U-Bahn: Verlängerung U5 bis Römerhof und Frankfurter Berg

  • Dekoratives Anführungszeichen

    (...) nur ein Wendegleis (...) Das wird ganz schön knapp im 5-Minuten-Takt.


    Im Tunnel unter dem Europagarten gibt es zwei Gleiswechsel. Damit lässt sich auch ohne das Wendegleis direkt an den Bahnsteigen wenden wie beispielsweise in Gonzenheim, Hausen oder Enkheim. Letzteres geht auch mit 12 Zügen pro Stunde, was einem 5-Minuten-Takt entspricht.

  • Ist doch immer wieder erstaunlich, dass man 13 Jahre benötigt um eine Bodenbeschaffenheit festzustellen, die dann stärkere Bohrer und dann auch gleich noch unfassbare 55 Mio € Mehrkosten verursachen!

  • Es ist wohl ein Schildvortrieb ausgewählt worden! Das bedeutet Druckluftvortrieb, das wiederum bedeutet zusätzliche Bodenverfestigung, damit keine Druckentweichung durch sognannte "Ausbläser" entsteht.
    Die fehlende Überdeckung hier, ist der Grund das bergmännische Bauweise wohl ausscheidet.
    Es gibt ja zwei Röhren. Diese werden zwischen "Platz der Republik" über den Güterplatz, in Richtung Emser Brücke geführt. Dann offene Bauweise.

    Die Frage, gibt es die zwei Vortriebe gleichzeitig? Eher nein, dann also wo startet der erste Vortrieb, Maschine raus und drehen, zweite Röhre, wieder zurück. Bin gespannt!

  • ^ Die schon öfter zitierte Bau- und Finanzierungsvorlage M 75/2013 sagt hierzu:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Baugrube "Güterplatz"

    Der Aushub erfolgt zunächst im Schutze eines Hilfsverbaues zur Herstellung der Bohrpfähle und der Deckel. Zusammen mit dem Einbringen des Verbaues sind die innenliegenden Brunnen sowie die Brunnengalerie entlang der geschlossenen Bauweise bis Platz der Republik herzustellen. Der Aushub erfolgt unter dem Deckel bis zur Endtiefe unter schrittweisem Einbau der erforderlichen Aussteifungen. Der endgültige Stationsausbau erfolgt abschnittsweise in Abstimmung auf die Tunnelvortriebe und kann erst nach Fertigstellung der Vortriebe nach Westen und Osten zum Abschluss gebracht werden. Bis zum Ende der Vortriebe sind deren Andienung sowie die Materialförderung beim Bauablauf der Station zu berücksichtigen.
    ...

    Tunnel bergmännische Bauweise

    Das Auffahren der Tunnelröhren soll aus der Baugrube der Station "Güterplatz" nach Ost und nach West erfolgen. Prinzipiell ist zwischen der Station "Güterplatz" und dem Rampenbauwerk auch ein Vortrieb aus der Baugrube des "Rampenbauwerkes" möglich. Der Rückbau der Baugrubenwand bzw. der Abschlusswand am Bestandsbauwerk erfolgt erst nach wasserdruckhaltendem Anschluss der Röhren.
    ...

    Von zwei gleichzeitigen Bohrungen steht nix drin, aber angesichts der relativ geringen Distanzen würde ich schon annehmen, dass in beide Richtungen je eine Röhre zu gleicher Zeit begonnen wird, sonst bräuchte man ja vier Maschinen. Von Tunnelbohrmaschinen oder Schildvortrieb steht auch nix drin, denkbar wäre also auch die Frankfurt schon öfter eingesetzte "Neue österreichische Tunnelbauweise".

