Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“

  • Der Flughafen Tegel ist ein Witz! Wie oft höre ich Geschäftspartner sagen, die vorher noch nie in Berlin waren: "Das ist der Hauptflughafen der deutschen Hauptstadt? Unglaublich!" Berlin braucht einen modernen Airport und den bekommt er mit dem BBI (ja auch mit umfassenden Einkaufsmöglichkeiten, das gehört eben heute auch dazu).

  • @ seneca007: Den Spruch hab ich eher von ausländischen Reisenden in Schönefeld gehört (Easy-Jet Terminal mit der Atmosphäre eines Arbeitsamtes) :D

    Von Geschäftsreisenden kann ich mir das auch für Tegel vorstellen. Ich kenne aber auch viele Fluggäste, die (wie ich) Tegel sehr positiv empfinden: Sie schätzen die Kompaktheit und die kurzen Wege - von der Idee her finde ich die Struktur des Sechesecks sogar genial. Raus aus dem Flieger, eigene Gepäckausgabe am Flugsteig, weniger Meter zum Ausgang!

    Leider ist inzwischen oft alles sehr beengt. U. a. deswegen ist der neue Flughafen absolut notwendig, die Zeiten haben sich (ob man will oder nicht) geändert - die Sicherheitsanforderungen und die Passagierzahlen auch. Und die Lage in der Stadt mit Lärmbelästigung für Hunderttausende an Menschen bedarf m. E. keiner Diskussion.

  • Naja, man hätte in Tegel natürlich auch das geplante zweite Sechseck realisieren können und dann vll. noch ein drittes, aber so wie ich gehört habe soll die Struktur relativ unflexibel sein, in Köln/Bonn gab es auch diesen Ansatz mit eigener Gepäckausgabe pro Flugsteig und eigenen Warteräumen, hat man aber weitestgehend wieder umgebaut, weil z.B. große Maschinen mehr Platz als einen kleinen Wartesaal brauchten oder die Gepäckrückgabe überlastet war, mehr Personal brauchte etc. Dieses alte Konzept passt wohl eher zur klassischen Luftfahrt, wo auch die Kapazitäten noch nicht so groß waren. Heute sind die Fluggastzahlen viel höher, die Flieger nehmen mehr Passagiere auf und Non-Aviation-Erlöse sind viel wichtiger als damals, weswegen für diese auch noch genug Platz (am besten zentral zugänglich) sein muss. Insofern ist BER sehr gut auf die aktuellen Bedürfnisse (und die der Zukunft geplant. Solange es genug Laufbänder gibt (die auch schnell genug sind) sind auch längere Entfernungen nicht so schlimm.

  • Dach des BBI Haupt-Pier

    Hallo,

    ich habe einmal das Dach des Main-Pier auf dem Baufoto mit dem Planungsbild verglichen. Dabei sieht es auf dem Planungsbild so aus, als ob die gesamte Decke lichtdurchflutet ist, also mit Glasfenstern versehen.
    In der Realität sind nur wenige Scheiben an der Decke verbaut worden. Meistens ist die Decke mit grauen oder weißen (so genau ist das nicht zu erkennen) Platten verkleidet.
    Bleibt das nur so, bis noch richtige Fenster eingesetzt werden, oder arbeitet man z.B. mit einer indirekten Beleuchtung als Lichteffekt?

  • Hm, hast recht. Fällt mir jetzt auch auf. Ich vermute mal, dass sich an der Decke nicht mehr viel ändern wird. Die "dunklen Stellen" in der Decke haben ja jeweils 4 große Deckenlampen, dunkel wird es in der Halle also nicht werden, vll. war in der Simulation die Decke auch deswegen so durchgehend hell, um die Dachkonstruktion kenntlich zu machen, oder es gab halt Planänderungen. Indirekte Beleuchtung ist natürlich auch möglich, müsste aber noch nachträglich angebracht werden, ist nämlich bisher nicht vorhanden (soweit zu sehen).

    Einmal editiert, zuletzt von Richard Neutra (10. März 2011 um 15:02)

  • oldtown:
    Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt daneben liege, aber ich meine mal in einem Bericht gesehen zu haben, wie die Decke mit hauchdünnen, aber begehbaren Folien abgehängt wurde. Die waren so hauchdünn, dass auch dem vorführenden Herrn Ingenieur der Schweiss im Gesicht stand :D
    Ob diese Folien jetzt direkt der Sonen ausgesetzt sind, oder vielleicht nur künstlich hinterleuchtet werden, weiss ich auch nich mehr, aber sie ergäben sicherlich eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes.
    An dieser Stelle kann uns doch sicherlich jemand weiterhelfen, der in dem Projekt mehr drinsteckt.

