Bahnhofsviertel auf Metaebene

  • Ich bin heute noch mal durchs Viertel gelaufen und muss in Summe sagen: die Stimmung ist schlechter als der Zustand. Eigentlich boomt das Viertel, jede Woche machen 1-2 neue Läden auf, vielfach wertige, teilweise ist das kein Turnover sondern da werden Brachen zum Leben erweckt. Dienstagabend und die vielen Bars, Kneipen, Restaurants und Kioske sind überwiegend gut besucht, am Wochenende ist der Teufel los. Ich vermute man findet das so in Deutschland in dieser Form nur noch auf der Reeperbahn.

    Aktuell gibt es fürs Viertel eigentlich tolle Chancen. Neben der negativen gibt es auch viel positive mediale Aufmerksamkeit durch Menschen aus dem Viertel wie Max Coga, Christian Eckerlin, Bernd Zehner, Mo Douzi usw., die jeweils eine große Social-Media-Fanschaar haben und die in ihren Videos primär die positiven Seiten des Viertels präsentieren.

    Die vier Großprojekte Hauptbahnhof, Fürstenhof, Gallileo und Canyon geben hoffentlich weitere positive Impulse, dazu der Umbau des Karlsplatz und das mögliche Crackzentrum, von denen ich aber nicht weiss was sie bringen werden. Nicht zu vergessen der Druck vom Land und der Business- und Gastro-/Hotel-Community.

    Wenn man jetzt ein paar Dinge konsequent und richtig macht (v.a. Anzahl der ortsfremden Problemfälle reduzieren und mehr Verhaltensdisziplin in der Szene durchsetzen), dann kann das gut werden. Dann ist Mike Josef der König, die Chancen waren in den letzten zwanzig Jahren vielleicht nie besser.

  • Frankfurt will Geld für Drogenhilfe – Absagen nicht nur aus Rhein-Main

    Frankfurt ist an andere Städte herangetreten mit der Bitte, selbst bessere Angebote für Süchtige zu schaffen, so dass nicht alle nach Frankfurt kommen, oder sich zumindest an den Frankfurter Kosten zu beteiligen, die wir ja auch sehr umfangreich und überproportional für Ortsfremde aufwenden müssen.

    Man ist dabei an die fünf Städte herangetreten, von denen man annimmt dass sie die meisten Problemfälle hier in Frankfurt haben (gemessen an Konsumraumnutzung), primär Rhein-Main-Gebiet, aber auch München.

    Natürlich kommt nichts, weder machen sie selbst etwas, noch gibt es Geld: diese anderen Städte lachen sie eins ins Fäustchen, dass Frankfurt kostenlos ihre Probleme löst.

  • Es gibt nun Zahlen, das ist hilfreich zur Versachlichung. Aus München kommen demnach 37 von insgesamt 2821 Drogenkonsumraumnutzern. Das entspricht 1,3 %. Für Mainz sehen die Zahlen annähernd identisch aus. Sowohl in Bayern als auch in Rheinland-Pfalz gibt es keine rechtliche Grundlage für die Einrichtung von Drogenkonsumräumen. Nicht nur das steht in deinem verlinkten Artikel, sondern auch, dass sich die Stadtpolitik in München seit langem für eben jene Drogenkonsumräume einsetzt, nur die Landesregierung bislang eine Umsetzung verweigert. Es gibt für die Stadt daher schlicht und ergreifend keine anderen Möglichkeiten außer Suchtberatung und -therapie anzubieten (https://www.muenchen.de/themen/suchtpr…ratung-muenchen). Insofern ist deine Schlussfolgerung, andere Städte würden sich, selbst untätig, "ins Fäustchen lachen" unsinnig und sie wird auch nicht besser, wenn man sie ständig wiederholt.

  • Darmstadt und Offenbach liegen in Hessen, dort liegen landesseitig alle Voraussetzungen vor, wenn man nur wollte, könnte man. Aber man verslässt sich lieber drauf, dass die Leute mit der S4, bzw. S8/S9 zum Frankfurter Hbf fahren, sollen die sich kümmern.

    Was Mainz angeht: in RLP gibt es die rechtlichen Voraussetzungen landesseitig nicht: Super, dann schafft man sie eben, haben zig andere Länder auch hingekriegt, eine negative Indikation îst nicht bekannt und von einer Ampelregierung auch nicht zu erwarten. Aber auch hier verlässt man sich lieber auf die S8/S9.

    In Bayern macht man nichts und schiebt rechtliche Bedenken vor, hofft dass die Menschen nach Frankfurt oder Zürich gehen. Absolut inakzeptabel, vor allem in München, wo die Leute in den Katakomben des Hauptbahnhofs elendig verrecken.

  • Interessante Aussagen von Josef und Voitl dazu:

    Drogenhilfe in Frankfurt: Appell an das Land Hessen

    Man macht auf tough und will das Land einschalten. Erstmal sicherlich die richtige Maßnahme, das Land kann auf hessische Kommunen direkt Druck ausüben und Herr Rhein kann auch Herrn Söder mal ne Ansage machen, wenn der mal wieder was von ihm braucht.

