Der Altstadt-Salon

  • Archäologische Funde müssen umziehen

    darunter sogar ein steinerner Sarkophag (!?) und das große Stadtmodell. Die Bürger sollen so wenig wie möglich von dem Umzug merken.

    In vier Wochen dann, "gehen im technischen Tathaus die Lichter" aus. Etwa Anfang Dezember werden die Bauarbeiter damit beginnen, das Gebäude innen zu entkernen.

    Im neuen "Rathaus", gleich im Erdgeschoss sollen dann das große Stadtmodell und die Bebauungsplan-Auskunft zu finden sein.

    Das Archiv der Bauaufsicht mit seinen 16.000 Regalmeter Akten kommt in das Untergeschoss des Stadtwerkehauses, wo extra ein Teil der Tiefgarage umfunktioniert wurde und wird im ersten Stock seine Leseräume haben.

    Die fnp-online berichtete am 13.10.2009:
    http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6685757.de.htm

    Aus gleichem Anlass schreibt die fnp-online noch in diesem Beitrag, ebenfalls vom 13.10.2009:
    http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6685715.de.htm


    Die Stadt steht womöglich beim Altstadt-Projekt vor einem Scherbenhaufen, meint die fnp-online orakelhaft. Doch davon will das Planungsdezernat nichts wissen und hält am bisherigen Zeitplan optimistisch fest.

  • ^


    Keinesfalls. Wenn es allerdings nach gewissen Kreisen geht, so wird nun, wie man es selbst in den letzten Jahren noch auf den Veranstaltungen mit einem hohem Anteil an Architekten vernehmen konnte, hier ein "preisgekröntes Meisterwerk" der 1970er Jahre abgerissen, das "die Bevölkerung damals so wollte" (beides so gehörte Originalzitate).


    Ich frage mich, ob das wirklich die Meinung von einem überwiegenden Anteil der "Professionellen" ist, oder ob hier nur der Grundsatz des Nicht-ans-Bein-Pinkelns gegenüber den Kollegen von damals gilt. Sowas ist ja bei anderen ähnlich elitären Berufen (Juristen, Mediziner etc.) auch weit verbreitet.


    Auch dass der Abriss dieses Gebäudes die Vernichtung von Kulturgut der 1970er Jahre darstellt, den man in einigen Jahrzehnten bedauern würde (Aussage eines Denkmalpflegers) halte ich für gelinde gesagt zweifelhaft.

  • ^ RMA
    Hallo, jemand zu Hause? Kannst du mal dein ständiges, grundsätzliches und absurd verallgemeinerndes Architekten-dissen sein lassen??? Du wirst es kaum glauben, aber es gibt nicht DIE Architekten, sondern wie in allen anderen Bereichen unterschiedliche Menschen mit z.T. weit auseinander liegenden Geschmäckern. Deine lästigen Hinweise das DIE (Finger-zeig) eh keine Ahnung haben und nur dein Geschmack der einzig wahre ist nervt schon länger gewaltig.
    Damit habe ich jetzt nicht - obwohl Architekt - das Technische Rathaus verteidigt!

  • headz : Ich kann beim besten Wissen kein "absurd verallgemeinerndes Architekten-dissen" bei RMA feststellen. Mir fällt RMA eher durch brilliant geschriebene Artikel zur Frankfurter Stadtbau-Geschichte auf.


    Es ist im Zusammenhang mit dem Technischen Rathaus sehr auffallend, wie sich immer wieder ansonsten selbstständig denkende Architekten hinter ihrem Verband stellen, auch wenn dieser abstruse Meinungen vertritt. Fest steht: Die breite Bevölkerung kann das Betonmonstrum Technisches Rathaus nicht mehr sehen. Die Abrissbagger mögen bald kommen.