    Was mich auch noch gerade beschäftigt, aber vllt. etwas weniger "Willy Brandt" spezifisch ist: Eine der 13 Langstrecken ex Berlin ist Ulan-Bator. Wieso? Ist Ulan-Bator ein Drehkreuz für Asien? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mongolei, an sich, interessant genug ist, um diese Verbindung auszulasten.
    Scheinbar scheint diese Frage niemanden mit Fachkenntnis zu beschäftigen, denn ich fand nirgends eine Diskussion dazu. Hier möglicherweise jemand anwesend der einem Laien die Fragezeichen vertreiben kann?

  • Ulan-Bator

    Die Verbindung stammt bereits aus DDR-Zeiten, es war eine der ersten Auslandsverbindungen vom damals eröffneten Flughafen Schönefeld.

    Zudem ist es die einzige Direktverbindung von MIAT nach Europa (über Moskau).

    Immerhin mal was besonderes für Berlin. Wie ich aus privater Quelle weiß, ist die Auslastung der Verbindung gut bis sehr gut.

  • Gluehstrumpf: Dann musst Du natürlich eher in Luftfahrtforen schauen, z.B. in unserem schönen http://www.berlin-spotter.de
    Ansonsten hat Backstein ja schon viel gesagt.
    Übrigens leben nirgendwo auf der Welt (!) mehr Mongolen als in Berlin, außerhalb der Mongolei natürlich.
    Wer, wie ich schon mal mit MIAT geflogen ist, weiss die kleine, feine Airline zu schätzen in der der Gast noch König ist. Du kannst schon für knapp 600 nach Seoul (ICN) und für etwas mehr nach Tokio (NRT) weiterfliegen. Und das ist alle mal mehr Reiseerlebnis als über die großen Hub's.
    Passagiere sind aus ganz Europa drinnen.
    Trotz langjährigem Erfolg hätten wir die Verbindung (2x Winter, bis 4 x Sommer pro Woche) dieses Jahr fast verloren, anscheinend hatte "Fraport" aggressiv geworben . . . die mongolische Gemeinde Berlin's hat dem aber einen Riegel vorgeschoben. :daumen:

  • Dekoratives Anführungszeichen

    oldtown:
    Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt daneben liege, aber ich meine mal in einem Bericht gesehen zu haben, wie die Decke mit hauchdünnen, aber begehbaren Folien abgehängt wurde. Die waren so hauchdünn, dass auch dem vorführenden Herrn Ingenieur der Schweiss im Gesicht stand :D
    Ob diese Folien jetzt direkt der Sonen ausgesetzt sind, oder vielleicht nur künstlich hinterleuchtet werden, weiss ich auch nich mehr, aber sie ergäben sicherlich eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes.

    Gluehstrumpf

    Jetzt wo Du das mit der "Folie" erwähnst, kommt mir auch die Erinnerung an einen Fernsehbeitrag. Ich glaube, es könnte sogar die Abendschau im rbb gewesen sein. Ca. in der ersten Hälfte 2010.
    Dort war glaube ich ein Bauarbeiter auf einem Träger unterwegs, der zwischen diesen Abhängern entlanglief. Es wurde außerdem behauptet, dass die Decke auch das Gewicht des Arbeiters ohne Probleme aushielte.
    Kann sich noch jemand daran erinnern oder vielleicht einen Link posten?

  • #Offtopic: Dass MIAT gar nicht so schlecht ist, kann ich nur bestätigen, bin einmal mit denen von SVO geflogen und habe ein anderes Mal trotz 120-Euro-Ticket 3 Wochen vor Flug alles bis auf den letzten Cent zurückbekommen. Der eine Flug war in jedem Fall sehr voll, auch mit vielen Durchfliegern Ulan-Bator - Berlin.

  • Deckenkonstruktion BBI

    Jetzt habe ich etwas zur Deckenkonstruktion herausgefunden:

    Unter
    http://www.airportzentrale.de/?p=4696

    steht geschrieben:

    "Ebenso gehen die Montagearbeiten an der Dachmembran weiter. Die Passagiere werden
    die Unterseite des Terminaldachs ähnlich wie im Berliner Olympiastadion als eine im
    tageszeitlichen Wechsel helle und freundliche Decken-Membrankonstruktion erleben. Zu
    Wartungszwecken wird die Membran begehbar sein."

    Na das wird bestimmt sehr anschaulich!