    Mir fehlt allerdings der Glaube, dass die Stadt hier konsequent bleibt und Dinge gegen Widerstände durchsetzt.

    Immerhin ist ein Problemverständnis da.

    EDIT:

    hier ein erweiterter Kommentar von Frau Voitl und Herrn Josef:

    Frankfurter Bahnhofsviertel: Oberbürgermeister Mike Josef will auswärtige Drogenkonsumenten abweisen

    Interessante Sätze, die ich in dieser Deutlichkeit von Verantwortlichen so nicht kenne und die Mut machen.

    Die Zahl der Abhängigen soll reduziert werden, sie sollen in ihren Heimatkommunen versorgt werden. Diese spielen aktuell Trittbrettfahrer und lassen die doofen Frankfurter ihre Probleme lösen. Das soll in Zukunft reduziert werden.

    Ich freue mich auf entsprechende Maßnahmen, das wird wie immer der Knackpunkt.

    EDIT 2: Sehr guter Artikel aus der FAZ, der ein bisschen das inside baseball der Stadtverwaltung beleuchtet, das es so schwierig macht die Situation zu verbessern. Wenn Mike Josef es schafft, sich hier durchzusetzen, ist er mein Held:

    Weniger Konsumenten, weniger Probleme

    EDIT 3: Wow, es gibt konkrete Maßnahmen. im Viertel soll zukünftig rund um die Uhr ein Waffenverbot gelten:

    Frankfurt will Waffenverbotszone ausweiten

    3 Mal editiert, zuletzt von Rud (31. Oktober 2024 um 13:48)

  • Alright, wenn es noch Fragen dazu gab, wer für die katastrophalen Zustände im Viertel verantwortlich ist, es sind solche Betonköpfe:

    Streit um Drogenhilfe in Frankfurt: „Dann rauchen die Süchtigen eben wieder vor der Tür“

    Nur unbelegte Behauptungen ("Die Menschen kommen nicht wegen der Hilfseinrichtungen nach Frankfurt", "Sie fahren jedenfalls nicht in ihre Heimatstädte.", usw.). Null Empathie für die Bewohner des Viertels und der Stadt, Schüler der Karmeliterschule, Familien: dazu der absurde Vergleich mit Krebspatienten (Hinweis: Krebs haben ist nicht illegal, Crack besitzen und dealen schon!). Das Weiter so als nahezu alternativlose Lösung.

    Jetzt gilt es, Herr Josef: Können sie sich gegen diese Frau durchsetzen oder nicht? Falls nein wird sich nichts ändern, dann bleiben wieder nur kosmetische Alibimaßnahmen.

  • Ich würde das etwas differenzierter sehen.

    1. Die Frau kommt aus der Drogenhilfe und hat 40 Jahre dort gearbeitet. Man kann Ihr also nicht vorwerfen, dass Sie nicht wüsste, wovon sie spricht.
    2. Gleichzeitig ist das natürlich wieder das typisch linke Verhalten, Drogenabhängige vor allem als Opfer zu sehen (was sie sind - sie sind krank) und nicht auch als Täter (was sie auch sind - Verschmutzung, Vermüllung, Ruhestörung, Drogenkonsum sind alles keine Kavaliersdelikte). Beides ist richtig und das muss hier auch ein differenzierter Ausgleich hergestellt werden.
    3. Natürlich hat Sie Recht, dass die vom OB vorgeschlagenen Maßnahmen kein Allheilmittel sind und viele Junkies dann im Zweifel eben wowanders hingehen.
    4. Punkt 3 ist aber kein Freibrief dafür einfach nur alles beim alten zu lassen, denn tun will Frau Baumann nichts, das sollen mal schön andere tun (sie verweist aufs Land Hessen), wohlwissend, dass das alles ewig dauert und ja auch nicht so leicht ist (wäre es das, wäre das schon längst gelöst).

    Das der OB jetzt endlich mal Druck macht ist richtig. Es wird allein die Situation nicht lösen, aber auch in Verbindung mit harter Polizeiarbeit hat es zumindest das Potenzial die Situation zu verbessern.

    Richtig aufgeregt habe ich mich nur über diesen Satz:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Muss er denn überhaupt handeln? Sind die Zustände im Bahnhofsviertel unerträglich?

    Ich finde das nicht. [...]

    Der ist bezeichnend für die Ignoranz den Opfern der liberalen Frankfurter Drogenpolitik gegenüber.

  • Wenn etwas die Leute zusätzlich nach Frankfurt lockt, dann ist es die gut etablierte Rotlichszene hier und nicht irgendwelche Konsumräume. Das und Hehler, eben alles, was man braucht um Geld für illegale Drogen zu bekommen und zwar schnell.

