Freiheits- und Einheitsdenkmal (in Bau)

  • Lüscher bietet Versetzung der Mosaike an

    Einem Bericht des RBB zufolge hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in einem Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitgeteilt, dass die historischen Mosaike auch an einem anderen Ort ausgestellt werden könnten. Ursprünglich hätte man angenommen, das ganze Denkmal müsse tiefergelegt werden. Dem sei nicht so, aber die Steinbilder müssten auf jeden Fall erhalten werden. Lüscher habe Grütters indes aber angeboten, dass man sie an anderer Stelle zeigen könne, wenn es zu aufwendig sei, sie an Ort und Stelle zu belassen. Der Bund solle Orte vorschlagen, wo die Mosaike ausgestellt werden könnten. Mögliche Ausstellungsorte, so die Senatsbaudirektorin, seien zum Beispiel das Humboldt-Forum selbst, wo im Inneren noch Platz sei, oder aber in den Flächen vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude.

    http://www.rbb-online.de/politik/beitra…016-fertig.html

    Kommentar: Da werde ich mein gestriges Lob an der Senatsbaudirektorin wohl zurücknehmen müssen!

    Einmal editiert, zuletzt von Architektator (2. Oktober 2014 um 19:50) aus folgendem Grund: Korrektur

  • Sieht dann bestimmt dufte aus. Die Mosaike in Form des alten Sockels irgendwo völlig sinnfrei hingeklatscht wo halt grad Platz war.

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    Ein Nationaldenkmal, so wie es da stand, das das auf eine Nation hinweist die durch Kriege und Gewalt und unter Missachtung der Billigung seiner Nachbarn entstanden ist, gehört definitiv nicht dazu.

    Dann wirst du wohl überall Probleme bekommen. Denn keine Nation ist einfach so vom Himmel gefallen. Speziell im Fall Deutschlands war die Missachtung der Nachbarn sogar fast schon eine Voraussetzung für den Nationalstaat. Auf die Billigung der Franzosen für so einen Schritt hätten wir im 19. Jahrhundert lange warten dürfen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist völliger Unsinn. Kein Volk der Welt hat sich mehr mit seiner Geschichte auseinandergesetzt als die Deutschen, teilweise sogar obsessiv.


    Ich denke daß du auf das Dritte Reich anspielst, da hat jeder Teil Deutschlands sich nur das rausgesucht was ihm am passendsten erschien. Beide Systeme haben eben nicht alles aufgearbeitet.
    Was unsere monarchistische Geschichte angeht (und um die geht es hier) sieht es nicht viel besser aus. Da wurde im Osten z.B. der alte Fritz vom kriegerischen Staatsfeind zum vorzeigbaren Humanisten umgewidmet, so wie man ihn gerade brauchte für das unfrei interpretierbare Weltbild. Im Westen war das Thema deutsches Reich und der Hohenzollern mal überhaupt keine Beachtung wert und alles was nur ansatzweise mit Preußen-/tum in Verbindung gebracht werden konnte in ein schlechtes Licht gerückt. Einzig daß man nicht alle Denkmale abgeräumt hat.
    Einen unverkrampften Umgang mit der Geschichte von vor 1918 habe ich nie erlebt und das ist das Problem auch des alten Nationaldenkmals.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist ebenso falsch. Kulturbarbarei ist Zerstörung, wie es etwa die Taliban betrieben haben.


    Die politisch motivierte Sprengung von Kirchen, Denkmalen (hier sprechen wir vom Nationaldenkmal) und Schlössern (hier sprechen wir vom Schloss der deutschen Monarchie) sind für mich eben doch nichts anderes als Kulturbarbarei. Hier sollte ein maßgeblicher Teil der Geschichte und Kultur unseres Volkes vernichtet werden. Wenn man die Mosaike jetzt von dem denkmal geschützen Sockel entfernt setzt man die zurückliegenden Zerstörungen fort.


