Kö-Bogen 1. BA (Altthread bis 2008)

  • Gut, wer darf das nicht? Schon auffallend, dass diese Partei ihre Vorliebe für basisdemokratische Diskussionsrunden immer gerade dann entdeckt, wenn sie kein Gewicht in den Gremien hat...


    Die "Vorschläge", die von der SPD und den Grünen kommen erinnern zudem stark an den Druck auf den Reset-Knopf: Man will halt zurück auf Los und nicht in das Gefängnis - dass man dabei noch treuherzig einen von Bürgerbeteiligung erzählt gehört zum Repertoire politisches Geplänkel unterste Schublade links. Man probiert eben alles, um das Projekt totzudiskutieren und Erwin so eine politische Niederlage zu verpassen. Und nebenbei: 1030 Unterschriften ist schon peinlich - beim Stadtwerkeverkauf waren es ja immerhin schon einige Zehntausend.



    Ich halte das Verfahren in Teilen auch für kritiwürdig, nur kann sich das Zwischenergebnis zum Glück sehr gut sehen lassen. Das Paket jetzt nochmals aufzuschnüren, ist schlichtweg keine Option - das könnte den Kö-Bogen und nebenbei auch die Wehrhahnlinie um Jahre verzögern.


    Ein Projekt dieser Größenordnung wird immer Gegenstimmen haben (ich erinnere nur an den Rheinufertunnel) - dann muss halt die Mehrheit entscheiden und das hat sie getan...

  • Lassen wir die unterstellte politische Motivation aussen vor und beschränken uns auf die inhaltliche Kritik. BDA und Düsseldorfer Jonges rechne ich im übrigen weder den Grünen noch der SPD zu. Denn auch aus diesen Reihen kommen kritische Stimmen, die ein fehlendes Gesamtkonzept bemängeln und die vorgesehene Bebauung in dieser Form kritisieren. Weshalb hat sich Christoph Ingenhoven mittlerweile aus dem Projekt verabschiedet, gibt es dazu nähere Informationen?


    Was wäre daran so schlimm, wenn sich das Projekt um wenige Jahre verzögern würde, wenn im Gegenzug ein besserer Entwurf und für die Stadt- und Verkehrsplanung ein tragfähiges Gesamtkonzept dabei herauskäme? Der Jan-Wellem Platz war 60 Jahre lang nicht bebaut, da kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger auch nicht an. Siehe auch die entsprechende Forderung des BDA in seiner Stellungnahme vom 23.4.2007, letzter Satz.


    Wir sollten verhindern, dass mitten im Herzen unserer Stadt eine Situation wie unlängst an der Speditionsstrasse entsteht, wo erst Fakten geschaffen wurden, die sich nachträglich trotz des heutigen Bedauerns politisch Beteiligter nicht mehr korrigieren lassen (siehe Artikel in der RP vom 21.5.)

  • Wie schon gesagt: Natürlich hat ein Projekt dieser Größe Kritiker - das Gesicht der Stadt wird schließlich grundlegend verändert - und dabei sehr viel Geld in die Hand genommen.


    Die Jonges waren als erste mit der Forderung nach einem längeren Nord-Süd-Tunnel aufgetreten - und haben die Nordverlängerung jetzt ja auch durchgesetzt. Die Autos erst südlich der Steinstraße wieder aus dem Boden zu holen, hätte dann aber zu viele Wegbeziehungen beseitigt - interessanter Gedanke trotzdem.


    Ingenhoven ist wohl nicht gerade glücklich, dass man sein Projekt zwar dem Grunde nach übernimmt, dann aber bis zur Unkenntlichkeit verändert und vor allem sein Haus nicht bauen will, sondern stattdessen eine Reihe von Architekten einlädt, die dann sozusagen seine Saat ernten. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür - zumal seine Entwürfe schon vom Feinsten waren - auch das ist natürlich Geschmackssache. Ein Insider sagte mir letztlich, dass er jetzt zudem keinen Cent verdient...


    Es ist wohl etwas optimistisch anzunehmen, ein umfassender Wettbewerb könnte zu einem Ergebnis führen, das weniger umstritten ist als der jetzige Planungsstand. Die Kritiker sind sich schließlich auch alles andere als einig. Dafür jahrelange Planung, den (kleinen) Wettbewerb und eine äußerst fruchtbare Debatte vom Tisch zu wischen, geht mir entschieden zu weit. Es wird allerhöchste Zeit, dass endlich Bagger rollen.