  • headz
    wenn du in den letzten Jahren auf den Veranstaltungen betreffs des TR-Areals gewesen wärst,würdest du auch zu keinem anderen Schluss mehr kommen.Sicher gibt es in der Architekten-Gilde eine gewisse Varianz hinsichtlich der Geschmäcker,diese kam nur leider nie zu Wort oder wurde vermittels Sanktionen zur Räson gerufen.Im Vergleich zu dem,was auf diesen Veranstaltungen an grotesk bis peinlichem von einem Teil dieses Berufsstandes geboten wird,äussert sich RMA noch ausgesprochen moderat.
    Deswegen: Einfach mal bei der nächsten Präsentation reinschauen und staunen

  • Ohne jetzt den Anspruch auf Allwissen zu beanspruchen, aber man muss wohl keine Studie oder Volksbefragung beauftragen um annehmen zu können, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger in Frankfurt dem Technischen Rathaus keine Träne nachweinen werden.
    Den meißten Bürger mag die Architektur in dem Winkel der Stadt wohl nicht wichtig sein, da sich kaum einer in diese Ecke der Stadt verirrt. Und das ist doch wohl schon Zeichen genug, dass die Ecke unattraktiv ist.
    Sollte nach dem Abriss des TR, das Areal ähnlich dem Römerberg mit Rekonstruktionen bebaut werden, dann muss kein Prophet sein um vorrauszusagen, dass sich wesentlich mehr Leute in diese Ecke der Innenstadt verirren werden.
    Wie schon gesagt den meißten Passanten fällt es gar nicht auf wie die Architektur auf sie wirkt, aber wenn man ihnen Bilder von der vorher (TR) und nachher (reko historische Altstadt) vorlegt kann man sich auch denken wie sich die Bürger entscheiden. So, gesehen stimme ich mit RMA überein. Allerdings muss man das ja auch nicht ständig wiederholen. An diesen Ratschlag habe ich mich mit diesem Post, ja auch mal wieder nicht gehalten.:rolleyes:

  • @ headz: Das war eine ernst gemeinte Frage. Es tut mir Leid, wenn du das, wie offenbar geschehen, in den falschen Hals gekriegt haben solltest. Auch wenn ich in meinem Beitrag nichtmal implizit die Vorwürfe höre, die du darin gesehen haben willst. Gerade wenn du Architekt bist, hätte mich mal deine ehrliche Meinung zu dem Gebäude interessiert.


    Unabhängig davon ist es nunmal Tatsache, dass zumindest die Mehrzahl derer, die auch den deinigen Beruf ausüben *und* sich in die Altstadtdebatte einmischen, genau soviel Ahnung von der diffizilen Materie haben wie Politiker – also so gut wie gar keine. Das ist für mich eine der wesentlichen Essenzen, nachdem ich die Debatte nun mehr als fünf Jahre auch durchaus aktiv durch den Besuch zahlloser Veranstaltungen, dem Schreiben von Leserbriefen und dem Fragenstellen in irgendwelchen Ausschüssen beigewohnt habe.


    Letzteres hat DerFrankfurter in seinem Beitrag ansonsten schon recht erschöpfend dargestellt.

  • Der Verein «Pro Altstadt» ist auch nicht glücklich mit der Zusammensetzung des Gestaltungsbeirats für das Dom-Römer-Areal.

    Speziell mit Prof. Christoph Mäckler als Vorsitzender haben sie Probleme, da seine Entwürfe «unverkennbar modernistische Handschrift» trügen.

    Die fnp-online berichtet am 20.10.2009:
    http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6717672.de.htm

    Weiter kritisieren sie, dass der Gestaltungsbeirat hinter verschlossenen Türen tagen soll.


    PS: Der Stil der Polemik des Gast-Kommentators kommt mir bekannt vor!?

  • Wenn davon auszugehen ist, dass die etwa 6 Altstadthäuser, die originalgetreu rekonstruiert werden sollen, also dann auch auf dem Originalraster, sprich genau am gleichen Standort stehend, dann wird sich die "restliche Bebauung" wohl logischerweise an diesen "Eckpunkten" orientieren müssen und dementsprechend auch die Straßenverläufe (!?).