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    Die Mosaike werden erhalten und abgesehen davon, dass unklar ist in welchen Zustand sie sind, stellen sie nur einen relativ unbedeutenden Teil des Originaldenkmals dar.


    Da es hier nicht um die Badezimmerfliesen von Wilhelm geht sondern um die Mosaike des Nationaldenkmals haben die schon eine Bedeutung. Da die Mosaike samt Sockel das einzig erhaltene sind um so mehr, der Zustand spielt da erstmal überhaupt keine Rolle, denn den kann man ändern. Der ganze Rest des Denkmals steht ja auch nicht für ungefähr unter Denkmalschutz.


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    Wenn Dir der Entwurf nicht gefällt oder Du einfach keine Lust hast Dich auf die Idee dieses Entwurfes einzulassen, sei Dir das gerne unbenommen aber daraus zu schliessen, dass alle so denken, ist die übliche Verblendung. Es gibt nicht nur diese Meinung, und permanente Wiederholung macht sie nicht objektiver.
    Ich finde es gut, dass man versucht einen etwas anderen Zugang zu diesem Thema zu finden als üblich auch wenn der umstritten ist.


    Ich finde diesen Entwurf nicht nur nicht gut, ich finde ihn von unwürdig bis verhöhnend gegenüber derer die aktiv an der Wiedervereinigung beteiligt waren. Als aktiver Teilnehmer der Leipziger Demos im Okt. 89 fühle ich mich sicher nicht verblendet (eigentlich verbitte ich mir das), aber sicher auf das tiefste verarscht. Und viele Menschen die für ihre Überzeugung leiden mußten werden sich bei so einer Umsetzung nicht wiederfinden.
    Und wenn man die Geschichte der deutschen Einheit objektiver haben will, dann braucht es sicher nicht nur Meinungen und/oder Wiederholungen, sondern es genügt sich an geschichtliche Fakten zu erinnern. Genau das verlange ich von diesem Denkmal, nämlich nachfolgenden Generationen Fakten zu vermitteln und keine zeitgeistlichen Meinungen.


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    allerdings ist nun mal die Machtzentrale mittlerweile an einem anderen Ort, und es geht darum den Ort des Nationaldenkmals zu respektieren also kann er durchaus dort bleiben wo er ist, da stellt kein Defizit dar


    Man respektiert den Ort damit eben nicht. Es gibt nicht den ultimativen Ort jeder Epoche für ein Nationaldenkmal. Dieser Ort war das Zentrum der deutschen Monarchie. Jetzt soll ein Denkmal im Zusammenhang mit unserer freiheitlichen Demokratie entstehen, dessen Zentrum ist vor dem Reichstag. Wie kann man das alles vermischen ohne dabei jeder Tatsache respektvoll gerecht zu werden. Nur weil beide Denkmale in ihrem Namen "Einheitsdenkmal" beinhalten treffen die doch nicht die gleiche Aussage, das gleiche gilt eben auch für die Örtlichkeit.


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    Ich denke die Initiatoren haben sich was dabei etwas gedacht, dass nämlich Menschen, wenn sie gemeinsam handeln etwas - nämlich Geschichte - bewegen können, das soll durch diese Wippe, wie Du sie nennst symbolisiert werden, und ich finde zumindest, das wird durch diese Art der Konstruktion für jeden der sich darauf aufhält im Zusammenhang mit anderen physisch nachvollziebar.


    Das ist ja eben nur das von mir benannte Finale der Einheit. Was ist mit der Geschichte drumherum?
    Selbst die meisten alten Siegesdenkmale stellen nicht nur die stolze Gloria und Kriegsbeute zur schau, sondern oft auch das Leid der an den Feldzügen beteiligten.


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    Das Holocaust Denkmal steht auch nicht vor dem Reichstag, ebensowenig das Denkmal für die Tötung der Homosexuellen und zig andere Denkmäler und trotzdem ist es Staatsräson und alle Parlamentarier sind sich einig, dass man keine Juden umbringt, keine Homosexuellen usw. Es geht nicht um den Ort.