  • Wenn selbst aus den Reihen der am Fassadenwettbewerb beteiligten Architekten Kritik an der Planung geäußert wird, dann sollten die Bagger lieber auf dem Bauhof bleiben. Markus Röttger von BRT äussert sich hier zu Höhe und Massivität der geplanten Gebäude.

  • BRT haben sich als einzige an die (in der Tat zu engen) Vorgaben gebunden gefühlt - dass das mit dem gestalterischen Freiheitsdrang nicht zusammenpasst, ist nicht weiter verwunderlich. Vor diesem Hintergrund ist die zitierte Aussage zu sehen. Mit den BRT-Leuten habe ich lange Zeit persönlich gesprochen - sie gehörten eher zu den euphorischen unter den Teams.


    Ich persönlich hätte ja lieber die von Ingenhoven favorisierten sieben Geschosse mit einem auch in der Höhe geschwungenen Bogen gehabt - siehe Beitrag #1. Diesen Entwurf hat er übrigens vorgelegt lange bevor ein Investor auftrat und irgendwelche Wünsche äußerte! Das ist also die Gebäudehöhe, - masse und -form, die er als Architekt und Stadtplaner für richtig hielt! Soviel zum Thema es werden nur Investoreninteressen bedient...


    Unabhängig davon möchte ich vor allem, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden - der Bau der Wehrhahnlinie beginnt in Kürze, da müssen für den Kö-Bogen verbindliche Beschlüsse her - es liegen genug gute Konzepte auf dem Tisch. Man kann so etwas natürlich auch bis zum St. Nimmerleinstag diskutieren. Leute, die behaupten früher sei alles besser gewesen, wird man selbst dann noch finden. Es bleibt am Ende auch eine Geschmacksfrage, Falschabgebogen.


    Nachtrag: Wir wissen mehr, wenn sich die Politik zu den Entwürfen geäußert hat. Noch habe ich die Hoffnung, dass am Ende mehr als eine Kompromisslösung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner übrig bleibt - die ursprüngliche Idee ist ja schon genug verwässert. Im Moment redet alle Welt von Größe, kaum einer von Schönheit... eine mutlose, uninspierierte, niveaulose Debatte... kaum noch konstruktive Vorschläge ... wenn das mal gut geht...

    2. Nachtrag:
    Wenn tatsächlich nach all den Veränderungen der Pläne und bei all den Varianten, die zur Auswahl stehen kein Konzept eine Mehrheit erhält - wovon ich nicht ausgehe, dann gebe ich Falschabgebogen Recht: Dann muss ein umfassender städtebaulicher Wettbewerb stattfinden. Die Tunnel müssen dann halt schon gelegt werden (in Abstimmung mit der Wehrhahnlinie) und was man an der Oberfläche macht, sieht man nachher. Das wäre sehr von Nachteil, da das Tunnelkonzept einen Teil der Oberflächenplanung vorweg nimmt.


    Noch ist aber nichts verworfen - die Entscheidung steht aus. Und Rat sowie Verwaltung haben offenbar schon den Ehrgeiz ein Gesamtkonzept zu verabschieden. *** klopft auf Holz ***

  • Das sind die ursprünglichen Pläne von 2003, die man für den Wettbewerb verworfen hat.




    Q: http://www.duesseldorf.de







    Beschreibungen, Renderings und Animationen: Ingenhoven/Overdiek Architekten, http://www.koe-bogen.de


    Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie dieser Entwurf im Vergleich zu denen aus dem Wettbewerb abschneidet. Krümmung und Glas zur Kö sind wohl auf den ersten Blick nicht massenkompatibel - aber in Verbindung mit großer Baukunst? Man beachte gerade auch die Konvexität zum Hofgarten hin - die Vorgaben aus dem Wettbewerb erscheinen dann doch sehr (zu!) konservativ.

  • Forum gegen Kö-Bögen-Bebauung gegründet

    Rettet den Hofgarten!


