Beiträge von f-r-a-n-k

    Der Senat wird, sofern kein Wunder geschieht, den "kurzen Olaf" also platt machen. Damit ist auch klar, wo die Prioritäten der Stadtregierung liegen: negative Erinnerungen an den vorletzten Ersten Bürgermeister auslöschen. Bitteres Ende des einst von Henning Voscherau gestarteten Stadterneuerungsprojekts namens "Hafencity".

    ^ Naja, das Signa-Missmanagament, eigentlich schon ein Euphemismus, wird ganz sicher in Erinnerung bleiben angesichts des historischen Ausmaßes der Folgen. Ist ja nicht so, dass es nicht auch schon 2018 warnende Stimmen gab, dass ausgerechnet dem großspurigen Tiroler Hallodri dieses zentrale Abschlusstück des Hamburger Stadterneuerungsprojekts zugeschlagen wurde. Hab' ich immer als Manko und Risiko dieses eigentlich spannenden Projekts gesehen.

    Ein wenig Off-Topic: Wird jetzt auch interessant, ob der neue alte Investor, der damals, auch 2018, bei Galeria Kaufhof durch eben jenen Hallodri und Bankrotteur herausgedrängt wurde, die Reste des Karstadt-Kaufhof-Konglomerats zu retten vermag. Den deutschen Innenstädten, auch Hamburg, wäre es zu wünschen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wieso Bauruine? Und was heißt handfest? Es handelt sich um eine Baustelle, die vorübergehend ruht. Nach einem halben Jahr Bauunterbrechung kann man noch nicht von einer Bauruine sprechen.

    Da kann man streiten. Ich sehe derzeit keine realistische Perspektive. Die nicht zuletzt von Benko'schem Größenwahn ausgelöste Signa-Pleite ist in ein denkbar ungünstiges Umfeld geplatzt:

    - explodierende Baukosten durch krisenhaftes Umfeld

    - steigende Zinsen

    - Nachfrage nach Büroflächen sinkt rapide und kontinuierlich

    Hinzu kommt noch das oben angesprochene Desinteresse der Stadt. Dann darf man nicht vergessen, dass Hamburg als Stadt seit Jahren aus den verschiedensten Gründen ins Hintertreffen gerät. Stichworte: Hafenkrise, Medienkrise, Verkehrspolitik (mangelhafter ÖPNV). Dürfte als Standort nur noch an vierter Stelle hinter Berlin, München und Frankfurt a. M. rangieren. Aus meiner Sicht keine guten Voraussetzungen, dass das Projekt kurzfristig fortgeführt werden könnte. Aber wir werden sehen, ich lasse mich da auch gern eines Besseren belehren.

    Naja, was erwartest Du? Mittlerweile haben wir es mit einer handfesten Bauruine zu tun, an der seit sechs Monaten nichts mehr geht. Und weder die Stadt noch die Bürger:innen scheint es groß zu kümmern.

    Ich habe auch schon den Vorschlag vernommen, den "kurzen Olaf" als weiteren Taubenschlag zur Eindämmung der Population im Sinne des "Augsburger Modells" (Austausch der Taubeneier durch Attrappen) zu verwenden. Sechs solcher Taubenschläge sollen sowieso schon um Hauptbahnhof und Bahnhof Altona entstehen. Da wäre ein vorgeschobener Standort an den Elbbrücken wahrscheinlich nicht verkehrt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    (...) weil sonst noch herauskommt, dass es ja die SPD ist, die uns das eingebrockt hat.

    Fairerweise muss man sagen, es war konkret der Vorgänger von Peter Tschenscher, der das vorangetrieben hat. Klar ist der SPD. Aber man muss auch sagen, dass die Begeisterung in diesem Forum, und da nehme ich mich nicht aus, ebenfalls groß war.

    Was mich aber von Anfang an gestört hat: Dass die Signa das Projekt übertragen bekam. Der gleiche Laden, der in anderen Teilen der Stadt seit Jahren die Kaufhäuser schließt. Eines nach dem anderen.

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    Wen genau meinst Du? Ich habe gerade auf die Schnelle versucht, das nachzuvollziehen. Mitgeboten haben 2018 noch gerchgroup (inzwischen insolvent) und Tishman Speyer. Ist die Frage, wer sich in schwierigen Zeiten so ein Projekt ans Bein binden will. Außer eben Kühne, der das quasi aus der Portokasse bezahlen könnte.

    Hier noch ein Link, der die beiden damaligen Konkurrenten erwähnt: https://www.haufe.de/immobilien/inv…256_442472.html

    Das sehe ich leider inzwischen doch ähnlich. Wenn jetzt nicht irgendjemand einspringt und das Projekt in eigener Verantwortung weiterführt, sei es die Stadt, sei es Kühne oder sonst irgendwer, wird der Betonstumpf der "hohle Zahn der Elbbrücken". Der Steglitzer Kreisel lässt grüßen. (Der hat da Übung drin.)

    ^ Plural von "Kran" im Deutschen übrigens "Kräne". Nicht böse gemeint, aber weil das Wort hier so oft fällt... ;)

    Was ja fast vergessen ist: Auch bei der "Elphi" ruhte ein großer Teil der Arbeiten 2011/12, wenn auch aus anderen Gründen. Es wird hier auch bestimmt weitergehen, die Frage ist nur, wann. Leider ist die Lage gerade ähnlich unübersichtlich wie das Signa-Firmengestrüpp. So landen wir alle wohl oder übel in der Spekulation.

    Nochmal zu den Büros: Hatte ich ja geschrieben, dass moderne Büroflächen wie dann eben auch im Elbtower sicher weiter gefragt sind. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es kein "back to normal" gibt. Ein Autokonzern wie VW mag das eine sein, aber im "Dienstleistungssektor", also alles außer Industrie und Landwirtschaft, da gibt es zunehmend Firmen, die keine festen Arbeitsplätze, sondern nur noch Slots an ihre Mitarbeiter*innen verteilen. Isso.

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    Ich spitze gerne zu. Berufskrankheit. Was ich meine: Durch das anders organisierte Arbeitsleben nutzt heute längst nicht mehr jede und jeder Angestellte ein eigenes Büro. Die Nachfrage konzentriert sich heute in erster Linie auf neu errichtete, moderne Büros mit allen zeitgemäßen Ausstattungen. Wie beispielsweise im Elbtower. Alte Bürofläche werden leer gezogen. Oder abgerissen. Und wir haben massive Leerstände in den Innenstädten, über die Büros hinaus.