• Der Investor würde die Wohnungen eben lieber für 4.500 EUR je qm statt 4.200 EUR je qm verticken, 125% Gewinnaufschlag auf alle Kosten inkl. Grundstück sind eben besser für das Jahresergebnis als 110%. Öffentlichkeitswirksames Rumheulen und gespielte Ahnungslosigkeit sind da zwei probate Mittel.

    Ansonsten sind solche Sachen wie absolut schallgedämmte Gebäude mit festverglasten Fenstern eben auch eine Option für den urbanen Raum (<- schönes Wort). Dort ist es nun mal laut und dreckig (Abgase, Feinstaub, Zigarettenqualm, ...). Und was in einem Luxus-Apartment in NYC geht, wird auch hier gehen. Angesichts der aktuellen Kaufhysterie in Sachen Eingentumswohnungen sehe ich da auch keine Probleme, die Wohnungen loszuschlagen. Dann eben nur 110% Gewinnaufschlag...

  • Wie macht man das in Deutschland, dass Privat-Investoren die Rekonstruktionen ausfuhren?
    Es geht mir um die logistische, rechtliche, raumliche und oekonomische Lossungen. Bei mir, in Stettin das ist beinahe unmoglich, um der Investor treu das Vorkriegs Gebaude wiederaufzubauten. Am Altstad, nach allem was ich weiss, rekonstruierte man nur 4-5 Miethauser.

  • Quartier 7.2 - Kimmerle

    Im APH-forum meldet sich nun der Investor Herr Kimmerle dankenswerterweise erneut zu wort und präsentiert neue entwürfe für die rosmaringasse am kulturpalast. klick hier

    Dabei geht er sofort auf das im APH gar nicht thematisierte problem der festverglasung ein und gibt bereits auskunft über eine fortsetzung des projektes trotz alldem.

    Desweiteren erwähnt er die baukommission des neumarkts, deren machtstellung tatsächlich zu baugenehmigungen führt(e) - oder auch nicht. erst vor tagen hatte ich mich im infopoint der GHND über den derzeitigen stand dieser gestaltungs- und baukommission informiert, wo festgestellt wurde, daß die kommission seit längerem nur noch auf dem papier existiere und schon länger nicht mehr wirksam tätig ist. daher wurde bestätigt, daß es um die jetzigen bauquartiere um den kulturpalast keine aktivitäten der kommission mehr gegeben habe und folglich auch keine einflußnahme auf entscheidungen mehr vorläge.
    kimmerles aussage steht dem entgegen und ich kann dies nur so zur kenntnis nehmen und nicht aufklären, was wirklich richtig ist. möglicherweise besteht die kommission doch noch oder herr kimmerle bezieht sich auf die zeiten bis vor 2 bis 3 jahren, wo ggf noch erste kontakte mit der kommission zustande kamen. keine ahnung.

    Herr kimmerle beabsichtigt mit seinem projekt fortzufahren, was ich ausdrücklich begrüße und sicher bin, dass es die richtige entscheidung ist. was auch klar wird ist, daß hier nicht das oft gescholtene SPA als ärgernis waltet, sondern ein wohl allzu pingeliges bauordnungsamt (so kimmerle), womit mE das bauaufsichtsamt gemeint ist, genauer die abteilung baurecht. dieses amt ist ein gleichwertiger akteur wie das SPA - innerhalb des geschäftsbereichs stadtentwicklung der stadtverwaltung. nur selten geraten solche akteure, die so gut wie nie in den medien vorkommen, in den fokus der öffentlichkeit. genau diese differenzierung sollte bei kritik berücksichtigt werden.

  • Ich denke, man muss Herr Kimmerle zunächst einmal für sein herausragendes Engagement und seine Hingabe zur Stadt danken. Endlich wird von einem Investor mal klar auf den Tisch gelegt, wo es in Dresden hapert.

