Bahnhofsviertel auf Metaebene

  • Mir sind Schwurbler, Wutbürger und offensichtlich Rechtsradikale mittlerweile lieber, als die anderen Totalversager, denen es nie um Lösungen, sondern immer nur um Ausreden, Alibis, Marketing und natürlich noch mehr Millionen für alle möglichen Träger und NGOs geht, die dann wiederum nette, lobende Interviews geben.

    Glaubst du ernsthaft noch, dass Josef, Voitl oder Rhein hier irgendwas zum positiven bewegen?

    Ich lebe und arbeite im nördlichen Viertel, ich will, dass sich endlich etwas zum positiven verändert oder wenigsten der immer weitere Verfall gestoppt wird. Wer es macht ist mir am Ende egal.

  • Die Tage habe ich irgendwo einen Satz gelesen, der bei mir richtig Eindruck hinterlassen hat. Sinngemäß ging der so:

    Man wird nicht rechts, wenn man den Rechten zuhört, man wird aber rechts, wenn man den Linken zuhört.

    Das passt für mich z.B. für die Situation im Bahnhofsviertel, das Scheitern der Politik ist offensichtlich.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich frage mich ja, wie dieses "irgendwie regeln" aussehen soll, hast du da eine Vorstellung Rud ?

    Dazu habe ich tausend Beiträge hier geschrieben ...

    Das wichtigste ist, dass wir Politik und Polizei die Ausreden nehmen:

    • Nein, die Zustände hier waren nicht immer so. Mittlere und hintere Elbe- und Moselstrasse und der Karlplatz sahen früher eben nicht aus wie ein Kriegsgebiet. Die Menge an Müll, Exkrementen und herumliegenden Leuten waren nicht immer so.
    • Nein, es ist kein Naturereignis, dass es so ist wie es ist. Es gibt haufenweise vergleichbare Städte in Deutschland und Europa, die keine solchen Zustände haben. Es ginge anders, wenn man denn wollte.


    Was kann man sofort operativ machen?

    • Drogenangebot: Jeder weiß, wo die Drogen im Viertel in Umlauf gebracht werden. Trotz absurder Aufwände, permanenter feierlicher Social-Media-Posts und aller möglicher wohlklingender Initiativen wurde von der Polizei keiner dieser Läden dichtgemacht. Die Polizei hat in den letzten zwei Jahren hier im Viertel nichts erreicht!
      • Die Polizei muss endlich die Läden dichtmachen, die massenweise Crack ins Viertel spülen. Nur so funktioniert das alles so reibungslos, weil da eben hochprofessionelle Einzelhandelsstrukturen dahinterstecken.
    • Müll und Fäkalien: Ordnungsamtsstreifen und Nachschulungen für diese Armee von Sozialarbeitern die das Viertel bevölkert, dass man den Abhängigen endlich beibringt und das auch durchsetzt: Müll gehört in den Mülleimer, Fäkalien und Urin ins Klo. Wer in der Lage ist, jeden Tag Hunderte von Euro für Drogen aufzustellen, ist auch in der Lage, sich halbwegs zivilisiert und hygienisch zu benehmen.
    • Migration: ich erwarte, dass das Thema Migranten auf die Agenda genommen wird. Wir können hier nicht immer noch mehr Problemfälle aus aller Welt beherbergen, die das Viertel dann über Jahrzehnte herunterziehen.
      • Zusätzlich: Viele Neuankömmlinge kennen Crack aus ihrer Heimat gar nicht und kennen die Gefahren nicht. Die probieren einfach mal und laufen ins offene Messer, zerstören ihr Leben und die Gesellschaft um sich herum . Das muss bei der Erstregistrierung klar gemacht werden: Crack ist dein Ende, probiere es nicht, auch nicht ein einziges mal!
    • Warnschilder: ich kriege jedes Mal die Krise wenn Touris in Flipflops und mit kleinen Kindern, teilweise mit Hunden direkt in die schlimmsten Ecken laufen. Da muss die Stadt ihre Eitelkeit überwinden.
  • Dekoratives Anführungszeichen

    Mir sind Schwurbler, Wutbürger und offensichtlich Rechtsradikale mittlerweile lieber, als die anderen Totalversager, ...