    2 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick (17. Dezember 2013 um 22:56) aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Es geht um Grundwasserströme und die (mögliche) Unterbrechung derselben. Um eben eine solche Unterbrechung zu verhindern, soll die Röhre laut Regierungspräsidium Darmstadt mit einer Tunnelbohrmaschine vorangetrieben werden. Bislang war ein Vortrieb des Tunnels zwischen Hauptbahnhof und Güterplatz im Düsenstrahlverfahren beabsichtigt, was ein Ablösen des Erdreichs per Bagger und die Bestigung der Röhre mit Spritzbeton bedeutet. Auch soll der Bau der Station Güterplatz wegen einer aus statischen Gründen notwendigen Baumethode teurer werden. Dies und die wegen Wasserschutz-Auflagen notwendige Bauweise der Tunnelstrecke soll Mehrkosten von rund 50 Millionen Euro verursachen. Das liest man staunend auf Seite 33 der Mittwochsausgabe der FAZ-RMZ, unter der Überschrift "Stadtbahn ins Europaviertel auf der Kippe".

    Nun soll eine ergänzende Bau- und Finanzierungsvorlage erstellt werden. Der Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) hofft, dass Land und Bund den überwiegenden Teil der Mehrkosten tragen.

  • Sollte eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen, so werden die Röhren nacheinander aufgefahren. 2 Tunnelbohrmaschinen sind nicht zu bezahlen, da auch auf der Gebrauchtmarkt recht übersichtlich ist. Tunnelbohrmaschinen erfordern allerdings auch einen Startschacht, so dass der offene Abschnitt zu erst erstellt werden muss, bevor man die Tunnelröhren auffährt. Ggf. muss auch die ganze Planung des Tunnels noch mal angepasst werden.

    In Berlin wird planmäßig Ende 2014 eine Tunnelbohrmaschine frei, nach Überholung etc. könnte diese 2015 in Frankfurt eingesetzt werden. Diese hat einen Außendurchmesser von 6,60m was allerdings etwas mehr ist als der gewünschte Innenradius von 5,60m (Die Tübinge sind nicht 1m dick).

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Sonst gäbe es ja auch nur einen Innendurchmesser von 4,60m.

    Sorry ich meinte Innendurchmesser von 5,60m. Der Innenradius soll 2,80m betragen.

    Noch eine Information:

    Im Planfeststellungsverfahren wurde die Nöt "Neue Österreichische Tunnelbaumethode" als Baumethode gewählt, dieses Vefahren wurde bisher in Frankfurt größtenteils angewandt. Das RP Darmstadt hat dieses Verfahren aber abgelehnt, da es in diesem zu Problemen führen wird. Dies wurde auch von einem Planungsbüro bestätigt. Das RP Darmstadt hat nun den Schildvortrieb vorgeschlagen, dazu muss allerdings das Planfeststellungsverfahren angepasst werden. Dies führt zur Verzögerung, da auch der Bauablauf etc. umgeplant werden muss.

  • Der von Schmittchen erwaehnte FAZ-Artikel ist nun online. Verkehrsdezernent Majer ist demnach weiterhin zuversichtlich, dass das Pojekt auch nach der Kostensteigerung noch foerderungsfaehig ist, d.h. der Kosten-Nutzen-Faktor ueber 1 liegt. Der errechnete Wert lag bei diesem Projekt bei 1,42 fuer die komplett unterirdische Variante, fuer die angepasste, teilweise oberirdische Loesung laut Artikel noch ca. 10% hoeher. Mit Bund und Land werden nun neue Gespraeche ueber die Mitfinanzierung gefuehrt. Also, ich bin gespannt wie/wann/ob es hier weitergeht.

  • Der Bau des Tunnels unter dem Europagarten ist anscheinend nicht von den Verzögerungen betroffen. Das ergibt sich aus einem heutigen FAZ-Artikel, wenn auch nicht ausdrücklich. Der Tunnel werde voraussichtlich von 2014 bis 2015 von Aurelis Real Estate gebaut, heißt es dort. Anschließend werde das Unternehmen den Europagarten wie geplant fertigstellen.

    Das würde wohl bedeuten, dass im Tunnel zwischen genutzen Autofahrbahnen einige Jahre eine ungenutzte Trasse liegen wird, die erst später mit Schienen und Oberleitung ausgestattet wird. Denn bekanntlich werden Stadtbahn und der Individualverkehr nicht wie zunächst beabsichtigt in zwei separaten Tunnels geführt, vielmehr soll ein "Gemeinschaftstunnelbauwerk" errichtet werden. Um hierfür die rechtlichen Grundlagen zu schaffen wurde kürzlich eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen (Vorlage als PDF).

