Münchner Biergartenratsch

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    Das frage ich mich auch hier bei manchem... ich finde es jedenfalls nicht lebens- und erstrebenswert unsere schöne und geografisch gut gelegene Stadt noch schneller, lauter, dreckiger, giftgasverseuchter, egozentrischer und materialistischer zu machen.

    Ich mag
    - schöne Architektur
    - Baustellen
    - Stadtplanung
    - Weiterentwicklung der Stadt, damit diese lebenswerter, schöner wird
    - mehr städtisches Leben

    Ich hab deshalb nichts dagegen, wenn Viertel mit Vorstadtcharakter städtisch belebter und dichter werden. Das ist denke ich auch gut vereinbar mit "grünen Ideen", wo weniger Autoverkehr und mehr ÖPNV benutzt werden soll. Gerade in diesen Gegenden kommt man derzeit in München doch oft nur gut mit dem Auto hin oder weg.

    Ich mag Statistiken und was man aus ihnen heraus lesen kann, aber einen Fetischismus sollte man um sie nicht treiben. Wenn 300 tolle, moderne, architektonisch geniale Wohnungen entstehen ist mir das wichtiger als 3000 Plattenbauten. Ob München nun 1,4 oder 1,45 Millionen Einwohner hat, ist mir schnuppe.

    Und ja, damit München tolle neue Projekte bekommt, muss München weiterhin wirtschaftlich prosperieren. In einer schrumpfenden, sterbenden Stadt zu leben, in der immer mehr Menschen weggehen, hätte etwas deprimierendes für mich. Und es gibt nur die Gewinnerstädte, oder Verliererstädte. Städte, wo alles "gleich bleibt" mag ein Wunschtraum sein, ist aber unrealistisch.

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... unsere Stadt noch schneller, lauter, dreckiger, giftgasverseuchter, egozentrischer und materialistischer zu machen.

    Sind neue hinzugezogene Einwohner egozentrischer als alteingesessene?
    Sind neue hinzugezogene Einwohner materialistischer als alteingesessene?

    Mehr Einwohner sollte doch eigtl bedeuten, dass die Stadt langsamer wird und nicht schneller. (Mehr Staus)
    Aber die Wahrheit wird doch so aussehen:
    - Der Autoverkehr kann gar nicht mehr stark wachsen, da während des Berufsverkehr bei fast allen neuralgischen Punkten einfach nicht mehr durchpasst. Bis auf Detailverbesserungen wird sich die Kapazität nicht groß verändern. Jeglicher Mehrverkehr wird v.a. auch durch mehr ÖPNV abgefedert werden müssen.
    - Der Autoverkehr ist schon bereits (Kats/Filter/Verbrauch) und wird grüner und grüner werden. Die Elektrotechnik kommt zwar jetzt erst auf dem Markt, aber in 10 Jahren bin ich mir sicher, wird die Technik sich schon viel weiter durchgesetzt haben. Dadurch wird auch der Lärm wesentlich reduziert.

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    Größe korreliert nicht zwangsweise mit Lärm, Dreck oder Giftgas. [...]

    Wenn man aber schon den Rotkreuzplatz als verkehrsumtoste Hölle empfindet, sollte man Überlegen, ob eine Stadt wie München in seiner heutigen Größe überhaupt das Richtige für einem ist. Übrigens ist auch der Rotkreuzplatz eine gute Ecke, um zu Verstehen, dass den meisten Autoverkehr immer noch die (Gartenstadt-)Münchner selbst erzeugen.

    Ich hab ja auch nie gesagt, dass München nicht von der Einwohnerzahl her wachsen darf.
    Und dies ist meine Heimat, da ziehe ich ganz sicher nicht weg, nur weil hier momentan noch ein paar stinkfaule, depperte Gartenstadt-Bewohner mit ihren SUVs durch die Gegend fahren und die Aufenthaltsqualität zahlreicher Plätze zerstören. Es gibt zum Glück genügend Rückzugsorte und eher würde ich diesen Leuten den Krieg erklären als die Stadt nur aus diesem Grund zu verlassen ;)

    Ansonsten gebe ich LugPaj recht, letztendlich wird man sowieso nur mit Kompromissen weiter kommen und ich sehe die zukünftige Entwicklung der Stadt durchaus positiv.
    Schön wäre halt ein Bürgermeister, der nicht so ein gesichtsloser, aalglatter Populist ist wie Dieter Reiter, sondern der mutig Projekte auch gegen Widerstände durchsetzt, wenn er von deren Richtigkeit überzeugt ist.

  • ^^

    Da haben die CSU und die Grünen mehr als die SPD. Wobei Reiter schon wesentlich besser ist als Ude. Diesem merkt man seine 20-jährige Amtszeit an. Fatal, wenn der auch noch Ministerpräsident geworden wäre.

    Die Menschen, die meinen sie müssen mit ihrem BMW X6 oder Peugeot 107 am Samstag Nachmittag in die City fahren, sind doch krank. Erstens dauert das fünfmal länger als mit dem ÖPNV, zweitens ist es Stress pur und drittens weder für die Umwelt noch für die Attraktivität der Stadt bereichernd. Schön wäre ein allgemeines Autoverbot innerhalb des Altstadtrings und ein Umbau des Altstadtrings (Münchens größte Bausünde aller Zeiten) auf 1-2 Spuren pro Richtung. Eigentlich müsste man schon deshalb die Grünen wählen. Eigentlich...