    Der Mythos, die Kommission hätte gar keine Entscheidungsmacht, wurde hier einmal offiziell widerlegt und dies stützt auch meine Infos, die ich von anderen Bauträgern des Areals unter der Hand erfahren habe.

    Auch der Mythos, den die Stadt gern verbreitet, dass man ja mehr Rekos will, es sich aber dafür keine Investoren findet, wurde eindeutig widerlegt. Wie schon bei den Projekten der Baywobau wurde auch hier der Bauherr daran gehindert, mehr Rekos zu bauen. Die Art und Weise, wie die Stadt hier auftritt, ist nur noch bedauerlich.

    Die Informationspolitik und die Transparenz des Investors ist vorbildlich und in diesem Maße bisher einmalig in Dresden, daneben wird nun für die Öffentlichkeit auch erstmals sichtbar, welche Entwürfe eigentlich zur Wahl stehen. Sollte der historisierende Entwurf abgelehnt werden, dann bin ich sehr auf die Begründung gespannt, denn es wäre in diesem Kontext mal zu klären, was der Begriff Leitbau eigentlich meinen soll.

    So sollten die Rekonstruktionen einst die übrigen Bauten in Maß, Material, Stil und Optik anleiten. Davon ist immer weniger geblieben. Am Ende waren die Füllbauten eigentlich nur noch Kontrastmasse, die nur durch großen Widerstand auf ein erträgliches Maß zurückgestutzt werden konnte.

    Die nun präsentieren Entwürfe leisten eigentlich genau das, was Füllbauten leisten sollten und als was sie in der Satzung, die leider das Papier nicht wert ist, auf der sie gedruckt wurde, implizierte. Sie nehmen sich zurück, treten aber dennoch selbstbewusst auf. Sie lehnen sich an den barocken Stil an, ohne in Kitsch zu verfallen. Zumindest der beige Bau nimmt in Gliederung und Anmutung zudem die Struktur der Bauten an der Wilsdruffer auf. Natürlich kann man über Kleinigkeiten streiten, aber hier wurde erstmals verstanden, wie man Füllbauten gestaltet.

    Es ist dem Investor nicht hoch genug anzurechnen, dass er versucht, hier gegen die Windmühlen anzurennen und endlich mal das zu bauen, was die Dresdner in einem Bürgerbegehren gefordert haben. Ich persönlich bin skeptisch, ob es ihm gelingen wird, wünsche ihm aber bestes Gelingen. Schlechte Architektur hat Dresden schon genug als dass es sich leisten könnte, damit unaufhörlich weiter zu machen. Es wäre Zeit, hier mit einem positiven Signal ein Zeichen zu setzen. Für Dresden!

  • bezüglich Schallschutzproblem am Kulturpalast

    gestern erschien bei sz-online kurz ein artikel, welcher (vorübergehend?) wieder verschwand, in dem sich der GHND-Chef Kulke um eine Kompromisslösung bemüht.
    er macht auf die jahrelange bekanntheit des problems aufmerksam, kritisiert jedoch die verwaltung und die erwähnung im kleingedruckten der verkaufsunterlagen der grundstücke. ausserdem erinnert er an die einst angedachte lösung einer baulichen schallschleuse hinter dem kulturpalast, welche seines erachtens vermutlich den sparzwängen zum opfer fiel. leider verfolgte auch die GHND diese sache nicht aufmerksam, sodass die informationen von herrn kulke oft im vermuteten liegen. die standardfloskel, die stadt hätte "mal wieder geschlafen", wird leider nicht konkretisiert.

    entgegen der SäZ brachte die GHND jedoch eine Pressemeldung heraus, wo die sachlage sowie die befürchtungen ausführlich dargelegt sind - hier lesen.