    Den Straßenstrich und die Laufhäuser will aber niemand mehr anfassen, ist ja legal jetzt und gibt so eine tolle Kulisse für ein "Szeneviertel" zum Feiern gehen. Ob eine bedrogte Person wirklich in der Lage ist in irgendwelche Handlungen einzuwilligen? Da schließen wir mal die Augen vor und machen einmal im Jahr pro forma eine Razzia wegen Menschenhandel

  • Es gibt ein erstes Fazit der sog. Innenstadtoffensive, die ja primär das Bahnhofsviertel betroffen hat: 50 000 Polizeikontrollen

    50000 kontrollierte Menschen, 28500 eingesetzte Polizisten (sicherlich wurden die Polizisten mehrfach eingesetzt), 160 000 Einsatzstunden, 540 Festnahmen und 140 vollzogene Haftbefehle. Es dürften sogar deutlich mehr sein, da die Statistik erst seit Herbst zählt. Naturgemäß ist die Polizei zufrieden mit sich und will das so fortsetzen.

    Mein Fazit ist nicht ganz so positiv (die Beurteilungen beziehen sich primär auf das Krisengebiet, also alles nördlich der Kaiserstrasse):

    1. Ja, das Bahnhofsviertel ist für Passanten sicher, war es meiner Meinung nach auch schon davor, aber das konnte man ausbauen. Für Szenemitglieder ist es weiterhin unsicher, ich kann nicht wirklich beurteilen ob es da eine Entwicklung gab.
    2. Drogen sind weiterhin überall und sehr günstig verfügbar (guter Crackstein 3 Euro)
    3. Die bekannten Verkaufsinstitutionen sind weiterhin alle offen und florieren, da traut man sich offenbar nicht ran.
    4. Gegen Vermüllung und Vandalismus (kaputte Mülleimer, eingeschlagene Scheiben usw.) hat man offenbar kein Mittel gefunden
    5. Es gibt ermutigende Projekte wie die BlackBeats Cocktail Bar, das renovierte Doppelhaus auf der Niddastrasse, die schicke Schishabar und vermutlich das Yumas daneben auf der Taunusstrasse, die Pizzeria Dakota und dazu einige neue kleine Restaurants, Bäckereien und Bars. Dazu hat die Pracht wieder aufgemacht. Ich kann mir vorstellen dass die Investoren auch durch die zusätzliche Polizeipräsenz ermutigt wurden.
    6. Die Videoüberwachung und deren Nutzung durch die Kollegen vor Ort funktioniert, ich konnte das selbst mal bei einem Einsatz beobachten, das war top.
    7. Verstöße gegen die Waffenverbotszone werden empfindlich bestraft (gerne auch mal >500 Euro Bußgeld für ein Messer)

    In Summe ist der Zustand des Viertels weiterhin eine Katastrophe: öffentlicher Crackkonsum soweit das Auge reicht (manchmal auch Fentanyl), Vermüllung (gerne auch wilder Sperrmüll und zuvor verteilte Klamotten) und Vandalismus, die Hälfte der Mülleimer sind dauerhaft kaputt, Wegelagerei und leider auch wieder vermehrt für jeden ersichtliche Strassenprostitution, Fäkalien und Uringeruch in absolut unerträglichem Umfang.

    Es gibt drei No-Go-Punkte für Normalbürger, wo sich die Szene sammelt und alles vermüllt (mittlere Taunusstrasse Südseite, hintere Moselstrasse auf Höhe Nachtcafe, mittlere Niddastrasse vor dem Druckraum). Damit haben sich die zuständigen Behörden offenbar abgefunden.

    In Summe bin ich etwas enttäuscht: für den Aufwand ist das zu wenig. Ich hoffe man lernt aus den Fehlern und geht jetzt systematischer und effizienter vor. Ich bin nicht bereit, den Status Quo zu akzeptieren.

    Zusatzinfo: aufgrund des Shifts von Heroin zu Crack ist die Nutzung der Druckräume rückläufig, evtl. kann man darüber nachdenken den Raum auf der Elbestrasse (dort scheint für mich der Rückgang besonders auffällig) zu schliessen, um so diese aufstrebende Ecke etwas zu entlasten.

    3 Mal editiert, zuletzt von Rud (9. Januar 2025 um 00:49)

  • Danke für die Zusammenfassung.

    Durch die nicht wirklich besser werdenden Zustände im Bahnhofsviertel meide ich das Viertel weiterhin und versuche so gut wie alle Zug-Verbindungen vom Südbahnhof aus zu nutzen. Es fällt mit gerade besonders auf, dass besonders prominente Leerstände / Bauruinen in Frankfurt sich entweder direkt im oder neben dem Bahnhofsviertel befinden:

    - Jahrzehntelanger Leerstand Polizeipräsidium (inkl Matthäuskirche Turm)

    - Interconti Platte am Main seit Corona dunkel ohne Aussicht auf Besserung (zuvor eines der bekanntesten 5 Sterne Hotels der Stadt)

    - Leestand UnionInvestment Tower bzw. Kaia ohne große Aussicht auf Besserung

    - Ex-HVB bzw. Canyon Projekt ohne Aussicht auf Baustart aber wenigstens eine passable Zwischen Nutzung

    Soll heißen, hier geht es um erhebliche entgangene Steuereinnahmen für die Stadt. Die Crack Problematik, ekelhaften Zustände am Bahnhof und organisierte Kriminalität haben eben doch enorme betriebswirtschaftliche Konsequenzen. Wer sich als Eingangstor so ein Viertel leistet, bettelt quasi um diese Leerstände.