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    Schön wäre (...) ein Umbau des Altstadtrings (Münchens größte Bausünde aller Zeiten) auf 1-2 Spuren pro Richtung. Eigentlich müsste man schon deshalb die Grünen wählen. Eigentlich...

    Ich denke, der Altstadtring-Rückbau wird eines der wichtigsten Projekte der Verkehrswende in München in den nächsten 10-50 Jahren. Allerdings hängt der Zeitpunkt der Umsetzung stark davon ab, ob und vor allem wann sich der jeweilige Stadtrat an das Thema herantraut. Leider saßen oder sitzen die Grünen jetzt bereits 20 Jahre im Stadtrat und haben beim Thema Verkehrswende außer ein paar mickrigen hundert Meter Radlspur in unwichtigen Nebenstraßen kaum etwas bewegt.

  • Wobei doch gerade diese Thema geradezu perfekt für einen Bürgerentscheid wäre. Zum Abstimmen gehen ja anscheinend eh immer nur die, die ein beschauliches, ruhiges München haben wollen. Für die Politiker dürfte es also ein Kinderspiel sein, das durchzusetzen. Auto gefahren wird in München danach immer noch genug.

    Es gab doch mal die Idee, den Oskar von Miller Ring in Höhe der Siemens zentrale zu Untertunneln. Daraus wurde zwar nichts, jetzt soll aber immerhin die Einfahrt verkleinert werden.

  • Wichtig fände ich auch Querungsmöglichkeiten von der Isar weg in die Stadtviertel rein.
    Momentan gibt es nach Westen nur einen einzigen verkehrsfreien Weg, nämlich über das Föhringer Wehr in den englischen Garten und eine halbgare Variante, beim Flaucher in Richtung Dietramszeller Straße, mit einer recht vernünftig geschalteten Fußgängerampel.
    Alle anderen Wege von der Isar weg nach Westen sind direkt an autobahnähnlichen Zumutungen mit provokativen Ampelschaltungen, die sich kein Fußgänger und Radlfahrer freiwillig antun würde, wenn es Alternativen gäbe.
    Schade, dass sich in dieser Hinsicht nicht viel mehr tut.

  • In dem Artikel steht übrigens auch, dass ein Abriss des Kaufhofs am Marienplatz diskutiert wird.

    Gibt es dazu konkrete Informationen?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    :daumen::daumen::daumen:

    Ein grandioser Artikel!

    Lasst uns alle den Artikel ausdrucken und ins Rathaus schicken...

    Guter Artikel, aber dass die kein besseres Foto gefunden haben.
    Die Konzepte für die Bayernkaserne sind ja noch toll im Vergleich zu dem was wir hier schon an Schandflecken diskutiert haben. Schändlich finde ich auch, was in der Altstadt in den letzten 10 Jahren bei so mancher DG-Sanierung verbrochen wurde!

  • Im vergangenen Jahr meldeten sich insgesamt 125 346 Umzügler im Kreisverwaltungsreferat an – noch einmal fast acht Prozent mehr als im Vorjahr

    Weil im vergangenen Jahr aber auch 107 913 Münchner wegzogen, stieg die Einwohnerzahl nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.


    http://www.tz.de/muenchen/stadt…hr-3333204.html

    alles in allem also ein stabiler aufwärts Trend und eine recht hohe Rotationsquote finde ich. Interessant wäre noch zu wissen wieviele der Neumünchner aus den Vororten hinzuziehen und wieviele derer die sich in München abmelden im Großraum bleiben.

    Die Region München wächst ja auch nehme ich an..?

  • Man muss zum Wanderungssaldo noch den satten Geburtenüberschuss hinzuzählen. Damit sollte München stabil um etwa 25.000 pro Jahr wachsen. Eine höhere Dynamik haben in Europa zur Zeit nur die Französischen Großstädte, Brüssel, London und einige weitere Englische Städte sowie Wien, Mailand und Dublin. Absolut wird auch noch Madrid und BCN mit gleichen Zahlen wachsen. Beide Städte sind aber auch etwas größer.

  • Ich finde diese Diskussion dreht sich viel zu sehr um die Gebäude im Detail, dabei liegt das eigentlich Problem doch in der Schaffung lebendiger Quartiere. Da ist es erst einmal egal, ob die Fassade grün oder blau, rund oder eckig ist und ob das Dach ein "richtiges" Dach ist. Man kann sich z.B. ansehen, wie der öffentliche Raum in den bekannten Münchner Neubaugebieten definiert ist und wie er es in den beliebten Bestandsquartieren ist. Weiter geht es mit Parzellierung und Eigentumsverhältnissen. Und und und.

    Aber möglicherweise bin ich dahingehend ein Träumer und die Bürger interessiert wirklich mehr das einzelne Haus, auch wenn man es hinter Straßenbegleit- und Abstandsgrün, Balkonurwäldern und Müllhäuschen kaum noch erkennen kann.

  • Die Antowort hat mich auch gewundert. Ich denke aber er hat die Frage falsch verstanden. "...Gebäude der Stadt", heißt für ihn wohl so viel wie Gebäude im Besitz der Stadt oder von der Stadt gebaut / genutzt.

    Reiter ist eher für Hochhäuser als Schmid, beide haben ihre Positionen dazu des öfteren klar deutlich gemacht.

    Schade, dass die SPD weiterhin die Macht hat, wobei mir Reiter nicht ganz unsympathisch ist.

    Im Grunde hatten sowieso beide Kandidaten das selbe Programm.

    Das Schlimme ist nur, dass es wieder Rot/Grün wird. Diese Kombi geht überhaupt nicht.