    wie im SäZ-artikel zu lesen war, ging herr kimmerle in widerspruch zu der festverglasungs-auflage in der baugenehmigung, wenngleich sein bau weiterläuft. das könnten nun auch die anderen investoren vorgreifend beabsichtigen. die stadt soll aufgrund möglicher folgen nochmals prüfen, ob nicht doch eine andere schallschutzlösung möglich ist, zumal man nach jahrelangen querelen endlich das abstandsflächenproblem gelöst zu haben scheint. etwaige mehrkosten dafür stünden in keinem verhältnis zu potentiellen regressforderungen und mehrkosten infolge baustopps, jahrelangen rechtstreitigkeiten und den verheerenden folgen für den neumarktbereich.


    nachtrag: nun isser doch wieder da - der artikel der SäZ, auch frei klickbar. steht ja dasselbe drin.

    2 Mal editiert, zuletzt von Elli Kny (4. Oktober 2014 um 22:51) aus folgendem Grund: nachtrag

  • Frieseneck Landhausstraße

    Zweieinhalb Wochen später und aus der gleichen Perspektive präsentiert sich die Baugrube am Frieseneck folgendermaßen:

    Die Bewehrung der ersten Wandelemente ist gut zu erkennen. Die Einfahrt in die hauseigene Tiefgarage befindet sich direkt im Vordergrund, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob diese im Bereich des bereits fundamentierten Bereichs oder davor angelegt wird. Aufgrund der einzuhaltenden Abstandsflächen wird das Projekt nicht so weit in das Quartier hinein entwickelt werden können. Um den Eindruck der massiven Brandwand des British Hotel abzumildern, werden an dieser Stelle bumerangartige Balkone integriert. Aber bis es soweit ist, werden noch ein paar Monate ins Land ziehen.

  • Die Bauarbeiten im Quartier VII-2 konzentrieren sich weiterhin auf die bauvorbereitenden Maßnahmen. Die zum Abbruch vorgesehenen, historischen Keller sind bis auf beim Dinglingerhaus, welche erhalten werden soll, mittlerweile fast ganz verschwunden. Im Randbereich der Grube liegen noch letzte Reste.

    Der Blick von der Schössergasse:

    Vom Jüdenhof geblickt:

    Während der Bauzeit wird der Jüdenhof optisch durch die notwendige Wasserrohrkonstruktion vom Neumarkt abgegrenzt.

  • Quartier 7.2 - update vorgestern

    ich möchte hier nicht mehr nur von "bauvorbereitenden arbeiten" reden, ich denke es geht nun (trotz allem) zur sache, solange das wetter mitspielt.


  • Quartier 7.2 - Kimmerle

    eine neue zufahrtsrampe wurde gen jüdenhof hin aufgeschüttet. ein drittel des jüdenhofs wurde heute asphaltiert - wohl als platz der gesamten baustelleneinrichtung. die baugrube ist in kürze komplett ausgehoben - gut sind die bohrpfähle um die kellerreste des dinglingerhauses zu sehen.


    derweil wurde die frage nach der gestaltung der fassaden richtung rosmaringasse/kulturpalast in die presse getragen. die GHND stellte den artikel der SäZ auf ihre seite - hier. ausserdem gab es eine PM der GHND zur Sache und bezüglich der Gestaltungskommission - GHND-aktuelles


    rohrleitungen der grubenentwässerung in der augustusstrasse

  • Dekoratives Anführungszeichen

    derweil wurde die frage nach der gestaltung der fassaden richtung rosmaringasse/kulturpalast in die presse getragen. die GHND stellte den artikel der SäZ auf ihre seite - hier.

    Der moderne Entwurf bringt endlich mal etwas Leben hinein. Der Kimmerle-Entwurf ist doch wieder nur der gleiche Einheitsbrei/Kitsch, welcher sich dort fast überall findet. Es mutet dann zwar nicht mehr "historisch" an, aber Baujahr 2015 ist ja auch nicht historisch.
    Aber wahrscheinlich ist es für den Tourismus besser, wenn alles historisch wirkt (also nicht historisch ist, sondern nur so wirkt) und für die meisten Dresdner dürfte es egal sein, wie es dort aussieht. Der Neumarkt entwickelt sich langsam zu einem kleinen Touri-Quartier ähnlich wie Venedig (natürlich xx-fache kleiner und provinzieller). Dort fahren die Venezianer auch nur zum arbeiten hinein und wohnen fast ausschließlich außerhalb.