    Es gibt zweifelsfrei Aussicht auf Besserung für das Viertel durch den Nestle Zuzug und die Fertigstellung der B-Ebene sowie Umbau des Vorplatzes / Bahnhofs. Die Rückkehr des English Theater ist ein weiterer Faktor für abendliche Belebung. Das Icoon und The Adam sind Projekte, die zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Die Innenstadtoffensive der Polizei ist lobenswert, aber insgesamt ist es immer noch zu wenig um von einer „Wende“ zu sprechen. Besonders das leerstehende Interconti ist für mich der Gradmesser wie es ums Viertel steht.

  • Ich glaube es macht sehr viel Sinn, immer das südlichen Bahnhofsviertel (Main bis Mitte Kaiserstrasse) und den nördlichen Teil (Mitte Kaiserstrasse bis Mainzer Landstrasse, inkl. Karlsplatz und Pontoplatz: das Krisenviertel) zu trennen, die Herausforderungen und auch der aktuelle Zustand sind weitgehend unterschiedlich.

    Das südliche Viertel ist weitgehend OK, da gibt es gar nicht den ganz großen Handlungsbedarf. Es gibt noch ein wenig Leerstand und ein paar Schmuddelecken (Kaisersack und die Dealer vor dem O'Reillys), aber generell ist das ein sehr lebenswertes und insbesondere im Sommer auch belebtes Viertel, mit tollen Restaurants, Bars, Kneipen usw..

    Die Probleme liegen alle im nördlichen Viertel.

    Man sollte auch der Stadt hier nicht auf den Leim gehen: die rühmen sich gerne mit positiven Entwicklungen im Süd-Teil und versuchen dadurch die massiven Defizite im Nordteil zu kaschieren. Die Aufmerksamkeit sollte klar auf dem Nordteil liegen: dort brauchen wir positive Entwicklungen.

  • Es mag sein, dass das BHV-Nord deutlich prekärer ist als das BHV-Süd, aber wir sollten bitte nicht so tun als ob viele der schlechten Akteure (besonders Dealer) aus dem Nordteil nicht auch oft den Süden heimsuchen und "runterziehen" würden. Gerade das Mainufer zwischen Holbeinsteig und Westhafen Tower (besonders die Platanen-Allee, einst mein Laufweg) wird von Rumlungerern heimgesucht und es wird dort ohne Ende gedealt und konsumiert. Hier ist die Aufenthaltsqualität schon seit 10 Jahren stetig am fallen und am Nullpunkt angekommen, was sicherlich auch mit den Langzeit Leerständen Kaia und Interconti Platte zu tun hat. Generell ist die Gegend um den Wiesenhüttenplatz und auch das Areal um den Busbahnhof nicht mehr ganz so schlimm wie früher und wird durch den Kreisler weitere Aufwertung erfahren. Die Zeiten als die NY Times die Hipstermeile "Münchener Straße" als place to see empfahl, sind allerdings lange vorbei. Stattdessen wurde das ganze Viertel zur Europameisterschaft vom Käseblatt Sun als "No Go Zone" beschrieben, das ist geschäftsschädigend und aus meiner Sicht eben nicht ganz unverdient.

    Seitdem Crack die dominante Droge des Viertels und des Landes ist, ist es für mich der entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten in Puncto Aggressivität, Beschaffungs-Kriminalität, Wahnvorstellungen, Notdurft-Erledigungen, völlige Enthemmung etc. Den Weg zu Fuß von Sachsenhausen über den Holbeinsteg zum Bahnhof trete ich seitdem nicht mehr an. Frankfurt steht hierbei nicht alleine da. Auch Hamburg, Hannover und Dortmund erleben besonders seit Corona, wegen Crack, Rückfälle in überwunden geglaubte Zeiten.

    Wenn die Stadt schon den einsamen Frankfurter Sackgassen-Weg gehen möchte um möglichst viel "Virtue Signalling" zu betreiben, sollte man das heftige Crack-Problem auch wirklich an einer Stelle bündeln und nicht nach dem Prinzip Gießkanne über die ganze Stadt ausbreiten lassen.

    Es sollte bspw. versucht werden das Drogenmilieu an der Konstablerwache / Ostzeil und die Rotlichtbetriebe (und sonstigen Amüsierbetriebe) im Allerheiligenviertel in Richtung BHV-Nord zu verlegen. Besonders am Knotenpunkt Konsti sehe ich trotz Kameras wenig Verbesserung und gerade wegen Crack auch dort eine Ausbreitung von Aggressivität.