    Bitte? Dir sind offensichtlich Rechtsradikale mittlerer Weile lieber als Totalversager – Du wärst also bereit die Demokratie in Gänze zu gefärden oder zu opfern, weil die aktuell agierenden Parteien nicht zügig genug im Bahnhofsviertel voran kommen? Dir wäre es also total egal, wenn das Leben von Menschen mit migrantischer Geschichte, mit einem etwas anderen Aussehen, mit einer anderen Religion oder sexuellen Ausrichtung (eigentlich von allen, die nicht dem Wohlgefallen der AFD entsprechen) ein Kolatteralschaden wären, wenn nur hart genug im Bahnhofsviertel durch gegriffen wird!?

    Denk da vielleicht nochmal kurz drüber nach!

  • ^ Rud

    all das kann man als Bürger auch von den demokratischen Parteien einfordern.

    Wo sind denn die demokratischen Bürgervereinigungen, die Demos, das energische einfordern von besseren Zuständen bei den Lokalpolitikern von wirklich zahlreichen Menschen?

    Stattdessen eine rechtsextreme Partei, die unser Land an die Wand fahren würde und Menschen jeglicher Couleur außer weiß und männlich drangsalieren und angreifen würde zu wählen... Das ist nicht die Lösung, das ist kurzsichtig und egoistisch (ich nehme mal an, du fällst nicht unter eine der Gruppen die der AfD zum Opfer fallen würde.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dir sind offensichtlich Rechtsradikale mittlerer Weile lieber als Totalversager

    Könnten sie es schlechter machen, als die etablierten Parteien es in den letzten zwanzig Jahren gemacht haben?

    Aus meiner Sicht unmöglich, es kann nur bergauf gehen.

    Ansonsten sind dass alles irgendwelche Horrormärchen, die wir auch gehört haben bevor Meloni oder Wilders in Amt und Würden gekommen sind, und die sich in keinster Weise bewahrheitet haben.


    Kann weg ...


    Dekoratives Anführungszeichen

    all das kann man als Bürger auch von den demokratischen Parteien einfordern.

    Sie hatten jahrelang Zeit, sie haben nichts gemacht.

    Sie hatten tausende Chancen, sie haben keine genutzt.

    Weil sie nicht wollen.

    Es kann so nicht weitergehen.

  • Weil der Druck aus der Öffentlichkeit wohl zu gering ist...

    Klar sind die Kommentarspalten voll, beschwert man sich in der Bahn beim Gegenüber über den Junkie der einen blutverschmiert nach Geld angebettelt hat (selbst erlebt) aber scheinbar ist der Leidensdruck in der Bevölkerung nicht hoch genug, zumindest hab ich noch keine ernsthafte Demo der breiten Stadtgesellschaft in Frankfurt mitbekommen.

    Davon abgesehen (gut ich wohne nicht im Viertel, aber auch ich habe schon in einem Hotel in der Niddastraße übernachtet und bin auf dem Weg zum Hotpot über Nadeln und Drogensüchtige gestiegen) sind diese ekligen Zustände immer noch kein Grund Deutschlandfeinde zu wählen.

    Weil du Meloni erwähnt hast (deren Justizreform zum Glück gescheitert ist), vielleicht bist du auf einem bestimmten Auge blind, oder warum hast du Polen und Ungarn nicht erwähnt? Die Einschüchterungsversuche von Lehrern und Freiwilligen durch die AfD, dass einer Le Pen die AfD zu radikal ist... aber ja, alles Horrormärchen der woken linksgrünversi...

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Weil der Druck aus der Öffentlichkeit wohl zu gering ist...

    Klar sind die Kommentarspalten voll, beschwert man sich in der Bahn beim Gegenüber über den Junkie der einen blutverschmiert nach Geld angebettelt hat (selbst erlebt) aber scheinbar ist der Leidensdruck in der Bevölkerung nicht hoch genug, zumindest hab ich noch keine ernsthafte Demo der breiten Stadtgesellschaft in Frankfurt mitbekommen.


    Lol.

    Eine große Demo entsteht nicht einfach so. Dafür musst du massiv mobilisieren, das geht nur mit entsprechendem organisatorischen Unterbau. Das kann in Westdeutschland nur ein ganz bestimmtes Milieu, und das ist Teil des Problems und wird garantiert nicht zur Lösung beitragen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Könnten sie es schlechter machen, als die etablierten Parteien es in den letzten zwanzig Jahren gemacht haben?
    Aus meiner Sicht unmöglich, es kann nur bergauf gehen.

    Aber sowas von! Für so viele Menschen, auf so vielen Ebenen.
    In einem Land mit unserer Geschichte, sowas zu fragen ist irgendwo zwischen ignorant, anmaßend und lächerlich.

