Immobilienmarkt und -wirtschaft

  • ^ Man scheint aber hartnäckig dran zu bleiben.
    Die Anzeigen in den Internetportalen wurden lange Zeit auf zwei Wohnungen beschränkt und sind für kurze Zeit verschwunden/wieder heraus genommen wurden & nun wieder mit mehreren Wohneinheiten eingestellt.
    Wenn man hartnäckig daran weiter festhält, so kann das schon was werden, zumal die Umgebung wahrlich für so etwas spricht.

  • Es ist schon heftig:


    KPM Verkauft seine Wohnungen wie geschnitten Brot.


    Erst kürzlich eingestellte Wohnungen und selbst die im Mehrfamilienhaus an der Gerichtstraße/Kaßberg, wo es erst Mietwohnungen sein sollten, sind fast alle Reserviert oder bereits Verkauft.


    Dann dürfte es schon stimmen, das der Markt hier auch in diesem Segment angekommen ist.
    Es wird also für manch andere Vorhaben gar nicht so schlecht aussehen, wenn sie sich auch gut auf dem Markt präsentieren können.

  • Es ist schon heftig:


    KPM Verkauft seine Wohnungen wie geschnitten Brot.


    Erst kürzlich eingestellte Wohnungen und selbst die im Mehrfamilienhaus an der Gerichtstraße/Kaßberg, wo es erst Mietwohnungen sein sollten, sind fast alle Reserviert oder bereits Verkauft.


    Laut Internet sind alle Wohnungen noch zu haben. In Realität sieht das sicher anders aus! Ich beobachte das schon eine ganze Weile. Welche "Masche" dahinter steckt, verstehe ich nicht!


    Im Übrigen möchte ich meinen ersten Beitrag vor allem auch dazu nutzen dwt und den anderen Forumsteilnehmern für die vielen Bilder und Informationen zu danken! :daumen:

  • Zahl der desolaten Gebäude sank von 357 (2012) auf 200

    Im Zusammenhang mit der Übernahme des Poelzig-Areals durch die Hansa Real Estate wurde der Tag24-Artikel vom 17.09.2016 vermutlich schon mal erwähnt:


    BAULÖWEN SANIEREN IMMER MEHR CHEMNITZER HÄUSER
    https://www.tag24.de/nachricht…-chemnitz-bauwesen-163319


    Über den Aufhänger hinaus von Interesse dürften diese Informationen sein. Martin Neubert (34) von der Agentur „StadtWohnen“, die im Auftrag der Stadt versucht, ruinöse Gebäude vor dem Verfall zu retten, bestätigte das gestiegene Interesse an Chemnitzer Immobilien: „Seit zwei Jahren sind die Nachfragen von Investoren spürbar gestiegen.“ Die Agentur konnte bislang rund 60 "Abrisskandidaten" an Investoren vermitteln beziehungsweise Sanierungen anschieben. Die Zahl der desolaten Gebäude sank von 357 im Jahr 2012 auf derzeit rund 200.

  • Schön, dass man mal wieder etwas von der Agentur „StadtWohnen“ hört. Auf deren Objektportal hat sich nämlich schon monatelang nichts getan. Abgesehen von einer kürzlich hinzugefügten Zwangsversteigerung präsentieren sich dort schon länger ganze drei Gebäude den potentiellen Investoren. Hier sollte man wie in der Vergangenheit angekündigt dringend die Bemühungen intensivieren, weitere von hunderten maroden Gebäude anbieten zu können.


    Bei der Zwangsversteigerung handelt es sich um die Zieschestraße 25a, deren 13 Wohneinheiten am 20.10.2016 einzeln als Eigentumswohnungen versteigert werden. Es dürfte allerdings Gift für die nötige Sanierung des Gesamtgebäudes sein, wenn nicht ein Investor alle Wohnungen erwirbt.

    Bild: (dwt).

  • Das alternative Wohn- und Kulturprojekt Kompott an der Leipziger Straße, Ecke Matthesstraße ist von der GGG an die bisherigen Mieter verkauft worden (Freie Presse). Dies umfasst die Adressen Leipziger Straße 3 bis 5 sowie die Matthesstraße 23/25, zusätzlich wurde auch das wohl bisher nicht genutzte Gebäude Matthesstraße 21 veräußert. Die neuen Eigentümer kündigen mit der jetzt vorhandenen Rechtssicherheit Investitionen ins Dach und vor allem den Medienanschluss der Matthesstraße 21 an. Damit wird also auch ein bisher leerstehendes Gebäude wieder einer Nutzung zugeführt.


    P.S.: Ich wage die Prognose, dass es zur Höhe des Verkaufspreises ("unter Marktniveau") die ein oder andere Ratsanfrage der "oppositionellen" Fraktionen geben wird.