    Wer mehr Partyvolk / Belebung in das südliche BHV lotsen will, sollte über die Verlegung des völlig gescheiterten, verdreckten und am Boden liegenden Kneipenviertels Alt Sachsenhausen (Umwandlung von Ballermann in Wohngebiet mit Restaurants / Bars) nachdenken. Dieser Schritt würde wertvollen Wohnraum am Main frei machen und gleichzeitig das BHV-Süd als Partymeile stärken.


    Einmal editiert, zuletzt von Golden Age (10. Januar 2025 um 22:32)

  • Was soll die Aussage des Beitrags sein? Im BHV ist eh alles zu spät, dann packen wir noch alle Probleme von der Ostzeil und aus Altsax da rein, macht ja dann auch nichts mehr aus? Bitte nicht. Das BHV ist das wichtigste Viertel der Stadt, wenn wir vom Transfer problematischer Mileus sprechen, dann bitte aus dem BHV in die genannten Randbezirke (wie es ja mit den Puffs auch schon einmal angedacht war) und nicht andersherum.

    Was soll sonst noch kommen? Wir verlegen den McDonalds in die Kleinmarkthalle, damit auf der Konsti keine Burgerpapierchen mehr rumfliegen?


    Aber der Reihe nach:

    • Geht es dem BHV-Süd schlechter als 2012? Ich denke nein. Ich würde sagen es ist mindestens auf demselben Level, gibt jede Menge nette, teilweise richtig gute Restaurants, Kneipen, Kioske und Bars, man kann bis spätabends draussen relativ laut sein (wird in dem Umfang geduldet), am Wochenende ist im Sommer der Teufel los. Zusätzlich gibt’s im Norden zwei Clubs, die echte Magneten geworden sind: Pik Dame (gibt’s zwar schon immer, aber erst seit Max so durchstartet fliegt das so richtig) und die Housebar55 (after hour-Schuppen wo Rotlicht auf Rave trifft), dorthin ziehen die Leute aus dem Süden dann gerne nach dem Restaurantbesuch und den ersten Drinks weiter. Bald kommen EZB, Fürstenhof und English Theater (zurück), dazu wird das FOUR ausstrahlen, die Gallusanlage kann weiterentwickelt werden, außerdem wird der Aufgang bei der Münchener Strasse ja irgendwann kommen samt Abbau des Bretterverschlags. Alles tolle Chancen, die dem BHV-Süd weiteren Auftrieb geben werden. Drogenszene gibt es kaum, die Jamaikaner am Anfang der Münchener Strasse sind egtl. Ganz nett und ticken ohnehin nur Cannabis und maximal Koks, aber kein Crack. Die Wegelagerei am Kaisersack muss aber beendet werden, ich kann gar nicht verstehen warum man sich da nicht kümmert. Was unten am Main abgeht, dazu kann ich allerdings nichts sagen, das ist für mich nicht mehr BHV. Die Art des Nachtlebens ist übrigens anders als in Altsax, ich würde sagen: Altsax ist prollig, Bornheim ist spießig, BHV ist eher edgy, z.B. für Hipster, Alternative, Künstler usw..
    • Ist das BHV-Nord unrettbar verloren? Absolut nicht, man hat es aber noch nie wirklich versucht. „Es war halt schon immer so“ ist halt nun auch wirklich die bequemste aller Ausreden. Die Situation ist durch die Crack/Kokain-Schwemme und mMn auch durch die Flüchtlingswelle eskaliert, jetzt gibt es erstmalig richtig Druck. Man kann viel machen, Manhatten war in den 90ern schlimm, in Zürich tut sich viel. Dezentralisieren (warum müssen wir Leute aus Stuttgart, Nürnberg, München usw. aufnehmen?), disziplinieren (80% der Abhängigen sind in der Lagen Regeln zu befolgen, wenn man es durchsetzt) und Angebot reduzieren (jeder weiß von wo aus das Zeug in Umlauf gebracht wird …), aufklären (verdammt nochmal Deutschland hat ein Mega-Crack-Problem: warum gibt es keine öffentlichen Aufklärungskampagnen?). Man hat hier über die Jahrzehnte paradiesische Zustände geschaffen: Anarchie und Amnestie, unendliches billiges Drogenangebot, Supportprogramme ohne Ende. Das muss man jetzt intelligent zurückdrehen, das wird nicht leicht, aber es geht. Crack ist eben auch nicht Heroin, das man das unbedingt unter Aufsicht nehmen sollte, so dass man Hilfe hat wenn man umkippt.
    • Zur wichtigsten Frage: warum sollte man die Zustände im Nord-BHV unbedingt verbessern und nicht noch weiter eskalieren lassen?
      • Für die Abhängigen: Es ist möglich vom Crack wegzukommen, aber in Frankfurt ist es viel schwerer als in anderen Städten, weil das Zeug so leicht verfügbar ist und man eben zwangsläufig irgendwann am Bahnhof vorbeikommt. Zwei Anekdoten
        • Ich habe kürzlich auf der Taunusstrasse einen jungen Mann gesehen (ist bekannt aus diversen Youtube-Clips …), er sah ungewöhnlich fresh aus. Das erste was ich sehe: er geht schnurstracks in einen bekannten Crack-Verkaufsort. Fünf Minuten später steht er neben mir im Kiosk, kauft sich nen Brenner und ne Pfeife. Fünf Minuten später sitzt er vor dem PULSE und raucht die Pfeife. Am nächsten Tag erzählt mir ein Bekannter, dass der Typ gerade ganz frisch aus nem halbjährigen Entzug kommt. Mittlerweile sehe ich ihn wieder regelmäßig, er ist wieder komplett unterwegs und in tiefste Sucht abgedriftet.
        • Kürzlich treffe ich einen Bekannten (crack-abhängig), den ich lange nicht gesehen hatte. Hat mir erzählt dass er paar Wochen im Knast war. Fragte wie es war: sagte er hat zwei Tage gebraucht um klar zu werden, danach war alles top, keine Entzugsymptome und nichts, ES GING IHM GUT, WEIL ER KEINE CHANCE HATTE AN CRACK ZU KOMMEN! Für ihn war das top, er hat es genossen. Erster Tag aus dem Knast raus: direkt wieder konsumiert. Warum? Er hatte den kleinen Mann im Ohr der ihm gesagt hat: fahr kurz zum Bahnhof, hol dir alle Utensilien, in zehn Minuten hast du den Kick. Konnte nicht widerstehen.
        • Schlussfolgerung: Wir müssen die Verfügbarkeit reduzieren, sonst machen wir es den Crack-Leuten so schwer abstinent zu bleiben. Ich meine Dan und Alina hätten auch mal so eine ähnliche Rückfallstory erzählt. Wir sollten es schaffen, dass wenigstens nicht mehr pro-aktiv überall der Stein angeboten wird. Ich denke es ist schon viel gewonnen wenn es im Viertel nur noch Roh-Kokain gibt und es die Leute im Viertel holen und daheim aufkochen, dann hört auch dieser 24/7-Belagerungszustand auf.
      • Außerdem ist es für die Business Community und die Stadtgesellschaft einfach absolut ein zentrales Viertel, Probleme hier betreffen viel weitere Kreise als woanders.
  • Die Aussage ist relativ easy, Crack hat das Bhv grundlegend verändert und überall dort wo Drogen sonst noch in der Stadt vermehrt gedealt / konsumiert werden (Konsti / Ostzeil / Allerheiligen) ist Crack eben auch im Spiel mit all seinen Nachteilen. Warum sich Frankfurt mit Konsti / Allerheiligen gleich 2 Rotlichtviertel und Drogenumschlagplätze gönnt, will mir nicht einleuchten und zieht somit gleich 2 zentrale Stadtteile / Kieze runter. Es ist kein Wunder, dass gerade die Ostzeil als besonders schwer zu vermarkten gilt. Das Main Yard ist der erste richtige Impuls für diese Gegend seit dem Fall der Mauer. Warum wohl?