    Nach bisherigen Verlautbarungen und "Nicht-Verlautbarungen" sieht es aber wohl so aus, dass diese "restlichen Gebäude" nicht streng auf dem Originalraster stehen müssen und noch nicht einmal der jeweiligen original Gebäude-Ausrichtung, Gebäude-Form und Fassaden-Form entsprechen müssen. Sie müssen eben "nur" die entsprechende kleinteilige Charakteristik und altstadttypische Dichte aufweisen.

    Zunächst mal nur aus materieller Sicht, ergeben sich aus diesem Sachverhalt - sofern er denn tatsächlich zutreffen sollte - fatale Probleme und Hinderungen. Sowohl in der Planungs- und Bauphase als auch für eventuell spätere Bauvorhaben.

    Öffentlich sind derzeit nur vereinzelt "private" Rekonstruktionsvorhaben für das Areal bekannt geworden. Möglicherweise hat man im Planungsamt oder der Dom-Römer GmbH mehr Informationen. Wie aber soll ein Bauherr, der zusätzlich rekonstruieren will, einen Entschluss fassen, wenn in der Umgebung seines geplanten Vorhabens unbekannte Grundrisse und Gebäudeformen entstehen werden, die er natürlich noch nicht kennen kann und bei denen überhaupt nicht abzusehen ist, wie sie an "seine" Rekonstruktion" anlehnen, bzw. wie sie mit "seiner Rekonstruktion" harmonieren werden.

    Sind also die so genannten "restlichen Gebäude" noch nicht einmal original maßstäblich parzelliert, getrennt und unterteilt, so lässt sich auch nachträglich keine Rekonstruktion mehr einfügen, sofern dies später einmal von einem potentiellen Bauherren geplant sein sollte.

  • Der Neue

    Neugestaltung Dom-Römer-Areal

    Die fr-online berichtet über die frühkindlichen Einkäufe von Ingenieur und Architekt Michael F. Guntersdorf mit seiner Mutter im Spielwarenladen nahe des "Sandhaufens" Römerberg und seine schon lange gehegten Wünsche für ein gutes Gelingen der Stadt auf diesem Areal. Auch bekomme er eine "Gänsehaut" (in welcher Hinsicht?) bei dem Gedanken daran wer alles schon über den Krönungsweg geschritten sei (hört, hört!).

    Wenn auch die fr hier schon bewusst provozierend die Äußerungen des designierten Geschäftsführers der stadteigenen Dom-Römer-GmbH herausgreift und gleich darauf Jürgen Aha als Traditions-Hardliner tituliert, der verbrannte Häuser rekonstruieren will, geben diese doch erste Hinweise darauf wie Michael Guntersdorf seine künftige Aufgabe ausrichten will. Obwohl er ganz leidenschaftslos herangehen will, bezeichnet er quasi eine überwiegende Rekonstruktion als kurzsichtiges drüber kippen eines Kübel Fachwerkhäuser (!?). Über den Bau der Schirn-Kunsthalle habe er sich damals gefreut und will daran auch, wie am sonstigen Bestand, nicht rütteln. Wie kommt er jetzt dazu sich so zu äußern, wer hat ihn jetzt danach gefragt, kann er darüber entscheiden?

    Die fr-online berichtet am 31.10.2009:
    http://www.fr-online.de/frankf…werk-drueber-kuebeln.html

  • Auch wenn man die Gestaltungssatzung – inkl. Begründung- für das Dom-Römer-Areal auf den Bereich des geplanten Neubau des Historischen Museum anwenden würde, müsste nicht zwangsläufig ein besseres Ergebnis dabei herauskommen, da sich die Gestaltung gemäß "Begründung" nach "prägenden Gestaltelementen und Materialien der bestehenden Bebauung zu richten" hat, dabei ist die Schirn-Kunsthalle auch in der Begründung aufgelistet. Die steht nun mal in unmittelbarer Nähe sowohl des geplanten Historischen Museums als auch neben dem so genannten Dom-Römer-Areal. Obwohl in dieser Gestaltungssatzung ein merkwürdiger, noch unerklärlicher Widerspruch besteht zwischen der Schirn-Kunsthalle und einer geforderten "kleinteilig strukturierten und altstadttypischen Dichte".