    Am 30.8. ist die entscheidende Ratssitzung zur Bebauung des Kö-Bogens
    Letzte Chance: Petition gegen die Bebauung des Kö-Bogens


    Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Freunde und Freundinnen,


    hier der letzte Versuch einen wirklichen Massenprotest gegen die Bebauung am Kö-Bogen/Schadowplatz hinzubekommen. Wer keinen überdimensionierten Bürokomplex am Schadowplatz haben möchte, der den Hofgarten eingrenzt und verschattet, der muss jetzt handeln und unter


    http://www.koe-bogen.de/


    sich der Petition des Forum Kö-Bogen anschließen.

  • @ Gatierf - Willkommen im Forum. Kläre uns doch bitte über die Alternativen (die du ja zweifelsohne hast) die du siehst auf, wie die Kö Bebauung aus deiner Sicht gestaltet werden könnte.
    Der Grund meiner forsch formulierten Bitte ist leicht erklärt - zu oft schon wurde (auch in diesem Forum) in typisch deutscher "Verhinderungstaktik" lediglich gegen ein Bauvorhaben protestiert - ich denke über diese unsäglichen Phasen sind wir hinweg und sollten die Diskussionen konstruktiv gestalten. Das setzt voraus, dass jemand der gegen etwas ist, auch für etwas sein muss.

  • Prinzipiell bin ich durchaus der Meinung, dass hinter einem guten Ergebnis eine sorgfältige Planung stehen muss.
    Manchmal ist es aber besser, wenn man vollendete Tatsachen schafft. Insbesondere deshalb, weil - gerade städtebaulich - zu oft zu vieles zerredet wird. Besser also, man handelt rasch, als gar nicht.


    Meine Meinung:
    Der JWP ist ein Schandfleck, der Tausendfüssler ist längst nicht mehr zeitgemäss, der Schadowplatz kommt als Platz nicht zur Geltung und das nördliche Ende der Kö ist eben ein Ende und kein Abschluss (gleiches gilt übrigens für das vor sich hin gammelnde Gebäude am südlichen Kö-Ende = Ex Reisebüro an der Ecke Königsallee / Graf-Adolf-Platz 13).


    Gerade im Hinblick auf den festgestellten Bau der Wehrhahnlinie und den damit verbundenen jahrelangen Beeinträchtigungen des Publikumsverkehrs, muss jetzt schnell etwas passieren.
    Oder soll man noch über das Wann und Wie diskutieren, wenn der Tunnelvorschub diesen Bereich bereits hinter sich gelassen hat?


    Die Landeshauptstadt verfügt ohnedies schon über zahlreiche, unerträgliche Ödlandbrachen in den äusseren Stadtbezirken (Stichwort: Mörsenbroicher Ei / einst überlegtes Mercedes-HH).
    Da sollte doch wenigstens das Stadtzentrum - welches darüber hinaus auch im Hinblick auf unvoreingenommene touristische Wirkung eine Visitenkarte ist - endlich ein homogenes Klein-Paris-Bild darstellen.


    Oder nicht?


    Nachtrag der Verzweiflung:


    Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass - Präferenz hin oder her - jedes der vier bisherigen Konzepte besser ist, als die bestehende Situation.:confused:

  • corvus edwin spricht das aus, was ich auch dazu denke. Jetzt oder gar nicht! Ich finde auch jede der vier Alternativen besser als den momentanen Zustand und wenn alles Fertig ist sagen die meisten eh: "Ich hätte nicht gedacht, dass dies doch so schön aussehen könnte" Es gibt aber nunmal immer einige kleinbürgerlichen Spießbürger.


    <IRONIE>Wie sollen sonst die ganzen neuen Hotels mit Besuchern gefüllt werden?</IRONIE>

  • corvus edwin
    Super Text den du da geschrieben hast. Ich finde auch, dass man jetzt die Gelegenheit nutzen sollte, um das Projekt endlich rechtskrätig auszuführen. Dem Argument, dass alle Pläne besser sein als der jetzige Zustand kann ich zu ca. 80% zustimmen. Alle Pläne sind besser als die jetztige Situation. Natürlich ist der Entwurf von RKW besser als der JWP in der derzeitigen Form aber diesen mag ich am wenigsten. Hauptsache das Stadtzentrum wird aufgewertet und bekommt einen kleinen Flair von Paris eingehaucht. Zudem ist es wichtig, dass der Tausendfüßler endlich verschwindet. Durch ihn verliert das P&C Einkaufshaus seine Architektonische Ausstrahlung. Und man muss nicht mehr über eine Straße laufen, um die Schadowstraße "durch" zu haben.


    gatierf
    Für deine Vorstellung habe ich kein postives Wort. Ich finde, wenn ihr mit gammeligen Plätzen leben wollt, dann bemitleidige ich eure Vorstellungen. Das soll keine Beleidigung sein, sondern nur meine Meinung ausdrücken.