    Geht es doch, da wir vom Einheitsdenkmal (einem Nationaldenkmal) reden und damit verbunden auch einen Tag der deutschen Einheit (einen Nationalfeiertag) haben.
    So wichtig die anderen Denkmale sind, sollte man das doch trotzdem nicht vermischen.


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    Ich denke dir gefällt einfach der Entwurf nicht und du willst an der Stelle dein zerstörtes Nationaldenkmal wiederhaben.


    Abgesehen davon daß es nicht mein Nationaldenkmal ist hast du recht. Allerdings würde ich auf die Errichtung des alten Denkmals nie bestehen, auf die Erhaltung/Restaurierung dessen was noch vorhanden ist schon. Ein anderes/neues Denkmal kann ich mir für diesen Ort nicht vorstellen. Man muß dort nicht irgendwas neues hinbauen nur um dort egal wie ein ortsfremdes Denkmal zu haben.


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    Der Rest sind Scheinargumente.


    Meine Scheinargumente habe ich ja nun ausführlich genug dargestellt.


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    Was zerstört ist sollte man im Prinzip nicht wiedererrichten, und wenn dies mal passieren sollte dann wenigstens etwas mit dem wir uns heute noch identifizieren könnnen.


    Na das wird jetzt jeden Polen erfreuen der in Danzig oder Breslau wohnt.


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    Ein Nationaldenkmal, so wie es da stand, das das auf eine Nation hinweist die durch Kriege und Gewalt und unter Missachtung der Billigung seiner Nachbarn entstanden ist, gehört definitiv nicht dazu.


    Das wiederum erfreut dann jetzt wahrscheinlich jede europäische Großmacht im Zusammenhang mit seiner jeweils eigenen Geschichte zu hören.


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    Kein Volk der Welt hat sich mehr mit seiner Geschichte auseinandergesetzt als die Deutschen, teilweise sogar obsessiv.

    Ist das damit gemeint?

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    Ein Nationaldenkmal, so wie es da stand, das das auf eine Nation hinweist die durch Kriege und Gewalt und unter Missachtung der Billigung seiner Nachbarn entstanden ist, gehört definitiv nicht dazu.


    Gruß, Jockel HB

  • de Maizière und Genscher äußern sich zum Einheitsdenkmal

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigt sich im Interview mit der Welt am Sonntag enttäuscht darüber, dass es leider noch immer nicht gelungen sei, ein Einheitsdenkmal zu erschaffen, das an die Bevölkerung von damals erinnere. Der 9. November sei der Tag des Volkes gewesen, das die Mauer geöffnet habe. Der 3. Oktober sei die Vollendung der staatlichen Einheit und ein Tag der Politik. An diesen historischen Bogen sollte man sich auch an einem festen Ort erinnern können, so de Maizière. Ihm sei die Erschaffung des Denkmals sehr wichtig. Da man heute Mühe zu erkennen habe, wo die Mauer stand, würde ein Denkmal der deutschen Erinnerungskultur schon guttun. Gleichzeitig erklärte der Bundesinnenminister, dass es natürlich schwer sei, den Mauerfall künstlerisch umzusetzen und erinnerte daran, dass es bereits den Entwurf einer Art Wippe für den Berliner Schlossplatz gebe.

    Ähnlich äußert sich der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP). Im Zeitungsgespräch forderte er, dass es das Denkmal für die friedliche Revolution bald geben sollte. Gefragt, warum es immer noch kein Einheitsdenkmal gebe, antwortete Genscher, dass es vielleicht leichter sei, Monumente für tragische Ereignisse zu bauen. Davon gebe es ja reichlich. Wie die Welt am Sonntag außerdem berichtet, muss sich der Haushaltsausschuss des Bundestags noch mit dem Projekt befassen, da es unklar ist, ob die avisierten zehn Millionen Euro ausreichen. Laut dem Zeitungsbericht wollte auch Leipzig in diesem Herbst ein Denkmal eröffnen, das an die Montagsdemonstrationen 1989 erinnern sollte. Nach einem Streit um den Denkmalentwurf und den Standort, aber auch nach juristischen Querelen wurden die Pläne im Sommer dieses Jahres von der Stadt auf Eis gelegt. Die Zusage des Bundes und des Freistaats Sachsen für 6,5 Millionen Euro besteht weiter, jedoch gönnt man sich eine Denkpause.