    Mit der vieldeutigen Äußerung wiederum von Felix Semmelroth zum geplanten Neubau des Historischen Museum jüngst in der FR, "Es lässt sich Neues schaffen im Bewusstsein dessen, was dort historisch angelegt ist." könnte gemeint sein, dass sich der Entwurf des neuen HM von LRO an dem historischen Bild orientieren soll oder ein moderner Neubau mit nur verschwommenen Gedanken daran was einmal war, geschaffen werden soll? Welche Qualifikation für Planungen in der Altstadt? Aber immerhin, wegen seiner Bedeutung sieht auch er die Altstadt-Debatte als nicht abgeschlossen an!

    Die fr-online vom 03.11.2009 berichtet:
    http://www.fr-online.de/frankf…m_cnt=2055820&em_loc=1706

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    Anmerkung da verschoben
    Postet von RKWF am 10.11.2009 im DAF Strang "Neubau Historisches Museum – Info und Wettbewerbs-Thread"

    Einmal editiert, zuletzt von RobertKWF () aus folgendem Grund: Anmerkung

  • In letzter Zeit fällt auf dass sich Kulturdezernent Felix Semmelroth verstärkt mit Äußerungen zur Gestaltung der Altstadt und wie jetzt wieder zu Rekonstruktionen bemerkbar macht. Ob dieser Themenkomplex auch seine Zuständigkeitsbereiche tangiert, ist mir jetzt nicht bekannt. Als Frankfurter Amtsträger darf er natürlich auch mal seine Meinung dazu äußern. Ob diese Äußerungen eine Art Schützenhilfe für die Stadtplanung sind, eigene Amtsinteressen verfolgen oder seine ehrliche Privatmeinung abbilden, bleibt unklar.

    Seine bisherigen, mir bekannten Aussagen zur Altstadtbebauung wirken zwar noch vorsichtig verschwommen und mehrdeutig, zeigen aber doch die ablehnende Tendenz für weitere Rekonstruktionen, insbesondere natürlich beim geplanten Neubau des Historischen Museums, wo er sich wohl schon eindeutig positioniert hat.

    Warum er jüngst nun aber die "Altstadt-Debatte" und die "Rekonstruktion der Altstadt" auch in der Presse wiederholt ins Spiel bringt, gibt schon Anlass zum Nachdenken, da diese Themen ja wohl amtlich vom Gestaltungsbeirat, vom Planungsdezernat, von der Dom-Römer GmbH und vom Dom-Römer Ausschuss bzw. vom Souverän, sprich der Stadtverordnetenversammlung besetzt sind.

  • Ich frage mich eher, wieviel Deutungshoheit man einem Politiker beimessen muss, der die Parteien wechselt, um ein bestimmtes Amt zu erlangen. Darüber hinaus sind Semmelroths "Anmerkungen zur Altstadt" vor allem von einem geprägt, von wenig Sachkenntnis und dem Nachplappern längst bekannter Positionen. Von einem Kulturdezernenten erwarte ich persönlich etwas mehr.

  • Mäckler stellte im Südbahnhof den Gestaltungsbeirat für die Neubebauung des Altstadtareals vor und die FNP berichtet begeistert: Die Besten für die Altstadt.


    Ohne Bewertung und Kommentierung des Inhaltes, da ich dieses Minenfeld lieber den üblichen Verdächtigen ^ überlasse.

  • ^


    Ich als üblicher Verdächtiger halte den Gestaltungsbeirat übrigens für sehr gelungen besetzt. Wieviel Einfluss er besitzen wird, wenn es denn dann tatsächlich einmal losgeht, steht auf einem anderen Blatt, aber hier sind weitestgehend tatsächlich Leute versammelt, denen ich zutraue, etwas zur Gestaltung in Altstadtfragen beitragen zu können. Zu Herrn Lederer äußere ich mich nicht, da meine Meinung bekannt sein dürfte.