  • Danke für die Aufklärung im Falle Ulan-Bator! :daumen:

    Etwas beunruhigende Nachrichten gibts jedoch hier:

    http://taz.de/1/berlin/artik…l-nachts-krach/

    Zugegeben die taz mag für einige hier keine akzeptable Quelle sein, aber die Quintessenz bleibt: Das Gutbürgertum will Verreisen, aber keine Flugzeuge am eigenen Himmel. Am Samstag wird es wieder eine Demonstration mit erwarteten 10.000 Teilnehmern geben. Dabei sieht sich diese Elite als Vertreter der 750.000 Anlieger, pardon 749.999, denn mich vertreten sie schonma nicht!

    Generell ist die Antibewegung wohl einfach zu groß um sie zu ignorieren.
    Berlin hat diesen Flughafen so nötig, und diese geballte Unsachlichkeit der Gegener macht mich eifnach nur wütend und traurig.
    Hoffen wir, dass dieses Theater nur eine "Fußnote" in der Geschichte des Flughafens werden wird.

  • Wenn man die ganze Gegenbewegung so betrachtet, dann kann ich nur darüber schmunzeln - jahrelang wurde geplant & bekannt gegeben, geplant & bekannt gegeben und nun?! :nono:

    Ein paar Tage vor Eröffnung merken nun die Anrainer, dass sie im Einzugsgebiet des BBI wohnen. Ich kann nur mit dem Kopf darüber schütteln, dass jetzt Mitbürger wach werden und denken, sie könnten einer der wichtigsten Infrastrukturprojekte Deutschlands mit Besenstielen, bemalten Bettlaken und kindlichen Alternativvorschlägen stoppen.

    Sorry, ihr seid einfach nur dumm, dumm, dumm!

    Sämtliche Teilnehmer dieser Demos inkl. Familienmitglieder sollten registriert werden und auf Lebenszeit ein personenbezogenes Nutzungsverbot für den BBI ausgesprochen bekommen. Mal sehen, ob sie dann 1 x im Jahr Ihre Charterflieger nach Spanien, die Türkei, Ägypten oder Tunesien von anderen Flughäfen stillschweigend nehmen oder dann auch wieder rumjammern, dass der Weg zum Airport ja so lang ist.

    Die Zeiten des Westberliner Inseldaseins mit subventionierten Alliiertentickets oder ostdeutscher Lufttransporte in den Ostblock sind nun endgültig vorbei - Gott sei Dank!

    Der BBI wird kommen - wird in 10 - 15 Jahren grösser sein, als jetzt geplant und keiner der spiessigen Schreihälze hat mehr was zu melden!

    Rechnet man die 6.000 Teilnehmer der Demos gegen 22.000.000 Pax p.a. auf ist klar, wer hier mehr Einfluss hat.

    Derartige Gegenbewegungen können nicht verhindern, sondern nur verzögern - Verzögerungen kosten auch das Geld der Demonstranten, und darüber wird dann auch wieder gejammert und demonstriert.

  • Also antipolis.

    Anwohner,friss oder stirb ? Man hat sich für einen stadtnahen Standort entschieden und nun sieht die Folgen. Es kann ja wohl nicht sein,dass so ein Grossprojekt in einem vorher schon bebauten Gebiet einfach durchgewinkt wird und die betroffenen Anwohner die Klappe halten sollen.

    Ein Hauptargument für den Neubau in SXF war immer,dass dadurch das Berliner Stadtgebiet nicht mehr überflogen werden wird.Jetzt stellt sich heraus,dass stimmt überhaupt nicht.
    Es gab genügend andere Standorte aber die damaligen Stadtoberen wollten es so gemütlich wie in TXL,nur grösser und moderner halt.

    Apropo Ausbau.Mit dem Standort in Schönefeld hat man sich der Ausbau Optionen weitgehend beraubt.Bis 40 Millionen dürfen die Passagier Kapazitäten des Terminal ausgebaut werden.
    Das Problem ist aber die Start und Landekapazität mit nur zwei Bahnen.Ein Drehkreuz mit 40 Millionen Passagieren ist kaum mit zwei Bahnen zu betreiben.Um ein Drehkreuz zu betreiben,bedarf es vieler Zubringerflüge mit kleinem Fluggerät.Und die verstopfen sehr schnell die Bahn.

  • Also erstmal betreibt LHR auch nur 2 Bahnen und die haben das größte Fluggastaufkommen in Europa. Mit intelligentem Bahnendesign und größeren Fliegern ist es also durchaus möglich auch 40 Mio. PAX in Berlin abzufertigen.