  • So einfach gibt man sich seitens der Stadt nicht geschlagen: Laut FAZ vom 20.12. will das Revisionsamt nochmals genau die Einwaende des Regierungspraesidiums Darmstadt gegen das Duesenstrahlverfahren pruefen. Das Verfahren entspraeche der ueblichen Bauweise bei Tunneln von Stadtbahnen. Ausserdem sei es in Frankfurt schon mehrfach eingesetzt worden. Die Behoerde habe das entsprechende Gutachten praezise geprueft. Die vom Regierungspraesidium monierte "Grundwasserproblematik" gaebe es bei jedem Verfahren dieser Art.

  • Vielleicht wäre das ja auch einmal eine Chance, die völlig unsinnige Untertunnelung des Europagartens zu überdenken.
    Der Europagarten ist eigentlich viel zu klein, um als richtiger Park durchzugehen, dessen Qualitäten man dadurch schützen könnte, oder sollte, indem man den Aufwand einer Untertunnelung betreibt.
    Mittendurch mit Strasse und Bahn, und man hat eine städtebauliche Situation, wie z.B. den Odeonsplatz, nur größer und grüner.
    Alles andere unterminiert doch jenseits des Tunnelbeginns auch sowieso die Idee des Boulevards als solchem!

  • ^

    Für den Tunnel unter dem Europagarten ist Aurelis verantwortlich, nicht die Stadt Frankfurt. Er entsteht in offener Bauweise und ist sicherlich gar nicht so teuer, wenn man vergleicht.

    Wenn man keinen Tunnel baut, dann kann man auch die "Grünfläche" weglassen. Wer würde sich dann dort noch freiwillig aufhalten wollen oder seine Kinder dort spielen lassen?

  • Genau darum geht’s ja:
    Das was sich da Europagarten nennt, ist sowieso nicht groß genug, um die von dir geforderten Qualitäten eines Parks zu bieten, weil zu klein. Du nennst es ja bezeichnenderweise selber "Grünfläche"
    Es handelt sich von seinen Dimensionen her nicht um einen Park, sondern um einen Platz.. und zwar um einen für Frankfurter Verhältnisse potentiell großartigen Platz.

    Auch solche können Grünflächen beinhalten, und Aufenthaltsqualität, mir fällt spontan der Stuttgarter Schlossplatz ein. Als Beispiel eines gestalterisch gelungenen Platzes, der von einer Strasse in der Mitte durchschnitten wird, fällt mir der Odeonsplatz ein.

    So zu tun, als ob man hier ein lauschiges Grillparadies zu verteidigen hätte, verbietet sich schon aus der Tatsache heraus, dass hinten und vorne aus dem Park der gleiche Boulevard herauskommt, und Boulevards sind nicht etwas, das von Landschaften zum Kinderbespaßen durchschnitten sind , sondern Sichtachsen, und möglichst von öffentlichem, innerstädtischem Charakter geprägte, breite , gerade Strassen, mit Verkehr auf Fahrbahnen, und Bürgersteigen, und Geschäften links uns rechts.

    Und Aurelis Führt den Autotunnel durch, unabhängig von der Bahn , hat aber verlauten lassen, dass man sich für die Mehrkosten, die hier zur Rede stehen nicht verantwortlich fühlt. Es sollte doch möglich sein, sich die Pflicht zur Untertunnelung versilbern zu lassen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Chewbacca (21. Dezember 2013 um 02:07) aus folgendem Grund: Zusatz

  • Europagarten

    Also ich finde so klein wird der Europagarten nicht.

    Ich frage mich auch ob die Leute die hier den Europagarten schlecht machen und ihn am liebsten ohne Tunnel haben wollen , auch dort wohnen werden. Ein wie hier welche schreiben zu kleiner Park ist besser als keiner oder?

    Ich werde dort wohnen und der Park war ein Kaufargument...,

    Aber ich denke weder die Stadt noch Aurelis wird den Park ohne Tunnel haben wollen.