  • @ efhdd

    Also die historischen Rekonstruktionen, auch wenn es nur Fassadenrekonstruktionen sind, als Kitsch zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Wir reden hier von kunsthistorisch so bedeutenden Einzelbauten. Diese als Kitsch abzuqualifizieren zeugt leider von wenig kunsthistorischem Verständnis und ferner von noch weniger Respekt gegenüber den großen Architekten der vergangenen Epochen.

    Natürlich kann man kritisch zum Thema Rekonstruktionen stehen, mit dieser pauschalen Abqualifizierung tust du dir aber sicher keinen Gefallen hier.

    Die Rekonstruktion identitätsstiftender Bauten ist gerade eine von der Breite der Bevölkerung getragene Entwicklung die in ganz Deutschland stattfindet. Und sie ist auf kleine Areale in den Städten beschränkt. Und selbst wenn es im Alltag primär Touristen anzieht, so schafft dies erstens Arbeitsplätze (denn auch Tourismus bringt Geld) und zweitens ist die Entwicklung dahin trotzdem eine Initiative, die auf die Menschen vor Ort zurückgeht. Dies sollte man dabei auch bedenken.

  • Ist efhdd sicher, dass er sich im richtigen Forum bewegt?

    82 Beiträge zu den Themen "Fortschritt durch Styropordämmung von garagenähnlichen Wohnbunkern" und "Ensembles und regionale Baukultur? Ich nix verstehen."

    Ein Beitrag mit blassen Weisheiten, typischen Modernisten-Floskeln und Widersprüchen innerhalb weniger Worte. Es ist ja okay, dass man auch mal gegensätzliche Meinungen zu Hören bekommt, aber man wünscht sich diese hier tendenziell ein bisschen fundierter und differenzierter als in den Kommentaren der Sächsischen Zeitung. Ich kann fundamentalitischen Auffassungen wie "Alles muss historisch wieder aufgebaut werden." sicherlich auch nicht viel abgewinnen, aber den Neumarkt pauschal als Kitsch zu bezeichnen sowie als Einheitsbrei, ohne den wirklichen Einheitsbrei einen Block weiter zu benennen, zeugt von Respektlosigkeit vor der Aufbauleistung gerade der mit Herzblut tätigen Investoren, die finanzielle Mehraufwendungen nicht scheuten um Historisches zu erhalten oder Überliefertes wieder zum Leben zu erwecken und der Stadt Dresden so wieder ein Mini-Stückchen seiner einstigen Faszination zu spenden.

    Nicht der "moderne Entwurf bringt endlich mal etwas Leben hinein", sondern der Wiederaufbau in seiner bisher weitgehend gelungenen Form. Eigentlich ist das ja unverkennbar ...

    Venedig als Vergleichsobjekt macht ohnehin wenig Sinn, haben wir dort doch eine komplett andere Stadtstruktur, Besonderheiten des Baugrundes und somit des Wohnwertes innerhalb der Altstadt. Soweit mir bekannt ist, kann die Verantwortung für die "Vertreibung" der Venezianer nicht ausschließlich dem Tourismus zugeschoben werden.

    Und nun noch ein kleiner belangloser Hinweis: Es gibt durchaus auch Dresdner, die den Neumarkt gern mit Foto aufsuchen oder an der Kuppel der Frauenkirche bewundernd empor blicken und so in den Verdacht geraten ein "böser Tourist" zu sein. Im Übrigen käme ich auch nie auf den Gedanken den Pariser Platz als ganz und gar berlinfremd zu bezeichnen und somit seine Daseinberechtigung infrage zu stellen. Was soll das? Ich freue mich über jeden Touristen, zeigt es doch, dass das vorliegende "Einheitsbrei"-Angebot nicht das Schlechteste sein kann, oder?

