Dresden: Frauenkirche

  • ich bin sowieso kein libeskind-fan, aber das ist wirklich schlecht! es passt nicht in die umgebung und ein guter kontrast ist er auch nicht (obwohl, doch: schön und häßlich ;) )
    Kai

  • Zitat

    Original geschrieben von Patrick
    ich weiß nicht so recht...einerseits ist man vielleicht froh, sie wieder zu haben, andererseits kann man sagen, ein Stück Geschichte geht verloren, wenn man die Trümmern einfach wegtut als wär nichts gewesen...ich weiß nicht so recht


    Nun ja, es ist ja nicht so als ob es nicht genug halb zerstörte Gebäude in Deutschland gibt, die an den 2. WK erinnern. Manche Gebäude sind einfach zu wichtig und auch zu schön (Frauenkirche, Berliner Schloss) um sie einfach links liegen zu lassen. Man muss sich mal vorstellen, wie Deutschland aussehen würde, wenn alle zerstörten Gebäude im "wunderbaren" ;) Stil der 50er und 60er wiederaufgebaut wären. Ein tolles Beispiel für den modernen Aufbau war/ist (Ost-)Berlin. Scheusslich...Man kann nur hoffen, dass in den nächsten Jahren dort akzeptable Gebäude entstehen; deshalb nicht so Architekten wie Libeskind an die Arbeit lassen!


    Leider wird gerade dort die Museumsinsel durch Ekel-Quaderklotz Architektur verhunzt.

  • Zitat

    naja, im laufe der jahrhunderte wird wohl kein stein derselbe bleiben.


    Darum habe ich es immer als etwas lächerlich empfunden, daß mit dem Brustton großer Moral gefordert wurde, es müsse unbedingt jeder erhaltene Krümel aus der Ruine in den Neubau integriert werden. Daß man die großen Teile, wie die stehengebliebene Ecke integriert, ist ja verständlich und auch gut. Aber diese ungeheuer aufwendige Sammlung einzelner Steinchen schien mir immer der sehr hohe Preis dafür zu sein, daß man die Rekonstruktion überhaupt durchsetzt. Damit konnte man den Disneyland-Rhetorikern den Wind aus den Segeln nehmen. Eigentlich ist es bitter, daß man in Deutschland nur mit solcher Heuchelei die Rekonstruktion eines so bedeutenden Bauwerks durchsetzen kann.

  • Es sieht so aus, als ob der Plan zerknüllt und weggeworfen wurde, und dann wieder aus dem Papierkorb rausgeholt wurde.

  • So, vorgestern war ich noch in DD und ich muss sagen, dass sie Arbeiten an der Frauenkirche sehr weit vorangeschritten sind. Der Museumsführer hat auch mit glühendem Herz verkündet, dass sie komplett(!) 2005 schon fertig sein wird, also nicht wie überall geschrieben 2006. Das finde ich eine famose Leistung! Das Tonnengewölbe der Unterkirche muss wirklich unglaubliche Lasten aushalten, ich finde es echt klasse, dass man vor 300 Jahren zu solchen Leistungen im Stande war! Auch die Kuppelkonstruktion ist einzigartig, das die damals nicht gleich wieder zusammengebrochen ist zeugt von exzellenter Arbeit des Architekten und Baumeisters!
    Mittlerweile ist das Wetterdach der Baustelle so weit oben, dass es wirklich so aussieht als wäre ein modernes Hochhaus im Bau. Und mit 95m Höhe kann man ja auch davon sprechen. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Dirk
    Es sieht so aus, als ob der Plan zerknüllt und weggeworfen wurde, und dann wieder aus dem Papierkorb rausgeholt wurde.


    stimmt - so gesehen könnte es wirklich so sein ;)
    @Lars
    genau das ist das,was mich an der frauenkirche zu fasziniert!
    Kai

  • Zitat

    Original geschrieben von Anthony
    Ich habe Ende Dezember ein Foto gemacht, kann es nur leider nicht posten. :(


    Doch jetzt geht's;)



    leider nicht mehr aktuell, aber wie so vieles in Dresden wunderschön...

  • Am Samstag wurden die glocken der frauenkirche geweiht und montiert und haben sonntag 40min lang geleutet (war auch gestern was im MDR zu sehen)


    >>Samstag, 7. Juni 2003
    Erstmals seit der Zerstörung
    Frauenkirchen-Glocken erklingen


    Die neuen Glocken der Dresdner Frauenkirche waren am Samstagabend zum ersten Mal gemeinsam zu hören. Die sieben neuen Glocken mit den biblischen Namen "Jesaja", "Jeremia", "Johannes", "Josua", "David", "Philippus" und "Hanna" bilden gemeinsam mit der 1518 gegossenen Gedächtnisglocke "Maria" das stimmgewaltigste Geläut eines sächsischen Gotteshauses in dem 28 Meter hoch gelegenen Glockenstuhl. Die achte Glocke aus dem 16. Jahrhundert ist der verbliebene Teil des historischen Geläuts der Frauenkirche.