  • Limbacher Straße 12/Stadtteil Schloßchemnitz
    via StadtWohnenChemnitz:


    Das Wohnhaus, Limbacher Straße 12 wird bei StadtWohnen Chemnitz im Internet zum Verkauf angeboten.


    Die Seiteneinstellung ist jedoch noch von 2013.
    Das gleiche gilt für die Müllerstraße 4, die ebenso immer noch im Netz zum Verkauf steht, obwohl diese gerade Gesichert wird.
    Die Müllerstraße 4, hier zuletzt im Beitrag < bekommt aktuell ein neues Dach.
    Das Dachgeschoss, alles ab Schräglage hat man nun abgetragen.


    Bei der Limbacher Straße 12, zuletzt hier berichtet <, hat man wie vermutet, die maroden Hofgebäude entfernt.
    Ich gehe hier davon aus, das es einen neuen Eigentümer gibt.


    Was ich damit auch sagen möchte:


    Eventuell hält man sich über manche Sachen bewusst bedeckt.
    Man erfährt es dann mit einer Pressemitteilung, die es zum Thema vielleicht einmal im Jahr gibt.
    Aber ganz schlüssig ist mir das bei denen auch nicht, zumal es ganz sicher auch weiterhin Verkäufe oder ähnliches geben muss, gerade in der gegenwärtigen Zeit.

  • In dem Artikel ist aber ein unfreiwillig komischer Fehler:


    "Zudem ist die Nachfrage nach Wohnungen in der Innenstadt geringer als das Angebot. Das ist inzwischen auch zu Investoren durchgedrungen,..."


    Also ich hoffe, dass das ein Fehler ist.

  • ^ Das habe ich mir auch so gedacht.
    Das müsste ein Fehler sein, da man ja bekanntlich genau das Gegenteil erfahren hat.
    Es würde auch nicht zum Gesamttext des kleinen Artikels passen und passt so auch nicht.

  • Ganz verkehrt ist die Aussage, dass das Angebot in der Innenstadt größer als die Nachfrage ist, aber auch wieder nicht. Allein die GGG bietet aktuell 382 leere Wohnungen im Zentrum zur Miete an. Das Angebot kann offensichtlich aber die vorhandene Nachfrage wegen fehlender Deckungsgleichheit nicht ganz befriedigen.

  • Bei meiner Suchanfrage bei der ggg im Chemnitzer Zentrum kam ich auf 289 freie Wohnungen.


    Dabei sind ganze 206 Wohnungen im Plattenbau zu finden, viele davon auch im nicht sanierten Zustand.


    Dabei kann ich in meiner Glaskugel erkennen, das man sich auf eine Hochwertige Sanierung an der Augustusburger Straße, sowie an der Dresdner Straße keine Hoffnung machen braucht.
    Die Mieter die dort freiwillig heute einziehen, werden später auch nicht mehr Miete zahlen.


    Es wird eine einfache, via Sonnenberg-Platte werden.


    Die ggg beabsichtigt nach drängen der OB die Platten entlang der Augustusburger/Dresdner Straße zu sanieren.
    Ebenso werden Wohnungen in unsanierten Platten an der Theresenstraße, ein künftiger Hinterhof zum neuen Johannisviertel, Karl-Liebknecht-Straße, Jägerstraße, Nordstraße, Färberstraße.. angeboten.

  • „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland der TAG Immobilien AG

    procontra-online, 13.10.2016
    Blühende Landschaften im Osten?
    Laut dem „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland“ erleben ostdeutsche Mittel- und Großstädte ein Comeback. Wo Miet- und Kaufpreise steigen.
    http://www.procontra-online.de…de-landschaften-im-osten/


    cash-online, 13. Oktober 2016
    Ostdeutsche Mittel- und Großstädte im Aufschwung
    Nicht nur Dresden und Leipzig, auch Mittelstädte in Ostdeutschland verzeichnen eine hohe Wohnungsnachfrage. Einer Marktstudie der TAG Immobilien AG zufolge locken B-Städte mit Renditen von durchschnittlich neun Prozent.
    http://www.cash-online.de/immo…edte-im-aufschwung/343996


    u.a.m.


    Den „Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2016“ der TAG Immobilien AG sowie die dazugehörige Präsentation findet ihr unter
    http://www.tag-ag.com/service/…ads/wohnungsmarktbericht/


    Auf den Seiten 33 bis 35 geht es um Chemnitz, Freiberg und Döbeln (Kaufpreise, Mieten, Prognosen usw.)