    http://www.welt.de/politik/deutsc…denkmalbau.html

    @ Rotbewerter: Auch wenn es dir nicht gefällt, ich lasse mir von niemandem den Mund verbieten und werde weiterhin über das Thema berichten!

  • ^ Wenn die "nachgeordnete Verwaltung" (Bezeichnung aus einer Politikeraussage letzte Woche) der Provinzstadt Leipzig die Pläne auf Eis legen konnte, sollte doch die Millionenstadt Berlin Ähnliches tun. Merkwürdige Idee - Millionen für eine Schlossfassade auszugeben, um diese dann mit der 50 Meter langen Wippe abzudecken und zu verhunzen.

    Falls Herr de Maizière ohne Wippe Erinnerungsprobleme hat und Mühe zu erkennen hat, wo die Mauer mal stand, kleine Hilfe von mir - vor dem Schloß stand sie nicht (wie bereits geschrieben). Einfach aus dem Reichstagsgebäude gehen und den im Bürgersteig eingelassenen Spuren folgen, auch am Potsdamer Platz gibt es welche.
    Mir ist übrigens rätselhaft, wie die Wippe an die Mauer erinnern sollte. Es sei denn, man möchte ausdrücken, die Bevölkerung wurde von den Politikern verschaukelt - die einzige Assoziazion, die mir einfällt.

    Falls der Bund unbedingt Geld ausgeben will - wie wärs mit einer Einheitskuppel auf dem Schloßgebäude?

  • Die Mopo berichtet unterdessen dass es lt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters "endlich eine Einigung über alle strittigen Punkte gegeben" hat. Bald könne der endgültige Entwurf vorgelegt und mit dem Bau begonnen werden.

    Link zum kurzen Artikel: >hier<

  • "Nachdem die schwierige Frage nach dem Umgang mit den Mosaiken geklärt sei..."

    Diese Aussage von Frau Grütters, ohne zu erklären was damit gemeint ist, macht mir irgendwie Angst.
    Ich hoffe daß uns hier nicht die Radikallösung (Entfernung und Verbannung "werweißwohin" der Mosaiken) vorenthalten wurde.


    Gruß, Jockel HB

  • Die Wippe kommt!

    ^ Damit ist es jetzt wohl klar. Die Wippe wird gebaut.

    Gespannt darf man nun auf den endgültigen Entwurf und den Verbleib der Mosaike sein und dann natürlich auf die Ausführung. Die kalkulierten 10 Mio halte ich für viel zu gering. Wenn an so einem großen und komplexen Denkmal überall gespart werden muss, so kann es nur in die Hose gehen. Man sollte dringend das Budget aufstocken um solide und mit hochwertigen Materialien bauen zu können. Nichts wäre schlimmer als eine dauerdefekte Billigwippe.

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    ^ Damit ist es jetzt wohl klar. Die Wippe wird gebaut.


    Was bei mir immernoch auf größte Ablehnung stößt. :nono:

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    Gespannt darf man nun auf den endgültigen Entwurf ... sein.


    Vorallem in technischer Hinsicht bin ich echt gespannt was Architekten und Künstler sich unter der Wippbewegung vorstellen.

    Nochmehr bin ich gespannt wie sie das dann funktionstechnisch (bei ständig wechselnder Anzahl gleichzeitiger Benutzer/Besucher), für jedermann verkehrssicher (kleine Kinder, Alte und Behinderte) und allwettertauglich umsetzen werden.