  • Auf Düsseldorf Blog gibt es einen neuen Artikel vom stets erstaunlich gut informierten Dieter Jaeger. Er berichtet u.a. davon, welche Bedeutung die Hofgartenstraße (der einstige "Kö-Bogen") für Düsseldorf hatte. Gerade aber die vielen Randinformationen zur Stadtgeschichte - besonders zur Entstehung des Hofgartens - machen den Beitrag zur absoluten Pflichtlektüre

  • Hallo,


    wer ernsthaft glaubt, der JWP könne durch eine völlige Überbauung verschönert werden, der möge mir das bitte einmal anhand des nachstehenden Fotos erklären:



    Ansicht JWP aus westlicher Richtung vom Cornelius Platz am Dienstag, 19. Juni 2007, 18:39:10. Fotorechte und EBV: Falschabgebogen


    Die Umriss des geplanten Gebäudes habe ich rot markiert. Das schmale weisse etwas über der Strassenbahn ist übrigens der von einigen verschmähte Tausendfüssler. Gegenüber der geplanten Bebauung nimmt der sich aber recht klein aus, oder?

  • Die Frage, "ist das Haus größer als die Brücke?" hatte in der Tat noch keiner gestellt - eine wirklich ganz neue Perspektive, Falschabgebogen, vielen Dank! Da komme ich gleich auf ganz neue Ansätze: "ist der Tunnel größer als der Turm?", "ist der Weltfußball größer als das Matterhorn?".


    Niemand will den JWP völlig überbauen - ganz im Gegenteil: Der schmale Streifen, den man heute - mit viel Wohlwollen - als "Platz" bezeichnen könnte, bleibt und wird zudem vom Verkehr befreit. Die Gasse, die zum Hofgarten führen soll, gibt es heute noch gar nicht - sie gab es nichtmals in der historischen Bebauung.


    Die Frage nach dem Tausendfüßler ist übrigens unabhängig von der Neubebauung des JWP zu beantworten. Im ersten BA. soll er ja nicht fallen. Für mich bleiben aber JWP und Tausenfüßler Wunden im Düsseldorfer Stadtbild, die besser früher als später geschlossen werden sollten.

  • Hallo Enzo,


    es geht nicht um die Frage, ob ein Haus höher ist als eine Brücke, sondern um die Wirkung auf den Betrachter. Die geplante Überbauung des JWP empfinde ich als aufdringlicher und klotziger als den in der Seitenansicht filigranen Tausendfüssler.


    Leider bist Du mir eine Antwort auf meine Frage, wie eine nahezu (:D) vollständige Überbauung des JWP an dieser Stelle eine Verschönerung darstellen soll, schuldig geblieben.


    Aber in einem Punkt muss ich Dir recht geben. Christoph Ingenhoven hat das Problem der massiven Ansicht aus Westen auf geradezu geniale Weise dadurch gelöst, in dem er die Fassade des vorderen Gebäudes stark zurückweichen lässt und erst im weiteren Verlauf den Blick auf die zweite Gebäudehälfte freigibt. Vergleiche einmal die Ansicht in Deinem Posting #146 vom Cornelius-Platz aus mit der jetzigen Planung bzw. mit meinem Bild aus #154.



    Beschreibungen, Renderings und Animationen: Ingenhoven/Overdiek Architekten, http://www.koe-bogen.de, EBV durch Enzo Molinari


    In dem Entwurf von Ingenhoven wirkt die Bebauung durch die geschickte Anordnung der Gebäude und die geschwungene Fassade weit weniger wuchtig und massiv als das, was aller Voraussicht nach jetzt umgesetzt wird. Das gleiche gilt für die Ansicht von Norden zum Hofgarten, wo sich im Entwurf von Christoph Ingenhoven die Fassade nach Osten rasch vom Hofgarten entfernt. Durch die geschwungene Linie und die halbkreisförmigen Innenhöfe wirkt das Gebäude nicht so kompakt. Im Gegensatz zur heutigen Planung, deren Fassade sich mit aller Macht in ihrem Verlauf nach Osten bis zum Ende an die Südseite des Hofgartens drückt.