  • Ich hab gestern abend nochmal drüber gebrütet:
    Von den 49 in der Dreysse-Studie enthaltenen Gebäuden die auf diesem Areal standen, stammte die Mehrheit aus der Gotik, und zwar 18 Gebäude. Aus der Renaissance waren 6, Barock 11, Klassizismus 5, und 1 aus der Spätromanik (zudem 3 Gebäude am Tuchgaden die in Renaissance oder Gotik einzuordnen sind, und die restlichen 5 waren Neubauten aus dem 19./20. Jahrhundert).
    Von den 7 feststehenden Rekonstruktionen sind dabei 3 aus der Renaissance (Goldene Waage, Ginslinger, Klein Nürnberg), 3 Barock (Rebstock, Goldenes Lämmchen, Esslinger) und gerade mal ein einziges aus der Gotik (Rotes Haus).


    Insgesamt sehe ich neben den 7 feststehenden noch 12 weitere Rekonstruktionen als so ziemlich unverzichtbar an.
    Das wären aus der Gotik:

    • Vorderer Schildknecht (Markt 12) - quasi der Prototyp Frankfurter Gotik
    • Flechte (Markt 20) - neben dem Haus Esslinger wichtigster Bestandteil der Hühnermarkt-Nordseite
    • Weißer Bock (Markt 7) - ist im Verbund mit der Goldenen Waage und ihrem Hinterhaus zu sehen aber auch schon aus Ensemblegründen wichtig
    • Neues Rotes Haus (Markt 15) und Knoblock (Lange Schirn 12) - unverzichtbar für das Rote Haus, nicht nur aufgrund der Ensemblewirkung sondern auch konstruktiv und aus statischen Gründen


    Letzteres trifft zudem auch auf den spätromanischen Bau am Tuchgaden 9 zu.


    Aus der Renaissance fehlt noch das Haus Schildknecht (Markt 18), nicht nur zur Komplettierung der Hühnermarkt-Nordseite.
    Außerdem die barocken stadtbildprägenden Gebäude Grüne Linde (Markt 13, Binding war glaub daran interessiert) und Zu den drei Römern (Markt 40), sowie die drei klassizistischen Gebäude an der Hühnermarkt-Westseite: Goldene Schere (Markt 22), Eichhorn (Markt 24), Schlegel (Markt 26).


    Zusammen mit dem Haus Würzgarten (Markt 28, Gotik, Drogerie Albrecht), dem Alten Kaufhaus (Markt 30, Gotik, Pro-Altstadt) für die man schon Rekonstruktions-Absichten gehört hatte, sähe die Verteilung der Baustile dann wie folgt aus:
    Gotik 8, Renaissance 4, Barock 5, Klassizismus 3. Damit kann man sich dann schon eher zufrieden geben.


    Neubauten im Block zwischen Hinter dem Lämmchen und Markt sollten an die Formensprache ihrer gotischen Vorgänger erinnern (das sind insbesondere die hohe Anzahl an Fensterachsen und die Sichtbarkeit der Schwellen in den Obergeschossen, die typischen 2 Überhänge, in der Regel verschieferte Giebel, sowie ab und an eine Frankfurter Nase) und prägende Details aufnehmen (zB das Erdgeschoss des Hinterhauses des Goldenen Haupts mit Bowellage und dem Lämmchen-Brunnen, oder die mächtigen Konsolsteine am Haus Stadt Mailand).