  • Nochmal zu dem oben bereits zitierten Artikel:


    Immobilien-Zeitung, 6.10.2016
    Chemnitz braucht Wohnungen
    Zwischen Kaufhaus Tietz und Johanniskirche soll ein Wohnquartier entstehen.
    Dresden und Leipzig sind abgegrast, Chemnitz dagegen bietet noch jede Menge Chancen für Investoren. Vor allem Wohnungen sind gefragt.
    http://www.immobilien-zeitung.…hemnitz-braucht-wohnungen


    Darin steht auch, dass es bis 2025 nach Prognosen der Stadtverwaltung 265.000 Einwohner_innen sein könnten, rund 15.000 mehr als heute (dazu mehr unter http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=536720 ff.). Je nach Haushaltsgröße wären es ungefähr 7500 bis 8500 Wohnungen.


    Offenbar ebenfalls nach aktuellen (?) Angaben der Stadtverwaltung stehen zurzeit noch etwa 7,5% der 155.000 Wohnungen in Chemnitz leer. Das sind 11.625 Wohnungen.


    Unklar ist mir, ob es sich um den Gesamtleerstand handelt oder um den marktaktiven Leerstand. Bei ersterem wäre es ja enorm schnell gegangen, denn laut einer im Frühjahr 2014 veröffentlichten Schätzung der Stadtverwaltung standen vor drei Jahren noch 17,5% der Wohnungen leer, insgesamt 26.340. Oder die Zahlen waren falsch. Der Zensus am 9. Mai 2011 hatte 20.988 leerstehende von insgesamt 154.196 Wohnungen ermittelt (13,6 %). Zu den Leerstandszahlen vgl. http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=500218.



    Potentielles Angebot nach Sanierung und Nachfrage stimmen nicht unbedingt überein. Schon jetzt mangelt es in bestimmten Segmenten an Angeboten. "Während zwischen 40 und 80 m² große Wohnungen reichlich vorhanden sind, fehlen sowohl kleinere wie auch größere Einheiten", sagt Sören Uhle, Chef der Chemnitzer Wirtschaftsförderung.



    In Chemnitz werden auf Immobilienscout24 mit Stand heute morgen 4.146 Mietwohnungen angeboten. In Leipzig sind es 4.497 bei einem grob geschätzten Leerstand von ca. 6.000 bis 7.000 marktaktiven Wohnungen und insgesamt etwa 16.000 Wohnungen (http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=537054). In Dresden sind es 3.078 Mietangebote, der Leerstand beträgt hier insgesamt etwa 19.000 Wohnungen, von denen 3.000 Wohnungen ruinös sind. Ob dies dem nicht marktaktiven Leerstand entspricht oder dieser höher ist, geht aus den Zahlen der Dresdner Stadtverwaltung nicht hervor (http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=537041).

  • ^ Ein Chemnitzer Immobilienmakler berichtete mir kürzlich, das es im Beispiel von Vier Zimmer Wohnungen 35 bis 40 Bewerber gäbe. Auch kleinere Wohnungen werden wieder gut nachgefragt.

  • Dass gerade sehr kleine Wohnungen (Einpersonenhaushalte) und sehr große Wohnungen (4- und mehr-Personenhaushalte) gesucht werden zeigt sich auch in anderen Großstädten wie am nächsten an Chemnitz in Leipzig und Dresden. Es hängt unmittelbar mit den Hauptgruppen an Zuwander_innen zusammen, die den Hauptanteil am Einwohner_innenwachstum haben oder zumindest doch an der Kompensation der Einwohner_innenverluste durch den negativen natürlichen Saldo:


    Jüngere Menschen (ca. 18 bis 35) vor oder in der Phase der Familiengründung, gern auch mit zwei oder mehr Kindern - oft Akademiker_innen und/oder aus der Mittelschicht.


    Ältere Menschen (über 60), meist auch nicht arm und noch agil und erlebnishungrig, die häufig aus dem weiteren Umland zuziehen.


    http://www.deutsches-architekt…m/showthread.php?p=529334


    Gibt es Analysen in Chemnitz, wer in den letzten Jahren woher (und warum) zugewandert ist und ob bzw. wie sich die Kohorten verändert haben?


    Die Nachfrage begründet - neben der allgemeinen Anlagestrategie in Immobilien angesichts der Nullzinsen - auch, warum Neubau und die fast immer hochpreisige Sanierung von Beständen aus der Zeit vor 1914 die Hauptrolle spielen, während die Bestände des industriellen Wohnungsbaus geringer nachgefragt werden und höhere Leerstände zu verzeichnen haben. Sie sind stärker genormt und ihre Grundrisse lassen sich im Vergleich mit historistischen Mehrfamilienhäusern schwerer verändern. Und natürlich spielt auch das Wohnumfeld eine große Rolle, bei dem Altneubauten der 50er/60er Jahre und Plattenbauten zumindest bei besagten Zuwander_innen als weniger attraktiv gelten als "Gründerzeit"-Gebiete mit Mischnutzung, Höfen, Eckläden, ... .