    Weil das Teil sich ja unbedingt bewegen/wippen soll hat man nämlich einige ordentliche Probleme gegenüber einer nicht beweglichen/festen Konstruktion.

    Im Maschinenbau, unter Beachtung der Arbeitssicherheit...
    - würde man die komplette Wippenlagerung wegen Quetschgefahr einzäunen,
    - würde man die sich erhebenden Bereiche der Schale in bestimmten Abständen mit Trittschutz und Geländern/Handläufen versehen,
    - würde man das Betreten und Verlassen der Schale nur im Stillstand gestatten,
    - würde man die Anzahl gleichzeitiger Benutzer/Besucher vorschreiben,
    - würde man das Betreten bei bestimmten Wetterverhältnissen verbieten,
    - würde man wegen der öffentlichen Nutzung auf das "Betreten auf eigene Gefahr" hinweisen,
    - würde man wahrscheinlich 24 Stunden lang Aufsichts- und/oder Begleitpersonal stellen.

    Das sind erstmal nur Kriterien die mir so auf die schnelle und aus dem Bauch heraus einfallen würden, ein TÜV-Prüfer würde sich bestimmt eindringlicher mit der Materie beschäftigen und noch weitere (fundierte) Vorschriften/Auflagen aus dem Hut zaubern.

    Fahrgeschäftbetreiber (auf Rummelplätzen) könnten hier bestimmt reichlich Erfahrungen einbringen.

    Bleibt nur zu hoffen, daß die zahlreich benötigten Warn- u. Benutzerhinweisschilder wenigstens hochwertig dekorativ gestaltet werden.


    Gruß, Jockel HB

  • Nicht zu vergessen die regelmäßig nötigen, teuren Sanierungen solcher technischen Einrichtungen. Die Alterung dürfte bei solch einer kaum witterungsgeschützten Mechanik sogar überdurchschnittlich sein. Ein klassisches Bronzedenkmal steht einfach dran und muss alle paar Jahrzehnte mal oberflächenbehandelt werden, fertig. Und spätestens wenn dann einige tausend Füße über den Wippenboden drübergeschabt sind und sich die Berliner dem Denkmal angenommen haben (exponierte, teuer aussehende Dinge die frei zugänglich sind werden in Berlin aus irgend einem Grund gerne als Toilette, Müllkippe und Kaugummiklebefläche genutzt) werden die Befürworter ernüchtert sein. Meine Meinung.

  • Ich befürchte, dass das Trivialdenkmal am Schlossplatz das gleiche Schicksal ereilen wird wie den Wippen am Potsdamer Platz. Erst geht das Spielgerät kaputt, später verletzt sich jemand daran und am Ende wird die ganze Anlage gesperrt. Dafür hat man dann ein stets reparaturbedürftiges Millionengrab, eine enorme Beeinträchtigung der Sicht auf die barocke Schlossfassade und bedingt durch die Entfernung der wilhelminischen Mosaike eine weitere zerstörte Zeitschicht in Berlins historischer Mitte.

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    Erst geht das Spielgerät kaputt, später verletzt sich jemand daran und am Ende wird die ganze Anlage gesperrt. Dafür hat man dann ein stets reparaturbedürftiges Millionengrab.

    Wobei es auf die Reihenfolge der Ereignisse keine Gewähr gibt. :lach:

    Das allerdings wirklich traurige dabei wird sein, daß sich die Verantwortlichen dann wieder verwundert vor die Leute stellen um kleinlaut zu verkünden "das konnten wir vorher alles nicht wissen". :???:
    Ebenso wie bei der Entdeckung der "ja so streng geheimen" Mosaiken ist das dann allerdings alles andere als lustig.


    Gruß, Jockel HB

  • Es gibt schon ein paar Unterschiede zu den Wippen am Potsdamer Platz:

    - Die Obstschalenwippe ist um Vielfaches teurer
    - der Wippmechanismus, und damit der Witz des ganzen Projektes, ist schon vor Baubeginn ausser Betrieb gesetzt worden - durch den Behinderternbeauftragten.