    Zudem hoffe ich nach wie vor auf die Reko des Haus Mohrenkopf dessen denkmalgeschützte Keller noch erhalten sind aber auf dessen Grundstück aktuell der (insbesondere in Zukunft) absolut unpassende 50er-Jahre-Neubau des Kunstvereins steht... ;)

  • Im der neuen Ausgabe von Planen und Bauen (Herbst 2009) ist ein Schwerpunkt-Thema das Technische Rathaus und der Umzug der Planungs-Ämter an den neuen Standort Kurt Schumacher Straße 10.
    Auf der Seite 6 und 7 wird in einem interessanten Artikel die Geschichte des Technischen Rathaus wiedergegeben. Für mich war es interessant zu lesen, dass das TR schon zu seiner Entstehung höchst umstritten war.
    Auf der ersten Seite im Vorwort von Planen und Bauen wirft der derzeitige Planungsdezernent Edwin Schwarz die Frage auf ob es nicht besser gewesen wäre wenn man vor 40 Jahre nicht gleich, wie es damals auch schon angedacht gewesen war, in die Kurt Schumacher Straße gezogen wäre.


    http://www.planen-und-bauen-ffm.de/pdf/pb_herbst09.pdf

  • Fragen und Versuche Antworten zu finden

    zum Gestaltungsbeirat für das Dom-Römer-Areal

    1.) Wie ist die Zusammensetzung dieses Gestaltungsbeirates noch zu bewerten?

    2.) Wie und in welche Richtung kann oder soll dieser Gestaltungsbeirat in der Praxis wirken können und welchen Einfluss wird er tatsächlich auf die Gestaltung haben?

    3.) Und wer werden eigentlich die Architekten und Bauherren sein die beraten werden sollen oder steht die Dom-Römer GmbH dann noch dazwischen? Und welche Rolle spielt im weiteren Verlauf noch das Planungsdezernat, der Dom-Römer Ausschuss und das Stadtparlament?

    In dem Moment, und diese Entscheidung ist schon vor Jahren gefallen und im Vortrag vom 16.12.2004 und M 112 vom 20.06.2007 manifestiert, als beschlossen wurde nur sieben Altstadthäuser rekonstruieren zu wollen und für den "Rest" der Altstadt Wettbewerbe, Zufall und die spätere Dom-Römer GmbH walten zu lassen, sollte ganz bewusst eine ganzheitliche historische Rekonstruktion des Areals verhindert werden. Nur eben diese sieben, gerade noch für würdig erachteten Altstadthäuser, sollten entstehen und um Gotteswillen nicht wieder solche originalen Ensembles wie sie vor dem Krieg vorhanden waren. Über die tieferen und tief sitzenden Gründe, die wahrlich gegeben sind, soll einmal anderswo nachgedacht oder berichtet werden.

    Es geht also bei der weiteren Planung nur noch um das "geschmeidige Ausfüllen" der Zwischenräume im nicht zu rekonstruierenden Bereich mit "altstadt-typischer und kleinteiliger" moderner Architektur und darum, dieses Konzept während der Bauphase und nach Fertigstellung gegen Kritiken abzuschirmen und zu verteidigen. So ist diese spezielle Personenzusammensetzung des Gestaltungsbeirates ein beinahe genialer Schachzug. Es wurden allseits anerkannte Persönlichkeiten ausgewählt, an deren Kompetenz, Ehrenhaftigkeit und Engagementwillen kaum gezweifelt wird. Mangelnde Fachkompetenz wird diesen Persönlichkeiten schon mal niemand nachsagen können.

    ● Professor Christoph Mäkler soll dafür sorgen, dass "Altstadttypisch" gebaut wird und seine kritische Frankfurter Autorität als Professor und großer Architekt und Praktiker einbringen.

    ● Professor Arno Lederer soll seine internationale Sicht von "Außen" beisteuern und sozusagen die verwirklichte "Moderne im Altbestand" repräsentieren.

    ● Professor Dr. Ing. Fritz Neumeyer aus Berlin, soll eher den wissenschaftlich theoretischen Part übernehmen und somit das Projekt gegen ideologisch intellektuelle Angriffe abschirmen.

    ● Petra Kahlfeld aus Berlin, bringt als Architektin auch für öffentliche Projekte das etwas jugendlichere, modern-innovative aber öffentlich anerkannte, zusätzliche auswärtige Element ein.