  • efhdd: Bringt Leben hinein? Wie das? Bitte erklären? Diese gewaltsamen Brüche bringen kein Leben rein. Das können höchstens Menschen, die dort verweilen, arbeiten und verkehren. Dieser Stellwerk-Entwurf ist eine bewusste(!) Provokation der GESTAltungsKOmmission, die dem städtebaulich-gestalterischen Konzept der Stadt zuwiderläuft und den Blick vom Jüdenhof stört. Außerdem ist die Rosmaringasse eh ein Totraum durch die rückwärtige Situation zum Kulti. Dass dort Kimmerle überhaupt soviel Wert auf Gestaltung legt, ist ihm hoch anzurechnen.

    Aber klar, die Dresdner Altstadt ist ja so reich gesegnet mit historisierenden Entwürfen, dass dem von von der Prager Straße kommenden Touris schon der Zahn nach Moderne tropft, wenn er am Altmarkt ankommt.

    Ich kann dieses Gesülze wirklich nicht mehr lesen.

  • Ich sage nichts gegen die Frauenkirche, die ist wirklich historisch bedeutend. Aber drum herum wurde nun mal alles in einem kitschigen Einheitsbrei aufgebaut. Der dauernde Höhenversatz wirkt wie gewollt, aber nicht gekonnt. Die übertriebenen Mansarddächer, naaaaja...
    Und selbst dort, wo man versucht hat, mal etwas Leben in die Sache hinein zu bringen durch modernere Bauten, wirkt es trotzdem alles sehr ähnlich. Eine homogene Masse an Kitsch-Bauten eben. :)

    Vielleicht ist Kitsch etwas übertrieben, aber es erinnert mich doch sehr an diese auf alt gemachten Möbelstücke, welche innen aus Sperrholz gefertigt sind und irgendwie immer so aussehen, als wöllten sie etwas darstellen, was sie nicht sind.

    Kleinteiligkeit? Ja, viele Male immer gleiche Strukturen...

    Und wenn ich mir jetzt echte Altbauten wie in Striesen anschaue und dann die ganze Bebauung dort... gewollt und nicht gekonnt. Es wirkt für mich eben nicht wie historisch wieder aufgebaut, sondern wie man wollte, dass es alt und historisch aussieht, aber man merkt sofort, dass es so nicht ist.

    Aber wie ich ja auch gesagt habt, soll man nur machen, wenn die Touris das gut finden. Solche Gebiete gibt es ja in vielen europäischen Städten. Ich frage mich nur, was ich als Dresdner dort jemals sollte abseits von Sightseeing der eigenen Stadt? Bars und Restaurants gibt es in jedem Stadtteil ähnlich gute oder bessere zu weitaus besseren Preisen. Die hochpreisigen Geschäfte zwischendrin verkaufen nun wirklich keine Alltagssachen. Und grün und erholsam ist es dort auch nicht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    efhdd: Bringt Leben hinein? Wie das? Bitte erklären? Diese gewaltsamen Brüche bringen kein Leben rein.

    Das Areal um die Frauenkirche ist nun mal weitestgehend homogen und gleichförmig bebaut. Schau es dir doch an. Die Fensteranordnung ist fast überall exakt gleich, die Dächer ähneln sich sehr und nur die Farben unterscheiden sich leicht. Es ist ein großer Einheitsbrei, egal ob historisch aufgebaut oder die wenigen modernen Gebäude, welche sich in so vielen Details an den älteren Bauten orientieren. Fast jedes Gebäude ist beliebig auswechselbar, einzig die Frauenkirche in der Mitte nicht. Es wirkt alles sehr steril.

    Genauso wie diese Gebäude für sich genommen Einheitsbrei sind mit minimalen Unterschieden sind die Plattenbauten für sich Einheitsbrei mit minimalen Unterschieden in Gestaltung und Farbe.