    Grundsätzlich liegt mir ein reines BHV-Bashing fern, aber die Erfahrungen, die ich dort (teilweise mit meiner Familie und Verwandten) sammeln durfte, könnten aus einem dystopischen Science Fiction Buch stammen. Ich habe selber 2 Jahre am Francois Mitterand Platz gearbeitet und habe das BHV Nord schon vor Corona mit allergrößter Skepsis gesehen.

    In den meisten meiner Posts betone ich übrigens welche Potentiale schlummern und was sich im BHV zum Guten wendet / wenden könnte. Durch den Nestle Zuzug sind selbstverständlich auch für das fast benachbarte Interconti und Kaia die Aussichten nicht schlechter geworden. Generell weht durch den OB ein neuer Wind, das gibt Hoffnung auf Besserung. Selbst die Bahn hat eingesehen, dass die Zustände so unhaltbar waren.

    Ich sage nur, dass die Stadt weiter sehr am Ball bleiben muss, denn bei aggressiver Beschaffungskriminalität, die Crack eben bei manchen auslöst, werden die Drogenopfer zu Tätern. Die Waffen Verbotszone war der richtige Weg, aber bisher wurde ich immer wieder enttäuscht als ich das BHV nach Corona mal wieder eine Chance geben wollte.

    Über Alt-Sax (und den Trend weg vom Ballermann Pub Crawling) kann man dann im dazu gehörigen Thread weiter debattieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Golden Age (11. Januar 2025 um 20:04)

  • In einem Interview mit der Rundschau hat die Gesundheitsdezernentin Elke Voitl mal ausgeführt, dass nicht die Drogen das größte Problem im Viertel wären, "sondern der Verkehr. Es gibt viel zu viel Verkehr im Stadtteil."*

    Und da liegt das Kernproblem: Man wird die Probleme des BHV nicht lösen, so lange die Entscheider:innen aus Ideologie Realitätsverweigerung betreiben.

    Und da schließt sich der Kreis zu deiner Kernforderung, Rud: Die Verfügbarkeit der Drogen wird man nicht reduzieren, so lange man glaubt, die Flut von zugewanderten Dealern mit Waldorf-Pädagogik bekehren zu können. Da grinsen die doch nur drüber.