    Die sieben neuen Glocken waren in der Glockengießerei A. Bachert in Bad Friedrichshall (Baden-Württemberg) gegossen worden. Bei sechs von ihnen war jedoch ein zweiter Anlauf nötig, weil der erste Guss nicht die erwartete Klangqualität hatte.

    Die Frauenkirche war im Februar 1945 in Folge der Bombenangriffe auf Dresden ausgebrannt und eingestürzt. Die wiedererstehende Kirche soll im Oktober 2005 geweiht werden. Die Kosten des Wiederaufbaus sind mit rund 130 Millionen Euro veranschlagt. <<


    [quelle: n-tv.de -> http://www.n-tv.de/3165209.html]


    Kai

  • Kuppel der Frauenkirche wird freigelegt

    Meldung auf "neumarkt-dresden.de"


    Gerüste von der Frauenkirche fallen- Kuppel kommt zum Vorschein


    Im Moment kann man per Internet quasi live zuschauen, wie sich die wunderschöne steinerne Glocke der Frauenkirche unter dem abgenommenen Gerüstgestänge hervorschält. Ein faszinierender Vorgang! Dabei ist bereits das obere Viertel der Kuppel frei. Ein neues Gerüst für den letzten Bauabschnitt - der Laterne - wird zylinderförmig aufgebaut. Klicken Sie hier, um aller 5 Min vom Dach des Hilton-Hotels direkt auf die neue Kuppel zu schauen


    http://www.mdr.de/frauenkirche


  • Toll....so weit sind die schon! Ich hoffe der Umbau am Neumarkt folgt auf dem Fuße - bis zum Stadtjubiläum 2006 sollte man einiges geschafft haben! Weiß übrigens jemand, ob der Kulturpalast nun abgerissen wird?

  • Auf neumarkt-dresden.de gibt es ja ein paar Bebauungspläne zu sehen. Auf manchen ist er in die Planung mit einbezogen (allerdings mit 'abgesägter' Ecke) und auf anderen ist er kein Teil der Neubebauung.
    Ich bezweifle aber, dass man bis zum Jubiläum den Neumarkt rekonstruiert hat. Dazu ist zu wenig Geld und Zeit vorhanden, und unumstritten ist das Ganze ja auch nicht.

  • Oh wie schön! Da sieht man wieder einmal, wie schnell man auch in der jetzigen Wirtschaftslage vorankommen kann und wieviel Geld mobilisiert werden kann, wenn nur der politische Wille da ist; wenn man einfach mit den Planungen und dem Aufbau anfängt statt jahrzehntelang darüber zu lamentieren, wie teuer doch alles ist, wie dies beim Berliner Stadtschloß geschehen ist.

  • Hallo,


    ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und kann, da ich in Dresden wohne, etwas zu diesem Thema beitragen.


    @ Sebastian


    Leider wurde die Entscheidung, was mit dem Kulturpalast geschieht, bis nach der Sommerpause verschoben. Der Investor hat einen erstklassigen Entwurf (Kollhoff sei dank) eingereicht und auch bei der Finanzierung soll es keine Nachteile für die Stadt geben. Wie ich diese Stadt aber kenne, wird es leider nichts mit dem Umbau, denn dazu ist der Stadtrat viel zu zerstritten. Es wird wohl auf die Minimallösung hinauslaufen: innere Modernisierung, aber äußerlich bleibt die Bausünde so wie sie ist. Damit scheinen dann alle zufrieden: die PDS hat ihren DDR-Vorzeigebau, der Stadtrat um den - in diesen Dingen überhaupt nicht konservativen (wozu historisch bauen?) - CDU-Baubürgermeister schaufelt sich kein weiteres (in ihren Augen) Millionengrab und der OB hat sowieso nichts zu sagen.




    Ansonsten gibt es aus Dresden auch wenig gute Nachrichten: Militärmuseum wird durch Libeskind verschandelt, am Neumarkt wurden historische Keller abgerissen und eine sehr gut erhaltene Brücke aus dem Mittelalter der Tiefgarage geopfert, bis auf Prisco hat am Neumarkt auch keiner KONKRETE Pläne gemacht (und seine sind auch nur befriedigend) und die neueste Geschmacklosigkeit vor einigen Wochen: auf der Brühlschen Terrasse soll ein Gasthaus mit einer Architektur irgendwo zwischen neuer Synagoge und Barock (wer aber solche Aussagen kennt, weiß, dass von "Barock" da nicht mehr viel zu sehen ist)entstehen.


    Einziger Lichtblick ist wirklich die Frauenkirche, die mit ihrem hellen Sandstein die Blicke magisch anzieht.


    Der Neumarkt wird auch nie und nimmer 2006 bebaut sein. Von mir aus können sie sich auch noch etwas Zeit nehmen, solange damit verhindert wird, dass nicht eines Tages der Neumarkt mit Geschmacklosigkeiten wie dem Anbau zum Coselpalais zugepflastert sein wird.


    Grüße
    Alectoris