    Der moderne Entwurf bringt einen Kontrast in diesen Einheitsbrei. Noch nicht stark genug, aber ein Anfang.

  • Jo efhdd, bleib am besten in deiner Trabanten-EFH-Siedlung mit den immer gleichen austauschbaren und beliebigen Strukturen.

    Wie sollen die Häuser denn alt aussehen, wenn sie erst kürzlich rekonstruiert wurden? Soll man sie künstlich nachpatinieren, oder was? Wie albern wäre das denn? Die übertriebenen Mansarddächer sind der Profitmaximierung geschuldet. Da wird gestreckt, was das Zeug hält um noch ne Volletage unterzubringen. SOWAS müsste die Gestaltungskommission (die im Übrigen schon länst aufgelöst sein sollte) anprangern/verhindern und drauf achten, dass die Rekos möglichst authentisch wiederaufgebaut werden, aber die sind ja nur damit beschäftigt möglichst brachiale architektonische Kröten zwischen die Rekos zu setzen. Überflüssig.

    Ansonsten solltest du dir das städtebaulich-gestalterische Konzept mal durchlesen. Dann würde sich die Verwunderung erübrigen, was es damit auf sich hat --->

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Fensteranordnung ist fast überall exakt gleich, die Dächer ähneln sich sehr und nur die Farben unterscheiden sich leicht

    Ich bin übrigens ganz gerne am Neumarkt, schlendere gerne über den Platz, genieße den Trubel, esse ein Eis, unterhalte mich mit Menschen usw., aber ich bin ja auch kein gemeiner Dresdner, sondern nur ein provinzieller Heidenauer, der sich des Öfteren auch in Berlin aufhält.

  • Ich finde es mitunter sehr erbaulich dort spazieren zu gehen. Zumal der Platz die Stadt gefühlt zusammenzieht, als eine Art Schlussstein im weiten Bogen zwischen Meißen und Pirna. Am wichtigsten ist aber die Demonstration der weit unterschätzten Leistungsfähigkeit heutiger Bauunternehmen, auch noch heutzutage zu konkurrenzfähigen Kosten derartig repräsentativ bauen zu können.

  • Repräsentativ bauen ist kein Problem, wobei es dort eher was von Disneyland als von repräsentativ hat. Allerdings ist das heutzutage gar nicht mehr gewollt. Understatement und Sozialneid sind die Themen des 21. Jahrhunderts...

    Zum städtebaulich-gestalterische Konzept: Dort steht dann drin, dass alles so einheitsmäßig aussehen soll? Na dann haben wir ja das schuldige Dokument für diese sterile Bebauung gefunden... :)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich bin übrigens ganz gerne am Neumarkt, schlendere gerne über den Platz, genieße den Trubel, esse ein Eis, unterhalte mich mit Menschen usw., aber ich bin ja auch kein gemeiner Dresdner, sondern nur ein provinzieller Heidenauer [...]


    Sag ich doch, der Platz ist was für Touris von außerhalb... :)
    (P.S. das war ein Scherz)

  • Also es ist schon ein starkes Stück, zu behaupten, alle Bauten um die Frauenkirche wären der gleiche Einheitsbrei. Da stehen Bauten ganz unterschiedlicher kunsthistorischer Epochen. Aber wenn du selbst das nicht siehst und die für dich alle gleich sind, dann macht es eh keinen Sinn zu diskutieren.

    Und das was du als Einheitsbrei titulierst, da sind Bauten dabei, die in fast jedem Architekturführer über die damaligen Epochen zu finden waren.

    Es ist beinahe schon eine Anklage an unser Bildungssystem, wenn ich deine Kommentare hier lese, weil es scheinbar nicht gelungen ist, dass den Menschen, die in diesem Land leben, dieser kulturhistorische Wert auch bewusst ist.