    Den Entwurf von Christoph Ingenhoven hast Du selbst hoch gelobt. Er hat mir anfänglich nicht sehr gut gefallen. Im Vergleich zur heutigen Planung würde ich diesen Entwurf jedoch allen anderen vorziehen.


    Denn die aktuelle Planung hat sich von der ursprünglichen Idee sehr weit entfernt. Manchmal habe ich den Eindruck, der Entwurf von Christoph Ingenhoven war für interessierte Kreise nur ein trojanisches Pferd, um letztendlich auf dem JWP ein X-beliebieges Bürogebäude zu realisieren.


    Der Entwurf von Christoph Ingenhoven sah auch den Abriss des Tausendfüsslers vor. Beides ist auch gar nicht zu trennen, so ein Gebäude wirkt nicht mit einer Hochstrasse davor. Erst durch den Abriss des Tausendfüsslers entsteht der Freiraum, der die Proportionen wieder herstellt und dem Hofgarten sogar einen deutlichen Zugewinn an Fläche beschert. Das hätte auch die in der Ingenhovschen Planung deutlich reduzierte Annäherung der Fassade an die Südseite des Hofgartens mehr als kompensiert.


    In der aktuellen Planung ist der Abriss des Tausendfüsslers auf den Bauabschnitt II verschoben. Ob und wann der jemals realisiert wird, steht in den Sternen. Meine Prognose dazu: In den nächsten 30 Jahren nicht. Wenn jetzt schon um 50 Mio Eur für die Verlängerung der Tunnel nach Norden gestritten wird, um die beiden Hofgartenhälften miteinander zu verbinden, dann wird nach Fertigstellung der Wehrhahnlinie und der Tunnel aus Bauabschnitt I so schnell wieder nicht an gleicher Stelle gegraben.


    Und damit werden auch die Absichten klar. Es geht nicht um die Zusammenfassung der Hofgartenhälften. Es geht nicht darum, im Herzen von Düsseldorf eine anspruchsvolle architektonische Lösung zu präsentieren. Es geht auch gar nicht darum, den Hofgarten wesentlich zu erweitern. Es geht nur darum, bei fast maximaler Ausnutzung der Fläche einen weiteren Büroklotz dem Stadtbild hinzuzufügen.

  • Wat is denn "EBV"?


    Vorneweg: Alle Entwürfe "gehen" mit und ohne Tausendfüßler - da fällt also keine Vorentscheidung. Der Wegfall des Tausendfüßlers bietet übrigens noch andere Vorteile: Der P&C würde stark aufgewertet und ein weiterer interessanter Platz (siehe #119, #123, #124) entstünde.


    Und damit werden auch die Absichten klar. Es geht nicht um die Zusammenfassung der Hofgartenhälften. Es geht nicht darum, im Herzen von Düsseldorf eine anspruchsvolle architektonische Lösung zu präsentieren. Es geht auch gar nicht darum, den Hofgarten wesentlich zu erweitern. Es geht nur darum, bei fast maximaler Ausnutzung der Fläche einen weiteren Büroklotz dem Stadtbild hinzuzufügen.


    Das sehe ich anders: Man schlägt halt (sehr!) viele Fliegen mit einer Klappe. Und wenn ich mir anschaue wieviel Fläche vom Verkehr befreit wird, habe ich nicht den Eindruck, dass man alles gleich wieder zustellt. Der überwiegende Teil der Flächen bleibt frei und es entstehen viele neue, attraktive und öffentliche Räume.


    Fein, dass ich nicht der einzige bleibe, der Ingenhovens Entwurf verteidigt. Die anderen Entwürfe als "X-beliebig" zu bezeichnen, geht mir dann aber doch zu weit - zumal Ingenhoven gleich zwei Tabus bricht, die dem traditionsbewußten Düsseldorfer einiges abverlangen:
    - Eine Glasfassade zur heiligen Kö
    - Die im Vergleich zur historischen Bebauung "verkehrte" (da konvexe statt konkave) Krümmung des Bogens


    Ich find's genial, aber wie dem auch sei: Das wird nie gebaut werden.