    ● Björn Wissenbach aus Frankfurt, muss als Puffer für die historisch gefärbten Zweifler oder zukünftigen Kritiker dienen und das historische Gewissen der Stadt versinnbildlichen.

    ● Dieter Bartetzko Frankfurt, von Seiten der intellektuellen Architektur-Kritiker soll im Zweifelsfall die notwendigen allgemein ästhetischen Bedenken einbringen und damit im Vorfeld schon mal abfedern.

    Allesamt dienen sie als Instrumente der Rechtfertigung durch Einbindung in die Entwürfe und die Planung für die modernen Füllbauten. Jeder aus diesem Personenkreis wird spätestens nach Ende des Projekts seine individuell/persönlichen Probleme mit seiner Funktion in dem Projekt feststellen. Professor Christoph Mäckler als Kopf der Truppe wird als Kritiker neutralisiert sein und seinen Kopf für alles hinhalten müssen, auch dann wenn nicht so richtig nach seinen Vorstellungen gebaut wurde. Professor Arno Lederer wird seine bevorzugte Architektur auch nicht entstehen sehen aber diese dann tunlichst nach Außen zu vertreten haben. Professor Fritz Neumeyer und Petra Kahlfeld werden feststellen, dass sie eigentlich überflüssig waren und demgemäß nur als Alibifiguren aufgetreten sind. Björn Wissenbach ebenso, wobei er sich aber damit trösten kann mitverhindert zu haben, dass schlimmeres entstehen konnte. Von allen am ärmsten dran wird leider der auch neutralisierte Dieter Bartetzko sein, um den es mir am meisten leid tut. Das was er am Ende eigentlich stilistisch perfekt kritisieren sollte, weil er es am besten kann, muss er dann mitvertreten oder sogar verteidigen, ein böses Dilemma.

  • ^^
    Konsequent oder wieder Kompromisse auf dem Dom-Römer-Areal?

    Für diese Perspektiven und die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind zuvorderst und umgehend drei Beschlüsse bzw. Planänderungen, von der Stadtverordnetenversammlung ausgehend zu diskutieren, auszuarbeiten und den Ausführenden Stellen und Ämtern anzuweisen:

    1. Alle neu zu errichtenden Gebäude auf dem gesamten Altstadt-Areal bis heran an die derzeit noch bestehenden Nachkriegsgebäude, müssen, sofern sie nicht sowieso als Rekonstruktion ausgeführt werden können, zumindest in der äußeren Formgebung strikt dem historischen Vorbild (unmittelbar vor der Kriegszerstörung) entsprechen. Anhaltspunkte für ein Minimum-Konzept bietet durchaus auch schon das Virtuelle-Altstadtmodell.

    2. Damit einhergehend müssen die neu zu errichtenden Gebäude, hier zunächst auf dem Dom-Römer-Areal, allesamt auf dem Original-Raster stehen und in der Originalunterteilung errichtet werden.

    3. Das schließt alle Bereiche ein, auch z. B. die Überbauung des Archäologischen Gartens. Geplante, so genannte Übergangsbauten z. B. zur Überbrückung von Altstadt-Häusern zur Schirn-Kunsthalle, oder Altstadt-Häusern zum Kunstverein etc., also generell von Altstadt-Häusern zu Nachkriegsbauten sind unbedingt zu vermeiden und unzulässig. Erforderlichenfalls ist ein baldiger Rückbau der betreffenden, störenden Nachkriegsgebäude zu beschließen.

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    Anmerkung von mir zum etwas besseren Verständnis der Zusammenhänge:
    Dieses Posting war ursprünglich im Strang "Neugestaltung Dom-Römer-Areal – Planungs- und Bau-Thread" hinter dem Posting von Rohne - jetzt hier im Strang als #38 - gepostet und war als Reaktion darauf gedacht. Wurde wie dieses dann hierher verschoben.

    2 Mal editiert, zuletzt von RobertKWF () aus folgendem Grund: Anmerkung