  • Es wird wohl Zeit, eine Bürgerinitiative, eine Petition und ein Volksbegehren gegen die Wippe zu starten. Es muß eigentlich ein Aufschrei durch's Volk gehen. Wir sehen ja bei Stuttgart21, daß die Katastrophe physisch spürbar sein muß, bis das Volk reagiert.

    Unser Land ist offenbar noch komplett politisch korrekt verseucht, wenn es dazu kommen kann, daß Entscheidungsträger und Verantwortliche solch ein lächerliches Armutszeugnis an Nationaldenkmal durchwinken. Man muß kein Konservativer sein, um ein vernünftiges und positives Nationalgefühl entwickeln zu können, also auch unsere Vergangenheit wieder schätzen zu lernen.

  • Also je mehr ich diese trotzigen Mäkeleien lesen muss, desto mehr freue ich mich auch dieses Denkmal. Es wird zumindest für Diskussionen sorgen und das ist ja schon mal ein wichtiges Kritierium für so ein Ding. Und durch Diskussionen um das Denkmal wird hoffentlich auch über das Thema, das es verkörpert, reflektiert und was will man mehr erreichen?

    Witzigerweise sind es gerade diejenigen, die einfach nur den Entwurf nicht mögen, jetzt plötzlich ganz schwer dabei, mögliche andere Argumente aus dem Hut zu zaubern.
    Sei es, dass man die technische Machbarkeit in Frage stellt oder die Instandhaltungskosten als unverantwortlich geiselt.

    Beim Holocaust Mahnmal hatten wir das gleiche, die Ablehnung, die Unkenrufe die Stelen, bzw, der Beton würde kaputtgehen und das Denkmal durch Touristen entwürdigt oder permanent beschmiert, usw usw usw.

    Und was iss draus geworden? Nichts. Im Gegenteil, das Mahnmal wird angenommen und erreicht seinen Zweck. Und selbst Leute, die für dieses Thema bestimmt sonst gar kein Interesse hätten und sich klassische Denkmäler bestimmt nicht ansehen würden, tun es eben auch aufgrund des Entwurfes.

    Und darum geht es letztendlich. Heutzutage erreicht man Menschen nicht mehr mit Bronzeskultpturen vor denen man steht und die man anglotzt und von Papa aufgefordert wird, doch mal die lateinische Inschrift zu übersetzen, diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei.

    Man muss jeden aktiv einbinden, sei es dass man durch Stelen läuft oder auf eine Wippe treibt.
    Wer diesen Ansatz als Rummel und würdelosen Schnickschnack brandmarkt, hat einfach nicht begriffen worum es letztendlich geht.

    Durch Entwürfe Menschen einbinden in Themen und animieren durch Teilhabe sich auch den dargestellten Themen zu widmen, so würde ich das sehen und ich finde in solchen Fällen heiligt der Zweck die Mittel.

  • Möge dieser Beitrag als Mahnmal verstanden werden

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    Beim Holocaust Mahnmal hatten wir das gleiche, die Ablehnung, die Unkenrufe die Stelen, bzw, der Beton würde kaputtgehen und das Denkmal durch Touristen entwürdigt oder permanent beschmiert, usw usw usw.

    Obwohl ich laut einigen paranoiden und anonymen Pöblern hier im DAF ein rechter AfD-Wähler bin, fand ich das Holocaust-Mahnmal von Anfang an sehr gut. Meiner Meinung nach erfährt die Wippe wesentlich mehr Kritik als das Holocaustmahnmal.

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    Und darum geht es letztendlich. Heutzutage erreicht man Menschen nicht mehr mit Bronzeskultpturen vor denen man steht und die man anglotzt und von Papa aufgefordert wird, doch mal die lateinische Inschrift zu übersetzen, diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei.