    Zweitens kann ich die Kritik an den Flughafengegnern mehr als nur teilen: Es wurde lange genug geplant, die Möglichkeit der Änderung der Flugrouten war auch bekannt, wenn auch nicht so offensichtlich und Fluglärm gab und gibt es auch zu SXF-Zeiten. Die Leute tun ja gerade so, als würde der Flughafen völlig neu aus dem Boden gestampft und vorher hätte es dort gar keinen Flugverkehr gegeben. Der Flughafenstandort ist gut gewählt, denn Sparenberg wäre am Arsch der Welt gewesen und viel teurer, von den Zeitverlusten ganz zu schweigen. Vor allem hätte es die gleichen Proteste gegeben, wäre es irgendwo anders an der Peripherie Berlins gebaut worden. Die Leute bekommen eine angemessene Entschädigung angeboten oder umfangreiche Schallschutzmaßnahmen, aber es ist eben nur in Deutschland möglich, dass eine Handvoll Leute sich einem Projekt von nationalem Verkehrsinteresse entgegenstellen kann und am Ende sogar noch Zugeständnisse bekommt. :nono:

  • Ein Flughafenprojekt ist nunmal kein Einfamilienhausbau. Ein großer Flughafen wird immer Vor- und Nachteile aufweisen, egal an welchem Standort. Mag ja sein, dass in Sperenberg ein 24-Std.-Betrieb möglich gewesen wäre und ein Flughafen dort noch mehr Ausbaupotential gehabt hätte. Dafür wäre er nur über eine teure Schnellbahnverbindung (oder weite Autoanfahrt) erreichbar gewesen, man wäre sicher nicht zum Berlin-ABC-Tarif dorthin gekommen. Für Privatreisende, Urlaubsreisende sowie Leute, die nur jemanden abholen möchten, wäre das von großem Nachteil. Für die wirtschaftliche Entwicklung hingegen vielleicht egal. Dem einen ist das eine, dem anderen das andere wichtiger. Wir leben in einer Demokratie und jeder darf zum Glück nicht nur seine eigene Meinung haben, sondern sie auch laut sagen - ob es der anderen Seite nun passt oder nicht. Daher sollte man keine Rumhackerei betreiben und sachlich diskutieren.

    Außerdem ist es doch müßig, ständig zu sagen, was wär gewesen, wenn... Der Flughafen wird in Schönefeld Süd gebaut und nächstes Jahr eröffnet. Der Drops ist gelutscht und jetzt ist daraus da bestmögliche zu machen: Sowohl die wirtschaftlichen Interessen zu wahren als auch die Lärmbelastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. Das geht halt nur mit Kompromissen, die auch an jedem anderen Standort nötig gewesen wären. Wir leben nun mal in einem dichtbesiedelten Land mit hoher Mobilität, da kann man es nicht allen völlig recht machen.

    Mit 2 Bahnen und einer Ausbaukapazität bis 45 Mio. Passagiere ist der Flughafen sicher für lange Zeit ausreichend dimensioniert. Es gibt genügend deutlich größere Flughäfen, die auch nur über zwei Bahnen verfügen. Und was in 20 oder 40 Jahren ist, weiß eh keiner. Sollte das Wunder geschehen und eines Tages wesentlich mehr als 45 Mio. Paxe von/nach Berlin fliegen, wird sich eine Lösung finden lassen. Vielleicht wird 2050 dann abermals ein neuer Flughafen gebaut, oder die Flugzeuge sind bis dahin extrem leise geworden oder aber Fliegen wird für die meisten dann eh unerschwinglich... wer weiß.

    2 Mal editiert, zuletzt von Backstein (23. März 2011 um 22:45) aus folgendem Grund: Korrektur

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Also erstmal betreibt LHR auch nur 2 Bahnen und die haben das größte Fluggastaufkommen in Europa. Mit intelligentem Bahnendesign und größeren Fliegern ist es also durchaus möglich auch 40 Mio. PAX in Berlin abzufertigen.

    Ein schlechter Vergleich.In London Heathrow landen keine Fokker und keine CRJ.Da kommen die grossen Langstreckenmaschinen rein.Das heisst,man kann mit weniger Landungen mehr Passagiere als in Berlin generieren. London ist der Verpätungs anfälligste Flughafen in Europa.
    Und London hat mehr als nur einen Flughafen.So dass auch kleinere Maschinen landen können.
    In Hongkong ist genau das Gleiche.Nur grosse Flieger.
    In München z.B. ist genau das Gegenteil.München hat extrem viele Verbindungen,häufig mit CRJ und anderen Kleingerät.München ist heute schon dicht,bei weit unter 40 Mio.Passagiere p.a.Deswegen baut München auch die dritte Startbahn.
    Wer ein Drehkreuz will,muss auch Flüge nach Salzburg,Minsk und Bolognia anbieten.Da sitzen dann keine 200 Leute drinn,höchstens 80.