Rund um die Reeperbahn

  • Die Tanzenden Türme passen in keinster Weise dort hin.


    Also mir gefallen runde und geschwungene Formen besser als eckige. Von daher würde ich Midas durchaus zustimmen, es könnte besser sein. Allerdings sehe ich es eher als besser ist der Feind von gut. .
    Zu Deinenen Punkten.
    Dein Fazit tifft eigentlich auf jedes Hamburger Hochhaus zu, im Grunde sogar auf die auf die Hauptkirchen. Und anderswo ist das auch so. Liegt irgendwie in der Natur solcher Gebäude.


    Die Höhe ist der Umgebung durchaus angepasst, fügt sich mit den nahe gelegenen Gebäuden zu einem Ensemble zusammen und bringt die exponierte Lage gut zur Geltung. Die Nutzung ist dem Standort angemesse und ein Kompromiss zwischen ökonomischer und ortstypischer kultureller Nutzung.

  • Die Essohäuser der Reeperbahn melden sich mal wieder zu Wort.
    Das HH Abendblatt schreibt: Der Auszug der 90 verbliebenen Mietparteien soll organisiert werden. Den Gewerbemietern wurde angeblich per 31.3.2014 gekündigt. Man möchte offensichtlich bauen ...
    Abendblattartikel

  • Ein Kran baut heute vormittag etwas vom Dach der Esso-Haeuser ab. Moeglicherweise die Handy-Antennen die dort standen.



    Bild: ich (Handyfoto)

  • Das Abendblatt naehert sich langsam im Freien Fall dem Mopo-Niveau. Der letzte Artikel zu den Esso-Haeusern zitiert sogar schon Favebook-Kommentare und Posts auf der Seite der Esso-Initiative. Warum ruft das Abendblatt nicht noch schnell an, um zum Thema einen O-Ton der letzten RTL-Dschungelcamp-Siegerin zu bekommen? :nono:


    Bericht


    Wo ist das Problem mit dem seit Tag 1 unveraenderten Angebot des Investors? 1/3 Sozialwohnungen, 1/3 freie Mietwohnungen, 1/3 Eigentumswohnungen. Oder wollen sich die Parteien im Jahr vor der Wahl darin ueberbieten dem Waehler nach dem Mund zu reden und 200% Sozialwohnungen fordern?

  • Ein sehr guter Vorschlag: Ich trink zwar eher Longdrinks als Cocktails, aber das soll mir auch recht sein :D Ist auch ganz egal - Hauptsache der verranzte Scheiss kommt endlich weg.

  • Ich freue mich auch sehr, dass dieser Schandfleck wegkommt - Absolut null architektonischer Wert!


    Wenn es um so dringend benötigte Wohnungen geht, kann ich beim besten Willen nicht verstehen, dass die ganzen Nachkriegsbauten nicht endlich um 2! Stockwerke aufgestockt werden und sich den Altbauten anpassen. Auf die ganze Fläche genommen, könnten hier locker zig Wohnungen geschaffen werden, die dort jetzt abgerissen werden...


    Was interessant an Midas´ Foto ist, dass die Tango Tower und das Millerntorcenter beinahe das gleiche Glas verwenden - bei 20 Jahren Unterschied:).

  • aus ästhetischer sicht kann man die qualität esso häuser nur bedingt erfassen, wobei ich durchaus Qualitäten erkenne. (von einem Neubau wird die Ecke aus städtebaulicher Sicht profitieren)
    die Häuser haben aber nicht nur für viele menschen einen emotionalen wert (tanke, molotow, bewohnermix der häuser etc), und so ein weicher standortfaktor ist tatsächlich sehr, sehr wichtig !
    Leider ist heruntergekommener Wohnraum auch bezahlbarer Wohnraum. daran wird sich möglicherweise mit einer Neubebauung etwas ändern - ich bin gespannt !

  • die Häuser haben aber nicht nur für viele menschen einen emotionalen wert (tanke, molotow, bewohnermix der häuser etc), und so ein weicher standortfaktor ist tatsächlich sehr, sehr wichtig !


    Freut mich, einen solchen Standpunkt hier lesen zu können. Ansonsten scheint es hier ja Lehrmeinung zu sein, dass St. Pauli seinen Charme durch die gelungene Architektur erlangt hat. Und dass diese bitte keine Nischen eines alternativen Lebensstils zulassen darf, wenn ein solcher dem eigenen ästhetischen Empfinden entgegensteht.