  • Ich glaube irgendwelche aus der Luft gegriffenen, haltlosen NS-Schwurbeleien beeindrucken niemanden mehr.

    Damit mache ich das Thema AfD jenseits des Bahnhofsviertels für mich zu.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Eine große Demo entsteht nicht einfach so.

    Klar, da muss man was für tun, aber fatalistisch die Hände in den Schoß legen, stammtischmäßig hin und wieder Parolen rausholen und dann Demokratieverächter und Rechtstaatsfeinde wählen, damit die dann mit dem Kärcher durchs Bahnhofsviertel gehen, in dem Zuge Richter und Lehrer austauschen, demokratische Errungenschaften in die Tonne treten, das ist garantiert auch keine Lösung.

  • Etwas ändern wollen ist ja gerade das Gegenteil von Fatalismus! ich finde mich ja gerade nicht damit ab, dass die Zustände hier gottgeben sind und man damit eben klarkommen muss. Ich bin mir sicher man kann hier etwas verbessern, wenn man denn wirklich will. Aber die Parteien, die uns in den letzten Jahren regiert haben, wollen eben nicht. Sie sind nicht bereit, Widerstände zu überwinden, weil sie zu bequem sind (und auch viel zu wenig Druck kriegen).

    Ganz davon abgesehen würde ich von einer demokratischen Errungenschaft ja gerade gebrauch machen: Nämlich zu wählen, wen ich will, nicht wen du willst.

  • Nur wählen zu gehen, vor allem wenn einem irgendwo der Schuh drückt und dann zu sagen "ich hab mein möglichstes getan" ist halt leider die stinkendfaulste Art und Weiße, da muss ich nicht mal von der Couch aufstehen...

    Aber mach du mal, reite uns richtig in die Scheiße, weil ein Viertel in deiner Stadt ätzend ist... Jedem das seine... oder wie war das?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich glaube irgendwelche aus der Luft gegriffenen, haltlosen NS-Schwurbeleien beeindrucken niemanden mehr.

    Aus der Luft gegriffen? So so...

    „Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt.“

    Björn Höcke, AfD im Wall Street Journal

    „Wer Homosexualität auslebt, dem droht dafür eine Gefängnisstrafe … Das sollten wir in Deutschland auch machen!“

    Andreas Gehlmann, AfD als Zwischenruf im Landtag von Sachsen-Anhalt

    „Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.“
    Marcel Grauf, AFD in geleakten Chatprotokollen

    „Das Pack erschießen oder zurück nach Afrika prügeln.“
    Dieter Görnert, AfD auf Twitter

    Dekoratives Anführungszeichen

    Damit mache ich das Thema AfD jenseits des Bahnhofsviertels für mich zu.

    Das wäre sehr nice – da es hier ja eigentlich auch um ganz andere Themen gehen sollte, als politische Einstellungen oder gar Wahlempfehlungen.

  • Irgendwelche isolierten Einzelstatements da jetzt packen, teilweise von irgendwelchen Hinterbanklern, ist doch wirklich albern.

    Wenn du damit ernstgenommen werden willst, solltest du das wenigstens mal in den Kontext setzen und dann eben auch gucken was es z.B. bei der Linkspartei, den Grünen, dem BSW und der SPD / den Jusos so findest. Und das wird sehr viel sein.

    Dann kann man sowas ernst nehmen. Ansonsten ist es wirklich nicht mehr als stumpfer Populismus ohne Aussagekraft.

  • Und mit Populismus, kennst du dich ja aus. Touché.

    Ich dachte wir machen diese elende Diskussion über verstörende politische untiefen jetzt auch langsam mal zu, oder!?

  • Mir scheint, dass manche Äußerungen hier (komplettes Versagen der Verantwortlichen) schlicht auf Unkenntnis beruhen und die Betreffenden noch nie eine Ortsbeiratssitzung oder eine öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung besucht haben. Die Sachkompetenz der zuständigen Dezernenten - Namen muss ich hier nicht nennen - und ihr Engagement für pragmatische Lösungen steht für mich außer Frage, aber es braucht hier einen langen Atem, auch für die Umsetzung des Sofortprogramms, sonst erleben wir lediglich die Verlagerung der Probleme ins Westend bzw. Gallusviertel.

  • Da habe ich aber einige Fragen ...

    Worin habe diese Dezernenten denn Fachkompetenz und woran erkennt man diese?