    Diese Entwicklung zeigt sich unter anderem im Umfeld des Brühls, im Lutherviertel und in Bernsdorf. Mal sehen, wann sie den Sonnenberg so richtig erreicht.

  • Zitat

    Gibt es Analysen in Chemnitz, wer in den letzten Jahren woher (und warum) zugewandert ist und ob bzw. wie sich die Kohorten verändert haben?


    Das frage ich mich auch. Öffentlich bekannt ist diesbezüglich nichts, und ob es in der Stadtverwaltung anders aussieht, halte ich nicht für sicher. Genau solche Informationen sollten aber öffentlich kommuniziert werden, da man damit eventuell eine Datenbasis für Investitionen schaffen könnte. Schon heute gibt es Fälle, wo Investoren mit Schwerpunkten in anderen Städten auf der Suche nach neuen Möglichkeiten nach Chemnitz gekommen sind (Hansa Real Estate), dieses Interesse muss man aber mit allen Mitteln fördern. Wenn die von (dwt). zitierte Nachfrage nach großen Wohnungen auch nur ansatzweise stimmt, müsste die Stadt das eigentlich mit Nachdruck in die Hirne der deutschen Immobilienwirtschaft hämmern, denn leerstehende Objekte mit und ohne Denkmalstatus zur Befriedigung dieser Nachfrage gibt es mehr als genug.


    Die statitischen Quartalsberichte liefern als einzige zusätzliche Information Zahlen zu der Bevölkerungsbewegung von Ausländern, eine Interpretation bleibt dann aber jedem selbst überlassen. So ist es auch bei den regelmäßigen Angaben zu der Bevölkerung in den Stadtteilen, die neulich mit Stand 30.09.2016 veröffentlicht wurde (Link). Diese hat mich aber positiv überrascht, weil eine minimale Zunahme der Gesamtbevölkerung um 0,08 % zu verzeichnen ist. Es müssen die deutlich herauslesbaren Rückgänge der asylsuchenden Bevölkerung also anderweitig kompensiert worden sein. Auch überwiegen die Stadtteile mit positivem Saldo. Die Entwicklung im Vergleich mit dem 30.06.2016 (damaliger Vergleich mit dem 31.12.2015 siehe hier):


    • Schönau +1,30 %
    • Einsiedel +1,16 % (Sondereinfluss Asylbewerber?)
    • Rottluff +1,15 %
    • Wittgensdorf +0,85 %
    • Zentrum +0,79 %
    • Rabenstein +0,76 %
    • Kleinolbersdorf-Altenhain +0,73 %
    • Sonnenberg +0,57 %
    • Glösa-Draisdorf +0,55 %
    • Kappel +0,47 %
    • Erfenschlag +0,43 %
    • Altendorf +0,39 %
    • Röhrsdorf +0,34 %
    • Klaffenbach +0,32 %
    • Kaßberg +0,26 %
    • Schloßchemnitz +0,22 %
    • Harthau +0,21 %
    • Siegmar +0,17 %
    • Lutherviertel +0,12 %
    • Mittelbach +0,09 %
    • Hilbersdorf +0,07 %
    • Morgenleite +0,07 %
    • Adelsberg +0,05 %
    • Helbersdorf +0,03 %
    • Yorckgebiet +0,03 %
    • Gablenz -0,03 %
    • Bernsdorf -0,03 %
    • Borna-Heinersdorf -0,03 %
    • Altchemnitz -0,07 %
    • Markersdorf -0,08 %
    • Grüna -0,11 %
    • Stelzendorf -0,15 %
    • Kapellenberg -0,15 %
    • Hutholz -0,23 %
    • Euba -0,31 %
    • Reichenbrand -0,32 %
    • Reichenhain -0,37 %
    • Ebersdorf -3,79 % (Sondereinfluss Asylbewerber)
    • Furth -4,73 % (Sondereinfluss Asylbewerber)


    Am bemerkenswertesten finde ich die Zunahme in einigen ländlichen Stadtteilen wie Rottluff oder Wittgensdorf (bei geringen absoluten Zahlen) sowie den deutlichen Anstieg auf dem Sonnenberg, wo 0,57 % Plus immerhin 83 Personen bedeutet. Das mag noch niemanden vom Sessel reißen, aber in nur drei Monaten ist das nicht schlecht und könnte ein erstes zaghaftes Indiz für eine positive Tendenz sein. Übrigens ist auch im Zentrum ein konstanter Bevölkerungsanstieg zu beobachten.