  • die Häuser haben aber nicht nur für viele menschen einen emotionalen wert (tanke, molotow, bewohnermix der häuser etc), und so ein weicher standortfaktor ist tatsächlich sehr, sehr wichtig !


    Das ist ja auch die Leier der selbstverliebten und sich stets sehr wichtig nehmenden Mitglieder der Esso-Initiative, die glauben, dass mir der Anwesenheit oder Abwesenheit ihrer selbst die Seele St Paulis steht und faellt. Das ist aber bei weitem nicht so...


    Deren Parolen sind mehrheitlich luftleer. Die angebliche Forderung nach 'Vielfalt' um Viertel ist nur vorgeschoben und eigennuetzig. Das Gegenteil ist der Fall: Die Ini lehnt ja den von der Bayerischen Hausbau angestrebten 'Mix' (1/3 Sozialwohungen, 1/3 freie Mietwohnungen, 1/3 Eigentumswohnungen) strikt ab, obwohl genau das zur Abwechslung mal 'Vielfalt' und 'Bewohner-Mix' waere.


    Ziemlich verlogen, diese Esso-Ini.

  • die Häuser haben aber nicht nur für viele menschen einen emotionalen wert und so ein weicher standortfaktor ist tatsächlich sehr, sehr wichtig !


    Hatten, hier steht noch die Meldung über die Eilräumung wegen akuter Baufälligkeit - unter solchen Umständen sind alle Faktoren Vergangenheit. Die Dinge wären nur mit irrwitzigem Aufwand zu retten, der bei einem Weltkulturerbe, aber nicht bei Bauten im DDR-Plattenbaulook gerechtfertigt wäre - und von niedrigen Mieten auch nicht finanzierbar. Für das Geld kann man leichter etwas neu bauen, hoffentlich besser aussehendes, hoffentlich mit varierten Fassaden wie die kleinteilige andere Reeperbahn-Seite. Die Blockrandbebauung wird dann nicht nur durch niedrige Pavillons angedeutet und so kriegt die Straße auch einen Straßenraum.

  • Das ist ja auch die Leier der selbstverliebten und sich stets sehr wichtig nehmenden Mitglieder der Esso-Initiative, die glauben, dass mir der Anwesenheit oder Abwesenheit ihrer selbst die Seele St Paulis steht und faellt. Das ist aber bei weitem nicht so...


    Deren Parolen sind mehrheitlich luftleer. Die angebliche Forderung nach 'Vielfalt' um Viertel ist nur vorgeschoben und eigennuetzig. Das Gegenteil ist der Fall: Die Ini lehnt ja den von der Bayerischen Hausbau angestrebten 'Mix' (1/3 Sozialwohungen, 1/3 freie Mietwohnungen, 1/3 Eigentumswohnungen) strikt ab, obwohl genau das zur Abwechslung mal 'Vielfalt' und 'Bewohner-Mix' waere.


    Ziemlich verlogen, diese Esso-Ini.


    Langsam glaube ich, du fährst hier ne persönliche Kampagne gegen jeden, der deinem persönlichen Lebens- und Freizeitentwurf nicht gerecht wird.


    Ob nun die Esso-Initiative reflektierter argumentiert oder nicht, Fakt ist doch, dass die Summe aller solcher Initiativen und Engagements "die Seele St. Paulis" sehr wohl ein bedeutendes Stück weit ausmacht. Jemand mit der Bereitschaft, über die nächsten Baumaßnahmen herauszuschauen, wird schnell erkennen, dass es mit dem ach so einzigartigen Kiez schnell vorbei sein könnte.


    Da ist ein Verweis auf den Drittelungs-Mix doch eine Milchmädchenrechnung. Warum sollte eine ausgewogene Verteilung von Wohnraum pauschal von der Bayerischen Hausbau festgesetzt werden können?


    Eine Diskriminierung von Eigentumswohnung suchenden Menschen kann ich nicht feststellen, genauso wird man in Pöseldorf kein Drittel Sozialwohnungen geltend machen wollen.


    Die faktische Diskriminierung betrifft die Kulturschaffenden, die eine Besonderheit bestimmter Lagen überhaupt erst herstellt, zumeist selbstlos und ohne Anteilnahme an der kommerziellen Verwertbarkeit hinterher.


    Wer deren Anteil an kulturell über die Landesgrenzen bedeutsamen Zentren missachtet, dem möchte ich nicht anvertrauen, hier über architektonische und stadtplanerische Ziele mitzuentscheiden.