    Leider bist Du mir eine Antwort auf meine Frage, wie eine nahezu ( :D ) vollständige Überbauung des JWP an dieser Stelle eine Verschönerung darstellen soll, schuldig geblieben.


    Vlt ist die Antwort zu offensichtlich ... : Indem man eine hässliche Brache mit Busbahnhof und Hauptverkehrsstraße mit schönen Häusern versieht.


    Weshalb glaubst Du, dass man den 2. BA. nicht anfassen wird? Das Geld ist da...

  • EBV steht für Elektronische BildVerarbeitung


    Weder der Entwurf von Ingenhoven noch die jetzige Planung haben irgendetwas mit der historischen Bebauung gemeinsam. Die ursprüngliche Bebauung war eine gewachsene Struktur. Unterschiedliche Fassaden und eine insgesamt niedrigere Bauhöhe hatten eine völlig andere Wirkung als die jetzt aus einem Guss geplante Zweckarchitektur.


    Historisch betrachtet würde an diese Stelle eher eine kleinteilige Wohnbebauung als ein Büroklotz passen. Das von Christoph Ingenhoven geplante Bürogebäude wird diesem Umstand durch die genannten Eigenheiten gerecht, indem er durch gezielte Eingriffe dem Bau die Schärfe nimmt.


    Die im Vergleich zur historischen Bebauung konvexe Krümmung der Frontlinie ist ein genialer Schachzug. Eben weil die um einiges höheren Gebäude dem Hofgarten auf die Pelle rücken, nimmt Christoph Ingenhoven die Frontlinie wieder zurück und damit den Druck vom Hofgarten. Leider weicht die Planung in solch entscheidenden Punkten von dem prämierten Entwurf wieder ab. Der jetzigen Planung fehlt einfach der Pfiff. Kein Wunder, dass Christoph Ingenhoven seinen Namen dafür nicht mehr für hergeben möchte.


    Was den Abriss des Tausenfüsslers anbelangt: Ich habe nicht gesagt, dass er niemals abgerissen wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass, obwohl bereits jetzt auf einem Drittel der Länge des geplanten Nord-Südtunnels Bauarbeiten stattfinden, erst wieder alles zugeschüttet wird, um dort in 5 Jahren erneut die Bagger anrücken zu lassen.

  • Nicht uninteressant finde ich diesen WZ-Beitrag von heute:


    Oberbürgermeister Erwin: „3a-Lösung“ für Kö-Bogen
    Erwin präsentiert sein Verkehrskonzept mit Minitunnel an der Schadowstraße und bügelt alle Alternativen ab.



    In der ganzen Kö-Bogen-Diskussion wird meines Erachtens der scheussliche, für ein Kulturzentrum wie das schöne Schauspielhaus ohnedies unwürdige Gustav-Gründgens-Platz viel zu selten erwähnt. Für diesen Platz(?) schäme ich mich mindestens so sehr, wie für den JWP.
    Die meisten Park&Ride Plätze haben mehr Appeal.... ....ehrlich!



    Ach ja...


    ...lt. WZ sagt Joachim Erwin zu der Hofgartenteilung durch die Kaiserstrasse:
    Der Park wird hier seit über 200 Jahren durch die Straße geteilt. Wer diese Nord-Süd-Verbindung jetzt aufgeben will, macht das, was Maximilian Weyhe geplant hat, kaputt.


    So sehr ich OB Erwin auch als Stadtbildförderer und Stadtplaner schätze - in diesem Punkt hinkt sein Argument ein wenig, denn der Ursprung (vor der Weyhe Umsetzung) sah eine Sichtachse von der "goldenen Brücke" über den Triton-Brunnen zum Schloss Jägerhof vor.
    Vor Ort (nämlich auf der besagten Brücke stehend und zum Schloss Jägerhof blickend) kann man sich ein Bild davon machen, wie grausam dieser Gedanke durch die spätere Strassenführung zerstört worden ist.

  • Der Beitrag ist vom 31. Januar. Inzwischen ist die CDU-Fraktion ja auch auf die Linie umgeschwenkt, den Tunnel bis zur Maximilian-Weyhe-Allee zu bauen.