    Natürlich kann man lange darüber sinnieren, dass die Verteilung von Reichtum auf der Welt unfair ist, nichtsdestotrotz ist die Realität: bei der Mehrheit der Dealer auf den Straßen des BHV gilt, selbst wenn die tatsächlich mal ein paar Tage in den Knast wandern, dann sehen die das als Urlaub mit sauberem Bett, 3 Mahlzeiten am Tag, fließend Warmwasser und kostenloser medizinischer Versorgung. Ginge es vom Urteil direkt an den Flughafen hätte das sicher eine deutlich abschreckendere Wirkung.

    Denn in dem Punkt bin ich ganz bei dir: Je schlechter verfügbar die Drogen sind, gerade das Crack, desto weniger Neukonsumenten züchtet man ran. Gibt doch das berühmte Meme mit dieser Nelly: "Bin für nen Wochenende nach Frankfurt gekommen, jetzt sind es zehn Jahre." Will sagen, die meisten Einsteiger denken nicht, dass sie genauso enden werden wie die Junkies, die auf der Straße liegen.

    Man sieht das gut am Vergleich mit Zigaretten: Auch da ist die hessische Politik bedauerlicherweise unfähig, die Bevölkerung zu schützen, hier darf ja selbst noch Drinnen in Lokalen geraucht werden. In Frankreich dagegen gibt es Zigaretten nur in werbefreien Einheits-Verpackungen an wenigen Verkaufspunkten - statt überall in Supermärkten, an Tankstellen etc. - und selbst draußen, z. B. vor Schulen, in Parks und auf Spielplätzen gelten strikte Rauchverbote. In Italien ebenso. Und natürlich fangen viel weniger Jugendliche das Rauchen überhaupt erst an, wenn Rauchen denormalisiert ist und nicht überall vorgelebt wird.

    Im Übrigen bin ich bez. der Drogenszene in Frankfurt in einem Punkt ganz bei Golden Age: Dass man es nicht schafft, wenigstens die zentrale, flächenmäßig durchaus überschaubare Konsti "clean" (= dealerfrei) zu halten, ist traurig und echt eine Schande.


    *Quelle: https://www.fr.de/frankfurt/elke…n-92545730.html

    Einmal editiert, zuletzt von *Gerald (11. Januar 2025 um 20:46)

  • Ideologie wäre ja OK, so lange man ehrlich ist.

    So lange man im Rahmen eines demokratisch legitimierten, legislativ sauberen Prozesses zu folgender Regulierung fände, wäre es für mich OK:

    • Drogenhandel, Besitz und Konsum sind überall im BHV-Nord erlaubt, insb. wenn es sich dabei um unbegrenzte Mengen an Crack handelt
    • Müll und Fäkalien dürfen überall platziert werden
    • Wegelagerei ist auf öffentlichen Wegen generell gestattet
    • Strassenprostitution ist erlaubt

    Man müsste eben Sonder-Rechts-Zonen schaffen, ähnlich ausländischen Botschaften, keine Ahnung ob es möglich ist.

    Wenn es nicht möglich ist, aber trotzdem gewünscht wird, dann erwarte ich von ehrlicher Politik zumindest, dass sie sich dazu bekennt, dass das eben der Wunschzustand ist. Evtl. gibt es sogar ähnlich bekannter Puffstrassen (Herbertstrasse HH, Brunnenstrasse KA usw.) die Möglichkeit, pauschale Betretetungsverbote (z.B. für viertelfremde Kinder) einzurichten. Dann müsste man das Ganze noch mit Schildern entsprechend markieren, so wie es bei der Waffenverbotszone ja schon is.

    So einen Prozess anzustoßen, das würde gehörig Courage erfordern, aber wenn es der Wille der Bürger ist, meinetwegen.

    Stand jetzt ist: die Politik und Administration ist weitgehend zu feige die Zustände wirksam zu ändern, aber eben auch zu feige sich klar dazu zu bekennen. Selbst das Zielbild von Mike Josef und Boris Rhein ist mir nicht klar.

    Wenn man echt etwas ändern wollte, wäre es evtl. am Besten so vorzugehen wie Donald Trump in den USA: erstmal die zuständigen Führungskräfte aus der Verwaltung feuern, dann neue Leute, mit anderen Vorstellungen, die zudem unbelastet sind, einstellen. Falls das in Deutschland so nicht möglich ist, müsste man das eben durch Frühverrentungen und Versetzungen regeln.

    Mal sehen ob der aktuelle Druck reicht, damit sich wirklich etwas ändert. Spätestens wenn die AFD eine hinreichend starke Drohkulisse darstellt, würde das wahrscheinlich sehr schnell Besserung ergeben und Undenkbares wäre plötzlich möglich.

    Aber ob das wirklich wünschenswert ist?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der Grund für die beiden Rotlichtviertel ist einer der grössten Skandale der jüngeren Frankfurter Stadtgeschichte.