  • Ich muss Chewy Recht geben. Es gibt Millionen von anderen Orten in Frankfurt, die eines Autotunnels bedürften. Der angebliche "Park" braucht so etwas nicht und für einen "Boulevard" ist das ganze Konzept unlogisch. Hier hat man die Vergrüngürtelung zum Dogma gemacht - und das ist selten gut. Ließe man die Gleise in einem Rasenbett verlaufen gäbe es auch weniger Lärm zumindest für die Bahn, die Autos kann man natürlich nicht abstellen. Am Ende hätten man einen großartigen offenen Platz mit vielen Möglichkeiten und noch viel Grün.

  • Ich weiß nicht, bei welcher Größe die "Grünanlage" aufhört und ein "Park" anfängt, der Europagarten hat eine Fläche von ca. 58.300 m², der westlich vorgelagerte Tel-Aviv-Platz ist rd. 4.200 m² groß.

    Zum Vergleich: der Wasserpark an der Friedberger Landstraße bringt es auf rd. 35.000 m², die Erweiterung des Günthersburgparks (nördlich der Weidenbornstraße) bringt es auf ebenfalls 35.000 m² und der Botanische Garten (ohne den Bereich, in dem die ehem. Institutsgebäude stehen, ist rd. 60.000 m² groß.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ...und dann wären alle Pläne ad absurdum geführt und Käufer und Investoren verarscht.


    Das wäre ja das allererste Mal.;)

    Investoren im Sinne von Baufirmen, die ETWs verkaufen, verarscht man damit auch nur, wenn die Planänderung publik wird, bevor die Verträge mit den Endkunden - auch Bürger genannt - in trockenen Tüchern sind.

    Und Bürger ver**schen, mein Gott, das macht die Stadt Frankfurt nicht nur mit den ihren, und nicht nur im Europaviertel.

    Davon abgesehen: Die Erscheinung der Europaallee als großstädtischer Boulevard kann von dem Verzicht auf die Tunnellösung nur profitieren.

  • Dem entsezten der Schreiber in der Europaviertel Lounge (ab Post 88) kann ich mich nur anschließen. Überall auf der Welt versucht man die Städte grüner zu machen und ausgerechnet Frankfurt als "Green City" soll nun statt einen Park eine Stadtautobahn bauen??

    Die Größe des Europagartens kann ja wohl kein Grund sein ihn nicht zu bauen. In Offenbach gibt es bspw. mit dem Hessenring einen nur 20-30 m breiten Grünstreifen, von ein paar hundert Metern länge. Trotzdem gehe die Anwohner dort gerne hin, um im Grünen zu sitzen / zu spazieren. Der Europagarten bietet da viel mehr Platz. Es muss nicht immer ein Central Park vor der Tür sein, auch grüne Kleinode tragen erheblich zur Aufwertung der Lebensqualität eines Stadteils bei!

    Und es sollte hier nicht vergessen werden, dass der Europagarten noch mit dem Rebstockpark verbunden wird. So klein wird das Ganze also gar nicht. Der Europagarten soll 6 Hektar, die Verbindung zum Rebstockpark weitere 3 Hektar groß werden. In Summe 9 Hektar, in Verbindung mit dem Rebstockpark wird den Anwohnern im Gallus und Bockenheim so eine zusammenhängende Grünfläche von insgesamt 37 Hektar zur Verfügung stehen.

    Zudem ist der Europagarten als kleine grüne Lunge für das Europaviertel notwendig. Von der Stadt Frankfurt wird er auch aus klimatechnischer Sicht als notwendige Kaltluftschneize zum "Ausgleich für die Kaltluftschneise, die die Gleisfläche des ehemaligen Güterbahnhofs bildete" bezeichnet.

    Das an anderer Stelle ein Tunnel notwendig ist, ist erst Recht ein Grund im Europaviertel die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und gleich so zu bauen, dass man nicht die nächsten Jahrzehnte damit hadern muss. Sorry, aber ein Verzicht auf die Untertunnelung wäre ein Rückschritt in die 60/70iger und ist für eine moderne Stadt im 21. Jahrhundert nicht zeitgemäß!