    Und warum wird es denn immer schlimmer, wenn wir doch so tolle Leute haben?

    Und wie lange darf der Atem denn noch sein? Seit mindestens 5 Jahren ist die Situation dramatisch und wird gerade wieder schlimmer. Wann dürfen wir mit Ergebnissen rechnen?

    Ich selbst habe mir die Stadtverordnetenversammlung angehört, bei der über das Crackzentrum entschieden wurde. Das Kenntnisniveau einiger Teilnehmer war katastrophal, eine Frau wusste nicht mal, wie sich die Wirkungsweise von Crack von der von Fentanyl unterscheidet. Wirklich überzeugt hat mich damals niemand, ich weiss auch nicht woher die ihre Kenntnisse haben sollen. Wahrscheinlich primär von den GFs der Träger, die denen natürlich alles erzählen, was ihrem Geschäft dienlich ist.

  • Ich möchte die Diskussion mal ein wenig strukturieren und weg von der Partei-Perspektive ziehen.

    Erstmal eine kurze Analyse:

    1. Die Situation im Bahnhofsviertel war nie wirklich gut, sie wurde zum Ende des vorherigen Jahrzehnts aber besser. Mehr und mehr Clubs und Gastronomiekonzepte kamen ins Viertel. Häuser wurden gebaut/saniert und Leute zogen mit der Erwartung einer weiteren Besserung ins Viertel. Das Auftauchen von Frankfurt (und speziell des BHV) in der New York Times Liste "Best Places to Travel" war auch hiervon ein Ausdruck.
    2. Die Corona-Pandemie war nicht allein für den erneuten Niedergang verantwortlich. Sie hat aber als Durchlauferhitzer gewirkt (alles hier schon mal diskutiert) und die Entwicklungen in der Drogenszene (weg von Heroin hin zu Crack und die vermehrte Migration bringt ständig neuen Konsumenten und Dealer-Nachwuchs) massiv verstärkt.
    3. In der Öffentlichkeit ist das Problem schon länger angekommen, soweit ich das beurteilen kann, aber eher verstärkt im konservativen Spektrum (Lokalteil der FAZ) und weniger im linken Millieu. In der Lokalpolitik hat der alte OB Feldmann das Problem bewusst ignoriert, da es keine guten Social Media Bilder hergab. Auch im grünen Millieu ist immer noch viel Idealogogie spürbar (Fokus auf menschlichen Umgang mit den Drogenabhängigen, weniger Fokus auf die Bewohner und Geschäftsinhaber im BHV sowie auf die Gäste Frankfurts die am Hbf ankommen).
    4. Die Polizei macht einiges, steht aber alleine auf verlorenem Posten. Denn selbst wenn Sie im großen Stil die Szene stört, hilft das alles nicht, wenn nicht Verwaltung, Justiz und Politik mitspielen.

    Die Lösung ist eigentlich allen bekannt:

    1. Die Polizei muss intensiv gegen die Dealer-Szene vorgehen und auch die Konsumenten massiv unter Druck setzen.
    2. Gleichzeitig muss die Justiz die Festgenommenen schnell verurteilen und die Verwaltung v.a. die ausländischen Dealer schnellstmöglich abschieben und diese bis zur Abschiebung unter Verschluss halten.
    3. Parallel muss die Verwaltung massiv gegen die Verschmutzung vorgehen.
    4. Die Sozialarbeiter müssen hier Ihren Job machen (Fokus auf Sauberkeit und vernünftiges Verhalten im Viertel sowie auf Prävention), auch wenn das manche nicht als Ihren Job ansehen. Ihr Kunde ist am Ende des Tages die Stadt Frankfurt, die Ihre Jobs finanziert. Das haben noch längst nicht alle verstanden auf Seiten der Verbände und der Sozialeinrichtungen.
    5. Dazu muss die Politik eine effektive Verwaltung sicherstellen, Silos immer wieder aufbrechen und sich in Wiesbaden, Berlin und Brüssel dafür einsetzen das übergeordnete Probleme (z.B. Migration) angegangen werden (hier wurde bis 2025 viel Zeit vertan, mittlerweile ist hier aber Besserung spürbar) bzw. notwendige Änderungen herbeigeführt werden, die die aktuelle Rechtslage derzeit nicht zulassen.
    6. Auch muss allen klar sein und deutlich stärker von Verwaltung, Politik und Sozialarbeitern durchgesetzt werden, dass Frankfurt sich um die Frankfurter Drogenabhängigen kümmert (und kümmern muss) und nicht um den Umkreis bis Koblenz, Marburg, Würzburg, Wiesbaden und Mannheim gleich mit.
    7. Zuguterletzt muss allen klar sein, dass 6-7 Jahre Downturn nicht in 3 Monaten gelöst werden. Das ist ein ganz dickes Bett, das gebohrt werden muss und es wird mindestens 2-3 Jahre dauern, bis es signifikant besser wird. Und selbst dann muss man immer noch konstant am Problem dranbleiben. Das war u.a. das Problem zum Ende der 2010er, dass man den Blick vom Ball genommen hat und es einfach hat laufenlassen.
    8. Und (DAS IST DAS ALLERWICHTIGSTE) das muss alles gleichzeitig mit möglichst wenig Reibungsverlusten zwischen den verschiedenen Beteiligten ablaufen. Alle müssen sich als Teil eines Teams begreifen. Nur dann wird es wirklich besser werden. Die Fokussierung auf einzelne Aspekte wird nichts oder nichts ausreichendes bringen.
  • sipaq