    So what? Nur weil die Entstehung eines zweiten Drogen- und Rotlichtviertels in Frankfurt ein Skandal war, heißt doch nicht, dass man sich in alle Ewigkeit damit abfinden muss. Auch das Sudfass stand noch vor wenigen Jahren am Main direkt am Eingangstor zur EZB als Relikt aus einer schlechten Zeit. Es ist logisch die Probleme zu bündeln und nicht überall über die Stadt zu verteilen.

    Das Vorgehen von Trump den Verwaltungs Apparat auszutauschen, wenn er denn überhaupt ernst gemeint ist (ähnlich wie die baldige militärische Einnahme von Grönland und Umbenennung des Gulf von Mexico), möchte ich auf keinen Fall in Europa angewandt sehen. Die USA ist auf einem völlig falschen Weg angekommen und wird in entscheidenden Ministerien bald von Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern besetzt. Genau diese Leute haben in der Politik absolut gar nichts zu suchen. Und wenn wir schon über die angeblichen Vorzüge des Trumpismus reden: Musk kann sich seine infame AfD Wahl-Empfehlung gerne an den Hut stecken und auf seinen Elektro Trump-Schlitten (oder steht das “T” für Tyrann?) sitzen bleiben. Auf einen zweiten Henry Ford hat gerade Deutschland in diesem Moment ganz bestimmt nicht gewartet.

    3 Mal editiert, zuletzt von Golden Age (13. Januar 2025 um 20:28)

  • Ich will hier keine globalpolitische Debatte vom Zaun brechen ...

    Aber die politisch verantwortlichen für das BHV sind und waren weder Herr Musk, noch Herr Trump, noch die AFD oder Impfskeptiker aus amerikanischen Ministerien und auch nicht Henry Ford, das waren ganz andere.

    Das Ergebnis würden die meisten Menschen wohl als Totalversagen bezeichnen.

  • Interessanter Artikel aus der FR zu einem öffentlichen Austausch der Verantwortlichen aus Frankfurt und Zürich zum Umgang mit der Drogenszene. Einer der Knackpunkte: Zürich erlaubt in seinen Konsumräumlichkeiten den Kleinhandel, das sieht man in Frankfurt als rechtlich schwierig an. Deswegen schafft man es in Zürich, die Szene in die Räumlichkeiten zu verlagern, wohingegen in Frankfurt alles in der Öffentlichkeit stattfindet. Viele Ermutigendes gibt es nicht: von Frankfurter Seite strotzen die Aussagen mal wieder nur so vor Hilflosigkeit, Fatalismus, Selbstzufriedenheit und auch ein bisschen Gleichgültigkeit (Meine Sicht: für nichts davon gibt es einen Grund). Dazu stockt die Suche nach einer Räumlichkeit für das Crackhaus.

    Generell finde ich es toll, dass man sich Verantwortliche anderer Städte zur Diskussion einlädt. Das erfordert tatsächlich einen gewissen Mut, da dort dann klar wird, was andere hinkriegen - was also grundsätzlich möglich wäre - und man selbst nicht. Nach Aufbruchsstimmung klang das Ganze aber für mich nicht.

    Zum Crackhaus, das ja eigentlich in der Elbestrasse, im ersten Grosspuff Frankfurts, dem ehem. Crazy Sexy, entstehen soll.

    Hypothese: das wird so nichts.

    Warum? In diesem Segment der Elbestrasse stehen fast die Hälfte aller Bahnhofsviertelpuffs (darunter ein frisch eröffneter), teilweise im Besitz sehr mächtiger Rotlichtgrößen. Die werden nicht direkt daneben ein Crackhaus haben wollen, wir sehen ja in der Mosel- und Niddastrasse, wie versifft und dreckig es vor Konsumräumen immer ist. Das schreckt Freier und auch Prostituierte ab und erschwert die Geschäfte. Ich vermute da wird großer Druck auf den Besitzer (dürfte die Erbengemeinschaft Willy Schütz sein) ausgeübt, das Gebäude dafür nicht an die Stadt zu verkaufen. Ist aber eine reine Hypothese, ich habe keine Infos.

    EDIT: Hier der Artikel zum selben Event aus der FAZ. Relevante Zusatzinfos:

    1. der Manager des Meridien am Wieshüttenplatz klagt darüber wie sehr die Geschäfte leiden. Erstaunlich, weil er ja relativ weit weg ist von den Hotspots.
    2. Polizeipräsi Müller kündigt "massiven Druck auf die Dealer" an. Da bin ich ja mal gespannt. Bisher tut man viel mit wenig Ergebnis. Ich bin immer wieder erstaunt wie stolz die Polizei die Ergebnisse ihrer Großdurchsuchungen präsentiert. Viel mehr als ein paar Gramm Marijuana ist da selten dabei. Von größeren gefunden Crack- oder Kokainmengen hört man fast nie. Liegt eben daran dass man nur die Leute auf der Strasse durchsucht, die haben natürlich nichts am Körper. An die Bunker und Verkaufsorte traut man sich bisher nicht ran. Dann passiert eben auch nichts.

    Einmal editiert, zuletzt von Rud (23. Januar 2025 um 17:21)