    Man muss jeden aktiv einbinden, sei es dass man durch Stelen läuft oder auf eine Wippe treibt.
    Wer diesen Ansatz als Rummel und würdelosen Schnickschnack brandmarkt, hat einfach nicht begriffen worum es letztendlich geht.

    Ich habe hier bereits meinen Vorschlag gepostet, mit dem man meiner Meinung nach auch Menschen erreicht. Und auch bedeutend mehr transportiert als mit einer symbolischen Wippe, die sonst schweigt. Ich finde deine Polemik inhaltlich völlig daneben. Gib doch mal ein konkretes Beispiel für solch ein altmodisches Denkmal, das du hier karikierst. Dann werden wir sehen, wieviel sich von deiner Beschreibung mit der Realität deckt.

    Du findest es wahrscheinlich auch toll, daß der Papst twittert oder daß Politker manchmal den größten Schwachsinn tun, um Menschen zu "erreichen". Z.B. bei Big Brother auftreten oder ein Guidomobil durch Deutschland fahren.

    Gerade in heutigen Zeiten der endlosen kulturellen Trivialisierung ist eine Umkehr angebracht zu mehr Würde und Klassik. Der Impetus müßte gerade ein entgegengesetzter sein. Zudem repräsentiert das Holocaustmahnmal durchaus diese Klassik und Würde. Polemiken sollten zumindest inhaltlich fundiert sein. Das Holocaustmahnmal ist überhaupt nicht mit der Wippe zu vergleichen.

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    Durch Entwürfe Menschen einbinden in Themen und animieren durch Teilhabe sich auch den dargestellten Themen zu widmen, so würde ich das sehen und ich finde in solchen Fällen heiligt der Zweck die Mittel.

    Das nennt man wohl entlarvende Rhetorik.

  • Bzgl. Wiedervereinigung finde ich eigentlich nur "Zeitzeugen"-Orte irgendwie sinnvoll bzw. eine Verbindung herstellend, durch die Zeit. Nach wie vor finden es viele Leute eindrücklich, bei ihrem ersten Berlin-Besuch durch das Brandenburger Tor zu spatzieren und haben dabei all die Bilder aus der Zeit der Teilung im Kopf, die man so kennt. Von dem Tor, das seine Torfunktion verloren hat weil es ummauert wurde. Wo scharf geschossen worden wäre, wenn ein Bürger aus der Ostseite einfach so durchspatziert wäre, wie man das jetzt selbst unbeschwert machen kann. Das ist und bleibt ziemlich eindrücklich und wenn ein Erinnerungsort der Einheit "erlebbar" sein soll, dann ist das Brandenburger Tor mit Verlaub schon ein anderes Kaliber.

    Und "man" muss schon gar nichts. Ich bin der Meinung, dass es gerade nicht mehr in die Zeit passt, wenn Behörden irgendwelche Denkmäler "beschließen", das Brandenburger Tor wurde ganz von selbst zum Denkmal von Mauerfall und Wiedervereinigung, ohne dass es jemand dazu erklärt hätte. Ursprünglich war es ja mit ganz anderen Gedanken gebaut worden, aber diese ursprüngliche Bestimmung kennt kein Normalbürger mehr, weder in Deutschland, noch im Ausland. Aber das Brandenburger Tor kennen sie alle. Es wurde sogar umgekehrt dann von den Behörden als Symbol des wiedervereinigten Berlin aufgenommen und macht dem Berliner Bär ziemliche Konkurrenz (vom Briefkopf bis zur U-Bahnscheibe). Das nenne ich mal eine Erfolgsgeschichte. In New York denkt auch keiner darüber nach, ein neues Freiheitsdenkmal zu errichten, weil die Freiheitsstatue nicht ausreichend erscheine.

