. Reißerische (negativ behaftete) Schlagzeilen wie "Neues Manhattan in München Bogenhausen" verkaufen sich natürlich besser als "Eleganter Wohnturm am Arabellapark". Die Medien glaube ich wird man nicht mehr zu einer anderen Berichterstattung in diesem Thema bewegen können, bevor die Bürger selbst nicht absolut begeistert von Hochhäusern sprechen.
Aber wie gelingt das Umdenken von Stadt und Bürgern? Einen Ansatz wie in Frankfurt 1953 kann man natürlich nicht mehr heranziehen, aber in den Niederlanden könnte man nach Vorbildern suchen. Dort wird oftmals offen und gemeinschaftlich mit städtebaulichen Fragen umgegangen und gemeinsam eine Strategie und Lösung erarbeitet. Ich würde mir das für die Hochhaus-Debatte in München wünschen. Eine lasche Aussage Reiters, er könne sich Gebäude über 100m gut vorstellen, ist genauso wenig zielführend wie eine Gruppe von nicht kooperationsbereiten Bürgern, die nicht bereit sind Lösungen zu finden, sondern stur auf ihrer Meinung "Keine Hochhäuer" beruhen.
Warum kombiniert man nicht das was sich die Bürger wünschen mit dem was sich die Stadt und ggf. auch Investoren wünschen (die Merk ist doch sehr wohl für Hochhäuser, als Stadtbaurätin gibt man sich doch nicht damit zufrieden die Funkkaserne verantwortet zu haben, oder? Wie viele Politiker würden sich höhere Gebäude wünschen, trauen sich nur nicht, dies auch öffentlich zu bekunden?).
Und wenn das heißt, dass man vor jedes Hochhaus einen Marktplatz und Maibaum mit Biergarten aufstellen muss ![]()
Hochhäuser sind derzeit vielleicht vielen auch einfach noch zu abweisend und kalt. Mit mehr Bezug zum Bürger, wenn er mehr damit anfangen kann, d.h. wenn er es aktiv erleben kann (Geschäfte, öffentliche Dachterassen etc.) könnte sich etwas ändern. Denn was hat der nicht Architektur interessierte Bürger derzeit von SZ-Tower, O2-Tower oder den Highlight-Towers?
Nicht, dass das jetzt überall alles nötig wäre um den Menschen Hochhäuser schmackhaft zu machen, aber in München (und auch weiten Teilen Deutschlands) scheint es so.