  • Langsam glaube ich, du fährst hier ne persönliche Kampagne gegen jeden, der deinem persönlichen Lebens- und Freizeitentwurf nicht gerecht wird.


    Wie kommtst Du darauf? Weder lebe ich auch dem Kiez noch verbringe ich i.d.R. meine Freizeit dort. Ich lebe ja nicht mal in Hamburg, auch wenn ich derzeit beruflich viel dort bin. Ich seher eher die Esso-Initiative als einen Akteur der Kampagnen gegen jeden faehrt, der nicht 100% ihren Idealen zusagt. Gern und oft vermischt mit politischen Parolen, die nichts mit den Esso-Hauesern zu tun haben.


    Fakt ist doch, dass die Summe aller solcher Initiativen...


    Das ist eine Sache die mich stets sehr amuesiert: Menschen die Ihre ganz persoenliche und subjektive Ansicht zu einer Sache mit der 'bescheidenen' Einleitung garnieren: 'Fakt ist doch, dass'.. Ja, wenn das soooo ist :-)


    ...dass es mit dem ach so einzigartigen Kiez schnell vorbei sein könnte.


    Aehm, aufwachen bitte. Wenn der Kiez mal einzigartig oder toll war, dann ist das seit Jahrzenhten schon vorbei. Der Kiez ist nur einzigartig dreckig und einzigartig versifft, was dann ein paar Leute gern als 'Einzigartig' verkaufen. Das ist als wuerde man zuhause seine Toilette zehn Jahre nicht mehr putzen mit dem Argument 'Jetzt habe ich dafuer aber eine einzigartige Toilette'.


    Da ist ein Verweis auf den Drittelungs-Mix doch eine Milchmädchenrechnung


    In wiefern? Bitte erklaeren.


    Warum sollte eine ausgewogene Verteilung von Wohnraum pauschal von der Bayerischen Hausbau festgesetzt werden können?


    Der Drittelmix ist keine Ansage der Bayerischen Hausbau, sondern eine vom Hamburger Senat ins Spiel gebrachte Leitlinie. Einzig der Bezirk Mitte moechte darueber hinaus gehen - was am beginnenden Wahlkampf liegen mag.


    Eine Diskriminierung von Eigentumswohnung suchenden Menschen kann ich nicht feststellen


    Nicht? Ich schon. Durch die jahrelang vergfehlte Wohungsbaupolitik und die z.T. daraus resultierenden Preise von 4,000 bis 5,000 Euro pro m2 fuer Neubauten ist es zum Beispiel vielen jungen Mittelstandsfamilien mit Kind kaum noch moeglich Eigentum zu erwerben. Was hast Du gegen diese Menschen, dass deren Interessen und Beduerfnisse (z.B.auch auf St Pauli) nicht auch beruecksichtigt werden sollen?


    genauso wird man in Pöseldorf kein Drittel Sozialwohnungen geltend machen wollen.


    Also bist du fuer gezielte soziale Entmischung? In Poseldorf soll man keine Sozialwohungen bauen und in St Pauli willst Du im Umkehrschluss keine Eigentumswohungen im Drittelmix? Aha...


    Die faktische Diskriminierung betrifft die Kulturschaffenden...


    Die sind ja auch so furchtbar diskriminiert in Hamburg. Wie viele Millionen hat der Senat grade fuer's Gaengeviertel investiert? Waren es 20 oder 22? Hilf mir mal auf die Spruenge bitte, ich habe die Zahl grade nicht.


    und ohne Anteilnahme an der kommerziellen Verwertbarkeit hinterher...


    Ja, genau. Im Molotov waren ja Eintritt und Bier immer gratis. Ebenso in den anderen Laeden in den Essohauesern. Hundertmark war ja auch in Wirklichkeit gar kein richtiger Laden, sondern ein Gratis-Bekleidungs-Shop, wo man sich einfach so bedienen konnte. Am besten fand ich aber die Esso-Tanke. Schade, dass ich so selten in Hamburg war, denn bei dieser Kultur-Tanke gab es den Sprit ja immer auf lau. Das war naemlich Deutschlangs erste unkomerzielle Tankstelle!


    Die Laeden in den Esso-Haeusern waren allesamt kommerziell ausgerichtet. Da sollte man keine Geschichtsverklaereung beschtreiben, sondern lieber mal bei den Tatsachen bleben.