    Ich hätte es einfach ziemlich "erwachsen" gefunden an der Stelle auch den Bruch mit früheren Zeiten, gerade wenn man schon das Schloss nebendran wiederaufbaut, zu zeigen, indem man den Denkmalsockel bewusst leer lässt und sich einfach die Inszenierung an dieser Stelle verkneift. Historische Reste dabei natürlich konserviert und sichtbar macht, zB Mosaike. Pflaster und Unterbau natürlich sanieren und nicht verfallen lassen, aber ansonsten einfach den historischen Zustand, wie er jetzt vorzufinden ist, so belassen. Auch das wäre ein souveränes Statement gewesen.

    Und das Geld für die nächste Sanierung des Brandenburger Tores zurücklegen, letztes Mal hats ja nur durch vermietete Werbeplanen gerade so für die Sanierung gereicht. Das hat vor einem Jahrzehnt 4,3 Mio. Euro gekostet, wenn man das für dieses Projekt vorgesehene Budget in eine Stiftung für das Brandenburger Tor einzahlt, dann könnte diese Stiftung selbstständig ihr Kapital mehren und zukünftige Sanierungen wären gesichert. Damit hätte man in meinen Augen mehr für das Gedenken an die Deutsche Einheit getan.

    PS: es gibt sogar etwas, wovon viele nichts wissen und was ich daher hier nochmal ausdrücklich erwähnen will im Brandenburger Tor bzw. einem Torhaus, nämlich den Raum der Stille (http://www.raum-der-stille-im-brandenburger-tor.de).

    4 Mal editiert, zuletzt von Eisber (25. Oktober 2014 um 20:24)

  • Nüchtern betrachtet weist der Plan für das Einheits- und Freiheitsdenkmal drei zentrale Fehler auf:

    1. Das Schloss bietet nicht den richtigen Kontext. Ein Denkmal der Bundesrepublik auf dem Sockel des deutschen Kaiserreichs vor der ehemaligen Residenz preußischer Könige zu errichten, ergibt keinen Sinn.

    2. Der Platz eignet sich nicht für ein solches Monument. Der Volksaufstand des 17. Juni 1953 brach in der damaligen Stalinallee aus, die Massendemonstration vom 4. November 1989 wurde auf dem Alexanderplatz abgehalten, der Mauerfall ereignete sich am 9. November 1989 auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor und die Einheitsfeier fand in der Nacht zum 3. Oktober 1990 auf dem Platz der Republik statt. Auf dem Schlossplatz dagegen passierte an jedem einzelnen dieser historischen Tage rein gar nichts.

    3. Die Wippe ist als Entwurf unpassend, weil sie Spaß suggeriert. Im krassen Gegensatz dazu war der Kampf der DDR-Bürger für die Wiedererlangung der Einheit und Freiheit unseres Landes aber kein Spaß, sondern purer Ernst.

    Übrigens haben wir schon ein weltberühmtes Einheits- und Freiheitsdenkmal: das Brandenburger Tor. Ein besseres Symbol für die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands und Europas gab es nicht, gibt es nicht und wird es nicht geben.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Beim Holocaust Mahnmal hatten wir das gleiche, die Ablehnung, die Unkenrufe die Stelen, bzw, der Beton würde kaputtgehen und das Denkmal durch Touristen entwürdigt oder permanent beschmiert, usw usw usw.

    Und was iss draus geworden? Nichts.

    Öh, doch? Etliche der Stelen sind kaputt und werden mit Stahlmanschetten zusammengehalten. Beschmiert wird es auch häufig, vorzugsweise mit Hakenkreuzen. Und Menschen, nicht nur (ausländische) Touristen, nutzen das Areal auf Jeden Fall für allerlei Klamauk wie lustige Fotos oder Hüpfen von Stele zu Stele.
    Ich find das Holocaustmahnmal von der Idee her gut, weil ich weiß wofür es steht. Dennoch läd das Konzept, gerade bei Unwissenden, natürlich zum Missbrauch ein und das ist gleichzeitig seine größte Schwäche. Warum man die Stelen nicht in Naturstein wie bspw. beständigen Granit ausgeführt hat, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Saxonia (26. Oktober 2014 um 00:58) aus folgendem Grund: R