    Man sollte bei sowas immer das nördliche vom südlichen Viertel trennen. Die beiden Viertel sind in jeder Hinsicht verschieden. Das südliche Viertel ist ein nahezu komplett gentrifiziertes Hipster- und Touristenparadies, mit hohen Marktmieten und allem Pipapo. Da kannst du zu deiner 18 Euro-Pizza den 15 Euro-Signature-Cocktail schlürfen, während an dir Schönheiten aus aller Welt in Stilettos vorbeiflanieren, die zu tragen im Norden schlicht lebensgefährlich wäre. Praktisch alle Erfolgsgeschichten des Viertels kommen daher.

    Die Probleme liegen aber vollständig im nördlichen Viertel: Drogen, Elend, Gestank, Müll, Billig/Zwangs-prostitution, Bauruinen usw..

    Es macht einfach keinen Sinn, diese Dinge zu vermischen, wir diskutieren auch nicht das Holzhausenviertel und Bonames zusammen. Wenn wir über die Probleme des Viertels sprechen, sollten wir uns nicht von irgendwelchen vermeintlichen oder tatsächlichen Erfolgsgeschichten aus dem Süden ablenken lassen. Ist übrigens ein Trick, den die Stadt gerne und sehr erfolgreich anwendet: „Ja, wir haben keine Lust uns um die Probleme im Norden zu kümmern, aber guck mal im Süden hat ein neuer fancy foodspot aufgemacht. Und der Bernd Zehner war auch schon da.“ Das ist genau die Art von Kompensationsgeschäft, mit denen die Stadt seit Jahrzehnten jeglichen Druck erfolgreich abschüttelt und weswegen sich hier nie wirklich etwas verbessert.

    Die meisten der poshen Hipster aus dem Süden würden auch nie einen Fuß in den versifften Norden setzen und die Drogies und Zwangsprostituierten aus dem Norden sehe ich kaum im Süden. Es sind einfach zwei weitgehend separate Stadtviertel ohne Gemeinsamkeiten. Ich persönlich kriege auch immer die Krise, wenn Leute aus dem Süden die großen Reden über den Norden schwingen, obwohl sie von der dortigen Lebensrealität offensichtlich überhaupt keine Ahnung haben.

    Die Probleme im Norden sind auch so schwierig genug, wir sollten sie nicht noch weiter verkomplizieren, indem wir Themen aus dem Süden reinmischen.

    Kleiner Hint an das DAF-Team: Ich sehe auch keinerlei Grund, das südliche Viertel im Rahmen eines Meta-Threads zu behandeln. Es ist ein schickes Viertel, ähnlich Bornheim um die Berger oder dem Oeder Weg, aber ohne jetzt super-spezifische Problemstellungen. Das DAF-Team würde der Diskussionsqualität einen Gefallen tun, wenn es den Meta-Thread auf Themen aus dem Norden beschränken würde, für den Süden gibt es genügend normale Threads, in denen man über Architektur und Stadtgeschehen sprechen kann.

    Und zur Aussage, man müsste denen doch mal drei Monate geben, damit die Dinge wirken: die Situation im Norden ist seit fünf Jahren dramatisch, seit zwei Jahren gibt es riesige Initiativen von Stadt und Land.

    Wie lange sollen wir denn warten, bis wir mal eine erste Erfolgsbilanz ziehen dürfen?